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R 1907
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yorreformätionsgeschichtliche
Forschungen.
HEHAUSr.KGEBEN
VOK
HEINRICH FDfKE.
IV.
PiPSTTÜM UND UNTERGANG DES TEMPLERORDENS.
I. BIND: DlRSIELlirHG.
VON
HEINRICH FINKE.
MÜNSTER i. W, 1907.
DRUCK UND VKRLAG DER A8CHKND0EFFSCHBN BUCHHANDLUNO
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PAPSTTUM
UND
UNTERGANG DES TEMPLERORDENS
I. BAND: DARSTELLUNG.
DR HEINRICH FINKE,
O. PBOFESSOB I>EK ÜESCKICHTE IN FREIKUKG i. B.
'^ MÜNSTER i. W. 1907.
DRUCK UND VERLAG DER ASCHENDOBFPSCHEN BUCHHANDLUNG.
Digitizecy Google
InE Nt:.'. Ynhj<
fliUC lli<;-;ARY
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Meiner Frau.
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Vorwort.
Aus dem Qudlcitbiinde leile ich zunächst die [Geruch Ut^un^'
her, die Literatur über den Untergang des Teniplerordens durch-
i'in netics Werk zu bereichern. Dupiiy im 17., Wilkins im 18.,
Haynouarrt zu Beginu, Michelol zu Mitte und Scholtmölier —
in etwa auch Prutz — gegen Ende des 19. Jahrhunderts haben
den mächtigen ProzeIJstoff zusammengetragen, der für die Prü-
fung der Frage nach Schuld oder Unschuld des Ordens stets
zuerst heranzuziehen ist. Ich biete nunmehr einen anders ge-
arteten Quellenstoff, mehr Stimmungs- als neue» Tatsachen-
nialerial, den Briefwechsel, den jene kraftvollen aragonesischen
Vertreter des Ordens, auch eingesclilossen, miteinander und
»lit Frankreich fiihrten, und ich halte die von vielen Seiten
als notwendig empfundene Nachlese, Die Briefe der aragone-
sischen Templer fielen mir bei der Sammlung der Acta Arago-
nensia in die Handj die Nachlese war in erster Linie in Paris
und Rom zu halten: in der Heimat der französischen Templer
und an der Sammelstelle der avignonesischen Quellen. Ich
weiti n'ohl, daß ich nicht alles Übersehene herangezogen habe;
dazu hätte es Jängern persönlichen Nachsuchens, zumal auch
in England, bedurft. Aber ich habe die Empfindung, dalj das
Ausschlaggebende jetzt vorliegt. Wenn die deutschen oder
spanischen Prozesse, die Grundlagen der Veröffentlichungen
von Wilkins, aufgefunden werden sollten , so wird das Ißr
Einzelfragen und für den Forscher immerhin interessant sein,
die Schuldftage wird durch solche Funde wohl nicht weiter
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VIII Vorwort.
geklärt werden. In geivissem Sinne beruhigend für den Forscher
wirkt die Tatsache, daß auch Dupuy, abgesehen von einem
verschollenen Stücke, nachweisbar nichls weiter gekannt hat,
als was jedem Historiker auch jetzt noch in den Archives
nationales zugänglich ist. Wohl wird das von einem süd-
französischen Aristokraten geplante Urkundenbuch des Templer-
ordens für die Geschichte des Gesamtordens wie der materiellen
Lage der französischen Templer von hervorragendem Interesse
sein, für die Beleuchtung der Schuldfrage höchstwahrschein-
lich kaum.
Aber auch ohne diese Bereicherung des Quellenstoffes
war eine erneute, vorsichtige Prüfung des vorhandenen und
der daraus bislang gewonnenen Resultate berechtigt und vor-
aussichtlich lohnend. Von den vier neuern Darstellungen der
Katastrophe konnten Schottmüller und Gmelin, infolge starker
methodischer Mängel, von der Schuldlosigkeit des Ordens nicht
völlig überzeugen. Prutz hatte ein In mancher Be/.iehung, so
besonders in der Behandlung von Nebenfragen, vortreffliches
Buch geschrieben, in der Hauptfrage beharrte er, trotz größerer
Mäßigung, bei seiner vorgefaßten Meinung von der Schuld des
Ordens, und gerade deren Fundamente erwiesen sich als be-
sonders schwach. Lea hatte im Rahmen seiner History of the
Inquisition die Vernichtung des Ordens untersucht und nament-
lich dazu beigetragen, daü die überwiegende Mehrzahl der
Gelehrten jetzt an die Schuldlosigkeit des Ordens glaubt; aber
Lea ist in seinen Einzelausführungen außerordentlich inkorrekt,
vielfach voreingenommen, und in der Schlußbeurteilung des
ganzen Problems hat er, wie Prutz mit Recht hervorgehoben,
es an Konsequenz fehlen lassen. Ich betone hier diese
Schwächen der sonst sicher verdienstvollen Werke und lasse
mich auf eine Einzelpolemik im ersten Bande nur in den
seltensten Fällen ein. Das haben ja schon die vorzüglichen
und so ergebnisreichen Kritiken getan, mit denen Karl Wenck
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faät jedes dieser Werke in den Göttintfer GelehKen Anzeigen
begleitet haL
Bei der Behandlung des Hauptproblems war eine riclitige
Fragestellung unbedingt nöltg, um Übertiaupt ein Ergebnis
zu eraieien, das überzeugt. Ich wiederhole, was ich unten
S. 326 gesagt: „Wenn von Schuld oder Unschuld des Templei^
Ordens gesehrieben oder gesprochen wird, so bedeutet das eine
ÄntHTort auf die Frage: Waren die Verleugnung Christi, Be-
speiung des Kreuzes, unsittliche Küsse, Aufforderung zur Sodomie
nnd Anbetung eines Idols im Orden bei der Aufnahme und bei
den Ordenskapileln gebräuchlich? Nur in diesem Sinne kenne
ich ein Problem. Also nicht Vergehen eines einzelnen Templers,
nicht dem Orden auf andern Gebieten anhoftende Schattenseiten
fallen unter den Begriff der Templerschuld." Dieses Haupt-
problem muß ich im Sinne anderer Forscher lösen: Die schwer
anschuldigenden Selbstbekenntnisse der Templer können für
uns nicht den geringsten Wert für die Beantwortung der
Schuldfrage haben. Es kam nun für mich darauf an, mit
mehr Überzeugungskraft als meine VorgÄnger die Auffassung
Ton der Schuldlosigkeit des Ordens zu vertreten. Ich habe
deshalb die Geschichte des Ordens im 13. Jahrhundert, soweit
sie besonders nach Prutz Grundlagen für die Anschuldigungen
bieten sollte, geprüft und habe nichts gefunden: Der Orden
sieht im Verbände der Kirche recht und schlecht, mit Vor-
zügen und Schattenseiten, ganz so wie die andern, besonders
der Hospitaliterorden. Für die Beurteilung der Katastrophe
selbst dürfte doch der Nachweis einer der kirchlichen Inquisition
allgemein vorausg^enden, mit Folterung verbundenen staat-
lichen Untersuchung, der Nachweis von zwei nebeneinander
und gegeneinander arbeitenden, in Form und Wirkung allem
natürlichen Recht^efühl hohnsprechenden Untersuchungskom-
missionen, neben dem erstmaligen Hinweis auf das unwürdige
Verhalten des Ordensmeisters von starker Wirkung sein. Auch
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X Vorwort.
in trrdtitjeron Naturen, als die' französischen Templer damals
waren, würden solclic Brutalitäten allen Mut und aili; Neigunjc
zum kämpf für die Ordensunschuid erstickt Irabcri. Eins
scliüint mir siclior zu sein: Wer jelzt noch für die Walirheit
der Anklagepunkte eintritt, der niiiö auch den Mut haben,
seinen Glauben an die Erscheinung des Teufels in- CJestalt eines
Katers bei den Templerfesten zu bekunden; denn dessen Er-
scheinen, und zuweilen auch seine Buhlschafl mit ihnen in
Oestalt einer schfinen Frau, haben, wie wir jel7.t wissen
(II, 342 ff.), zahlreiche, wahrscheinlich Dut>;cnde von Tempiem
ebenso bejaht und beschworen wie die andern Ankla^epunkte.
Nohen dem Hauptproblem gibt es einifre noch ungelöste
Nebenfragen, So vor allem: Was hat Philipp d. Seh. zum
Vemiehtungskampf gegen den Orden bewogen? Den Verräter
Esquiu de Floyran kennen wir jetzt. Seine Denunziation hat
gewiß ihre grolJe Bedeutung, besonders bei einer Persönlichkeit
wie Pliilipp d. Seh., aber den Hauptantrieb zur Ausrottung
hat doch wohl die prekäre wirtschaftliche Lage Frankreichs
gegeben. Und hier muli ich die Haupfschwilche meines Buches
bekennen. Die soziale Lage Frankreichs und seines Königtums
anschaulich zu machen, habe ich nicht vermocht. Dazu fehlen
trotz Boutaric noch die Grundlagen; hier Wandel zu schaffen,
ist Sache französischer Forscher. Eine zweite Frage ist: Wie
kommt das Papsttum zu seiner verhängnisvollen Stellung itn
Templerprozelj? Denn auch der Forecher, der mit Leas halt-
tosen Anschuldigungen nicht operiert und der zugibt, daß
Klemens V. Schlimmeres verhütet hat, staunt doch über die
unendlich traurige Rolle, die dieser erste avignonesische Papst
gespielt hat. Hier glaube ich volle Aufklärung geboten
zu haben.
Herzlichen Dank schulde ich für das Zustandekommen
der Queliensammlung an allererster Stelle Francisco de Bofarull
y Sans, dem hochverdienten Direktor des Kronarcliivs in Bar-
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Vorwort. Xi
celona, ohne dessen Uitkrailij^ fieihülfe auch diese Sammlung
niclil entstanden wäre; dann dem Catedratico Andres Gimenez
Soler in Saragossa; dem Assistenten am Preußischen Institut
in Rom Dr. Gßtler, der in Rom ergebnisreiche Nachforschungen
für mich anstellte und Abschriften einsandte; Professor Schmitz-
Kallenberg in Münster für die Kopien des Prozesses von Chinon
und der Bulle .Letamur in te"; Herrn O. Beuve, Mitglied
der ecole des Charles für Pariser Abschriften; Herrn Dr. Kirsch
in Köln für Mitteilungen zur Geschichte der Beichte; meinem
Kollegen E. Levy, der einen Teil der katalanischen Texte durch-
gesehen hat, zu deren Sicherstellung das mir von G. Baist
zur Verfügung gestellte Diccionari de la lengua Catalana von
Pere Labernia (1839) so oft versagt hat.
Frei bürg i. B., am 6. Oktober 1907.
H. Finke.
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ErgäniDogeiL
Za S. 81 Amn. 2. Man vgl. aoch daa Urteil in der merkwtlrdigen
Schrift: G«1lectio de acandatis ecciesiae, in DnllJDger, Beitrflge zai poli-
tiscbeo . . . Geschichte IIl (1882) 8. 196.
Za Kap. IT. L- Esquieu (So der Hcbtige Name. Das Buch ist
mir erst neuerdings zagekommen.), Les Templiere de C&bors (1899j bringt
mehrere Prozewe ansfllhrlicli. Sie enthalten niehte Neues.
Za S. 180. Die Balle: .Pastoralis preeminentie' auch gedr. im
Bnilarinm Franciacanum V (1398) Nr. 96 S. 42 IT. Hier an die Inquisitoren
im Kircbenstaat adressiert !
Über Holay vgl. anch faac. 10 der Begisler Donifaz' VIII. (1907)
Nr. 4169, 4199.
VoD H. Pmtz sind in den Sitzungsber. der Kgl. Bayer. Akademie
der Wi»a 1905 und 1907 erschienen: 1. Die Antanomie dea Tempi erordens,
2, Zar GeneaiB des Teroplerprozessea. Sie enthalten nehen Wied erhol angen
md TrmforinoDgen frflherer Ansichten, neben manchem Falschen hie und da
Beachte DBiroTtea. Der Nachweis, da6 die Templer jemala feindselig aieh
aar Kurte geateltt, ist nicht erbracht. Ober das Bechtsinstitnt der klöater-
lichen Exemtion schreibt A. HQfner im Archiv f. kath. Kirchenrecht I90T.
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Inhalt des I. Bandes.
Ei^inzongea XIII
1. Zar Oeachjrlitc des Tt-mpIcTordens im 13. Jahr-
1. EinleilDDg .... .... 3
2. Die drei lelzlen Grofimcieler und die Siißere Geücbichtc
des Ordens 10
3. Die SonderetelluQg der Hragonesiachcn (und xpunisclienl
Templer 27
A. Die Templer und das Pnpsttum im letzten JAhrhundeit 41
d. Philipp der Soli5ne and die Ttmpler bis 1805 &4
6. Die iDDere und SnBere Entwickelimg deR Ordens and
aeine Beurteilang ia dur letzten Zeit .... 62
IE. Die PeraSnlithkeiten Philipps des Schönen und
Klemens' V 86
III. König, Papst und Templer bis znr Verhaftung der
froDzüsischen Ordena^lieder am 13. Oktober 1807 . 111
IV. Die Verhöre des Jolires 1307 144
V. Pupst und Kiinig nach der Gefangennahme bis zum
Abschlug der Verhandlungen in Poltiere .172
VI. Die. Templer und die biechöflicbe Inquisition in
Frankreich. Die pftpetliche Kommission daselbst . 2;)1
VII. KSnig Jajrme U. und die aragonosischen Templer
1307-1309. Die VerbOre in den andern Lilndern . 282
Vlii. Die ScbuJdfrage 326
IX. Die Templerfrage auf dem Vienner allgemeinen
Koniil 345
X. Klemens V. and die TemplergUter. Templerge-
Bchicke. Schluß 370
Beilagen.
I. Der Templermeiater und die Kreuzzugsfrage auf dein
Konzil Ton Lyon 1874 387
n. Der Kntwurf der Bulle .Letamur in te' vom 1, Juni 1307 SWS
III. Auszug aus den Templerverhuren in Cypem für das
Vieuuer Konzil (1811) WO
IV. Die Tbmplei and die Beichte :j95
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Papsttum und Untergang des
Templerordens.
L.,j,i,;^..„ Google
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I. Zur Creschichte des Templerordens im
13. Jahrhandert.
1. Einleitung.
Eigenartig ist die Blüte, welche die iirsprün^f liehe Kreun-
7.ugsbeg:*'islerung in der Orftndung des Templerordens getrieben
hat. Glieder der ersten, sclirnft' sich absrh liebenden Gesell-
schaflsklasse, Vertreter des Kitlerlums, das trotz des ja riberiill
im Mittelalter sich zeigenden religiösen Firnisses das rliHstliche
Ideal nur hielten venvirklichte, tun sich zusammen zu denn'i-
tigem Dienst und zum Sehnt/, der Jenisalenipilger, zu selbstloser
Verteidigung des ('hristenfnins und des neu erworbcni-n christ-
lictien Besitzes im h. l^ande. Mag uns auch diu pngste Ver-
bindung zwischen Religion und blutigem Kriegshandwerk be-
fremden, was übrigens schon im 12. Jahrhundert als aultüllig
empfunden wurde '), zwei unvei>;ängliclie Verdienste hat, wie
Sohnürer schon mit Recht hervoi^eliohen -), die ni'iie Schfip-
fung fiir die allgemeine Kulturentwickelung sich erworben: sie
hat das Vordringen des die alwndlAnd Ische Kultur bedrohenden
Islam im Orient wie in Spanien wirkungsvoll hekämpll; sie lint
das Ideal des ritterlichen Mannes, des hom» legalis, religiös
vertieft und damit einer großen und für .lahrlmnderle einfluti-
reichen Menschenklasse Schaffensgebiete geöffnet, deren spfffiis-
reiche Wirkung für die Menschheit jetzt noch fortdauert.
Mittelalterlicher Sitte gemäli bilden die „paupercs milites
(Jtiristi' eine Ordensgemeinschafl, zuei-st lockerer, dann mön-
chisch geschlos.sen. Genaue Zeitangaben über diese Wandlun-
gen, die ersten, besonders militärisi'hen Ueiatigungen der Mit-
glieder, die ursprüngliche lateinisclie Regel la.=son sich trotz
') Es geDlIgt liier auf die Belege bei Keoter, lieach. Aleiamlpra III
(1864) 111. 799 hiunweiaen.
'I <j, ^ichDflrer, Die ursprüngliche Templerregel (1903; S. 127.
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4 Zur (ie>«-liiulitc <lo» Tüm|>lGi'or<1tiii>< im 13. Jahrlitm<lerl.
einer Reihe neuester Arbeiten nicht machen'); vielleicht daü
hie oder da noch eine vereinzelte Urkunde neues l-ichl bringen
bann, vielleicht auch nicht. Sicher ist wohl, data der Tenipler-
orden Muster geworden als religiöse Genossenschaft Tür die
andern Ritterorden; selbst die zeithch vorangehenden Hospi-
taliter organisierten sich später nach <lem Mustei* dci' Templer,
Zum ersten Male entsteht also eine mönchische Genieinschatt
nicht nur mit einem ganz neuen, einem militfirischen Zwecke,
sondern, was vielleicht noch charakteristischer ist, seine Mit-
glieder vom Obersten bis zum Niedei-sten gehören dem Laieu'
Stande an: sie bleiben Brüder, schliefen zunächst Kleriker wohl
ganz aus und gliedern sie dann sich ganz locker als Gast-
kapläne, in unterordnender VVeisi>, an. Ein Menschenaiter nach
seinem Entstehen beginnt erst das wirkliche, auch dann noch
wenig einflußreiche Ordensklerikat.
Daß dieser Ritlerorden nicht den bisherigen Mönchsor-
ganisationen glich, ist begreiflich. Auch in ihnen opl'erte man
sich dem Himmel, aber der Kampf mit dem Islam forderte
anders geartete Wesen: kraftvolle Persönlichkeiten, die jeden
Augenblick dem Kriegeitode ins Auge sehen mußten. Das tritt
aucii in den begeisterten Lobs pro chen der Päpste und di'i'
zahlreichen Bewunderer des Ordens hervor; niemand fand
Worte wärmerer Anerkennung als der h. Bernhard in seiner
Schrill zum Lobe der neuen Ritterschaft-), Ja, er freut sich
über den Eintritt von Menschen, die in ihrem früheren Leben
dem Laster gefröhnt; er nennt »sceleratos et impios, raptores
') H. Prat^, der aonst w-ichligea Mnterial Ober die Verbreitung ilea
Unlcus gebracht hat, gleiter Enlwicklung S. 2 f. Qber diu «rste Zeit rnscb hin-
weg. Schnflrer lint in dem genannUn Werke unzweifelhaft nnchgKwi(*8<-D.
(laß die lateinische Fassung der l'emplerregel ursprOn glicher iat als die
französische. Ob die Xiideningen und ZiiaStze dea Patriarchen Stephan von
.Icrusalem sich so genau angehen lassen, wie Schnflrer es tut, scheint mir
hie und da zweifelhaft. Delaville le Koulx, Les Hospitaliprs en terre aainte
c-t ii Chypre (1100-1310), (1904) p. 46 drückt sich nur ganz allgeineiti
über die Entsteliungszeit dpi' Hospitnlitcrtcgel unter Kaymund dn Pny aiw.
-; Liber de lande nnvae niilitiae ad milites Templi in S. Bernardi
. . . opera omnia (Paris 169U) II. 543 IT. die Stelle p. 545. Es wSre m. E.
verkehrt, die Stelle des h. Bernerd bucbslüblich zu nehmen. Er stellt
weltlichen und geistlichen Kitterstand gegennber. Nach der mönchischen
Auffassung sind alle Werke des weltlichen Hittcrs mehr oder minder sQndhaft.
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iOinluitung. h
L't sacrilegos et liomicidas, penui-os, adulteros*, über deren
We^an^' sich die Heimat, Ober deren HüKe bieh der Orient
^'üfreut! Damit brachte nmn eine Stelle der französischen
Hegel in Verbindung, die von Anwerbung exkommunizierter
Ritter im Abendlande spricht: also nicht blo^ das Lasier, son-
dern auch die Feinde der Kirche, oder wenigstens die mit ihr
Zeiiallenen, sollten mithin eine der Grundlagen des neuen
Onlens gebildet haben '). Eine Folgerung lag dann nahe:
Solclte demente waren dem Unglaubüii und der Hüresie leicht
:cu^Anglic)i. Natürlich ist eüie derartige Auß'assung iriig ').
Templer und Hospitaüter dehnten sich mit gleich über-
HiUiuliender Schnelligkeit aus; für erstere hat das Prutz, ITir
Iftztere Delaville auslührlich dai^etan ■''). Als beide Orden ihre
Uiufbalin noch kanm b^onnen, winkte ihnen und dem tirabes-
orden schon das reichste Eibe. König Alfons von Navarra
und Aragonten hatte ihneu 1 1 3 1 von seinem Reich je ein Drittel
Tennacht '). Geistliche Bitterstaaten auf der pyrenJiischen Halb-
insel schon im 12. Jahrhundert! Wohl entging den Orden das
Haupterbe, aber groß war doch noch das Geschenk, das der
(lospilalitermeisier bei persönlicher Anwesenheit 1140-'), wahr-
scheinlicli für alle drei Orden, erhielt. Damals fiel Monzon
') über dif«rs Scbntlrer S. 32 E
'i Protz bat in seinem Artikel: Die Autonomie ilea 'IVmplerordeiis
in den S^itsnngsberichteo iler . . . hislur, KIrsbp der Kgl. Bayer. Akailomie
d» WJHsenwIiirten <]905' 8. 2f) ScImDrer gvgeDQbpr nuf pjne von ihm in
RntKicklaD^ und L'ntergung des Tempel hurrenordena 8. 2S1 gebrachte Urk.
AleiRuders 111. biugewiesen, woDairh arRguiiMische Templer bekehrt« (von
F.ikoiDmunikntion ist direkt nichts geaagt) Aragoiieseii iiew.. wenn sie n. a.
nieit iiitieiii andern Orden verpflichtet siod, aufnebnien dürfen, wenn sie
licli melden. Was ?rutz speziell für die Templer damit belegen will, ist
in der Urk. nicht enthalten.
-*) In seinem Bnohe La comnianderie de Fayus et aes dep«Ddaiices . . .
I1S05) p. I sagt A. P^tel, dsS wir nichts vod deo Komtnreien der Templer
van ll]8~lt4!t im franzönarben l^prftcbgebiet vDßten, Das ist nach An'
»cbt des ReKenBenten Rev. hiat. 92, 185 falsch. Er weist auf die Templer
in Ypen (1182). in Montde Soissons (1188). in Puisienx-sotie-Laoo und
Ams (1140) hin.
*) äiritti, Anales de la corons de Aragon (Ausg. von 161Ü} I. h2(. 50
«agt mit Recht : Ordeno de ans regnoB y estadoe bieii estraflameuta. Vgl, nuch
fnlz. Die exemte Stellung des HoBpitalit«r-Orden9 in Münchener l^itzungs-
Iwicble (1904} S. 107 f. ', Delaville le Roulx, U» Hospitaliere p. 48.
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r> Zur (4p..<'liirhl.o ile» Tfmpk'MrilpiiH im i:(. .Inlirli lindert.
mit ^i'waltigeti) Oüterbesitz den Tciitplerii 7.ü; der Grund war
[jrelegt für die spanische Tcmplerlierrseliart,
Bt<in«be gleiclizeitii; erscheinen dii? Teniplor in Kasüliun,
l'ortiisral , Frankreich, Provence. Flandern; es l'olgün Italien,
KnglamI und Dentscitjand. Schon umspannen Templer wie
Hospitaliter im ersten Mensclieiialier ihre? Besteliens last die
ganze ubeTid ländische Well mit ihrem Besitz: Templeihäusei-
und -Burgen in den Städten und auT dem Lande; uiiiraiigreicher
(inindbesitz, Wald und Weinberge; sie alle sollen zum (Unter-
halte der Templei-scharen dienen, die sich im Monfenlande den
neuen AnstQrmen des Islam entgegenstenimen.
Kin Ünadenbeweis der Papste folgt dem andern: die
papstlichen Privil^ien zählen nach Hunderten '), Schutzbriefe
für ihren weltlichen Besitz wechseln mit sonstigen finanziellen
Vei-günstigungen und Befreiungen von kirchliehen Abgaben; wenn
sie auch alle andi.Tn Orden xu leisten liatton, Templer und
Hospitaliter blieben fast stets verschont, so vor allein wenn es
sich um Kreuzzugszehnten liandelte. Viele Privilegien bedeuteten
ebenso viele Kingriffe in alte Hechte der BischOle und des
f'farrklerus, die nur mit Enlriistung erduldet wurden. Eine
allgemeine Exemtion aus dem hei^ebraciiten kirchlichen Ver-
bände haben die Hospitaliter vor den Templern erlangt. Mög-
licherweise haben letztere vor dem Tode ihres groljen (Jönners,
des h. Bernhard von (Jlairvanx, so etwas nicht zu erbitten ge-
wagt-). Alexander Hl. gab ll(;:t lÜe grobe Exenitionsbulle:
Omne ilatum optimuni *).
Namentlieh Prulz hat die , magna ehurta' des Templer-
ordeiKs in den .Mittel|)mikt seiner Entwickeiung gerückt. Die
UntersteHnng dos (hilens und seines Besitzes unter den päpst-
tich"ri Schutz, die Anerkennung des Ordensliauses zu .lerusalem
als des .Mutterhauses, wodurch die Gefahr der Zersplitterung
beseitigt worden, die freie GroüineisLerwahl seitens der Oi-deus-
glieder, die rjur auf einen dem Orden angchörigen Ritter fallen
dürfe, die Anerkennung der vom Meister und Konvent getroffe-
' I Kinp ilnr reicIisU'ii Siiniiiilungi'n licsit^t 'loH Krunnrchiv in hHice-
Iniin; Hrutz hat hieraus viel ocliert.
■■ SchoBrer S. 127.
^1 .Iam--Uweiif..|cl K^. l'out. Nr. 10SH7.
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Kinli^itniiß. 7
nen Btstiiiimungen als vollgOlU^en OrduiissaUuiigeii, das Verbot
lies Übertrittes in andere Onieii, vor aiiem aber die Einsetzung
(its Ürdensklerikates : das sind die wicbtigsteii Bestimmungen
des Privilegs. Nichl bloß PruU, auch Scbnürer, sonst viel
Tcrsichtiger und zurOck haltender, überscbfitzt die Bedeutung
dieses an sich ja reichen Geschenkes. Beide bringen es mit
der Templerkataslroplie in Bozieluing. Nach Prutz entzog sich
iler Orden jetzt der Kinwirkung der Kirche und konstituierte
sicli allinShlich tnit Hülfe des Ordenskleiikates als eine besondere
Kirche. Und Scbnürer meint geradezu: .Durch die Exemtion
und die damit zusamnieii hängende isolierte Stellung brachte es
der Orden, der unterdessen ein ganz auüeroi-dentliches Maß
\m Macht und Vermin- erworben hatte, dahin, dalj zu der
Zat, als ein schwacher Papst ihn der Gewalttätigkeit Philipps
lies Schönen prei^ab, niemand sieh liir ihn erhob, nur Neider
und Widersacher ihn umgaben."
Solelie Folgerungen wären gestattet, wenn es sich liier
um etwas ganz Aubei^ewöhnliches handeln würde. Das ist
über nicht der Fall. Neuerdings hat Prutz selbst t)etont, daü
die Hospitaliter durch eine lange Reihe Privilegien fast aller
Hnanüiellen Verpflichtungen so gut wie entledigt, duU sie nicht
bjob vor der Disziplinargewalt der Bischöfe, sondern überhaupt
vor deren richterlichen Befugnissen gesichert waren, ja dati sie
andere päpstliche Gunsterweisc dem Kinilnsse der Kirche über-
liaupt in wesentlichen StOeken entzogen - alles wie bei den
Templern und schon früher durch die Bulle Anastasius' IV. ').
Cberschaueii wir weiter die Privilegierung der kiüsteriichen
Or^nisationen im lä. und lit. Jahrhunderle, so werden wir,
mit Änderungen allenlings, last übeiall auf die^iolben charak-
teristischen Erscheinungen, der Exemtion von den Ordinarien
'I Vgl. H. Prutz. Die exemte t^tellung <lea HospiUJiter-Ui'deiis a. a. 0.
S. 165 f. Wae Pnitz. F.ntwickelang 6. 35 als dos Aiis9vhlasgeb«nde der
ftüle Alexandere III. ffir die Templer betonte: „Die Frririitung eiues eigenen
Oi^temklerikates' findet sicli »clion 9 .Inhr? vorher würtlicli in der Bnlli:
Anutadus' IV. fQi* die Huspitaliter! Man vgl die Stelle: .L't autein ad
ptenitodineTn saintia ~ liccntiam habeatis* bei Wilcke, Gettchichte dsH
Ordtm der Tempelherren 1, 444 and Delaville le Koalx, Cnrtiitaire gnini^ral
in HospitalierB 1 Nr. 226 p. 174 Aucb eine Reihe anderer vvlchti|i:er
l'unkle atimnion in beiden RnlleD, wenn aud] nicht wiirlliHi,
izecy Google
» Zur rSca<:tii(:lito tli» Tfiiipk-ruriluns im 13. .InlirhuDilcrt
USW., stoßen. So iielimeii die Templer in der großen Exeni-
tionsbeweguiig keine allzu liervorragende Stelle ein. Gewiß um-
gaben den Ternpieroidcn bei seiner Unterdrückung Neider und
Widersac'.ei; aber war es denn bei ii^end einem andern Orden
anders? Etwa bei den Betlelorden, die des Geldes doch nicht
so benötiglen wie die TenipierV Der häßliche Kampf zwischen
Ordens- und Wellklerus, der sich in der zweiten Hälfte des
I:!. Jahrhunderts, in ausgeprägtester Form auf frunzösisi.-heui
Boden, aber auch sonst in der abendländischen Welt at>spielt,
macht vor kaum einer der zahlreichen mönchischen Oi^ani-
sationen Halt, wenn aucli die alten reichen Orden mehr in den
Hintergrund treten. .Neider und Widersaclier' gab es über-
all. Die Äul^erung des Aegidius Colonna auf dem Konzil von
Vienne, daU die Templer in gewissem Sinne der Exemtion zum
Opfer gefallen seien, hat doch nur in dem Sinne Berechtigung,
dati, wenn einen andern exemten Orden das Teniplergeschick
getroffen hätte, er ebenso isoliert dagestanden hätte.
Das Ordensklerikat ist ja von großer Bedeutung; von
ausschlaggebender aber doch erst, als der Orden selbst, iiiclit
ein päpstliches Privileg, seinen Mitgliedern gebot, nur bei den
Ürdensklerikern zu beichten. Und selbst diese Sondereiitwicke-
lung iiält Prutz bei den Hospitalitern nicht für ausgeschlossen.
So beginnt denn auch der erst^ Ansturm der Prälaten
schon in den Tagen Alexanders III., dessen Liebe ja in erster
Linie Templern und Hospitalitern galt; nicht gegen einen,
sondern gegen alle Ritterorden gemeinsam. Gewisse Miti-
bräuche hat das Laterankonzil von 1179 beseitigt, die Haupt-
Privilegien der Orden blieben unangetastet; man hat das da-
mals schon dem Hospitalilergelde zugeschrieben. Jedenfalls
waren die Bischüle nur teilweise befriedigt; sie griffen beide
Oi-den au, und die Folge waren dann neue päpstliche Privi-
legien.
Seit Ende des 1^. Jahrhunderts bewegte sich die Ent-
wickelung des Templerordens mehr als hundert Jahre in den
gewohnten Bahnen: Kämpfe im h. Lande, Ausdehnung ihres
(lütcrbesitzes im Abendlande, hie und da noch neue kirchliche
Unadenbewcise zu den zahlreichen altern. Gibt es imn keine
Brücke, die von diesem Zeiträume hinüberführt zu der er-
izecy Google
KinUitUDg. 9
schulternden Kalastroplie des Jahres \'407, du der Orden in
seiner (iesamtlieit der Verleugnung; des Christen Itinis und der
iiieririt-sten Laster und gemeinsten Roheiten beschuldigt wild?
tiibt es Wahr- und Wamungs/eichcn in ihrer Geschichte, die
den Foi-ächer militrauisch zu machen berechtigt sir 1? Um
diese Fr^en zu beantworten, muli man wohl Erscheinungen
beiseite lassen, die dem Mönchtuni oder wenigstens den Ritter-
urden in ihrer Alliiemeinheit anhaften. So- kann unmöglich
die geschilderte Abneigung des höhern Klerus hierbei eine
Küllü spielen; denn sie lüiltet auch andern Genioinschaflen an.
Verkehrt wjtre es auch ans Anzeichen, welche das Nachlassen
lies ursprünglichen OrdensenUiusiasinus und das Schwinden in
der Verfolgung des Urdensideals bekunden, ailKuviel zu schheüen:
ifei keinem Orden hat der unfanglicho Klan fortgedauert; s-elbst
l)ei den Franziskanern und Dominikanern klagt man schon
bald aber das Schwinden des Uidensgeisles, um wieviel mehr
bei Männern, die trotz des ürdensgewandes das Kriegshand-
werk betreiben, das ja der Ausübung mancher klösterlicher
Tiiirenden widerstrebte.
In neuerer Zeit hat Prul/ unter Heranzielumg von neuem
■Material die gestellten Fragen zu beantworten gesucht; be-
kanntlich in bejahendem Sinne. Fr Mndct Spuren, die htn-
überleiten zu jenen grauenhaften Beschuldigungen eben seit
dem Ende der genannten Periode. Ihm überall hin zu folgen,
ist seit der Arbeit von Lea '), vor allem seit den Rezensionen
von Karl Wenck *) u. a. nicht notwendig. Auf einem Ge-
biete, den) der Bedeutung des französischen Templerbesitzes
itir die Katastrophe, veimag ich die Forschung nicht weiter
m fuliren; der Öfter geäußerte Wunsch nach einer Feststel-
lung des französischen wie des gesamten templerischen Güter-
besitzes ist nur in Verbindung mit einer Sammlung der Tenip-
lerurkunden zu erliQllen, einer gewaUigen, Jahre erfordernden
Arbeit, die neuerdings ein französischer Forscher unternommen
hat. So interessant übrigens die Lösung dieser Frage für
Nebensachen sein mag, für die Haupts«che darf man ihr keine
■) Ln, A bistory of Iho (nquieilion I18S4I [II, 2Ke-.<{34. A.uc)i
i'RicliD. i^cbald oder Inuhuld des Templerordens i ISüSl, Int hier r.a nennen.
'} In den OüU. <ie\. Auzeigen 18»», 1890, 1896.
izecDy Google
lÜ Zur Ueschiolitu <les Teuiplerordoiis im 13 Jahrhuudert.
inaldt^ebeiKle Bedeutung /.uschreiben. Ich glaube, daiä ich der
Irüher gesteilteii Forderung: ,ein getreues Bild des temple-
rischen Seins am Vorabend des Prozesses zu erbringen', in
der Hauptsache genQge, wenn ich ein nur in den wesentlich-
sten Punkten vollständiges Bild der äutiern beschichte des
Ordens im letzten Menschenalter seines Bestehens, der Sonder-
entwickelung in Aragonien, der Stellung des Ordens zum
Papsttunie und 7.a Philipp dem Schönen bh 1305 gebe und zu-
gleich die einschneidendsten Wiindlutjgcn in» Ordensleben aul-
zudecken und das Urteil der Zeitgenossen festzustellen suche.
2. Die drei letzten Grossmeister und die äussere
Geschichte des Ordens.
In den Templetprozesscn wird der drei letzten Groß-
meister als mittelbarer und unmittelbarer Urheber und För-
derer der Ordensverderbnis öfter gedacht: \Vilhelni de Beaujeu
fibte Verrat am h. Lande und war ein Vertrauter des Stiltiiiis;
nach ihm, also unter Thibaut Gaudin, begannen angeblich die
Gemeinheiten im Oixlen; Jakob de Molay gestand selbst und
widerrief in der Gefangenschall. Kann man aus dem Charakter
der drei Männer, aus ihrer Ordenspolitik, Verdachtsmomente
herleiten?
Wilhelm de Beaujeus ') Amtsantritt im Jahre 1^73 be-
deutet zugleich den ßegiun der letzten Etappe in dem hundert-
jährigen Todesringen um Palästina, h) den se<.hziger Jahren
hatte der gewaltige Kmporttömmling Sultan Bibars die Teinp-
lerburg Safed erstürmt: dabei hatten zum letzten Male die
Templer Wunder der Tapferkeit vorrichtet und mehr als
anderthalb Hundert Templer hatten in der Gefaiigenschafl den
Martcriod erlitten, da sie ihrem Glauben nicht abtrünnig werden
wollten; nur ein einzigcj- \^ar abgefallen. Dann folgte Iä6t>
'] ROliricht Imt in He\aen Kegestn rejjiii HicrosolymiüMii ilB9Sj
Ni'. 140^ und 14U4 dos ^Viobtige ttber diesen UrofimeiBtur zusdmmftnge-
tragen. .Man vgl, dazu seitiu Gescblrhte des Königreichs Jerusalem (1898)
Regiiit«r, Aach Chevalier. Kep. di's uiiui'ceH liist. unter Beaujeu in der
nensD Auflage. Ich beabaichte keine UeschiRbte der drei Meister tm geben.
Mindern nur dun Clini'akt^riHtiscbe aus ihi'en Talen hevansziiliebcn.
iLCD, Google
Diu Jrei letzten Grofitiipint^r u. die üubore Oejwhiebte rtc» Ordeii« 1 1
dk Eintiahme Jaffas und Antiochieiis, die freiwilH^'L' RäutiiunK
der Templerfestuiig ßaghra» oder Gaston ')' die Bitte der beiden
"rtlen um Frieden, l'nd im April 1272 hatte der FiirchtbarL'
einen Frieden auf 10 Jahre den Christen bewiltigi und ihnen
die Ebene von Accon und die auf der Pilgerst nilie nach Nazu-
reth liegenden Orte gesichert. Seitdem beunruijigte er die
rjtristen bis zu seinem Tode 1277 wenig; und auch sein Nach-
folger Kelavun gewährte, trotz mancher Bedrohungen, ihnen
eine lasl zelinjahrige ^Vaf^enl-uhe. Audi die Astrologen be-
zeichneten den Abschnitt als bedeutsam: 1:^73 sollte Btbars
aterbeii, dann ein neuer Sultan ein Jahr regieren und hierauf
das CJiristentum den Islam völlig besiegen.
') Über die freiwilltjje KüumutiK dieeer wichtigen FkhIb bui Antio-
rbien ist Deuerdioga dureli dl« VerflITentlirhung der Varinnteii di^r Tcmplpr-
liindücbrift tod Bareeloos wjclitiicea Mgtt^rJHt bekiuint geworden, (Ihb zudem
t'in buchst eigeDtnmlirh^H Iiichl anf di«> l'Taünlichkeit ()cs Meistan TliomaB
Herardi (geBtnrben 1278) und auF diu UtUndo des NirdergHiigcii im Ordt-ii
wirft. Als der Komtur von (.iuataii von den Alisichten des Sultans UjliHre
auf Antiocfaien hüric. bat i-r Jen lirußmeister utu Mannechnft uad Material,
i» Bie «A altem Not litten. Ifer Meister antwortete: Wenn der bultiiu nacli
Ai^iotfaien zieh«, werde er fDr Leute ut>w. Burgen ; er wiHtie aucli, dafi iler
Sultan nach Antiocliien geschiciit habe, .er werde dort aber Diemaiid etwa»
£tilrid« ton*. Dann aber kam der Kullnn und nahm Antiiichien in zwei
Tagen. Wiw tun in Castun? Ein Bruder entwendete die Schlüssel und
brachte sie den) Sultan, t'licr die frage der RutfextiKunK der HurK wird
beraten: die ÜrOder wollen mit dem Komtur bis iu den Tod kämiifen, die
!^e^vieDten widleo abzieheu. So wird beschloHsen, olieit zu einer siclieru
bcnactibarteD ttnrg zn HeliRlTen und (iastnii zu zerxtören. Da» wird ausge-
FGhrt. inzwischen lialle diia Ordenskapitel nueb hemteii und lieM'bluiuien.
den UrQdern den Rat zur Käuniung zu gehen, aber erst na<'htrilgUuh. Sii
kommen die BrOder vors Ordensgericht Ein 1'eil der ttrlldur stimmt fDr
Ausstoßung, weil es in den Urdenastatuteii heißt: Wer eine (.iren^feate ohne
Erlaubnis des Meisters und Konventes eatfestigt, kann ausgestoßen werden.
£in anderer Teil snf^t nein und dankt Uott. daß er den BrOdern soviel
Verstand gegeben. Ucschlufi: Weil etwns Neues vorliegt und um (lUttes
und dar Bormharzigkeit willen, beschließen wir. daß sie nicht ausgestoßen
weiden; weil sie aber nicbt alles unhrancbbar gemacht, werden sie mit
1 J*hr und I Tag Haft bestraft. — Statt di<' strafwürdige Lässigkeit des
Ueisterr4 und die Kriegsunlust des Ordens zn rtlgen, wird hier in spitzfiu-
di^r Kasuistik oft entschieden. Vgl K. KOmer, Die Varianten der Tiar-
i:>'l»ner TfiiiplerhAndErbritt. i'rouriimui .Neuiikircbeu il'-OtH S 22n.
izecy Google
1^ Zur Getichiclite dos Totnplerorilenit im 1^. Jnlirhuiidert.
Eine neue Epoche kündigte die Papstwahl 7.u Ende 1:271
an: der (jewAhltc belitidet sich im Gefolge des englischen
Kronprinzen Eduard in Accon, der erste Papst, der das h.
IjänA mit eigenen Augen gesehen und die vorzweifelte Lage
desselben xu würdigen verstand, (jregor X. ordnet alsbald
ein allgonjeines Konzil an, auf dem in erster Linie die Kreuz-
itugslrage erörtert werden soll. \\'ie wenig Kreuzzugsbe{?eiste-
rung ') trotz seiner flammenden Enzykliken im Abondlaudc
noch vorhanden war, bekundet, ohne es z« wollen, das Reforin-
programm, ,Üpus tripartituni " genannt, das der greise ehe-
malige Dominikanergeneral HumberL de Romaus för das Konzil
ausgearbeitet hatte '). Im ersten Teile behandelt er das Ver-
hältnis zu den Saracenen und eröi-tert dabei die Einwürfe der
Kreuzzugsgegner: Die ungünstigen Verhältnisse der Abendliln-
der, die an Zahl gering, auf fremdem, ungesundem Terrain,
ortsunkundig mit einem viel zahlreicheren, verschlagenen Feinde
es zu tun haben, mußten zu steten Niederlagen führen; Gott
selbst verwirft anscheinend ein kri^erisches Unternehmen, das
ja nur den Tod, nicht die Bekehrung der Saracenen bezweckt;
viele verwünschen sogar das h. Werk, seitdem sie ihre Lieben
im h. Lande verloren haben. Sind doch selbst viele Kleriker
dem Kreuzzuge durchaus abgeneigt wegen der Zehnt- oder
anderer geringfüg^er Steuern I Was wollen solcher, wie er
selbst zugibt, weitverbreiteten Stimmung gegenüber die schwäch-
lichen theologischen Uegengründe des Autors? Was die be-
rechtigten bittern Vorwürfe gegen den Klerus, der von den
'] Darauf weisen auch die VorkebmD|;eD, die Oberai adelnden t^ndi-
datün des Ürdenastandea betr. Vgl. KDnier, Die Variant«!! 8. 13f Nr. XXXI.
') Stücke des .Opas tripartitum* sind Sfter gednickt besonders Hansi,
liunciliorum CoUectin XXV p. II)!) ff Das gnnzR Werk. d. h. beaondera der
oben beHprocbene erste Teil acheint, ab^eeelieii von einer Notiz von Karl
Wenck in der Kistor. Zt«ulir. und Heber, liutRchten u. Reformvorscfalige Ar
das Vienuer Kenerabonzil (läSlii S 46 unliekannt zu sein. Es tiudet sich
im Appendix ad Fnsciculum rtrum (.'xpeten darum et fugiendarnm ab OrÜiaino
Ciratto editum . . . opera et studio Edwardi Brown (Londini 1690] p. 185 as.
Verfasser war selbst in jungen Jahren im h, Lande. Im Kapitel 7 des
ersten Teiles aagt er: Vidi ego propriis oculis sanctam r^apellam, in qua ae
'•ceperunt Saraceni, qui ibaut [cum] domino Frederico. Rt dicebatur pro
certo, qnod ibi iacebant de norte cum mulierihiis ante crncifixum et nefan.
disaima comnirtt«bent.
izecDy Google
Die drei teilten Grofim^iskr u. die Auüerr llrsehirlite Ava OrJons. \i
Bauern gern die Zehnten entgegennimmt, die sie im Schweitie
ihres Angesichts erworben, der selbst aber nicht das geringste
Vergnügen des Kreuzzugs halber entbehren will^)?
Auch im Oriente fehlten leligiAser Schwung und Begei-
sterung dem Verletdigungswerke : ja manchem schwand mit
dem Glauben an die christliche Zukunll des h. Landes auch
der christliche Glaube. Man lese nur das Gedicht votler Ver-
zweiflung, das ein Templer nach dem Falle der Johanniterburg
Atmt lS(i5 verfaßte-)! In auflSlli^ ilbereinstimmender Weise
bekundet eine bisher unbeachtet gebliebene Episode aus den
Anflügen des Konzils von Lyon eine älinliclie begeisterungs-
lahme Stimmung des neuen Templei^roßmeisters. Wilhelm de
Beaujeu war wohl von Apulien nach Lyon gekommen; neben
ihm erschienen noch Vertreter der Templer und Johanniter
aus Accon. Der alte aragonesische Kri^held Ki^nig -layme L
war auf Bitten des Papstes selbst erschienen und gab in einer
Versammhing der Kardinäle und der nitteroi-den dem Papste
den Rat, sofort den beiden GrotimeiBtern, dem König von
(Zypern und der Stadt Accod mitzuteilen, data im August mög-
lichst geheim MK) Ritter und 2000 Mann Futtruppen in Palä-
stina landen würden, um die nötigen Festungsneubauten aus-
zuführen und daU in zwei Jahren der Kreuzzug stattfinde; er
') Mit Kapitel 11 beginnen die responsionea adprimum isecnadam . . .)
Kvou» obloquentinm. Die wicbtig« Stelle Obei' den Klerus (Kap. 18) lautet:
In meltiB clericia oppiiret, qai propter decimivt vel alia etiam minore siib-
sÜik. quae oportet eoa interdum ponero iu fauinamodi negotio, ndao tiirbantnr
interdnn, quod magis vellent, quod totum segotiiim rcmaneret, quam quod
»i ista compellerentur . . . Ipsi volunt accipere decinias ab agricolia, qui
i'um liborc niaximo et sudore eiteoinnt terrae, et ipai de his, quae hahent
i donino abaque omni andore et labere, nolunl ei in sao neKoUo fidei
decLDiig dare.
') Vgl. Paul Meyer, Kecoeil d'anciens textea p. 95; Rehricht, Geach.
das KAaigreiofaB JeraBalem ^. 928; Lea, IU, 245 achreibt merkwürdiger weise
das Gedicht der Zeit nach dein Falle von Accon zu. Vor diesem Fehler
liittea ihn nctaon die Zeilen bewahren müssen:
Lo papa fa de perdon gran largueza
Contr' Alamans ab Arles e Frances.
liegen die Deutschen haben die P&pste in diesem Jahrhundert die letzte
grofie Aktion in den Tagen der letzten Staufer gehabt. Darnnf weist onch
Ji« VerbiodoDg von Arlea iProvence, Karl von Anjon] mit Frankreich liin.
izecy Google
14 Ütir C;eso)iinhtc •!<>» romplirorilfhe >ni lä. .Iiilirtiund^rt. ■
selbst wolle 1000 Ritter stellen um! mit Gregor X. die Fahrt
machen. Auf diese praktischen Vorschläjte wollte weder iler
Templermeister noch der Johanniterv ort reter antworten; iimt
als Wilhelm de Beaujeu f!:f>'-wun}jen das Wort erp'iff, da fand
er, wie der Chronist scharf bemerkt, kein Wort des Dankes
und machte nach allerlei Hin- und Herreden den Vorschlag,
man möge 250 bis 300 Kitler senden, worauf Jayme entrüstet
fragte: Wenn aber nun der Papst 500 senden will, was geht
das Euch an, Meister-' Als die Schiffsfrafre erörtert wurde,
meinte der Templormeister, nur 1 7 P'ahi-zeuge vermöge der
Sultan zu stellen, woniul' GroKor X. 20 christliche Fahrzeuge
für nötig hielt und Jayme I. den Vorschlag machte, 10 Schiffe
in Äragonien durch die Kirche ausrüsten /.n lassen; dann
fOrchtelen seine Seeleute die Saraconen nicht, mochten sie nun
17- oder ^0 fahrneuge besitzen')-
Man begreift den ganzen Bericlit nnr, wenn darin der
anfeuernde Eifer des Königs gegenüber der allgemeinen Hauen
Ki-euzzugsstimmung, vor allem des Teniplerineislei-s , glänzen
soll. Hatte doch -layme 1. schon in einer vornngehencien
Sitzung zur Erheiterung des Papstes und der Kaifünäle erklärt,
dafj er die Faulen anstacheln wolle.
Das Kreuzzu^sprojekl tritt auf dem Konzil ganz in den
llintfi^rund: das einzige Ergebnis war neben dem. dal* Rudolf
von Habsburg und andere das Kreuz rtahnien, die Bestimmung
über die Einhebung des Kreu/zug-s/ohnlen, dessen langsame
Organisation eine Fahit in den nächsten Jahren schon ganz
unmöglich machte. Auch das Projekt der so notwendigen
Reform der geistlichen Ritterorden scheint in {len Stadien Mer
Vorbe-sprechung geblieben zu sein: wir erfahren deshalb auch
niirhts ütH>r die Anschauung des neuen Templerineislers. Wenn
das Projekt wirklich erörtert worden ist, worauf nur spätere
Angaben hinweisen-), so ist es ohne Vorbereitung geschehen.
'1 Vgl. unti^n (iif Beilage I,
-} Die vTstc stHiunit von Nikulnus IV, in seinem Srhreiben vom
Iß. Auguiit 12äl nn ilrn Erzbiscliof von Hpulato, der ein l'rovinEinlkonzll
Qber die Vereinigung der beiden Ordi>n halten soll: Haper quorum uniune
tiHctenns ctiitiii (empöre Lugduneusis concilii sperifttis mentio et colldtio
fnc'ttt hjit. In welcher Form ist hier nitht nngegchen. Vgl. Delnville 1»
R..«lx, L-iirtnlrtirc III Nr. 4lfi
izecy Google
Die drei letzten lirofinieist^r u. di^ lulier« Gesrliiclile des Ordens. tS
Hitte sich doch irgend eine Spur in t)en Reforniprotcmiiinien,
i. B, Hiimberts, gezeigt, und sicherlich wäre es in einem von Priit?:
zuerst TeWVfTentlichten, aus dem Hospitaliterorden stammenden
Gutachten berührt worden, das über eine ilen exemten Orden
^iteos der Bischöfe drohende Oel'ahr sich äußert und Templer
imd Hospitaliter zu gemeinsamem Vorgehen beim Papste und
den ihnen freundlichen Kardinalen anspornt. Die lieredte
Sprache des Verfassers bekimdet, was den Orden vor allem
ging: ErhaiUuig ihrer exemten Stellung,- Freiheil von jeglicher
bisehöflichen Jurisdiktion, nur der Papst ist ihr Bischof).
Wilhelm de Beaujeu hat nach seiner Ankunft im Orient
die Templer his /u den Trauertagen von Tripolis und Accon
beinahe anderthalb Jahr^tehnte vom Kampfe mit dem Sultan
ferngehalten: eine immerhin t>emerkens werte Krscheinung! Aller-
dii^ fallt ja in die Mitte dieses Zeitraumes die Mongolengefalir
fTir den Sultan Kelavon und sein Pyrrhussieg über dieselben
bei fiims 12SI, und die Hospitaliter haben bis zur Belagerung
von Mereat (12«5) ebenfalls Ruhe; aber der Templenneister
ist unzweifelhaft die Seele einer ni<)gliL'h.st nachgiebigen, fried-
fertigen Politik gegenülier dem Sultan. Auf seinen Rat gibt
König Hugo III. von Cypern trotz der ihm widerfahrenen
schmählichen Behandlung dem Sultan nach, Ängstlich sucht er
den Unwillen des Sultans zu besänftigen, er ist der Urheber
dermerk würdigen Friedensschlüsse des Jahres I2SI auf lOJahre,
denen zufolge die Christen verptlichtet sind, falls von seilen
ihrer Glauhensbrüder im Abendlande ein Angriff gegen den
Sultan geplant wird, diesem zwei Monate vorher davon Kennt-
'I Pnitz S. Bi3. Das iitOclc ist unzweifelliaft vor dem Konzil von
1274 entstanden; Hnrauf wnist hin, daß iIhs h. Land ,quH»i est in ainiaBionin
ianui», nisi Deus et dominns papA et ip»i upponent fentLniiin conBilinni in
W present« conciliu. Ein anderes all i{etii eine» Konzil kann nicht in Be-
tracht kommen. Es wird eine constitutin ,Volent«B' erwähnt (nicht, „volentes
contn no«'), die von einem Innocenz herrührt. Die Konstitution nei contra
ina . . . nee servata hit h«ct«nDB pro iure. lO» ist die Konstitution Inno-
ctnz' IT. „Volenteu', die Bunifaz Vlli. in seinen Liber BextDH anfgenonunen
hat (Li. V tit. Vll c. 1). Der ScbluG ist von Protz in iä verstanden. Daa
l^inktam muß vor ,veHtre* stelle». Vestre diseretionis acumen necdnm
pro nobis set pro re publica ex hiis, que scripaimoB. cum simns certi, quod
pMtitis facere, colligat ampliera. Der Verfaaser ist nohl auf Seiten der
Hotpjtaliter zu snctien. Delaville le Rouix bat dae r^tück nicht beacbt«t.
izecy Google
16 Zur fleschielTte He» Tcmplerordons im i3. Jahrliuii<)ert.
iiis ZU geben; er steht in l'reutidschaflliclieiit Verkelire mit deiu
Sultan und seinen Hniiren ')■ ßali seine dem lieistc des Ordens
anscheinend entge^narbeilende Friedenspolilik im Kreise der
jünRern Ordensbrüder abiiiDig kritisiert wurde, wissen wir aus
dem Munde Jakobs de Mola,v -).
Aber im Innern zeigt sicli das alte scbwüchliche Bild der
Zerrissenheit; die Kampflust der Templer wird auf die christ-
lichen Genossen gehetzt. Der Gegensatz zu den Hospitalitern
war uralt: Schon Alexander 111. hatte hundert Jahre vorher
durch Einsetzunp eines Sehiedsgenciiles aus Onlensgliedern den
blutigen Kampf zu beenden gesucht ■'). Der Ausschuü ist im
13. Jahrhundert verschwunden. 123") wirft Gregor IX. den
beiden Orden vor, data sie, die Verleidiger des h. Landes, die
Vernichtung desselben anstrebten und blutige Kriege um Nieh-
tigkeiten miteinander führten '); i^ii belagerten die Templer
die Hospital iter im Ordenshause zu Aceon und gestatteten
ihnen nicht einmal die Hestattmig ihrer Toten: dagegen rieben
1259 die Johanniter die Templer tu Aceon fast bis auf den
letzten Mann auf, so daß die Templer ihre Ordensbrüder im
Abendlande um schlennige Hülfe bitten mußten. Aueh unter
ßeaujeu kam es noch einmal zwischen Hospitaliter-Sehützlingen
und Templem zum Kampfe, bei dem letztere mehrere Tote
aufzuweisen hatten. Noch hi^Ulieher sind beinalie die langen
K.lmpfe, die die Templer für ihren Schützling Guido von
Dschubail. nachdem er selbst Templer geworden. Jahre lang
gegen Bof-mund VII. von Antiochien mit wilder Wut führten'').
Ein ganzes Jahrzehnt steht die Templerpolitik in schrofT-
stem Gegensatz zu den Bestrebungen der cyprischen Herrscher.
Hugos 111. und .seiner S^hne Johann und Heinrich, auf dem
Festlando Fuß zu l'a.ssen. Wer von den Brüskierungen der
■} UMtet des Chiprois p. 289. V^]. RTihrirht, «ii'arhiclitc d.-a König-
reich)) Jitrusalein S. 970 inid 9S->
') Hiclielet, Proci« des 'J'empliers 1, 4.5,
') Delaville le Koulx, l.es HaspitAÜe» p. 87.
'j Delaville le Rouix. Cartiilsire H Nr. 2120. Mao vgl. djn linrtpti
Worte des Matthäus Pnrix in seiner Chronica maiur H. I.uard) IV, 2S1 :
Tum Templarionim quam Hospitation] m infttmiam.
■'■I Es genügt auf das Tatnachlidic bei RGliricIit ». 8.'^i4, 'Mh. ÜTl.
izecy Google
Die drei letzten Großmeister u. die andere Oewhichte des Ordens. l7
Könige durch die Templer, von direkten Feindseliglceilen auf
beiden Seiten liest, muS zunächst darin das Bemühen Beaujeus
sehen, zu den vielen Streitpunkten, die besonders auch durch
die Bestrebungen der großen italienischen HandeisstAdte ent-
standen waren, noch neue zu schaffen. Ich glaube aber hier
auf eine konsequent durebgeführte und nicht unberechtigte
Politik Beaujeus schlie^n zu dörfen. Er kam aus Apulien,
batte also unzweifelhaft Fdhlung mit Karl von Anjou gehabt.
Der tatkräftige sizilianische Herrscher stand damals auf dem
Höhepunkte seiner Macht; (ür ihn, d. h. zunächst flQr Marin
von Antiochien, die wohl auf Beaujeus Veranlassung ihre Rechte
üD den Anjou abtrat, ist der Grotämeister bei ihren Ansprüchen
auf das Königreich Jerusalem eingetreten. Ihm erwuchs dar-
aus die scharfe Gegnerschaft Hugos III., der sieh an den temp-
ierischen Besitzungen in Cypern vergriff. Beide Teile, von
cypi-ischer Seite Heinrich II., wandten sich klagend nach Rom;
der Templermeister erzielt eine den König verurteilende Bulle,
und der König bittet den Papst, dem unruhesttß.enden Grol^-
meister, der nun auch seine Aussöhnung mit den Anjous
hintertreibe, zur Ruhe zu weisen. Wahrscheinlich bewogen die
sizilianische Vesper und der Tod des ersten Anjou den Groü-
meisler zur Umkehr von seiner anticyprischcn Politik: seine
Hoffnung, fürs h. Land durch den enei-gischen Karl 1. Hülfe
m erzielen, war durch dessen Tod und die Gefangenschait des
schwachen Karls II. vernichtet; er wandte sich wieder dem
gleichfalls schwachen, aber doch näherwohnenden Heinrich von
Cjpeni zu. Der Friedensvertrag wurde 1285 geschlossen').
') Dbs ist das Ergebnis einer PrQfuDg der unter die Pariser Tonipler-
«kt«o geratenen Inhaltsangabe einer Klageschrift des KSnigs von Gypern
an den Papat. Dnpny hat dieses Exzerpt gemacht (Archive» Natiunalex
J. 413 Nr. 26) and dann in seinem Traitez conceraant l'hiatoire de Kranw
(ich litiere nach der Ausgabe von 168&) p. 87 wiedergegeben. Das Original
habe ich nicht gefnnden. In der Kreuzzugnliteratur ist es nicht benut^.t.
Pruti verwendet die KlBgaschrift S. 92 f. für die Zeit nacli der Üheraiede-
hhf der Templer noch Cjpern (1291), biingt sie mit den spiltereii Voi'gäti-
gen auf Cjrpeni (1805 fr.] in Verbindung und mifiverateht den Schliifiaati:
[Le roj] sapplic le pape da ne voiiloir souffrir. que ces luttrea ayent cours
[d. b. die Entscheidang des Fapataa in dieser Sache] et qn'elles aolent cause,
qne les dits Teropliera entreprennent tant de mauit. Prutz S. 93 macht
Vinka, Papittiiin nni Untoreung •!■■ Templeronlsns. I. 2
izecy Google
18 Knr (ieschicht« des Tempi crordens im 13. .rnhiiiundert.
Beim Falle von Tripolis wurden auch eine Anzahl her-
vorragender, besonders aragonesischer Templer getötet ^), andere
gerieten in die harte Gefangenschaft des Sultans, wieder andere
entkamen; der Großmeister selbst war nicht zug^en. Den
Untergang Accons, des letzten ätQtzpunkte» der christlichen
Macht, suchte er durch möglichste Willfährigkeit gegen Kelavun
hinzuziehen '). Der Sultan starb beim Beginn des so folgen-
schweren Unternehmens; aber sein Sohn Aschraf vollendete
es, er nahm Accon am 18. Mai 1S91. Auch die Templer
haben wie die andern Orden noch einmal ihre Pflicht erfüllt;
aber, das darf man aus allen Berichten entnehmen, so glän-
zende Waffentaten wie einzelne Hospilaliter, besonders der
herrliche Matthias von Clermont, haben sie nicht verrichtet^).
Mau hat ein leises Empfinden, als ob das belebende, zu ein-
heitlichen Aktionen entflammende Element bei den Templern
gefehlt habe. Wir haben eine packende Schilderung des Hel-
dentodes des Templergroümeisters ; sie stammt von einem ihm
treu ei^ebenen Manne, der unzweifelhaft Augenzeuge war.
Beide Ordensmeister geraten bei Revision der bedrängten Stellen
ins wildeste Getümmel; Wilhelm de Beaujeu erhält einen
PfeilschuÜ in die rechte Achselhöhle; eine Hand tief dringt der
Pfeil in den Körper; keiner hat es bemerkt. Der zu Tode
verwundete Mann reitet, so gut es geht, eilig weiter; da meint
man, er wolle fliehen, und ein Trupp von 20 Kreuzfahrern
wirft sich ihm mit der Bitte entgegen: ,A pour Dieu, sire, ne
vous partes, car la ville sera tantost perdue!" Da antwortet
er laut, da^ alle es hören: „Seignors, je ne peu plus, car je
suy morl; vees le cop" und sank in die Arme seiner Getreuen;
damiia: .Schließlich bittet er, der Pnpst müge die dem Orden verliehenen
Kreibriefe kassieren, damit derselbe in Zukunft auf dieselben hin nicht so
viel HJlBes tun kilnnte." Dns wSre Allerdings ein ,K ad ikiil mittel* (Pratx
daselbst) gewesen!
') Vgl. Bd. II Nr. 1,
') Aus der vollatfindigsten Schitderang des Unterganges bei RAhricht,
Geschichte des Königreichs Jenianlem 8. 1007 ff. geht das an mehreren
Stellen hervor.
"} Nor die Reimchronik Ottokara hat die Schildemng der Heldentaten
eine« (deut«henl Templers Hertram.
izecy Google
Die drei lelxten nro&neiftter d. die Baßerr G^sehtrhte des Ürdene. \ä
im Templertiause verschied er '), Noch im Tode mußte er
äich gegen den Vorwurf der Feigheit wehren!
Beaujeus friedliche Politilc unterlag schon fröh verschieden-
artiger, nicht gerade freundlicher Beurteilung. Offen ihn als
Verräter zu bezeichnen, haben die Mitlebenden doch nicht ge-
wagt *). Sein Heldentod war zu bekannt und wurde von ITn-
parteiischen durchaus gewürdigt. Seine auffSUige Freundschaft
mit Mohammedanern — er hielt selbst einige in seinen Dien-
sten, der großem Sicherheit halber, wie es heiüt -- ist schon
im Templerprozesse ganz vernünftig erklärt worden : quia aliter
non potuissent ipse vel ordo tunc ultra mare remansisse.
Aber aufiällig blieb diese Freundschaft oder Toleranz doch!
Sie konnte wenigstens, falls anderer VerdachtsstofT vorhanden
war, zu Anklagen i^^en ihn und den Orden führen. Jeden-
falls muli auch für uns die Frage offen bleiben, ob eine solche
Politik dem Wesen des Ordens und seinen Zielen entsprach "),
und künnen wir nicht dem Urteil des „Templers von TyrUs",
seines warmen Verehrers, zustimmen: Fu le Temple h son
tens tnout henore et redoute*).
Klein war die Zahl der Templer wie Hospitaliter, die
dem Blutbade von Accon entrann ■'■) und auf Cypern eine neue
') Geetes des Cliiprois p. 249a.
'} Trotzdem aagt ROhricbt, Qeaehiclite des Königreichs JeruRülem
8. 1019 Anm. 7: .Er ist auch kein Verräter gewesen, wie die Chron. rimee
bei fionqnet XXtl. 85, du Cbron. Eatenae bei Muratori XV, .^42, Stephan
Orl>«li«n, Hiat. de StonnJe 6i. Broaaet, St. P<it«rsbonrg 1864. 245-246 nnd
die Akten den fruixOsiechen Templerprozessea ... I, 167; 11, 200, 215 .. .
melden.* Die Chron. rim^e erwähnt die Templer meistens gnr nicht. Die
drei genanntet) Stellen im Templerprozefi sprechen nnr von seiner Intimität
mit den garaceiien. EiDmal steht dabei, daß man glaube, daraus sei
Schlimmes erwachsen; der Zeuge glaubt es aber nicht. Orl)^tian kenne ich
nicht. Das Chron. Estense ist auch nicht im KOhrichtschen Sinno anfzufasaen.
Sin glänzendes Zeugnis stellt dem Verhalten dea Meisters in Accon ein un-
parteiischer 2eage im cjprischen Proieese ans. ^cbottmOller H, 156.
^ Nee intendebant ad factum armorura contra infideles, sicut debuia-
sent sagt nach Procea II, 12 der Templerritter Guillelmus de Torage.
Abnlichee iat auch der Sinn in mehreren gleichzeitigen Poe.tien. Man lie-
griff die Friedempolitik nicht.
*) Gevtea des Chiprois p. 202.
'I Meist wird die Zahl 10 angegeben. Der Zweifel, den Bfihricht
8. 1020 Audi. 1 änfiert, ist, soweit er SchottmDlIer 11, 395 betrifft, unbe-
2*
izecy Google
äO 2uT Geschichte des Temptcroi^ena im lä. Jahrliundeii.
Existenz sich gründete. Aber während der tödlich verwundete
Großmeister der Hospitaliter, Johann de Villjers, in den paar
ihm noch beschiedenen Lebensjaliren dort die Reorganisation
seines Ordens energisch betrieb, um ihn für die in Bätde er-
hoffte Wiedereroberung des li. Landes tauglich zu machen,
während schon im Unglücksjahr der Grotiprüzeptor Bonifacius
de Calamandrano neue kriegerische Kräfte aus dem Westen
herSberzuschaifen plante i), der Orden jedenfalls überall noch
frische Lebenskraft zeigte, herrscht in den nächsten Jahren fast
Totenstille im Templerorden. So wenig Sicheres war ober
seine Verhältnisse bekiinnt, dai^ noch Schottmülier allen Ernstes
die Existenz des vorletzten Großmeisters bezweifelte*) und
Thibaud Gaudin nur als Groükomtur gelten lassen wollte; ein
urkundlicher Beweis seiner Amtstätigkeit fehlte jedenfalls.
Thibaud Gaudin erscheint 1260 zum ersten Male. Bei
dem verunglückten Überfall einer starken Turkomanenbande
wurden eine Anzahl hervorragender Templer gefangen, darunter
Wilhelm de Beaujeu und Thibaud Gaudin, der spätere GroÜ-
komtur, wie der „Templer von Tyrus" berichtet "), Als solcher
erseheint er 1286; einige Jahre vorher (1279) nahm er als
Großpräzeptor Ordensaufnahinen , angeblich mit Verleugnung
Christi und Kreuzesbespeiung vor ')• Mit einigen Gefährten
entkam er am 18. Mai 1291 nach dem Meeresschloü bei Sidon,
wurde dort zum GroBmeister von den paar Gefährten gewählt
und eilte mit deren Einwilligung nach Cypern, um von dort
Hülfe heröberzusenden. Unzweifelhaft ist diese Sendung nicht
erfolgt; warum, steht nicht fest. Bustron erklärt, er habe in
grDndet. Deno dort wird gar nicht gesugt, dafi die Templer in K&iro bei
Accon gefoDgeo seien.
'] Vgl. Delaville le Roulx, Lee Hoepitaliers p. 204 nnd Cartnlaim HI
Nr. 4177. Dort der Name CaiamaDdracen.
-) ScholtnUller I 5B8 f. Der Templer von Tynis, der doch aach die
OrdenBstatnten nobl kannte, sagt ausdrücklich : Cestu coumandoiir de ]a
terre ae fist maietre don Temple par Tehlasion des freres que ii avoit o luy.
ßestes des Chiprois p. 257. Ebenso Üustron und Amadi. Vgl. Anm. I S. 21.
'') Fu pris Tibaat Gaudin et fu puis comandor de la terre dou Temple
longuement. (ieales ie Chiprois p. 64. Ob die Stelle Über sein Verhalten
im Streit der Venesianer und Pieaner 1286 (p. 221] einen Tadel bedeuten soll,
wage ich nicht zu entscheiden.
*t Michelet U, 313.
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Die drei letzten Grofimeister u. die lu^re Geschichte des Ordeiw. 21
ErwAguDg, da& der Entsatz doch zu spAt eintreffen würde, den
Ordeo^eaossen den Räckzug nach Cypern anbefohlen. Der
.Templer von Tyrus* wirtl dem Großmeister vor, er habe,
wie er in Sicbertieit sich befunden, sich um die belagerten
Geßihrten nicht mehr gekümmert! Die Templer von Cypern
batteD dieses den Freunden mi^eteilt, die dann entmutigt
nächtlicher Weile unbemerkt die Feste verlassen hätten '). Als
ein Feigling galt Thibaud auch dem Steierischen Reimchro-
Disten; mag auch die Situation verwirrt dargestellt sein, die
Schildening beweist, daÜ es sich um die gleiche Verurteilung
der Persönlichkeit bei dein orientalischen und österreichischen
Chronisten handelt. Seine Templer wollten kämpfen ,reht als
die vordem brüeder taten", und bitten den neuen Meister, ,ze
retten ir ^re". Er aber Fordert sie zum Gehorsam gegenüber
seinen Anordnungen auf: .Ich muoz iuch und mich bewam,
als ich bilticben sol*! Das erläutert er aus Stellen der Regel
und weist sie dann auf ein neues Arbeitsfeld, Spanien und
Marokko, hin, dort sei ein grobes Heer nötig, dorthin will er
sie (Bhren*)!
Die ersten und einzigen urkundlichen Nachrichten vom
Gro&tneister Tl)it>aud weisen auch auf Spanien hin: mehrere
von ihm im August 1291 in Nicosia ausgestellte Gelcitsbriefe
lür kranke aragonesische Templer, vielleicht Opfer der Kata-
strophe von Accon ^). Während Nikolaus IV. noch am 28. Juli
') GeateB de« Chiprois p. 257: Quant tl fn en C'hipre, se porta lah'
chemeDt dt inander lor Beconre Bnstron (Coli, des doc. in^d. Miil. bist. V.
1886) p. 127 sagt vielleicht objektiver: Consjderaodo eeser tardi ogni pro-
vissioD che faceeae, scriase alli frati, . . , che dovesaero abbandonar il tutto
f veoir a Cipro. Amadi Bogt fthnlieb.
') Österr. Reimchronik (henuisgeg. von SeeraDIler in Deutsche Ohro-
nikenj V 8. 690 Ten 61824. Er nsunt den üraämeisteT Anne. IntereaBaiit
irt der Hinweis auf das ganz neue Arbeitsgebiet. Dort bfttten sio mit
CBtersUbnng der apanischen KSnige tatB&chlich Großartiges leisten können.
') Frater Tfbaldna Qaudini Dei gratis pauperis milicie Tempil magister
hnmilii nniverais einsdem milicie fratribae, ad quoe llttere presentes per-
veDaiint. «alntem in domino sempiteroam. Cam dilectiis nobis in Christo
ftater Bemardos de Fönte lator preeentinm nnper propler infirmltatein sui
^on^orie ad nttramariDas partes recedat de nostra lif encia speciali, oniversie
leetmm «t singnlie dietricte preeipieado mandamns. quatenns, cum dictus
frater Beniardna ad voa venerit, ipaum recipiatis amicabiliti-r, aicnt decet,
izecy Google
22 Zar (jescliic)it« des TemplerurdeuH im Vi. Jahriiundert.
nichts von einem neuen Ordensmeister wußte*) — das geht
aus der Bestätig^ungsurkunde für den Generalprokurator des
Ordens an der Kurie hervor — fordert er Thibaud zu An-
fang 1292*), ähnlich wie den Hospitalitermeister, zur pfljcht-
raääigen Verteidigung Armeniens auf. Von einem E^ebnis
der päpstlichen Mahnung wissen wir nichts; ebenso wenig, ob
die auf Ansinnen des Papstes damals in zahlreichen Kirchen-
versainmlungen und an den königlichen Höfen erörterte Union
der beiden Orden von diesen selbst irgendwie in Betracht ge-
zogen ist. Der Name Thibaud taucht noch einmal in einem
Reimser Nekrolog auf; danach ist er an einem 16. April ge-
storben»). 1293 oder 1294? Wir haben vorläufig kein Mittel,
um dieses völlig unanfechtbar festzustellen.
Jedenfalls erscheint der letzte Großmeister Jakob de Molay
nunmehr zum ersten Male an der Kurie bei der Wahl Boni-
faz' Vni. Er hat daniber alsbald an Jayme II. von Aragonien
berichtet; denn schon am 23. Januar 1395 teilt der König
seinen Untertanen die ei-freuliche Nachricht mit*). Ein zweites
Dokument war schon länger gedruckt; am lä. Januar 1295
gestattet Karl II. auf Bitten seines Freundes, des Großmeisters
Jakob de Molay, den in so trauriger Lage befindlichen Temp-
lern Getreideausfuhr aus Apulien nach Cypem ''). Und seitdan
Dt eldem de duabas eqDitatnris aliisqae neceBsarÜB de domo io danum
providsre caretie, sicat conBaetnm eat aliie oostria fratribas prorideri . . ,
Datom Nicoeie io [Cipro] anao a nativitate domini millesimo duceatasinio
Dona^esimo primo, die vigesimo secnodo ineDsis .^agusti, BiwceloDa, Arohiv
der Krone. PergamiDOB Jayme I[. Nr, 19. Adb demselben Honat UDd vom
September liegen dasn Doch Sholiche Empfehlungen (latoiBiaoh und fran-
zOeJBch) fflr Petrus de S. Justo vor.
'] Langlois, Reg. de Nicolas IV. Nr. 5762. 5768.
') Reg. de Ricohs IT Nr. 6S54 und 6855. Vgl. Delaville le Roulx,
Csrtulaire III Nr. 4183.
') Coli des doc. iDäd. Mal. bist. IV, 80. Vgl. PruU S. 167 Anm. 3.
1298 eracbeint Jakob de Holay Doch nis Templermeister in England. Revne
dsB aoc. aav. 4 Serie V (1867) p. 421.
*) Ex tenore litteramm . . . fratris lacobi de Uolay magni magiBtri
milicio Tempil in Romana curia existentis. Reg. 252 f. 12" im Archiv der
Krone zu Barcelona.
^1 Mm Latne. Hiat. de l'Ile de Chypre tl, 91. Die Urkunde ist
datiert: 1295 die duodecimo meoBis lannarii, octave indiecioniB, regnonun
nostroruro anno undecimo. Da hier vom 11. Regierungsjahr Karls II. ge-
izecy Google
Die drei letzten Urofimeiater u. dia guiiere Geacbicbte des Ordc'nB. '23
mehreo sich die Zeichen der Wirksamkeit des letzten Ordens-
lenkeis, so daß man vielleicht doch das Jahr 1^94 als Zeit
seiner Wahl mit einiger Sicherheit angeben kann.
Eine Charakteristik Molays ist öfter versucht worden; je
nach der Stellung zum gesamten Templerprozeß mußte sie
verschiedenartig ausfallen. Neuerdings hat SchottmQlIer ihn
als eine Lichtgestalt, würdig des Martyriums, zu zeichnen ge-
sacht, Pralz ihn nüchterner, ja mit offenkundiger Unfreund-
lichkeit behandelt. Sogar Molays geistige Begabung wurde
TOD ihm angezweifelt, ein unzweifelhaft von ihm herrührendes
[*rogranini ihm abgesprochen '). Prutz lieg sich in seiner
Schilderung des Vorlebens offenbar durch des Großmeisters
Verhalten im Prozeß beeinflussen. Molay war keine herrech-
gewaltige Persönlichkeit, das ei^eben die Prozeßakten, er sucht
mit den Regierenden Frieden zu halten, das zeigen die arago-
nesischen Briefe; aber er war unternehmend, klarsehend, für
die U^ung seines Ordens, allerdings mehr mit kleinen Mitteln,
bedacht. Von Reformen hat er öfter gesprochen: praktisch
bestanden sie doch mehr In Äußerlichkeiten, Änderung der
Kleidung, des Essens. Daß er auf größeres Sparen drang,
klingt durch eine Reihe von unwillkürlichen Aussagen hindurch,
die sich zuweilen zu der t>ösen Anschuldigung verdichteten,
daß unter diesem Meister das Alraosenspenden gelitten habe.
Seine Absicht war aber, die Mittel filr Kreuzzugszwecke zur
Verfügung zu hat>en.
Damit stimmen nun chronikalische Angaben überein. Ja
sie sprechen bei ihm ausdrücklich von Geiz und nennen diese
unwürdige Eigenschaft eines Ordensobern als den Grund, warum
ihn die Gro^n wie die Armen nicht liebten. Ausdrücklich
betont der „Templer von Tyrus", nachdem er seine Sparsam-
keit g^enüber Papst und Kardinälen erwähnt, daß er „mout
eschars hors de rayson" gewesen; Bustron redet von ihm als
einem .huomo miserissimo', während Amadi eich des Templers
Ausdruck aneignet *). Zur Begründung erzählen alle drei die-
■proehra wird mud Kiri I, am 7. Jaonar 1285 etarb, so fet die llik. id das
iüa 129S in wtEMi.
') Pnita 8. 187 ff. ond 251 ff,
*) (jeat«8 des Cbiproia p. 829. BustroD p. 163. Amsdi: era avaro
tot di mimia.
iLCD, Google
2i Zur ÜeBchichte dea Teinplerord«UB im 13. Jehrbvodert.
selbe Geschichte von der großen Anleihe Philipps des Schönen
beim Pariser Tempel. Trotzdem die begleitenden Momente,
so die Bestrafung des Schatzmeisters im Pariser Tempel, ohne
Zweifel falsch dargestellt sind, läßt sich die Anleihe selbst
wohl nicht so direkt ableugnen. Im Sinne der Ordensstatuten
hatte dann aber Molay mit seiner Rüge recht gehandelt, ob
im politischen, dCtrfle schwer zu entscheiden sein.
Vor dem Jahre 1305 — auf diese Zeit beschränke ich
mich hier — ist Molay auf Cypern tätig; er versucht die
Templer dort einzubürgern. Prutz hat die Schwierigkeiten
bezeichnet, aber irrtümlich einen schon seit einem Jahrzehnt
beigelegten Streit zwischen dem Orden als Grundlage genom-
men, Molay und König Heinrich als persönliche Gegner, und
die 1306 erfolgte Entthronung des Königs als letztes Zuflucbts-
mittel des .schwer bedrohten Ordens" angesehen '). Weder
hat der König den Papst um das Radikalmittel der Kassierung
der Ordensprivilegien gebeten, noch sind die hier berührten
Voi^änge mit den zwanzig Jahre später liegenden Ereignissen
direkt zu verbinden.
Die Üttersiedelung zweier trotz der erlittenen Schläge
noch inmier gewaltiger militärischer Institute auf die kleine
Insel konnte die Wirkung eines zweischneidigen Schwertes
haben. Gewig brachten Templer und ' Hospitaliter dem
schwachen Königreiche kräftigen Schutz, aber ebenso gewiß
konnte die Ansiedlung und die Neuorganisation, die mit den-
selben Vorrechten, wie sie die Templer im h. Lande gehabt,
vor sich gehen sollte, nicht leicht ohne Schwächung der lusig-
nanischen Monarchie sich vollziehen. Diese Auseinandersetzun-
gen fanden in den Jahren 1297 bis 1300 statt; dann kamen
Aufgaben anderer Art.
Aus einem Schreiben Bonifaz' VIII. konnte man folgern,
daß der Ansiedlungskampf sich zwischen den Templern und
dem Könige, ja persönlich zwischen Jakob und Heinrich, ati^e-
spielt. Der Großmeister hatte Gaufrid de Gonavilla an die
Kurie gesandt und über den König sich beklagt. Der Papst
bedauert den Streit, aber wesentlich im Interesse der Templer;
') Vgl oben 8. 17.
izecy Google
Die drei latstan Urofimeister u, die inßere Geschiobte das Ordens. So
in nicht mifizuverstehender Weise hält er dem Groüiueister die
Sch&den und Skandale vor, die aus den steten Uneinigkeiten
seines Ordens .mit den andern' entstanden seien; die schmäh-
liche Situation des h. Landes schreibt er diesen Zänkereien zu.
Darum warnt er energisch vor neuem Zwist und fordert von
den Templern jene drei ,humtlitas, devotio ac patientia", die
alle Ordensleute, vor allem aber in der gegenwärt^n Lage
fie dem Könige gegenüber zeigen müüten. Vom König verlangt
Bonifaz in viel freundlicherem Tone Freundschaft und Aussöh-
nung mit den Temi^em ; er sucht sein Mitleid fOr die Gehetzten
m wecken, macht ihra aber auch klar, welche Vorteile der
Aufenthalt der Templer seinem Reiche bringe >),
Die fernem SchriflatQcke der Kurie lassen aber deutlich
erkennen, daä es sich hier nicht um persönliche oder Streitig-
keiten eines Ordens, sondern um die Frage des Ausgleichs
königlicher Wünsche mit den Ansprüchen der beiden Hitter-
orden handelt: auf der einen Seite sollen die Abgaben der
Ordensklientel möglichst beschränkt, auf der andern die An-
siedlnngsm^lichkeit für Templer and Hospitalitcr erweitert
werden *). Seit 1 300 verstummen die Klagen. Der Tartaren-
sieg des Jahres 1299, der die ägyptische Herrschaft in Syrien
erschütterte, die ermunternden Aufforderungen Casans hatten
plötzlich die lang schlummernde kriegerische Unternehmungs-
lust der beiden Orden geweckt; ihre Galeeren, verbunden mit
den Schiffen des Königs, erscheinen an der Nilmündung vor
Alexandrien und nehmen dann beutebeladen eine Rekognos-
nerung der palästinensischen Unglücksorte Accon und Torlosa
vor. Auf eine Zusage Casans hin lagern sie dann auf der Insel
Ruad; leider war ihr Warten vergebens. Während die Hos-
pitalHer tatkräftig auf dem FesUande bis Maradea vorrücken,
bauen die Templer auf Ruad einen stark befestigten Turm.
Aber noch sind sie zu schwach; die Hospitaliter weichen ohne
größere Verluste zurück, die Templer mußten sich im Oktober
rinem muselmamschen Anstürme enreben. Nach den Prozeß-
') Tbomis, FftucoD und Digud, Reg. de Bonifwe VIII. Nr. 2488
md m» mm Jahre 1297.
') ft^. ds BonifMe Till. Nr. 2560, 3060. Vgl. DeUville le Boulx,
CartnlMre Nr. 4417 nnd 4467.
izecDy Google
ütt Zur üeBcfaicbte dea TeinpI«rordeas ioi 13. JshrhuaderL
akten haben die gegenseitigen Beschuldigungen nicht gefehlt ').
Den widerrechtlich gefangenen Templern stellte der genuesische
Korsar Matthäus Zacharias ein glänzendes tilaubenszeugnis aus.
Am stärksten tritt die Persönlichkeit Molays bei den
cyprischen Wirren seit 1305 in den Vordergrund: sie bezweck-
ten die Beseitigung des kranken Königs Heinrich und die Stell-
vertretung seines Bruders Amaury von Tyrus. Wirklich wurde
der König entthront und zunächst in Cypern interniert, später
nach Aufdeckung angeblicher Empörungsversuche nach Arme-
nien verwiesen, von wo er erst nach der Ermordung seines
Bruders und nach dem Untergange des Templerordens zurück-
kehrte*). Prutz nennt die Rolle, die Molay bei dem Staats-
streiche gespielt, eine höchst bedenkliche. Hier ein Urteil zu
fällen dürfte nicht leicht sein, da aus den cyprischen Quellen
weder die absolute Notwendigkeit des Sturzes, noch die Ver-
kehrtheit des Unternehmens bestimmt geschlossen werden kann.
Auf beiden Seiten standen leitende Persönlichkeiten; Hand in
Hand mit Molay ging der Bischot von Limassol. auf seilen des
Königs standen vor allen die Mutter und die nähere Verwandt-
schait. Sicher ist nur, daü Molay eine offenkundige und ein-
flulireiche Parteinahme bewies, während die Hospitaiitcr —
zum letzten Male — auf der andern Seite zu fmden sind und
ihre oft bewährte Vermittlerrolle versuchen"); .'sicher ist auch,
dafi es verkehrt ist, wie erwähnt, diese Stellungnahme des
Großmeisters mit dem frühem Konflikt in Verbindung zu
bringen, ,der zwischen König Heinrich und dem Orden wegen
der Obergriffe des letzteren entbrannt war'. Gerade von
„Übet^iffen des Ordens" wissen wir bis jetzt nichts.
') Michelet I, 39 bringt die merhwDrdige Anklnge des Ponzardati de
Gisy. die wohl eJDeii berechtigten Kern hebeo dürfte. Merkwürdig ist, dafi
Molny Dicht dabei (jenannt wird; er mOfile dnnacb nicht Mif der Ineel ge-
wesen sein, als es zur Entscheidung kam. Im Jahre 1302 beanclitB Ramon
Lnll den Tempi ermeister. Vgl. Hist, litt. 29, 35.
*) Einzelheiten berflhre ich hier nicht. Auffallend ist, dafi der Temp-
ler Ton Tjrus die Tätigkeit Molaya nicht erwftbnfc, wohl sber Buetron nod
"j Delaville le ßoulx. Les Honpitaliera p. 281 fragt' La conduit« dea
Templiers, qui a'ätaient ourerteraent prononcäe pour le regent, lea jeta-t-elle
dana le parti uppoaä?
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Die Smidorstrlluiif; der Rriguaesieche]] [und spiini«chen) Teoipler. 27
Um )306 Übersiedelten die Hospitaliter nach Rhodos;
Cypeni verbljeb allein den Templern, Erst jetzt durfte ihnen
eine gedeihliche Entwickelung auf der Insel unter ihrem nun-
mehr sechzigjährigen eifrigen Großmeister in Aussicht stehen.
Da kam die Katastrophe.
3, Die Sonderstellung der aragonesischen (und
spanischen) Templer.
Im Kampfe der aragonesischen Templer um ihre Ehre
und ihre Freiheit haben sie in Raimund de Guardia einen
idealen Wortführer gehabt, einen Mann, bewährt im Kriegs-
imd im Ordensdienst, hoch angesehen am Königshofe, einen
vorzüglichen Diplomaten, zugleich einen Mann, der den wech-
selnden Stimmungen seiner unglücklichen Gelahrten einen dra-
matischen Ausdruck zu leihen verstand >). In seinem ersten
Schreiben, das er nach dem Beginn der Feindseligkeiten an
Jayme II. von Aragonien am 8. Dezember 1307 richtete, ver-
weist er den König auf ihre Sonderstellung gegenüber den
französischen Templern -). „Wir sind sSmtJicti Eure Unter-
tan«] ; jene gehören verschiedenen Nationen , Sprachen und
Ländern an; von ihrem Besitz können sie nicht sagen, daß
sie ihn den Feinden des Glaubens entrungen haben, sondern
er t)esteht aus Schenkungen, Vermächtnissen und Ankäufen.
Mit Euren Vorfahren vergossen unsere Brüder ihr Blut und
starbeo lur sie im Kampfe gegen die Ungläubigen und für ihr
Reich. Das haben Eure Vorfahren uns in ihren Privilegien
und Freiheiten bekundet, die sie zum Heil ihrer Seelen, zur
Tilgung ihrer Sünden uns den Vorkämpfern und der Vormauer
des Christentums in ihrem Lande gewährt haben. Jedermann
in Eurem Reiche weiß, daß, wenn die Saracenen gegen Euch
anstürmen, die TemplerbrQder die ersten zur Verteidigung
Eures Reiches und ihres Glaubens sind.' Und dann erinnert
'I Cber seine gesaodtachafUicbe T&tigkeit werde ich apiter munches
vwfiSentljcbeD. Sehr atiae sdieiot er dem kSuiglichen Hofe von Mallorca
EestaodeD za haben. Eine Biographie vod ihm befindet sich in dem Auf-
sätze TOD^Allart, La snppteBsioa de l'ordre du Teniple en Ronssilloii in Bnll.
de ]a MC. «gric«)t> . . . dea Pjrrendes orieotalea SV.
'J Fiake U 8. 7» f.
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28 Zur Gescbichte des Tetaplorordena im 18. J^rfanndart
er den König an die (jrenzkämpfe des kürzlich verstorbenen
Templermeisters Berengar von Cardona, die dem König: und
Land Ehre und Ruhm gebracht, an den Heldentod Peters von
Moncada und der Seinen im Tal Ton Albayda.
Damit ist die Eigenart der aragonesischen und in etwa
auch der spanischen und portugiesischen Templer gekennzeich-
net. Ihren gewaltigen Besitz haben sie sich zum guten Teil
auf dem Felde der Ehre erworben '). Es ist natOrlich, daß
der Teraplergedanke gerade im Lande des heroischen und
glQcklichen Kampfes gegen den Islam anfangs am meisten
zQndete und gerade hier die Schenkungen üt)erreich waren:
wie Atfons I. von Ai-agonien und Navarra deu Ritterorden
sein Reich schenkte, so starb Ramon Berengar 111. von Barce-
lona im Templei^wande. Bald aber kam zur Begeisterung
das persönliche Verdienst: Für Hülfe gegen die Mauren über-
gab 1 143 Ramon Berengar IV. den Templern die starke ara-
gonesische Feste Monzon, neben Miravet später Hauptstütze
des Ordens, und sicherte ihnen ein bedeutendes Bruchteil der
künftigen maurischen Eroberungen und At^abenfreiheit in
seinem Reiche. Für den glänzenden Vorstritl gegen die Sara-
cenen erhielten sie von Alfons I. ein Drittel der Stadt Tortosa,
1196 von Peter dem Katholischen mehrere Städtchen und
Burgen, darunter Alhambra, 1310 ganz Tortosa, abgesehen
von der königlichen Oberlehensherrschaft, wegen der valencia-
nischen Kämpfe =). Vor allem dankt Jayme 1., der große Kon-
quistador, den Templern ein Gutteil seiner überraschenden
Eroberungen : vor Mallorca starben viele Templer, die der Kom-
tur von Miravet angeführt, den Heldentod, bei Valencia er-
') Solange die aus den noch vorh&BdeDen UrkundsD gescbspfte Be-
sitigescbichte fehlt, massen wir uds mit den vor allem &aa Zurita, Anales
de la Corona de Aragon aUminandeD Notizen begoUgen. Einiges Nene bat
aoch Pnitz S. 16f. nnd 60f. gebracht; von alteren hat Eavemann, Ga-
»cbichte des Aaegangea des Tompelheirenordene (1846) S 156 fr die Hanpt-
notizen inBammeagestallt. Die erste ErwUinang finde ich bei Zurita I, 4fi
(Aasgabe von 1610 f. i5); Alfonso ,el empersdor', damals noch Eftnig von
Aragon, Navarra und Kaetilien: det«rmino deiar grandes heredamrentos y
poweeaiones a los cavalleros del Temple. Dio Nacbricfat steht ohne genauere
Zeitangabe, dann Iragt sieb: Wo?
0 Zurita, Anales 11, 4 (f. 60); II, 47 (f. 87); II, 61 (f. 96).
izecy Google
Die Sonderstellnng der aragonesisehen (und spaniaeben) Teniplei'. 29
stürmten die Templer unter den ersten die Borg; die präch-
tige Templerhöfe in Las Palmas und Valencia bekunden den
königlichen Dank ■)■
Ich beabsichtige nicht eine Geschichte des aragonesiscben
Templerbesitzes zu geben; in sachkundigster Weise, aus dem
reichen, fast ganz unt>erJlhrteQ Matenai schöpfend, wird diese
Arb^t demnächst der bekannte katalanische Forscher Joachim
Miret y Sans Torlegen. An dieser Stelle will ich nur ein Ver-
zeichnis der Templerbesitzungen und -höfe veröfTentlichen, das
am Vorabend der Katastrophe angelegt wurde. Es ist das
Verzeichnis der Ordensabgaben auf dem letzten Templerkapitel
in Orta am letzten Maisonntage !it07 und dürfte, da auch die
momentan nichtzahtenden angeführt sind, fast ganz lAckenlos
sein *). Die Reihenfolge ist weder nach der Größe oder Be-
deutung, noch auch vollständig geographisch hergestellt: Mas
Deu (in Roussillon), Casteylo Dampuries, Ayguaulua, Pug reg,
Barchinona, Juncossa, Celma, Barbera, Graynena, Barbinz,
') Znrite, AMles HI, 8 »od 9 (f. 182).
') Anno domini millAsimo CCCVtl loorat fnre tierenger de Cardona
ie le« caaeee d« la cavaleria del Temple en Arago et sd Catalonia hono-
rable maestre teacb et celebis capitol ab loa prooms del Temple en Orta
lo dicinenge derer de Heg. Das Stflclc beginnt: Lo Uaa Deu: DCC mara-
aetz (gleich morabetini), qai munten IUI mil. aol. Jaques. Diese 4000 sol.
der MUnie Tun Jacc« betragen 10172 aol. von Barcelona. Davon zahlte
Uta Den jetzt 6000 Tornesen Silber (solidi), die gegenwärtig gelten 8000 soL
Barch. Dann erfolgt eine Zahlung an (wahracbeinlicfa) Privatpersonen von
St53 toi. So waren also 106&3 boI. Barcfa. entrichtet; aa&erdeni als .do*
4SI aol.
Caeteflu Dampnrias pagK la reaponsio et lea tayllea et »la frsrea
DoHramar (also drei Teile) XX toraee; dona de do CCCCXC sol. Barch, al
MDfor maestre. Dann kann doch die erste kleine Summe für die .Roapoo.
am', .tajlla* and die Brüder im li. Lande nicht stimmen!
AjgnftDina fa de reeponsio C niarav^tz; per legistres VI maravetz
(ww ist das für eine Abgabe?); item per la taylla de la rort XXX sol.
Barch.; paga an R. de TouiIb CCCC sol. So geht es weiter. Qleichz. Ab-
twbrift Papierfaeft im Archiv der Krone von Barcelona. Templorios 81.
Bei UonzoD beifit es klar: fa de respoasio mill. C maranetz, per
legistrea LXV maranetz, per la cort XC sol. Pago tot e dona de do IUI
mill. sol. Jaeqnea al aenyor maeetre.
Bei Ssrsgosaa kommt noch eine spezielle Abgab« an die hSchston
JoBtizheamteD ; al jnatieia Darago CCL sol.
izecy Google
30 Zur 0(«<:hirlito dea Tempi erordene im 13. Jahrhundert.
Corbins,Gardeyn, Munso, Oscha, Pina, Saragosa, Requinenicli.
Noueleu, Anessa, Noues, Ribaforada, Aueri, Ambel, Rida, Al-
hambra, Vilel, Cantaueyla, Gaslelot, Orta, Riba roya, Azcbo,
Mirauet, Tartossa, Paniscnia, Buriana, Valencia, Maylorques.
Am hßcbsten besteuert sind Monzon und Cantavieja, etwas nie-
driger Mas deu und Maliorca und dann in ^öSerem Abstände
Azcho, Miravet und Ambel, zu den niedrig besteuerten gehören
auch die Höfe in Valencia und Barcelona, wahrscbeinlich weil
ibnen der umfangreiche Grundbesitz fehlte. Die Gesamtein-
fcünfte Monzons, soweit sie in Geld gezahlt wurden, schätzte
der benachbarte Bischof von Lerida kurz nach der Katastrophe
auf jährlich 40000 bis 50000 Solidi >). Ob man hieraus einen
S'^hluß auf die Gesamteinkünfte des Ordens in Aragonien
ziehen dart — Monzon zahlte ungefähr ein Zehntel der gres*
ponsio' — , wage ich nicht zu entscheiden; es kommen doch
zu viel andere Punkte zur Erwfigung. Beweiskräftiger dürfte
die Angabe in der Instruktion für Bemard des Fonoyllar an
Bonifaz Vlll. sein: Wenn Templer und Hospitaliter nicht zur
Zehntleistung herangezogen würden, verlöre der König ein
Drittel des erhofften Ertrages *); darnach würde das Einkommen
der Ritterorden ein Drittel des ganzen kirchhchen Einkommens,
also auch wohl ihr Besitz ein Drittel des gesamten kirchlichen
Besitzes betragen, wobei allerdings zu beachten bleibt, da& die
aragonesiscbe Kirche zu den am ärmsten ausgestatteten Europas
gehörte. Ober Umfang und Bedeutung des templerischen Be-
sitzes in seinem Lande äußert sich Jayme II. also: .Verhält-
nismäßig haben die aragonesischen Templer den umfangreich-
sten Besitz auf der ganzen Welt; auch in den andern Teilen
Spaniens ist ihr Besitz nicht so groß und geschätzt; vor allem
aber gibt's auf der Welt kein Reich, wo die Templer so vielf
und so hervorragende Festungen ihr eigen nennen*)*.
Prutz hat die Frage der Landeshoheit gestreift; solche
haben die Templer auch in Aragonien nicht erlangt, wo das
Königtum keine eigentlichen territorialen Gewalten aufkommen
') Vgl. Bd. II, 154.
') ArrhW der Krone vop Barcelona CRJ) e. f. Nr. 686.
^1 In einer Instmktioo vom Jabre 1313, die Klemene V. in der Güter-
frag«; xiir Nachgiebigkeit tiewegen sollt«*. Vgl II, 214.
izecDy Google
Die SoiHlrntelliing der Hragnneftiechen lunH «paDiBchenl Traipler. Ül
lieb; nirgends wissen wir etwas von Überlraerunff der hohen
Gerichtsbarkeit, selbst nicht den direkten Ordensnntergebenen
gegenüber. Df-r Köni^ behandelt die Templer durchaus als
Untertanen; nur seine .naturals" dürfen dem Orden ange-
liören '), fremde würde er zurückweisen. Er betont bei der
Aufhebung des Ordens und der Frage der Vergebung der
Templergüter: quod nos specialia iura et speciales condiciones
babettanius in Templariis et eorum bonis, ganz anders wie
anderswo -). Auf den Einwurf, daä er und seine Vorfohren
die Ausfuhr einer jährlichen .responsio* an den tirn&meister
gestattet hätten, läSt er erwidern, da& weder sein Großvater
noch sein Vater und er jemals die Templerprivüegien zu Ge-
sicht bekommen ^) und so, aus Unkenntnis der Verhältnisse,
die Ät^abe geduldet hätten : sonst wäre es nun und nimmermehr
geschehen. Ob bestimmte jährliche Abgaben an den König zu
7.ahlen naren, vermiß ich nicht festzustellen; in dem Kapitels-
veneichnis figuriert öfter eine Ausgabe .per la cort' — sicher-
lich waren die Templer nicht ohne Naturallasten an den Hof.
So hab«) sie öfter gegen die drückende .cena", die Unterhal-
tung des königlichen Hofes in weitestem Umfange mit Nacht-
quartier, Speisen und Getränken bedeutete und überall schwer
empfunden wurde, protestiert, aber nur, wenn sie mehr als
einmal im Jahre gefordert wurde '), Vor allem aber waren
■) Also gende duselbs, wos Prutz 8. 59 und 208 för Portugal h^
^ondtni betont. Unzweifelbnft gilt dies itnch fQr Kastilien.
') In der genanntsa InstniktioD. Bd. II, 214 f.
') Der KoDitnr von Mallorca sclireibt einmal an eineo Orden agenosaen
über die Frage, ob dem KOnige e\a Privileg tn zeigen bbi: Be sabets vos,
HK cnies et privilegis Mn fort perilloaes de mostrar . . . Templarios Nr. 163.
') Ans einem Schreiben des Tempi er meistere an den KOnig: Avem
entea, que vos de tot en tot volotz nver compliment a M. aol. de cena pei'
tfoB»so ... El aenyor en P. . . . pare voatre no pres oen» en Monsao
siiu I vegada ~ ersieht man die nngefithrc Hohe dieaer AuagaW, aber
Hiebt ob du .Einmal* bedeutet: im Jahre? Doch gabt dns nua einem
Hdeni Schrailieii dea KastellBDa von Monzon. Berengar de Bellvis an den
llräig klar hervor: daa letzte Hai hiltt.en sie die ,cena' 15 Tage vor Weili-
auhtw griiefert; daa würde alao zweimal in einem Jahre sein. Man rief
^ogir die Hülfe der K&nigin an, um dieses zu verhindern iTemplarios
Nr. 209, ISO). Allerdinga finde ich nnr Honzon genannt. Daß nicht alle
Timplerhinser verpflichtet waren, darf man wohl annehmen: aodio ganz kleinen.
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S2 Zur Geschidito Aas Trinpierordens im IB, Jnhrhan<leii,
die Templer dein König zum Kriegsdienst verpflichtet: ipsa
bona data fuenrnt ad defensionem ecclesie occidentalis et ad
Sarracenorum Yspanie ofensionem. Am Maurenkrieg beteiligten
sich die Templer nicht bloQ, wenn der König i-ief, sondern sie
gingen auch selbständig vor. Gerade aus der Zeit des vor-
letzten aragonesischen Templcrmeisters haben wir einige lel>-
hafte Schilderungen seiner saraeenischen Waffengänge, wahr-
scheinlich aus den ersten Jahren des 14. Jahrhunderts Da
ging es einmal mit 400 Rittern und 1500 Mann Futävolk am
Freitag vor Pfingsten von Lorca aus Tag und Nacht durch
bis zu einem granadischen Orte Si^ena; dort wird die ganze
Ernte zerstört und in den Bei^eländen nach Vieh gesucht;
dann ging's mittags weiter nach Bera, wo es zu einem Zu-
sammenstoß mit den herbeigeströmten Mohammedan^n kam-
Bald flatterte die Templerfahne auf der Feste; dann wurde
die Ernte geschnitten. Am Pängsttage verbrannten sie «nige
Häuser in Les Coues, zerstörten und verbrannten in einem
Flußtale Häuser und Mühlen, belagerten ein Kastell, hatten
einen stärkeren Zusammenstoß mit den entrüsteten Saracenen,
wobei sie 100 Feinde töteten, sie selbst, „la merce de] nostre
senyor Ihesu Christ", nur ein paar Tote, aber viel Pferde
verloren. Am Pfingstmontag waren sie wieder in Lorca!')
Ein andermal, im Jahre 1304, planten sie gleichfalls einra
Einfall in das Gebiet von Granada, wenn die andern Orden
sich anschlössen ; sie standen dann auf Veranlassung des Gene-
ralprokurators von Murcia davon ah: der König lobt sie dafür,
da in damals gepflogenen Friedensverhandlungen mit Kastilien
auch der König von Granada einbegriffen sein sollte. Den
Templern kam es hart an; sie suchten die Kriegslust des
Königs zu wecken und betonten, daü nie ein günstigerer
Augenblick für die Eroberung Granadas dagewesen : Null temps
vostres antecesors no agueren tan be aparellat de conquerir
lo regisme de Granada, com vos avets. Doch fügen sie sich
dem königlichen Willen. Und auch im Jahre darauf muß er
') Wir babeo diesen Beriebt dm Templemi eisten in zwei verecbie-
denen Fasenngen: Templarios Nr. 101 nnd 102. Ans der guueii Darstet-
Inng klingt die t'reude an einer derartigeD kriegerivclieti Operation, inmal
sie gegIDckt war, Di^ Beriehle werilen von nnderer Seite verüffentlirhL
izecy Google
TAe Sond^rstellnng der ftrag«iMBiscli«n und spuiiachen) Templer. ^8
die Kampflust der Templer, diesmal von Paniscola, dämpfen,
da die .convemeDcias' mit König Abenjacob noch fortdauern.
Dieses kriegerische Ungestüm ist um so bezeichnender,
da die Templer ungeheure Ausgaben hatten und nicht immer,
jedenfalls selten frühzeitig, Ersatz erhielten. Der Ausdruck
töoiglichen Mitgefühls wegen ihrer Ausgaben und der Hinweis
auf das gottgefällige Werte mässen zunächst genügen ^).
Die eigenartige Stellung der Templer zum aragonesischen
Königtume, die sich ja auch darin bekundet '), daK die Temp-
lermeisler öfter Vormünder der jungen Könige wurden, daß
sie oder ihre W&rdenträger die vertraulichsten Gesandschaften
übernahmen, auf den Cortes eine führende Rolle spielten, dem
Könige in Geldnot aushalfen '), sie läM es verständlich erschei-
nen, daß die WaCfengemeinschafl nicht mit dem Glaubenskriege
aufhörte, sondern selbst zur Stellungnahme gegen die Kirche
führte. Als Peter der Groie Sizilien nach der Vesper besetzte
und vom Papsttum sein Reich dem französischen KönigshauRo
überlassen wurde, als selbst weite Landesteile verzweifelten,
da hat, wie Raimund Guardia stolz bemerkt, die Templertreue
nicht gewankt: „der Templermeister Berengar von S. Just hat mit
den Seinigen beim Ansturm der Franzosen die Templerfesten in
Stand gesetzt, willens, mit dem König und für ihn zu sterben oder
ihm das Land zu retten. Das war ihre Untertanenpflichl *)."
') ÄDcb die Bospitaliter beteiligten sich an den KKinpfen; aber sn-
scbeiopnd haben sie nicht solche freiwillige Streifzüge uotemomnien. Dela-
vUlc le Rtfolx, CartQlairs III Nr. 4194 wird in einem Ciener&lkapitelsheschluQ
bez. der EinwhrBnkang der Anfnabrne von .frittres milites et donati Dobiles*
Spaaien aasgeDommen: Ubi eam Sarrscenia itssiduatar conflictue.
') Vgl. I. B, Vida del rey en Jacine lo conqaeridor in der Bibltotecn
CaUltoa von M. Agnil6 y Fnater (1673) Kap. 10: Acordsren se tots, quene
nodriB lo maeatre del Tempte eo Montao. Verschiedene Gesandtschaften,
*n dasen Templer beteiligt waren, werde ich später behandeln, l^ür die
Beteilignng an den Cortes verweise ich nur anf den ersten Band der Cort«a
von Katalonien.
'j So erbat der ESnig noch 1305 vom Orden und den Hoepitalitern
10000 SoL Reg. 286 f. 31.
') Bd. II, 80. Dafi sogar die Templer im Rousaillon sich zur arago-
neaJMben Partei hielten, gebt dentlich aus dem Briefe Nikolaus' IV. an
Jayme von Ifallorca hervor, den ich in dem Abschnitt über Plillipp den
SdAnaa bespreche.
Tinka. Piiiisttnin un.l UnUrKniiK c1<-h THin|.ltro.'.len>. I. 3
izecy Google
34 Zur Gewbichte des Templerordens im IS, JahrhanderL
Auch an der Eroberung Murcias waren die Templer be-
teiligt: diesmal standen Orden gegen Orden. Jayme II. entriß
das herrliche Königreich den Kastilianern und gab den Temp-
lern für ihre Auslagen mehrere Ortschaften. Wie König
Jayme 11. die Sache auffaläte, zeigt ein Schreiben an den
Tetnplemieister aus dem Jahre 1305. Jayme hatte ihm die
Gflter, die anscheinend den kastilianischen Templern gehört,
überlassen, ohne das .homaginm" zu fordern. Die Templer
hatten bei ihrem Ordenseide versprechen müssen, sie nie den
Templern von Kastilien wieder zu überlassen und sie auf Ver-
langen Jayme II, stets wiederzugeben. Alte diese Abmachun-
gen hatten stattgefunden, damit, wenn die kastilianischen
Templer wieder in ihren Besitz gelangen wollten, ihre arago-
nesischen Ordensgenossen sie ihnen stets mit gutem Grunde
verweigern konnten ') !
Und in gleicher Weise haben auch die kastilianischen
Templer wiederholt in die politischen Kämpfe eingegritTen.
Prutz hat auf ,eine Art Zersetzungsprozeß " im Orden, auf das
Weichen des alten Geistes strenger Zucht zu Ende des 13. Jahr-
hunderts hingewiesen und als ein Symptom der Art einen Er-
laß Honorius' IV. vom 5. Februar 1286 t>ezeichnet, der den
Bischof von Leon beauftragt, mehrere Templer zu exkommuni-
zieren, die sich in offener Rebellion gegen ihren Meister er-
hoben und die Buigen des Ordens an sich gerissen hatten.
Wahi'scheinlich erfahren wir aus einer Absolutionsvollmacht
Nikolaus' IV. für den Erzbischof von Burgos den nähern
Grund*): Diese Templer aus Kastilien und Leon hatten sich
bei dem häuslichen Zerwürthis zwischen Alfons dem Weisen
und seinem Sohne Sancho für letztem entschieden und waren
deshalb exkommuniziert. Etwas Symptomatisches hatte das
Ereignis unzweifelhaft nicht").
') Beg. 251 f, 12S>* im Archiv der Krone von AregiD lu BuveloD«:
Et hoc si bene in memoriiiin reducatis, factum fait nd boc, qnod, ai mpmo-
rati fratrea Tamplarii Caatelle vellent a nobig bona predicta recuperare, iit
voa iustam habeatie exouBacioDem de ea non tradendo eisdem.
') Prutz S. S91 PapstnrkuDden 19 und Lnnglois, Reg. deNicolaBlV.Nr.740.
"l Dn£ auch die Hospitalitor sich an andern als Glaabenek Hegen b«.
teiligen mußten, geht aus Delavjlle le Ronlx, Cartulaire Nr, 4891 hervor.
Das nragoneeisohp Heer hatte sich 1297 in der Grafechnft Pallttrs versam-
izecy Google
Die SonderatvlInDg der arBgnneaiscben (und spdinVheni Templer. 35
Wie der so kirchlich gesinnte Jayme II. die Stellung des
Ordens in seinem Lande überhaupt aufla^te, zeigt eine inter-
essante Korrespondenz mit dein Großmeister Jakob von Molay.
Im April 1302 verlangte Jayme II, in aurgeregtem Tone die
sofortige Absetzung des Templermeisters Berengar de Cardona,
mit dem der König sonst in freundschaftlichstem Verkehre
stand. Er hatte auf den letzten Generalkortes von Katalonien
sich gegenüber den Wünschen des Königs in nichttemplerischen
Angelegenheiten unfreundlich verhalten. Der Großmeister solle
einen andern einsetzen, der Templemutzen und Königsvorteil
zu einen verstehe. Da die Antwort ausblieb — es war die
Zeit der letzten Templerkämpfe bei Tortosa — , wiederholte
<^er König sein Verlangen Ende September. Am 5. November
antwortete der Großmeister, daß er sofort die Absetzung vor-
genommen hätte, wenn sie nicht gegen die Templersatzungen
verstoßen hätte; er habe von Berengar verlangt, daß er der
KrJUikungen des Königs sich enthalten solle. Inzwischen hatte
der l'nmut des Königs sich gel^: Berengar hatte sich ent-
schuldigt, und nun lobt der König seine Persönlichkeit und
bittet deii Großmeister, die Sache ruhen zu lassen ').
Unzweifelhaft hat auch sonst das Königtum wenigstens
bei d^ Vei^ebung des Meisteranites seinen Einfluß auf den
Orden geltend gemacht. So Jayme II. noch im Jahre 1307,
als er nach Berengars Tode den Eximen di Lenda empfahl *),
Tatsächlich hat ihn Jakob de Molay auch ernannt*). Es sind
Hielt, DD1 einen EiDfall von Norden in Aragonieu abzuwehren. Aach die
Rospitaliter waren einberafen, worden aber scbließlirb diapensiert, da ihre
Teilnahme annJ>tig geworden war,
') BarceloD« Reg. 834. Nach der Templerregel, Körner S. 29 Nr. 87
ist die Sache nicht ganz klar, ob Holay den Uerengar nicht hätte absetzen
darfeo; wohl aber iat er doza nicht befngt nach Kämer, Die Varianten
S. 13 Nr. 28: Der Heister kann keinen Provinzialkomtur übers Meer
kommen laaaen oder forttreiben ohne Oeneralkapiteiabcschlnß.
'j Archiv der Krone zn Barcelona CRD Nr. 2842.
*) Noua vons facons a aavoir, qne pour la longue conissance et pour
Ic bon portement, qne nons avona tous jonrs oy et vefuj en vuus, vous
»TOM fait comandour de In bailli Darsgon . . . Noua vona mitndons Ih
immt et 1a boUe per . . . noetre feel. Dodds a Peytees a X joara de Sep-
tembre, Ot.-Pap. mit Siegelepnren. Archiv der Krone zu Barcelona, Tero-
plirio« Nr. 86. Vgl. auch Templario« Nr. 148 vom 1 1. September ans Poitiers.
3*
izecy Google
86 Zur Geschieht« de« Tempi erordona im 13. .lahrhnndert.
die letzten Briefe des Großmeisters aus Poitiers, als bereits die
Gefahr <]er Gefangennalime drohte: liebenswürdige, einfache
Schreiben, worin er zunächst den Meister zum .comandour de
la hailli Daragon' ernannt, weit er ihn schon lange gekannt
und nur Gutes von ihm gehArl, in der Hofhiung, daij es Goit
zur Ehre und dem Orden zum Nutzen gereiche. Er möge
Frieden und Ordnung unter den Templern und die i^eundlicben
Beziehungen zum König fördern nach dem Rate der ,prud-
homes*. Dann übersendet er ihm Empfehlungsbriefe an den
König und die Königin. In einem Privatbriefe, der das per-
sönliche Empfinden Jakobs de Molay ehrt, ermahnt er den
neuen Meister, sich besonders liebenswürdig der „compaignie*
des verstorbenen Meisters zu erweisen, damit sie nicht mit
Grund klagen könnten, sie hatten ihre Stellung verloren; alle
Härte sei zu meiden. Dann berührt der Mann der Sparsam-
keit gleich einen Geldpunkt : der Verstorbene hat» eine Geld-
summe angenommen und dafür sich verpflichtet, Geistliche an
einem Orte anzustellen. Solche ewige Lasten dürfe der Orden
nicht Übernehmen; or solle für Rentenkauf sorgen.
Die allgemeinen Beziehungen zum Orden bestehen natür-
lich auch in Aragonien. Doch dürfte die Verbindung lockerer
sein wie mit den andern Ländern; ein Umtausch der Brüder
scheint nur vereinzelt vor sich gegangen zu sein. Natürlich
hat auch Spanien in Zeiten der Not seine Templer heröber-
geschickt. Bei der Ein nah nie von Tripolis werden gerade
aragonesische Templer genannt ^) : Gefallene und Gefangene.
Wenn der Ruf des Meisters zum Kreuzzug Jenseits des Meeres'
ertönte, rüsteten sich alsbald Meister und Brüder. So noch
im Jahre 1300. Die Vorbereitungen wurden genau getroffen,
Lebensmittel und Kleidung festgestelll. Gerade die lauten und
erschütternden Klagen, die aus den Gefängnissen des Sultans
in Kairo herüberklingen, zeigen, da§ auch ihr Anteil an den
letzten Ereignissen im h. Lande ziemlich bedeutend ist. Vor
allem sind es Glieder der höchsten Aristokratie, deren Be-
freiung nur mit Mühe gelingt: des Grafen Hugo Dampunas, der
*) Gerade die beiden Toten, welche die Gestei des Chiprois p. 237
erwähnen: Pi^e de Honende, romniandoDr dou Temple et Gailerme de
Cerdone, sind Aragonesen.
izecy Google
Die SondentcUnDg der araganesischen (und apaniKben) Tpmpler. 37
bei Tripolis mif^fochten, und des Bruders des mächtigsten
Prälaten im Lande, des Erzbischofs von Tarragona: Dalmau
de RocaberU ').
Üa£ aus Aragon eine „responsio" jährlich an den Groti-
meister ging, hat Jayme II. selbst gesagt; und diese „rcsponsio'
in (.ield erscheint auch in den Angaben des letzten aragone-
siächen Ordenskapilels. Sie sank von I1(X) Maravets bei Mon-
£00 und Cantavieja auT hundert und weniger bei den kleinem
Hänsem herab; im ganzen belief sie sich aui' ungefähr lOOOU
Maravets jährlicli, was ungefähr 50000 solidi laccenses aus-
machen würde. Leider wage ich nicht mit vollster Bestinimt-
tieit zu sagen, daß diese «responsio' fQr den Grotameister
allein bestimmt ist, oder ob auch der Landesmeister Anteil
daran hatte; das ist um so bedauerlicher, weil wir über die
festen At^aben an die Zentralordensstelle gar so wenig wissen.
Neben der pflichtmätiigen Steuer kamen auch mehrfach ,do",
Treiwillige Liebesgaben an den Landesmeister vor ').
Die reiche Templerkorrespondenz, die bei der Gefangen-
nahme dem Könige an der Zentralstelle in die Hände fiel,
stammt fast ganz aus dem letzten Jahrzehnt des Ordens; viel-
leicht da& man frühere Schrillstücke, abgesehen von den Ur-
tunden aller Art, überhaupt nicht aufbewahrte. Sie gewährt
nach zwei Seiten einen lehrreichen Einblick: einmal zeugt der
harmonische Ton des Ganzen, die individuelle, nicht phrasen-
hafte Frömmigkeit, das lebhatle Interesse an allen Ordens-
und kleinem Weltangelegenheiten von einer unzweifelhafl rich-
tigen Erfassung des ritterlichen Ordensbemfes, die mit ErschlafTung
'I \'gl. Bd. II Nr. 1. DAlmaa de Rocaberti und eine Reihe anderer
ingoaraiseher Templer flehen den KSnig in der Zeit von 1300 — 1307
witderbolt nm HOlfe mn. Die Terhandlnngen mit dem Sultan zeigeo, wie
vcEiig auf deaseo Zusagen zu bauen ist. Weher ataminen diese Gefange-
nen? Db Aragonien keine Konflikte mit dem Snltan in Ägypten hatte, so
kBiuMn es aar Templer sein, die an den letzten Kftmpfea in Palästina oder
uf Tortoaa 1302 teilgenommen haben.
*) Liebesgaben fllr den Grofiraeister werden Of(er gefordert. Ebenxo
für den Landesmeister. Sie BoUen j. B. bringen die offiziellen Gaben nnd
daui das ,de qne ajodar nos podeta. Eue avem donat conget de vendre
blit e altrefl coeea venablea per a la rcBponaio r pagar e a fer vostre do.
tnd Unlieb uft.
izecy Google
88 Zur Geschichte des TeinpleronleiiB im 13. Jahrhundert.
oder gar Entartung nicht das geringste zu schaffen hat. Dann
aber gewinnen wir einen Einblick in den intensiven Verkehr,
den der Meister mit den Komturen der einzelnen Häuser unter-
hält, wie, tief die Einmischung in die Verhältnisse der einzelnen
Stellen geht , wie scharf die Kontrolle ist '). Anscheinend
wurden Jahr f&r Jahr Inventare der einzelnen Häuser ange-
legt, wenigstens besitzen wir solche von Peniscola, die eine
Reihe von Jahren aufeinander folgen *). Wenn's in Barcelona
stark regnet, so befürchtet der Ordensmeister dasselbe auch
für die andern Gegenden und hat Angst, da& die Ordensgärten
und Bäume beschädigt werden ') ; immerfort wiederholen sich
die Mahnungen, beim Verkauf von Wein und Ö! vorsichtig
vorzugehen, und der Preis für beides, für gute und schlechte
Sorten, wird notiert; .wir übersenden dem Komtur von Va-
lencia Order, da& er möglichst schnell Gerste kaufe ; habt
Acht auf die neuen Bäume, dati der Wind sie nicht ausreiüt,
soi'gt, daß die Haustiere sie nicht beschädigen;' «wir teilen
euch mit, daß wir gerade ein Schiff für 6000 solidi bauen;
ihr fragt uns, ob ihr die Datteln übersenden sollt, wir wollen
sie nicht, denn wir wollen lietH.<r Geld.' Zu gewissen Zeiten
der Teuerung und der Not verlangt der Meister eine Getreide-
sperre'): ,LaM in allen Orden unserer Bailei ausrufen, daß
') Unerfrenlicber waren aodere Beziehungen zum Hauptbaase.
Schlimme Straffillle werden dort vorgebracht nod entschieden. So folgende
merkwürdige Geschichte bei KCroer, Die Varianten S. 18 Hr. 42: Ein
Bruder hat Dokumente gsAlscht. Er teilt sie andern mit, diese tadeln ihn,
tan aber nichts weiter. So kommt die Sache vors Provinzialkapitel. Dann
nimmt der Heister die BrDder mit nach Accon tarn Geueralkapitel. Dort
erbalten sie schwere Strafen fOr ihre Nachlässigkeit. Tst das ein reser-
vierter Fall, oder mocht« das Provinzialkapitcl die verwickelte Angelegen-
heit nicht selbständig entecbeidea?
*) Solche sind aua PeniacoU aus mehreren Jahren des beginnenden
14. Jahrhunderts erhalten. Ausgezeichnet sind aach die Marschbefehle: Da
wird genau festgesetzt, wo Tag Ftlr Tag die einzelnen Kolonnen eintreffen
und Qbemacht«n mUssen bis zur Erreichung der Grenze. Bei schleunigen
Sachen wurden die Briefe gesandt: Sien trsmeaes de casa an coa«
') . . . Eram a Barfelona et aguem moltee pIngate et creem, que assi
nietez naga moltes agndes en vostres psrtides. Freitags nach KreuierhO-
hnog im September.
'I Dejrm ves, que, vistes lea presentz, vedetz et fafatz cridar soti
cprta pena per tots los lors de noatrn bntlio. que nul no gos vendre a bom
izecy Google
IHe SondeTatetlung d«r aragonmiBcfaeii (und spaniacfaeD) Templar. 39
keiner einem Auswärtigen Getreide oder Mehl verkaufe; nur
Templerleule und auf Kosten der Templerorte dürfen solches
ausfuhren." Besondere Soi^falt wird den kostbaren spanischen
Pferden zi^ewandt: ,E^ scheint uns an der Zeit zu sein, den
Pferden die Zähne zu ziehen." Aber auch für die andern
Hausgeschöpfe interessiert sich der Meister: »Wir bitten dich,'
»cbreibt er an den Komtur von Mallorca, .daß du bei deiner
Aokunft zum Ordenskapitel indische Höhner mitbringst und
sieb gut zu, daß es Mfinnchen und Weibchen sind').* Be-
sonders ist es aber die »responsio* in Gold oder Silber, dann
die freiwilligen Liebesgaben, worauf in jedem Frühjahr vor
dem Maikapitel hingewiesen wird. Dann wird fast regelmäßig
die Erlaubnis zum Getreideverkauf beigefügt, damit die Kom-
ture sie bequem zahlen können.
Hie und da gibt's auch ernstere Dinj^e: die Flucht eines
Bruders, die Unterdrückungen seitens der königlichen Beamten,
Streitigkeiten, Mi&wachs bedrückt den Ordensmeister; vor allem
nimmt die Korrespondenz seit den ersten Nachrichten aus
KraokreiGh einen ganz andern Ton an, sehr früh fühlt mau
schon, daß das Unwetter nicht an der spanischen Grenze Halt
machen wird.
So routi man sagen, daß die spanischen Templer auch
in der letzten Zeit durchaus auf der Höhe standen. Daß sie
beliebt waren, darf man dagegen nicht behaupten. Dazu ver-
folgten sie ihr Interesse und ihr Recht mit einer Rücksichts-
losigkeit, die ihrem kriegerischen Stande entstammt, aber mit
Ordenswesen wenig zu tun hat. GroÜe Streitpro^esse gegen
die Templer liegen im aragonesischen Archiv; sie entstammen
mm Teil schon der ersten Hftlfte des 13. Jahrhunderts. Und
stets wird betont, daß sie Brand und selbst Mord nicht ver-
schmähen. Vor allem litt der Bischof von Letida zu Ende
Mtnjn blat ni fkrios ni nnl dod goa trer dala locs eine aolamenl honiens
M Templa et per de«p«M dela loca dal Tpmple. So der Templeimeiater
in die Komture von Miravet und Torms am 2T. Mai. Templarios Nr. 114.
') Der TsrnplBrmeiBter an P. von S. Juat, Komtur von Mallorca: Pre-
guB VW, qne, com vendretz al capitol, qaens aportetz de lea galinea de
Indtt at gnardAt, qne sien mascie et fembra. Et si fer ho podetz, aportat
HD» ne il parels TortoM am 17. Deiembtr Templnrioa Nr. b7.
izecy Google
40 Zur lieachichte des Tempi crordena im IS. Jahrhundert
dieser Periode unter ihren nachbarlichen Angriffen. Unaufhör-
lich, täglich fügen ihre Scharen der Kirche von Lcrida und
ihren Untergebenen Schaden zu: , Bäume einschneidend und
abschneidend, an die Mühlen, Häuser und Anstalten der Kirche
Feuer anlegend, zerstörend, ohne alten triftigen (jrund *)."
Auch den Mahnungen des Erzbischofe von Tarragona schenk-
ten die Templer kein Gehör. So wurde dann die höhere In-
stanz, das „brachiuni seculare* angerufen*); meist gingen die
Templer aber bei den königlichen Gerichten nur mit geringen
Strafen oder gar straflos aus. Sie scheuten auch vor Bestra-
fung mi&tiebiger Kleriker nicht zunick, obwohl der Ofßzial von
Tarragona es als unhaltbar bezeichnete, einen Kleriker, der
der Gerechtigkeit vollauf genügen wolle, zu ächten *). Manche
Schwierigkeiten erwuchsen den Templern aus ihrem sara-
cenischen Besitz ; sie hatten nicht bloß saracenische Untergebene
in ihren Städten und Dörfern, sondern auch Sklaven. Eigen-
artige Rechtslälte , die sich zwischen ihren christlichen und
mohammedanbchen Einwohnern ereigneten , wie ich in den
Quellen einen angeführt ''), waren natürlich leicht geeignet,
Mititrauen gegen die Herren zu erwecken, und dienten nicht
dazu, die Anhänglichkeit an sie besonders zu fördern. So ist
denn auch das Urteil der Menge im Templerprozeß sehr kohl.
Jedenfalls findet sich unter dem gewalligen, vertraulichen
Korrespondenzmaterial keine Spur stärkeren Niederganges, grö-
') Vgl. Bd. II, 8.
') Propter quod, cum contra potenciam ipsini) magistri predictuin
episcopum et^ ecclesiam Ilerdenseni . . . aliter defendera neqoeaniiiB, vestram
reginni maieetatem in aniilium brachij aecularis . . . ducinius iavocandaiii.
T^mplarios 136. Der König erließ atrenge Befehle. Trotzdem plauderten
die Templei', nach dem Berichte äea Biachofa von Lerida. einen Ort und
töteten mehrere PeraaDen. Tcmplarioa Nr. 135.
") Archiv der Krone zu Barcelona CRD Nr. 311 vom Jahre 1296:
KeligioGO fratri Bernardo de Monteolino cnmendatori donina militie T^rnpli
de Barberano Dalmaciua de Monteolino decanua et officiaJIa TerracoDeDsie
ealutem in domino. Com vobis pluries reacripaerimus, nt banaimentam per
voa factum contra G. Marcialia clericum preHentinm portit«rem deberetis
revocare, qaod vos facere minime cnraveritia, et ait valde disBOnum clericoa
teuere bannitos, cum aint parati facere . . . inaticie complementum coram
indice ano ordi Dario, befiehlt ihn sofort freizusprechen. Tarragona 1296 Juli 18.
*) Vgl. Bd. II. 3.
izecy Google
Die Templer imd (Us Fapstttiin im letxten Jahrhundert. 41
gerer sittlichRr Vergehen unter den aragonesischen Templern.
Einen ganz andern Eindruck über das Leben der Hospitaliter
erhalten wir durch eine Anklageschrift gegen Raimund Dam-
purias, ans dem berühmten Geschlechte, der damals Hospitaliter-
prior, später stellvertretender GroEprior Aragoniens gewesen.
Hier werden ihm alle möglichen Unsittlichkeiten mit Frauen
and Mädchen, Verwandten, Gefangenen, Jüdinnen, mit Knaben
und MJlnnem, erzwungen und freiwillig, vorgeworfen. In dra-
stischen Schilderungen wird vorgeführt, wie er es versteht, unter
fremdem Namen seine Wechselbälge in den HosprtaliterhSusem
erziehen zu lassen. Der anonyme Denunziant fordert König
Jayme II. auf, die Untersuchung in die Hand zu nehmen; mit
Hülfe der Folter werde er die Wahrheit erfahren.
4. Die Templer und das Papsttum im letzten
Jahrhundert.
Prutz hat in seinem Werke Symptome der Spannung
zwischen der päpstlichen Kurie und dem Templerorden im
dreizehnten Jahrhundert berührt. Zwar kann er keine zu^m-
menhängende Reihe abfälliger Äußerungen der Päpste gegen
den Orden darbieten, woh) aber vereinzelte Zeichen in ver-
schiedenen Perioden, die seiner Ansiebt nach von einer stärker
werdenden Entfremdung beider Mächte zeugen und nach ihm
in den religiösen Verirrungen der Templer ihren wesentlichsten
Grand haben •).
Die Zwiste beider könnten nun aus zwei Quellen ent-
springen: I. Aus einer dem Papsttum nicht genehmen euro-
päischen Politik des Ordens; 2. aus religiösen Motiven.
Die pohtische Tätigkeit der Templer im h. Lande war
Ja gegeben. Sie sollten das h. Land schützen, die Ungläubigen
bekämpfen. Dai die Templer schon sehr früh von diesem
idealen Ziele abgewichen, ist bekannt; ebenso aber auch die
Hospitaliter. Hier waren nun die Päpste zu sehr auf Infor-
mationen angewiesen , um selbständig vorgehen zu können,
hier konnten sie den beiden Orden bloS Mahnungen, nur in
besonder krassen Fällen Befehle zukommen lassen.
') Vgl. z. B. Pruti S. 102.
DigmzecDy Google
42 Zur Geschichte des Templerordens im 18. Jahrhundert.
Anders in Europa, wo die Päpste im 13. Jahrhunderle
eine bis dahin nicht gekannte Vollgewall, auch auf dem poli-
tischen Gebiete, besauen und beanspruchten. Haben in ihre
Leitung der gro&en politisciien Dramen, des staußschen, des
sizilianiscben erster und zweiter Epoche sich die Templer ein-
gemischt, etwa in einer dem Papsttum nicht erwünschten
Weise P Von Neuern treten vor allem SchottmüUer und Prutz
für eine selbständige europäische Templerpolitik ein. Scholt-
müllers Ziel ist der Nachweis einer traditionellen antifranzö-
sischen Templerpolilik, die im Orient mit den Zeiten Ludwigs VII.
im Jalire 1149, Philipps IL, August und des h. Ludwig ein-
setzt, sich mit feindseligen Akten gegen Karl von Anjou in
Europa einführt und noch im Jahre 1303, ja selbst noch 1306
gegen Philipp den Schönen offenbart ') : So ist ein Erklärungs-
grund fQr das folgende gewonnen. Leider hat sich Schott-
mäller die historische Begründuug dieser Phantasien fast ganz
geschenkt. Prutz führt dagegen einzeln belegte t^äUe vor,
deren FYüfung uns obliegt.
Zunächst möchte ich Spanien, speziell Aragonien, von
der Erörterung ausschließen. Hier zwang die Entst^ung des
Templerbesitzes den Orden zu einer kön^lichen Politik, die ja
auch einmal im Kriege gegen Frankreich mit der päpstlichen
in Konflikt geriet. Vielleicht dati schon zu Anfang des Jahr-
hunderts die aragonesischen Templer einmal in einem ähn-
lichen Konflikte erscheinen: sie sollen zur Zeit der Albigenser-
kriege im Kampfe der ketzerfreundlichen Grafen von Toulouse
gegen Simon von Montfort wertvolle Dienste geleistet haben.
Wenn ihre Anteilnahme richtig ist, ich ßnde dafür keine Spur
bei Vaissette und Zurita — und weder Gmelin noch Prutz
gibt eine Quelle an ^) — , so ist sie durchaus natürhch zu er-
') SdiottmOller I, 55. Anscheinend stützt SchottmBlIer aidi auf
Grouvelle, M^moirss bist, snr l«s Templiers.
*| Gmelin, Schuld uder Unschuld des Tempi erordens S, 422: ,Der
QroBprftzeptor der PruveDC«, also gerade des gefBhrlicheteD Teiles von
Frankreich (!), übte die Oberaufsicht, eine Art Tisitatorengewalt Aber Ara-
gonien-Catalonien und dessen GroGprAzeptor, wenn ein eolcher ttberhsupt
besonder« ernannt wnrde, aus,* Dos bej£t die üeziehnngen der damals
nicht franzOaischen Provence zu Arngonien im 18, Jabrhundert ganz ver-
kennen. Dann heißt es weiter: »Künig nnil Volk von Aragonien . . . waren
izecay Google
Die Templer und du Papittum im letzten Jalirhn ädert. 43
kläröi: sie erschienen im Gefolge Peters des Katholischen, der
für seine Verwandten ohne RScksicht auf die religiöse Frage
eintrat. Irgend welche Folgerung daraus füv eventut:lle häre-
tische ZusammenhSnge, für Teinplerpolitik usw., ist ein ebenso
sicheres Phantasiebild , wie die angebliche Visitatorengewalt
des GroÜpHizeptors der religiös gefährlichen Provence Ober den
Grobprfizeptor von Aragonien.
Ob man die diplomatische Tätigkeit der Templer als
polilisdie Tätigkeil des Ordens bezeichnen darf? Ich muß es
lei^nen. Gewiß erscheinen einzelne Templer vielfach als Ge-
sandte, besonders der Kurie und an die Kurie, als Vermittler,
friedensstitler ; aber in ganz gleicher Weise linden wir einzelne
Ürdensmftnaer, besonders im 13. Jahrhundert, Glieder der
Bettelordt;n als kirchliche Diplomaten; sprechen wir deshalb,
d. h. aus diesem Grunde, von einer politischen Tätigkeit der
Orden? Niemals. Sonst mätite man selbst den weltfremdesten
Urden der Kartäuser als politisch tätig bezeichnen, denn aucli
ein^i; seiner Mitglieder waren Diplomaten.
Wie erscheint nun der Orden bei deu oben erwälmteu
S,'roße» politischen Transaktionen? Als Friedrich 11. im h. Lande
erschien, gebannt, in Feindschatl mit Rom, da waren die
Templer in Palästina seine schroffsten Gegner, und die Er-
bitterung darüber verdichtete sich sogar zur Anschuld^ng
schwer zu beweisender verräterischer Taten *). In Europa
zur Zeit der Albigeoserkriege dem verwaiidten Grafen von Toalause gegen
Simon von Uontforta Nordfranzuaen zu HOlfe gekommen, wotiel die arago-
nesieeben Templer wertvolle Hälfe geleistet hntten.' Diese HDIfe habe in
d«r Provence aocb lange in der Erinnernog gelebt, anit unter dem Drucke
dtr Inquisition habe man sich dort no«b knrz vor der Tempi erkatAstraphe
dam KSnige von Mallorca anschlieBen wollen. Omelin Dbersieht hierbei,
dib, abgesehen von der ganz nebensächlichen Templerhfllfe -- falle sie
stattfand — , der Kern, deaaen man sich erinnerte, die Hülfe deu aragooe-
H*eb«n KSnigs war. dafi ein Abfall la Halloros in den von ihm berahrten
Zeiten ebtr einen feindlielMn als frenndlichen Zog für Aragonien gehabt.
UallorcaH und Aragoniens Politik waren in der letzten Zeit des 1,S. .Tabr-
hnndarta vielfach einander feindlich. Prutz <Deuteche Ztschr. f. Geschwiss. 11
<1894| 8 26S] mBchte ans der TeinplerhOlfe im Albigenserkriege auf die
kirchliche Denkweieo dea Ordens in Bpanien schließen; es ist ein vergeb-
lidiBr Versneh!
') Vgl. S&hricht, Geschichte des EUaigreicba Jerusalem S. IQSff.
Die Frage lll£t nich natöriich nicht entscheiden.
izecy Google
44 Znr Geschieht« des Templerordens im IB. Jahrhundert.
finden wir nichts Derartiges; wenn Friedrich sie in Ihrem Be-
sitze kränkte, so geschah das wc^en ihrer orientalischen Kirchen-
politik.
,Um so entschiedener schloß sich der Orden nachmals
an Karl von Anjou an," behauptet Prutz; nach Schottmüller
haben dagegen die Templer 1266 nach der Besitzergreifung
Neapels stark gegen Karl von Anjou agitiert. Und der Beleg?
Für letztere Ansicht fehlt er überhaupt. Prutz weist auf die
Übersendung des französischen Templerpräzeptors Amaury de
la Roche an Kari von Anjou, der ihn in seiner schwierigen
Situation beraten sollte. Das ist alles! Amaury war auf
Drangen Ludwigs des Heiligen wider den Willen des Ordens
das GroSpräzeptorat übertragen ; der Papst hatte energische
Schritte beim Orden getan, um diesen persönlichen Wunsch
des hochverehrten, um die Kirche so verdienten Monarchen
durchzusetzen '). Sicherlich wird dieser Templer als Intimus
des Heiligen ein Freund Karls gewesen sein. Ein weiteres
Dokument blieb Prutz noch unbekannt. Wie Klemens IV. den
Hospitalitergroßmeister aulTordert, da§ er den Prior von Frank-
reich, Philipp d'Egly, von seiner Administration entbinde und
ihm auf Wunsch Karls von Anjou die Verwaltung der Hospi-
täler im Königreich Sizilien anvertraue, so hat der Papst am
gleichen Tage Gleiches für den Templerpräzeptor Amaury de
la Roche vom Templermeister verlangt. Der Orden hat sich
unzweifelhaft dem kirchlichen Gebote gefügt; für seine poli-
tische Stellung ei^ibt sich daraus nichts. Sonst dürfte man
ja auch aus der finanziellen Unterstützung, die der Orden
Karl von Anjou auf Befehl des Papstes, ebenso wie die beiden
andern exemten Orden der Cistercienser und Hospitaliter ge^
währen mußte, Folgerimgen für die politische Gesinnung der
Templer ziehen.
Eher könnte man anscheinend von einer sizilianischen
Hospitaliterpolitik reden. Ihr Mitglied Philipp d'E^ly erhält,
') Amaury war 126T bei der Aafnahtne Molaya in den Orden in
Beina; 1272/8 war er noch praeceptor Francis. Vgl. Hicbolet II, 805 and
298. Ein Templer Arnnlf von Paria in der Anjüoeache wird in einem Briefe
Kiemena' IV. 1266 erwfthnt. Vgl. Sterofeld, Der Kardinal Johann GiiStan
Orsini (1905) S. 72.
izecy Google
Die Templer und das Papsttam im leUUn Jahrhundert. 45
gewiß Dicht ohne eigenes Zutun, mit seinen si>:iltani3chen
Ordensbrüdern den Auftrag, gegen die ^proditores* Karls vor-
zugehen. Der Papst fühlt selbst das AufßLlIige dieses Auf-
tn^es: Licet vestn ordinis habeat observantia contra solos
anna tos sumere Saracenos, quia tarnen parum a Saracenis
differiint, immo aliqui sunt deteriores eisdem . . . proditores,
ijui priino ad Saracenos Tunicii transfugerunt et inde post-
modum ingressi Siciliam cum incredule gentis auxilio quietem
provineie perturbarunt , , . Also wie im Orient soll auch hier
Tor allem gegen die «increduli' vorgegangen werden. Von
nner Templerbeteiligung wissen wir nichts. Aber auch hier
war es verkehrt, von , Ordenspolitik ' der Hospitaliter zu reden.
Die unbedachte Begeisterung Eglys für die Sache des Änjou
hat den zeitweiligen Ruin der Ordenshfiuser in Süditalien be-
wirkt. Wie Klemens gerade ein Jahr später zugestehen mußte,
beklagte sich der Orden bitter Aber diesen Genossen ; trotzdem
fiestatlet er ihm, noch ein Jahr bei Karl zu verweilen '). ,
Dann soll trotz aller Anjoufreundschall der Orden bei
der sizilianischen Vesper die Hand im Spiele gehabt oder
wenigstens aus der Vertreibung der Franzosen Vorteil zu
ziehen gewußt haben! Hier genügt der Hinweis auf die Er-
gebnisse der neuesten Forschung; 0. Cartellieri *) hat die Einzei-
momente der Erhebung hell beleuchtet, für die Templer ist
dabei kein Platz. Wenn dem Orden irgend ein Nutzen daraus
erwachsen wäre, wofür der Nachweis noch zu erbringen ist,
so hätte der Orden keine allgemeine, sondern nur Ordens-
politik getrieben; und daß er das verstand, ist doch über allen
Zweifel erhaben.
Weiterhin nimmt Prutz an, da& die Templer auch später-
hin die Bestaurationsversüche der Anjous unterstützt haben.
Er schheßt das daraus, da& Bonifaz VIII. 1397 den Orden
■) Vgl. Jordan, Reg. de Citroen t IV Nr. 418, 811, 855 und DeUville
h RodIi, CartnUire IIE Nr. 8221. S279, 3^21. Protz, Entwicklung S. 90f.
CarinUire 111 Hr. 8348 wird 1209 der GroSpriar der Hospitnliter in Meseiiia
Jakobn» de Tum „coDeiliarius* des Anjou genannt.
') In seinem Werke: Peter von Aragon und die Biziliantacba Vesper
ervibnt er die Templer gar nicht. Wahrscheinlich beruht die Angabe auf
Kl Bversta ndnissen .
izecy Google
46 Zur Gpwhichte Aea Templerordena im 13. Jahrhundert.
Philipp dem Schönen empfiehlt unter Hinweis auf die Lasten,
welche die Templer in der siziljanischen Angelegenheit getraf^en
Ilaben. Ein Einblick in die Urkunde Bonifaz' VIII. hStte K*"-
nOgt, um Prutz zu zeigen, wie wenig diese , Untersuchung der
anjovinischen Restauratioiisversuche' den Templern von Her-
zen kam. Der Papst hatte sie wie die Hospitaliter gezwungen,
für die sizilianisähe Sache zu zahlen — darum die Bitte an
den König, die so schon Ausgepreüten in Ruhe zu lassen >).
Auf eine letzte große politische Aktion der Templer in
Europa weisen in gleicher Weise Raynald und Lea hin; sie
verlegen sie richtig in die ersten Jahre des neuen Jahrhunderts,
während Prutz nach Dupuy sie anscheinend in frühere Zeit
setzt. E^ sollen angebliche templerische Raubzüge durch Thra-
zien, Einnahme von Thessalonich, Plünderung der Gegend am
Hellespont und Moreas stattgefunden haben. Das wäre aller-
dings ein würdiger Abschluß der templerischen Laufbahn ge-
, wesen! Es handelt sich um das bekannte Unternehmen der
katalanischen Kompagnie, jener berühmten und berüchtigten
Söldnerbande, die Friedrich 111. von Sizilien nach Beendigung
des zwanzigjährigen Heldenkampfes mit Freuden nach Osten
entließ. An ihrer Spitze stand ein abenteuerlicher Korsar
Roger de Flor oder Rc^er von Brindisi. Aus seiner sagen-
haften Vei^angenheit dürfte wohl feststehen, daß er eine Zeit-
lang Templer gewesen und bei der Belagerung Accons infolge
niedriger gewinnsüchtiger Manipulationen das Ordensgewand
verwirkt und sich seitdem, vom Orden als Abtrünniger ver-
folgt, am sizilianischen Kriege beteiligt hat '). Aus den Schand-
') Cum . . . UospitaIJa, militie l'empli . . , magistros, menibTa ac loco
ein BubiectA pridem pro uegotio regni Sicilie non modicnm duxurimus one-
rftoda, schreibt Ronifaz VIII. an den Bischof von Dol, er mögo bei Philipp
dem Schonen bewirken, daß bei dem ihm bewilligten Zahnten die Templer
und Hospitaliter verechont blieben. Cnrtulaire III Nr. 4SS4 and 4874.
') Dapny, Traitei concemsnt l'histoiie de France, sfavoir la condsm-
nation des Templiere (1G85| p. 6 erzühlt; Lee biatoriens remarquent, qa'il
n'y avoit rien exempt de leur rapines; Les chretisne et infidalea trtitei
ägalement; ils envahirent la Thrace, prirent Theesalonique. ravagerent
l'HefleepoDt et le Peloponeae, entrerent dans l'Attique, prirent Äthanes,
tannt Bobert de Brenne, qai y commanduit. AIb Qaelle wird der Cod
tinuator Tyrii c. IS 1. 5 angegeben; dieselbe Geschichte erzfthlt Raynald
in Reinen Ann. ecri. zum .Fahre tSOG [Nr. 5) auh dam Werke des Rosius,
izecy Google
Die Templer Dnd das Pspstfam im letzten Jahrhundert. i1
und Heldentaten der Kompagnie und ihres bald nachher vom
griechischen Thronfolger erstochenen Anführers Kapital für die
Teniplergeschichte schlagen zu wollen, ist ebenso grundlos,
nie aus der Anwesenheit eines dem Orden entflohenen Temp-
lers im Heere Karls II. auf anjo?inische Ordensbeziehungen
zu schließen ') !
Das Ergebnis ist also: Von einer europaischen Politik
des Templerordens ist nichts bekannt geworden. Wohl wird
der einzelne Templer seine Sympathien für die große Politik
oder ihre Gegner ao^edrQckt haben, die Gesamtheit, der Orden
oder die Ordensprovinz, hielt sich davon frei *}. Vor allem
von den großen kriegerischen Unternehmungen. Und so konnte
auf diesem Felde der Orden sich auch keine Freunde, aber,
was wichtiger, auch keine Gegner erwerben. Und dieses Er-
gebnis stimmt durchaus mit der richtigen historischen Auffas-
sung TOD dem europäischen Templerteile als Anhängsel des
morgenländischen überein.
Nur insofern waren die Templer beteiligt, als sie gleich
den andern eiemten Orden für das gewaltige Unternehmen
gegen Sizilien jahi-zehnlelang — wir wissen von Aufforderungen
Riemens' IV., Nikolaus' IV. und Bonifaz' VIII. - Zehnte
zahlen mußten. Das entsprach der Auffassung der Päpste von
ihren dortigen Gegnern, die den Ungläubigen gleichgestellt
werden. Und wie Bonifaz VII!. seinen Kampf mit den
Hut. eqnit. Hieroa. p. 3 1. 1. Er nennt aber hier den Fflhrer: a dace
Rdgerio Templario e^nite, belli peritiBsimo. ac plurea Templarias alioaqne
'JnM praedae et rapinanun cnpidos in eam [claseem) confluzisae. Nach
ibr«n RanbzDgea hRUen die Ten)pler .oniuti divitiis in Gallias nt iie tuto
pcr&oeNDliir, ae recepemot'. Von einer Beteiligung anderer Templer, d. h.
Ordeumitglieder, sagen die QoeUen nichts; vor allem anch nicht ein offi-
zieller Bericht dsa KOniga Friedrich lli. von Sizilien, den ich ep&ter ver-
üffentlichen werde. Über die Jugendge»cbichte Rogera vgl. man die Chronik
»nntaners (BiU. dea Stuttgarter Litt. Vereins 8 S. S4T Kap. 194).
') Fmtz S. 92 fllhrt zam Beveia, daß die Templer .die ReeUa-
ritianaveiaache der Altana unteratDtzt haben", auch an Anm. 6: So begleitet«
Petma de Clanetro 1302 Karl 11. nach Sizilien. Gewig, er war aber ans
den Orden geflohen!
*; Oerade dem eizi lianischen Eroberer konnten die Templer sich nicht
■nscfaliefien, da sie ja im h. Lande eine ihm feindliche Politik lange Jafare
vorfolgton.
izecy Google
48 Zur Gcscfaichtc den Templerordens im 13. Jahrhondert.
Ckilonna ausfocht, forderte er auch von den Ritterorden
Unterstützung >]: Hospitaliter und Templer inutiten ihm je
12000 Gulden, der Deutschorden 1000 Mark Sterling geben.
Dagegen blieb, soweit ich sehe, der Orden im allgemeinen von
den Zehntbcwilligungen für die Mächte ausgeschlossen, obwohl
doch auch hier ein kirchlicher Zweck supponiert wurde. So
konnte Jayme II. trotü aller Bemühungen die Zehntbewilligun^
nicht durchsetzen, so wurde auch Philipp der Schöne ermahnt,
die Ritterorden zu schonen %
Prulz sieht auch eine Erschütterung der Verhältnisse
zwischen Orden und Kurie in einem Eingriff in die Templer-
und Hospitalitei^ter Aragoniens durch Bonifaz VTII. Bonifaz
war Bürge fQr die Zahlung der Mitgift von 75000 Mark, die
Karl U. seiner dem aragonesischen Könige auf Betreiben des
Papstes vermählten Tochter versprochen hatte, und verpf3ndete
Jayme iL dafQr die Besitzungen der beiden Orden. Prutz be-
zweifelt, ob das mit Zustimmung des Ordens geschehen sei,
Die beiden Orden wurden eben nicht gefragt: der Papst sah
sich als den olierslen Besitzer alles Kirchengutes, also aucii
des templerischen, an und verfügte darüber für kirchliche
Interessen. Erschütterung der Beziehungen oder E^ntfremdung
spielt dabei keine Rolle; Sancta sanctio utiliora prospiciens
res ecciesie fieri concessit obnoxias in operibus pietatis, kün-
digt Bonifaz VIII. als seinen und der Kirche Grundsatz au-
Übrigens begann die Belästigung für die beiden Orden erst,
wenn nach Ablauf der dreijährigen Frist die Mitgift noch nicht
ausgezahlt war: das trat 1308 ein, und wie dann im Jahre
1300 die Angelegenheit erledigt war, ersuchte Bonifaz dringend
den König, auf alle EingrifTe in den Besitz der t>eiden Orden
zu verzichten ").
') Am 2S. FebrnftT 1298 fordert pr die drei Orden nnf. Thomas,
l-'anoon und Dig&rd, Rog. de Boniface VIII. Nr. 2426. DeJaville le Ronlx,
Cart^ilaire IIJ 4407. Nr. 2429 befiehlt Bonif&z VUI. dem Generalprokarator
des Templerordens. Jofa&Dues von ftolo^na, der später im TemplerproieS
vor der päpstlichen KDOiniiaaioD viel genannt wird, auch für inBglichBt
baldige Zahlung zu sorgen.
') Über die Geeondtschaft Jaymes in dieaer fiache werde ich aplter
intereaeaote M»t«ria1ieD veröffentlichen.
') Delavill« le Roulx, Cnrtulaire III Nr, 4281 und 4498.
izecDy Google
Die Templer und daa Papsttum im letoteo Jahrhundert. 4Ö
So bleibt als G^ensland der angeblichen Spannung
zwischen Päpsten und Templern nur das religiöse Gebiet. Nun
lijltle es keine weittragende Bedeutung, wenn die Päpste mehr
oder minder scharfe Mahnungen znr innern religiösen Reform
dem Orden hütten zugehen lassen. Davon blieb kaum eine
Orden^emeinsdiafl verschont. Gerade die so nahe verwandten
Hospitatiter haben das nicht ein-, sondern mehrmals erfahren.
Käutn jemals sind einer Ordensgemeinschaft so bittere Vor-
würfe gemacht B-ie diesen Erben der Templer von Gr^or IX. ').
Daß sie unenihaltsam lebten, feile Weiber in ihren Häusern
hielten, fQr 4 Denare jährlich allerlei Volk in ihre „confratria"
aiifDähmen, Schützer von Räubern, Pitgermördern und Häre-
tikern, Testamentefalscher und selbst der Häresie verdächtig
seien — binnen drei Monaten sollten sie sich bessern! Um
die Wende des Jahrhunderts hat der Hospitaliterorden selbst
Bonifaz VIII. zur Abstellung von allerlei Mißbrauchen und
Wirmissen veranlagt ').
Demg^enQber erscheinen die Vorwürfe Innozenz' III.
gegen den T^nplerorden unbedeutend; galt es doch nur ge-
wissen Ausbeutungen päpstlicher Privilegien zugunsten der
Ordcnssammlungen auch an interdizierten Orten, worunter die
iftrchliche Disziplin gelitten, gewissen leichtsinnigen Aufnahmen
in die Ordensfratemität für wenige Denare, wodurch sich die
AflUiierten ein kirchliches B^räbnis sicherten, also unpassender
Gewinnsucht in ihren verschiedenen Formen energisch entgegen-
zutreten. Kein Forscher wird wohl noch den aufgebauschten
und verkehrt verstandenen Äußerungen des Papstes eine prin-
zipielle Bedeutung zusprechen '). Nunmehr hat Prutz einen
Streit des Ordens mit den Päpsten Urban IV. und Klemens IV.
in den Vordergrund geschoben*). Nach ihm ist' der Konflikt
kirchlicher, religiöser Natur. Hierbei gefallene Wendungen
') Delaville le Ronts, CartnlBir« II Hr. 2186: Sicnt int«ll<>ximuB, voa,
Kieretrices in vestria casalibua enb certis appnctionibiis retJnenUs inconti'
nnnter vivitiB et . . . eomm, qoi eonfratriani veetram aMumant, datis in
•nno qnataor ant pluribns denariis, defenaorea voa focitia uaw.
*) Delaville le Roulx, Tiea HuBpiUliera en Terre Sninte p. 248 s.
*} Potthaat, Regg. Pontificum Nr. 3175 zum Jshru 1207. Über das
,nteDt«a doctrinia daemoniorum' bnmche ich mich wohl nicht mehr tu äußern.
*) Pmis a na.
Plnka, Papattam DDd DutargaaR des Tcmplerordem. I. 4
izecy Google
50 Zur GeBchichte des Templ^rordens im IB. .Tflhrhun<lert.
sollen auf gefährliche .Zustände innerhalb des Ordens, Vor-
gänge im Schofie desselben oder Bräuclie, welche die Kurie,
in Kenntnis des ursprünglichen unschuldigen Sinnes, duldete",
mit einem Worte auf die Vorläufer der spätem Templerver-
brechen anspielen; damit soll dann die so sehr gesuchte Brücke
gefunden sein. Auch Lea ') spricht von einer ,rupture between
the papacy and the Temple", verlegt den Grund des Streit«
aber aufs politische Gebiet. Der Urheber soll der Kirche die
Gefolgschaft gegen Manfred vorweigert, der Orden, erbittert
fiber die Verwendung seiner Scliätze zum Kampfe gegen Fricil-
rkhs II. Sohn, ihn in seiner Unbolmäliigkett gcscliülzt haben.
Diese Hypothesen sind ganz unbegründet.
Über den eigenartigen Templerniarscliall Stephan de
Sissy, der den Streit versclmldele, liegen in der Kreuzzugs-
literalur eine Anzahl unbenutzter Nachrichten vor^). Zum
ersten Male wird er bei dein verunglückten Oberfall der Turk-
nianen 12(10 genannt. Die .sogenannte Esloire d'Eracles empe-
reur") nennt nur seinen Namen, die gut unterrichteten Gostes
des Chiprois des „Templers von Tyrus' charakterisieren seine
Flucht als nicht besonders ehrenhaft; sie deuten an, dali seine
Feindschaft mit dem damals gefangenen Herrn von Beirut,
Johann von Ibelin, ihren Grund in einer tollen Eifersucht auf
eine Dame seines Landes gehabt. Der Ordensmeister habe
ihm das Gewand genommen und übers Meer geschickt. Dort
habe er am päpstlichen Hofe bis zur Wahl Gregors X. ge-
weilt*). Das ist unrichtig. Denn drei Jahre später treffen
'] Iiea, A liiatory of tlie Inquisition III, 241.
') Ich verweise tint Rriliriclit. Uennh. ilea Kilnigreiclia Jcnifnleni
S. flfil Anm. 3.
'j Recueil i^es bint. des C'raisndes. Hist. occiilentaux 11, 44.'>; Frpre
Eitiene de Sieisi, mnislre (!) du Tetiiple . . . fiireiit pris.
*) Et eschap« frero Rstience de Saiai, marescbna du l'umplp. douqtirl
fn dit, qiie il üst ann puindnj sur lea Turquemaos mnuvaiseinent et nf fery
mh. ains loraa nu parfait diiu euer, ou quo il \e fifit volentiers pnr male
volont^i, quo on tÜnott qu'il porUiit nu seigaor de litirut por envie d'une fol«
elouzie dune ditme de ae pnis; miiis ou qu'il fust ensi uu autremeiit, le
maiHtre dou Tempi» le iiiandn ontr^mer vi li levA I'alnt. Leqiiel demonni
ä la roiiT [)h Rome tant qac [lape fircgoicp PlaiHontj-, que eatnit h Acre,
quant il ful. ililit ü pape. et cestu Trere Eütiene Je Saisi vtnt por ]aj a
izecy Google
Die Templer und das Papsttum im letzten Jahrhundert. 51
wir ihn in der Eirchenprovinz Sens bei Paris. Papst Urban IV.
halte den Präzeptoren und Templern in Paris und in. der ge-
nannten Provinz die Gefangennahme Stephans de Sissy be-
fohlen; weigerten sie sich oder wären sie lässig, so exfcomtnu- '
nizierte er sie und beraubte ilire Häuser und sie aller Privilegien,
so daß sie von dann ab an der Jurisdiktion der Bischöfe
unterständen. Zugleich hatte ct den Bischof von Paris mit
der Auafahrung der Angelegenheit beauftragt. Die Templer
führten vor dem Bischöfe aus, daß sie ihr Möglichstes getan
und tun fvärden, dem Befehle Roms nachzukommen; sie
würden Stephan gefangen nehmen, sobald sie seinen Aufenthalt
erführen '). Aus einem Mahnschreiben Urbans ') an den Groß-
meister und dem Hauplschreitwn Klemens' IV. darf man ent-
nehmen, daß Stephan in Amt und Würden l>ereits wieder ein-
gesetzt war und da§ dem Meister der Auftrag gestellt wurde,
den Ordensmarschall Stephan, den der Papst dieses Amtes für
unwürdig hielt, zu entsetzen und daü dem Meister ein solches
Vorgehen gegen den Marschall schwer fiel: , Nicht nur ohne
Bitterkeit müsse er es ausführen, sondern mit Dank und
Preude, Denn wenn er sorgßltig fürsorge, würde für ihn, den
Meister, kein Skandal daraus entstehen.* Das Vergehen des
Marschalls wird als .insolcntia" bezeichnet, die sich zu einem
^e^rlichen Skandal ausgewachsen. Offenbar ging der Groß-
meister auf die päpstlichen Wünsche nicht ein. Er sandte
Stephan mit den Abzeichen seiner Würde an Urban IV. Der
Marschall weigerte sich trotz des päpstlichen Befehles, seine
Abzeichen abzugeben und auf seine Würde zu verzichten: Er
würde sie nur dem wiedei^eben, der sie ihm anvertraut und
dem allein er sie zurückerstatten müsse! Niemals habe sich
bis dahin der Papst in die Ordensfimter eingemischt, deren
ßeslimmung nur dem Großmeister und Ordenskapitel zustehe.
So ist er von der Kurie geschieden. Urban IV. exkommuni-
zierte den Marschall und seine Beschützer, ließ den Bann
Acre et »doiie par ce pnpe ncovra l'aliit dou Temple et aln nutremer o 1e
dit pape. Pub), de la aoc. de l'Orieut Ldtin. 8«rie liiat. V. Gesles des
Chiproie p. Ifl5, 166.
■) J. Guirand, Beg. d' Urbaln IV. Nr. 336 vom 13. August 1263.
*) Prutz, EotwicklDog S. 289. Papsturkunden Nr. IT.
4*
izecy Google
52 Zar Geschichte des Templerordena im 13. Jahrhundert.
feierlich verkünden und befahl den französischen und borpm-
disehen Großen, ihn gefangen zu nehmen '). Darüber starb
Urban IV. Alsbald stellte sich Stephan seinem Nachfolger
' Klemens IV. und bat um Lossprechung. Der Papst willfahrte
seinem Ansuchen am 31. MSrz 1265 und legte ihm auf, ein
Jahr im h. Lande als einfacher Bruder zu dienen und dann
zum Papste ohne Übernahme eines Amtes zuröciczukehren ;
sterbe er, der Papst, vorher, so dürfe Stephan Ordensämter
übernehmen '). Von den weiteren Geschicken Stephans ist uns
noch bekannt, daß er Ende 1271 als Komtur von Apulien mit
einem pravenzalischen Adligen Gregor X. aus dem h. Lande
abholte'). Gregor X. bezeichnet ihn einmal als ,S. mares-
callus", als at>8olviert und unbesonnen*).
Eines ist unbedingt aus diesen Tatsachen zu folgern: Ein
Templer, den der Orden selbst nicht absetzt, den der Papst
auffordert zu resignieren, den sein Nachfolger alsbald von der
Exkommunikation loslöst, der fähig ist, wieder Ordensämter zu
bekleiden und der den dritten Papst, mit dem er in Berührung
kommt, aus dem Orient als Ehrenbegleiter nach Italien führt,
ein solcher Mann hat kein auf den Glauben bezügliches Ver-
gehen begangen. Was es im übrigen gewesen, wissen wir
nicht: es kann disziplinarer, moralischer, auch kirchenpolitisclier
Natur ^) sein.
Von diesem nüchternen Standpunkte aus mulä man an
die Deutung und Beurteilung der Vorwürfe gehen, die Kle-
') Vgl. Jordan. Reg. de Clement IV. Nr. 836. Dieses viclitigst«
Stock in dieeer Angelogenheit (auch bei Pruts S. 290 nnkoireht wieder-
gegeben) st«inmt Hua der Ssnimlung des Uerurdus de Napoli, war mithin
undatiert. Es geb&rt aber zu Reg. de Clement IV. Nr. 21—28, die ans
den eraten Wochen dea PoDtifilcales dieses Papstes berrDhren, iat also aa
Ende Mllrz 1265 zu setzen. Die VerkDndignng des Bannes usw. gehen bdh
Nr. 21 hervor.
•) Reg. de CWmeot IV. Nr. 21, 22, 23.
') Die Estoire de GracleB io Hec. des bist, de« croisade« II, 440
scfareibti Li measage qui l'alerent quarre fnrent frerBs Eatiens de Sissi fröre
dou Temple et commanderres de Puille et aire Fouques de Letre.
*) Vgl. Alti dell' accad. Luccbese 184S, XIII, 452 e.
'I Wenn es ein solches ist, so ist das VcrgeJien aber nicht im Reiche
Manfreds, sondern in FraukreiHi vorgekommen. Darauf weisen sowohl die
Briefe Urbans wie Klemens' hin.
iLCD, Google
Die Templer nod dRS Papsttum im letzten Jahrhundert. 53
mens [V. anläüUch fter Mitteilung von der Lossprechung ätepliaiis
dem Ordensmeister macht '), Gestützt auf seine Statuten und
Privilegien hat der Orden offenkundigen Ungehorsam gezeigt;
nach seiner Ansicht kann sich der Papst in die tnnern Ordens-
aiigelegeoheiten nicht einmischen. Dos bekflrnpft Klemens IV..
unter Berufung auf die päpstliche .plenitudo potestatis* ener-
gisch. .Hat er, der Erlöser der Welt,* ruft er emphatisch
aus, ,der dem SchlQsseltrJger des ewigen Lebens Petrus und
seinen Nachfolgern die Himmcisschlüseel übert,'eben und seine
Schafe ohne Unterschied anvertraut hat, vielleicht den Temp-
lerorden, seine Ämter und Glieder ausgenommen?* Dann ver-
weist er ihn auf den überreichen Privilegienschatz, den die
Kirche dem Orden vielleicht zur Eifersucht der andern Orden,
zur Schädigung der bischöflichen Jurisdiktion gewährt hat, und
Euadit das bemerkenswerte Gestöndnis, wenn die Kirche ihre
schützende Hand nur einen Augenblick dem Orden entziehe,
fo würde er dem Ansturm der Prälaten und dem Angriff der
Fürsten nicht standhalten könnettt Und noch einmal betont
er das volle Verftigungsrecht der Kirche über alle Partikular-
kirchen und Ordensgeni ein sc haften, und lebhaft ermahnt er sie
zum Gehorsam gegen ilire Verfügungen: ne nostra et ipsJus
(«clesie patientia, que multa in vobis et ortline predicto per
dissiniulalionis conniventiam tolerat, vestm quud absit, inso-
lentia provocata, illa deducat in discussionis examen, in quibus
cum nullam subsisteniiani iuris invenerit, ea nee vclit nee
valeat ampHus cum . . . remorsu conscientie tolerare.
Prulz hält diese Stelle für entscheidend*): .Klemens IV.
wußte also von dem Orden Dinge, die, einmal zur Sprache
gebracht, für denselben äußerst gefährlich werden mußten!'
Und er fragt: .Enthielt jene Wendung etwa eine für alle Ein-
geweihten vollauf versländliche Hindeutung auf die im Orden
vorkommenden bedenklichen Zeremonien bei der Aufnahme
neuer Genossen, die zunächst, trotz der Verirrung in der Form, -
Sinn und Bezug auf das Ordensgelöbde gehabt hatten, all-
mählich aber für viele eine andere, für die Kirche unduldbare
Bedeutung erhalten hatten?* Die nüchterne Forschung wird
') In dem oben genannteD Schreiben Reg. de Clement IV. Nr. 836.
*] Protz, Entwicblang S. 101 f.
Digitizecy Google
hi Zur UeacHicbt« <les Turnplerurdvna im 13. Jaürhanderl.
mit Nein antworten und in dem Satze nur Andeutungen auf
juristische Übergriffe des Ordens in der Handhabung seiner
Privilegien und Satzungen sehen, wie sie ja gerade in der
starren Festhaltung an der absoluten Nichtintervention seitens
der Kirche sich gezeigt hatte.
Wer unberangenen Blickes die Beziehungen des Papst-
tums zum Templeroi'den bis auT Klemens V. überschaut, mag
wohl hie und da einen Streit, eine Meinungsverschiedenheit
entdecken, aber keine dauernde, oder gar sich allmählich er-
weiternde Spannung. Als Vorgesetzte mahnen die Päpste, aber
noch weit mehr erscheinen sie als Bewunderer des Ordens;
auch Klemens IV. fehlt keineswegs darunter, noch auch Boni-
faz VIII., der die Männer des Schwertes, die „athlete domini'
und .bellatores intrepidi* feiert. Sie alle haben bis zum E^de
den Orden trotz seiner Schwächen für ein leistungsfähiges und
anhängliches Glied der Kirche gehalten, keiiiesw^s fijr ein
,menibrum putridum".
5. Philipp der Schöne und die Templer bis 1305.
Philipps Stellung zum Orden vor der Hegierungszeit
Klemens' V. hat ein besonderes Interesse. Es drängt sich hier
die Fn^e auf: Läßt sich aus der frühem Politik des Königs
einen Schlula ziehen auf das spätere Vorgehen? Prulz hat das
Verdienst, wertvolles, neues Material beigebracht zu haben ').
Leider kann ich auch hier den Hauptergebnissen seiner Unter-
suchung nicht beipflichten, obwohl Karl Wenck auf sie seiner-
zeit besonders hingewiesen hat ^).
Prutz glaubt ein Änalogon für die Bedeutung der Aus-
breitung des Teniplerordens gefunden zu haben. Der fran-
zösische Historiker Bandouin") hat 1887 einer Sammlung von
Urkunden Philipps des Schönen, die sich auf Languedoc und
') Pruta S. 801 ff., 74 ff. Vgl. auch Curaon, L« maison du Temple
H Pnris 1888.
') Gftttinget Gel, Anieigar I8?0 8. 274.
') Lettres inädites de Philippe le Bei, 1H87. Sehr beieichnend ist
die Verweifierung des Leheuaeidee seitens des Bischcfa von Toaloaae and
die Ruch sichtn ahme Fraokreicha in dieeem Punkla; aber mit der eigenUioli
.klerikalen' ii'rage bat das nichts zu tun. Vgl Brief 2 p. 6.
izecy Google
Philipp d«r Schöne und äiv Templvr bis 1305. 55
besonders Toulouse beziehen, eine Einleitung über diu drohende
Kl<>rikalisierung der Languedoc nach den Albigenserkriegen vor-
au^eschickt. Die Schilderung ist einseitig und übertrieben.
Der dort cfaaraiiterisiertc niedere Kierikat, der gern alle Privi-
legien des Klerus beanspruHite, ohne aus dem bürgerlichen
Leben auszuscheiden, ist kein spezielles Symptom für die
Languedoc und Toulouse, sondern in derselben Ausdehnung
andersivo, z. B. im benachbarten Aragonien '), in Frankreich
selbst, zu linden. Daß dadurcb ganze Gemeinden von tonsu-
rierten kleinen Kautleuten und Fleischcrknechten „eine Stellung
außerhalb der sonst geltenden politischen und munizipalen
Urdnuiig eriai^en*, ist eine durch nichts bewiesene Übertrei-
bang Baudouins, die Prutz nacbgeschrieben hat. Was die
Synode zu Beziers über die ein allzu niedriges Handwerk
treibenden Kleriker sagt, tadeln auch andere kirchliche Organe
an andern Stellen *). Und so lietse sich denn auch die Ansicht von
Prutz, daß wir hier eine Parallele zu den Wirkungen haben,
welche die Ausbreitung des Templerordens in einzelneu Teilen
Prankreichs zeigte, dab der Orden vermöge seiner Ausnahme-
:ilclliing .den sicli stets erweiternden Kreis seines Besitzes,
seiner Leute und Scliützlinge g^en alle staatlichen Ansprüche
absperrte", einTach auf alle Länder, wo sich Templer ansie-
delten, ausdehnen — wenn nicht wie in Spanien besondere
Verhältnisse vorlagen — , und damit verliert diese Deduktion
alles Eigenartige und Beweiskrüftigc. Was bleibt, ist die starke
Vennehrung des Templer-, aber ebensogut des tlospitaliter-
hesitzes in ganz Frankreich ^) und eine Reaktion des König-
tums dagegen, die mit dem Sohne des h. Ludwig, Philipp KL,
einsetzte und von Philipp dem Schönen energisch weitergeführt
'l Di« Fr*ge, wie diesen clerici oxornti zu begegnen sei, spielt durt
eioe Hauptrolle. Aragonien, nicht Frankreich, sah eich gezwungen, einen
HeFormentworT hienn bfim Konzil von Vienne zu bettotTAgen.
') Hefele-Kn&pfler, Konziliengescliichte Bd. 6', 370 u. i).
') Jn J. 413 Nr. 80 (Pergamentroi le) der Arcbivea Nationales heiKt
e>: item id hoc, qnod dnnuniu rex meadavit, nt eum certiitcarem de valore
rt condiUona rernm Bcquiutamin per Templarioa et Hoapjtalarios a XLV
uni» citra in seneeoallia Bellicadri, diligeoter inqnisivi et ioqulri feci et per
iDqniaitioneni, nt eequitur . . . Templer: Summa Vl"i LXX libr. X sol.
Uixpitaliter: Summa Vm 11<: 11 libr.
izecDy Google
56 Zur Geschiclit« des Tsinplorordene im 13. Jahrhusdert.
wurde. Des ersteren Oi-donnanz ,Ecclesiaruiii utilitali* ') be-
schränkt den Envcrb der Kirclie und kirchlichen Genossen-
schanen auf bestimmte Fälle und erhob im übrigen die soge-
nannte Amortisationsgebühr für alles Erwortiene; denn durch
den Übergang in die Hände der Kirche verlor der Staat eine
Anzahl Hechte, und hierfür suchte er sich schadlos zu halten.
Philipp der Schöne ließ zu wiederholten Malen Generalunler-
suchungcn*) über allen von den Kirchen und Genossenschaflen
erlangten Neubesitz veranstalten, die Güter bis zur Feststellung
wohl .saisiren' ^) und sich für die Genehmigung des Besitzes
bedeutende Summen auszahlen. Nunmehr verstehen wir die
Frage des Seneschalls von Carcassonne und die Antwort des Königs
vom Jahre 1389*); „De virifi religiosis, Templariis et aliis, qui
post constitutionem ,Ecclesiarum utilitati" in feodis, retro-
feodis et allodiis requirere non cessanint, tarnen exemptionibiis
quam l^atis et diversis donationibus eis factis" und die Ant-
wort: ,Compellantur tales ponere extra manum et interim
acquisita habere in manu regia teneantur." Ob nicht auch für
die unrechtmäßig erworbenen ,1'eoda, retrofeoda et allodia*
das Besilzrecht durch eine finanzielle Operation zu enverben war?
Nun hat Prutz eine Gruppe von vier Urkunden aus den
Jahren 1287—1292 aufgefunden, in denen drei eine fast gleich-
lautende Formel tragen ') : Scire vos volumus, quod res et
bona IVatrum militie Templi in vestris potestatibus existentia
saisita in manu nostra ratlone acquisitionum per ipsos factarum
a triginla tribus (oder: quadraginta quinque)*) annis circa
') Kecneil dea OrdonnanceB 1 besondera p. 30S.
', Boutaric, La France sous Philippe le Bei (1861) p. 68s.
") HierzD scheint oft äaa Einlegen eines k&niglichen Beamten gehSrt
*} Vaiaette-Moliaier, UiM. generale de Langundoc X' p. 241. Dafi
die Templer namenUich genannt eind, kann bedeuten, dafi die Templer bei
der Erwerbafrnge im Vordergründe atehen. Mehr nicht. Die Urk. anch
abgedr. ohne Hinweis auf Vaisette in Baudouin, Lettres ineditee de Philippe
le Bei (1887) p. 211.
■) PratE 8. 802 f. Nr. 10-13. Die Briefe aind in der Adresse gekQrat.
*) Warnra gerade dieae ZeitrAume, ist schwer zu sagen. Soweit wir
sehen, bedeuten die Jahre nm 1245 keine Epoche im Erwerb fDr die Templer.
Wohl 12&8, und damit ist die vorige Ziffer (xum .Tahrs 1291/2) erklArlich.
S. Pruts S. 78. Aber 45 ist auch in der nndatierten Aufforderung für den
Seneacball von Beancaire genannt.
izecy Google'
Philipp der Schöne und dio Templer bis 1305. 57
Tohimus sibi recredi* und dann fo^ meist der Templerthe-
saurar in Paris als .responsalis* oder- .responsor'. Prutz
sieht darin einen Konflikt des Ordens mit dem Könige, der
nach kurzer Freundschaft — denn 1286 hat der Köni^ noch
eine dem Orden günstige Entscheidung getroffen — zu Anfang
der Regierung Philipps ausgebrochen sei und jahrelang ge-
dauert habe. Im Jahre 1307 habe er also nicht einen ahnungs-
losen Gegner ötwrfallen, sondern nur einen früher geführten
Kampf wieder aufgenommen; in der mittleren Regierungszeit
habe es eine Epoche der Nachgiebigkeit gegeben.
Zunächst fällt aus der Mitte der vier Besrhlagnahnie-
dokumente eines heraus : es bedeutet etwas ganz nnderos ').
Während Prulz daraus macht: „Philipp IV., König von Frank-
reich, beßehlt die mit Beschlag belegten Güter der Servienlen
des Templerordens gegen Beeinträchtigung zu schützen" , ist
der wirkliche Sinn der, daü Philipp seine gesamte Beamten-
schaft auffordert zum Schutze der Templer, ihrer Servienten
und Güter, da sie sich — d. h, Templer, Servienten und
Güter — unter königlichem Schutze bellnden. Also eine der
viel«! Protektionsurknnden, wie sie zu allen Zeiten und aller
Orten vorkommen, hier jedoch von besonderer Bedeutung, da
sie in die Mitte der von Prutz konstruierten Kampfperiode des
Kön^ mit dem Orden föUt.
Im übrigen hat Prutz den Fehler b^angen, aus den drei
l'rkunden ein den Templern, und nur ihnen, feindliches poli-
tisches System zu schaffen. Talsächlicli handelt es sich aber
um eine ebenso gegen die Hospitaliter und andere kirchlichen
Organe geplante und wohl auch au^eübte Maßregel, deren
Zweck unter Philipp dem Schönen unzweifelhaft wesentlich
finanzieller Natur ist. Schon die Erwähnung dieser Maßregel
in dem letzten groien „Freibriefe" Philipps für den Orden im
■) Die Urimnde Imtet Prnti S. 802 Nr. 11: .Univeraia eenesollia . . .
(JDiB h«treg militie Templi et earam bona in noatra sunt cnetodis, vobis et
cnilibet vertmin mandsiniis, qnatenua totiens, quotiena opas fuerit et ab
eiaden reqaiatti fncritJB, ipeoe (Pruti: ipais) frntrea, {Komma fehlt b«i Prutz)
»rvieDtea et bona aornm in vestrie pot^atatibus existentia ab iniuriis, vio-
leatiia notoriia at manifeetia deffendatia ... Ee handelt sich alao um
BrBder nnd Servlentsn and Güter. Wie kann da custodia Beschlag tiedeuten?
izecDy Google
5ä Zur Ijewliiulit« dua leniplaruriluna im VA. Jnlirhundurt.
Jalirc 1304, in dein er seinem Intimen, dem Gencralvisilator
Hugo Peraudi, sicherlich keine Feindseligkeiten beweisen wollle,
hätte Prulz stutzig machen sollen '). Es handelt sich also
sicherlich nicht um eine .grolüe prinzipielle Fra^e", und wemi
in einer Urkunde genauer angegeben wird, in welcher Weise
bei der „saisita" die Fnilung des templerischen Erwerbes vor
sich gehen soll, so darf man darin doch nicht eine Maüregel
sehen, wonach der König ,ini Laufe der Verhandlungen seine
Forderungen gesteigert und die Rechtmäßigkeit des temple-
rischen Besitzes zur toten Hand in noch weiterem Umfange
angefochten habe". Übrigens glaube ich nicht, daü die drei
Beschlagnahmen als allgemeine, sondern nur als partielle, in
verschiedenen Teilen des Reiches anzusehen sind*); erst so
versteht man die schnelle Aufeinanderfolge. Es ist ganz be-
greiflich, daß in spätem Zeiten der Regierung derartige Revi-
sionen nicht mehr oder seltener vorkamen, die Urkunden
darum auch seltener sind; denn die Prüfung der Rechtsfrage
war ja ein für allemal vorgenommen ^).
Vorhandene Symptome der ursprünglichen Feindseligkeit
Philipps gegen die Templer glaubt Prulz erkennen zu können;
So den Spruch des Pariser Parlaments von I29U - unter
Berufung auf ältere Ordonnanzen — , daß die Gültigkeit der
den Templern und andern Orden bewilligten Privilegien vom
Tragen des Ordeiisgewandes abbange*); oder den Beschluß,
daü Hospitaliter und Templer Leuten, die dem Orden nicht
wirklich beitreten, auch das Ordensgewand nicht gewähren
') In caeii etifim, ubi booa Tempil saieirentur vel caperentor nostru
ac nuetromm ofticialiuiii maadato, anua servieua dumtaxat in domo ana,
locu vel manerio ponntur, qui de stipeodÜB suis vivat. Pnitz S. 307.
'; In diesen Fallen Iioifit es: rex aeneecallia et. In dem einen allge-
ineinen Falle der Schatzverleihung hei&t ea: untveraia aenescallis obw.
') Üb«r Nenerworbenes vergleichun sich der Schatzmeister des Tem-
pels und der OeneralprDknrator des Ordena im Jahre 1295 mit dem Kfinige.
Was bis zu 1000 Pfund Wert erworben, bleibt frei, fDr das andere bflrgen
sie uod der Oeneralprfizeptor Hugo de Feraudo in bestimmter Zeit lu
zahlen. Prutz S. 81 macht das wieder zu einem prinEipiellen Vergleich,
wahrend es sich nur um die Wiederholung einer einfachen Finanzaktion
handelt.
*) Vgl. Delaville le Koulx, Cartulaire g^näral de l'urdre dea Uoapi-
taliere (1899) III Nr. 4Ö72.
izecy Google
Pbilipp der SctiOne und die Templer bia 13ü5. 59
sollten. Warum denn hier in Maßregeln, die für eine Reihe
von Orden gelten, die auf ältere kirchliche und staatliche An-
ordnungen zurückgreilen, .eine Aktion des französischen König-
tums g^n die Templer sehen"?
Für die Verteid^r der Persönlichkeit Philipps \*ar es
von Werl, das Vorgehen gegen die Templer nicht als etwas
Momentanes, vielleicht von augenblicklicher Stimmung Einge-
gebenes, sondern als Ausfluß einer stetigen, natürlich berech-
tigten Feindschafl. gegen den Orden darzutun. So schreibt
schon Baluze>): .Vidi buUam . . ., ex qua apparel iam tum
(1290) Philipp! animum abaüenatum luisse ab ordine Tem-
plarionim*. Andere haben sein Beweismalerial gelten lassen,
und Prutz hat daraus sogar geschlossen, daß schon tSOO Papst
und König, , Nikolaus IV. und Philipp der Schöne in der Ver-
werfung des Ordens einig gewesen seien* *). Und worum
handelt es sich? Wir stehen im Kample Philipps des Schönen
und seines Verbündeten Jakob von Mallorca mit Aragonien;
der Kampf wurde auf Verlangen der Kurie geführt. Nun lag
an der Grenze in Roussillon ein Templerhaus — wohl Mas
Deu — , das zur aragonesischen Komturci gehöile; die ari^o-
nesischen Templer standen auf Seite ihres Königs gegen Frank-
reich und zu ihnen hielten sich höchst walirschcinltch, wie das
Schreiben des Papstes andeutet, auch die Templer in Rous-
sillon. Philipp veranlaüte den König von Mailorca zur Be-
sclil^nahme, und Nikolaus IV. bittet, das Haus dem Orden
zu belassen, wobei er lür Übersiedelung neuer, durchaus un-
verdächtiger Templer sollen will. Und das muü denn auch
') Tilae paparum Avenioneneium ), 569 und die Bulle II p. 12. Der
KSnif möge es restitaieren: ei diuti magister et fratree doTHns Tenipli Jero-
BolfmiUneneia , pront eia expreate mandavinius. dictnni domum talibua
gubernandam commiseriDt, qni Romanae ecclesiae ac re|;aliB excellentiae
ideles existant et de qnibue non poasit einietri aliquid suepicari. Daa ist
dodi der deutlicbate Hinweia, dafi die frOhern eben verdächtig gewesen
*ar«i. LeMy de la Harohe in eeinem Werke: Lea relatioas politiquea de
la France avec le royaume de Hajorque bat diese Bulle Uberaeben. Die
Mle jetzt anch Langlois, Reg. de Nicolaus IV. Nr. 7533.
') Giheimlehre und OefaeimatatntoD des Tempi erordena S. 19. Aucb
ip: Entwickelang usw. weist er 8. 80 Anm. 2 auf die angebliche Bedeutung
der Bulle bin.
izecDy Google
60 Znr Geschiebte des Tomplerordens im 13. Jahrbundert.
geschoben sein. Wie will man aus einer solchen, von der
politischen Klugheit durchaus gebotenen Maiäregel auf eine all-
gemeine feindliche Gesinnung des Königs i>der nun gar des
Papstes schlietäen?
Das Ergebnis ist: Es liegt kein Beweis einer Animosität,
einer längeren Feindschart Philipps in seinen Anfängen gegen
die französischen Templer vor. Ebensowenig bann ich eine
Wandlung der Gesinnung Philipps, ein Zurückweichen -vor den
Ansprüchen des Ordens in der Folge feststellen. Pnilz leitet
diese Auffassung eines Umschwunges aus den Urkunden der
spätem Jahre her: aus zwei Bestätigungen früherer Einsett>c-
stätigungen seines Vaters und Gro£ivaters, aus einer Bestätigung
der Neuerwerbungen in der Brie (129^), worin ganz genau
nach oben angedeuteter Sitte tue Templer sich mit dem könig-
lichen Finanaheamten für Zahlung einer bedeutenden Summe
auseinandergesetzt haben, eine ähnliche Konrirniation, die dem
Templerthesaurar zuliebe geschehen ist — wie kann man dar-
aus ein Zurückweichen vor dem Vordrängen der Templer kon-
stniiereni'! ') Tatsächlich bleibt sich die Stellung Philipps
zum Orden während der ganzen Zeit bis I3Ü5 gleich. Er nutzt
den Orden wie die andern in seinem Interesse aus, die Templer
vielleicht noch mehr, da sie seine Finanz Verwaltung leiteten,
und er gewährte ihnen dafür einzelne Privilegien als Zeichen
seines kühlen Wohlwollens.
Unzweifelhait wird das Verhältnis etwas wärmer in den
Jahren 1303 und 1304, in den Tagen des gewaltigen Kampfes
mit Bonifaz VIII. und des größten Tiefstandes der königlichen
Kasse: da brauchte der König die Templer. Vielleicht hat
Bonifaz VIII. auf den Beistand der Templer im bevorstehenden
Streite gehofft*); er lädt den Generalvisitator 1302") zu einer
Besprechung nach Rom ein; Hugo Peraudi ist dort nicht
') PruU 81 aiebt in der EntDahine von S200 Pfund KreuzEogBgnlder
Hl» d«m Psriaer Temp«! 1297 eine Genilligkeit dea Ordens. Wie solHc
der Orden diis denn verbieten? Die Urkunde ist nur eine einfache Be-
ecfaeinigung.
*) Von Geldsendungen dea Ordens an Bonifat VIII. in dieser Zeit iat
Öfter in Werken Ober den Orden die Hede. Ich finde in den Quellen dir-
aber niobts.
■) Vgl. Bd. II Nr. 6.
izecy Google
fhilipp der Scbane and die Templ^T his 130&. 6)
nachweisbar, wohl aber im Herbst, Iturz vor dem rAniischen
Konzil und dem Erlaß der Bulle: »Unarn satictam", sein
gleichnamiger Neffe Hugo >). Hegte der Papst solche HofTnun-
t!on, so hat er sich getäuscht. Auch der Oeneralvisitator hat sich
in der gro^n nationalen Bew^ung des folgenden Jahres dem
Kön^e angeschlossen , den Papst fallen lassen ') ; Philipp hat ihm
iiml seinen Häusern mit einem feierlichen Schutzbriefe gedankt.
Prutz*) betont besonders dieses Ereignis der Einigung
des Ordens, .der fflr den berufensten und bewährtesten Vor-
kämpfer der Kurie galt", mit dem Feinde des Papsttums:
.Daraus wird sicher eine tiefe Entfremdung des Ordens von
dem Papsttum gefolgert werden mössen." Nicht vom Papst-
tum, sondern nur von Bonifaz VIII. ! Das Ereignis ist filr sich
ohne symptomatische Bedeutung; im ti^enteil wOrde es auf-
gefallen sein, wenn unter den 800 mehr oder minder erzwun-
genen Anhängern des KAnigs, zu denen alle Orden zählten,
seihst die Dominikaner, nicht auch der Vertreter des Teinpler-
ordeas erschienen wäre, waren doch auch die Hospitalitor
vertreten! Auch Jakob von Molay würde sich gefügt haben,
wenn er in Frankreich gewesen wäre.
Welchem Grunde der große Freibrief für die Templer vom
Jahre 1304 seinen Ursprung verdankt, wenn nicht der Geldnot
des Königs, ist schwer zu sagen*); besonders wird die Intimität
lies Königs mit dem General vtsitator hervorgehoben. Anscliei-
nend stand nun dem Orden eine Zeit reichster Entwickelung
auf französischem Boden bevor. Es war aber in Wirklichkeit
<lie letzte Gunstbezeugung des Königs für die Templer: kaum
ein Jahr später war er ihr furchtbarster Feind geworden.
') Der sp&tAr xa den weoigen IwkHunteD Ordensflflclithiigen gebOrta:
llagu von CliklaiM.
*) Vgl. Dapujr, Bist, da difKrend osw. preuvee p. 112.
') 8. M. Das Ganze maß al« ein Gewalt- und Notakt betraclitet
Verden, über den die beteiligten Parteien, Hapattum nnd Königtam, später
im liebalen binwegaahen. Darum bedeutet aocli die PrivilegieDbeatStigung
Ibnedlkts %l. für die von Prutz S. 84 berflhrte Frage Ober eine eventuelle
zvieqt&llige Anffaasung im Orden in dieser Frage venig. Auch den Pariaer
Domiaikanern iat vom Papate nichts geachehen.
*i Pmti 8. 307. .Hugo de Pareio*, viaitator Templi in Francia ala
Reieptar anrb erwBhnt 130ä Jnli 10 in Bandouin I. «. p. 163.
oy Google
J
62 2ur Geschieht« des Tempi erordena im 13. JAbrhondert.
6. Die innere und äußere Entwlckelung des Ordens
und seine Beurteilung in der letzten Zeit.
Um den Wert oder die Schwächen eines groüen klösler-
lichen Gemeinwesens in einer bestimmten Zeit zu pmren, habei
wir eine Anzahl Hülfsraittel, die uns die Ordensregeln, die
Beschösse der Kapitel, die allgemeinen Reformversuclie, die
Zeitberichte, das Urktmdenmaterial bieten. Der Templerorden
weist letzteres Material nur dürtlig auf; Urkunden, die uns
einen Einblick in seine Denk- und Handlungsweise bieten, ab-
gesehen von den Prozeljakten, fehlen fast gänzlich: es feilen
vor allem auch Skandalberichte. Die erzählenden Quellen be-
rühren seine Talen, dringen aber nicht in das sorgfältig ver-
hnllte Wesen des Ordens. Pronunziamentos aus Ordenskreisen
selbst gibt es natürlich kaum; die paar im engeren Sinne
literai'iscben Erzeugnisse berühren den templerischen Interessen-
kreis im Orient und haben hier auch einen geschärften Blick
lur die Schwächen der kirchlichen und päpstlichen Politik ').
So bleibt die Begel übrig und die damit zusammenhän-
genden späteren Ordensbestinimungen. Auf die Art, wie die
letztern entstanden, habe ich schon kurz hingewiesen *). Sic
Ißliren uns als Beschlüsse der Generalkapilel des Ordens bis
hart an die letzte Zeit"), jedenfalls in die Amtsperiode des
drittletzten Grolämeisters, in einer Zeit, in der nach einer Reihe
von ProzeOaiissagen das Verderbnis im Orden schon minde-
stens 10, ja 20 und mehr Jahre gedauert haben muü, da die
Aussagenden schon so lange dem Orden angehören. Aber
') Der Templer, der im Orient die Quatea des Chiprois srlirieb, lie-
sclinldigt in einer liittern Si:tirn alle PricBler der Simonie p. 270. Vgl.
ähnliche Ideen in dem Werk eines Andern Templers bei Fiinriel, Hist. de
la pu^aie provsD^flle II, 138.
•) S, oben S. U, 35.
') Besonders auch das BrnclistUck der IIS. in ItBrceloiia. Die
VarJUDten daraus liat üelaville le Roulx in dem Anonaire-Bulletin do In
SuniHi de rbist. de France, 1889, 187 f. veröffentlicht und K. Kßmer ik
Vnrianten der Uarcelonacr Handachrirt der Templerregel, l'rniiramm Neun-
kirclien 1904 eine überaetEung mit Anmerkungen geliefert. Der Text der
Handachrirt nia6 nach Kümer im Orient entotanden aein; das Exemplar
von Barcelona kann darum doch apaniachen Ursprungs sein.
izecy Google
Innere nnd ilnfiere Flntwirk^lnn); drn Ordens unH spine Bpurt«iliing. 63
«lürfea wir diesen Komplex von Bestimmungen überhaupt zur
Beurteilung des Ordens verwerten? Pnitz verneint es'): er
tritt für eine fast völlige Unbekanntschatt der Templer mit
ihrer Regel und ihren Statuten ein. Die Regel habe eben
aufgehörl, die Norm zu sein Tür die ins Tlngemessene gewach-
sene Genossenschaft. Schon Gmelin hat dagegen protestiert,
dann aber wieder eine starke Unkenntnis der Gemeinschaft
mit den Statuten zugegeben: dafür fehlen aber die Beweise.
Niitürlich nehme ich keine I^ektQro, kein Auswendiglernen der
Statuten im allgemeinen durch jeden Templer an: das war
auch in andern Orden nicht der Fall. Unzweifelhaft ist aber
jeder Bruder einmal oder öRer mit dem Kerne bekannt ge-
worden, wie sollte er sonst mit dem Sti-afwesen l>ekannt sein?
Und daß dieses der Fall wqr, wird doch jeder Leser der Pro-
zePatten zi^eben: der Bruder mutite doch wissen, wann und
wk er sich verrebile*). Der aragoncsische Templer Raimund
ta Guardia berufl sich in seinem ersten Schreiben an König
') Vgl. Entwickelnog usw. 13; Deutaclie Ztschr. f. fiaachwiss. 1894
S. 261; GmelJD, Schuld oder Unaclmld des Teinplerordens S. 117; daEn
106 nnd 118.
'i Mir arhcint, dnfi Ober die weite Vfrbreitong äer Heknnntjtchiift
mit der Regel im Orden Icein ZweifGl hernichon knnn. Wenn ein Bruder
Mgt, diese Kegel sei von derselben Art in allen Lündern der Welt, so
MUt doa dorh eine bedeutende Kenntnis nnf dieHem liebiete vurniis. Mun
Imt im Orden doch darSber geBproi-hen. Freilich war die Regelkenntnin
nicht immer eine klare. Kin interemaDter Fall, der zugleich eine vor-
nflnnige KMuiatik bekundel , oteht in der Hnndsclirift von ItAruelcina :
Eis Bnider kla^ sich im Kapitel eines Vergehens an. Der Meister
fragt, ob er wisse, daß das, weshalb er nm Verzeihung bitte, verboten sei;
FT erklilrt bentimmt: .Is. Nan stellt der Meister die Frage and heißt ihn
hinansgehen. Das hatle er getan, wie er sagt, weil der Bruder sieh so
■DSge«|irochen. Denn das, was er getan, sei gar nicht verliolen. Trotzdem
vnrde er besiraft, und so sollt« stets verfahren werden. Kttmer. Die
Virisnlen 8. 26. Die BrDder. welche bei deu lablreicben Kapiteln ver-
erhiedenster Art die Entscheidung füllen, müssen doch die Kegel genau
ei-kannt haben. In einem Falle (Kiirner, Die Varianten S. 22) heißt es bei
dem Votum aosdrBcklicb ; ,Weil es in nnserm Orden heiEt.' Man kann
doch nicht anuehnien, daB ein Buch stets zur Hand gewesen ei>i. Die
gentoe Kenntnis des Servienlen Ponzardus de (iisy (Michelct I, 86 ss.) ist
Dm au merkwürdiger, da er die Regel doch im (iefüngnisso nicht bei sich
trog. Vgl sonst noch 1, 3)48, 421, 4M4 usw. fJohottnialler II, 163 usw.
M«Mrd. Hist. . . . de la Ville de Nismes (1701), preuven p. 212.
izecy Google
Ö4 7mt Geschichte des Templerordens im 13. Jshrhanilert.
Jayme IT. auf die Templerregel •) als etwas Selbstverstfindliches ;
dann auf die andern »ordonainentz et establimens' , die so
vortrefflich und wohl geordnet sind wie in keinem andem
Orden. Nicht bloß die Ordenskleriker debattieren über ein-
zelne Punkte, über das Obereinstimmen und Widersprechen
mit dem großen Ordensprivileg »Omne datum opiimiim*, auch
der Laie erörtert sie. Bekunden denn nicht die merkwärdigen,
viel- besprochenen Vorwürfe des Badulf de Gisy eine genaue
Kenntnis der Regel? Ja, man könnte von einer Partei unbe-
quemer Regelkenner im . Orden sprechen. Der Ordensritter
Geraldus de Causso erzählt, nachdem er durch eine Reihe
Einzelfälle seine genaue Bekanntschaft mit den Ordensstatuten
bekundet, daß die letzten Großmeister bis auf Thomas Berardi
herauf, also bis in die Mitte des 13. Jahrhunderts, den Besitz
der Regel und ihrer verschiedenen Anhänge ohne ihre oder
der Groüpräzeptoren Erlaubnis nicht duldeten. Ja, Jakob de
Molay soll sich derartige Bücher haben bringen, einige ver-
brennen und andere den alten Ordensmitgliedern aushändigen
lassen. Auch Geraldus hat dem Großmeister eine Schrift des
h. Bernhard gegeben — wahrsclicinlich das ,Lob der neuen
Ritterschaft Christi" — und sie zurückerhalten. Es gab diesen
Maßregeln gegenüber zwei Parteien: die Jüngern, die angeblich
allerlei Verdacht hegten, warum das geschehe, und die Alten,
die behaupteten, seitdem das Literalentum im Orden groß ge-
worden, ginge OS ihm nicht gut mehr. Warum die Autoritäten
diese Verbreitung der Statuten niclit gern sahen, ist l>ei Be-
rücksichtigung des militärischen Charakters des Ordens leicht
be^eiflich. In dem Sinne, daß jeder Servient genau wußte,
wie schwer ihn der Obere bestrafen durfte, welche Ausnahmen
zu erwägen seien, überhaupt daß durch die Kenntnis die Kritik
geweckt werden konnte, mußte vom Standpunkte der Disziplin
aus den Voi^esetzten eine solche genaue Kenntnis unbehaglicli
sein. Jedenfalls geht daraus hervor, daß gerade in den letzten
Zeiten die Statuten und Regeln im Orden bekannt gewesen
sein müssen; darauf weist auch die Talsache bin, daß im
Prozeß von EIna der erste Templerzeuge gleich ein Exemplar
<) Vgl. Bnnd II a. 80.
izecy Google
Inn«« udH Sufiere Entwickelnng des Ordens und seine UeurteÜung 65
des Slatutenbuches aus Mas Deu durch einen jungen Menschen
liolfn lä&t und die folgenden sich darauf berufen ').
Darnarh ist die Behauptung unrichtig, dali die Statuten,
die wir kennen, nicht wenigstens; die ideale Grundlage des
Icniplerischen Lebens gebildet haben. DaU die Regel praktisch
nicht mehr die Norm fßr die Aufnahme, die religiösen An-
schauungen, den Verkehr gebildet habe, mil&te eben bewiesen
werden, und dafür liegt nichts anderes vor als die erzwungenen
ProzeBaiissagen.
Die R^el selbst bietet vom Standpunkte des Mönrhs-
iileals aus nur das Charakteristische, daü der militärisclie
Clharakter zum Ausdruck kommt. Wie einerseits dadurcli dem
modernen Empfinden näher liegende Züge hineinkommen -), so
laut sich ja auch ein gewisser Zwiespalt zwi.'iehen dem Mönchs-
und dem militärischen Ideal nicht leugnen. Ist ja das ganze
GcbSudc, wie Schnürer überzeugend angeführt hat, jiicht ein-
lieitlich. Und der Regel sind dann unterschiedliche Slatnten-
griippen angefügt. Schnürer hat auch dai^etan, wie man-
ehes, was wir als Absonderlichkeit fühlen oder als ÄuGeilich-
keiten belächeln würden, in der Art des Ordens, in seinom
Wirkungskreise seine Begründung ßndet. Unserer Anffassnng
Tom mittelalterlichen Mönchsideal entspricht es wohl nicht,
daQ alle selbst nur durch Nachlässigkeit verschuldete Schädi-
Kiingen des Ordens härter besiraft und schlimmer gewerlet
wurden, als so manche Handlungsweise, dte von Hoheit der
Besinnung, von unhezähmlem Rachedurste zeugt; es wnrdo
liier dem kriegerischen Empfinden ein Opfer gebracht "). Die
') Michelet II, 4S4: Quem inqonm libnim idem Trater UiirtbolomacLis
(-ipelUnu fecit de dicta domo Hnnsi Dei per quendaiii iuvcni>iii aportiiri.
AdcIi die folfcenden Zengen kennen es, wie aus dem Rat?.«: ,Qiiiilis rtiam
srriptiiB est in libro runtinente atatata et regulam ordinis dirti Tempil*
hervorgeht. Dnß das nicht Äußerung; des Protokollnnten. sondern des !^iigi>n
ist, geht aas dem Sfter biningeflIgteD ,at credit' hervor.
*) So eine beaonders BerOcksichtigang der GesDndheilsvorhallninse.
So die Nichtverpflirhtnng, lur Hatutin xn erscheinen. Sthnövcr S 98,
') So das Anspettschen für den, der einen Schaden von mehr nlsvier
Denaron bewirkt. KSrner, Die Varianten S. 27 f. Ohara kteriatisrh ancli in
der lieechicht« von dem Tnetichlaseen der Burg Oaston, daß die durchaus ver-
nOnflig, aber nicbt nach dorn Wortlaut der Regel handelnden BrOder bestraft
Verden, weil nie nicht alles unbrauchbar gemacht haben. Daselbst S. 22,
Finka. PstotlDin nnH UnterE-nK A^t T8N,|.Urur<<eiii>. I. 5
izecy Google
66 Zur <Jc9rl3icht*> Jes Teinplerordetia im 13. -Iuhrhunilert
dem Orden vorgeworTene Habsucht findet in solchen Stellen
eine gewisse Beglaubigung. Da^ das manche Brnder empfun-
den haben, geht aus den Zeugenaussagen hen'or, wenn auch
die Behauptung, der Orden bereichere sich auf jegliche Weise,
mit Recht oder Unrecht, öbertrieben sein mag'). Von diesem
zu energischen Besitzschutz ist nur ein kleiner Weg zu Zank
und Streit, zu Kränkung des Nebenmenschen und zur Erzeu-
gung von Unpopularität. Zumal damit öfter ein hochmütiger
Zug verbunden wai': der Vorwurf des Stolzes und des Hoch-
mutes begleitet den Orden sciion von den Tagen Richard
Löwenherz' her, er erscheint sogar im Sprichwort und findet
eine gewisse Berechtigung in einzelnen Ordensbestimmungen,
so in der ao^erordentlich scharfen gesellschaftlichen Scheidung
der Orden^lieder, sogar in Gewandung und bei Tisch. Ein
niedriger Gebomer kann niemals sich zu den Würden des
Ordens emporarbeiten '). Freilich diese Kluft ist im Ordens-
wesen des Mittelalters nicht so ganz selten, wie erst in neuerer
Zeit beobachtet worden; jedenfalls hatte sie hier mehr Berech-
tigung wie in Benediktinerkiöstern, wo sich die Söhne des
Dynastenstandes ihre geistlichen Vikare zur Verrichtung der
kirchlichen Funktionen hielten''). Auch die eiserne Zucht, von
manchen allerdings widerwillig empfunden, die leicht mit
hartem Kerker drohte, ist sonst dem Mönchsorden fremd.
Wie tief das Gefühl des sklavischen Gehorsams eingeprägt war,
ergibt sich aus der drastischen Autierung zweier Templrr;
Wenn ihre Obern ihnen Unzucht mit Weibern anbefohlen
') Es gfnngt, ftuf den Artikel des Punznrdus de Gisj hinEnweisi-n :
Itoin rnmunemeiit eatoient Inirnn gent qui uiitro gent avojcnt mia h murt.
se il avaient un pou dnrgcnt, all eatoient freres. Michelet I, 86.
-) Eine stnrlie Hekuudung der Klassenunterschiede findet aioli in der
Fonoulicrung dpa bekannten Falles dar DegrsdieLung einea Ürdensbrudera,
der sidi als ritterbUrtig bezeiclinet, ohne es zu sein, in den Varianten bei
Kümer ä, 18. Dns Generalkspitel bestimmte, wenn er bleiben wolle, solle
er dienender Gmder vrerden. Da bittet er um Gottea willen ihm doch zn
geatntten, du& er sich zum Priester ordinieren lasse. Das wird ihm zoge-
billigt, und so wird er „Bruder Kaplau'.
') Vgl. besondera A. I^rlmlte, ('her freiherrlir.he KlOater in der Prei-
hurger üpiveraitittareatschrirt 1!^96, Dann meinen Artikel dazu in R9m
Quartalsehr. 1897 S. Hl.
izecy Google
IniMre nnd HnEere Entwicbelong des Ordens und aeino Beurteilung. 67
hatten, so würden sie gehorcht haben ; nur zur Sodomie hfitten
sie den Gehorsam versag!
SchnQrer bem^kt einmal '), daß wir nicht wQ&te», wie
der Veriasser der ursprünglichen Regel, der h. Bernhard, Aber
die an soner Redaktion voi^enommenen Änderungen gedacht
hat. Jedenfalls würde er manche Ordensgebrfiuche, wie sie
zu Ende des 13. Jahrhunderts feststehen, nicht gebilligt
haben: so die tatsöchliche Verschärfung*) des Verbotes, aus
dem Orden aus- und einem andern beizutreten, die zu durchaus
untnftnchischen Verfolgungen führte, so die Geheimhaltung der
Art der Aufnahme und der Kapitel; nicht nur dem Fremden
gpgenöber, sogar dem eigenen, nichtanwesenden Ordensgenossen
durfte der Aufgenommene oder Kapitelsteilnehmer kein Wort
verlauten lassen. Gewiä war Geheimhaltung in einem mili-
tärischen Orden durchaus am Platz; hier aber handelt es sich
lim schädliche und geAbrIiche Übertreibungen. Das Aufnahme-
geheimnis hat die neugierige Menschheit in den letzten Zeiten
des Teinplerordens ungeheuer geplagt; das geht aus Zeugnissen
der verschiedensten Länder hervor, die einer gewissen Komik
zum Teil nicht entbehren. So das Horchen an den Türen,
das Besteigen des Daches; und man kann sich den Ai^er und
Verdacht denken, wenn ein vorwitziger junger Bettelmöncli
nicht zu seinem Ziele gelangte "). Die Bezeichnung .Dummheit",
die der englische Templer Himbert Blank diesem geheimni^
vollen Vorgehen gegeben, patil zwar nicht auf die Heimlicli-
lialtung der Aufnahme an sich, wohl aber auf die bi^IciLendcn
Ohertreibungen *).
Aus militärischen Gründen rührt auch wohl die Aitf-
nnlimeerleichterung zunächst her. Leider treten uns aucii hier,
wie bei der Art der Aufnahme, erst die ausgeprägtesten Züge
der letzten Templerzeit entgegen nnd wissen wir nicht, wie
') SebnDrer S. 126.
*) Wenigstem dnrfen wir die VerfolguDg der Ausgetretenen einer
spUern Zeit luscfareiben. Aber ecbon in den TttKen <le<< li. KernliRid muß
<Ub Anatreten mit allerlei Unannehmlicbkeiten verknDpft gewesen sein.
Vgl. Oper* 11890] I p. 260.
■l Vgl. Band II Nr. 157.
*] Vgl allerlei Motive hei Kßrner S. 156.
izecy Google
6R Zur Geschiclite des Tempi erorilens im 13. .P«lit4iiindert.
die Entwicklung im einzelnen gewesen, wann die sofortige
Aufnahme bei der Meldung In Gebrauch gekommen ist. R^el
wie Statuten haben hier wenig Klares. Was über die Probe-
zeit erwähnt wird, ist ziemlich unbestimmt. Jedenfalls ist sie
zu Anfang des Ordens in Gebrauch, zu Ende verschwunden.
Es wiirde ja auch schwierig gewesen sein, die mititSnschen
Geheimnisse vor einem solchen Novizen zu verheimlichen. Und
was würde geschehen sein, wenn man ihn nach eiiier halli-
jährigen Probezeit uls untauglich entlassen hätte? Mit allerlei
Kenntnissen über den Orden wöre der Novize, meist wohl als
Gegner des Ordens, in die Welt zurückgetreten. So ist die
sofortige Aufnahme erklärlich, aber nicht entschuldbar. Mochte
auch durch die scharfe Betonung der Schwere des Ordens-
gelübdes, dati der Aufzunehmende von jetzt an seine- Freiheit
verliere und ein Sklave werde, eine letzte Prüfung ermöglicht
sein; meistens war es doch zu spät, und so konnten unwürdige
Elemente, die tags zuvor sich noch in der Welt umhen^
trieben, am folgenden Morgen als an den Templerorden Ge-
kettete erwachen. Darum die blassen und verslfirten Gesichter,
die Freudlosigkeit der Neuaufgenommenen, die in den Prozeß-
akten öfter verzeichnet sieht und die ich für Tatsachen halten
mochte. Noch schlimmer war, da& gerade das, was die Sta-
. tuten so scharf verpönten, die simonistische Aufnahme un-
zweifelhaft, wenn vielleicht auch nicht juristisch scharf nach-
weisbar, doch in der Praxis öfter vorgekommen ist')- fie
Sache blieb eben geheim zwischen den Kontrahenten: die
Simonie verböte der Regel und Statuten haben sicherlich zu-
nächst die Höh ergest etilen im Auge, die politische Macht und
Weltansehen damit erzielen wollten; an die kleinen armseligen
Anschlulisucher, für die die Aufnahme eine Lebensfrage war.
hat man wohl nicht gedacht. Die Folgen waren in den unteni
Kreisen darum nicht minder unangenehm ^).
'j Vgl. PrutE, Entwicklung 8. 97 einige mrhr oder minder echvrers Pallp.
*) Nicht leirht iat die Frage zu ISsen. was die Templer aclhst tils
Simonie, die doch so Bcharf bei ihnen verpönt wiir, Angesehen hoben. Wie
könnte sonst in den Statuten einfach »h Tatsache, ohne eine Xofiernnp
den Tndelfi, veraHdmet stehen: Die Künigin hatte f»r ihn (einen hestnifl'>n
Ilruderj bei Daniietle bezahlt, daß man ihn nufnilhnie. Körner, Di«> Va-
rianten R. 20.
izecy Google
hiNre und iußere EnlwickeluDg des Ordens und seine Beurteilnng. 69
Das Einschränken der ßeichUreiheit auf die eigenen
Ordensgeistlichen ist unzweifelhaft erst im 1 3. Jahrhundert
nach dem Laterankonzif von 1215 und seinen klaren Bestim-
mungen vom parrochus proprius eingefährt. Auch hier hat
die NeiguDg des Ordens, sich möglichst abzuschließen, gesiegt;
nur im Notfälle, wenn kein eigener Ordensgeistlicher zu haben
war, sollten die Brüder auch andern, vor allem Minoriten und
Domimkanern, beichten dürfen. Da& solches tatsilehlich recht
ofl eintrat, bei den weitverzweigten Besitzungen des Ordens
vielleicht die Mehrheit der Fälle ausmachte, ist wohl anzu-
nehmen. Durfte der Orden von sich aus ein so tief einschnei-
dendes Uebol erlassen? Volle Klarheit erhält man darüber
nicht '). Jedenfalls hal>cn andere religiöse Genossenschaften
derartige Einschränkungen bis auf den heutigen Tag.
So gab es im Templerorden zu Ende des 13. Jahrhun-
derts lur die Allgemeinheit allerlei Bedenkliches und Ver-
besserungsbedürftiges*). Ob diese Dinge nicht auf den General-
kapitefn, die Jakob von Molay in T.ypern, Montpellier, Paris
usw. nach weislich abgehalten hat, zur Sprache gekommen
sind-' Es spricht einiges daüAr, einiges dagegen; dafür seine
wiederholt geäußerte Reformneigung, dagegen, was darüber
bebannt worden, denn das lietriffi Kleinigkeiten und Auüerlich-
keilen. Als einmal von ernstlichen Reformen die Rede ist,
verspricht der französische Generalvisitator dafür einzutreten,
wenn nötig auch gegem Molay ^). Aber vielleicht mQssen wir
auch den Satz hinstellen, daß die Reform nach allem nicht so
schwierig war, denn der Orden zeigt keine schlimmeren Er-
scheinungen als andere in jenen Tagen; es sei denn, daß der
') Fflr die Osterbeiehte wat die Sache klar. Denn da der Orden nur
dem Papata onteratand. eo war der Ordenskleriker der pairocbua proprius.
*) Etwas AuffSIliKSS ist die Entwickelnng der Ordenskaeuistik in den
iJUtoten. Sie Eeigt viel Uoerfrenlictiea. Haachmal tritt aber auch ein
recht geeonder Sinn hervor. So in dem Fall des Bruder Trunkenbold.
Wenn er trotz vieler Mabnnngeii sich nicht besaert, dann stellt ihm der
Heiater die Alternative: Entweder Üttertritt zu einem andern Orden oder
bleiben und nie einen lupfen trinken! Zieht er letzteres vor, dann erhilt
er nur mit besonderer Erlaubnis des Meislers einen Tropfen Wein. KOmer,
Dia Yarianten B. 6.
') Tgl. Hichelet I, Ö08; 11, 138 usw.
oy Google
J
70 Zur Oeschicht« des Teinpkrordens int 13. Jahrbund(^^t.
Orden sein Hauptziel, den Schutz des h. Landes, stark aus
dem Auge verlor, es überliaupt beiseite lieü.
Das trat aber uiizweifelhafl in gewissem Sinne seil 1291
ein; vorbereitet war es schon langer. Es ist ein aulTälliges
Malinschreiben, das schon Nikolaus III. 1378 an die drei im
h. Lande heimischen Ritterorden erlälät: Der Papst muß sie
daran erinnern, daß sie vor allem die Sorge ums h. Land
traget! und dasselbe aus den besudelten Hflnden der Söhne
der Finsternis befreien. Das dürften sie sich keineswegs ver-
hehleh! Und damit sie nicht der Lässigkeit geziehen würden,
mahnt Nikolaus sie dringend, zur Verteidigung Palästinas die
genügende Zahl von Gottesstreitern bereit zu halten ')■ Wenn
auch von anderer Seite Hülfe komme, so dürfe doch ihr Eifer
nicht erlahmen. Allerdings ist das Schreiben an die drei
Orden gemeinsam gerichtet, aber die Templer trifll es doch in
ihrem Hauptziel; und es klingt nicht wie bloße Formel, wenn
der Papst mit der Exkommunikation droht, wenn er aus ihrem
Handeln auf andere Gesinnung schließen müsse. In den
Heldenzeiten des Ordens wäre ein solches Schreiben nicht
möglich gewesen!
Der Schwerpunkt des Ordens richtete sich stark nach
Europa und hier nach Frankreich. Oft schon ist die Frage
aufgeworfen, ob die Templer nach dem Falle AccoDs nicht an
eine Übersiedelung des Hauptkonventes nach Europa gedacht
haben; man schrieb Jakob de Molay für das Jahr 1307 solche
Gedanken , freilich irrtOmlich zu. Jetzt ist die Frage nicht
mehr so gegenstandslos, seit wir durch Delaville le Roulx'
') J. Qny, Lei) Regg. de Nicolas III Nr. 167. Ne igitur vob, qni
eittis ad ipsiue terre deFensionein apscialiter deputall, poasitis ex AliqQn culpa
notabili repreliendi, irniversitalem veatram monemna, rognniDS et hortamiir
. . . : quatenus nd Deum et Terrani eandem religlunein vestrarnm atudia
convertf nt«8 pro ipeius Terre ncceisaria defensione nc coneerTatione perutili
convenienUin bellatorum numerum contiDUO teneatia nee In boc vestr* t«-
pescat devotio, ai eidem Terre aliunde luterdam snbsidia procurantar . . .
Scituri pro certo, quod, ai contrarium, quod absit, de veatrie actibus seDti-
remua, coinpellereiniir ... ad apiritualea et temporalea penas grariua pro.
vocnri. Das Schreiben iat aehr merkwQrdig. Was Bind das fDr ,aal»idiR*,
die .interdnm procurantoT' und die Lfiseigtcpit der Orden verschulden?
Das kann ducb nicbt die damalige Zihiitsamnitung sein?
izecy Google
loMre und äu&.'re Entwjckelung lies Ordens und seina Beurleilung, 71
Forschungen wissen, daß der JohannitergroBmeisler Wilhelm
(ie Vitliers ernstlich sich mit einem solchen Gedanken fOr seinen
Orden getragen hat. Im Jahre 1296 gewählt, bleibt er drei
Jahre in Europa und berull dann das (jeneralkapitel auf I3U0
nach Marseitle ein: nur dem energischen Widerstände des
Konvents auf Cypcm ist der Verbleib des Ordens und damit
die Freihaltung seiner weltgeschichtlichen Laufbahn zu ver-
danken'). Die Templer haben offen die Frage nicht ventiliert;
ob die wiederholten Abhaltungen ihrer Generaikapitel auf
rranzösiücbem Boden fQr die Zeit Molays besondere Bedeutung
hat, w£^e ich nicht üu entscheiden, da wir Ober die frnhcrii
Kapilul zu wenig wissen. Wenn bei Matthäus Paris und sonst
von rrnhcrn Generalkapiteln die Rede ist, die auf rran^ösischem
Boden stattgefunden haben, so sind das unzweifelhaft Ver-
sammlungen der ,cismontani' gewesen. Jedenfalls hören wir
bei den Templern von keinem Proteste wie bei den Hospitalitern.
Wenigstens bekundete diese Tatsache, daij Frankreich
mehr für den Orden als Cypern bedeutete: zu irgendwelcher
orientalischen Politik ist er in den 15 Jahren seines ruhigen
cjprischen Aufenthaltes, abgesehen von den unbedeutenden
Ereignissen der Jahre 1300-1302, nicht gekommen. Seine
Krall scheint, wie ich schon früher betont habe, morkw&rdig
versi^, während die Hospitaliter sich durch rflhrlge Reor-
ganisation zu neuen groüen Taten reisten.
Bei allen Betrachtungen der letzten Templerzeit tritt
Frankreich stark in den Vordergrund; und mit Recht. Denn
hier spielt sich das große Drama ab, von dem die Trauerspiele
der andern Länder doch nur ein dürftiger Abklatsch sind; hier
haben wir einigermaBen sichern Boden, der uns sonst mit
Ausnahme Aragoniens vollständig fehlt, um die ungefähre An-
zahl der Ordensglieder und ihr Einkommen anzugeben, um so
ihre soziale Bedeutung fDr das Reich Philipps des Schönen
neben der Stellung des Pariser Tempels als Generalkasse des
Landes festzustellen.
Die Angaben nber die Zahl der französischen Templer zu
Anfang des 14. Jahrhunderts schwanken stark. Da möchte
') Vgl. DeUville Ie Ronlx, Cartnlur« III Nr. 4461 uad 4468. aowie
sein Bach: Im UoepiUIiera en Terre Sainte et k Chypre 1904 S. 253 ae.
izecy Google
72 Zur Gesuhichte ifes Tempi orurdeua im 13. Jahrhundert.
ich auf eine merkwflrdige DbereiiHtimiiiung zweier zeitge-
nössischer Äugeningen Iiinweisen. Der Bischof von Angers,
Wilhelm le Maire, sagt in seiner während des Vienner Konzils
entstandenen Refonnschrin, daß viele Irrlönier und Häresien
„plus quam per duo millia lestium reperiebantur esse probali' ').
Nacli Lea') hätten wir hier die Gesamtzahl der in den ein-
zelnen Ländern, Frankreich, England, Spanien usw., vorge-
nommenen TeinpleiT erhöre. Unmöglich ist das nicht; dann
mOlitc aber der Bischof von Angers genau Ober die aiitier-
franifösischen Verhöre durch die Konzitsaus^ülge informiert sein,
was mir nicht besonders glaubwnrdig erscheint. Mag die
Ziffer nun die Gesamt- oder nur die französischen Vorhöre
umfassen, jedenfalls stimmt sie nierkwOrdig mit einer Erklärung
Kleraens' V. aberein.
Als im Februar 1308 ein GroBkämmerer, der Templer
Oliverius de Penna *), von der Kurie floh, sagte der Papst in
seiner Aufregung im Konsistorium: Quod ipse petebal, quod
omiies Teniplarii adducerentur ad capcioneni ipsius; et quod
rex Francie et alii principes mundi possent dicere et allegare,
quod, si unum non poteral custodire, qualiter custodiret duo
niilia. Was heißt „omnes Templarii'?*) Doch wohl nur die
"ranzösist'hen ; nur sie hat Klemens for sich gefordert, nicht
die portugiesischen, italienischen usw. Zudem dorfle in dieser
Zeit der Papst noch kaum Ober die Gesamtzahl der Templer
unterrichtet gewesen sein, wohl aber konnte ihm die Ziffer der
französischen Gefangenen geläufig sein. So glaube ich denn
mit einiger Sicherheit die Ziffer von 2000 Templern, die
natfirtich nur annähernden Wert hat, auf die französischen
deuten zu dürfen. Dabei lasse ich die Zahl der geflohenen
außer Betracht; bei dem vorzüglichen französisclien Fangapparal
') Die l^telle wird irrig dem Biachofe Wilhelm Durandi von Mende
zugeschrieben, stainiiit aber von Wilhelm le Maire. Sie steht XDerat ohne
bezeichnuDg des VerFasaera in Rayoaldi AnD. ecci. ad annnm 1811 Nr. 63.
Jetzt besser im Liber Ouillelmi Maioris iu Coli, dea docamenta ioddita.
M^Unges Historiqaes: Choix de document« II p. 472 (1887).
') Lea, A hiatory of the laquiaitian l!l, 2fi0s.
") ülmr diesen vgl. unten.
*) Bd. II S. lU.
izecy Google
Innere and Nufiere Entwickelnng des Onlunu und sein« Beurteilung. T3 '
kann sie nicIiL allzu groä gewesen sein '). Erwägt man dünn,
ilaü der Hauptkonvenl auf Cypern 1 18 Templer aller Galtungen
zählte =), daS Aragonicn vielleicht zwischen 300 und 400
Templer ItesaD'), mehr als 70 (aber nur als Bruchteil) pro-
Teni,-aiische Templer von Schottmniler und Prutz aufgezählt
werden, so darf man, ohne allzu stark fehlzugreifen, die Zahl
der auüerfranzösischen Templer auf vielleicht 1000—2000, alle
iEUsammen auf ungefähr 3000—4000 Pei-sonen, Kttter und
SiTvienten, schätzen, von denen die Ritter auf französiächoiii
Boden nur einen ganz geringen, in den andern Lündem einen
iiedeuten deren Bruchteil bilden, aber höchstwahrscheinlich die
liM 1000 nicht erreichen. Jedenfalls greift Ferretus von
Vicenza mit seinen 15000 veruileilten Kämpfeni Christi viel
m hoch*).
Besitz und E^nkOnfte des Ordens zu fixieren hat zu allen
Zeilen die Neigung der Chronisten geweckt. Hier konnten
Phantasie und anscheinend nnchterno Berechnung gemeinsam
unkoDtrollierbare Daten bieten. So spricht Matthäus Paris
7.um Jahre 1244 von WOO .inaneria' der Templer und 19000
liur Hospitaliter. Auüerdem hätten sie noch unbestimmte Eiii-
kflnfte aller Art. Um die Grobe eines .manerium' zu cJiarak-
terisieren, betont er, daä jedes imstande sei, ohne Beschwer
uintin Ritter fOr das h. Land auszurfiisten und dort zu unter-
halten*). Nach einer andern Quelle umfalite das .manerium"
,cimiterium, claustnim et alia loca*, es ist also sicher ein umfas-
■] Die bedenUndaton siDi^ Bd. 1[ S. 74 aufgeKihlt.
1 8chottmflller Bd. II: PiwwsenB Cypriciia.
') Id Tillanneva, Tiaje titerano V p. 226 werden 1319 aIs Kenten-
Wieher der Hoepitnliter 109 Templer in den Kastellaneien Zaraguasa und
Citbalaüa, also aicher der Haoptteil, genannt.
') Huratori, Rer. ital, SS. IX, 1018. Ich begreife nicht, wie Lea
S. 251 nach aeinrr oben erwftfaaten AnafDhning dann noch sagen kann, daß
man die Angabo des Ferretus als approximative Sclifttzung gelten lassen
kOone. Die ErwUinuDg von einem Templerheere vim 2000 Mann, das an-
geblith den Papat and daa Konzil von Vianne bedrohte, bedeutet für die
Prag« DatBrlich nichts.
'l Habeant Inanpec Teinplarii in chriatiaaitate novem milia maneriorum,
Uoepitalarii vero Doveadecim preter emolumenta et VRrios proventus . . .
Ed. Luard IV. 291.
izecy Google
«74 Zur Ueochiclite dea Teiiiplerordeuu im 13. Jahrbuodert.
seiider Gnturkomplex '). Fast gleichzeitig kennt Albericti von
Trois-Fontaincs (zum Jahre 1 210) imgerähr 7U5t> Teinpler-
häuser: neuerdings halten sie viele an Kaiser Friedrich IL
verloren^). Es niOssen also um die Mitte des 13. Jahrhunderts
derartige Angaben weiter verbreitet gewesen sein. Irgend
etwas Sicheres enthatten sie nicht; denn wie wollen die Chro-
nisten Angaben aus der ganzen Welt, soga.T aus dem Orient,
erhallen haben?
Noch unzuverlässiger sind die Angaben moderner Histo-
riker Ober die gesamten Templerein kOnfle. Bei Chambure
finden sich Angaben Aber 54 bis HS Millionen (Francs) Reve-
nuen; Wilcke berechnet 2Ü Millionen Taler, während Philipp
der Schöne noch nicht den dreißigsten Teil besitzen sollte.
Derartige Angaben haben gar kein Recht auf QueltenmäÜig-
keit. Nur eine vage gleichzeitige Berechnung besitzen wir.
Der geistvolle Publizist Pierre Dubois schlug in seinem Haupt-
werke ,De recuperatione lerre sancte*, das er in der kritischen
Zeit von 1305—1307 dem Könige Eduard 1. von England
widmete , die Konfiskation des gesamten Templer- und Ho-
spitaliterbesitzes in Europa vor; eine 800000 Pfund Tomosen
weit übersteigende jährliche Rente vfOrde das Ergebnis sein %
Da anscheinend der Hospitalitorbesitz den Templerbesitz an
Größe weit übertraf, so bliebe fflr letzteren eine Rente von
vielleicht 200000 Pfund! Da^ wir es auch hier mit einer
bloüen Kombination zu tun haben, ist klar; denn auch hier
mflSte man fragen: Woher hat Dubois seine Kenntnis der
fremden Länder, selbst wenn er Ober Frankreich informiert
gewesen wäre? Er selbst deutet seine Schätzung durch das
,longe ultra" klar an.
Eine andere Angabe stammt aus einer Zehntrechnung.
Fnr uns ist der französische Templerbesitz der wichtigste; und
'] Monaaticum AnglicKDum II, 518. CiiDileiium, olanstrum et ali«
locs iafra inHnerium . , . Dotiti noch: residaum mooerii.
*} MG. 8S. XXin, 820. Eine HS. bat Septem mili«, eine andera aepbein
quinqiuigiDbi. Hieraus hat dann das Hagnam chronicon Belgicnm gescbOpft.
*) Ex qnibus (d. b. den bona, que Labent abique citra inare) loDge
ultra octingenta milia librornm TuranenBiDm annaatim habebitar a Tem-
plariie et HoapiUIariis. Üc vecuperatiune p. 14 {ed. Cb. V. Langlois 1891)
izecy Google
loDcre und äußere Entwickelang des Ordens uod Keine Beurteilung. 75
hier besilz<^ii wir eine zuverlässigere gleichzeitige Notiz, die oft
t'euaDnt. aber nie geprftlt, von Lea jedenfalls nittiverslandeii
wurde. Von den Zehnisammlungen aus der Zeil Philipps des
Schönen sind einige erhalten; sie stimmen im groüen und
ganzea in den Ergebnissen trotz der Verschiedenheit der Jahre
flberein: der Gesumtzehnte der französischen Kirche betr^
bciläulig 360000 Pfund ■). Die Gleichheit des Eingekommonen,
trotz wirtschaftlicher Verschiebungen im Laufe von 20 Jahren,
beruht eben auf einem fOr Jahrzehnte gebräuchlichen Tax-
sjstem ; so entspricht die Angabe nicht ganz dem Zehiitprozent
des Einkommens, aber der Fehler ist doch geringer. Nun
sind die Exeinten meist befreit, d. li. die Templer und lloapi-
latlter, nicht die Gistercienser und verwandte Orden. So
ünden wir denn auch die beiden ersleren Orden nur einmal,
die Cisiercienser öfter erwähnt. In diesem Einzelfalle eines
Zehnten, der wohl aus den Anlangen Philipps des Schönen
slainmt, heißt es am Schlüsse der an letzter Stelle von den
9 Kirchenprovinzen siebenden .Burd^alensis provincia', nach-
dem der Zehnte der ,exempti' vorher vermerkt ist, also am
iichlusse der ganzen Zchntreehnung:
Et secundum dictam aliam taxalioneni pro ordiiic Tempil
circa VI M. I.
Pro ordine Hospitalis VI M. 1.
Pro ordine Cisterciensi XII M. I. *)■
Lea^) u. a. haben diese Noliz in Zusammenhang mit der
Kirchenprovinz Bordeaux gebracht; nach ihnen bedeuten die
Angaben den Zehnten der dort wohnenden Exemten. Das ist
■) In raeiDem Bnche: Ans den Tagen Bonifiit VIII. wird von ilem
irigonMiBchsD Gesandten der fnuzSsiiiche Zehnt in tunder Sumnie Kuf
:iOUOOO PfDDd angeeeben.
*) Vgl. Recneil des historiens des Uaulea et de la France XXI p. <^45.
Die ZeitbMtimmnng ist nicht leicbt; natürlich jedenfalls vor 1307. sonst
aber bleibt ein Zeitraom von zwei Jabrzebnt«a für die Regierung PbilippH
des Schonen. Die .olift taxatio* zieht sich durch die ganze Zusammen-
it«Ilnag. Nach Ansicht des Heraitagsbers bedeutet die eine .taxatio* die
(ntgeaetite Summe, die andere die wirklich eingekommene. Doch ist der
Untnaehied fit unseren Zweck nicbt sehr wichtig, da er kaum 2 Prozent
betrigt
'j Lea III, 2dl.
izecy Google
76 Zur Geschichte äea Templerordens im 13, Jahrhundert.
aber unmöfjlicli. " Denn wäre das der Fall, so wflrde das Ein-
koainieii der Exemten das der gesamten holicn und niedern
GeisUichkeit, der reichen Benediktiner- und Kluniazenserklöster
in der Provinz Bordeaux um das Anderthalbfache tlberst<>igen,
ein Verhältnis, das wohl in der ganzen mittelalterliclien Welt
einzigartig wfire. Noch beweiskrälliger ist, da& bei den andern
Kirchenprovinzen nii^cnds Zehnten der 3 Orden vermerkt sind,
wohl die von ihnen geschiedenen „exempti" ; zweimal heiljl
es bei letzteren : sine Tcmplariis, llospitalaribus, Cisterciensibus
et aliis, 'qiiae non cadunt in compolos collectorum '). Un-
zweiielhatl soll diese äcliluübemerkung fOr den Zehnten der
gesamten französischen Templer, Hospitaliter und Cistercienscr
gelten: sie ist eben einem andern ^compotus" entnommen; so
hat es auch Boutaric schon aufgefaül ^). Niemand hat aber
die Schwierigkeit bemerkt, die in der Verschiedenheit von drei
Cistcrcienserzehnten, beinahe aus demselben Zeiträume, li^L
Hier ist die Summe 19000 Pftind; ein andermal 9396 Pfiind.
Die niedere Ziffer ist erklärlich, weil nach Ausweis der Rech-
nung eine ganze Reihe Klöster in verschiedenen Diözesen noch
ausstehen"]; viel eher hat nifin die Empfindung, daÜ die Ge-
samtsumme bei weitem die ISOOO Pfund abersteigen werde,
wie es bei der drillen Angabe*), die einen speziellen Cister-
cienserzehnlcn vorfnhil, also unbedingt korrekt und vollständig
ist, tatsachlich eintritt. Dort betrflgt der vierjährige Cister-
cienserzehnt 81000 Pfund kleiner Turnosen, ein anderer drei-
jähriger 60750, d. h. beidemal 20250 Pfund. Diese ganz
genaue Übereinstimmung beweist doch wohl die angedeutete
Korrektheit und Vollständigkeit. E^ ist ja möglich, da& in
dem obgenannten die Cistercienserzehnten aus den Reichsleilen
') In den Kirchenprovinzen von Sene und Bouen.
') Bontaric, La France aoiu Philippe le Bei p. 296. Er hat sieh um
die Schwierigkeiten aber nicht gskOnunert.
'] Recueil XXI, p. 560. Von 78 Erwafanangen der CieterciaDBer
werden 40 Zahlangeo, 38 ÄnsstSnde genannt, also beinahe die Hälfte. Doch
laßt eich daraus anf den Prozentsatz des Auafallea nicht schließen, jeden-
falls innfi er bedeutend eein.
') Becueil XX) p. 531: Haec est taxatio decimae quatnor annomm
domino regi concessae pro negotio regnomm Aragoniae et Valentiae in
ordine Cistertii in reguo Franciae constituto.
izecy Google
Innrr« und Soßer« RntwickelnDg dpa Ordens und seine Kenrteilang. 77
(Cambray, Lntticti) niclit enthalten sind, vielleicht auch der
Zehnt der Frauenklöster, das wQrde aber nur eine Abweichung
Ton 1500 Pfund bedeuten. Jedenfalls ist durch diese Klarlegung
Jer Verdacht geweckt, daß die Zehntangabon fnr die Templer
lind [I(K<pitatiter auch nur Teilangaben, allerdings niclit im Sinne
lies Zehnten einer Provinz, bedeuten.
Nehmen wir die Summe von COOO Pfund als die voll-
!!lünd%e Zehntsumnie, so tiezilTerte sich das jAlirlicIie Ein-
kommen der Templer wie der Hospitaliter auf fiOOOO Pfund,
das lieibt in den wirklichen Silberwert umgescl^it <) ; auf
11)78412 Franks, deren Kaulkraft fnr die Mitte des vorigen
Jahriiunderts ungefähr das Fftnffachc betrug, also: 7(392000
Franks jährliche Einknnfle. Und wenn wir annehmen, daü in
{.'leicheni Ma&e wie der Cistercienserzehnte auch der Templor-
zeiinle unvollständig ist, so wflrde er stalL fKKH) Pfninl 10000
botragen, das jährliche Einkommen 100000 Prnnd, die Rnd-
sammen 1797355 und 8986775 Franks sein. Die franzfi-
stischen Cistercienser würden auch in diesem Falle noch mehr
als beide Ritterorden zusammen in Frankreich besitzen, die
Rontenangabe Dulxiis auch dann noch lange niclit erreicht
werden, wenn man den französischen Gnterbesitz der beiden
Orden dem auüerfranzösischen in Europa gleichsetzte. Auch
für eine nur kleine Zahl von ungefähr 3fHH) französischen
Templern mit starkem landwirtschaftlichen Anhange wnrde
eine Rente von doch höchstens lOOüOO Pfund nicht exorbitant
?ii nennen sein und die für die Zwecke des h. Landes nach
Abzug aller pflichtmätjigen I>andesausgal>en, wie Kirchen- und
Hüuserbauton, y.a ernbrigende Summe nicht so enorm hoch
gewesen sein: wahrscheinlich gab es auch in Frankreich fdr
jedes Templerhaus eine „responsto" wie in Spanien.
Wie kommt nun trotzdem die Empfindung von dem uner-
nieblichen Reichtum der Templer Frankreichs auf*), wie er
') Ich folge bier den Bereclinangen. die de Wnilly im Bd. XXI de«
Rernril IDr FnnbTeich «ngestellt, hnt: p. XXIX Vgl. auch Uoutsriü p. 29ft.
') Leu ertrihnt III, 250 eine Stelle aus einer nnunymen Chroniqne,
«onach die Templer no reich und mächtig gewesen seien, ,diiE Philipp nnr
durrh den geheimt-n und plntziichcn Überfnil sich ihrer httbe hemUr.htJgen
kiJnren. In dieser ,Chroni(|iie nnunj'me* (Recueil XXI p. 149) ateht aber
nur: Hz eafoieiit bien si paiaRBns e^ m gnne genz.
izecy Google
78 Zur Geecliicbte des Tempterordpna im 13. Jahrliunderf.
uns in mehreren Seliilderungen, so doch auch bei Dubois und
dann bei Geoffroi de Paris, entgegentritt:
Li fibn, li mestre du Temple,
Qiii eatoient rempli et cmple
D'or et d' argen t et de recb^e.
Et qni menoieijt tel noblfece,
Oü soot ils? . . .
Tozjora achetoient aans vendre.
Und dann noch einmal:
Nnl riebe ii elz n'estoit de priae ').
Woher nun diese Auffassung, daß sie immer nur kauften ohnp
verkaufen zu mOssen, daü keiner an Reichtum es mit ihnen
aufnehmen könnte, dag ein Philipp der Knhne, um nach dicii-
terischer Auffassung zu erklären, daS er einen gefangenen Ge-
treuen lofikaufen wOrde, wenn es aucli die Schätze der Well
kosten würde, nichts anderes zu sagen weiü als:
Qui enan(2 mi costorin del Teniple tot l'argeo,
Que si truyrai 'n Estacha del peryllus türmen?*]
Sie stammt vom Zentrum des französischen Templertums, d^n
Pariser Temple, dem Brennpunkt des europäischen Geldvrr-
kehrs. In einer bekannten Arbeit hat L. Delisle die ungeheure
Bedeutung der Pariser Templer als der Vorläufer und Neben-
buhler der italienischen BankgesellschaFten, der Bankiers und
Schatzmeister der Kirche, vieler Könige und Forsten gezeigt;
vor allem der französischen Könige von Philipp August bis
auf Philipp den Schönen. Hier, in den durch das Asylreclil
geheiligten Bäumen, an deren heiligen Mauern sich der wil-
deste Volksaufruhr brach, deponierten der Privatmann wie der
Herrscher ihr Geld und ihre Kostbarkeiten. Das ganze 1.3. Jahr-
hundert hindurch hat in diese Kasse ^vohi fast jeder Papst
längere oder kürzere Zeit große wie kleine Summen nieder-
gelegt; vor allem die gewaltigen Zohntsummen der gamen
Welt. In derselben Zeit blieben aber diese Summen nicht
') Becaeil XXII p. 123. Sonst hebt er noch ihren Stotz and daß »■>
altneitig gefllrclitet seien, iiervor. Der Chronist ist gleichzeitig.
'l Diese AuffasRinig in dem Autaatzv Ton 1>. Delisle, Hämoire sur
les nperutions finnnci^ree des Teniplicrs in Müm. de Tlnstitut national är
France, tome XXXII. Die »teile p. U. In folgendem gebe ich die Kaopt-
ergabnisae dieses Aufsatzes, soweit er fllr mich io Belracbt komnit, nieder.
izecy Google
Innere und AuBere Eotwickelang des Ordeos und seine B«urt«ilung. 79
unproduktiv; die Templer verwendeten die ihnen anvertrauten
Summen unter eigener Verantwortung; sie liehen und maciiten
Vorschnsse an Persönlicli keiten, deren Leistungsrähigkeit ihnen
bt-kannt war, so besonders kreiizfahrenden Forsten, üur Los-
Ißsung von Gefangenen ; sie ^rantierten die Zahlung von
Schulden, besonders von Heiratsdoten; sie flbermittelten grolle
Summen auf große Entfernungen, besonders nach dem Oriente,
ihr Päpste und Fnrsten ; man könnte sie die Kreuzzugsbankiers
nenneu. Als der deutsche König Richard des h, Landes in
meinem Testamente gedacht hatte, beauftragte Gregor X. seinen
Nuntius, das Geld zu holen, im Pariser Tempel zu deponieren,
von wo es dann spüter zum Osten ging. Ohne sie wdrde der
;'('ldgeschärtliche Verkehr mit dem h. Lande sich nicht so
leicht abgewickelt haben; sie, mit ihrer straften Oi^anisalion,
den Vertretern hnben und droben, den Verteirfigungsmitlcln,
dazu Mönche, waren geradezu ideale Vermittler').
Das waren sie fltr Europa; fOr die französischen Monar-
chen waren sie mehr: nicht bloS Bankiers, sondern auch
finanzminisler, der Temple wurde das Finanzministerium, in
dem die wichtigsten linanzpolitischen Transaktionen dei* fran-
zösischen Herrscher geschlossen, das Rechnungswesen geleitet
wurde; sie schössen den Baillis die fehlenden Mittel zu staatlichen
Antrelegenheiten vor, kassierten die Vermächtnisse fOr den
König wie die Juden- und andern Steuern ein, sie stellen die
Gelder Rir Unterhalt des königliclien Palastes, bozalilen die
Gesandten, subventionieren die Parteigänger Frankreichs im
Auslande, die Söldner usw. Gerade am Vorabend der Kata-
strophe ist der fieldverkehr Philipps mit dem Temple sehr
rege, obwohl seit den neunziger Jahren eine zweile eigentliche
Staatskasse im Louvre, unabhängig vom Tempel, existierte.
Hervorragende Administratoren, die den be<leuteiidsten Finan-
') Dsdareh kamen die Templer n«tDrlich such in Verbindung mit
den damaligen UanlckreJMn, so vor allein mit dnn italiKniscIieii Kaulleiiten
in Frankreicb. Vgl. hierzu den Aiifutz von Delisle p. ^5 und C. Pnoli im
liionMle atorico IV, 846. Nicbt immer WHren die Beziehungen erfreulirh;
80 verlienn die Templer Iwi dem großen ßankerolt ital Jen isolier Hfluser in
den letzten Zeiten BonifaE VIII. Vgl. A. »cbulte. lioach. de« mitleUlt.
Hndels D. Verlcebrx von WestdcntschUnd und Italien I, 2HS.
izecy Google
60 Zar Oeadiiclite i4es Templvroi-ijenii im 13 Jahrhundert
ziers des Mittetallers anzureihen sind, hat der Orden dem
Königtume gestellt bis auf die beiden letzten gleichnamigen
Johannes de Turno, die in den Prozeliaitten so oft genannt
werden. Sie haben das Ihrige beigetragen, um das Kf^nigtiim
durch die schlimmsten Finanznöte hindurch^^uschlagen. Über-
schaut man diese Tätigkeit der fVanzösischen, insbesondere der
Pariser Templer, an der die weitesten und versehiedenarligsien
Kreise das größte Interesse haben, so kann man sich die ail-
mAhliche Einwurzelung der Ansicht vom ungeheuren Reichtum
der Tranzösischen Templer erklären, obschon sie mit der Wirb-
lichkeil nicht nbereinslimmtc. Sie umgab der magische Golil-
schimmer des internationalen Bankgeschäftes.
Über eine andere geschäftliche Tätigkeit der französischen
Templer ist bisher noch wenig Licht verbreitet: flber ihren
Handel *). Sie hatten TorzUgliche Standorte an den Haupt-
straßen zwischen dem Okzident und dem lateinischen Orient:
ständig waren ihre geschickt or^nisiertcn und vorznglich
bewaffneten Gesellschaften zu Wasser und zu Lande unterwegs.
Ihnen konnte man sich und das Seinige anvertrauen. Olwr
Marseille mnssen Templer und Hospitaliter einen äu&erst regen
Menschentransport mit dem Orient unterhalten haben: Pilger,
Goltesstreiter, Mönche, Abenteurer frthren sie hinnber. Ihre
1000 bis 1500 Menschen fassenden Fahrzeuge waren berflhnil.
Daneben, vielleicht kulturgeschichtlich noch interessanter, er-
scheinen die Einzellenipler, die ihre ganze Ordenszeit zwischen
Abend- und Moi^enland hin- und hersegeln, an verschiedenen
Stellen Oberwintern, Beziehungen mit der Bevölkerung an-
knüpfen, wie es z, B. so hnbsch von Muntaner*) von dem
alten Templer erzählt wird, der sich des jungen Roger de
Flor, des spätem Templers und noch spätem Korsaren, mit
väterlicher Liebe annahm.
So fruchtbar und in mancher Hinsicht s^ensreich das
geschäflticbe Gebaren des Ordens war, fflr unser Empfinden
hat es etwas Auffälliges, Befremdendes. Ob die Mitwelt das
auch gefohlt hat? Jedenfalls hat sie ihre Ansicht darüber uns
*) Hejd, Qeachichte des LevantehflodeU hat nichta.
') Chronik de» edlen En Ramoo Miintsnur, h^rnuag. v. Laoz in Bibl.
des Stuttgarter Ljt. Vnreina 8 8. 347.
izecy Google
Innere ddiI finfiere EDtwickplan|: des Ordens nnd seine Bfurtt'ilung. f'l
nicht hinterlassen, oder doch nur in der Form eines mildern
Tadels über das (glänzende Äuläere des Ordens.
Überhaupt ist es irrig, von einem alles umspannenden
Hau gegen den Orden, ja von Verruf desselben vor der Kata-
strophe zu sprechen. Gewiß gibt es eine gröliere Reihe von
tadelnden Bemerkungen über das Verhalten des Ordens; Prutz
hat ^e vor allem zusammengesucht '). Man darf aber nicht
übersehen, daß es sich dabei vielfach um die Templerpolitih
im Orient, um die ytellung des Ordens zu den Hospitalitern *)
und um Äußerungen aus dem ersten Jahrhundert des Ordens
handelt; man darf auch nicht übersehen, daß dem Tadel
reichliches Lob, vor allem seitens der Päpste, gegenübersteht.
Aus den verschiedensten Gründen war die G^nerschaft des
Ordms groß; auch die Hospitaliter gehörten dazu ^); ab<T
meist beruhte diese Gegnerschaft auf keineswegs für die Templer
unehrenhaften Gründen.
Auf eines möchte ich noch hinweisen. Die Literatur des
13, Jahrhunderts, doch auch ein Spiegelbild der Zeit, ist nach
Urteilen über den Orden schon seit mehreren Menschenaltern
«lurchsucht worden. Und wie Raynouard um 1800 sagte^):
Le.'! Templicrs ne furent jamais denonces par les Troubadours,
so konnte auch noch vor ein paar Jahrzehnten Düllinger im
') Eutwicklong S. 87 ff Verschiedene Bemerkungen gerade in dieecni
Ahseboitt benihea auf MißversUndnissen.
*) Am schärften greift in der Mitte des 13. Jahrhunderts MallbüiiH
l'oris die Templer an. aber auf weo echiniptt er nicht? Zudem etehcn
Templer und HiMpitaliter bei ihm in gteicfaem Hi&kredit, und die .4ngrifri>
rirhUn sieb nur gegen ihre orientnliache Politik: Propter nnliquani teni
Templarlomm quam Hospitsliomni infamiani, eo quoü dicitur, quoil scmper
diRrardiam inter Christianos et Sarracenoti procursnti.lV, 291. 0 antiqun
Tempil proditio! 0 velus Hospilaliornm seditio! 0 fraua diu accultata!
V, 149. V. .SM f. ein Omnd fDr die feindselige Stimmung.
°) Der franzSaische Großprior der Hospitaliter Iterius de NRnteuil
hat fiber die Gefangennahme und di? Folgen nach Cypern berichtet. Auf
Omnd seiner Berichte beknndet der Hospitaliter- Prior Symon de Sarexnriis.
Seine Aasssge ist durchaus nicht frenndlicfa. SchottmQller II, 398 If-, wo
lActerim statt Iteriue sieht.
*) RayDODord, Monnmena historiqaes relatifs ä la con<leinnation dee
rhevslieiB du Temple p. 9.
izecDy Google
S2 Zur Cjeschicht« dea Templerordeos im 18. Jnhrhnndert.
allgemeinen mit Recht erklären '), daß die in der neuem
deutschen Literatur uns fast allgemein entgegentretende Be-
hauptung, „die Templer seien schon seit geraumer Zelt eine
ausgeartete, dem Geist und dem Buchstaben ihrer Regel untreu
gewordene, üppig: lebende Verbindung gewesen und habe als
solche in der öffentlichen Meinung damals sehr tief gestanden",
durchaus falsch sei. Gerade die französische Dichtung gibt
dafi'ir hüt>schc Belege.
Wie zu Anfang des 13. Jahrhunderts der deutsche Dichter
Wolfram von Eschenbach den Einsiedler Trevrizent zu Parzival
vom Templerorden sprochen IflBt *) :
Wol die miioter, diu da/ Kind gclinr.
Daz Bol £6 dienst« hoeren dar,
80 olirt der satiri.'iche Verfasser der .bible Guiot" ") die Templer
um die Mitte des Jahrhunderts, wahrend er sonst meisl auf
die Oitlen schlecht zu sprechen ist:
Molt sont prodomme li Templier.
1/ä B« reodent li Chevalier
Qui ont le siede asavorö
Et ont tot veu et tot ta&ti.
Und wieder ein Menschenalter später bekundet RulclK-uf .«»'liic
AiitTassung in dem kurzen SAtzchen''):
Hontreiz pnr boncbe et par exetnple
Que voa uneiz Uieu et le Tempic.
Dann feiert er Guillaume de Biaugeu, den drittletzten Meister.
Die charakteristischste Wfirdigung bietet doch wohl der
Roman du Renart le nouvel ■'■), zugleich eine pikante Gegen-
überstellung mit dem Hospital, und geschrieben kurz vor dem
■) Akademische Vorträge III 8. 249.
') Vgl. SchDÜrer S. 121 die Stelle aus TarcivHl 9, 1U3.
=) über dieses Werk vgl. Hiat. litt. XVIII, 808 ff.
*j OeuvreH Coinpletes de Rutebeaf par Acbille Jubinal I p. 138 s.
und 143.
'') Ich zitiere nach der Edition von M^on (1826) Bd. IV, 450 ss.
Über den Verfasser Jakemars GeUe vgl. Hiat. Litt XXII, 937 fF. Wenn
A, Bmimgartner, Geschichte der Weltliteratur (lflO&) V, 146 sagt: Der
Verfasser , schattet den Jakobinern und Minoriten, Templern and Hospl-
talitern alles Unheil in die Schuhe, von welchem damals die Cbristenlieit
betroffen WHrd", sn ist dna jedenfalls fOr die Templer (Ibertrieben.
iLCD, Google
Innere nnd &a^re Entwickelnng des Ordens nnd neine Hpurteilung. Sit
Falle Ton Accon. Da präsentieren 3ich vor Gott dem Herrn,
den Aposteln und dem himmlischen Konzil die beiden Orden
und beanspruchen fßr sich Renart: zuerst der Templer, der
in zuversichtlichstem Tone ,par droit* Renart verlangt, denn
^^ie sind die legitimen Verteidiger und Vorkfimpfer der Kirche
und sind ^ne so prächtige, vornehoie und reiche (iosellschalt:
Siergans kvona et chevaliera,
Moalt HOB convient de sodaiier,
Rt moult or et Argen t deapflnitre,
Toiit por Saint« Rgliee defTendre.
l**r le inoude avonB inoult maiiton*!,
Tiereft. rt>ntee et warnisons,
timl wenn sie nicht sich ausdehnen könnten nnd den Schutz
rier Fi'irslon hätten, wfirden sie die Kirche nicht schnt/en
binnen, mülilen aus Syrien weg und wfirde dort dei- baby-
lonische Sultan ben-schen.
Dagegen nimmt der Hospitaliter Renart für seinen Orden
in Anspruch, der früher bestanden, der die Armen und
Kranken pflegt und sie stilrkt znin Kampfe gi'gcn die Sara-
renen, Sie machten
plus de gri(-s
Ab Karrasin qae li Tempi ier,
und wenn ihnen die Templer nur helfen wnnlen:
NouH ariemes taute Syrie,
Ibarusaleni et toute Egypta
Et Hnbylone fust sougite,
aber .die Tompier sind mit den Saracenen zu befreundet, sie
sind auf uns, wir auf sie eifersüchtig". Hier haben wir wohl
das letzte Spiegelbild der Volksbeiirteiiung der ioniplerisclien
Politik, die ja im ganzen zutrifft. Vielleicht ebenso charak-
teristisch ist das Urteil Dubois' unmittelbar vor dem Prozeli.
Er bat nur zwei Vorwürfe, den Zank mit den Hospitalitern
nnd ihre .malafides'' in Verwendung des Ordensbesttzes —
aber niclit für die Templer allein, sondern ebenso für die
Hospitaliter. Beide Orden sollen von ihrem palästinensischen
und cyprischen Eigentum leben, die gesunden Bnider hinübei-
geschaflt werden, die nicht diensttauglichen in Cistercienser-
klöstern vorläufig untei^ebracht werden: ut agant penitenciain
oy Google
84 Zar Gewhichte Hefi Templsrordens im 13. Jahrbandert
super excessibus eorum. Ich möchte trotz Busson ') auf die
,excessus* nicht viel geben; jedenfalls bedeuten die Ausdrücke
nur Allgemeines, nichts für die Templer Charakteristisches.
Zudem gelten sie nur der Tätigkeil im h. Lande, nicht in
Europa.
Die Prozeläakten können nur in geringem Maße heran-
gezogen werden: Wie oft enthalten die Zeugenauss^en die
Wendung, daü sie erst nach der Gefangennahme, nach den
pfipstlichen Anklagen das Schlimme erfahren hat>en! Als
sicher ergibt sich aus ihnen, da6 das Volk, aber auch die ge-
bildeten Kreise, einen leisen, meist unausgesprochenen, zuweilen
aber in rohen Spässen zum Ausdruck gekommenen Verdacht
hatten, ob bei den so peinlich geheim gehaltenen Aufnahmen
und Ordenskapiteln alles mit rechten Dingen zugehe. Das ist
namentlich nach den cyprischen, aragonesischen und englischen
Zeugenaussagen ganz unzweifelhaß. Vielmehr ist aus ihnen
nicht zu folgern: selbst die zahlreichen Ausgetretenen scheinen
die Öffentliche Meinung nicht stark beeinfluM zu haben.
Verkehrt ist es, aus den in der Templerzeit nicht vor-
kommenden „bibere templariter* , aus der Äußerung des Trit-
themius, der beinahe zweihundert Jahre nach dem Untergange
des Ordens schrieb, dal^ der Begriff Templerhaus einen üblen
Nebenbegriff habe, irgendwelche Schlüsse zu ziehen; sie haben
für das Problem selbst gar keinen Wert. Gewiti kamen Un-
sittlichkeiten vor, das bekunden auch die Prozesse, und zuweilen
lassen die Roheiten der Angaben allerlei Schlimmes vermuten.
Große, öffentliche Skandale, wie bei den Hospitalitem, werden
nicht erzählt.
Das ist in den Hauptzügen das Bild der Templer in
Frankreich und wohl auch außerhalb, denn an den allgemeinen
Wandlungen haben auch die andern Länder mit Ausnahme
der pyrenäischen Halbinsel teilgenommen; in Spanien und
Portugal hat wohl der Fall des h. Landes wenig eingewirkt,
da dieses für die dortigen Templer ja nie im Mittelpunkt stand.
Das Bild entbehrt der sonst stark betonten auffallenden Züge.
*) Hitt. <I. Inst, rur Oaterr. (ieachforarhung. 9, 505.
Digitizecy Google
lanwe und SuBere Eatwickelung des Urdttos nnd seine Beurteilung. 85
Nicht ein Heer von 15000 kanipfgeübten Soldaten bedroht den
Thron PhUipps des Schönen ; die paar tausend über das (^anze
Reich, über zahlreiche Einzelhöre zerstreuten Templer mochten
ihm nnd den Zentralisationsideeo der Seinigen, dem neu auf-
t^ekomnienen nationalen Sinn unbequem sein, gefährlich waren
sie ihm nicht. Der Templerbesilz ist in Frankreich bedeutend
und das Einkommen groü: aber doch nicht so groä wie das
der Hospitaliter, betrug nicht ein Drittel des Einkommens der
Cistercienser, und vielleicht gab's noch andere religiöse Ge-
meinschaften, die ebenso mächtig und wohlhabend waren.
Prifil^ert waren nicht bloß die Templer, sondern auch viele
andere. In Verruf waren die Templer nicht, wenn man auch
im Einzelfall Böses bei ihnen hervorhob, die Vorwürfe g^jen
sie trafen auch andere Orden, diese traf auch die gleiche At>-
□cigtmg interessierter Kreise. Dazu die großen pekuniären
Dienste, die der Orden dem französischen König erwies, Ver-
dienste, die sonst keine Genossenschaft beanspruchen durfte.
Noch im Jahre 1 306 bekundet der Orden dem Könige in einer
peinlichen Situation treue Anhänglichkeit, der König äutierlicti
wenigstens dem Orden Vertrauen. Es ist doch eine recht
dürftige Erklärung des Folgenden, wenn man den König die
Treue der Templer drückend empfinden '), ihn deshalb ihr
G^er werden läßt. In Philipps Wesen liegt dieser Ai^wohn
nicht begründet.
Alles dieses erschwert e^enüich die Lösung des Problems,
wie Philipp zu seinem Vorgehen gekommen, wenn man ihn ohne
Anregung von außen, nur getrieben von blinder Habgier, wie
Lea das will, handeln läßt. Zwei Dinge haben den Templer-
prozeß veranlaüt und ermöglicht: einerseits die Denunziation
des Esquiu von Floyran, andererseits die Erkenntnis, daß der
Orden durch den Verlust des h. Landes seine berechtigte
Grundlage verloren und nicht imstande war, sich für die ver-
lorene Position eine neue Tätigkeit zu verschafTen.
izecy Google
IL Die Persönlichkeiten Philipps des Schönen
tind Riemens' V.
Es ist eine, ernstes Nachdenken weckende Tatsache, dafi
die Lage des mittelalterlichen Kirchensystems nach den ^'o&en,
unzweifelhall glänzenden Errungenschaften des 1 3. Jahrhunderts
iiichon um 1300 eine recht prekäre war. Wie kurz ist die
Strecke von Anagni bis Avignon! Vernünftigerweise hätte
man eine starke Reaktion des empSrten religiösen GefQhles
ob der schmählichen Miühandlung Boniraz' VIII. erwarten
dürl'en, und wie wenig ist das hervot^etreten. Nicht völüjr
spurlos ist das Ereignis vorObei^egangen *), in alle großem
Zeitgeschichten ist es eingetragen, aber von der Wirkung des
Appells an weitere, selbst kirchliche Kreise verspüren wir
bitter wenig.
Das sieht man deullicli am Verlauf des Pontilikates
Benedilits XI. *). Eine durchaus fromme Natur, ein Mönch auf
dem Throne, dabei doch genügender Menschenkenner, genügend
staatsmänntsch gebildet, scheitert or mit seinen Plänen des
Ausgleichs und der Versöhnung: Zum Grabe des als Heiligen
verehrten Papstes strömt das Volk, das ihn persönlich kannte,
die politische christliche Welt steht unzufrieden abseits; denn
keine Partei hat er befriedigen können. Die Herrschernalur
Boniläz' VIII. hatte die leitenden kirchlichen Kreise nieder-
halten können; als er verschwunden war, trat die Spaltung
sofort hervor, und bei Benedikts Tode standen sich die beiden
') Üljer die Vefwirrung in den offiziellen französischen Krfisen gibt
das Dnkument .Realia verilas* (Not. et extr. XX, 150 ff.) iDt«rMSante Aaf-
klftniDg.
') Übar ibn vgl. man jetzt Eit«l, Der Klrcbenslut unter SlemenB V.
[19071 S. 91.
izecy Google
Die PeraOulichkeitcD Philipps des ScfaOnen und Klemena' V. Hl
Parteien des Kardinalkollegiums, durch eine unübersleigbare
Mauer getrennt, gegenüber. Die Bonifazianer wollen Fort-
setzung des alten Systems, das von Booifaz erst seine schroßäle
Fassung erlangt hatte: möglichst au^edehnte Beeinflussung
der westeuropäischen Politik durch das Papsttum und ener-
gisches Voi^ehen g^en die neu aufkommende selbständige
Staatsauilassting ; die Gegner wollten Aussöhnung mit den
Gegnern Bonifaz' VIII., schonendere Behandlung der neueren
StaaLstheorien ')i Frieden mit Frankreich und Philipp dem
Schönen auf jeden Fall. Was eingetreten, wenn die bonifazia-
itische Strömung gesiegt hätte, läM sich ja nur vermuten:
jeden&lls war die Neigung zu einem gro&en Schisma, mit
einem ganz anders prinzipiellen Anstrich als im Jahre 1378,
sowohl im h. Kollegium *) als im französischen Volke vorhanden.
Dahin drängten auch die zahlreichen sonstigen uner^-eulichen
l'nterströmungen in der Kirche.
Doch die französische, man könnte sagen die moderne
Partei si^e. Eine Reihe von aragonesischen Gesandtschalls-
berichten ^) geben uns jetzt genügende Aufklärung über die
auftauchenden Kandidaturen, die Schwierigkeiten bei den Ver-
liandlungen, die inmier erbitterter und nervöser werdende
Stimmung auf beiden Seiten — schlug doch einmal ein Kardinal
der bonifazianischen Partei seinen Koch als Papstkandidaten
vorl*) — und den endlichen Sieg Napoleon Orsinis '^). Die
bonifazianische Partei wurde dabei überrumpelt in unanstän-
digster Weise; aber nicht die Föhrer der Gaetani. Das einzige,
was bei dieser sonderbaren und traurigen Wahl nach den
Funden in Barcelona noch rätselhaft blieb, der Anschluß der
') Diifi Napoleon Orsini hier eine ganz eiüenerti;« SteUnDg einnahm,
■erdn ich an anderem Orte zeigen.
*) Namnt illi, qai intraat et aieuoC [conclave], quod cito habebimua
P^wn Dnnm vel dnoe, haifit ea in einem Schreibeo, das kurz vor der Wahl
Klamena' V. naob Aragonieo getiandt wnrde. Barcelona, A. Nr. 11Ö49.
Und aber Trenn unganeignngen in Frankreich vgl. man mein Buch: Aua
dfü T^an BonifaE' VlII. 8. LXXXIX.
') Ich verßffentlicbe diese Stflcice in der aragoDesischeo Aktensamminng.
'i [n ebenderaelben Sammlang,
*) Conailia tutrinornm wurden die Beratungen von den äegnern
getuont.
izecy Google
8!> llic l'orHönlichkoitcn Philipp« ileu äcliOnuii und Klemcns' V.
Haupter der Oaetanipartei, hat nun ein glücklicher Fund Eitels
aufgeklärt! Der Komproini^ mit den Colonna über ihren
{gegenseitigen Besitz, abgeschlossen unter lebhafter Beteiligung
der Gesandten Philipps des Schönen, hat die Verwandten und
Intimen BonÜaz' VIII. in Napoleon Orsinis Lager getrieben ').
im übrigen ist durch den von mir l'rüher veröffentlichten
Wahlbericht, der, wie sich nachträglich herausstellte, auf Mit-
teilungen des neapolitanischen Prokurators an der Kurie, und
wahrscheinlich zuletzt auf Kardinal Landulf zurückgeht, all den
bisherigen zahlreichen Fabeleien über die Wahl Kiemcns' V,
ein Ende gemacht*).
Napoleon Orsini wollte einen Philipp dem Schönen ge-
nehmen Kandidaten; darum wählte er den Erzbischof von
Bordeaux, Bertrand de Gnt. Das hat er selbst wiederholt t>e-
kundet in seinem bekannten Anklageschreiben g^en den ver-
storbenen Papst: Nur Gott und das Wohl Philipps des Schönen
und seines Reiches habe er bei der Wahl im Auge gehabt.
Sonderbar nimmt sich dieses wiederholte Beteuern aus; es
sieht beinahe wie eine Bitte um Entschuldigung aus, daü die
Wahl nicht so gut ausgefallen ist, daü auch Philipp von
Klemens V. etwas anderes erwartet hat").
Das Eigenartige dieser Papstkandidatur besteht darin,
daä Bertrand zunfichst, d. h. zu Beginn des Konklaves*), der
') Tgl. Eitel, Der Kirchenstaat nnt«r KleinenB V. 3. 96B.
') Vgl. AUB den Tagen Uonifaz' VIII. S. 279 fr. und LXIIff.
") Ut posaetn habere pontificem de regno, oupiena regi et regau
i'KBe proVisum el spernna. quo<), quicunque regia sequeretur coneilium.
nrhem et urbem bene regelet et eccle&iam reformaret. Und weiter nuten;
Hoc flolum conaolationia hnbui . . „ quod eius elnclione nonnisi Dei et mgis
et regni. quem unum rredidi, intendebam. BsIuKe, Vitae pap. .^venion
11. 289 7. und eine bessere Redaktion diesem berOfamten Briefes in Recaeil
XXIII p. 224.
*i lata papa a principiu, iani bene sunt VI meDSea. per pArtem
domini Mathei cictitit nomiuatna, et pinres alii. Ans den Tagen Bonifaz VIII.
S. 62. Ich habe wegen der VI mensea an dem .principio* Anstoß ge-
nommen: denn das Konklave dauerte doch XI Mnnate. Nachdem ich aber
gerunden habe, daß auch Nap, Orsini (Baluie, Vitae pap. p. 3fj9l sagt:
MeminimuB nos sex menaibus fuisse in carcere Perusii — wo es di>rh
offenknndig elf heiäen mufi — mdchte ich als sicher in beiden Fillen ein
Verschreiben von VI statt XI in den Briefen annehmen.
izecy Google
I)ie l'eraßn lieh keilen Philipps de» Soliönen Unit Kl^mens' V. t^O
Kandidat der Boiiifazianer war; Treilicli neben andern, und in
der sichern Erwartung, dag Napoleon Orsini ihn, die Kroatur
Bonifaz Vlil. und den ehemaligen Kaplan seines Nepolen, des
Kardinals Franz Orsini '), doch nicht nehmen würde. Also
bäum eine emsthafle Kandidatur zunächst! Das wurde sie
aber durch Obemahmo seitens der franzosen freund liehen Partei.
Wann das zuerst geschehen, wissen wir nicht; wahrscheinlich
erst in der zweiten Hälfte der elf Monate. Napoleon Orsini
tat das, was die Bonifazianer hätten tun sollen, bevor sie ihn
vorschlugen, er trat mit Berlrand de (iol in Verbindung und
informierte sich Qtier seine polifisclie und kirchenpolitische
Gesinnung: Utrum Taceret partem regis Francie et ad quam
partem cardinaliuni declinabat. Die Antwort muB zur Zufrieden-
heit Napoleons angefallen sein: Bertrand mulj sich als An-
hänger Philipps des Schönen und der franzosenfreundlichen
Kardinalspartei bekannt haben. Soweit geben nunmehr die
Aktenstücke klare Auskunft.
Unentschieden bleibt zunächst noch die andere Frage:
Hat Philipp der Schöne mit Klemens V. vor seiner Wahl ver-
handelt? Was vergangene Jahrhunderte auf Grund der Er-
zählung Giovanni Villanis *) als Tatsache hinnahmen, was ein
h. Antonin und ein Raynaldus unbedenklich in ihre großen
kircbengeschichtlichen Werke aufnahmen, das durfte man im
kritischen 19. Jahrhundert nach der Untersuchung von Rabanls
Dicht mehr aussprechen. Villanis Erzählung galt als albernes
Geschwätz. Selbstverständlich ist diese Frage völlig zu scheiden
?0D jener, ob Philipp der Schöne für die Wahl Klemens' V.
angetreten ist. Das ist unzweifelhaft der Fall. Von Ende
Janaar bis Ende April 1 :^>.5, d. h. gerade in der entscheidenden
Wahlzeit, sind als Gesandte Philipps der Johanniterprior Iterius
de Nanteuil und Gottfried du Plessis in Perugia anwesend,
■) leb habe das in ineJD«in Küche S. 1.3(111 Anm. 1 beelritten. da
nir ktin FkII bekannt wir, daß ein Bischof Kleriker eines Kardinale damals
gsvnen sei. loEwiaehen Tand ich im Reg. ClemeDtis V Nr. 3337 einen
ihnliclien Kall. So ist ea auch begreiflich, dafi der Nepato BoDifaz' VIII.
bei dieter Wahl zu Berb-and h<, ja eine hervorragende Rolle bei ihr
■pielt. Fraitieh hat aich sein Empfinden bald geändert!
') HDratori, Rar. Ital. S. XIII p. 417. FBr das allgemeiae genOge
der Hiuvei« unf Herele-KnOprier, CoPEiliengeechiehte VI', 393 If.
izecy Google
9U Die Perafinlichkeiten fliilipps (In Scbttnen uud Kleinene' V.
Sie sind unstreitig mit Napoleon Orsini und den Scinigen in
Verbindung getreten und, soweit das noch nötig war, haben
sie die Wahl gefördert ').
Wenn nun aber die eine Kardinalspartei mit dem Erz-
bischofe verhandelte und wenn der König durch seine Ge-
sandtschaft für ihn wirkte, ist es dann zu gewagt, anzunehmen,
dali Philipp auch vorher mit Bertrand in Verbindung getreten
ist? Ich meine nicht*). Allerdings nicht persönlich; das ist
durch die bekannte Beweisführung von Ralianis wohl ausge-
schlossen, ist aber auch nach dem ganzen Wesen des Monarchen,
wie wir es jetzt kennen, an sich unglaubwürdig. Aber wohl
durch seine Gesandten: davon hat Villani etwas vernommen.
Die Ausschmückung der einfachen Tatsache, die wirkungsvollen,
theatralischen Begrüüungs- und Huldigungsszenen, die einzelnen
Verhandlungspunkte sind dann wohl seine Beigabe; er konnte
sie leicht dem spätem Verlauf der Dinge entnehmen. Gewili
gehörte die Frage der Aufhebung des Templerordens nicht zu
den Verhandlungsgegenständen; Klemens V. hat erst nach
seiner Wahl davon gehört. ■ Ob aber nicht die Frage der
Union der beiden Ritterorden, die Philipp schon früh erwogen,
ob nicht die Colonnafrage? Ob nicht diese Punkte zu jenen
geheimnisvollen Erörterungen im Sommer 1305 gehörten, die
Phihpp nur einer kleinen Zahl Vertrauter mitteilen durfte, bei
denen der Papst die jedenfalls nicht gewöhnliche Äußerung
tut: Illa personis non revelabis aliis, nisi quas credis honorem
nostrum et tuum diligere et zelari^)V
Was ich betonen wollte, ist: Klemens V. war im wesent-
lichen eine Kreatur Philipps des Schönen und war sich dessen
') Nidit ganz genau bei Holtzmann, Willielm r. Nogaret S. 131.
Vgl. Deliale, Memoire aur les Operations ünanci^reB des Templiere (in Mira.
de l'iast. nat. de Frstice 33) p. 225, Eitel S, 95 Anm. I.
') Dabei möchte ich hinweisen auf die inerkwttrdige UbereiDStinipiuiig
der meisten von Viljani gebrachten angeblichen Forderungen mit den tat-
sächlichen Furderungeu Philipps in Poitiere 1308, Vgl. zunftchst Holtimann,
Wilhelm von Nogaret S. 163.
") Balnzias, Vit. pap. II, 63. Allerdings muß man berttcksichtigen.
daß Klemens V. In seinen Sclireiben gern Andeutungen auf CieheimhaltuDg
machte Wir begegnen in seinen politischen Schreiben ttberheupt Ober-
raschend vielen persSnlichen Wendungen.
izecy Google
Die PenOnlichkeil«ii Philipps d«s ii^liCnen und KIcmsiiB' V. 91
bewußt Nur so kann man sich sein Verhalten dem Könige
g^Hiüber erklären. Denn in der Abhängigkeit des Papstes
vom Könige, deren sich beide bewußt waren, beruht die Mög-
lichkeit des Teniplerprozesses. Um das einzusehen, denke
nian nur an die Möglichkeit eines ähnlichei Prozesses unter
Bonifaz VIII. und König Philipp! Von weltgeschichtlicher Be-
deutung ist das Zusammentreffen zweier so gearteter Charaktere
wie dieser König und dieser Papst.
Wer war Philipp der Schöne ') ^ Die Frage klingt
sonderbar angesichts einer so bekannten und anscheinend so
markanten Persönlichkeit. Und doch ist sie wiederholt erhoben
und noch neuestens in verschiedenartiger Weise beantwortet
worden. Schon vor einem Menschenalter hat ßoutaric von
einem .schwierigen Problem* gesprochen, wenn er auch ent-
schieden zur Anerkennung einer ener^schen, wilienskrälligen
Persönlichkeit neigte. Die Frage wurde aber erst brennend,
als ein Mann von Bedeutung und besonders von der zeitlichen
Sachkenntnis wie Ch. V. Langlois vor einigen Jahren erklärte:
,Die Berichte der Zeitgenossen Philipps des Schönen und seiner
Söhne enthalten nichts, oder fast gar nichts über die Persön-
lichkeit dieser Herrscher. Wir müssen uns begnügen; wir
werden niemals wissen, wer Philipp der Schöne war; es wird
stets unmöglich bleiben, zwischen den beiden Parteien Stellung
zn nehmen, von denen die eine erklärt, daiä er ein gro&er
Mann gewesen, und die andere, daü er alles habe tun lassen."
') Für das folgende genügt der Hinweis auf Uouturic, La France
sona Philippe le bd p. 414 fT und tiuf die drei jDogBten CharakteriatlkpD
ron LiDglois im 8. Bande der von E. Lavisee berauBgegebeoen Hist. de
France p. 119 ff., von mir in Mlf)(5 XXVT^ 1 ff. und KsrI Wenck, Philipp
der SchSne von Frankreich, «eine Persönlichkeit and das Urteil seiner Zeit-
geDosBen. Die so anziehend geschriebene Studie Wencks darf m. E.
dtaemden Wert auch fSr den beansprnchen, der wie ich in einer Reihe
Fiinulheiten von ihr abweicht. Das gedrackte (Juclleninnterinl und die
Uteratnr sind in einer eratannlichen Vollatäniligkeit herangezogen. Die
liieiMbene Stelle des BartholomHus de Neocastro (.Muratori, S8. rer. Ital.
XIII, 11.59), in der schon am 1290 Philipp als korpulent und Sufierlich
trtge g<«ehildert wird, hat Wenck in Ztschr. f. Kirchengeach. XXVII, 197 f.
Dicbgetrsgen. Ich schAtze ihren Wert doch bedeutend höher ein als Wenck;
die andern dort vorkommenden Charakteristiken Karls II. und Eduards 1.
und im Kerne richtig.
izecDy Google
9'2 Die Pemöntichkeitun Philipps <leu tJcliOnen und Klemena' V.
Wie kam Lang'lois zu dieser resignierten AulTassuni^? Wenn
bei Philipp dem Schönen auch das spätere urkundliche Material
zur Charakteristik überwiegt und die chronistischen Schilde-
rungen stark zurücktreten, so begegnet das dem miltelalter-
liciien Forscher bei so manchen Kaisern, Königen und Pfipsten,
ohne dali er deshalb sofort an der Mögliclikeit einer Charakter-
schilderung verzweifelt. Aber bei Kömg Philipp ist zweierlei
Singuläres zu beachten. Einmal, daü fast alle Chronisten, die
seiner ausführlicher gedenken, uns das Bild Philipps mit den-
selben Farben zeichnen. Neben ausgesprochener Frömmigkeit
ist es die Abhängigkeit von seinen Räten, seine Zurückhaltung
beim Erscheinen in der Öffentlichkeit. Man könnte aus ihnen
allen als den Grundzug seines Wesens körperliches und gei-
stiges Phlegma herauslesen, wie es ja zuweilen Leuten von
besonderer Schönheit oder Körperfülle eignet.
Dann hat Philipp das seltene Glück gehabt, fast während
seiner ganzen beinahe dreiEiigJährigen Regierungszdt bedeutende,
über das Durchschnittsmaä des Mittelalters weit hervorragende
Mitarbeiter zu besitzen ; es wird uns schwer, die Flöte, Ni^rel,
Marigny und den besonders als Redner in meinen Quellen so
stark hervortretenden Plaisians nur als Handlanger, Vollzieher
königlicher Befehle zu betrachten, während gerade sie in den
Quellen liandelnd und redend auflreteo. Aus solchen Er-
wägungen ist unzweifelhaft die Zurückhaltung Langlois ent-
sprungen.
Ich habe in meinem Beitrage zur Charakteristik dann
gezeigt, wie auch in dem bisher unbekannten aragonesischen
Material der Zug der Zurückhaltung des Königs in geradezu
auffälliger, durch keine Etiketten- oder Forment'ragen allein zu
erklärender Weise hervortritt; wie der König schweigt, wo
jeder andere Monarch der Zeit reden würde, wie er sich hinter
den politischen Kulissen auch dort hält, wo wir einen andern
König hervortreten sähen — eine äußerliche Passivität, die bei
Philipp geradezu etwas Unheimliches hat. Tatsache ist und
bleibt also, daß dieser tranzüsische König in seiner langen
Regierungszeit überraschend wenig direkte Spuren seiner Per-
sönlichkeit hinterlassen hat. Damit muß jeder Forscher, der
auf sicherm Grunde bauen und andere überzeugen will, rechnen:
izecy Google
tKe ^ereOnlichkeiteD Philipps dpa ^hOnpn und Kt^ltiena' V dÜ
L'nd daram ist ein synthetischer Aufbau dieses königlichen
Lebens und Wesens, wie ihn Wenck jüngst in der genannten
prächtigen Studie gebracht tiat, nicht ohne Gefahren. Wer
mma\ mißtrauisch geworden, den öt>erzeugen nicht die viel-
faciieQ E>edikationen von allerliand wissenschaftlichen und
praktischen Werken, zumal wenn er bedenkt, daü wir uns
dem Zeitalter der Renaissance nähern und schon um 1300
das Dedizieren an hohe Herren allgemein Mode geworden war:
man könnte höchstens die Widmungen der Männer höher be-
werten, die Philipp persönlich gekannt und ihn einer richtigen
Würdigung för fähig gehalten haben. Den Zweifler überzeugen
YOt allem nicht die Stellen aus den königlichen Urkunden, in
ilenen das „starke Kraflbewußtsein einer leitenden Persönlich-
keit nach Ausdruck rang" : der Ausdruck de plenitudine regia
potestatis, der nach Wenck erst 1304 vorkommen soll und
dann so [eicht als Herübernahme aus der päpstlichen Kanzlei
erklärlich ist, die Erwiderung auf Heinrichs VII. weitmonar*
chische Ansprüche um 1310, .die doch damals bereits Gemein-
gut der französischen Publizistik war; den überzeugen vor .
allem nicht die Kanzlei Wendungen, die ein höheres Mai^htgettihl
bekunden. Das ist auch sonst Ausfluß der allgemeinen poli-
tischen Lage, des höhern Nationalbewußtseins; und über die
Einwirkung auf die Kanzler durch eine bestimmte Persönlich-
keil bedarf es stets genauer Einzeluntersuchung, die gerade in
unserem Falle für Philipp den Schönen ergebnislos bleiben
mübte. Nicht in der Heftigkeit der Abwehr gegen Papsttum
und Kaisertum, , sofern sie sich ihm als übei^eordnete Gewalten
aufdrängten", wird der Mißtrauische etwas Persönlich-Charak-
terisierendes sehen, wohl aber in dem Berichte, dalä Philipp
in feindlicher Versammlung 1303 einen Fluch über seine Söhne
au^ssprochen hatte, wenn sie zugäben, daLi sie die Herrschaft
über Frankreich von einem andern als von Gott hätten ').
Und dies führt uns zur positiven Seite. Wir haben doch
eine Anzahl beweiskräftiger Momente im Leben Philipps, welche
die Selbständigkeit seiner Persönlichkeit, seinen Mannescharakter
und seine geistige Veranlagung und Begabung genügend bc-
') W«ni-k S. 49. Dor Wortlnat im RvcaeW XXI, X12 Anm. ä.
izecDy Google
d4 Dip PoTsTinlicliknilen Philipps des SchSnen und Klempns' V.
künden. Wenck hat sich um ihre Aufßndung besondere Ver-
dienste erworben. Allbekannt ist das todesmutige Verhalten
Philipps in der Schlaelit von Mons en Pev^Ie, bewundert von
Freund und Feind — ein Beweis, da^ es ihm nicht an persön-
lichem Mute gebrach und data es nicht feiges Friedcnsbedilrrnis
gewesen, als er in jungen Jahren, dem aragonesisch-rranzö-
sischen Kriege abhold, der Politik seines Vaters und der Kurie
entgegenarbeitete. Und wie er sich, ein JQngling noch, ent-
gegen den Lehren seines Erziehers Aegidius Colonna, seiiie
Räte unter den Legislen suchte, so hat er sich seine vor-
nehmsten politischen Helfer auch später stots selbständig aus-
gesucht und noch auf dem Todesbette sich als den Allein-
schuldigen bei ihrer Auswahl bekannt '). Nicht stets war er
mit seinen Rilten eines Sinnes; in ausgesprochenem (^^ensatzo
zu ihnen suchte er auf den Gang der Politik einzuwirken auf
einem Gebiete, das er als seine Lieblingsdomäne zu betrachten
scheint, auf dem Gebiete der Ausdehnung der französischen
Machtsphäre. Dafür spricht auch das eigenartige Beformpro-
gramm von 1305, das ihm persönlich zugeschrieben wird. Er
gehört zu den wenigen Monarchen, die in den letzten Augen-
blicken noch die geistige Kraft besagen, ihren Nachfolgern ein
Regierungsprogramm zu hinterlaiisen, das ihnen eine Richt-
schnur geben, sie vor Abw^en warnen sollte.
Nein! Philipp der Schöne war kein Schemen, keine Puppe,
kein bloßer Nachbeter — er war ein selbständiger, für seine
Handlungen verantwortlicher Charakter. Nur so wird man
sich das Geschlossene, das strenp Folgerichtige seiner Regierung
erklären können. ,Es ist die „unite", von der Boutaric spricht,
das Hervorblitzen eines einzigen machtvollen Willens." So
haben ihn auch die Zeitgenossen, die mit ihm zu tun hatten,
oder die frei üt>er ihn sich äuljern durften, aufgefalät. Wie er
der Gigant und der Goliath Dantes ist, so wiederholen arago-
nesische Berichte von ihm : Der König kann alles, der König
tut alles, was er will ! Er ist Papst, König und Kaiser in
') So wird doch wohl die Stelle in Baldrichs Bericht aber Philipps
latete Tage und Tod zu deuten sein. Der KDiilg sagte : malo consilio
dnclus ot qnod ipaemet erat causa mali conailii sui. Wenck Qberseizt: ,Er
sei eelhet die Ursache geweiscn des aolih'rhten ihm gewordenen Bates."
izecy Google
Die Pemünticfakeiten Philipps des SchCnen un<l KIonrnnH' V. ^h
einer Persoo! ') Er leitet die Aktionen ein, oft nur mit einigen
wenden Worten, das übrige wird seinen Räten Oberlassen;
Ikj den wichtigsten Entscheidungen wartet man auf seine An-
kunH. Ich habe schon an anderer Stelle darauf hingewiesen,
wie das beim Konzil von Vienne hervortritt*). Monatelang
haben die Verhandlungen gedauert, die franz^tschen Oesandten,
selbst Enguerrand de Marigny und Nogaret sind wiederholt
erschienen, und doch rucken die Sachen nicht voran. Erst
als Philipp in Lyon und dann am Konzilsorte eintritt, persön-
lich mit Klemens verhandelt, ist in kürzester Frist die Ent-
!:<-lieidung über den Templerorden und seine Güter getrofTeii.
Andererseits darf aber auch nicht übersehen werden,
was doch schon den Zeitgenossen aurgefallcn ist und was sie
diinn in eine falsche Formel gebracht haben: Philipps Rilte
Irelen unter ihm ungemein hervor, ja, ich möchte behaupten,
wir kennen kaum eine wichtige Entschließung des Königs
ohne seine Ratgeber. Das findet man in den Urkunden des
II. Bandes und in den andern Verhandlungen Aragoniens mit
Frankreich. Und dies fuhrt mich zur nochmaligen, schärferen
Wiederholung dessen, was ich bereits früher ausgesprochen.
Philipp der Schöne scheint mir kein Mann der ungestümen
Initiative, der Ersinner höchstgewagter folgenschwerer Opera-
tionen zu sein; das müßte doch in irgendeiner Weise zum
Ausdruck kommen. Ich sehe in ihm eine wohlunterrichtete,
üuüerlich kalte, weil kühl überl^ende, wesentlich rezeptive
Persönlichkeit, die innerlich für ein Ziel nur glüht: höchste
Machtentfaltung des französischen Staates im Innern und nach
Außen, den weltlichen Mächten und der Kirche gegenüber,
deren unbestreitbares Verdienst es ist, das nach dieser Rich-
tui^ hin einmal als richtig Erkannte mit allen Mitteln, selbst
mit den größten Gefahren für sich wie für den Staat durch-
geführt zu haben. In der Durchführung eines einmal gefaßten
Entschlusses war er von eiserner Hartnäckigkeit; wehe der
weichen , nachgiebigen Natur, die wie Klemens V. in sein
politisches Gehege kam!
'l Htg di^ae Wendung auch nicht vereinzelt sein, so weist sie duch
snf die moDieotaue Einschützung der Mnclitatellung dos Königs hin.
') MIÖO XXVI. 19 f.
jitizecy Google
de t)ie Wrsi-Snlichkriten Philipps des ScliSnen nnd Kiemcnn' V.
Philipp der Schöne war kein leidenschaftlicher, zu Ex-
zessen geneigter Charakter — keine Spur von L.eicht1ebif;keit,
keine anstö&^e Anekdote wird von ihm berichtet; mit 37 Jahren
Witwer, blieb er, ein damals seltener Fall, ledig — er war
auch kein kirchenfeindlicher Tyrann, wozu ihn manche Kreise
immer wieder stempeln möchten. Die mehrüach Überlieferten
Züge starker, volkstüniliclier Religiosität aus seinem Leben zu
streichen, geht nicht an. Er hat das Papsttnm in seinen
damaligen politischen Bestrebungen mit einer selbst damals
unerhörten Schärfe bekämpft, er hat den Templerorden ver-
nichtet, aber beide Male hatte er höchste kirchliche Kreise.
Kardinäle wie Napoleon Orsini, ja im letztem Falle auch den
Papst auf seiner Seite. Nur religiöse Heuchelei bei seinen
großen politischen Aktionen anzunehmen, wäre ganz irrig. Er
glaubte damit Gott und dem Glauben zu dienen, indem er zugietrli
seinem Lande und sich diente. Die Handhabe bot ihm die
bis ins Ungeheuerliche ausgedehnte enge Verquickung von
Kirchlichem und Politischem, Religiösem und Weltlichem. ,Erst
wenn wir beides, die starre Bechtgläub^keit und die rück-
sichtslos durchgreifende Herrschernalur, zusammennehmen —
sagt Wenck mit Recht — erhalten wir den ganzen echten Philipp.'
Für ihn gibt's auch in der Politik nur religiös-politische Ideen:
Niemals ist der religiöse Charakter des französischen König-
tums so scharf betont als in seiner Zeit ') , von Philipp,
Klemens V. und andern, niemals die religiöse Pflicht, dieses
Königtum zu stützen und zu fördern, so klar in den Urkunden
ausgedrückt. Darum auch das stete Liebäugeln mit Kreuz-
zugsplänen; ob er Jemals ernstlich an die Durchführung ge-
dacht, bleibt fraglich. Aber dieses religiös-politische Element
durfte dem Ideenkreise der französischen Politik damals nichl
fehlen, ebensowenig wie der otl wiederkehrende Gedanke, dab
Frankreich und sein König verpflichtet seien, im Einzelfalle die
Leitung der Kirche zu übernehmen, wenn das Papsttum seine
') Den religiösen Nimbus des Königtnma deatet besonder« eine l'rk.
im ChfirtuUriuni universitstis Parisicnsie {ed. Denifle et Cbatelain) II Nr. 664
aus: lllustrlMimi rcgni FrMicorum reges clirietiuileBimi noD tarn magoi-
tudtne potastatiB quam mornm venuetftte ac pietate cliristiane reiiginniB
clariiiBBe dicuntiir.
iLCD, Google
Die PerBanlicIikeiten Philipp« des SchOnen und Klemena' V. 97
fcirehlicheii Pflichten lässig erfülle. Und fOr unmöglich halle
ich es nicht, dati Philipp nach Riemens" V. Tode mit dem
lie<liinkon, Papst zu werden, geliehäugelt hat.
.Niemals war das Papsttmn so mißachtet und verachtet
als jetzt"'), sagte 1308 ein beinahe sech/^igjähri^fcr Kiiriale,
Augustinus Triumphus, einer der eifrigsten Vorkämpfer für dns
Papsttum unter Jnhann XXII. Und dieses harte Urteil be-
sUUigt Kardinal Napoleon Orsini. Nach ihm hat Gott Riemens
ijerade abberufen, als er die Rirohe vollends zugrunde richten
»Yollte'), Woher diese herben Worte? Riemens war doch kein
ofwaltläliger Charakter wie Bonifaz VIII., nicht moralisch an-
n'iclii^ wie ein Alexander VI. Aber er war ein schwächlicher
(icrühlsmcuscli, kleinlich, einseitig, stets in erster Linie seiner
Venvandten gedenkend, dem weniger Mächtigen geffemlbor olt
von erfoigroicher Hartnäckigkeit, Philipp dem Schfinen gegen-
fiber dagegen nachgiebig wie kaum ein Papst einem weltlichen
Herrscher ; und letzleres hat ihm Mit- imd Nachwelt nicht
veraiehen.
Wollen wir gerecht sein, so dörfen wir nicht übersehen,
rialj Riemens ein kranker Mann während seines ganzen Poii-
lilikütes gewesen ist. Man hat früher über die Ängstlichkeit
gescherzt, mit der er für seine Gesundheit besorgt gewesen
sei; man wird es nach den von mir veröffentlichten Rcrichlen
nicht mehr tun. Ein sicheres Rrankbcitsbild haben wir nicht:
jttlenfalls hatte er ein schweres Mngen- und Darnileiden, das
vielleicht in den letzten Jahren in Schlimmen^s ausgeartet i^t,
Unmöglich wäre ja nicht, dali das l^bel sich jahrelang vor-
iK.Teitet und dem Patienten wie alle Lebensfreude so auch
slark die Talkraft geraubt hat. In der Heftigkeit dos Übels
oder in unbekannten Begleiterscheinungen muLi die oft Monate
') Ans den Tageii Bonifaz Vlll. H. KCl.
*1 Bainz», Vita« pnp, Avenion. IE, 291: Si coiiiplfi^et et erdeaiBm
destmiigset. li'li aelie hier van Danlvs Urteil nb; es bedarf noch il^r
näbcTD Unteranohang. Nicht unmciglich ist, daß Dante schon vor Villnni
aaf geheime Verhandlungen von Klemena mit Philipp vor der Wahl aiige-
spirit hat.
Finke, Papattam and UnterganK des TemplirrordenB, I. 7
izecy Google
93 Die PersSnlicbkeiten Philipps des SchSnen nnd Ktemens' V.
dauernde Isolierung des Papstes begründet sein ')■ Kaum ist
Klemens gekrönt, so plagen ihn schon rheumatische Be-
schwerden, ein paar Monate später befAllt ihn jene schwere
Krankheit, die beinahe ein Jahr währt und noch lange Monate
eine .unglaubliche Körperseh wache" zurückläßt 2). Die Krisis
scheint in den Monaten August bis Ende Dezember ISO« ge-
wesen zu sein. Während dieser ganzen Periode sind nur seine
vier Verwandten, die Kardinäle Raimund dei Got, Arnald
Peiagrua, der Kämmerer und der Referendar (Arnald de
Cantalupo und Guiilelmus Arrufat) um ihn. Sonst soll ihn
niemand besuchen. Immer wieder heiM es: Nullus cardinali::
videt euni nisi illi quatuor sui. Vor Mitte September drängen
die andern Kardinäle, ihn endlich zu sehen; sie wollten sich
auch fiber die Lage der Kurie iniormieren: So können sie den
Kranken einen Moment sprechen. Ein neuer starker Anralt Mitte
Oktober veranlagt die vier vertrauten Kardinäle, ganz beim
Kranken in Pessac zu bleiben; ein zweiter Versuch des li.
Kollegs, das trotz Schnee und schlechten Wetters herüberge-
kommen, um Ktemens zu besuchen, miiÄlang; unverrichtetersache
kehrten die Kardinäle heim, was natürlich slarke Aufr^rung
verursachte. So leiert der Papst Weihnachten allein, erst nach
Epiphanie 1307 können die andern Kardinäle ihn sprechen.
Merkwürdigerweise scheint der .schwache Körper die
furchtbaren seelischen Stürme der Jahre 1307 und 1308 ohne
stärkere Rückfälle Oberstanden zu haben. Erst später, wohl
seit Beginn 130!), setzten dann die zahlreichen Krankheits-
') Die dann vom Volke mi&deutet wurde; maii schloß ouf einp
geheime Liebschaft des Papstes, Villani und Albertino Mtissato haben diest«
UerOcht verbreitet.
') Ich gebe einige Stellen: Baluze II, 65, 77, 90; Fioke li. 17- 2»^.
209—211: de colica passione . . . gravatus fortiter fuerat; Finke 11, 21T:
Dupuy, Hiat. des differends p. bU u. ü.; Mumtori, SS. rer. Ital. XI, 194:
Mortaus est . . . horribili morbo lupuli; XI, \2'il, 1242: Fuerat autoin
multo tempore inflrnius de torsionibus. ex quibua perdidit appetituin.
imnio interduTn pntiebatur (luxurn et per ipsum mitigebantur tortiones.
Interdum vero patiebatur vomitum et sie de talibiis pasaioiiibua moritur
(daaselbe Daluze I, 5ö], Arngoaesische Berichterstatter rechnen 1307 und
1308 mit seinem Tode: Finke II, 124. Dann ein Sehreiben im Archiv m
Barcelona, Templsrios Nr. 193: Nee est periculum ... in ipaia niai mors
pnpe. Das war kurz nach der Tempicrgo fangen na hnie am 28. Oktober IKOT!
izecy Google
Die Perailnlichkeiten Philipps des Scliünen und Klumens' V. 90
notizen Jahr für Jahr wieder ein. Wie schwer es ist, den
Rekonvaleszenten zu sehen oder gar zu sprechen, schildert
liüchät anschauhch ein Bericht des Johann Burundi vom Jahre
1312: die Petenten stellen sich an den Feldwejien auf, über
die der Papst lan^'sam reitet, aber apathisch merkt er nicht
finnial bekannte Gesichtor '). Die beiden letzten Jahre krän-
kelt or fast ständig; die KrAfte nehmen ab; unruliitr zieht er
Ton einem Ort zum andern, schlieliüch lioffl er in der geliebten
lleimatlud zu gesunden, aber bevor er nadi der Gascogne auf-
brwhfn kann, ereilt ihn am 20, April IHH der erlösende Tod -').
lind noch «'in zweites darf man nicht vergessen; «lie
enormen Sei iwterigk eilen, mit denen Klemens mehr wie ein
anderer neuer Papst zu kämpfen hatte. Auf ihn hallen sich
>li)' Stimnien der bonifazianischen und französischen Karditmls-
parlei voreinigt, aber darum waren die fJegensatze der l)eiden
nicht geschwunden. Gemildert wurden sie in etwa dtirch den
Tod des Hauptes der Bonifazianer, Matteo Bosso, der s<-lion
iiuF der Beise nach Lyon starb. Vielleicht war auch die Kni-
sendung Napoleon Orsiius, des Hauptes der andern Partei, als
Legalen nach Italien nicht ohne Bücksicht hierauf gesrheheii,
wenn ihn auch seine I'ersönliclikeit besonders für das Amt
empfahl. Gerade die ersten entscheidenden Jahre bleibt dieser
so (lern kurialon Leben fern; als er zurück kelirte, waren neue
Verliällnisse gescbafTeii. Aber daü die alten Partcigegcnsäl ze noch
lioslanden, durch die Anfnahnie der Golonnns ins b. Kolleg
wieder vcrschürll wurden, zeigt das genioinsainc, fast revoliilionilre
Voigelien der Bonifazianer im Jahre 1^1(1 gegen die verbauten
Zeugen im Bonifaz-Prozesso, Bcnothkt XL war diesen Schwierig-
keiten erlegen, Klemens half sich mit einem Pairechub. I>ie
vieiberufene erste grofee Kardinalspromotion vom Dezember l'M>ö,
also kurz nach der Krönung des Papstes, muü docli auch
unter obigem Gesichtspunkte betrachtet werden. Nicht blolj
iliirch die vier Ver\vandton des Papstes, sondern vielleicht noch
mehr dadurch, daß jetzt zehn Kardinäle vorhanden waren, die
wie der Pcpst dem bisherigen Parloigotricbe der Italiener lei'n-
') Pinke II, 209.
1 Über Mip Alter feliU es an Angaben. Hin ütiprlebt« cino Tanti;
nnd Sebwestem. Archiv f. Lit. n. Kgoach. V, 15.
DigitizecDV Google
100 Die PersOnlicliheiten Philipps Aea Scliünen und KlemeDs' V.
standen, erhielt sie ihr besonderes Gepräge. Wühl waren es
kaum mehr als ein Drittel homines novi, aber mit dem Kerne
der alten französischen Partei, besonders den gebornen Fran-
zosen, war doch eine kompakte Mehrheit gescliafTen: die Boni-
fazianer standen völlig zurück. Wahrscheinlich erst nach der
Beendigung des bonifazianischen Prozesses und nacli der
zweiten großen Promotion von 1810 fühlt sich das gesamte
italienische Element in den Hintei^rund gedrängt; erst von der
Zeit ab an dürfte das Wort Napoleon Orsinis völlig wahr sein:
Nos Italic! sicut vasa testea reiecti sunius.
Schlimm war, dals Klemens die Auswahl nicht in erster
Linie nach religiösen oder auch nur kirchlichen Motiven ge-
troffen: Per cum fuil hoc! Eine starke Verweltlichung im
Kardinalskollcgium ist unbedingt zuzugestehen; vor allem die
päpstlichen Nepoten hatten durchaus andere als ausgesprochen
religiöse Interessen. Aber andererseits ist es verkehrt, von
einem sittlichen Tiefstand zu sprechen ; weder dem Papsle,
noch den Kardinälen werden Vorwürfe wie in den Tagen
Klemens' VI. gemacht. Inwieweit sich Klemens durch seine
Ernennungen zum Herrn an der Kurie gemacht hat und das
Verhalten des Kardinnlkollegiums einheitlicher als in früliem
Jahren war, läöt sich schwer sagen. Vollste Einheitlichkeit
herrschte wohl nur zwischen ihm und der immer größer wer-
denden Schar der Gascogner, obwohl auch hier Abstufungen
zu erkennen sind, wie sie mit merkwürdiger Offenheit der
Papst einmal dem Gesandten Vtdal de Villanova zugesteht!
Wir wissen von Opposition bei einzelnen entscheidenden Akten:
So beim Vorgehen gegen die Templer jene mächtigen und
reichen Kardinäle, doch wohl aus des Papstes nächster Um-
gebung, aber nur solange der Papst selbst noch unentschieden
war; so die Opposition des Kardinalbischofs von Paläslrinn
g^en die Anerkennung des römischen Königs vor der defini-
tiven Entscheidung, so vor allem die Opposition der Kardinäle
gt^en die Pläne des Papstes auf dem Vienner Konzil, aber
auch hier nur vor der endgültigen Entscheidung; so auch
manchmal in minder wichtigen Angelegenheiten, SchlieQlicIi
deckt sich doch die Entscheidung des Kardinalskollegiums mit
der des Papstes, Freilich aiirfällig stark und oft erscheinen
izecy Google
Die PerMnticbkeiten Philipps dea SchOnpn and Klemens' V. 101
die gelteimen Mißbilligungen der päpstlichen Politik durch ein-
zelne Kardinäle *) — in die ÖSentliclikeit haben sie sicli nicht
gewagt.
Wenn man die Schicksale des b^innenden Avignone-
sischen Papsttums sctiitdert, vei^ißt man nie auf die Unordnung
und auf die Geldgier des Papstes und der Kurie hinzuweisen. Die
l'oordDung ist Tatsache. Man lese nur die ersten Berichte Johann
Bui^undis nach der Krönung: Nichil fit hie iuxta morem solitum.
L"nd noch zwei Jahre später zeichnet Augustinus Triumphus die
Verhältnisse nicht anders: .An der Kurie gibt's keine Ordnung,
vielmehr lauter Unordnung und Umkehr aller guten Gewolin-
lieiten." Es ist doch ein starkes Stock, da^ noch im Jahre
1309, als die Kurie in Avignon festen Fu6 gefaüt, die Tür-
liüter und Kammerherren des Papstes von den ar^onesisctien
Gesandten Trinkgelder verlangen, sonst würden sie ihnen den
Zugang zum Papste versperren ! *) Man darf auch hier darauf
hinweisen, daü es der Kurie besonders schwer wurde, sich in
einem fremden Lande einzuleben; aber unzweifelhafl fehlte es
hier an einem leitenden, energischen und durchgreifenden
Willen, Gerade in Geldsachen war die Schwäche des Papstes
wohl nur allzu bekannt. Freilich muß die historisclie Gerech-
tigkeit auch hierbei einigen Vorbehalt machen : Die Geld-
crpressungen von Bischöfen und Abten — wie Johannes von
St. Viktor sich ausdrückt - während des Aufenthaltes in
Lyon und Bordeaux sind nachweisbar erfolgt*); nachweisbar
war auch die Mißstimmung beim französischen Klerus und
F'liilipp dem Schönen sehr stark. Aber die Frage ist doch
nuch zu stellen: Wie sollte die Kurie, in ihrer üblichen Aus-
gestaltung Hunderte von Personen zählend, imler den neuen
Verhältnissen existieren? Vor allem das Kardinalskolleg mit
seiner stattliclien Klientel? Da6 hier Schwierigkeiten sich er-
') Im zweiten Bande finden sieb allerlei interesBante Belege.
'; La mainr fedea et maior deacomtiDBlea es lo fet de 1a cort,
Khreibl Beinirt dea Fonollar bei disHer Schilderung. Finke 11, 185. So
nhalten denn ancb 1313 fOnf magietri hostiarii des Papstes vom arago-
DMiacben Knnige Empfefalnngebnefe für seine Geaandten! Barcelona, Reg.
S.36f. 154.
'I Vgl. Revue des queat. biet. X, 317. Finke H, Ib.
izecy Google
102 Die rersünlii-likuitau Pbllij'pa <lea SchÜneti und Klemrna' V.
t'alien, erhellt aus den durcliaus vertraulichen und für den
Kardinal Gaelani bcstinimlen Auaröhrungen des Augustinus
Triuniphus: Teurung auf der einen Seite, Fehlen der gewolinlfn
römischen „udminicnla' auf der andern Seite. Nicht alle Kar-
dinäle waren so glücklich wie Napoleon Orsini, sich von
Frankreich und Spanien gewaltige Jahicsrenten zu verscIiafTcii
oder wie die Nepoten dos Papstes für politische Dienste groüe
Trinkgelder einzunehmen. Das Geschenkgeben seitens dt-r
Fürsten und das Nehmen seitens der Kardinäle war sicher
schon seit Mitte des 13. Jahrhunderts üblich '). Aber die Fonn
des Trinkgeldes und der dauernden Rente scheint doch seit
Klemens V, eine sehr viel stärkere Verbreitung gefunden zu
haben. Hart war ja die Taxierung manchen Klöstern, und
ganz glimpflich ist man dabei nicht immer verfahren, aber
man ging doch vor nach dem damals wohl nirgends geleug-
neten Grundsalze: Clerici omnes et isti et ilü sunt omnes de
regno pape').
Nichts ist schwieriger wie die Beurteilung des linanziellca
Gebarens eines Papstes im spätem Mittelalter, da man in den
seltensten Fällen sicher feststellen kann, ob hier — nachdem
man die Entwickelung des päpstlichen Finanzwesens einmal
als gegeben ansieht — ein pereönliches Verschulden, ÜberniaS
oder Willkür oder iiUr ein Beharren im gewöhnlichen Geleise
vorliegt. Denn hier versagen zu oft die Grundlagen; die Will-
kür in der Aufzeichnung der päpstlichen Register i.st ebenso
grolj wie die Willkür in den Klagen der Chronisten, besonders
der Engländer. Wenn auf die Zehnten hingewiesen'') wird,
die ,so oft wie noch niemals früher* ausgeschrieben wurden,
so nmü ich für Aragonien darauf hinweisen, dalj Jayme II.
schon von Bonifaz Vlll, ab an dauernd den Zehnten erhielt,
von dem übrigens nicht immer Klemens V. die Hälfte
bekam. Und wenn der „Strom von Expektanzen und Provi-
sionen" hervorgehoben wird, so ist doch auch zu betonen,
') Wternfeld, 0 Knid Johann (iaWaii Orsini (19051 S. 19 heU liervor.
dag dieber Kaidinal der ejnxige gewusen, der in seiner Zeit keine Trink-
gelder genommen hAtte.
■l Finke II, 20.
■■) llnüer, Papeltum und Ki rohe nre form I. '45.
izecy Google
Die l'ersönlicliheiteu Philipps des Schöneu und Klemens' V. 103
daß in Äragonien erst unter Johannes XXII. hierüber die
bittern Klagen ertönen, besonders gegen die Einführung fremder
Kleriker. Jedenfalls ist bei der Unsicherheit der Aufzeichnungen
in den päpstlichen Registern, die auch Haller an anderer Stelle
betont, vorsichtige Beurteilung am Platze för die .Klemen-
lioischen Jahrmärkte*. Finanzielle Willkür und Übermali treten
nachweisbar bei der Besetzung der höchsten Pfründen hervor;
ob der Satz Napoleon Orsinis, dai ,sie fast alle durch Kauf
und Verkauf, durch Fletsch und Blut (d. h. die Nepoten) in
die Hände ihrer Besitzer oder vielmehr Usurpatoren gelangt
seien", buchstäblich richtig isl, bleibe dahingestellt '). Jeden-
falls genügen die bekannten Fälle, um hier eine schlimme
finanzielle Mißwirtschaft festzustellen. Dem von Haller Ange-
führten füge ich bei, daß der Elekt von Tarragona 20000
dulden zahlen sollte, aber erklärte, daß er lieber verzichte, als
sein Erzbistum und seine Seele zugrunde zu richten, daß man
vom Abt von Cluny trotz der Einmütigkeit seiner Wahl an-
geblich die kolossale Summe von 200000 Gulden forderte!*)
Solche exorbitante Ausgaben einzelner Bistumskandidaten ge-
hören wohl zu den servilia secreta, deren Schuldscheine Kle-
mens V, vor seinem Tode zu vernichten befahl. So begreift
man es, daß bei der ersten Nachricht von der Gefangennahme
der Templer an manchen Stellen sofort auf Geldschröpfimg
seitens des Papstes und Philipps des Schönen geschlossen
werden konnte! Ist nun das Ergebnis der päpstlichen Finanz-
politik ein exorbitantes? Nach Ehrle'') gingen jährlich min-
destens 200- bis 250000 Goldgulden ein, ungefähr 100000
wurden für die Hofhaltung verwendet, das andere zurückgelegt,
und so wuchs in neun Jahren der Schatz auf eine Million an.
') Damit deckt eich fast die Mitteilaag Jobannes Burguadi vom
€. Jnti 1306: Dicitnr eciBui, quod diaplicet regi, quia dominus papa incon-
tinenti, cum seit aliquarn ecciesinm vacare, reservat eam provisioni sue.
Finke II, 15 f.
t Fioke II, 185. Wsbrscbeiiilich bat der Erzbiachof vun Tarragona
doch gezahlt. Um die gewaltige Summe van seinem Klerus wiederau-
eiliilten, plante er eine Visitation der Kirchen seiner Erzdiözese auf eine
Reihe von Jahren — aber in absentia durch einen I'rokurator, der jfthrlich
von jeder Pfarrei 6 Pfand Turnoaen erbeben sollt«.
•) Archiv f. Lit. u. KgeocU. V. U7.
izecDy Google
104 Die Pcraüulichkoitoii PhilippB (loa iklidnen und Klomena' V.
Diese ZifTeni zeigten im Vei^leiche mit den uns erhaltenen
Kannnerrechnungeii der folgenden Pontitikate durchaus nichts
AufTälliges. Ehrle führt dann die Ausgaben, leider nicht die
Einnahmen an. Jedenfalls zeigt sich gegeniiber dem Schatze
Johanns XXil., wenn dieser tatsächlich nur 700000 Goldgulden
betrug, eine starke Abnormität: Kleniens sammelt in 9 Jahren
über eine Million und Johann in 18 Jahren nur 7Ü0OOÜ Gulden,
und dabei gilt dieser Papst als besonders sparsam, ja geizig! ')
Doch für wen hat Kleniens V. gesammelt? Viel mehr als
die obigen doch immerhin unsichern Feststellungen gibt dieses
Fingerzeige zur Beurteilung seines Wesens. Das päpstliclie
Testament liegt vor. Mehr als 300000 Gulden sind an die
Könige von Frankreich und England verliehen; halb und halb
wird mit der NichtZurückzahlung gerechnet; 300000 Uulden
erlitllt der Nepote, Viconite de Lomagne, für die zukünflige
Ausrüstung einer Rilterschar zur Teilnahme an einem allge-
meinen Kreu7.7.uge; 200000 Guidon werden Legate fiir Ver-
wandte, Vertraute und Diener; 200000 Gulden endlich ^Icn
zu allerlei guten Zwecken in Südfrankreich verbraucht werden.
Man erliAlt beim Lesen des Testamentes durchaus den Ein-
dmck, dctü für Kleniens V. das Hauptinteresse sich auf seine
Verwandten und seine Heimat konzentriert; es ist der latsäcli-
liclie Beweis für die bittere Behauptung des Augustinus Triuin-
phu-s, dati für Kleniens Verwandte und Heimat alles seien:
Istü Ciirnalior alüs esse videlur, quod apparuil per opera ..,-).
Es wäre unrichtig, Kleniens V, Kreuzzugsinleresse abzu-
sprechen. Wie oll t-'edenkt er mit warmen Hei'zenslönen seines
Wunsches, das h. Land befreit zu sehen. Napoleon Orsini
geht in seiner Bitterkeit zu weit, wemi er ihn den Kreuzzug
nur mit dem Munde fördern läül'^). Es entsprach seinem
Wesen der kleine, Partikularkrenzzug, wie ihn unter seiner
'] Auf uin nucli unlieliRniitca Srliuldiiekeimtnis Kleinons' V. sei hier
hingewiesen: (l*npn) leBpondit, qiiud grBVMverdt niultum ecclesins et quod
noii intunilelmt de i:etcro eiis gravAre its. Finho II, 18. 8u Koricht d«s
JohanneH Knrgunili vom 1. September 1306. Vgl. auch Reg. dementia V.
Nr. 2263.
') Finke, Aus den Tagen Honifu Vlil. ». XCIIl.
') Fullnci aermone. Buluse II, 291.
izecy Google
l)ie PeraüDlicfakcititi Thilipps des Scbüiien und Klemetia' V. 105
dt%en Teilnahme die Johanniter glücklich nach Rhodus, die
Spanier unglücklich gegen Granada unternahmen. Erst gegen
Ende seines Lebens entscheidet er sich in wiederholten Privat-
geäprächen für den allgemeinen Kreuzzug '). Aber auch so
geht ihm Kreuzzugs- und Familieninteresse ineinander über. Die
zahlreichen Verklausulierungen, mit denen die wahrhaft könig-
liche Summe dem Nepotcn überwiesen wird, sollen nur dahin
wirken , dafi der Kreuzzug als Familienkreuzzug au^eführt
wird. Das ist natüdich niemals geschehen, und nur mit Mühe
hat sein Nachfolger dem Nepoten einen Teil des Geldes wieder
getioitiinen.
Wie in seinem Testamente, so hat der Papst auch i)ei
Iicbzeilen eine übermäßige Zärtlichkeit für seine weitverzweigte
Verwandtschaft bekundet. Fünf Familienglioder wurden Kar-
dinäle, vier ernannte er selbst zu Bischöfen neben den andern,
die bereits das Amt bekleideten: die fettesten Pfründen wuüte
er ihnen und andern Verwandten, besonders im Anfang seiner
Ki^nerung, zuzuwenden. Die Rektorate und wichtigsten Amter
ini Kirchenstaate erhielten die welllichen Verwandten; Ehric
hat eine groöe Zahl, aber nicht alle, angeführt *). Einige bc-
Iralon nie ihre Amisbezirke, sondern verzehrten nur die Ein-
kommeii und liefjen die Verwaltung ihren Stellvertretern. So
entstand der ingi-immige Hali der Bewohner des Kirchenstaates
gegen die Franzosen, dem Napoleon Orsini in den drastischen
Worten Ausdruck gab; Per predones potius quam per reclores
est spoliata. Klomcns V, ist der schlimmste Förderer des
Nepotismus auf dem Papstthrone gewesen. Bei ihm ist der
schöne Gemütszug der Verwandten- und [leimatliebe nicht
hiolj zur Schwäche, sondern zu Schlimmerem geworden; denn
die Ehre des Papsttums litt darunter. Mit seiner Zustimmung
wurden seine Verwandten vom englischen Könige dafür reich
lieschenkt und besoldet, da^ sie an der Kurie die englischen
Kroninteressen, die sich sicher nicht immer mit den kirchlichen
deckten, vertreten sollten *).
') Archiv f. Ut. u. KgBBcb. V, ö.
') Für alles dieses vgl. itiAD Eitel, Der KirefaensttiHt unter Kiemens V.
1 Reg. Clementis V Nr 7585. Vgl. Archiv f. Lit. u. Kgesch. V, 143.
izecy Google
106 Die PeisÖDÜclikeiten Fbilippa des SchSnoii und Klemens' V.
Kleniens' V. persönliches Wesen zeigt unzweifelliafl einen
liebenswürdigen, t'reuiidJichen Grundzug, ganz im Gegensatz zu
seinem Vorgänger Botiifaz VIII. Wie dieser mit Vorliebe Sar-
kasmen gebrauchte und unzweifelhaft Freude daran hatte, sein
Gegenüber zu verwirren '), so suchte Klemens durch höfliche,
ehrende, ja schmeichelnde Bemerkungen zu gewinnen. Bei
den undatierten Berichten über Audienzen bei Klemens und
Johann XXU. im aragonesischen Archiv vermag der Forscher
altein aus dem Ton der Unterhaltung die Persönlichkeit des
Papstes zu bestimmen. Wenn auch nicht so beizend wie bei
Bonifaz Vlll. sind doch die Antworten Johanns viel schärfer
und schroffer, allerdings auch klarer und bestimmter als bei
seinem Vorganger. Klemens hat manchem Berichterstatter
eine glückliche Stunde bereitet. Wie entzückt berichtet Vidal
de Villanova heim, daß er ihn bei der Hand gefaM und beim
Vornamen genannt habe! Der Papst redet in seinem Eifer
viel; besorgt, daß er vielleicht zu weit gegangen, sagt er, daß
er als Bertrand und Privatpei'son eine Sache wohl hinnehmen
könne, aber nicht als Papst; oder, was häufig vorkommt, er
erklärt, was er jetzt gesagt, solle nicht als orfiztell gelten, er
werde schrifllich antworten. In der Aufgeregtheit laufen ihm
dicke Tränen über die Wangen: besonders wenn er sich per-
sönlich gekränkt fühlt. Über das persönliche Verhalten des
Papstes liegen in den aragonesischen Berichten ~ abgesehen
von den Templerbriefen, wo ihm aber auch nur Charakter*
schwäche vorgeworfen wird - keine tadelnden Bemerkungen
vor, während nicht blolj Bonifaz, sondern auch Johann XXII.
mehrmals persönlich ungünstjg beurteilt werden. Aber auch
Klemens äußert sich am liebsten lobend über die Monarchen
wie über alle Menschen. Man glaubt es ihm gern, daß er
einen Bischof nicht gern zitiert, daß er das in seiner bisherigen
Regierungszeit nur vier- bis fünfmal getan habe. Wie er den
aragonesischen König als den allerchristlichsten lobt, so hebt
er Philipp den Schönen zu den Sternen empor. Kein Bild ist
ihm glänzend genug, um diesen ,ath1ela Dei* zu feiern! Im
Eifer der Rede will er ihn mit sich fortreißen, legt seinen
') Cuiua gloria fuit homiaem rerbis confuoder«. MG. SS. XXX. 715.
izecy Google
Die rftrsSiilichkeit«D Philippe dos Scb&Den und KlemeDs' V. 107
Worteil mehr unter, als der König in seiner kalten, nQclitenien
Fiissung ^sa^t, was dann die Aragonesen voll Verwunderung
nach Hause berichten ').
So geht denn auch ein Zug der Milde durch seine Ile-
gicrung trotz der Katastrophen. Die starken (iegeiisätzc in
der Kirche selbst, wie sie unter Johann XXII. alsbald zum
Ausbruch kamen, hat er mit gröüter Schonung behandelt ; die
iriiL der Erneuerung des Imperiums zusammenhängenden Ge-
fahren suchte er möglichst zu unterdrücken. Nur schwer
kunnte er sich för die eine oder andere Richtung entscheiden.
Klemens V. war auch kein Mann der Inquisition, wie sie sich
kirchlich-staatlich in Südfrankreich damals lebendig zeigte. Be*
zeichnend ist nicht bloü, daß er Bernard Delicieux ungeschoren
lie&, sondern noch mehr, da^ er den Mann, der mit Bernard gegen
die Inquisition von Carcassonne angekämpft, Richard Nepotis,
zum Bischof von Beziers machte -). Bezeichnend ist auch, da&
er, als einmal der merkwürdige Katalane Arnald von Villanova
im Konsistorium offenkundige Häresien zum Entsetzen und
Ärger der Kardinäle vorgetragen, später ruhig erklärte, er habe
nichts davon gehört, er habe an ganz andere Dinge gedacht ^).
Freilieh, wie bei derartigen gutmütigen Menschen öfter,
hindert das nicht, daß er in Dingen, wo er sich persönlich
Verletzt glaubt, schroff und hart wird : so im Kleinen in seinem
unzweifelhaft rachsüchtigen Vorhalten gegen den Biscbol' von
Poitiers ') , im Groüen im Kampfe g^en die Venezianer *).
Hier braucht er in seinen Bullen Äuüerungen und verlangt
') Bei den eolHcfaeidenden VerhamUnngcn io Poitioni 1308 und in
VieuDB ist ihm solctits pasaiert.
'I Hati rgl. die bittere Cbarakterisierung dieser Perflönlichkeit und
seines Wirkana gegen die Inquisition darcb Bernardns Guidoois in Hecueil
XXI, 747-749.
'} Henendez Pelayo, I.ob KeterodoKOS espanoJes I, 776. Ucrk-
wBrdig ist aoch, daB Kiemene um dieselbe Zeit bei einer Zusamtnenkunft
K. lafforderte, von Petitionen und fthnlirhem nicht zu sprechen, da er den
Kopf zu vnll habe von der AfiXre Boniras' VIII. Er solle ihm nur ap^cI^hen
,Ton der evangelisi-hen Wahrheit*. (Kesposme que noli parlaa at no de )s
vetiUt evangelica.)
*) Qnaltems de Brugia Ord. Hin.
'/ UierfQr und für die Kiitdienstaatepolitik vgl. man dos Buch von Kitel.
izecDy Google
1U8 Die l'ersünlichkeiUD Philipps dea SchOnen uod Klemena' V.
Matäregcln, die einen Zug der Grausamkeit zeigen. Und ebenso
in seinem Verhalten den Templern gegenüber: Je mehr er
zunächst für ihre Unschuld eingetreten, um so eifriger suchte
er später, nachdem er sich hat überzeugen lassen, die früheren
Unterlassungen durch Obereifer wieder gut zu machen.
Man dürfte Klemens V. keinen willenlosen oder auch nur
willensschwachen Herrscher nennen — wenn sein Verhältnis
zu Philipp dem Schönen nicht wäre. In die italienischen An-
gel^enheiten, vor allem in die Wirren des Kirchenslaales,
greift er viel energischer ein, als man vielfach angenommen
hat. Die italienische Frage wird eifrig im Kardinalskollegiuiii
studiert; die neuesten Veröffentlichungen von Schwalra zeigen,
daü er in der deutschen Königs- und römischen Kaiserfrage
viel lebhafter, bestimmter und doch auch wohl objektiver sich
gezeigt hat, als unsere bisherigen Darstellungen dartun. Ja,
auf dem Konzil von Vienne tritt er mit einer Schroffheit für
seine Auflassungen ein und weiß sie mit einer Promplheit
durchzusetzen, daß man eher an Bonifaz VIII. denken sollte.
Freilich wirkt er im Verein mit Philipp dem Schönen!
Wenn man diese sonst so entgegenkommende, optimistisch
gesinnte Persönhchkeit dem kalten, entschiedenen, stets aufs
Ziel hinarbeitenden Phihpp dem Schönen gegenüberstellt, so
kann man sich das Abhängigkeitsverhältnis des Papstes vom
König allenfalls erklären, obwohl die ganze Größe dieser Al>-
hängigkeit immer wieder Staunen erregt. Verkehrt wäre es
aber, sie leugnen zu wollen. Gewiä hat Klemens oft gezögert,
er hat Auswege versucht, den König zu rühren, für seine An-
sicht zu gewinnen gesucht, er hat auch einzelne Erfolge erzielt,
so in der deutschen Angelegenheit, er hat vor allem gröfiero
Übel vermieden — aber in den wichtigsten Ängel^enheiten
ist er, indem er schliel^lich zu führen meinte, dem Könige ge-
folgt. Von den ersten Tagen seiner Regierung an: Für nie-
manden ist er zu sprechen, auf keine andere Sache kann er
seine Aufmerksamkeit lenken , als auf die Wünsche Philipps
des Schönen ! ^) So verschwinden zum Äi^ernis für manchen
Kurialen die Ansprüche der ,Unam sanctam' durch das bekannte
Breve „Meruif. Und noch in den Tagen der ersten Zusammen-
■; Vgl. dio lebhafte Schilderung Finke II, 8, 10.
Digitizecy Google
t>ie Pereönlichkeiten Philippe des SchlineD und Klemena' V. 10Ö
kunfl erhält Philipp jene merkwfirdige Absolulion (ur die viel-
fachen Gelderpressungen, die er an kircli liehen Personen verübt
liat, unter ErleÜ der Wiedererstattung; und ebenso erhält er
für sich und seine Nachfolger das Privileg, dah er durch ein
Krcuzzugsgelül>de nicht gebunden ist, wenn eine Gefahr oder
oin Hindernis für seine Person oder das Reich besteht und,
ob eine solche vorliege, will der Papst dem Ciewissen des
Königs oder seiner Nachfolger anheimstellen ! ') Daran schließt
sich am 3. Februar 1306 die jetzt erst bekannt gewordene
Colonnabülle ') : Nicht so sehr die Aufliebung der Zensuren ist
es, was das Verhältnis beider charakterisiert — auch andere
PSpste haben Strafen ihrer Vorgänger aufgehoben — , sondern
ilie Form, in der die Aufhebung vollzogen wird, und aus der
tier grimmige Hau der Colonna und Philipps gegen den ge-
walligen Gegner hervorklingt: Bonifaz hat in grausamer Weise
ihren Tod besohlossen, sie ungerecht als Hflretiker erklärt und
sie als Häretiker, Schismatiker und Rückfällige gegen Rerlit
und Billigkeit bestraft ^). So hat wohl noch nie ein Papst
über einen Akt seines Voi^üngers geurteiltl Was nützt dcm-
^egenilbcr die einschränkende Bemerkung: Non intcridcntrs ex
hiis apostolice potestatis plenitudini in aliquo derogare. Mit
lier .plenitudo potestatis" wird man auch eine schlechte Hand-
lung nicht hallen kfinnen. Das Charakteristischste im beider-
witigen Verhältnis ist und bleibt aber doch die flandrische
Kriedcnsbulle mit der berüchtigten Klausel, dali die Flandren im
I''alle des Ungehorsams den kirchlichen Strafen unterliegen und
nur auf Ersuchen des französischen Königs losgesprochen werden
können. Klemens sträubte sich ; denn eine solche Klaui^el
fände weder im göttlichen noch im welllichen Recht ihre SLütxe *) ;
') HierUbpr nunmehr K. Wenck, Aiu den Tilgen der Zusammenkunft
Papst Klemens' V. nnd KOolg Philipps des äcliönen zu Lyon. Ztsclir. f.
Kgrach. XXVII. 189 ff.
'] Jetzt bei Eitel, Der Kirchenstaat unter Klemens V. Ueilage.
') Bonifacios papa VllI . . . «ccidendos crudditer expoauit, iudicavit
indehite hereticos atqne scismaticos et relapsos, et tnmquam lipretjcos,
MramsticM et relapsos contra iarin et equitntis tramitem puniendos.
*) Und doch fand aie sicli schon im fliindri sehen Verti.ige vom
2. Jnni 1307 (Iteg. Olementis T, Nr. 1680). Aber in diesen wnr aie gerat<-n
.Don ex certa scitintia sed per occnpntionem vel ne|i;ligentiflm eam pusneri-
mos. Dapujr, Uisl. dn dilT^rend p. 294
izecy Google
110 Die Persrinlichkeiten Philipps dea Scfaünon unJ Riemens' V.
jeder Exkommunizierte müsse nach geschehener Genugtuung
absolviert werden, auch wenn der Gegner widerspräche. Und
doch erklärt er sich bereit, dem Wunsche des Königs naclixii-
kommeh, wenn ihm in Briefen früherer Päpste diese Klait.«el
naciigewiesen werden könne. Das war nicht möglich; aber
Klemens hat tatsächlich die Bulle nach dem Willen Philippe
redigiert 1). Nun begreift man, dafj, wenn der König drängt,
Klemens nachgibt, obwohl es gegen seine Ehre gehl '), obwohl
er in längerer Ausführung dartut, warum er und die Kardinal**
das Gegenteil für besser halten; daü Klemens Philipp Butlon
zur Begutachtung sendet, auf sein Verlangen Stellen in diese
aufnimmt*), daß er ihm die Liste der zum Konzil Eiiigdadenei)
übersendet. In etwa hatten die Zeitgenossen recht, die sagten:
, Jedermann weili, daß er dem PapsL eine Null ist; dati Pliihpp
alles, was er will, von Papst und Kirche machen läßt." Piis
el OS rey et papa et enporador!') Und wahrscheinlich dürfle
die von Alberich von Rosnte mitgeteilte, von Neuem öflrr
abgelehnte Äuüicrung des Papstes doch gefallen sein"): El .';!
non per viam iustitie potest destrui, destrnatur tarnen piT
viam expedientiae, ne scandalizetur chanis filius noster fpx
Franeie! Diese Äußerung ist ein guter Schlüssel zur Erkläruiip
des päpstlichen Verhaltens.
Ich will zum Schlüsse zugeben, dati in den letzten Jaliren
der beiden Herrscher eine zunehmende Opposition de« Papstis
gegen das schmähliche Joch Philipps sich ^eigl: so in den
deutschen Angclegenlieilen — aber für meine Darstellung
kommt dieses nicht in Betracht.
') Finke, Aus den Tagen Bonirnz VIII. 2S9; PunckDreiitAnn. riiilippr
1«. Bei en Flnndre -Sil- 545, 559, 5S1.
') Licet sit contrfi honorem noslrum.
'■') Deliale, Op^mtions flnancivres <lus Templiera p. 91 «oist dAronf
hin, wie geschickt Philipp eine Phrnae Gher seine Uneigennül.zigkeit im
Templerprozeß in dio päpstlichen Urkundni eineeachmnggi'lt hat Es i*t
die Stelle: fKrisaimus . . . non tipo nvnritio . . . Hnioveodo, die sich z. It.
Heg. Clem. V. Nr. 3402. 35.S4, 3626 findet.
') Finke II, 124.
") Bnluie I, rm.
izecDy Google
III. Konig, Papst nnd Templer bis zur Ver-
haftnng der französischen Ordensglieder am
13. Oktober 1307.
Im Frühjahr 1304 oder noch wahrscheinlicher LlOf)')
prscliien ein Südfranzose, E^qiiiu de Floyran aus Bezioi-s -), Ik- i
Köni^i: Jayme II. von Araponien in Lenda und vertraute ihm
in Gegenwart des königlichen Beichtvaters aus dem Domini-
kanerorden. des als hterarischer Gegner Amalds von Villanova
bekannten Martinus de Atheca °) ein großes Geheimnis an.
Vnd zwar sei Jayme der erste Monarch, der davon erfuhr^).
') Da König Jayrne HJch fast Jahr für Jahr im FrDhjahr in Leritla
lufbitlt, 80 ist sehr schwer, darnach die Zeit za beatimmen. Allzu lang«
vor 1305 dürfte die Denuntintion wohl nicht erfolgt sein. Andererseits
muß wegen der nachfolgenden Ercigniase das Frühjahr 1S05 der letztp
*} Der Name ist Esquians zu lesen (II, 83). Esquiu (Squiu) kommt
tr Sadfrankreich ott vor. Man vgl nur Hist, de I.sngnedoc IX, 78, Sb!>,
WiT. Ein Esquiu fa Cor kommt zur selben Zeit vor. CRD b. f. 592. Be-
banotlii-h nennt ihn P. de Gisi nnt«r den Ordens Verfolgern Esquius de F.
de Biterris cumprior de Montfaucon (Michelet I. 36S Villani äugt; priora
de H. (Uuralori XIII, 42B|. Wo liegt Montfnucon? Die franxctsischen
Forscher schweigen. SchottmBIler phantasierte von dem, auch von Heine
beauDgenen Pariser Qalgenstand Monthncon. Esquiu ist ihm .Vorsteher
der allgemeinen HinrichtongsstAtte*! Tatsächlich liegt M. in der DiOzese
Perigneux. (Vgl. L'Esquieu, Lcs Templiora da Cahors 1899, p. 28. 31; dazn
Finke II, 317: Hugo Horcelli prior Montisfalconis Potragor. d.) Dann ist
,«(iniprior* wie .prior' bei lt. Peleti (vgl. unten) sicherlich ein staatlich
Amt, Nach L'Eaquien p. 8 wandte sich 1313 der Rnt von Montriconx tn
einer Streitsache au , Squiu de Florian, valet du roi et acigneur nu dit
Uontricoui'. Damach hat also der Vervilter diese Templerherrschaft erhalten!
'i 1306 im Sept. wird Martinus ,olini confessor noster' genannt.
Karcelona, Archiv, Rag. 286 f. 239.
') Das dürft« richtig 8«in.
izecy Google
112 EOnig. Pdpet nnd Templer bis zur Verhaftung der frsnz, Ordensgi ieiter.
Es ist das „factum Templarioriim''. Ob das Templergeheiiitnis
mit den Anklagepunkten in seinem Briel'e vom 28. Januar 130S
ganz übereinstimmt '), scheint mir Tragiich. Denn sons! liflllo
er die angeblich nunmehr in Frankreich erwiesenen vier Punkte:
Verleugnung des Gekreuzigten, Sodomie, unsittliche Kusse und
Anbetung eines Idols nicht so ausFührlich wiedergegeben, olmo
auf die frühere Unterredung mit dem Könige hinzuweisen.
König Jayme schenkte dem Er/.Shler nicht vollen Glauben;
doch lehnte er die Sache auch nicht ganz ab; beide verein-
barten, datj, falls sich das Gerücht als wahr erweise, der
Franzose dem König darüber berichten solle. So hat er denn
auch alsbald nach dem 13. Oktober den Arzt Pelnis Merca-
deri*) mit der Mitteilung beauftragt. Dieser Eifer bat einen
durchaus realen Untergrund: Jayme glaubte zwar nicht recht
an die Ungeheuerlichkeiten; doch waren ihm die Aussiclilen,
welche sie boten, so wichtig, dati er Esquiu eine Jahresrenle von
1000 Pfund und einmalige 3000 Pfund aus Gütern der sjwiii-
schen Templer zugesagt hatte. Da es mir ung{aul>Hch erscheint,
daß Esquiu eine solche Zusage "0 in einem oftizi^len Schreiben
fmgiert hat, so gewinnen wir hier einen tiefen Einblick in das
Empfinden eines durchaus kirchlich gesinnten Monai-ch^n, zu-
gleich aber auch in den Umfang der Unterredung, die sicli
nicht auf die blobe Mitteilung hesclirünkt haben kann. Die
aragonesischen Templer hatten für den aragonesischrn Staat
mehr wie eine Templergriippe in Europa geleistet, ihre Ver-
bindung mit dem Königtum war die beste und engste; trotzdem
erscheint dem Monarchen die religiöse Felonie so erwünscht,
dafj er sich zu einem so enormen Versprechen vorsteht! Esqiiiii
hat, wie er ferner schreibt, den Zugang zu Philipp dem Schönen
gefunden; der hat das «factum Templariorum ' festgestellt,
ja es „klar wie Sonnenlicht" gefunden, so daü auch jetzt der
Ripst, die Könige von Deutschland, England und Sizilien wie
andere Fürsten davon überzeugt sind. Letzteres war unwahr,
aber eine Übertreibung schadete ihm ja nicht für die Errei-
■) Fiöke II. 83.
') Er war clprif^us iHnatris regis Kraiicie; vgl. Kiiike li, 69.
') NnlUrlk-li fimli't sicIi iliirUl>er in di'n küni^liclien RegiHtem nicIiU.
oy Google
Ksnig, Papxt nnd Templer bis znr Verirnftong der fritDE. Ordenagl Jeder. 1lS
cliung seines Zweckes. Durch eine Reihe weiterer Milteilungen
suchte er sich den Köoig zu verbinden.
Damit findet nun eine der beröhmtesten Kontroversen
<1er Tempicrfreschichte ihre Erledigung: der berOchtigte .groüe
Verräter* existiert, und zwar als solcher, nicht blofi als Henker
der Templer. In der Hauptsache behält also Ätmalrich Augeiii,
der selbst aus Beziers stammte und Mitte des t4-. Jahrhunderts
die bekannte sechste Vita Clementis V. schrieb, recht *). Ob die
Darstellung der begleitenden Umstände richtig ist, daß Esquiu mit
einem apostasierien Templer im Geffingnis zusammengetroffen,
dab beide vor ihrer vermutlichen Hinrichtung sich einander
itire Vergehen bekannt, da& dabei das Templergeheimnis zum
Vorschein gekommen; daß dann Esquiu es verstanden, nicht
Not den kleinen GelSngnisbeamteii, sondern schließlich sogar
den König neugierig zu machen und sich Leben und Fort-
kommen zu sichern: darüber fehlt jede sichere Aufkllrung und
wird wohl immer fehlen. Trotz des romanhaften Anstriches
halte ich auch diesen Kern nicht für unmöglich. Villani hat
auch hier etwas gehört und sich dabei wie so o(t wieder ver-
hört. Statt des Esquiu erscheint bei ihm ganz ungerechtfer-
tigterweise der Florentiner Noffo Dei (Deghi) in Verbindung
mit dem Templer: beide sollen die Anschuldigung erfunden
haben, ebenfalls, um aus dem Geföngnis zu kommen *), aber
■) Die Stelle steht Baluie, Vitae pAp. Avuniun. I, 99; die Stelle bei
Villani Unratori, Her. Ital. SS. XIH, 429.
') Ein nnbeiinliches Licht in das horrampierte Denunzinntentoni wirft
Artikel XVII des VerbOre gegen Bischof Gnicbard von Troges. Es handelt
sieh nm dieselbe Zeit nnd nm denselben NuiTo. Noffo lintto (iuichard
HeniiDtiert; der Bischof lockte nun buh ihm herniis, warum er so gegen ihn
gehandelt habe. Noffo orklBrt«, er wisse wohl, dsß er ihn verlenmdet, aber
er hahe nicht anders gekonnt. Er habe im Qefllngnis gesessen, nnd sein
Lipben ui in Gefahr gewesen, da seien zwei za ihm gekommen, die ihm
für die Vrrlenmdnng die Freiheit nnd Entschädigung versprochen hätten.
Vnd so sei es gekommen. Der Bischof dürfe Ihm das niebt Bbelnehmen,
difi er in Todesgefahr so gehandelt. Denn um einer solchen (iefahr zn
entgehn. wDrde er aach gegen Vater und Mutter dn? Schlimmste ansgesngt
haben! Rigand, Le proces de Gnicbard ^v^ques de Troyes (Iä96) p. 149 f.
Ob die Szene volbttändig wiihr ist oder erdichtet, ist för nns gleich. Sie
lüBt jedenfalls einen tiefen Blick in das Denanziantenwesen tun. Und
merkwürdige Ähnlichkeit zeigt NoiTos angebliches OeBcbick mit dorn Esquius,
nar dag dieser tJiBck hatte.
oy Google
114 Rflni>. PspBt nnil Templer his itir Vprhnftnngr der fr«nE. Ordensglie^r.
beide haben sclilie&lich nur verdientes Unglück davon gehabt:
NofTo sei gehenkt, der andere mit dem Schwert genchlet
worden. Auch der Person lieh keil NofTos hat man die Existenz
abgestritten ; ') es ist aber ein öRer genannter Italiener, der in
allerlei schlimme Geschäfte verwickelt, am Ende die von Villani
erwähnte Strafe verdienterniaüen erlitten hat. An dem Temp-
lerverrat ist er aber unschuldig*). Um sich zu erklären, wie
Villani, der viel später schrieb, m seiner Kombination ge-
kommen, braucht man sich nur daran zu erinnern, daß die
fieschichte von einem Verräter nur in dunklen ümi-iaaen forl-
lebte, daü Noffo die lange Zeit in engen Geschäftsverbindungen
mit dem Pariser Terapicrhaus gestanden — er besorgte Itir
den toskanischen Bankier Capparello DiotajuÜ de Prato') den
finanziellen Verkehr mit dem Tempel — und dab er wegen
allerlei Betrügereien und Verrätereien liingericblet wurde, nm
die Grundlagen der Villanischen Erzählung zu fmden.
Mai) könnte allerlei Gründe dafür anführen, warum Esquiu
seine Geschichte auf spanischem Boden anzubringen versuchte:
Die Nähe des aragonesischen Reiches — von Beziers nach
Lerida war eine viel kleinere Reise als von Beziers nach
Paris — , die viel bedeutendere Stellung der aragonesischen
Templer, die auch eine viel größere Belohnung in Aussicht
stellte, die Möglichkeit doch auch vor allem, das Geheimnis
auf fremdem Boden viel ungefährlicher anbringen zu können.
Sicherheit wird man darüber wohl nie erzielen. Zudem hängt
diese Frage ja auch mit der andern zusammen, ob er nicht
von Frankreich aus nach Aragonien dirigiert ist, ob nicht bei-
spielsweise Nogaret durch ihn zunächst den benachbarten
Monarchen zu einer groUen Aktion veranlassen wollte, die ja
für diesen pohtisch wichtiger war als für Frankreich, um dann
in Krankreich einfach zu folgen. Dafür sprach ja entschieden
manches. Vor allem mußten sich die leitenden französischen
■) NoIToB Geschick wird bei Rigaiid p. 28 f., 86 ff., UStf., 173 f.,
217 erzählt.
') Sonst wire sein Gescliick sicher ein glinxenderce gewMtii, nicht
der Galgen.
') Vgl, C. Paoli in (iiorniile etorico della Letteralura lliiliiiDa (188^)
Vr, .12!) ff. flilor diesen.
izecy Google
Ki'inig. Papst und Templer bis mr VerhHfton|; der franz. OrdenSülieder. 115
Kreise darüber klar werden, und sie waren es ofTehkundig,
riaB sie sich mit dem Voi^ehen gegen die Templer auch eine
Summe von Schwierigkeiten und Unannehmlichkeiten auflüden.
Nc^aret wäre ja ganz der Mann für einen solchen Plan ge-
wnsen.
Esquiu de Floyran ist also der gro&e Templerdenunziant,
er ist damit auch indirekt der Urheber des Templerprozesses
[reworden*). Als den Denunzianten bezeichnet er sich selbst
und benennt ihn Plaisians in seiner hochpolitischen Bede in
Poitiers 1308 vor Papst und König: .Ein Mann von unbe-
deutender Stellung im Verhältnis zur Position der Templer
machte dem Köaig diese Enthüllung* ^). Eine müßige, weil
nicht zu beantwortende Frage ist, ob Esquiu von einem andern,
etwa Nogaret^), zu seiner Anschuldigung veranlaßt worden ist;
man kann nach den beiden Äulierungen nur sagen, dalj, seitdem
die Anschuldigung geschehen, Nogaret oder vielmehr äuijerlich
König Philipp und seine Räte die Sache in Fluß gebracht haben.
Etwas anderes ist die Frage: Wie ist Esquiu de
Floyran zu seiner Denunziation gekommen? (übt es ii^end
eine, wenn auch noch so lullige firundlage, auf die er sich
stützt? Da möchte ich darauf hinweisen, daß es in der süd-
französischen Ecke, an der englischen Grenze um 130iS wohl
') Wenck, Philipp der Schflne 8. 62 (Anm. lu S. 59) fragt niiclj:
,Stit wann nennt man einen Denunzianten Urheber eines Prozesaes?* Das
ist dorli nnr ein Streit am Wortit. Die Krags hAtto doch nar Bedentniig.
wenn Wenck meint, auch ohne Esqaiu würde es einen Teniplerprozefi
gegeben haben. Aber das wird mun oiemala behaupten, nuch verneinen
kBnnen. Wenn Wenck dann urgiert, daß Esquiu .Folterknecht' gewesen,
M> ntuchte ich darauf aufmerkaani mncheD. daß er das im wirklichen .Sinne
in Wortes ebensowenig wsr wie der Inquisitor Wilhelm von Paria.
'j Finke II, U2.
*) H^rkwDrdig ist die Stelle im Chronicon Astense: Guilielniua de
Xogaretn regia Fraociae cancellarius «uctor fuit pro possc ruinae ordiiiis
TempUriomni, eo qnod patrem eins tnmquam Iiaereticum comburi fereninl.
Die letztere Angabe dürfte doch wohl irrig sein; auch als Denunzianten
kann ich mir die franifisiscben Templer um 1270 nicht gut denken (vgl.
HoltziDinn, Wilhelm van Nogaret 8. 9). Auch das Folgende ist ungenau.
Mnratori, SS. rer. Ital. XI, 193, — Nach der Semaine catbolique von
Toulouse (IS75 Mai 2) befand sich ein Nachkomme Nogarets bei einer
I'ilgerachar aus Montpellier in Rom und wurde von Piua IX. empfangL'u.
izecy Google
] Ift Kcnift, Pnpgt iinil Templer tiis zur Vorlinftiiiijc ier frnnz. Ordensplioder.
ein übles Teniplergerede g^eben liat ; natürlich nur ein Volks-
geschwätz, keines, das durch offizielle Kundgebungen gefatit
werden kann. Das bekundet die bekannte ÄuÜcning Eduards ]!.,
der auf die Mitteilung Philipps des Schönen schrieb '), er glaube
nirht an dje Templerverbrechen, aber er wolle seinen Sene-
schatl von Agen befragen : unde de labe huiusmodi rumores
prodiisse dicuntur. Solches wußte er schon am 30. Oktober
1305*). Auch der neue Papst Ktemens V, hat davon er-
fahren — nicht durch höhere Kreise, dürfen wir schließen,
sondern durch den Volksmund — und zwar in den Auffingen
seines Pontifikates, vor dem Zusammentreffen mit Philipp in
Lyon ä). Und da ist es wichtig, daS wir den Aufenthalt des
Papstes im September 1305 auf seiner Krönungsreise in Agen
feststellen können*). Uanii erhittlt Jakob von Molay t>ei seiner
Ankunft in der Provence ~ Knde 1306 oder Anfang 1307 —
eine briefliche Mitteilung, daß der Orden bei Papst und König
schwer angeklagt sei und zwar von gefangenen Gascognischen
Rittern "); d. h. wohl von englischen Untertanen, die von
Franzosen in den Grenzstreitigkeilen gefangen wurden. Mit
all diesen Nachrichten, die sich sämtlich auf die Kirchenprovin?.
Bordeaux deuten lassen, halte man nun die von mir zuerst
veröffentlichte Aussage des t>ereils 50 Jahre dem Orden angc-
hörigen Templers Geraldus Lavernha, der Präzeptor von zwei
Häusern in den Diözesen Perigord und Bordeaux war, zu-
sammen: Multuni tiniebat sibi mortem inferri, quia sibi dicfuiit
fuerat, quod ipse amileret corpu.=!, quia ipse erat ille, per quem
■) NoticGS et Extraiti XX. 162. Ob gerade die Sbiilt Ageii gemeint
Ut, Is&t sicli niclit beweisen.
') Da6 ihm der Bote Pliilipps solches mitgeteilt hebe, seheint mir
iloeh anwahrscheinlich.
') Die Stelle in der apAter zn besprechenden Bulle „PnstorAlin preemi-
nentie* vom 22. November 1307 lautet: Dudiim circa promocionia noatre
principium ad apicem apostolice dignitAlia ad noatrum qnailain levi hdr-
gestione pervenit. In der Bulle .Faciens miserieordinm* siebt iincli deut'
lieber; Rciam anteqURm Lugdiiniim . . . vonireintis.
') Archiv «i Barcelona CRD Nr. 12057.
") Wenck hat in den (iStt. Gel. An7. lSl^9 daraof hingewiesen, daß
es sieh hier nii^lil um Templer hnnilelt.
izecy Google
König, Papat und 'I'einpkT bii lur Vcrhiiftitng der franz. Ordcnsylieder. 117
primo secreta dicU ordinis fuerant revelata'). Dieses ,primo*
kann sieb nicht auf das Verhör beziehen ; abgesehen von allein
andern, ist er einer der zuletzt Vernommenen; ich kann es
nur auf nichlgerichHiche Äußerungen, Gerede früherer Zeit
deuten. Was für Tatsächliches hat dem Gerüchte zugrunde ge-
lten? Niemals wird man es erfahren. Es wäre ebenso ver-
kehrt, bestimmte Anklagen zu formulieren, als mit vollster
Beslimnitheit das Gerücht wegzuleugnen.
Wann Philipp der Schöne zuerst durch Esquiu benach-
richtigt wurde*) und wann die ersten geheimen Schritte gegen
den Orden geschahen, Iflfit sich bis auf den Tag nicht fest-
stellen. Ist die Mitteilung Klemens' V. in der Bulle .Pastoralis
preemineiitie' genau, wonach er zuerst im Anfange seines
Potitifikates von der Sache gehört, und diese .später König
Philipp zu Uhren gekommen sei* ^), so würde die erste \ie-
hanntschaft Philipps mit den Gerüchten in die Herbslmonale
1305 fallen; freilich haben die spjitern Bullen, besonders .Fa-
dens misericordiam", keine so bestimmte Angabe mehr*). Für
das angegebene Datum spricht im allgemeinen auch die einzige
direkte Äu&ening, die ich in einer gleichzeitigen Chronik ge-
funden: Deuz ans devant — nämlich der Gefangennahme ~
le roy avnyt oy aulcuns falz enorms d'eulx *).
Möglicherweise bedeutet die erste Unterredung mit Kle-
tncns V. während der Krönuiigstage in Lyon um die Wende
des Jahres 1305 auch den ersten Schritt des Königs gegen den
') Finte II, 818.
') Unzweifelhaft fttlaeh ist DOlliogere (Akuil. Vurträgo 1891 II), 256}
ADDihme, die am Aufaermittwoeb 1304 (Not. et Extr. XX, 153) vier Ver-
tniDten erteilt« Vollmiiolit, in den OefiinKniSBen einzelne Personen nach
Belieben freizalassen and ihnen Rebtitution ihres Besitzes zu gew&hren,
beiweck«, Ankläger nnd Zengen gegen den Orden aufzntreiben.
*) Vernm postea aoribne Philippi regia Prsncie illustris insonait,
BeiwTidu, MemoriM da don Famando IV. de Castilla (1860) II, 619.
') Deinde . . . Philippna rex . . ., cui eadam fuerant facinora nnnciata.
Andererseito eprieht für die Korrektheit der ersteren Angabe, dafi die Bulle
IMiUipp d. SehSneD mitgeteilt wurde. Vgl. nnten.
'l Recueil XXI, 1S7. Der Heranageber betoDt p. 130 aasdrflcklich
Minen Glauben nn die Abfusaung der Chronik vor dein Tode dea Ki3nig3.
izecy Google
118 Kiinig, I'iipst lind Templer bis zur Verhnrtung der frnnz. Ordcnsglirdcr.
Orden '). Neben der Anregung des Prozesses gegen Bonifaz Vlll.,
der Forderung eines allgemeinen Konzils, die im öfTenllicIieti
Konsistorium feierlich vorgebracht wurden, bildete die Templer-
frage den dritten Gegenstand der Erörterimgeii, die den Papst'
so beschäftigten, daß er für nichts anderes zu haben war*).
Lange sollen beide die peinliche Angel^enheit besprochen und
dann soll der Papst den König aufgefordert haben: Fils, tu
enquerrns diligenment de leurs fais et ce que tu en fems, (u
me le reseripras. Unwahrscheinlich scheint mir eine solche
freundliche und unverbindliche Aufforderung nicht zu sein ; sie lag
ja ganz im Wesen des Papstes und widersprach auch keines-
wegs der Erklärung, die er seiner Erinnerung nach gegeben
haben will : Non credebat, quod tales essent ipsi Teinplarü ■).
Die zweite geplante Zusammenkunft zwischen Papst und
König konnte wegen der schweren Erkrankung des Papstes
statt im Sommer 1306 erst im Frühjahr 1307 slattfinden; und
so unterblieben auch zunächst die weiteren Verhandlungen.
Aber inzwischen haben im tiefsten Geheimnis — angeblich
lälRt Philipp sogar seinen Bruder vollstes Schweigen ver-
sprechen *) —■ die Maßnahmen gegen den Orden begonnen. Bis-
lang waren unsere Kenntnisse hierüber recht unbestimmt;
Angaben von Apostaten, meist flüchtig und unsicher; am
detailliertesten noch die des Johannes de Vanbellant, der um
i:W5 apostasierte, später — sicher vor dem letzten Pariser
Ordenskapitel im Juni 1307 — dem Inquisitor in Poissy ein
Geständnis ablegte und darauf wieder in den Orden eintrat^).
Nunmehr wissen wir, dafe der König in verschiedenen Pro-
vinzen zwölf Spione in den Orden eintreten, alle Gebräuche
erfüllen und später wieder austreten ließ"). Das alles wird
') In vielen Tempi erbullen seit 1308. besonders in .Faciens miaeri-
corditim* weiat der Papst nuf daa Qespräch hin. Genauerea Finke II. 149
und Recueil XXI, 137.
') Finke II, 8.
') Finke II, 149 in Poiliers.
'] Karl von Valois plaudert aber doch im Jannar 1307 aus, sfin
Bruder habe augenblicklich so gewaltige (ieschäfte, wie sie das Künigtum
seit 60 Jahren nicht gehabt habe. Finke 11, 80.
', Michelet I, 553.
"i Das gestand Plaisians vor dem Papste in Poitiers. Fiohe II, 145.
izecy Google
Koni);, Papat und Tcmp)«r bis zur Vcrlmriuntt der rrnnz. OrdenaKÜedar. 119
bei Vermeidung j^lichen Aufsehens lange gedauert und den
Zettraum bis zum Frülijahr 1307, da der König weitere Kreise
in das Geheimnis einweihte'), aus^efrUit haben.
Jedenfalls entnimmt man dem ganz«) Verhallen des
Königs von Ende 1305 an, dab er die Angelegenheit der
Templer ständig im Auge behielt und dem Ziele ihrer völligen
Umkreisung vorsichtig, aber unaufhörlich zustrebte. Die Be-
we^ründc liegen klar vor: Wenn schon einem Jayme II. beim
Gedanlien an eine mögliche Aufhebung des Ordens Wünsche
kamen, die von geringem Idealismus und noch geringerer An-
hängliclikeit an den Orden zeugten, um wieviel mehr dürfen
wir beim Französischen Könige solche Gedanken und Wünsche
voraussetzen. Er war ja den Templern nicht so zu Danke
verpflichtet, und die in Aussicht stehende Beute war in Frank-
reich ja unendlich viel grötier als in dem armen Aragonien;
dazu war er gerade in dieser Zeit — 1306 fftllL die Juden-
vertreibung und die Münzänderung — des Geldes weil bedürf-
tiger als der sicher nicht mit Glücksgütem gesegnete Aragonese.
Daü da die Zweifel an der Richtiirkeit der Anschuldigungen,
soweit solche l)ei ihm vorhanden waren, leicht schwanden, ist
b^reinicl). Für eine psycholt^sche Betrachtung wäre ja das
Vei'lialten des Königs im Tempi erhause 130C, als ihm dort
Schulz g^en die Pariser Aufrührer geboten wurde'), und sogar
noch im Frühjahr 1307, als er im Templerliause der Aufnahme
eines Bruders assistierte *), von großem Reize, wenn wir von
dem Verhalten des Königs, auüer der nackten Tatsache des
Aufenthaltes, ii^end etwas wütiten! Nur ein schriRliches
Z«]gnis verbindet ihn, soweit wir jetzt wissen, seit 1304 mit
dem Orden*).
'I Finke li, 49.
'l Wiederhult erwlhnt ia den franzÖBJschen Chroniken.
') Per dimidiam anDum vel quasi nnU capcionem eoruni fuil. receptas
per fratrera Hogonem de Poraldo ... fr. lohaDnea de Pronnj miles l'arisiua
in domo Templi , . . dominu rege Francie illustri in domo eorum existente.
Micbelet 1. 390.
') Nach R«g. dementia V. Nr. 1037 mufi H. de Perando ihn noch
im Jahre 1306 in einer Geldsache um UQIfe an^egangeu haben: Rex dedit
in ntandatii, da£ ihm die Summe au^ezahlt werde.
izecDy Google
130 Kiiiiig, l'npst und Tein{iler bis xur Verhaftung der fnnz. Ordensgi itriler.
So' gut wußte der König und die Seinen das Gebcimnis
bis kurz vor der Katastrophe zu wahren, daß die Zeitgeocssen
wiederholt sein Vorgelien nur mit seiner Abneigung gegen den
Ordensmeister zu befunden suchten : bald soll dieser den
Planen von König und Papst hinsichtlich der Vereinigung von
Templern und Hospitalilern am schArrsten widersprochen, bald
dem König größere Geldsummen für die Aussteuer seiner
Tochter IsabeIJa, die anfangs 1308 Eduard II. von England
heiratete, verweigert, bald in seinem Geize die Anleihe des
Königs beim Pariser Templerschatznteister an letzterem trotz
königlicher und päpstlicher Befürwortung gestraft haben ').
Das ist ja zum Teil ungenau, aber lange nicht so irrig, als
bislang angenommen wurde. Wir haben jetzt einen direkten
Beleg, dala der König noch im letzten Augenblick .gro&e und
gewaltige Forderungen an den Ordensmeister' gestellt hat %
und daä dieserhalb im Oktober 1307 der Großvisitator mit
andern Würdenträgern an der Kurie weilte. Für uns ein Be-
weis, mit welcher Kaltblütigkeit der König die verschieden-
artigsten Ziele mit äußerster Konsequenz verfolgte — aber
mit der Templerkatastruphe, selbst mit ihrer Beschleunigung,
haben diese Dinge nichts zu tun.
Merkwürdig ist, daß mehrere gleichzeitige Quellen die
Feindschaft zwischen König und Großmeister aus Molays Oppo-
sition gegen die Union herleiten: ein Beweis, wie stark gerade
dieses Projekt in den letzten Templerzeiten hervorgetreten sein
muß. Jedenfalls hat es kurz vor den mit Ende 1305 ein-
setzenden Maßnahmen gegen den Orden eine Periode gegeben,
in der der König eine Verschmelzung der beiden Ritterorden
und die engste Verbindung der Neuschöpfung mit seinem Hause
geplant hat; diese Verhandlungen sind dann auch noch einige
Zeit vom Papste fortgesetzt, bis sie schließlich resultatlos ver-
liefen.
') Finke II, 51 und HS; Les geates des Chiproia 839ff.; darnach
dtuiD BuBtroD und Amndis; ßaluze I, b89; Galfridus le Baker Chronicon
p. 51, vgl. Haller, PapsttuTn und Kirchenreform 1, 53 (Anm. zu 52).
'} Demsodes grans «fforf, queJ aeyaor rey de Franfa fa aln seynon
frares del Temple. Finke II, 58.
oy Google
Künig, Papst und Tonipler bis lur Verhaftung dur franx. Ürdensglicdcr. 121
Die Frage der Vereinigung der beiden Ritterorden war
ja schon oH besprochen worden, besonders auf dem zweiten
Lyoner Konzil und nach dem Verluste von Accon, als Niko-
lans IV. den Ankl»t^en der HOnier gegenOtier, um seine Un-
scliuid und seinen guten Willen zu bekunden — wie der
Templemieister sagte') — , die Sache in die Hand nahm un<)
doch nichts erzielte. Auch Bonifaz VIII. hatte viele Worte ~
aber alles blieb t>eim alten. Nikolaus IV. hat den jungen
König Philipp schon mit diesen Plänen vertraut gemacht: wie
andere Monarchen sollte er 1291 sein Guiachten über die
V^einigung der Ritterorden abgeben ^ ; der leidige Tod des
Papstes wird wohl das Zustandekommen dieser Gutachten ver-
hindert haben.
Der Unionsgedanke wurde von Klemens V. wieder auF-
geiiommen. Die Aktenstücke sprechen nicht daräber, ob in
Cbereinstimmung mit Philipp dem Schönen. Aber ich möchte
Termuten, da^ der König der Aktion nicht fernstand. Nur
^ng er weiter. Es hat von ihm ein Reformprogramm in
8(1 Artikeln existiert, von dem uns Bruchstücke in einem ara-
gonesischen Schreiben aus dem Frühjahr 1308 erhalten sind.
Das Stück hat Aufsehen erregt, denn in mehreren Briefen,
deren Inhalt zusammengeschweißt ist^), kommen die Schreiber
darauf zurück. Der Kern soll, das wird ausdrücklich betont,
aus der Zeit nach dem Tode der Königin Johanna von Frank-
reich stammen ■■), also frühestens aus dern Frühjahr 1305 ;
schon an sich ist es wahrscheinlich, daß, wenn jemals, der
König gerade unter dem Eindrucke der ersten Trauer solche
Pläne hegte"). Der Kern ist eben, daß der Papst alle Kitter-
orden vereinige unter dem Titel: Ritterorden von Jerusalem,
dessen Haupt*), unter Verzichtleistung auf die französische
<) Bidnte II, 181.
•| Beg. Nicolas IV, Nr. 7381.
*) Vgl. die Stelle Finke II, 118.
'1 Wenck, Philipp der ScbOoe S. 44 ff. hnt anziehend ihr Bild ge-
zeichnet.
') Daß gerade dieses Frogramin vum Könige persänlich stammt,
milchte ich ans der HaDpti>eatiinmiing schliefien. Denn wer hätte es gewagt,
ihm den Vorschlag xa machen, dafi er auf die französiache Krone verzichte!
*J Gleich darauf nennt er sich itber rey de Jerusaleni!
izecy Google
J22 KOni(;, l'B|)tit und Tcmplur bis zur Vcrliaftuntf der fninz. Ordoiuglji'der.
Krone zugunsten seines dUesleii Solines, er werden wollte.
Nach iliin solle jeweils ein Solm des französischen Königs
Ori.1ensineister sein; besitze der König keinen Sohn, so solle
er das Haupt des Oitlens ernennen. Zugunsten dieses Ordens
sollten die Einkünfte Sitnitliclier Prälaturen der Kirche, auch
der Erzbischöfe und Bischöfe, auf ein Mindestmaß, und zwar
jälirjichc Renten, beschränkt, der Überschuß diesem neuen
König von Jerusalem zur Eroberung des h. Landes überlassen
werden. Die (besitzenden) Mönchsorden sollen ihre Mitglieder
nur mehr zum Predigen und Beichlhören in die Welt schicken,
sollten keine Reittiere und Knappen mehr halten; ebenso sollen
die Bettelniönche eingeschlossen leben; die Kanoniker sollten
nur Kanonikate besitzen, wenn sie dem Gottesdienst beiwohnen :
alle diese Klassen sollten fernerhin nur mehr die notwendigen
Renten genießen; El sobre pus de lurs rendes sia dat al dil
rey. So hätte denn dieser Ordenskönig das gesamte über-
schüssige Kirchengut — auf wie lange? — erhalten sollen.
Dazu käme dann noch maßgebender Einfluß bei der Papst-
wahl durch Oberlassung von vier Kardinalsslimmen: lürwahr!
ein Prc^ramni, das ebenso sehr von Phantasie wie von wun-
derbarem Egoismus zeugt, das, wenn auch nur einmal gedacht
imd geplant, wert ist, erbalten zu bleiben >),
Stammen die Grundzüge vom König selbst, so hat er
gerade in den ersten Zeiten Klemens' V. diese Einigungs-
gedanken gehegt. Woher der Berichterstatter wissen mag,
daß der Teuiplerorden mehr als die andern dem königlichen
Plane entgegen gewesen sei und deshalb den Haß des Königs
auf sich gezogen habe*)? Ob er etwas von dem Programm
des Templermeisters gegen die Union gehört hat?
Kreuzzugsgedanken besehätligen im Frühsommer 1306
den in Bordeaux weilenden Papst; es ist eine kleine Ruhe-
pause in den stets drängenden Verhandlungsplänen Philipps.
Mit Freuden empfiehlt Klemens allerorten «die Söhne nach
seinem Herzen", den Templerpräzeptor Hymbertus Blanchus und
■} AuBdiUcklich bcloQt der Schreiber am Schlnfi (8. 1L9), dafi das
nur ein geringer Bruchteil der königlichen Forderangen iat. Hu vgl.
damit das Programm Nogarets vom Jahre 1311. Not. et Extr. XX, 203 f.
'l Kinke II. 118; \m Templu i'ontrasInVHti mes que los altraa bordeos.
izecy Google
Künig, l'apat unil 'I'cmpliT bis iiir Vorlmrtunt; Jcr franz. OrdiMisgl jeder. 123
den Marseiller Bürger Petrus de Langres, die eine Expedition
nach dem h. Lande ausrüsten; mit reichlichen geistiichoii
(iriaden versieht er sie >). E^ scheint sich um eine Art idealer
Piraterie zu handeln, wie sie fast um dieselbe Zeit der ohe-
iiialige Templer Roger de Flor trieb. In denselben Tagen lud
Klemens die beiden Ordensnieistcr der Johanniter und Templer,
Wilhelm de Villaret und Jakob de Molay zu einer Besprechung
an der Kurie über das h, Land und besonders über die
cyprischen und armenischen Angelegenheiten ein *). Die ganze
Trcundliche Form des Schreibens, die Bemerkung, daü der
Papst, der sie zu Allerheiligen erwartet, ihre Anwesenheit im
Äbcndlande als eine kurze ansieht"), machen all die phan-
tastischen Kombinationen , welche dieses Schreiben mit den
spätem Templerereignissen in für den Papst günstigem oder
ungünstigem Sinne verbinden möchten *), zunichte. Von einer
BeeinQussung durch Philipp wissen wir gar nichts. Plaisians
hat es in seiner Rede zu Poitiers zwei Jahre spfiter als eine
Art göttlicher Fügung bezeichnet, daß der Ordensmeister mit
den GroEiwürdcnträgern aus „fast allen überseeischen Landern
aus ganz anderm Grunde herübergekommen sei %
Merkwürdig ist allerdings - wenn auch bei der Lückon-
hafligkeit des päpstlichen Registers erklärlich — , dati wir
von anderer Seite her wissen, daü auch bei Absendung dieses
päpstlicheil Schreibens die Unionsfrage die Hauptveranlassung
zur' Zitation der beiden Ordensmeister bildete. Vierzehn Tage
■) Reg. Clemeutis V. Nr. 1084, 1035, L036. 1BU6 Juni 13. H. Utiink
(?Jr 1032 Albaa) ist der bekannte englische Templer.
*) Reg. Clemenlis V. Nr. 1033 vom S. Juni: RaynaM ad annum 1306
Nr. 12. Der Brief an den Templern) eiste r ist nirgends erhalten. Doch
nioG nach der Stelle: Super quibas tecDin et cum dilecto älio mngistro
domna miltcie Tempil . . . deliberandum . . . decrevimus und nach ana-
loKen Verhftltnisaen auch an diesen das Schreiben mit gleichem Worllent
ergangen sein.
*] Ahsentia tua, que non longa erit.
') So SchottmDlIer in breiter Ausfllhrung J, 91 S. Sie ist schon von
anderer Seite bekSmpft worden.
*) In dem Satze Finhe 11, 143: Nonne a Deo factum est, ist merk-
vDrdig die Stellen quod inagiet«r ordinis cum msioribus et quaei omnibue
rntribos suis tiltramarinis . . . venerat. Von einer besonders starken Be-
givitvng Molay s wissen vir nichts.
izecDy Google
124 Künig, l'iip»t und 1'ciiiplur bia zur Vcrhaftniig der franz. Ordenagl Jeder.
nach seiner Ausfertigung berichtet schon ein nragonesischcr
Templer einem andern, daß der Komtur von Aragonien von der
Kurie gehört, wie der Visitator von Frankreich und der Komtur
von Portugal vom Papste den Befehl erhalten hätten, Aller-
heiligen an der Kurie sich einzuündon und sich nicht nach
Cypern zur Ürdenszentralo zu begeben, noch auch Sachen hin-
zusenden. Der Großmeister sei zittert und der Komtur von
AragonJen werde die Einladung in einigen Tagen erhalten, die
dem Johannilermeister und dem Provinzialmeistcr dieses Ordens
in derselben Weise zugegangen sei oder zugehen werde. Zweck
der Zusanimenkunfl sei die Union der beiden und der andern
besitzenden {Ritter-)Orden ').
Aus diesem geplanten großen Ordenskonzil zu Allerheiligen
1306, das immerhin die Geschicke des Templerordens hätte in
andere Bahnen lenken können, ist nichts geworden. Von Al>-
sagen verlautet zwar nichts; wahrscheinlich sind sie auch gar
nicht von der päpstlichen Kanzlei, d. h. vom Papste direkt
erfolgt, denn Klemens V. war ja zu Allerheiligen schon monalc-
lang schwer erkrankt, sah außer seinen Kardinalnepoten nie-
mand um sich, und wenn auch damals Besserung eintrat, so
erfolgten auch Rückfälle, und es blieb die ungeheure Körper-
schwäche, die ihn zu keinem Entschlüsse und zu keiner auf-
regenden Verhandlung belShigte.
So begreifen wir auch, warum Jakob de Molay erst im
kommenden Jahre in Europa nachweisbar ist; ebenso natürllcli
der Johannitermeister. Jakob kann im November unmöglich
in Frankreich oder in der Provence gewesen sein. Er und der
Ordenskonvent hatten den französischen üroßvisitator Hugo
Peraudi zur Überfahrt — doch nach Gypern? — aufgerorderl ;
der Papst befiehlt diesem am 15. November 1306, an der
Kurie zu bleiben und gestallet ihm, seine Ämter — die Visi-
tation und das Präzeptorat Franciens beizubehalten und wie
früher durch andere ausüben zu lassen *). Wie dann später
'} Vgl. Finke II, 3. 13 f. Nr. 11. Ein« andei'« Dntierung aof 13D5
oder IS07 ist aomOglicIi.
') Reg. Clementis V. Nr. IMO. Docli höchst sonderbare Vertrsnlich'
Jieit dieses Templers mit der Kurie.
izecDy Google
K'intp, Pii)>st lind TiMnptpr )iis zar VrrlinftDng itrr trunt. Onlonn^tifilrr I2fi
die beiden Ordensmetster an der Kurie erschienen '), da ist die
Situation so vollständig geändert, der Verrtaciil legt sich hem-
mend auf jedes Vorgehen des Toinplerordcns, daß von einer
Erörtcning der Einigung wohl keine ernstliche Rede mehr
gewesen ist, obwohl im Mai 1307 nadi Auffassung der Menge
der Papst die Union noch durchführen wollte *).
So blieben denn als Ergebnisse der Bemijhungen Rie-
mens' V. nur einige lilerarische Erzeugnisse. Es sind die Gut-
achlen der beiden Ordensiiieister über die Art eines neuen
Kreuzzuges und dazu des Templermeisters über die Union;
wahrscheinlich ist das hierzu gehörige Johannitergutachten ver-
loren oder noch irgendwo verbolzen, wie denn auch sein
Kreuzzugsvorschlag erst vor einigen Jahren aufgefunden ist.
Dali diese Schriflstücke von Klemens veranlaUt sind, beweisen
<lie einleitenden Worte, wenn wir auch nicht festzustellen ver-
mögen, wann der Papst den Wunst-h ausgesprochen, ob im
Zusammenhange mit der Einladung oder später. Jedenfalls
gphörei} wohl alle drei Stücke dem Jahre 1306 an").
Schon früher ist erwähnt, dab Klemens mit seinen
Ncpoten sich gern über die beste Form des .passagium", ob
man ein , generale" oder ein .particulare ' wühlen solle, untrr-
'l Ob auf erncnteti Befehl? Jnkob von Mo)ay kam jtt auch zmn
l'urHpr Generalkttpilel Ende Juni 130T.
*J Finke II, ■tß: Pap» tractnt . . . mm eis, ut uninntur dkti duu urdiiiPS
in einm Schreiben vom 14. Mai 1307.
\ Die beiden GaUnliten Motnye sind gcdriirkt Bxlii^e, Vttno pup
Avfnion. IT, 176ff.; diis L'nions(cDtachten auch neben dem Hospitalitergnt-
Bchten aber den Kreuzzug auch Delaville le Rouix. Cmiulaire geni'mt de
Tordre des Hospitnliera (1901) IV, 10% ff. Nr. 4680 und 4681. DekviDo le
lioulx hat das eretcre mit Boutaric ine Jahr 1307 gt^izt; vgl. La Krnnce
en Orient au XIV siecle {l8Sb) p. hb. spRIer cntacheidet er sich fUr i305.
Vgl. Auch Le« SospiUliera en Terre Saintc et ä Chypro (19041 p. 2ij8.
AI» Heleg fOr seine Datierung zieht er die im Kreuzzug^gut lichten Molays
uigeblich genanate PersDnlichkeit Rogers de Loria henin; es liondelt sich
aber nicht um diesen, sondern um seinen Sohn Rogeronua de Loria, der
1307 eUrb ißarcelona, Archiv, Reg 140 S. 93>'). Im Hospitalitergutflchton
wird gesagt dsfi seit Eroberung Jerusalems (IIHT Oktober 2) gut 108 Jahre
vergalten seien, noch dieses pnßt zu 1306, Zu I'nitz' Kritik des Kreuü-
^g^atarhtens Molays (Entwicklung S S.Sl) vgl. man K. Weiick in (iölt.
*"■!. Anz IKS» S. 2«: f.
oy Google
12fi König, Pnpst und Tompier hie zor VerhufluDg der frnnjs Ordtnsglieder.
halten habe, und dali er selbst augenscheinlicli mehr dem kleinen
Kreuzzug zuneigte, so auch den Hospital iterkreuzzug 1309
inaugurierte, bis er in seinen letzten Lebensjahren auf den
allgemeinen Zug zurückkam. So war ihm das ungeschminkte
Gutachten Molays, das mit durchschlagenden Gründen Tür
letzteren eintritt, wohl nicht besonders genehm; wie ja auch
die verächtliche Behandlung der armenischen Frage, was Land
und Leute anbelangte — das Land sei hn höchsten Grade
ungesund und die Armenier feige und ini höchsten Grade
gegenüber den Franken mißtrauisch — , gerade damals sehr
wenig in den Rahmen der päpstlichen Politik paüte. Wenn
man die großzügigen, mit Tatsachen belegten Erörterungen
Molays über den großen Kreuzzug liest, über den Vorzug des
Schiffs- vor dem Gaieerentypus, über die Stärke des Christen-
heeres an Reiterei und Fuüvolk, über den ersten Landungs-
platz in Cypern und die Geheimhaltung der Landung in Palä-
stina, über die Wahl des Heerführers oder vielmehr Ädmirals,
der aus triftigen Gründen kein Templer oder Hospitaliter sein
dürfe, über das Unheil des Handelsverkehrs zwischen den
grolaen Seestädten und dem Orient, die oft den Saracenen die
fertigen Schiffe liefern, so daß sie nur die Hölzer zusamnien-
zul^en und festzunageln brauchen: so gewinnt man durchaus
den Eindruck, daß hier ein ruhig überlegender, nach allen
Richtungen hin sachverständiger Mann spricht. Nicht alles
sagt er offen: welcher Hafen in Palästina zu wählen sei, will
er Klemens und Philipp dem Schönen mündlich auseinander-
setzen. Und wie das Geld für den Schiffsbau bequem zu ge-
winnen sei, kann er unmöglich dem Papiere anvertrauen, auch
das will er dem Papste mündlich erklären. Er rechnet also
sicher auf eine baldige Gelegenheit, mit Klemens V. ii^endwo
zusammenzutreffen. Diesem gegenüber legt das Kreuzzugs-
programm des Hospital iters, das ebenfalls für das „generale
passagium' stimmt, das Hauptgewicht auf die Erweisung der
Kreuzzugsmittel: das allererste, was die Kreuzpredigt zu he-
schaffen hat, ist der Fonds, aus dem alles tiestritten werden
kann. So folgt denn ein ausführliches Finanzpn^ramm, wie
die geistlichen Ki-eise, aber auch die Juden heranzuziehen sind.
Dem Gntachler i.st der Gedanke durchaus sympalhi.'wh, daß
izecy Google
Eüni|!. Pnptit Dm) Templer kjs zur Verhnftnnp Her frnnz. OriMBigtieiW. l27
die Juden inil der Hälfle ihres Vennögens herangezogen werden !
Praktisch sind dann noeb die Winke, wie sofort durch Flotten
von 25 oder 50 Galeeren den Saracenen die Zufuhr, besonders
die Sdtiflfe, abgeschnitten und ihr Gebiet verwQstet werden
iutnn. Die Vorschläge über die Heeresorganisation und der
Zug selbst sind dagegen allgemein gehalten und ohne Wert.
Merkwürdig ist der historische Zug, der durch das Ganze geht.
Weniger überzeugend wirkt Molays Gutachten über die
Frage der Union. Man sieht zu deutlich, dali er auf konser-
valiTem Standpunkte steht. So oH schon ist die Frage auf-
geworfen, es hat zu nichts geführt. So setzt er denn breit
die Schäden auseinander, die möglicherweise für die Disziplin,
dus Almosenverteilen, das Sftelenheil erwachsen könnten. Aber
immer wieder kommt er auf die Disziplin zurück: Zwei Prä-
zeptoren der beiden Orden in den geeinten Häusern, wer soll
sieh unterordnen? Jeder Orden will doch seine Leute hoch-
lialten. Oberzeugender wird er erst, da er die Vorteile zeichnet,
die aus der .invidia*, der gegenseitigen Eifersucht, gleich wie
bei den Beltelorden erwachsen sind. Ja nach ihm hat diese
.iuvidia" die schönsten Erfolge erzielt. Von einer christlichen
Mönchsaszese fmdet sich in diesen nüchternen Darl^ungen
kaum eine Spur. Vorteile kennt er nur zwei : In diesen
^dilimmen Zeiten, da die Menschen von den Mönchen lieber
nehmen als ihnen geben, wird der geeinte Orden .stärker, um
seine Rechte zu verteidigen, und dann die Einigung erspart
Kosten. Und nun überläßt er dem Papste die Entscheidung;
doch ist er bereit, mit dem Hauptkonvent und den Ordens-
obem vor dem Papst zu weiterer Beratung zu erscheinen.
Was er aber meint und wünscht, klingt deutlich aus dem
Schlußsätze: Will der Papst für den Fall eines Kreuzzuges
feste Einkünfte zur Anwerbung von Rittern und Knappen be-
stimmen, so bittet er, die Summen jedem Orden getrennt an-
zuweisen. Dann wird jeder sich anstrengen und Leistungen
zeigen, die man von ihm nicht erwarten konnte.
Die beiden Gutachten des Teniplermeisters sind Philipp
dem Schönen bekannt geworden; das ist wenigstens sehr
walirscheinlich. Denn sie beflnden sich in der ofTiziellen
Samnihin? dfs königlidini Archivars Pciriis ile Estamp<s, die
izecy Google
I
1S8 Knni^. f'Npst un'l TrnipW bis zar Verbnrtunp der hiint Ontcnngli^er
die wichtigsten kirclienpoli tischen und politischen Sctirirtstücke
der Zeit enthält '). Das Gutachten des Hospitaliters ist dieser
Ehre nicht gewürdigt. Hat Philipp sie gelesen, so werden sie
kaum seine Sympathien für Jakob de Molay und seinen Orden
gesteigert haben.
Die zweite Zusammen kunit Philipps des Schönen mit
Klemens wurde schon sehr früh aller Welt als bevorstehend
angekündigt. Schon im Mai 1306 -) teilte der Papst dem
aragonesischen Gesandten mit, da& er sich mit dem Koni}?
treffen werde. Anfangs Juli hat die Zusammenkunft schon
festere Umrisse; Zeitpunkt ist St. Michael, später Weihnachten,
und als Ort benennt Johannes Bui^undi doch wohl fälschlich
Troyes. Dann folgt die schwere Erkrankung; in einem Moment
dos Besserbefindens läßt Klempns den Kardinälen das Programm
der nächsten Zeit mitteilen : Bis März bleibt er I>ei Bordeaux,
dann soll die Kurie die Reise nach Italien antreten, er selbst
besucht vorher den Kfinig, um ihn zum Kreuzziig und mm
Frieden mit England zu bestimmen; dann will er schleunigst
der Kurie folgen. Aber der Papst denkt und der König lenkt!
Schon der Aufenthalt in Bordeaux ist Philipp zuwider*), er
will Klemens in seiner Nfihe haben. Darum tritt in der seit
November 130(1 mit der Absendung zweier Kardinäle an
Philipp wieder beginnenden Korrespondenz der beiden Herrscher
deutlich das Verlangen des letztem hervor, den Papst mög-
lichst nahe dem Zentrum seines Reiches residieren zu lassen:
er wünscht Tours als Ort der Zusammenkunft — und des
langem Verweilens — der Papst Toulousfe, man einigt sich
schlie&lich auf Poiliers und auf den Monat April 1307. Aber
keiner zeigt mehr Eile: der Papst wünscht, daü der König
zuerst nach Poitiers gehe und ihn dort erwarte, ,der König
will das Gegenteil"*)- Darin liegt doch wohl Prinzip; Philipp
will eben in seinem Lande dem Kirchonoberhaupt gc^iiüber
■) Jetzt Cod. 10919 der Bibl. Nat. in Pnris.
') Finke H, 12. 17. 21, 27.
"] Finke II, 25 : 8ignant«r dicitur, qiiod nullomudo placct r<-gi Franrif-
(jimil |>npa hie rptiianeat. Do quo dicitur papn fuiase tiirhaliis.
') Finke II. 33.
izecy Google
König. Papst und Templer bis mr Verbiiftung der frsnz ördeoagl Jeder. 120
nicht als der Wartende, sondern als der feierlich Empfangene
erscheinen. So geht es bei allen Zusammenkünften mit Klemens.
Cber die ZusamnteDknnfl von Poitiefs sind die zeitge-
nössischen Chronisten schlecht unterrichtet: die Zeilangaben
bleiben ganz unbestimmt. Nur aus den Urkunden \&.&i sich
rlie Ankunft der beiden Herrscher, Klemens' Mitte April und
Hiilipps am 1. Mai') sowie den Aufenthalt des Königs — bis
in die letzten Tage des Mai *) — bestimmen. Nur der unge-
naue Villani gibt uns eine Präsenzliste der anwesenden Fürst-
lichkeiten, außer dem König, seinen Brödern und Kindern der
firaf von Flandern, aber nicht König Karl II., der nach dem
Berichte des zuverlässigen Johannes Burgundi erst im Juni oder
Jnli erschien, sondern sein Sohn, der FQrst von Tarcnt, dann
der ständige spanische Thronkandidat Alfonso de la Ccrda,
Gesandte der Venezianer"). Letztere kamen, um mit Karl von
Valois die Eroberung Bomanias zu verabreden «nd Venedig
einen Teil der Beute zu sichern. Der Flandrische Friede erhielt
ilie päpstliche Bestütigung: allerdings mit der schlimmen
Klausel, daß jede Verletzung des Friedensvertrages den Bann
nach sich ziehe und die Lossprechun^ nur mit Zustinimuiig
lies französischen Königs erfolgen dürle!*) Von Friedensver-
liandlangen wissen einige Chronisten ganz allgemein zu melden;
(famil hört- aber ihre Kenntnis auf. Nur Tolenieo von Lucca
brachte die bisher schwer deutbare Nachricht, da(j Philipp dem
Papste Petitionen überreichte, die die Kurie in groüe Auf-
regung brachten; die Kardinäle hätlen sie als nicht annehmbar
bezeichnet, denn die Petitionen zielten auf die höchsten Ange-
Htnliciten ^). Eine Kommission von sechs Kardinälen sei ein-
gesetzt, und Endgültiges sei bisiier nicht erfolgt.
'j Vgl. in he Uoyen Age 1897 den Antaatt von I., Uvillnin, A
propM d'gn texte iniklit relatif an si^jour du pnpe Clement V. ii Poitiera
»a 1307 p. 74 f. ') Becueil XXI p. 21.
') Finke ][, 34 f. Warum das ErscheiDen dos engliarlien 'Dironrolgera
nntorbliob, atoht in dem Briefe Klemens' V. an Philipp vom 24. Aug. 1307.
Haluie II, 74. Er hatte von Ostern an («gtäglich auf diu Nacliriclit von
der Cbergabe der Feste Molüon gewartet. Da sio nicht erfolgte, blieli or aiia.
*) Reg. dementia V. Nr. 1680.
') Bainze I, 'J7; Harat-ori XI, 1228; Peticionee . . . porrer.te apud
PKtaunm, quiw cardtnales indicaverunt non exHudiendas. De quibus in
itizecy Google
130 Kenig, pRpgt und Templer bis lur Vcrbaftnog d«r franz. Ordensglieder
Auch Johannes Burgundi weiß während der Anwesenheit
des Königs nur Unsicheres: Die Kanonisation Cölestins V. —
die die Verurteilung ßonifaz' Vlil. in sich schlösse — kennt
or; die Angelegenheit sei drei nichtbonifazianischen Kardinälen,
dem Kardinalbischof von Palästrina, dem frühern französischen
Kanzler Stephan und Peter Colonna anvertraut. Ober den
Inhalt der andern Bittfin wagt er, trotzdem das Gerücht ganz
allgemein auf bestimmte Dinge hinweise, nicht zu schreiben,
da die Wissenden den Mund halten; zudem kann der könig-
liche Bote mündlich besser erzählen. Erst anderthalb Monate
später berichtet er nebenbei, daß Wilhelm de Plaisians und
Wilhelm de Nogaret in Poitiers noch immer arbeiten, daD
gegen Bonifaz VIII. voi^egangen werde, und daß schon bei
der Anwesenheit Philipps die Sache einer Sechserkommission
überlragen sei ').
In Poitiers ist zum ersten Mate ernstlich die Bonifazia-
nischc Frage aufgerollt worden, ja sie hat unzweifelhaft den
Kern der Erörterungen gebildet, die kurialen Kreise aufs
höchste erregt, während der Tcmplerfrage — und das isl so
bezeichnend für Philipps Politik — nur eine nebensächliche
Bolle zugewiesen war.
Zwei der wichtigsten und charakteristischsten Aktenstücke,
die Holtzmann in seinem inhaltreichen Buche über Nogaret
mitteilt, beziehen sich auf diese Tagung von Poitiers *). Beide
sind dem frühern Staatsmann Philipps, dem jetzigen Kardinal
Stephan de Siiizy gewidmet; das eine ist zudem noch in be-
sonderer Fassung an den König gerichtet. Der Verfasser isl
(loch wohl nicht, wie Holtzmann annimmt, bei beiden der
gleiche: das erete Schriltstück würde ich Nogaret zuschreiben');
da JedocJi Holtzmann das stilistisch für unmöglich hält, so sei
wenigstens auf eine aulTältigo Übereinstimmung mit einem im
Interesse der Colonna abgefaßten Protest gegen die Wahl
curin exorlA est non niodicn discordiA, qaik pdtitiones transcendebant reg''*'''
stntiim. Undo facUt est Rommissio sex rardinalibns.
') FiDk» II, 34-38.
') Wilbetm von Nogaret S. 256-262. BeilugOD Nr. IIl and IV.
"l Der Hinweis nnf den Erlag .Itea aniBra* bei Holtunann S. 2%
isl verfehlt. Ana Bolchen Stellen kann nichts bswiesen werden.
izecDy Google
Känig. Papst und T«npler bis zur Verhaftung der franz. Ordensglieder. 131
Benedikts XI. im Pariser Archiv^) hingewiesen, indem auch
die Hilliülfe des ' Matteo Rosso wie die Verweigerungf des
Konzils durch Bonifaz VIII. in ähnlicher Weise hervorgehoben
wird. Der Schreiber gehört zu den .vulnerati veneno illius',
zn denen, welche in den Strafsentenzen Bonifaz' VIII. e'm^e-
schlossen sind, er betont die ,deToli r^s' neben den ,accu-
sttores eL denuntiatores" des verstorbenen Papstes, beansprucht
(loch auch eine gewisse Autorität — placeat, quod videam
noias ~~ und hat mit dem französischen Kardinal die Haupt-
punkte schon durchgesprochen. Das zweite Stück cntstarniiit
unzweifelhaft den Kreisen der Colonna. Ich wQrde es an-
standslos Peter Colonna zuweisen, wenn mir nicht die Auf-
schrin ,domino et patri suo domino Stcphano c^rdinali*
Bedenken machte.
Holtzmann hat den Charakter der beiden Stücke nicht
völlig erkannt: er meint, Klemens habe vom Köni^ verlangt,
er möge vom Prozeß gogen Bonifaz abstehen, und der Ver-
fasser der beiden Stücke erörtere jetzt die Frage, unter welchen
Bedingungen das geschehen könne. In Wirklichkeit ist nun
aber die erste .Practica* das mit dem Kardinal Steplian be-
sprochene — vereinbarte, wage ich nicht zu sagen, da das
den Charakter dieses königlichen Günstlings doch vielleicht zu
sehr herabdrückle — Aktiun&programm in der bonifazianischen
Präge. Das besagen deutlich die einleitenden Sätze über das*
(lesamtvorgehen : Erst propositio — dann pelitio cum instantia
dnmnationis memorie Bonifaz' VIII. — , ferner oblalio pro-
hattonum in Sachen der Häresie des Verstorbenen — alles
das durch öffentliche Urkunden, in möglichst feierlicher Weise ^).
So kann doch nur ein Vorschlag erfolgen, wenn die Aktion
selbst erst einzuleiten ist. Erst hierauf wird der Inhalt des
gewünschten päpstlichen SchriflstQckes ang^eben, nach dessen
Erlangung man den Prozeß zunächst auf sich beruhen lassen
könnte; freilich hat der Verfasser so viel verlangt, daß er im
Ernst kaum an die Ausstellung einer solchen Bulle denkt. Der
Papst soll aus päpstlicher IMacbtvollkommenheit alles, was
') J. 491 B Nr. 786.
*) Et qiUDto magia publice et magia soleiiDiter fiaut uiprudicta,
tatiuH et raTorabilina «nt. Hottimnon 8. 256.
izecDy Google
132 Ürmig;, fnpst und Templur bis zur Verhaftung dor franz. ÖrdenagÜeder.
Bonifaz gesagt und getan hat, mit allen wirklichen und mög-
lichen Folgen kassieren und annullieren — man könnte für
einen Moment an die Annullierung aller Handlungen des
Papstes denken, so allgemein lautet der Satz, wenn er sich
auch wahrscheinlich nur auf die französischen Streitigkeiten
bezieht; dazu vollste , restitutio in integrum' aller Anhänger
des Königs und Angreifer des Papstes, vollste Entschädigung
des ganzen Colonnageschiechtes im weitesten, tatsflchlich un-
möglichen Umfange, vor allem auf materiellem Gebiete. Dann
wird eine anzügliche Arenga formuliert, die den Papst auf die
Kirchenreform und vielleicht auch auf die Templerverfolgiing
festlegen, die jedenfalls nach der Ansicht des Schreibers Fuß-
angeln für das Kirchenoberhaupt enthalten soll. Dann soll
auf die wiederholte Konzilsforderung des Königs und der
Scinigcn hingewiesen wei-dcn, wobei ausdi-Qcklich zu betonen
sei, daä ßonifaz in scharfer PflicJit Verletzung dessen Abhaltung
verweigert, ja sogar die Anforderer bedroht habe: auch dieses
aus ganz bestimmten Gmnden vom Verfasser so formuliert.
Das merkwürdige Dokument soll mit der inständigen Bitte des
Papstes schlielien, der König möge doch zur Ehre der Kirciie
gegenwärtig von jener Bitte abstehen, wobei ausdröcklich fest-
zustellen sei, dat3 die Ankläger durchaus wider ihren Willen,
von den Bitten des Papstes bezwungen, gegenwärtig von der
"Fortsetzung des Prozesses absehen.
Es war wirklich nicht nötig, daü der Verfasser eines
solcii unmöglichen Dokumentes stets wieder hervorhob, wie
peinlich genau alles zu fassen und wie notwendig seine Be-
teiligung bei Feststellung dos Konzeptes sei.
Zur Vervollständigung der Aktion sollen dann die Gelwioe
des Papstes aus ihrer Ruhestatt in St. Peter genommen und
dort untergebracht werden, wo er, der , verworfene Häretiker",
die Gebeine des h. Märtyrers ßonifaz hinschnITen lieü. Gewiß,
.das ist nicht unwichtig, was er von den Gebeinen des Heiligen
sagt', und so wird allerdings schweigend, ohne viel Lärm das
Andenken Bonifaz' VIII. vernichtet.
Das zweite Stück stammt allerdings wohl schon aus der
Zeit der Erörterungen: Es beliarrt auf dem Standpunkte, daü
der einzige' Weg, ,um des Königs und Frankreichs Ehre und
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KAnig, Papst und Templer bia zur Vcrhafhing der frniii. Ordensgl Jeder. 133
Ruhm ungeschmälert zu erhalten', die Forderung des concilium
generale sei, erhoben vom König und den Prälaten des Reiches;
aber der Schreitwr rechnet mit der Möglichkeit, da& die Boni-
Tazianische Angelegenheit begraben werde. ,Wie das Abstehen
ohne Beleidigung Gottes, ohne Zerstörung der Kirche, ohne
Verderb Tür das Reich vor sich gehen kann, wei& nur Gott!"
Jedenralls — und das kennzeichnet doch den haüerlulUcn un-
versöhnlichen Colonna — niu& in der ganzen Aktion jedes
Wort vermieden werden, das BoniTaz als wahren kaLholischen
Papst und ungerecht der Häresie Beschuldigten hinstelle; zu
vermeiden sei auch jedes Wort, das auf einen endgültigen
Verzicht hinweise. Da Benedikt XI. gegen die Verfols^er seines
Vorgängers feierlich sich erklärt, müsse ferner auf jeden Fall
diese Deklaration dnrch eine neue vernichtet werden. Habe
man diese erhalten und seien die sämtlichen Colonna, Kleriker
vtie Laien, in der Tat und nicht bloü durch Worte entschädigt,
dann mt^e man stillschweigend von der Verfolgung des Pro-
zesses absehen, bis sich eine andere Gelegenheit ei^äbe. Nach-
dem der Verfasser dann in einer an den König gorichtclcn
Aunbrderung noch den interessanten Vorschlag gemacht, daß
Philipp der Schöne in Rom und in der Campagna einen
i^enator und Rektor haben müsse, schlieM er: .Dieses alles
möge vor Eurem Weggange insgeheim zwischen Euch und dem
Papsle abgemacht werden!'
Kardinal Stephan war der Vertraute Philipps des Schönen,
aber er war auch der Vertrauensmann Klemens" V. in der
Knnonisationskommission, in der Kommission, welche nach
ileni gleich zu besprechenden Bullenentwurf die Strafe für
Nogaret festsetzen sollte, er war unzweifelhaft auch in der
Kommission für die Bonifazianische Angelegenheit. Bei dem
ersten Stücke könnte man auf das Exorbitante hinweisen, das
die Möglichkeit der Abfassung eines solchen Schriftstückes aus-
schkig und damit die Gefährlichkeit der Vorschläge für den
Papst verminderte: Der letzte in seiner einfachen und doch so
giltgeschwollenen Form war nicht so unmöglich; er bildet die
Grundlage des Bullenentvrarfes. Und wenn diesen der Papst
als Ausgleich gebrauchen wollte, so dachte er doch sicher an
einen dauernden Ausgleich. Einer seiner Hauptratgeber aber
izecy Google
184 KQnJg, Papst und Templor bis zar Verhaftung d«r frani. Orden sglieder.
weiü, da& man , wenn auch momentan Frieden geschlossen
wird, bei nächster bester Gd<^enheit den Bonifazianischen
Prozeß wieder aufnehmen wird !
Wir keimen den Wortlaut der eingereichten königliclien
Petitionen nicht ; vielleicht war der Kern dem ersten Vor-
schlage entnommen. Jedenfalls haben sie die Kurie in größte
Verwirrung gebracht und die genannte Sechserkommission ins
Leben gerufen.
Die Kommission arbeitete mit rastlosem Eifer, auch oder
erst recht nach Philipps Abreise; denn die beiden königlichen
Staatsmänner waren geblieben '). Der Papst selbst gibt in
einem Schreiben vom 5. Juli dem Könige ein anschauliches
Bild*), nicht ohne mit einem leisen Vorwurf darauf hinzu-
weisen, was unter seinem Pontifikat für Frankreich geschehe.
Die von ihm ernannten Unterhändler arbeiteten mit Aufwen-
dung ihrer letzten Kraft; sie studierten die Geschichte der
Kirche und der Konzilien, holten sich Rats bei den Vätern
und dem kanonischen Rechte und prüften die verschiedenen
Mittel und Wege, die Hoch alle auf eins hinzielten, auf den
Frieden zwischen der Kirche, Philipp und den Seinigen. Beim
Abgange Plaisians, den der König zu sich gerufen, sei nur die
Entscheidung darüber noch ausgestanden, welcher Weg der
gangbarere, gerechtere und sicherere sei. Sobald er sich ent-
schieden, werde er dem König die Vorschläge zur Beratung
übersenden. Wie er mit Hintansetzung aller andern Dinge —
at^esehen von den Angelegenheiten Karls von Neapel, die bis
jetzt zurückgestellt seien — das Besprochene zu Ende führen
wird, so erwartet er vom König, da& er sofort komme ^) und •
das Geschenk in Empfang nehme, das seine Vorfahren in der
Wüste genährt, das Geschenk des Bundes mit der Kirche, der
Liebe und des Friedens. Von den »verschiedenen Wegen" ist
wohl ernstlich nicht der des Konzils in Frage gekommen.
Bekanntlich soll damals der menschenkluge Kardinal von
'j Finke II, 38.
*} Finke 11, 39 Die Bulle findet ejcli nar im Cod. 10919 der Bibl.
Nftt. in Paris. Sie wird doch eine Kopie des Originale sein?
*) Ea kann ein bildliches Kommen bedeuten; ut extunc . . . SubUt«
dispendio venins pulsaturus importuuitat« nobis gratuita. Finke II. 40.
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Kenig, Papst uod Templer bis xur VerhBrtuDg der fraiix. Ordanaglluder. 135
Prato >) dem raUoseti Papste den Vorsclilag genmcht haben ;
er möge den König auf die Schwierigkeit alleiniger Erledigung,
zumal das KardinalskoDegium gespalten sei, hinweisen und die
Abhaltung einer allgemeinen Synode im päpstlichen Vienne
Torschlagen. Darauf sei der König, zwar unwillig, endlich
eingegangen. Obwohl Villani*) gerade vom Kardinalbischof vun
Ostia , seinem Landsmanne , glaubwürdige Nachricht haben
könnte, ist doch dieser Vorschlag schon darum ins Heich der
Fabel zu verweisen , als die crsle Erwähnung des Vieniier
Konzils erst ein Jahr später erfolgte, der Konzilsplan selbst ja
in den Wünschen der Intransigcnten lag und sicherlich der
Papst zum Konzil, das den Skandal in alle Welt brachte, mir
im aufiersten Notfall grifi.
Einen zweiten Weg kennen wir aus dem Entwurf der
Bulle ,Lectamur in te", der sich noch im vatikanischen Archiv
befinilet'). Klemens dankt in der Einleitung dem König für
seine Anhänglichkeit an den h. Stuhl und sein Entgegen-
kommen zur Beseitigung allen Dlssenses warm; er antwortet
darin auf sein Schreiben, worin der König ihm seine Bemü-
hungen im Bonifazianischen ProzcLi unter Benedikt wie unter
seinem Pontifikate dargetan und schlict^lich auf inständiges
Bitten des Papstes und der Kardinäle diesen die Entscheidung
dem Glauben und der Ehre der Kirche gemüEi überlätit: der
Papst hebt noch einmal in vollster Form alle Strafen und
Zensuren auf, die jener sich zugezogen; ebenso spricht er alle
Tranzösischen Beamten und Prälaten, alle „denunciatores* und
,accusatores* los und befreit sie von allen Makeln der Infamie
und der kirchlichen Zensuren. Auch Wilhelm Nogaret und
Hejpnald de Supino sowie die Teilnehmer an der Gefangen-
nahme Bonifaz' VIII. und am Raube des Kirchenschatzes wie
alle Verschwörer aus Rom, der Campf^na und dem Kirchen-
staate sollen in dieser Freisprechung miteinb^riffen sein, wenn
') In äei Kommusioii kauD dieser Tun Bonifaz ernumte Knrdinnl
nirbt wohl geweaeo sein.
') Muratori, 88. tot. lUt. XIII, 427. Übernommea vom h. Antoninua
und von RajoaldoB.
') Ein Stttek bei Raynaldi ann. ecrl. ad annum 1307 Nr. 10. Las
Guue aoten im Anhange.
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18(! KSni^;, Pitpst und Templer bis zur Verhnrtiiii); iler frans. Ordensg lieber.
sie die Buße, welche ihnen die Kardinäle Petrus von Palästrina,
Berengar und Stephan zudiklieien würden, innerhalb der vom
Papst festgesetzten Zeit vollfahren. Sonst sollen sie dieser
Gnaden nicht teilhallig sein.
Der Entwurf des päpstlichen Schreibens trägt das Datum
des I. Juni, d. h. de^ Zeitpunktes, da der König von Poiticrs
schied. Soweit war man also damals schon gekommen; erst
später ist dann mit vielen Korrekturen auf dieses Schriftstück
die Strafe für Wilhehn von Nogaret auf Anraten der drei
Kardinäle, die er oftmals aufgesucht habe, festgesetzt, während
die Fi}tier»ng der ßu^e des abwesenden Rainald der Zukunft
aufbewahrt bleibt. Nogaret soll vom lUärz 1308 über fQnf
Jahre ins h. Land ziehen ') und von dort ohne besondere
päpstliche Erlaubnis nicht zurückkehren. Nach Ablauf der ge-
nannten fünf Jahre darf er kein dtTenttiches Amt mehr be-
kleiden. Mit dieser Buße ist aber keine Infamie verbunden.
Sein Datum sollte dieses anscheinend mit vieler Mühe
zustande gebrachte Machwerk erst nach Einlauf des zustim-
menden königlichen Schreibens erhalten ') ; aber es ist niemals
zu einer Reinschriß gekommen ! Wahrscheinlich hat Klemens V.
den Entwurf zusammen mit seinem Schreiben vom 5. Juli an
Philipp gesandt. Der König dankt in einem besonders herzlich
gehaltenen Briefe. Er habe aus dem Berichte seines bis dahin
an der Kurie weilenden Gesandten, des Notars Gaufrid de
Plessis und Plaisians, vernommen, dalä der Papst mit unge-
heurer Anstrengung in der Sommerhitze sich der Erledigung
der königlichen Angelegen tieiten widmete. Er wolle die Vor-
schläge des Papstes mit seinem geheimen Rate am 10. August
1307 in Pais erörtern und alsbald Antwort geben ^). Weiteres
') Ein merknOrdigor Zufnll wollt« ea, dfiß im hier angedeateten
MHrz 1313 Nogaret starb!
^ DhU istius littere sit post dntHm littere regis, quam debet mittere.
^1 Diesea nicht unwichtige Schreiben eteht BitluEO II. 83 zwischen
MAteritilien des Jahres 1306 und ist bislang noch nie benutzt worden.
Die Zeit ist dadurch sicher bestimmt, daß von der bevara tobenden Kriinung
seines Sohnes Ludwig zum König von Nnvarrn (Herbst 1307) gesprochsn
wird. Om in diesem Briefe gewünschte Privileg erteilt KJemeus am
9. August 1307. Heg. Clementis V. Nr. 1783.
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König. Papst und Templer bi» xur VeF^nftuag der franz. Ordenssl ieder- IST
ist dann aber nicht erfolgt: nun verdrängte das Templerdrania
das Boiiirazianischc.
Für die von Klemens gewünschte Abscliwftchiing des
Bonirazianischen Streites war die Zeit noch nicht da, waren
die tiemüLer noch zu halJerfülll. Himmelweit waren ja die
Sätze des päpstlichen Schreibens selbst von den Wünschen
derer entrernt, die ein vorläufiges Ruhenlassen des Prozesses
zugestehen wollten. Bei letztem war ja keine Rede von einer
neuen Bube Nc^rcts und seiner Helfer, im Gf^enteil, sie
sollten als die nachgiebigen Ankläger erscheinen; sie wollten
keine nachträgliche Anerkennung Bonil'az' Vtll., und nun war
hier ja offenkundig die Legitimität Bonifaz' VIII. anerkannt.
Und der Coktnna und ihres Anhanges war ja nicht gedacht.
Vielleicht wollte man in neuen Schriftstücken diesen Punkt
erled^en: wie schwierig gerade diese Frage war, ergibt sich
aus dem keineswegs enlg^enk omni enden Promemoria Peter
Colonnas, das das ins Unendliche laufende MindestnialJ der
Forderungen für seine Partei vorlegt. Und nur gezwungen
hat er es voi^elegt! ')
Dabei habe ich noch gar nicht der Partei derer gedacht,
die überhaupt keinen derartigen Ausgang des Bonifazianischen
Prozesses mochten. Unzweifelhaft machen wir uns kaum einen
Begriff von der Kraft des Hasses, der im Innern dieser Anti-
bonifazianer glühte. Selbst ein Mann wie Napoleon Orsini
schreibt im Februar 1307 (oder 1308?)") an Philipp den
') Finhn II, 4lJ: de inandato exprcssu Hunctitiitis vestro. Da& dna
Stack :d diese Zelt gehört, beweißt Eitel, Der Kircheii^tiint unter Klemens V,
^. 113 Anin. 2» aus den Namea.
*) CoJ. 10919 f. 13Tv der Bibl. Nut. in l'aria. Dieses vun Hcfelc-
' Knüpfler, Konziliengeschichte VI S. 448 und von HuyskenB im Hiator.
Jbib. XXVII, S. 272 bereits erwfibnte StHck kann ich bei meinen Kenntnissen
der Legation Orainia schwer datieren. Napoleon war von 1306-9 in Itnlien;
in welchem Fpbniar er in Korn war, weifi ich nicht. Die große Versamm-
lun; kennte auf Tours 1308 hinweisen; aber war sie Ende 1307 bereits
geplant, dann galt sie nur den Templern und bedfiutet die .eonvocntio
preUtoniin et baronum* nicht eine gewöhnlichere Versummlung? ich gebe
einige Stellen ans dem Briefe: Maiestalis vcstris litteris diligentcr intpectis,
quod ad convocationtnn prelatornm et barunum vcstrorum intendilis, ut de
ipsorom consilio in Boniraciano negocio proccdatar: micbi plnrimum nd
cDDeoUtioDem accessil, firoiam in domino gcrendo liduciani, quod ipse, cuius
oy Google
138 EUoig, Papst UDd Templer bis zur VerhafluDg der franz. Ordeoaglieder.
Schönen, der in einer Beratung mit seinen Großen das Vor-
gehen in der Bonirazianischen Sache festigen will: er danke
ihm für diese tröstliche Nachricht und er hoffe, data der, um
dessen Sache es sich handle, das h. Unternehmeu fordere. Ef
sei besonders deshalb nach Rom gegangen, um Zeugen für den
Prozela gegen Boniraz zu gewinnen; vor allem Vomehiae.
Drin^^end bittet er, dals der König durch keine Einflüsterungen
verderbter Menschen sich von der h. Sache abziehen lasse,
und vcr'spricht, falls seine Anwesenheit von Nutzen sei, seine
Ankunft zu beschleunigen. Wenn aber der König nachgebe,
dann möchte er lieber abwesend sein, als daÜ in seiner G^en-
wart die Kirche Gottes geschädigt werde. Mag auch das Un-
recht, das früher und damals den Einwohnern der Campagna
von den Gaötani zugefügt wurde, ihn verbittert haben — eine
solche Verwirrung, wie sie die Vermischung des eigenen Rache-
negociDin geritur, prompciora et expeditiora ad gratam exitnm sinpula
proparnbit, ei euicte inchontioiiLs oportona diliffentia nun lentescat. Egu
«utem ab hoc precipue Romnm accessi, ut test^a ydoneos et fidvdigDo«,
oportunua super dicto nrgocio procararem. Et qQi'a auiit qnidam omni
excepciuoe mniorcs, sub inimitrorum posse degeute«, qui tarnen vcritatvm
»ullateDUS snbticerent, qualiter baberi possint, et faabitos ad vestram
adduci preaencinm procurare omni sollicUndine non deeisto. Queao, igitur,
clemcntissime doinine, ut nulla in faac perverBonim maligna aaggestio
remisaiancm indariat ... Si enim acivero, ad negocii proaecucioneni iutendi
iiuta mandatum regium . . . accelerabu regressnm. Sed si, quod absit,
aliqui perversores. quod desisteretis alt buiDsmodi negociu, procanirent,
porius abesse cupercm, qnam in mei preaencia ecclesiam Dei confundi non
abaque vituperio rvgle maiestntis. Quare deliberare üigneniini! Er empfiehlt
scbliefilich die .devoti' der Campagna, die von ihren Feinden bedrSngt
wurden, dem Könige. Uat. Rome die VII. Febniarii. Jedenfalls zeigt auch
dieses StQck, welch fahrende Rolle Napoleon im Bonifazianischen Proiesse
bat. Ich habe in ineinur Bede Ober Philipp den ScbOnen (MtÖG XXVI, 13)
es fDr mOglicb gehalten, daS Napoleon Ür«)ni das StQck .Realia veritas'
abgefaßt habe. Wenck, Philipp der Schflne S. 61 Anm. 2 tritt Rlr Nogantl
ein und weiiit besonders auf die angeblich vergossene Dentung Scliwabt
bin, die ich aber wobl kannte. Ich muß dabei bleiben, wird das bekannte
.mequo* aufrecht erhalten, so kann neben dem König nur Orsini als Hil-
Bchuldiger an Anagni in Betracbt kommen; Nogaret ist ganz auBgeaeblosseti.
Aber hScbstwafaracbeinlich ist das ,meqne* zn eliminieren. Dann mufi
der Verfasser anderswo gesucht werden. Wie kann man auf Nogaret
deuten, wo das StDck in einem Hauptteile sich direkt gegen ihn wendet!
DarOher wird von anderer Seite demnächst berichtet werden.
izecDy Google
Eünig, Papst DDd Templer bis zur Verhaftung der frAni, OrdeiiBglieder^ 139
duTstes mit rcügiü^u Gedanken bekundet, und bei einem sonst
10 ruhigen, vorsichtigen Manne, beweist n)e)ir als alles andere,
thii der Prozeß im Jahre 1307 nicht zu Ende geführt werden
konnte! *
Dieses, nicht Vergeltung für die Lässigkeit des Papstes
in der Templersache, wie Hollzniann ') meint, hat bewirkt,
ilaD die päpstliche Bulle nur Entwurf blieb und der ProzcU
i'rst nach ein paar Jahren begann. Viel näher kommen wir
der Wahrheit wohl ^lit der Annahme, daU diese Behandlung
des Prozesses Oberhaupt nur eine vorklufige sein, daß dabei
eine andere Wirkung erzielt werden sollte : den Papst für
andere Dinge mürber, gefügiger zu machen.
Freilich wohl kaum mehr im Sinne eines völlig gemein-
samen Vorgehens gegen die Templer. Denn wenn man die
frage stellt: Wollte Philipp mit seinen Räten in Poitiers
solches erreichen, so muß man, so natürlich das Zusammen-
gehen beider Mächte erscheint, so entscheidend ja die Zn-
stinuimng des Papstes zu den Hauptakten sein mußte, die
Frage doch verneinen. Das Verhalten Philipps macht durchaus
den Eindruck, daß er eine gemeinsame Aktion überhaupt nicht
(Kler nicht mehr plant: höchstens will er den Papst über die
Anschuldigungen informieren, damit er sich beim Vorgehen
des päpstlichen Namens noch als Deckschild bedienen kann.
Wie hätte er sonst den Papst so auf ein anderes Gebiet, im
wahren Sinne des Wortes hetzen können, daß er für anderes
l[auni noch Zeit hatte, während er die Templerfrage nur einen
Moment, vorübei^ehend berührt: Papst und König haben nicht
länger darül}er gesprochen, als man Zeit gebraucht, um durch
den Saal zu gehen, in dem 1308 das Konsistorium stattfand^).
Noch bezeichnender ist, dalj der Papst 1308 sich nach fast
S Jahren seiner Antwort in Lyon noch erinnert, der vor Jahres-
frist in Poitiers gegebenen nicht. In Lyon halte die Anfrage
Philipps Eindruck auf ihn gemacht, in Poitiers muß sie durch-
aus den Eindruck des Nebensächlichen hervoi^erul'en haben.
') Kogaret S. 139.
*) Der Papst sagt 1308; Qaid sibi responderit, non recordiitur, quis
UM tiutaro locuti fnenint de boc, quaotum eaaet ire per aulam Jstani.
Diiit d« ada, iu qua eraot. Fioke 11, 149.
oy Google
140 KQoig, Papst und Templer bis xur Veihnftung dur franz. Ordeoaglieiler.
Unmöglich ist ja nicht, <iag das kühle Verlialten Kle-
mens' V, früher, oder auch bei einzelnen Gesandtschaften '),
den König veranlagt haben, seine eigenen Wege zu gehen.
Aber konnte Riemens \lenn anders handeln? Sollte er viel-
leicht mit freudigem Interesse diese Frage aufgreifen? Das
können doch nur die behaupten, die meinen, für den Papst
sei die ganze Templerfrage nur eine Geldgeschichte gewesen!
Solche bat es unter den Zeitgenossen gegeben, wie Christian
Spinula *), solche gibt es auch noch jetSt. Mir scheint das
Verfahren Kleraens' V. bis dahin korrekt und folgerichtig. Es
ist ja ganz erklärlich, daß er die ungeheuerlichen Anschul-
digungen zunächst als Klatsch aufnahm und sich nicht um sie
kümmerte; daß ihm das ganze Geröcht sowohl um des Ordens
selbst als um seiner Kreuzzugsptäne willen sehr unangenehm
war; daQ erst nach und nach die stets wiederkehrenden An-
schuldigungen einigen Eindruck auf ihn machten und er all-
mählich sie ernst zu nehmen und durch eine Untersuchung
sich Aufklärung zu schaffen begann. Dieses Stadium ist
sicherlich in den Sommermonaten 1307 eingetreten.
Vielleicht ist auch in der königlichen Partei der Gedanke,
gegen die Templer allein vorzugehen, allmählich erwacht, seit-
dem man auf ein Gelingen des Unternehmens hoffen durße;
jedenfalls wären ohne diese Absicht die Voi^änge im September
nicht zu erklären. Anscheinend im August hat der Prior von
Poissy 8) dem Papste in der Angelegenheit noch Neues über-
mittelt. Dann schreibt am M. August lil07 Klemens an dea
König, nachdem er auf die bisherigen Erörterungen in der
Templerfrage eingegangen: er sei durch das Unglaubliche und
Unerhörte, was er seitdem vernommen , in seiner Ansicht
schwankend geworden und wolle mit Beirat der Kardinäle das
Notwendige tun. Da Ordensmeister und viele Präzeptoren
') Der Papst eiw&hnt spAter, daß auch kSnigh'cbe Gesaadt« wie
ti. de Plessis die Frage berQbrt haben.
'j Finke I!. 51.
') Die Stelle lautet in der Handschrift 10919 t. 54^: prioris mona-
Sterii tui (fehlt im Druck] novi de Piccavo (doch wobt aUtt Piaaaco). Frati.
Entwicklung S. 141: Prior dea Klosters Neuf Monatier in Poiton; duB gebt
scboD nicht wegen des ,tui*. Zudem kommt der Prior von Poisaj bei dar
Vomntersuchung vor.
oy Google
KSnig, I'apst und Templer bis zor VerbaftaDf der frtuiz. Ordensglieder. 14t
wegen des gegen sie beim Papst, König und andern Herr-
schern') gegen sich eine Untersuchung beantragt hätten, so
wolle er nächsten Freitag nach Poiliers zurückkehren und in
Obereiuslininiung mit den Kardinälen diese beginnen oder sonst
vorgehen. Vom Kfinig, auf dessen Mitteilungen er gro&3S Ge-
richt legt, etiiittet er sich Rat und Informationen *).
Zweierlei ergibt sich daraus: Der Papst will baldigst eine
ernste Untersuchung einleiten, und er erwartet dabei vom -
König nur Unterstützung; an ein Vorgehen Philipps denkt er
nichL Und dieser? Höchstwahrscheinlich in denselben Tagen,
da er das päpstliche Schreit>en empfing, befahl ^) er am
U. Seplember den Baillis die Gefangennahme sämtlicher
Templer, und zwar auf Veranlassung des Generalinquisitors
Wilhelm von Paris. Acht Tage später richtet dieser ein Zir-
kuki- an sämtliche Dominikanerprioren Frankreichs, sich an
der Inquisition der Gefangenen, gegen die eine „vohomens
snspicio* hinsichtlich ihrer Häresie vorliege, xu t>eteiligen*}.
Zahlreiche Untersuchungen hatte er bis dahin vorgenommen '•■) ;
ein in aller Stille zusammen berufenes Reichskonzil''), von dem
natürlich keine Konziliensammlung berichtet, hatte die Tempter-
angel^enheit beraten und den König gebeten, bei der Unter-
suchung gegen die einzelnen Ordonsmitglieder die Inquisition
'l VoD GerDchten anGerhnlb FrankroicIiH wisat^n wir damaia niclits.
Wer mTigen die .domini tempoTales* aeio!
'i Dieser Brief ist bis auf die vernDnftige Deiituug iD Prulz, Ent-
wictlong S. Hl Fast stets verkehrt nurgefeßt. Man hat don oraton Ti'ü
des Schreibens, in dem der Papst bittet, die sclion fOr Maria Himmel fahrt
Mgek Bndigten Gesandten (die aber nuoh nicht gekommeD sind) erst im
Oktober in senden, mit der TeinpIerBSche verbunden. Das ist irrig. Dieser
Ti>ll ist wahrscheinlich die Antwort anf das königliche Schreiben, oben H. 136.
') Dopuf. Mist, de la condamnation des Templiers (IT.*)!) p. 19ß;
Menard, Hist. ... de Nismea (1701), preuves p, ]9&; Rsv. des quost. hist,
X, 329; mit verscliiedenen Adressen. Am selben Tage erhalt flaieiane
fiw neue Anweisnug nnf ,dQCcntos libros redditnales*, die ihm Philipp
voriier schon zugesichert. Hist. de Langaedoc X, 466.
') Dnpoj p. 199; Hdnard p. 206; Finke 11, U.
') Depoenerat . . . coram inqnisitore apud Pissncum gratis et nui
upks. Michelet i, 553 u. A. Wie die Zeugen behandelt wurden, vgl.
Katoze, Vitae pap. Ävenion. 1, 8.
*] Arehtepiscopis, epiacopis, abbatibus et alüs <>niincntibu3 viris eccle-
siualiaa ad hoc specialiter rongregstis.
oy Google
142 K&nig, Papst und Templer bis xor Verhaftung der frane. OTdena§:lipder.
zu unterstützen. Damit war der Papst bei der ersten Aktion
im Oktober völlig ausgeschaltet.
Während das Netz so um den Orden in Frankreidi fest
zugez(^en wurde, weilte der flrolimeister Molay an der Kurie.
Der schon gegen Ende Mai dort Erwartete ') — auch dor
Johannitermeister sollte kommen — kam wahrscheinlich aber
erst später, nachdem er zuvor das letzte groSe Ordenskapitel
um den Johannistag in Paris geleitet hatte'); dort werden
wohl schon Angriffe auf den Orden zur Sprache gekommen sein.
Im August und bis zum 11. September ist er in Poitiers
nachweisbar. Er nahm an der Beratung teil — zum let^tlen
Male! — , die Kleniens V. im Interesse eines Partikularkreuz-
zuges veranstaltete, mit ihm auch andere Templer, dann die
Haspitaliter. Der Papst hat das selbst im Jahre darauf erzählt ').
Vom 10. und II. September stammen eine Reihe Briefe
von Molay, die mit der Ernennung des neuen spanisclirn
Ordensmeisters Eximen de Lenda zusammenhängen : Notifi-
zierung an den Kandidaten, Mitteilung an den König und die
Königin, Briefe, durch die trotz des offiziellen Charakters ein
warmer, gutherziger Ton hindurdiklingt und die das drohende
Unwetter nicht ahnen lassen*). Und doch hatte er damals
schon vom Papste gehört, wessen man ihn und den Ordeii
beschuldigte''). Er hat wohl gehofTl, datj die päpstliche Unter-
') Finke II, 36: Debet bic esse cito.
'] Htchelet I, 558 ; Vetiit ad magnuin megistrum Pariaiiu in capitnlo
generali in festo nativitatis beati lohannia Baptiatae fiierunt tres anni |Ans-
aage vun 1311 Februar). Vgl. dagegen Michelet 11, 279.
■') Reg. Clementis V. Nr. 3988 u. B.: Priua Ucnm, fili magiater, vt
cum magiatro militie Tempil et maioribus preceploribuB, anteqnain ideai
magister ipaioe militie caperetur, et quam pluribua aliia . . . delibentionr
prehabita In TemplarioB Nr. U2 dea Archiva in Barcelona CKD heibt es:
Berengar de Cardooa an A. de BaynulB comanador de Peniacola . . . Kern
voa eaber, que svem auda letra, pua de voa partim, del aenyor maestrf
Doltramar, que per rao de carta, que Im auda del papa sobre paasatgt
general, que noe paaaem a el en Agost qui ve, peraver acort nb no9 et
daltrea prohomenB . . . Dat. eii Gardeny la dimenge . . . Auf der Rück*
Seite des Or.: Sien tramesea de caaa en ceaa.
->) Finke II, 43; Archiv Barcelona, Templarioa Nr. 86 und 148.
") (i. de Qonavilla encShIt: dominus papa fecit magistro ot ipai .--
mentinnpm de bnc Irlp capitc] Pirtuuix. Midielet II, 400.
izecy Google
König, Papst nnd Templer bis mr VerliAflung der franz. OrdeDBgtieder. 143
suchung den Orden von der schweren Last des Verdachtes
be&eien werde. Darf man einer Aussage des Matthäus von
Arras trauen, so war der französische Gro&visitator Hugo de
Peraudo pessimistischer gesinnt ; er soll jenem bei den schlimmen
GerQchten in der ersten Oiitoberwoche auf seiner Reise zur
Kurie geraten haben, sich zu retten. Daraufhin sei er dann
apostasiert *).
') Hicbelet II, 373 Aach ü. de Pernudu liat anscheinend den Papat
duDiils gesjH'ocIien. , Michelet I. 29. — Schutt m Dl 1er 1, ß52 spricht von
einer KouBpintioii einer Kardinalspartei am diese Zeit. Er sttltEt ainh dabei
Huf eine Stelle im Hecneil XXT, 646: Magister ... in Franciam venerat,
qnibasHani de nardinaliboB hoc iam dndum Iractantlbna et ordinanLibue et
regi nanciH^ui ezecutioneni tradentibna. In einer andern Handschr. lieilJt
K ,1X «nt X rsrdjnalihns* fQr .quibnsdeni de cnrdinalibus' und in einer
dritteo .pipa antcm et cardinalibua*. Ich wage aus diesen Uindeutungen
keine SrhIDsse za ziehen; dafi gewisae UDstinmilgkeiten in der Templeraache
im h. KatlegiBm herracliten, ergibt sich ans der späteren Darat^lluntc.
izecDy Google
IV. Die Verhöre des Jahres 1307.
In der Morgenfrühe dos 13. Oktober befanden sieh die
französischen Templer fast sümtlich in Gefangenscliaft. Der
Beamt(.'napparat hatte vorzüglich funktioniert; nur einige \Venif:o
sind entwichen, vor allem hervorragende Persönlichkeiten, itie
sit',h sclion vorher auljer Landes begeben hatten '). Der histo-
risch l>e<leulendste ist wohl der frühere Präzoptor und Vtsitator
von Frankreich, Gerhard de Villcrs; ihm schrieb nach Ponzanl
de Gisi das letzte Provinzialkapitel die Schuld am Verlust der
Insel Tortosa zu; er wird mit zahlreichen bezeichnenden Äuße-
rungen in den Prozessen erwähnt, so vor allem mit einer
sonderbaren Auffassung über die Ordensbeichtc-). Neben ihm
erscheint der Neffe seines Nachfolgers im Visitatorenamt, lJu)!o
de Chalons. Ritter Adam de Walaincourt hat die Hoffnungen
der offiziellen Ordensverteidiger vor der päpstlichen Kommission
nicht erfüllt; sie nahmen an, daü dieser langjährige Templer,
der aus Neigung zu einem strengeren Orden Kai-täuser geworden,
bald aber zu den Templern zurückgekehrt und dort erst naeli
langem Bitten in demütigendem BuLigange wieder aufgenommen
sei, in Paris gefangen gehalten werde und für den Orden
nicht eintreten könne, und sie bitten gerade ihn, der sicherlich
sich bei einem schiechten Ortien einer so schweren Bulie in
') Merkwürdig ist dio Notiz Mictielet I, 412: ante cnpcioDem snim,
post cupcionem aliorum. In l'^on beteiligte sicli an der (icfaugeunahmr
nin scnncio. Ober die teilweise schlimme Ilehandlimg der GefHngcuen bei
der GcfangenDRhmu vgl. Michelet 1. 324. 331. Vgl. Finke II, 74 die Listr.
Rinzelno FlDcbtlingc werden nueh In den Piazesaen des J. lälO genannt
') PuurpuBa frere Banaus de In Folio contre fröre Gcrot do Villew
et par un autro frcre estoit perduc l'illa do Tourtuse et par lui Turent niort
li freres et prins et cnror sont. Vgl. Michelct I, 39. Die Ereignisse
spielen 1301. Im Übrigen vgl. Reg. zu Michelet 1 n. II. Besonders 1,448.
izecDy Google
t>ie Verhöre dee Jahres 1307. Hb
Gegenwart des vornehmsten Adels und seiner Freunde und
Verwandten nicht unterzogen hätte, als Zeugen auftreten zu
lassen: und inzwischen befand steh dieser Held der Bu^e
bereils in Sicherheit!') Einer der angeblich Geflohenen, der
vielgenannte Inibert Blanc, weilte damals wohl in England,
wo or unter den englischen Templern später verhflrt wird *).
An bewaffneten Widerstand wie in Spanien oder gar an die
Ermordung Philipps des Schönen faaben diese Templerfincht-
linge wohl nie gedacht"); viel eher noch an die Mitnahme von
Ordensgut. Leicht wird es sicher nicht gewesen sein, da schon
Wochen vorher der Besitz überwacht und bei der Gefangen-
nahme dann ohne Schwierigkeit beschlagnahmt wurde.
Von dem gewaltigen Aufsehen dieses einzigartigen Ereig-
niäses, das in der Kirchengeschichte sondergleichen geblieben
ist, zeugen die Chroniken des In- und Auslandes*). Zu einem
Aufstande für den Orden ist es nirgends gekommen. In Paris
selbst übernahm Nogarel die Beschwichtigungsrolle, ihm zur
Seite die Dominikaner: am Tage nach der Tat beim Klerus
Yon Noire-Danie und Universilöt im Kapitdssaal von Nolre-
Dame; am Sonnlage in den königlichen Gärten vor Volk und
O^istlichkeit ; hier sind nur die ,niinistri r^is" genannt, un-
nveifelhaft zählt Nc^aret z« ihnen. Schon tauchen die fünf
wesentlichsten Anklagepunkte als beste Verteidigung des Gewalt-
aktes in der ÖfTentlichkeit auf).
In neuerer Zeit hat man wiederholt in Unkenntnis des
Inquisitionsverfahrens die Berechtigung der Gefangennahme an-
gefochten °). Sicherlich handelte der König formell ganz korrekt;
') Uichetet I, 204 und 59S. Er wird in der Liste Finko II, 74 nti
gcflghen bezeichnet.
') Vgl, unten.
') Fr. Hugo dfl CabiloQe . . . ona cnm quiboüdam suis complicibiiii
einadcm aecl« coDceperant occidere regem, Finko tl, 75.
*) üa ist nicht DOtig, hier all die Stellen, die sich im Recueil ItJ.
XX— XXIII finden, uafzuzBhIen. Aus deutschen Chroniken ist Neues nicht
beizabriagen.
*) Vgl. BmIu» I, » f.
*) So spricht PnitE von einem ,von kanonischem ^tAndpunkte nue
anfechtbares Vorgehen* S. 146. In llärssieangelegenhoit gub es keine
Eiemtionsprivilegien. Vgl. Wenck, GUA 1896 S. 547.
Finka, Papittnm nnd UntertcanK äet Tempi erurdeus. I. 10
izecy Google
14<> Die Vprliüro äee .Intirps 1307.
ebenso der Inquisitor. Philipp wie Wilhelm von Paris haben
in ihren Rundscli reihen die vorliegendo suspicio violenta und
dann dem Papste gegenüber später dio Schädigung des Glaubens
durch Unterlassung der Einkerkerung betont — in beiden Fillk'n
waren sie zu ihrem Voi^ehen vollauf berechtigt '). Das heilJt,
der einzelnen verdächtigen Persönlichkeit gegenüber; ausdrück-
lich erklärt der Inquisitor, duGi nur der einzelne Templer
gefangen gesetzt, nur gegen ihn, nicht gegen den Orden vor-
gegangen werden soll. Nach einer bald darauf aufkommenden
Theorie hätten sie auch g^en die Gesamtoi^anisation vorgehen
können: denn.es sei kein christlicher Orden, nur eine Teufels-
schöpfuijg gewesen % Auch Kleniens V. hat die Berechtigung
nicht eigentlich bestritten, er hebt nur immer wieder die Rück-
sichtslosigkeit ihm gegenüber, dem der Inquisitor .beinahe
vor der Türe stand', hervor. Wollte man größeres Gewicht
auf das Schreiben vom 27, August legen, als es. wie ich
glaube, in dieser Hinsicht verdient, so könnte man sagen: Der
Papst hat die Sache vor sein Forum gezogen, dem gegenüber
muti jede Autorität zurücktreten. Auch dann konnten Könij;
und Inquisitor die Gefangennalime in der .iiigedeutcten Weise
rechtfertigen; nicht so sehr das Verhör, Aber dann halle
Klemens doch einmal klar und in rechtlicher Form darauf
hinweisen müssen, was aber niemals geschehen ist"). Wogegen
'I Sellwt in seiDeni Schreiben an die franmlaiBchon BischOf<>, in dem
er dorh tH-fuinders die CirUnde d<>r Suspcnsiun der MarhOftichcn Inqoieilians-
vollmarlit«'!! niotivii'rt, liat Klemens V. keine andere Klage Torgebrat^lit fi\a
die Unbitflichlceft ilim gogennbet: Cum per te, (iaillelmum preilictum uobio.
quibua qiiadam modo vitinus cma in iunuia, nichil intimatum fuisacl'
Krmig und Inqniaitcr enUcbuld igten sich dtiniit: quod, si, quod absit, per
caprionem huiasmodt dictorum Templariorum non fuisaet preventa nequieia,
causam fidei orthodoxe . . . adeo detraxiasent, qnod fidei oiusdeni negocie
, , . detrimentnm irreparnbile provenisaet Coli. d. doc, ined. MH. II, 419r.
Allerdinga hat die OrdcnsviTteiilignng sich auf den Esemtionastandpankt
f^eatellt: Sunt exempt c gausis^o de privilegit special, quo non dcvo pont
parer dcvant nul iuge . . . si non davant nostre siro le pape. Aber die
pUpstlii'he Kommission nntworteti- : quod in iure ronttarium «at caatam
qnantum ad crimina, que heresim sapiebent. Michelet I, 169 und 171.
'1 Finho II, 103 f.
") Wenigstens scheint mir dna nicht in dem Vorwurfe des pftpatlicben
Scbrpibrn') vom 27. Oktober in Rev. des qaeat. bist. X, 334 zu liegeo.
izecy Google
Die Vei4i5re des Jftliree 1307. 147
äch der Papst energisch wehrt, das ist die von Philipp und
den Seinen geflissentlich gehegte, üt>erall hin gemeldete Fiktion
von einem gemeinsamen Vorgehen von Papst und König am
13. Olclober; so erfahren es die armen Gefangenen, so Frank-
reich, so die ausländischen Herrscher '). Dagegen protestierte
ersterer mit vollem Recht: Kein päpstliches Sclirelben, das die
Aktion des Königs veranlaßt habe, werde man vorweisen
kennen *).
Etwas tatsächlich Neues hat man bisher nicht genügend
beachtet. Woher stammt der Generalinquisitor? Jene Per-
sönlichkeit, die in ihrer Stellung zum Könige doch eher an
den Generalinquisitor der spanischen, als an einen Vertreter
der päpstlichen Inquisition erinnert. Das Amt in dieser Form
erscheint durchaus neu unter Philipp dem Schönen, ohne dali
man die Zeit des Entstehens genauer fixieren kann. Seit den
Tap'en des h. Ludwig war Frankreich, meist mit Abtrennung
von Toulouse und der Provence, in mehrere Inquisitionsbezirke
geteilt, deren Besetzung mit seinen Ordcnsbrödem der Prior
des Pariser Dominikanerklosters vornahm: anfangs waren os
vier, später 1290 sechs Distrikte, die der Provinzial besetzte*).
in den ertiitterten Kämpfen der französischen Prälaten mit dem
Bellelorden kommt auch die starke Privilegierung der Domini-
kaner durch die Inquisitionsbefugnis zur Sprache. Die Bischöfe
beschweren sich im Jahre 12!)0 bei Nikolaus IV., daü der
Papst den Pariser Prior ,perpetaum Icgatum dedit in regno
Francie ad inquirendum per se vcl alium de herctica pra-
IK» VorwSrfe hier nnd in der Stelle, daß der Orden ,Dohis et erclesie
Rumuie abfiqiie medio snbiecta' sei, scheinen mir von dem ricsichtapiinkte
am gemacht, da6 der Papst noch meint, der Kllnig habe die Gefangen'
nthme aaw. allein Torgenoinmen.
'] So in der eraten Anrede an die Templer durch die königlichen
Beamten: Qaalit«r ecclcsia liomana et rex sunt iiiformnti. Vf-I. die .'abreiben
■0 ilen KSnig von Aragonien, dio nar.den (ieilnnken des gemeinsamen
Vo^ebeoa ausdrücken. Finke II Nr. 30 nnd 31.
*) Finke II, 149.
') Es senDgt der Hinweis anf Fn^i^ricq Corpus dnc. inq. NeerUndicae I
^r. Hl, 144, 156. 161. Molinier, I,' Inquisition dans le midi de Ih France
•n 13' et an 14" siecle.
10*
oy Google
U& bie VerhCre des Jahres 1307.
vitale* '). Sie bitten um Einsohränkun^ der Volimacliten, zumal
der Prior oder die von ihm ernannten Inquisitoren ohne Zu-
ziehung der Bischöfe vorgingen, deren Rat sie Iiöchstens später
wie den eines beliebigen vernünftigen Mannes einholten. Inter-
essant ist, (lalj aus diesen Kreisen den Inquisitoren willkürliches
Vorgehen gegen nicht DilTaniierte, ohne Obergabe der Ankijge*
artikel und Nennung der Zeugen — dieses ganz in Überein-
stimmung mit dem Inquisitions verfahren — vorgeworfen wird*).
Verlangt wird begrenzte Amtszeit für die Inquisitoren und
gemeinsames Vorgehen mit dem Episkopat imd Erhaltung der
(iurisdictio ordinaria" für die Bischöfe. Der Pariser Prior
besaü durch die Ernennungsbefugnis, mit der auch das A))-
sctzungsrecht verknüpft war, außerordentliche Gewall ; doch
ist die Art der Ausübung der Inquisition nicht ganz klar in
dem Schreiben Nikolaus' IV.*),
Und nun erseheint Wilhelm von Paris, nicht der Prior,
sondern ein Mönch des Pariser Dominikanerklosters 1307, und
wenn wir die früheren Untersuch ungon heranziehen, sicher seil
130{> als inqutsilor hacreticc pravilatis per regnum Eraiiciü
generaliter dcpulatus. Aus seinem Rundsclireiben vom 22. Sep-
tember 1307 folgt, daß es noch zwei abgezweigte Inqnisitions-
bezirke in Carcassonne und Toulouse gab, dali der General-
inquisitor aber beiden Inquisitoren in gleicher Weise wie dyn
ürdcnslüufen in den einzelnen Klöstern befiehlt'). Man hat
die Ernennung Klemens V. zugeschrieben; mit Unrecht, denn
der Papst sagt selbst in seiner Kcde zu Poitiers 1308: Bene
credit, quod Inquisitor habobat litteras generales predecessorum
suorum super inquisilionis negotio '■). Aber weder in den Ur-
kunden Benedikts XI. noch Bonifaz' VIII. ist eine solche
Vollmacht zu finden; und eine frühere scheint mir ausge-
') Vgl. die Beschwordeaclirift erwiihnt in C. Paulus, Welt- uad Ordens-
klerus beim Ausgange dee 13. Jahrhunderts im Knoipfe um diu Pfnnreclite.
S. 66 f. Von einer Ernennung in diesem Sinne wissen wir nichts.
'I Fratres illi contrn peraonas super hoc nullatenus difiiinialoe vel
suspectas, non trnditis aiiicutis, non factn copia noniinuin tustinni volunl
inqiiirere et inqutrnnt. Dicnnt olinm, quod ab eis appcltari non poteRt.
") Reg- Nikolaus' iV. Nr. 427. Vgl. stich Nr. 2776 ff.
*) Firike II, 44.
') Finke li, 149.
oy Google
Die Verhöre des Jahres 1307. U9
schlössen. Ob nicht der Prior die geteilten Kreise einem ein-
zigen, eben dorn Wilhelm von Paris, ßbertragen haty Und
üb dieses nicht auf Veranlassung Philipps, der so ein gel'iigiges
Werbzeug in seine Hand bekam? Eine sichere Antwort fehlt.
Jedenfalls steht der Großinquisitor als Beichtvater Philipps in
ongsler Verbindung mit dem Monarchen; ihm wurde im Mai
1307 gestattet, seine Ordensbrüder vom Abstinen^ebote ge-
^tienenfallcs zu dispensieren ').
So treten Inquisition und Königtum in einer Weise ver-
bunden auf wie sonst nie im Mittelalter. Wohl müssen wir
oft eine Abhängigkeit der weltlichen Macht von der Inquisition
Teslstellen, das umgekehrte Verhältnis finden wir in Frankreich
und mit ihm auch vielfach ein Zerrbild des Wirkons der
Inquisition. Ohne Annahme der Inquisition als Grundl^e der
Teniplerverhöre versteht man den ganzen Prozeß nicht; und
darum blieb die Beurteilung der Ei^ebnisse so lan^re eine un-
klare und schwankende, solange man das Gerichtsverfahren
der päpstlichen Inquisition nicht genauer kannte und es auf
den Templerprozeti anwandte. Erst die seit einem Viertel-
Jahrhundert einsetzende Inquisitionsforschung hat für ersteros
die Grundlage, und efst Loa hat in seinem Werke energisch
das andere getan. Dieses Verdienst kann, so sehr ich Einzel-
heiten bei Lea gerade hier scharf verurteilen muß, dem
amerikanischen Forscher nicht geschmälert werden.
Das Gerichtsverfahren bei der Inquisition ist nicht auf
einmal vollständig entwickelt; es gibt kein Gesetzbuch, das am
Anlange der Geschichte dieser Institution steht. Erst allmählich
bildet sich auf Grund päpstlicher Entscheidungen und soge-
nannter schrilllicher Practica der Inquisitionen ein System aus *).
So ist z. B. die Folter den ersten Einrichtungen Fremd; erst
seit Mitte des 13. Jahrhunderts kommt sie vor, und gerade
der Papst, Kleniens V., der einerseits für Beseitigung der
mißbräuchlichen Anwendung durch das Vienner Konzil eintrat,
hat andererseits för eine Ausdehnung dieses Strafmittels in
den westeuropäischen Staaten gewirkt. Man übersieht vielfach
') Finte n. 46.
*) Au der Bitteclirift der framöBigchen Bischöfe ergibt sich, wie
vieles vgn ihnen noch als nnaicher angesehen wurde.
izecy Google
150 Die Verhöre dea Jahres 1307.
den Werdegang des Verfahrens zu sehr und meint, was im
15. Jahrhundert übhch, sei auch im 13. Jahrhundert schon
ausgebildet gewesen '). Aber auch mit dieser Einschränkung
UM sich als maßgebende Richtschnur fQr das Inquisitionsver-
fahren hn Tcmplerprozetd feststellen, dati die entscheidende
Hauptfrage ist: War — mit Recht oder Unrecht — eine .suspicio
vehemcns" gegen die Templer im Herbst 1307 vorhanden?*)
Sie nmü bejaht werden. Dabei bleibt zu Recht bestehen,
wenn viele Templer, vor allem in Aragonien und Cypem,
immer wieder erklären, der schwere Verdacht sei erst durch
die Verhaftung oder gar durch die päpstlichen Schreiben auf-
gekommen. Das stimmt zunächst für das Ausland, dann füi'
die uneingeweihten Kreise Frankreichs, nicht für die fran-
zösischen Prälaten, Mönclis- und Beamtenkreise, bei denen seit
der Denunziation des Esquiu und den zahlreichen Aussagen
abtrünniger oder spionierender Templer diese , suspicio vehe-
mens' sich au^ebildet hatte. Daß hierbei das subjektive
Element stark mitspielen konnte und mitgespielt hat, da& aus
Erdichtungen Tatsachen wurden, ist gleichgültig. Sobald dieser
schwerwiegende Verdacht durchgedrungen, war, da es sieh um
Häresie oder Häresieverdacht in weitestem Uinüange handelte,
das weitere Verfahren gegeben. Der Beschuldigte, in unserni
Falle die Templer, wird vorläufig als der Ketzerei verdächtig
behandelt. Nicht um einen Gegenbeweis handelt es sich im
jetzt beginnenden Gerichtsverfahren, sondern um ein Geständ-
nis-'*). Das Verhalten des Inquisitors ist darauf gerichtet, vom
Angeschuldigten auf jede Weise ein Geständnis zu erzielen.
Der Inquisitor kann ihn jahrelang im Kerker behatten, lediglich
um ihn für ein Geständnis mürbe zu machen; so sind auch
manche Templer erst lange bei Wasser und Brot in hartem
Gefängnis gehalten, bis sie gestanden. Der Inquisitor kann
'l DJeecr Vorwurf ist nucb der Darstellung Leas zu machen.
*] Vgl. hierzu Henn^r, Beitrüge zur Organ isstion und KompeUiu der
pftpstlichen Ketzergerichte (1890) S. 306.
") Das zeigt sich im .Modus inquirendi" bei Menard. preuvos p. 197.
Besonders naiv in dem .Modus procodendi" in Coli. d. doc. inöd. MH II, 446,
den Obrigena Dsllinger (Akad. Vortrüge III, 2.^9) irrig als vom Papat
erlassen bezeichnet.
izecy Google
Die VerböTe des Jfthros im. 151
auch gleich mit der eigentlichen Inquisition beginnen ; bei jeder
Vernehmung laiil er das .iuranientum de veritale dicenda"
leisten. Der Inquisitor kann, bleibt das Geständnis nus, zur
Tortur greifen ; doch gab es ja nach einer spAter zu besprechenden
Äußerung im Anfange des Teiijplcr?erhörs wohl keine teste
H<^el daltir, erst durch die Auflorderung Kleniens' V. in einer
spätem Phase des Prozesses bildete sie das stets im Notfalle
anzuwendende Requisit. Wie nun einniai die Lage der fran-
zösischen Templer zu Beginn des Prozesses tatsächlich war,
vor allem infolge der Vorarbeit des Generalinquisitors und
seiner Ankündigung der .vehemens suspicio* lAlit sich ohne
Bedenken der Gang der Enlwicklung des Prozesses so fortnu-
lii?ren: Der Angeklagte war im voraus schon gerichtel. Nach-
dem er einmal vor Gericht gezt^cn war, gab es tatsächlich
für ihn nur eine Möglichkeit, wieder freizukommen, das Ge-
ständnis, die Abschwörung der Ketzerei, die Übernahme der
Bulio. Leugnete er dag^cn hartnAckig und behauptete trotz
des schweren Verdachtes seine Unschuld, so harrte seiner
ewiger Kerker; hatte er aber einmal gestanden, so war nnr
das eine ni^licb, daß er bei diesem Geständnis blieb, sonst
wartete seiner der Feuertod ')-
Diesen Sätzen steht das Voi^ehen der späteren bischöf-
liclien Inquisitioneil vom Jahre 1 300 an , der päpstlichen
Kommission des Jahres 1310 nicht entgegen. Die Bischöfe
sollten in gewissem Sinne eine Prüfung des Inquisitionsverhörs
von 1307 vornehmen, denn zu stark waren die Bedenken über
Unregelmäßigkeiten bei demselbei}. KIcmens selbst hat die
Ergebnisse noch in seinem Schreiben an die französischen
Bischöfe vom 5. Juli 1308 sehr skeptisch beurteilt*), später
bat er sich reservierter verhalten. Doch sagt er noch 1301)
auf Befragen, ob die Verhöre von 1307 zur Verurteilung oder
') TkI. die Bez. Blatiere Hiat. Jhrb. II, 398; Donaia, Documenta pour
serrjr h riiiatoire de rinquJHitioii dnns le Lnnguednc I, t.XVI f. Cianz all-
gemrin geaagt aiiiil die Fftlle der Freiaprechuog Hoßerord entlieh aelt«n und
jfdmnal wohl durrh besondere Umatttnde veranUfit. Vgl, i. B. Hiat. de
Ltnguedoc X, 35 die Geschichte dea Abtes vod 8. Satornio.
'i Vgl. den Brief, deo ich S. 146 Anm. 1 crwfihut hahe.
oy Google
152 Bie Verhöre des Jahraa 1307.
Freisprechung genügten : ei suflicicnter extilit inquisituni; tm
übrigen läßt er die Entscheidung den Bischöfen ').
Die päpstliche Kommission beschäftigte sich gar nicht mit
den Einzelpersonen, sondern nur mit dem Orden. Dab beides
nicht auseinander zu halten war, daä die Provinzialkonzilien
in gewissem Sinne mit bestraften für Geständnisse zugunsten
des Ordens, das war der verhängnisvolle Fehler dieser päpst-
lichen, vielleicht vom Könige gewollten Einrichtung.
Aber die Freisprechung in Spanien und Deutschland ?
Hier entscheiden nur die Provinzialkonzilien, ohne Einmischung
der königlichen Gewalt ; und hier war die Grundlage des Pro-
zesses eine ganz andere: hier glaubten auch, wie das besonders
klar bei den aragonesischen Bischöfen in Vienne sich ergibt,
die Bischöfe — und sie waren die Richter — nicht an die
„vehemens suspicio".
Es muß doch auch gesagt werden, daß es diesmal ein
Verhängnis für die französischen Templer war, da& sie keiner
rein kirchlichen Inquisition in die Hand fielen. Als kirchliclies
Institut bediente sich die Inquisition, wo nötig, der weltlichen
Beihölfe: der Notare, Zeugen, der niedern Beamtenschaft bei
der Gefangennahme und Tortur, aber der Inquisitor befahl,
untei'suchte und entschied allein. So halte ganz korrekt Philipp
der Schöne auf Bitten des Inquisitors die Templer für die
Inquisition gefangen genommen. Aber was weiter seitens der
Staatsgewalt geschah, war durchaus unzulässig; sie untersuchte
zuerst allein, sie spielt die Herrin, der Inquisitor erscheint
vielfach als Diener der Staatsgewalt. Selbst in die Verhöre
vor der päpstlichen Kommission drängen sich — ungerufcn,
wie es heißt — Nogaret und Plaisians und beeinflussen die
Aussagen in entscheidender Weise. Und nun gar der über-
wiegende Einfluß der staatlichen Gewalt, der nicht beslinimt
gefaßt, nur empiUnden werden kann! Hier treibt nicht die
Kirche, hier treibt der Staat. Von einer Selbständigkeit des
Inquisitors, der päpstlichen Kommission diesen Krallen g^en-
über ist kaum die Rede. Das Entscheidende ist dann, da&
der Staat das größte Interesse an der Vernichtung der Ange-
klagten hat.
<) FJDke II, 198 und Ee{j. Clemeiitis V. Nr. 6075.
izecDy Google
Die Verhöre des Jahres i307. 153
Unter diesem Uesichtspuiikte ist diu erste Elatidluiig der
Staal^ewalt nach der Gefangennalimc zu betracliten, Itire
Organe, nicht die Inquisitoren, fuhren die erste Untersuchung.
Das ist in Frankreich niclit etwas ganz Unerhörtes. Schon
1^74 unterwarf der Seneschall Kustaciie de Bcauniarcliais den
Haresieb^nstiger Kernard Hugues der Tortur, ohne sich um
den Inquisitor zu kümmern i); seinen Bruder gleichfalls. Diese
Fälle sind wohl nicht allein gebliel>en. In der ersten Zeit
seiner Regierung hat Philipp der Schöne schon Versuclie ge-
macht, den Staat aus einem Diener der Inquisition zum Herrn
zu machen ; spater ist er dann zurückgewiclien *). Im Templer-
prozesse nimmt er nun energisch die Führung. Und gerade
das erste, wichtigste Voi^ehen dieser Art ist der ForschuDg,
auch Lea, nicht klar geworden^); und doch bietet es den
Schlüssel zum Ganzen. Bei den Prozessen des Jahres 1307
sind ganz deutlich zwei Gruppen zu unterscheiden: die Unter-
suchung durch die königlichen Beamten und durch die Inqui-
sition. Wir wissen das aus der Instruktion Philipps, die dem
Schreiben vom It. Septeml>er über die Gefangennahme boi-
t'cgeben ist. Kennen wir auch nur drei Ausfertigungen dieses
Schreil)ens *), so ist es unzweifelhall an alte Baillis und hier
') Douaie I. c. p. CCXLI: Kult captua et questionatus per dorn.
EDBtachiutn scoeacalliim Tbotosanuin, quU non revelabat ei, tibi erant hercdici.
*) Donaia 1. c. p. CCXXIX.
*) Die meiat«! Forfcber sprecfaea nur vod einer L'titersuchung nach
d<r üefangenDabine. Nirgends finde ich eine klare Einsicht in die Doppel-
teÜDDg So I. B. liea III, 260. Die küaiglirhun Instruktionen bcstiinmtoD,
da5 die gefaDgeuen Templer atreog iadiert wDrdeD; aie sollten einer nach
dem andern vor den Kommissar des Inquieitors. Geradeso Boutaric in
Bot. d. q. bist. X, SSÖT. Pnitz: Die Gefangenen wurden dem Inquisitor
iiDd den von diesem bestellten Kommiasarien zd weiterem Verfahren Qber-
antwortet . . . Nnn verfuhr man weiter ganz nach den Kegeln der Inqui-
sition S. 145 f. Gmelin S. 336 ff. wirft beide Arten Verhöre durch ein an der.
'j Dupu;, Hiat de la condemnation p. 196 hat die Adresse: vice-
dmniiio Pinconii et loanni de Varenia ac baillivo Ambionensi; p. 201 das
.memoire des chefa d'accnsation donnoz par le susdit frere Guillsumc de
Parisins*. Das ist nntOrlich falsch; diese siud vom KOnig Qbersandt. bei
Heoatd, Hiet de Is ville de Nismee, preuves p. 195 ist das kgl. Schreiben
gerichtet: H. de Cella et 0. de Halodumo militibus noatris ac »enescallo
Bellicadri. Aue dem Nation als rchiv gibt dann Boutaric, Rev. d. q. h. XI,
329 das Exemplar mit der Adresse: dominis de Onevale et lohanni de
izecDy Google
IH Die VerhBre ües Jahres 1307.
in Bctraclit kommenden königlichen Beamten gerichtet; und
ebensu ist die Instruktion aUgemciner Natur'). Darnach
müssen die königlichen Kommissare zuerst mit den Templern
eine Untersuchung anstellen und die Wahrheit auf alle Weise,
selbst mit HQll'e der Folter, zu ermitteln suchen; erst dann*)
sollen sie die Kommissare des Inquisitors hinzuziehen und
möglichst ba)d ein durch Zeugen beglaubigtes Protokoll der
Geständnisse — nur dieses!*) — an den König senden. Von
vornherein müssen die königlichen Kommissaro den Gefangenen
klar machen, daJ3 König und Kirche bereits alles wissen; dab
sie durch zahlreiche 2^ugen aus dem Orden selbst über die
häretische Aufnahme genau informiert sind. Die Fragen selbst
sollen sich über die Ankl^epunkte : Verleugnung Christi, Be-
speiung des Kreuzes, unsittliche Küsse bei der Rezeption, Ge-
stattung der Sodomie, Berührung eines Idols mit dem Gürtel
des Ordenskleides, Auslassung der Konsekrat ionsworte der
Teniplerpricster bei der Messe erstrecken. Den Gestöndigeii
soll volle Verzeihung angeboten, den Leugnenden der Tod an-
gedroht werden^). Und nach dieser Instruktion ist sicherlich
allgemein verfahren worden ^).
ToruBuilk militi et bailljvo KoUiomagensi. Er gibt uio Stück der scbw
bei Dupuy ficär. InstruktioD JD der fmnzöaisclien Fassung, Hrliebt Aber
nierkwUrdifter weise Dupay oiclit cingeaohen zu hitben, denn er sclircibt
p. 329: .Nous avona trouv^ le texte* und kann p. S3I das Wort .boagrcrie'
nicht lesen, obwohl es schon bei Dupuy steht. ,In ballivia Caivimontiü*
war Ucnncns de Claciaco iniles deputiert, Ptots S, 32T.
') Paria auBZunahmen liegt kein (irund vor.
') Die Stelle in der lateinischen Fassung: Et cum eis primo par st
inquirant, comissariis inquisiloria subseqaenter vocatis, et veritatem exanii-
nent omni modo, quo potenint; sie ist nicfat so klar wie die fransöaische:
Et enquerreront de eus premierenient et puis apeleront tes coinniissairoB da
I'iuquisiteur et examincvont diligenment la verit^. Übrigens zeigt das Vor-
gehen der königlichen üeamten zur UeitDge, wie ea gemeint ist.
") über diese auffBlIige Stelle vgl. unten das Kapitel Ober ä>f
Schuld frage.
*) Die Stolle in der lateinischen Fassung heißt unklar: alias qnod
eos condempnationis periculum austinere oportet; dagegen in der frsp-
zOsischen Fassung: ou aultremont qne il eoient ä mort condempn^.
'J Man vgl., was ein Ordena Verteidiger 1310 sagt (Michelot 1. 169):
Que alcunas fslsas coiifessions . . . sont eetiies fates . . . per Forst de
tormens que lur fasia la cort temporal et apres a cautela las mitan empodet
"als enqnirtors e deus ordinaris.
oy Google
DU Verhöre dee Jahrea 1307. 155
Eine ganze Reihe solcher erster köniRlicher Prozesse, die
früher entweder nichl beachtet oder ganz miü verstanden
wunien, sind uns allerdings meist nur durch dürftige sclirift-
liche Zeugnisse erhallen '). Am deutlichsten zeigen uns die
Befolgung der königlichen Instruktionen die schon seit 200
Jahren veröffentlichten Protokolle der Verhöre, weiche der Edle
Odoardus de Malodumo, .miles rcgius', zusammen mit dem
Ritter Guillelmus de S. Justo in Aigues-Mortcs und Ninies
abgehalten hat ^). Letzterer vertrat den Seneschall von Beau-
caire Bertrandus Jordani de Insula. In Gegenwart mehrerer
königlicher Beamten und Ritter — lauter Laien — fQtirt er vom
8.— 15. November die Einzeluntcrsuchung gegen 43 Templer*).
Sämtliche aus verschiedenen Ordenshäusern Södrrankrcichs und
der Provence stammende Templer gestehen nach Eidesat)-
legong alle Hauptpunkte, mit Ausnahme der Idotanbctung. Dann
wird diese Gruppe insgesamt am 16. November noch einmal
deD königlichen Beamten vorgeführt und an sie die Frage ge-
richtet, ob sie bei ihren Aussagen beharren. Einer nach dem
andern t>ejaht das. Nur betonen sie, da^ sie nicnials Sodomie
b^angen, die Ableugnung nicht mit dem Herzen vollzogen und
von jetzt an treue Glieder der Kirche bleiben wollen *).
Erst nachdem hierüber das Protokoll fertiggestellt war,
lä^t Odoardus die Kommissare des Generalinquisilors, zwei
Dominikaner, vor sich kommen ') und die Geständnisse wieder-
holen: Jedem wird in der Muttersprache seine Aussage vor-
gelesen, und jeder muü gestehen, daß er so sich geäuüert habe.
Die Tätigkeit der Inquisitoren besteht darin, daü sie die Ge-
fangenen oniziell ermahnen, binnen acht Tagen, falls notwendig,
weitere Geständnisse zu machen.
') Man konnte bei den wenigen erliKltenen Prozessen der Deamtcn
"ie der Inquieitoren im 'Parieer Nat. Archiv an die Weisung des KSnigii
denken, (nnr) die Protokolle der QeBtSndigen tu senden. Wahrschein lieber
liageo aber große Verluste des Archivs vor.
') H^nard, prenvea p. 195 ff.
*) Obwohl stets Ton 45 Tenipiero die Rede ist. vermag ich nur 43
licraiuzntiblen. Merkwflrdig ist nun, daB plötzlich in dem VerliOro dex
Hitteis BertrandoB de Selgues der Ritter Obertns de Canellis eracheinti
TOD dem hier sonst keine Rede \at. H^nard, preuvea p, 202,
') U^nard, preuves p. 205. °) vocatis ante sc! Menard I. c.
izecDy Google
156 Die Verhöre des Jahres 1307.
Ähnlidi verläiiTt die Untersuchung gegen 15 Templer in
Nimes; in zwei tiruppen wenlen sie den Beamten am 10. No-
vember vorgeführt und gestehen, tags darauf läßt Odoardus
die Inquisitoren besclieidon, und diese spielen dieselbe Rolle
wie in Aigues Mortes '). Trolndem heißt es später, daß die
Untersuchungen vor dem liöniglichen Beamten und den Inqui-
sitoren stattgefunden hfitlcn: beide Teile werden koordiniert
nebeneinander gestellt!*) Während sonst der Staat als Hand-
langer der Inquisition ei-scheint, ist hier die Inquisition Band-
langerin des Staates geworden *).
In Gabors haben eine große Anzahl kirchlicher Inqui-
sitionsverhöre in den Monaten Oktober und November slatt-
gefunden; die Protokolle sind außerordentlich knapp gelialten,
ganz farblose Geständnisse mit Ausnahme der Aussage des
greisen Gerald Lavernha*). Es sind aber lange nicht alle, wie
aus den spätem Verhandlungen von 1310 sich ergibt. Auch
hier ist glücklicherweise das Bruchstück eines voraufgehcndeu
staatlichen Verhöres erhalten. Handelt es sich auch nur um
ein paar Personen, so beweist es zur Genüge, daij auch hier
königliche Untersuchungen erst die Gefangenen mürbe inachlen;
der Tenor ist viel weitläufiger, freilich nicht viel inhaltreichor
als das entsprechende Inquisitionsverhör *). Als Nachzügler
erscheint dann noch ein Beamtenverhör für sieben Personen
vom zweiten Tage des neuen Jahres ; hier fehlt das ent-
sprochende Inquisitionsprotokoll ^)
Im äußersten Südwesten Frankreichs gestanden vor dem
Seneschall von Bigorre und dem aus dem Bonifazianischcn
Prozesse bekannten ,miles regius' Bertrand Agassa ') sechs
Templer des Hauses de Borderiis, Die Zeit ist etwas spSt:
') M^nard, prcuves p. 207 ff.
') Tenor vero dicti quaterai continentis inquisicioDes Templariorum
et confeasiones factes per eos coram dicto dominu Odoardo et inquisitoribua
deputatJB. M^nard p. 195.
^] Auch die verhörtpo Templer unteracbeiden spfiter ganz deutlich
die beiden Verhüre vor den köDiglichen Beamten und vor der Inqnisitiun.
♦) Vgl. oben Kp. 3.
') Vgl. Fioke II, 820 Änm.
") Arch. Nat. J. 413 Nr. 21. Vgl. Prutz S. 326.
') Vgl. Finke, Aus den Tagen tJonifaz VIII. 8. 240.
oy Google
Die Verhöre des Jahres 130?. 1&7
Vielleicht mußte erst längere Halt sie märbe machen; jeden-
Talis ivar es nJclit das erste Verhör. Denn der erst befraKte
Wilhelni de Nocrio war bereits früher Refragt ') und erklilrt
sich jetzt bereit: gratis conllteri. Volte drei Monate später,
am 36. Harz I308-), lAüt Bertrand Agassa dann diese Ge-
Tan^renen ihre Aussagen in G^enwart des Inquisitor-Steil Ver-
treters, Joliannes de Borderiis, aus dem Dominikanerkloster
von Morlan, in Lourdos wiederholen. Beide Stücke sind ge-
trennt dem Könige übersandt *). Von den Verhören zu Pont
de Lärche ist uns nur das Pi-otokoll der königlichen Beamten
erhalten. Es ist eins der ersten, denn es datiert bereits vom
18. Oktober, wenige Tage nach der Gerangennahme*).
Das schön geschriebene Prunkstück im Museum der
Archives Nationales Ober einen TcmplerprozeiJ in Carcassonne
enthält auf den kleinen Blättern die Verhöre von fünf Temp-
lern vor dem Seneschall von Carcassonne, Johannes de Alvelo,
und dem Ritler Lambertus de Tureyo, auf dem gröDem das
Inquisitionsverhör des Johannes Cassanhas. In diesem Stücke
führt ihn der Seneschall den beiden Inquisitoren vor und mahnt
iiin zum Geständnis der Wahrheit. Ohne Zweifel hat die
slaatlidie Untersuchung vorher staltfj^cfunden '•). Dann lehrt
uns das Veriiör von Poitters den Raymundiis Stephan! kennen,
der in Carcassonne furchtbar gefoltert wurde, »weil er sich
nicht erinnern konnte*; er bat dann den Seneschall, sicli mit
seinen Gefährten besprechen zu dürfen : das geschah , und
iiierauf erinnerte er sich! Unzweifelhaft handelt es sich auch
hier um eins der Beamlenverhöre ").
Wahrscheinlich kommt auch der Charakter des Inquisitors,
<lie Stellung des königlichen Seneschalls in den Akten zum
Ausdruck; nicht jeder Inquisitor wird sich die demütige Rolle
des Handlangers wie in Aigues Mortes, Ninies, Lourdes haben
.') Qai aliiw super ingretiBa et receptinne siii ordinüi fiiernt int(>r-
ntgtlD«, ad presetiH . . .
') Nicht BDI 25. März wie bei l'ratz 8. 324.
") Areb. N.t. J. 41S Nr. 19. Pniti S. 324.
'I Nicht am 28. Oktober wie RaynoDnrd p. 239.
') Vgl Finke II, 82iff.
'] SchoUmDll«r II, 50.
izecy Google
158 Die Tet4i»re des Jahres 1307.
gefallen lassen, und nicht jeder wird sich mit dem Genannl-
werden in den Beamtenprotokollen genügt haben. In Cahoi^
haben die Dominikaner ein selbständiges Protokoll eingesandt;
in Bayeiix ein solches gemeinsam mit den königlichen Beamten
Hugo de Chatel und Cngueran de Villars ^). Es ist von merk-
würdiger Ausführlichkeit. Schon zweimal haben die Templer
geschworen, schon zweimal sind sie verhört und haben beide
Male alles geleugnet, trotzdem Beamte und Inquisitoren alle
Mühe angewandt, um jedem einzelnen klar zu machen, wie er
Leib und Seele durch das Geständnis der Wahrheit retten
könne; die Mönche versprachen Aussöhnung mit der Kirche,
die Ritter Nachlaß jeder weltlichen Strafe, die sie für ihre
Irrtümer treffen würde. Und als letztes HülfsmilLei führten
sie an. daü bekanntermaßen der größte Teil der franzöeisclien
Templer bereits gestanden und daß vor einem dritten Meineid
sie sich wohl in Acht nehmen möchten. So gesteht denn
ein Dutzend; der dreizehnte läßt sich am 27, Oktober erfolglos
foltern und gesteht erst am folgenden Tage. Wir besitzen
auch noch das Notariatsprotokoll vom selben 38. Oktober über
dieselben Vorgänge; es bringt viel weniger. Die erwähnten
Schwierigkeiten werden ganz unbestimmt angedeutet. Von den
zwei vergeblichen Voruntersuchungen ist keine Rede, nur wird
bei dem ersten Verhör angedeutet, daß der Templer dureli
allerlei Beteuerungen und Ausflüchte sich habe herausreden
wollen. Und was noch charakteristischer: die Folter des
letztem bleibt unerwähnt! Von den Separatverhören der
Beamten verlaulet nichts'), nichts hindert, anzunehmen, daß
solche vorher stattfanden.
Von einer ganzen Reihe der Beamlenverhöre existieren
nur noch spätere Notizen, meist in Verbindung mit Folter-
angaben. Von zweierlei Verhören, die Johannes de Jamvilla
und der Seneschall von Poitiers zuerst mit den Gefangenen
abgehalten, das einemal heim Kloster ,do Bouini', das andere-
mal „npud s. Maxcntium' berichten Humbertus de Podio und
') Finke II, 318. Vgl. PraU S. 325 f.
') Ein geioischtes VerliiSr vor zwei Dominikftneri) und Acm F!enesch*U
von PoiMere anil Johannes de Jiimvilta erwAhnt Y^mbertua de CorbanKi in
Poitiers. Er gestand, leugnete epHter und wurde gefoltert. Finke II. 3S2.
izecy Google
Die VerbSrc des .Tfllirea 1S07. 159
Johannes BerialdP). Die .tnilites r^i' G. de Marcithiaco
utid Hugo de Cella leiten die Untersuchung ge^en Aimericiis
de Villaribus Ducis und lassen ihn lieftig foltern >). Der Bailli
von Macon läQt dem allerdings wenig ehrenwerten Gerardiis
ile Pasagio aus der Metzer Diözese Gewichte an die Genitalien
hängen, nicht weil er Oberhaupt leugnet, sondern weil er über
das Idol nichts zu sagen vermag*). Gaufridus de Tliatan
bekundet, daü er alsbald nach seiner Gefangennahme von dem
Bailli der Touraine verhört wurde und ohne Folter gestand *).
In der Bailei Sens verhörte 1307 erst der Bailli und dann erst
der Erzbischof von Sens '■).
Nur ein einziges Mal ging, soweit wir wissen, die kirch-
liche Inquisition der vveltlichen voran. Schon zwei Tage nach
der (Gefangennahme untersucht der stellvertretende Inquisitor
in Troyes gegen zwei Templer, von denen der eine erst zwei
Monate dem Orden angehörte. Sie gestanden nach einiT kleinen
Z()gorung; und auch am Mittwoch darauf vor dem königlichen
Beamten "). Warum hier die aufiSllige Umkehr der Verhöre,
wissen wir nicht. Aus Chaumont datiert vom 23. November
ein Brief des Inquisitors an den König; der mit der Templer-
angelegenheit betraute Ritter hatte ihn darum gebeten. Das
Verhör der zwei deutschen, übrigens nichts gestehenden Templer
fand schon einen Monat vorher statt; wahrscheinlich auch das
Beamtenverhör ').
Aus Paris kennen wir nur die Akten des Inquisitions-
prozesses ; das Protokoll ist durchaus nach der Form der
Inquisitionsprotokolle at^efaüt, leider ganz knapp, sozusagen
unpersönlich. Und von jeher hat sich das Hauptinteresse auf
dieses Pariser Inquisitionsverhör vom 10, Oktober bis zum
34. November 1307 konzentriert, schon wegen der Masse der
'} Hiehelet I, 264 und 270. Der letztere heißt p. 2^2: Ituchuidi.
*l Michelet I. 276. ") Michdet I, 218.
*) Michelet 1, K3.
^ Uichelet I, 296. ... Et postmodum per d. archlepisRopum Seiio-
nenaem, qni tunc vivebat. Dn diraor 1309 im Mftrz starb, so muß dessen
Verhür frflher, d h io äea Jahr' 1307 fallen, da die neue btschnnichc
Inquisitian nach Sommer 130*^ doch eret nach aeinom Totlo einsetzte.
°) Friitz, Entwicklnng S. 336 and Rny nouard. Mon. hiat. p. 235 ff.
') Vgl. Pnitz, Entwicklung 8. 327.
izecy Google
100 Die Verhöre dea Jahres 130?.
138 vom Generalinquisitor vernommenen Templer. Daü dio
königlichen Beamten hier nicht so in den Vordei^rund treten,
wo der Oenoralinquisitor selbst erscheint, ist erklärlich, dat>
ihr Wirlien zwar stiller, im Grunde aber dasselbe war, sclicint
mir unzweifelhaft. Zudem haben wir gen&ßende Spuren einer
voraufgehenden Tüttgiceit, die in dfin InquisitionsprotokolK'ii
nicht verzeichnet ist; in einigen Fällen glaube ich diese unbe-
dingt als Vorverhör der Beamten ansehen zu dürfen. Aui
21, Oktober gestand der Wirtschafter des Pariser Templer-
hauses Petrus Brocart Bespeiung des Kreuzes, die unanstän-
digen Küsse, Auirorderung zur Sodomie'). Vor dem Papste
in Poiliers gestand er Bespeiung und Ableugnung, weiter
nichts! Dann erzählt er, daß er ein wenig gefoltert sei —
d. h. im Jahre 1307 — und zwar: Uli, qui posuerunt in tor-
mentis, erant loti ebrii *). Es ist meines Erachtens ganz aus-
geschlossen, dali es sich hier um ein inquitoriales Vorgehen
liandelt; unter den Augen dos GroÜinquisitors kann eine solche
Szene nicht vorgekommen sein. Etwas anderes ist es, wenn
wir darin eine voraufgehende Bcamteneinsehüchterung Hndon.
Auch die Stelle aus dem Verhöi-sprotokoll der püpstlichen
Kommission, laut welcher Johannes de flormela ") nacli der
allgemeinen Gefangennahme in Paris gefoltert worden war uml
dabei vier Zähne verloren hatte, wage ich in ilirer wohl ab-
sichtlich allgemein gehaltenen Fassung nur auf das Beamlen-
vcrhßr zu deuten ').
■) Michelet 11, 29^. Von der Folter ist keine Uede.
') SchottniBlIcr II, 62. SchottmQller lint: dcc plus ncc minns djiil
in tormentonim (aic). Es muß natürlich vi statt in heißen.
') Dieser ist unter den 138 Templern des Pariaer Protukolla nirlit
nucli zu weisen!
') Michelet 1, 521: Cum viderutur multum timero propter tonufotn.
qae dieebnt se hactenus perpessam fuisse post oorum cnpuionem, in quibua
quidum tonnentis dicebat se quatuor dentes perdidisse. — Gilletus de Enrre}'o
vor der päpstlichen Kommission nuf die Frage nach frOhuren Verhören Uft
aus: Quod sie, Pariaius in Templo per fratres Predicntotee et postmodum
alia vice per dorn, episcopum Parisiensem in aula aua, et dixit qaod ruent
suppositus questionibna in Tuniplo paulo post capcionem Teniplariornm
(Michelet 1, 349|. Hier ist die Entscheidung schwer. Auch dieser hal, *ib
9. Noveniher 1307 verhört. ~ er hoilit da Rgidiue de Ecci — nichts flb«r
die Folter gesagt.
D, Google
Dia VerbGre des Jahres 1307. 161
Charakteristisch ist folgender Fall: Am 16. November
1307 wird der Grofipräzeptor G. de GonaviUa beim Inquisitions-
verhörti gefragt: Quare tardavit dicere tantum, quia alias requi-
siius fiierat'). Auf welches Verhör bezieht sich das .alias"?
Wir kennen absolut kein anderes Pariser Inquiaitionsverbßr ■
außer den in den Protokollen verzeichneten. Nur zweierlei Ist
iiiöglicli: dalj die Inquisitoren noch andere Verhöre vorge-
noiumen haben, oder ein B,eaintenverhör mit oder ohne Assi-
stenz des Inquisitors früher stattgefunden hat. Nichts hindert
uai, letzteres anzunehmen. Ahnliche Deutung därfte der Fall
lies Qeraldiis de Cauchi finden; am 21. Oktober 1307 wird er
befragt: Quare tantum tardavit dicere veritatem?') Die Ant-
wort lautet ausweichend; man könnte aus Frage und Antwort
schließen, dati die Inquisitoren auf sein langes Schweigen vor
der Gefangennahme hingewiesen haben. Daß sie aber auch
anderes gemeint haben, gebt aus der Formulierung der Fr^e
seitens der päpstlichen Kommission hervor; Requisiti^s, quare
anle capcionem eorum non revelaverat predicta et quare posi
coprionem se torqueri perraiserat, priusquam revelarel ? ") Es
liegt also zwischen Gefangennahme und Inquisitionsprolokoll
fiiuclüs die Folter; über d«) Vot^ng berichtet sonst niemand.
Sicher ist also ein sonst nii^nds aufgezeichnetes Vor-
aelien gegen die Pariser Templer vor der in den Inquisitions-
protokollen verzeichneten Tätigkeit. Es gleicht dem auch
anderswo nur stückweise zu fassenden Wirken der königlidien
Beamten; alles spricht dafür, auch hier ein solches anzunehmen,
l^nter dem Gesichtspunkte einer Beamten Untersuchung, die in
den ersten Tagen der Gefangennahme in Paris stattgefunden
liat, gewinnen auch einige auffällige Nachrichten besondere
Bedenlung: Wenn Philipp der Schöne schon am 2*). Oktober
an König Jaynie von Aragon schreibt *), daß der firottineislpi-,
•ille Templer in Paris und sehr viele aus allen Gegenden
Frankreichs gestanden hätten, könnte man immerhin an eine
■) JUichelet II, 399.
") HkhBlet [[, 291.
*) Uicbelet I. 387.
') Piiike II, 48: Mainr mngjst^r, omnes Parishis sitiHtentm et qitnm
plnrra nIü de diversis regni nofllri pflrttlma frntre» Hpontan^e annl i-nnfesai,
riaka. FapsUain an<l Unter|tan|r dei TecnpUrordeui. I. 1 1
izecy Google
ite Die VerhKra des .Tnliros 130^.
beabsichtigte ÜbciHrcibung denken, um die zögernde Haitung
des Aragonesei] zu beeinflussen; aber dieselbe Behauptung
kehrt noch zweimal wieder: Piaisians erkifirt vor Klemens V.
in Poitiers, daß die Templer in einer Woche in Paris und in
ganz Krankreich ein Geständnis abgelegt'), und schon am
28, Oktober wissen die Dominikaner in Bayeux mit dem Satze
zu wirken: que la graignor partie des Tempüers deu roiamiie
de France avoienl cogneu et confesse*), Weisen sie nicht allo
auf eine weit verbreitete Anschauung von einem bald nach
dem i:^, Oktober erfolgten fast allgemeinen Templergesblndnis
hinV Und hat dies nicht am ehesten als Grundlage die
Reamtenverhöre ? Man wird, wenn man hierzu noch die All-
ffemeingöltigkeit des „modus executionis' bedenkt, diese Frage
nur bejahen können.
Die Frage der Folterung ist von großer Bedeutung fTir
die Beurteilung der Templerschuld. Zeitweilig hat man die
Anwendung der Folter ganz oder fast ganz geleugnet. Noch
vor zwanzig Jahren meinte Jungmann "), bei der ersten Unter-
suchung des Großinquisitors Wilhelm sei von der Folter ;.'ar
keinen Gebrauch gemacht. ,Man findet keine Spur von ihrer
Anwendung in den Akten. Es durfte aber, da die Folter ein
gesetzliches Mittel war, nicht verschwiegen werden, wenn in-
folge .peinlicher Befragung' die Geständnisse erfolgten." Letz-
teres bt nun enei^isch von Lea und andern bestritten; die
Folter brauche überhaupt nicht in den Protokollen der Inqui-
sition erwähnt zu werden. In dieser Allgemeinheit ist Leas
Auffassung sicherlich unrichtig: es gibt keine Inquisitionsbe-
stimmung solcher Art. Die Folteranwendung wird z. B. in
dem Bruchstück eines Verhörsprolokolls aus der Provence aus-
drücklich erwähnt '): Huguo Gaysonnon de Cresto ... iuratus
ut proximus eoque, cum eosdeni articulos pro niaiori parte
'I CoDfessi . . . Pariafus et iti diversis pnrtibne regni uii& Mptlmtoa.
Finke II, 144.
') Finke II, 314.
') ZeitBchr. f. Katli, Theot. 1881 S. 398.
') FiDke 11, 3Ö0. In dem Pftlle von Bnyenx (Finke 11, 31.'>) wird in
dor franzSaisi^hen Protokoll fassiiii); die Folter erwühnt, in <ler liileinisi'hfn
iiiclit. Der FhU von Cahors i»t zu allgemein gehalten: Finke II. 31';
Schottmüller 11, 52.
izecy Google
Die Vprbltre Heu Jahne tSO'?. 183
negasset, quesliontbus supposito et habito post illas. eongruo
inUrvallo interrogatus super eisdeni XI articulis dixit. . Wienti
liier bei den andern Verhörten gesagt wird: spontanea volun-
täte, nulla coactione precedente dixit, so kann man ohne Be-
denken schlie&en, dali in diesen Fallen damals nicht geroltert
worden ist. Und wenn die päpstliche Kommission nach der
rnihern Folterung Tragt und sie aufzeichnen läßt, so hat auch
sie gewiß nicht geroltert, wenn der Zeuge nach dem Protokoll
freiwillig aussagt.
Die Pariser Inquisitionsprotokolle erwähnen die Folterung
nie; dag^en bringen sie am Schlüsse eines Verhörs stets')
die Frage: ,0b (der Verhörte) durch Anwendung von Gewalt,
oder aus Furcht vor Hefängnis oder der Folter, oder aus einem
andern Grunde irgend etwas Falsches gesagt oder seiner Aus-
sage beigemischt halP" *) Eine solche Frage liätte nach unserm
Emf^nden nicht gestellt werden sollen; aber sie war inqui-
^itionsäblich. Nun wissen wir, daü zahlreiche Folterungen
zwischen Verhaftung und Inquisitionsverhör fallen*); auch ohne
.■^liirkere Phantasie dürfen wir annehmen, dafi die zufilJlig be-
kannt gewordenen Torturen nur einen geringen Bruchteil der
laUächlich stattgefundenen bilden. Aber wir können trotzdem
die Angaben der Protokolle nicht mit Sicherheit als irrig be-
zeichnen, denn wir wissen nicht, ob nicht alle Fälle mit dem
Verhör der königlichen Beamten zusammenhängen, also ganz
ttelrennt vom Inquisitionsverhör sich ereignet haben.
Jedenfalls hat die Folter im Jahre 1^07 Qberall geherrscht.
Auch die Dominikaner haben sie damals, wenn nötig, d. h.
wenn kein Geständnis erfolgte, angewandt*). Sehr charak-
t<'tistisch fBr ihre Gebräuchlichkeit ist die Äußerung einer
■ li'nippe von 13 sonst unbekannten Templern, die im Frölijahr
') Mit einer Ausnahme.
') loterragatus Dtmin vi, vel metu carceria seu tormentorum Hut. nlia
ile riDu aliquam diierit falsitatem nat immiHcuerit in deposicione aua.
') Zu den oben angegebenen Fallen sind noch nechweisbor Miclielct
il. 306 and Schottmaller 11. 42; Micbetet II, 299 und SchottmflUer II. £9;
üicheltt II, 418 und I, 640. In letzterem Falle ist die Folter xwnr ni(;ht
angewandt, aber der Zeuge hat .metn CormeDtonim' irrig aoagesagt.
') Vgl. den Fall von Baycnx Finke IT, 315; iu Amiene haben die
Üominikanerinquisitoren 1^07 dit> Folter angewandt. Miclielet I, 241.
1[*
izecy Google
IM Dia Vnhnre äen .l^rra 1307.
1310 auf die Aiiü-a^e, ob sie einen Ordensverteidiger steHen
wollten, ach pei-sönlich zur Verteidigung bereit erklärten, aber
mit der bittem Bemericüng schlössen: .Damals, als sie auf die
Folter gekannt wurden, habe man sie nicfat gefragt, ob sie
etnMi Verteidiger wQnschten!' ') Wann diese Folterung voll-
zogen wurde, ist freilich unbestimmt ; und so ist in einer
ßeihe von Fällen die Foiterzeit nicht m erniiUeln: ob könig-
liches Beamtenvwhör oder Jnquisition 1307. ob bischöfliches
Verhör 1309.
Dagegen verfehlen so oft Schottmüller und Grtielin. Bei
den ersten Massenerklärungen vor der päpstlichen Kommission
shid 'die Angaben fast stets summarisdi. Gern wüßten wir.
waini die von Ponzard de Cisi erwShnten 36 Bröder in Paris
und die vielen andern anderswo ,per iainnam et tonnent«'.
wann .und wo die von Jakob de Saciaco aus Troycs gennnntcn
35 Templer infolge von ,torinenta et pasciones' gestort>on
sind *). Wir können nicht einmal feststellen, ob beide Zißem
nicht zusannnienhängeii ; noch viel weniger, ob diese SterbelSlle
Folge der Foltern und Entbehrungen von 1307 oder 1309 sind.
Auch die furchtbare Marter des Geistlichen Bernardus de Vado,
dem beim Bösten seiner Glieder am Feuer die Knöchel aus
den Gelenken fielen ~ er zeigt zwei vor ~, ist ^idtlich unbe-
stimmbar''). Ich neige allerdings dazu, diese entsetzlichen
Auswüchse der Folter wie den Fall von Macon der Bcaniten-
imtersuchung zuzuschreiben.
Die Ergebnisse des Pariser Verhörs sind bekannt. Von
I3ß Templern beharren nur vier bei der Unschuld des Ordens.
Alle andern, damnter die HauptwQrdenträger, der General-
prokuralor an der Römischen Kurie, Peter von Bologna, weit-
gereiste, wellerfahrene Manner, im Orient und Occident be-
kannt, Ritter, die für den Orden gefochten, in der Haupisnche
aber Servienten, Männer aus dem Volke oder wenigstens von
volkstümlicher Tätigkeit, Verweser der groiien und kleinen
Präzeptorien, I^andleule, bis zum Schafhirten herunter; sie alle
') Michelet 1, 134: Nan petebatnr al) eis, quAixIu ponehnntiir in iunia.
si procnratores constitnere volebant.
oy Google
Die Verhör« des Jabres 1307. 1«5
bekennen die eigene und damit auch die Schuld und Schande
des Ordens. Die VerleugnuDg und Bespeiung des Kreuzes
haben neben den genannten vier nur noch zwei andere nicht
zugestanden; in Einzelheilen weichen allerdings gerade hier
die Aussagen voneinander ab. Bald ist es ein Kruzifls mit
dem Korpus des Erlösers, bald ein einfaches Gisenkreuz, oder
i>in gemaltes Kreuzzeichen, am Altar, in einem Missale, auf
dem tiewande des Rezeptors; bald wird Christus, Gott, der
Herr, der falache Prophet verleugnet; bald speien sie auf den
Gegenstand, bald daneben ; bald vor dem Altar, bald hinter
demselben, abseits, in einem dunklen oder besonderen Räume;
bald in G^enwart vieler, bald mit irgend einem Bruder, der
den Neuling zur Seite gezogen, aliein; bald in der ersten Ver-
blQfiüng gehorchend, bald widerwillig, weinend, sich sträubend,
nach manchen Drohungen, oft nur scheinbar oder halb ore non
corde. Der Grund ist meist Angst vor Gewalttätigkeiten, da man
sich t>ei der vollsten Geheimhaltung von aller Welt verlass«)
\vei&. Nur Dreiviertel gestehen Qberhaupt die Forderung und
das Zugeständnis unanständiger Küsse bei der Aufnahme ; den
schlimmsten ,in ßne spine dorsi" — der Auedruclc „in ano*
kommt hier Oberhaupt nicht vor, dagegen einmal ,in culo* —
erwähnt nur ein Drittel. Der Nabelkuß, oft nur fingiert, soll
bald Ober dem Gewände, bald auf den entblößten Leib erfolgt
iein; während sonst einer der Neueintretenden der ausfuhrende
Teil ist, sollen in fünf Fällen sich die Rezipienten, darunter
Männer wie der Visitator Hugo de Peraudo, zu dieser schmach-
vdlen Prozedur herbeigelassen haben ! Auch die Frage der
Sodomie, der Vermischung mit den eigenen Ordensgenossen,
vird nur von stark einem Drittel bestritten oder sie wird bei
ihrem Verhör nicht erwähnt. Beinahe die Hälfte bekundet,
eine direkte Außorderung zu diesem haßlichen Orientlaster
vom Hezeptor erhalten zu haben. Und ganz im Gegensätze
dazu uun die Bekundung fast sämtlicher Gefangenen — die
TerschwindMiden Ausnahmen kommen kaum in Betracht — sogar
mit einem offenbaren Abscheu, daü sie nie dieses Laster aus«
geübt oder an sich haben ausüben lassen. Es ist einer der
Lichtpunkte bei diesem Meere von Schmach und Schande, daß
unter den Tausenden und Abertausenden, die dem Orden an-
izecy Google
166 Die VurhQro des Jahres 13UT.
gi-hörtc-n iitid ai)(,''(;hört liaben, diese Arl Sodomie nur so ver-
einzelt uacliweisbar ist. Nur auf diese drei Punkte gelit da^
Pariser Verhör ein; der vierte, schon von Esquiu de Floyraii
hervorgehobene: die Anbetung des Idols, tritt vollständig zurück.
Die im 11. Bande zum ersten Male veröfTentlichten zwei
Protokolle geben Aufklärung über zwei mehrrach mißverstandene
Episoden aus dem Pariser Verhör. Das zweite minder wiehliitf
stammt vom 36. Oktober. Wiederholt begegnen wir in deo
Tetnplerprozessen nach den Einzelverhören der feierlichen Zu-
sammenfassung einer Gruppe, die ihre Aussagen noch einmal
vor der Öffentlichkeit oder einer geladenen Menge wiederholt:
so auch hier vor einer glänzenden Kleriker- und Universitäts-
versammlung. Eine volle Woche hatte der Generalinquisitor
selbst untersucht; von jetzt au wechselt er mit seinen HQlfs-
inquisitoren ab. Nicht weniger als 37 Verhöre hatten in diesen
acht Tagen stattgefunden ; 32 Templer erscheinen noch einmal,
Jakob de Molay fehlt und vier andere; warum letztere, oh
infolge von Krankheit, Folter, oder ans einem andern Grunde,
bleibt unentschieden. Zwei kleine chronologische Korrekturen
nehmen zwei Angeklagte vor, sonst beharren alle bei ihren
früher und auch jetzt wieder beschworenen Angaben! Viel-
leicht wollte auch der König Ergebnisse, über die er noch am
selben Tage nach Spanien berichtete. Und tags darauf schildert
ebenfalls ausführlich der in das Templergeheimnis eingeweihte
Pariser Theologe Romeus de Brugaria König Jayme die Ge-
schehnisse der letzten Tage '),
Sehr interessant und wichtig ist der Inhalt des andern
Protokolls. Der Grolimeislcr -lakob de Molay war nach dein
bekannten Protokoll am 25. Oktober zuerst verhört. Er ge-
stand, bei der Aufnahme Christum verleugnet und neben das
dargebotene eherne Kreuz gespieen zu haben ; weiter siehts.
vor allem verneinte er die Aufforderung zur Sodomie. Nocli
am selben Taf-^e wird dieses kostbare Geständnis aller WeR
bekannt tceniacht : Geistliche und Laien, insbesondere die Großen
und Vertreter der Universität sind als Zeugen geladen. In
') Wenck, der dieses zusammen fassende Verhür nicht kannte, h*E
also mit Unrecht die GlaubwOrdJKkeit des Romeus angegriffen. Tgi. üUA
1890 8. 261.
oy Google
Diu Verhüre des Jklirei« 1307. 167
seJQem eignen und im Namen der bereits verhörten Urdeiis-
' ritler Gerald de Caucbe, Guido Delphini, Gaufrid de Clmrnay
und Gallerius de Lienticuria gesteht der Ordenstneister in der
Volkssprache, da& der zur Verherrlichung des Namens Christi
and des christlichen Glaubens sowie zur Eroberung und zum
Schulze des h. Landes gerundete Templerorden seit langen
Zeileo durch die Verführung Satans bei der Aufnahme Christus
Torleugnet, das Kruzifix bespieen und .nonnulia alia enormia"
aus^lührt habe. Mit bew^lichen Worten, reuigen Herzens
envähnt er sodann, da& sie die Furcht vor Aufhebung des
Ordens und vor Verlust ihrer Stellung und Ehre von einem
Geständnis zurückgehalten, bis Gott selbst sich Philipps des
Schien zur Aufdeckung bedient habe. Er bittet die Menge
um Verzeihung (ur das Ärgernis und um ihre Hülfe, da& sie
bei Papst und König Gnade fänden •)■
Noch mehr ! Er schreibt an alle Ordensgenossen in
Frankreich, dag, wie sie von ihrer eigenen Aufnahme lier
irü&ten, die Neiiaufgenommenen im Orden zur Ableugnung und
Bespeiung gezwungen würden und dalä manche Rezeptoren
noch .alias enomiitates" hinzufügten; er befieiilt ihnen kralt
seiner Ordensgewalt, daÜ sie trotz der entgegenstehenden Ge-
löbnisse und Eide, diese Geheimnisse nicht zu offenbaren, die
reine Wahrheit dem Inquisitor oder seinen Kommissaren oder
den bischöflichen Ordinarien gestehen. In einem besondern,
von ihm genehmigten und besi^elten Schriftstück gestattet
Molay, dag dieses verhängnisvolle Schreiben an alle Ordens-
häuser in Frankreich gesandt werde.
Wann ist dieser Brief entstanden P Weil man in Beant-
w(»1ung dieser Frage ganz in die Iixe ging, ist das so wichtige
Dokument, das uns im Chartularium der Pariser Universität
schon eine Reihe von Jahren vorliegt, ganz unbenutzt geblieben *).
Denifle brachte das Stück in Verbindung mit einer Notiz des
Chronisten Johann von St. Viktor, nach welcher die Universität
dem Könige am 25. Mai 1308 eine Kopie des Molayschen
Briefes schickte. Das ist insofern ja nicht falsch, als das im
Chartularium abgedruckte Stück als ,Iste sunt rabrice facte
') Finke 11, 307 f.
') Vgl. GGA 1896 S. 647. Rei. von Wenck.
izecy Google
168 l>io Verliere des JHhres 131/7.
super coiifessioTic et [estimonio magni inagistii ordiiiis Tempi)'' ')
um diese Zeit geschrieben sein mag*). Der Brief Mola;s konule
im Mai 1308 nichts mehr nützen, er gehOrt einer ganz anderen
Zeit an; das bekundet ja schon der Hinweis auf den noch in
voller Tätigkeil befindlichen Inquisitor. Er ist unzweifelhall
am 25. Oktober erftstanderi und, was wohl ebenso sicher ist,
in Zählreichen Exemplaren sofort an alle gefangenen franzö-
sischen Templer gesandt worden. Bei der straffen Ordens-
disziplin muEi man sich wundern, daü seit dem 25. Oktober 1307
der Orden überhaupt noch Verteidiger gefunden hat!')
Molays Scliuld am Untei^ng des Ordens wSchst durch
diesen Brief gewaltig. Wiederholt hat man, um das Charakter-
bild dieses schließlich fDr seine Orden sterbenden Ritters za
rettcif, dem Übermaß der Folter das unerklärliche AuRreteo
zuschreiben wollen. Auch die Zeitgenossen haben sich in diese
Fiktion hineingelebt: seine Ordensgenossen im Auslande vor
allem, hi den Korrespondenzen des II. Bandes erscheint er
als der Held, der sich auch in Fesseln gegen den Riesen
Philipp den Schönen erhebt und ihm die bittern Worte ins
Gesicht schleudert, daü man nichts anderes erwarten könne
von einem Manne, der sogar Bonifaz VIII. gefangen, der diu
ganze Kirche regierte! Man stellt sich ihn vor, wie ihn der
König Hieben lassen möchte und ihn die Bröder dazu ermun-
tern, wie er aber das stolze Wort spricht: Wenn ich in
Deutschland, Spanien oder England wäre und hörte, du& ihr
gefangen wäret, so würde ich kommen und die Gefangenschall
mit euch teilen! Man berichtete wiederholt über seinen Tod
infolge seiner Martern. Packend ist die Schilderung eines
Nichttemplers, wie der alte Meister, aui^efordert von den Kar-
dinälen, noch einmal vor allem Volk seine, des Ordens, Schuld
zu bekennen, sich erhebt, plötzlich seinen Mantel auseinander-
reiljt, auf seinem abgemagerteb Körper das durch die Folter
vort den Knochen gerissene Fleisch zeigt und ruhig sagt: Seht
da uiisere Schuld! Schade, dalä Jakob nicht der Held war,
') ChnrtDlAriuni univ. PariB. 1 Nr. 8G6.
*I Wahracheinlich zar Benatsuog bei den Verhaadinngen in Poitien.
") Hno hat anscheioeDd ala Minimum voU den Oeftbgenen den
Glauben an dieeen Brief gefordert. Vgl. Michelet 11, 15.
izecy Google
Die Verhöre des Jahre» 1307. 169
wofür ihn Zeitgenossin) und Nachwelt gehalten, daL^ allt- die
^«höneii Geschichten nicht wahr sind, nicht wahr sein können ! ')
Molay ist niemals gerollert worden. Üas hat Plaisians
vor Riemens V. in Poitiers behauptet *), das besagt untröglich
ein aas französiüchen R^ierungskreisen stammendes Gutachten,
welches zur Vernichtung des Ordens ratend durchaus vertrau-
licher Natur ist"). Es stammt aus dem Anfang des Jahres
\WS. Darin wird die Fra^ erhoben, wie man gegen den
Ordensmeister Torgehen solle, der sich zuerst öffentlich als
schuldig bekannt, dann gesagt habe, er habe dieses GestAndnis
aus Furcht vor der Folter abgelegt und der so vielleicht noch
öder seine Aussagen wechseln würde? Die Antwort lautet,
daä nach kanonischen), bßrgerlichem und Naturrecht es sehr
niedrige Gesinnung tiekunde, das einmal öfTcntlich Gingeslandenc
später zu widerrufen. Es stehe fest, dati der Ordensnieister
bei seinem Schuldbekenntnis mehr als zwei Monate beliarrt
und daß er von Anbng an wiederholt gebeten habe, ihn zu
Toltem, damit seine Ordensgenossen nicht tiehaupten könnten,
er ha.be den Orden freiwillig zugrunde gerichtet. Man habe
ihm geantwortet, es gebe Zeugen genug, die gegen ihn aus-
sagen, deshalb sei seine Folterung unnötig. Wer die Sachlage
kenne, mQsse den zahlreichen Gealfindnissen g^en den Meister
recht geben. Der ganze Passus atmet eine MiÜaclitung, die
Jakob de Molay durch sein konfuses, schwankendes Verhalten
Tollauf verdient hat.
Busson hat in einer lesenswerten Abhandlung den Nach-
weis versucht, Molay sei nach einem klar von ihm abgelaljten
oder ihm suggerierten Plane vorgegangen; er habe den Onlen
durch ein Zugestfindnis retten, der Wahrheit durch Unwahrheit
zum Siege verhelfen wollen <). Sein ein und alles sei die Zu-
sammenkunfl mit dem Papste gewesen, durch persönliche Auf-
klärang habe er alles zu retten gehoITt. Darum habe er die
naheli^nde Taktik eingeschlagen: irgend einen Punkt der
Anklage einzugestehen, ,um durch ein solches Eingeständnis
'] Alles m l'inlce [l, lief.
'i Fioke II, 143.
■) FtDke II. t02.
*] HIÖG IX, 51S.
izecDy Google
170 Die Vcrliüru doe Jabres 1307.
die dua Ürdensleuteii drohenden Gerahren zunächst za ver-
mindern, des weitern aber vielleicht daraufhin, wenn er endücli
beim Papst persönlich erscheinen lionnte, sie vielleicht ganü
abzuwenden". Und dazu habe sich das Geständnis der Ver-
unehrung des Kreuzes vorzüglich geeignet; denn diesen Punkt
habe er beim Papst leicht durcli den Hinweis auf die reiigiösen
Verdienste des Ordens ad absurdum führen können. Bussen
kannte den Molayschen Brief noch nicht; er hat aus gewissen
Indizien das Vorhandensein einer derartigen Verardnung zum
Teil richtig geschlossen. Aber er wußte nicht, da& Molay in
dem Schreiben nicht bloß eine Sache, sondern auch .nonnulb
alia enormia' zugestanden, und damit fällt der Kern seiner
Hypothese. Das Zielbewuüte fehlt überhaupt der Persönlichkeit
Molays, wenigstens in der Gefang^schaft. Er flammt auf,
stölät die unbesonnensten Ausdrücke aus, um, durch Plaisians
oder Nogaret auf ihre Gefährlichkeit hingewiesen, sich dann in
devoter Weise zu entschuldigen und seine Äußerungen zurüclt-
zunehmen. So geschah's vor der päpstlichen Kommission. Er
kann sich zu keinem heroischen Enlschluti erschwingen. Die
andern übernehmen die Verteidigung des Ordens; er bleibt
wie ein Kind hartnäckig bei der ihm früher gemachten Zusage,
dati er den Papst sprechen werde. Zu ihm will er, den Wunsch
äui^ert er stets, alles andere ist ihm gleichgültig, selbst das
Geschick seines Ordens tritt zurück. Erst im letzten Augen-
blick ermannt er sich zur alten GröSe des Ordens, er sühnt
seine folgenschweren Schwächen mit dem Feuertode,
Neben den Beamten- und Inquisitionsverhören gab es
1307 auch bischöfliche Untersuchungen. Klemens V. gedenkt
sogar ihrer Prolokolle')- Auch die französischen Bischöfe
lassen 1309 daraul hinweisen, dag gegen einige Templer^ruppeii
nur die Bischöfe, nicht die Inquisitoren verhört hätten *). Von
den Protokollen ist nur ein einziges aus Nimes erhalten. Der
Bischof von Nimes geht gegen die Templer auffSDigerweise in
') Vieis etiam diversis processibus contra Bingulares personaa dicti
nrdinis snper ipaia sceieribuB et crimJDibuB factia per locorum ordinarios et
inquisitorem generslem. Reg. Clem. V. Nr. 3400. Vgl. 3402.
-) Her prelatos eo»deni et non per inquisitorea ipeos sit contra dod-
Dullos ex fratribas inquisitam. Finke II, Nr, 106.
izecy Google
Die Verhüro den Jibre» 1307. 171
eiiiur Zuit vor, da Biscliöfen und Inquisitoren votii Papste die
Hunde gebunden waren: am 22. April 1308. An einen Scliieib-
Fchler in der Jahreszahl möchte ich nicht denken, da der
Biscltof erklärt, er gehe vor, weil ,ad suum officiuni ordinariuni
pertineat inquirere conira quoscnnque errantes in fide" ; ein
Jahr später würde er auf den päpstlichen Auftrag hingewiesen
liaben. In Gegenwart einer glänzenden , üahtreichen Menge
Adliger, Bürgerlicher und Kleriker sowie des Bischofs von
Nevers hbt er acht Templer aus der Komlurei St. Gilles vor
sich kommen, die auf ihre Verhöre vor der staatlichen und
kirchlichen Inquisition im vergangenen Jahre hinweisen, dabei
beharren wollen und rekonziliiert werden ')■
Sonst läüt sich aus einzelnen Daten nur feststellen, dali
der Erzbischof von Sens, die Bischöfe von Ainiens und Perrgeux
1307 einzelne Templer verhörten *).
') H^Dard, prcQvea p. 181 ff.
*} Hiclielet I, 254: per arcbiep i)uondnm Henon<^n»eni ; J, 444: per
il. ii. quandam AmbiBDensein fuerat cum eo inquieitiiiii; illinlicli 1, 'iG9;
I, 230: (Jonaoliiiua do Jorio von dem Kiacliuf von Pengeus. Rechnet man
den Anrang seiner Marter aod Leiden nnch, nu kuinmt man zu 1307.
izecy Google
V. Papst und König
nach der Gefangennahme bis zum Äbschloss
der Verhandinngen in Foitiers.
Eine Darstellung des Verhaltens, das Kleniens V. Philipp
dein Schönen gegenüber nach dem 13. Oktober 1307 einnahm
ist nicht ohne Schwierigkeit, da das Material dürftig, dio
Korrespondenz monatelang unterbrochen ist. Nicht da& man
mit Gmelin ') ein absichtliches Beiseil eschaffen vermuten darf;
so etwas liegt nicht vor. Aber gerade in dieser Epoche wurde
nicht alles dem Papiere anvertraut. Und vom Januar bis tief
ins Frühjahr 1308 hat keiner dem andern geschrieben *), So
hat denn die subjektive Deutung ein freies Feld. Vor allem
weißt hier Lea zahlreiche positive Verstöße auf: von einem ja
nicht zu leugnenden Gharakterzuge des Papstes, seiner Geld-
neigung, ausgehend sucht Lea sein ganzes Vorgehen nur durch
die Angst des Papstes, daä ihm die Teniplci^ter entgehen
möchten, m erklären ''). An andere edlere oder doch natür-
lichere Motive denkt Lea nicht und schafll so ein Zerrbild.
Durchaus objektiver und viel richtiger sucht Prutz die Vorgänge
zu erfassen. Manches Neue ist den spanischen Quellen zu
entnehmen; leider, wenn auch begreiflich, sind die aus Frank-
reich über die Pyrenäen dringenden Gerüchte gerade in der
ersten Zeit übertrieben, plian tastisch, ja direkt unwahr; selbst
die bessern Berichte leiden unter der gewaltigen Einwirkung
dieses unerhörten Vorganges auf die Phantasie königlicher oder
<) S. 533 Anm.
*) Im Register Klemens' V. ßnde ich Philipp von Ende 1307 fin erst
nieder genannt am 26. Mai 1808 Nr. 284S. Auch sonst können wir disse
hnibjahrige LBcke nicht ausfDilen.
■) Man v(tl. z. B. Ua p. 277 ff.
izecDy Google
PäfM lud K5nif; bis «im Ati8chlB6 der Verhandlungeii. ITS
bisehdnicher tiesandler. Trotzdem \A£ii sic\i durch sie und
doreii ein energischeres Eindringen in die oflbiellen Akten*
stücke doch ein vollständigeres und riditigefes ßild als das
bisherige zeichnen.
Wie handelt der Papst nach der ersten Nachricht? Wir
wissen jetzt, daß er nicht erst 14 Tage wartet, sondern alsbald
handelt. Aber )^nz seineBi Wesen entsfuwhend vorsichtig
und nicht wie ein Innozenz lil. oder gar ein Booifaz VIII. mit
einem drohenden Schrillstüok eHWreifeod, was bei Philipp ja
auch wirkungslos geblieben, soodem tastend, klagend, mahnend.
Pur dieses an sich ja scbwadiliche Verhalten liaben wir aber
zuei Erklärungs^ründe: Klenieos V. suchte gerade in der
Teniplerangelegenheit im EiBverstSodnis mit den Kardinälen zu
handeln, und auch ohne genauere Kenntnisse der Einzelauf-
Tassungen dürfen wir annehmen, daü die Mehrheit der Kardinüle,
wenn auch nicht alle, an die Schuld des Ordens glaubten.
Aber noch wichtiger ist, daß Klemens in dieser Zeit zwar noch
nicht, an die Schuld, sicherlich aber nicht mehr an die völlige
I'nschuld der Templer glaubt. Längst haben die zahlreichen
Zuflüsterungen gewirkt. Er weiNi nichts Sicheres, hält aber
das Schlimmste für möglich: er hat ja einen Templer selbsl
^hon früh verhört und der hat gestanden. Gewiü klingl
aus den beiden Bullen vom 22. November 1307, worin er zur
Gefangennahme der Templer auffordert, und vom 5. Juli 1 308,
worin er den französischen Bischöfen und Inquisitoren in der
T^nplersache wieder bestimmte Aktionsfreiheit gewährt, ein
verschiedener Ton, der aber durch die Verschiedenheit ihres
Zweckes erklärt wird. Die erste soll die vorläufige Gefangen-
nahme in England, Aragonien und sonst motivieren, die andere
den Bischöfen angeben, warum trotz der möglichen Bejahung
ilcr Schuldfrage der Papst ihnen die Untersuchung ans der
Hand nehmen mu6te.
W^ will denn der Papst in diesen ersten Monaten?
Templer und Templei^ut gehören der Kirche, nur die Kirche
hat über sie zu richten und zu verfügen. Darum muß der
Papst zuerst und allein beide in seine Hand bekommen, erst
dann kann eine kanonisch rechtliche Beurteilung des Falles
(erfolgen. Nur so, von diesem Gesichtspunkte aus, den un-
izecy Google
174 Papst and Knnig bis zum Abschlag in Verhandlungen.
zweifelhafl das Eardinalskotlegium geteilt hat, kann man sich
das Vorgehen des Papstes erklaren. Darum der verhängnis-
volle Schritt, die andern Mächte zur Gefangennahme und
fiüterbesohlagnahme, aber für die Kirche, aufzufordern, der mit
einer gewissen Hast erfolgt, diktiert von der Angst, daü aurh
anderswo die weltlichen Mächte allein vorgehen mAchlen.
Darum der zornige BrieF an König Jayme II. vom 32. Januar
1308 ')> als er erfuhr, daß der König in seinem Eifer selbständig.'
vorgegangen war. Lft&t man dieses Angstgefühl au&er acht,
so begreift, man die Erregung des Papstes nicht, da der Kfinifr
ja anscheinend gerade das getan, was der Papst gewollt halte.
Und wenn die Templer in den Händen der Kirche AvaretiV
Dann wollte der Papst Milde walten lassen. Darüber liegen
doch wohl genügende Andeutungen vor, sowohl in den An-
klagen der Helfershelfer Philipps wie in den spanischen Berichten,
wenn die Einzelheiten auch noch nicht festgestellt waren. In
dieser Zeit scheint Kleniens noch, auch beim Schuldnachweis,
nn eine Rehabilitierung des Ordens in irgend einer Form gi»-
dacht zu haben.
[Tnd dagegen war Philipp der Schöne. Für ihn war
durch die Untersuchung und das Geständnis die Templerfra^'c
abgetan: Die Personen wurden gestraft in verschiedenen Al)-
stufungen, von der Todesstrafe bis zum zeitweiligen GefTtngnis,
der Besitz des Ordens sollte unter seiner Beihälfe und Zu-
stimmung zu religiösen oder scheinbar religiösen Zwecken ver-
wandt werden, nachdem er selbst einen Hauptteil sich angeeignet
hatte. Gewiä spielt auch der Geldpunkt mit in den pdpstlicheir
Erwägungen -), vielleicht sogar sehr stark, nur nicht allein.
So mußte der Konflikt eintreten, als der Papst eingreifen
wollte; dabei spielt, wie ich glaube, die GQterverwaltung keine
Hauptrolle: darüber hatten beide eine Einigung erzielt; der Kon-
ftikt kam, als der Papst die l^ntersuchung selbst in Frage stellte.
Da« war im Januar 1308: der Zwist dauerte Monate. Dann
wird er akut in Poitiers. Und hier, bedrängt vom König und
den Seinen, durch allerlei Verhöre von der Schuld der Templer
'> BensTidea, Memonas II, 595.
') Das besagt ja ancli ili-r Brief von Rsquiii (Kinke II, 8$'> vom
2S. .lanuar 1308.
izecy Google
t*apsl ani König hin zum Abschluß der Verhnndlongen. 17A
Überzeugt, oder wenifratens sich iiberzeuffen wollend, gibt der
Papst zum gröLteii Teile nach. Jetzt driin;^ er selbst zur
Feststellung der Schuld, er selbst befiehlt in einer neuen, durch
riie kirchlichen Organe zu veranstaltenden Untersuchung die
foWn anzuwenden. Eine tiefe Tragik liegt in dieser ganzen
Entwickelung. Sicherlich fällt auch so ein tiefer Schatten auf
den Namen des Papstes, aber seine Schuld ist doch verständ-
licher, erklärbarer. Und eines darf man nicht vergessen; wfire
Klemens V. im Januar moS nicht gewesen, so würde das
{M^rsönliche Geschick iler französischen Templer doch viel hürter
;.'e\vesen sein, und die Ordensgüter wrtren (lanz in den Hesitz
<tes Staates übei^^angen.
Bislang waren wir ohne Kenntnis, wie die Nachricht von
(|pr Gefangennahme an der Kurie gewirkt habe. Jetzt besitzen
wir den Brief) einer Persönlichkeit, die in jenen Tagen an
der Kurie weilte, vielleicht sogar eines Templers, an den Komtur
diT aragonesischen Ordensfeste Asciio. Nicht in den ersten
Tagen kann er geschrieben sein: denn es fließen auch Nacli-
richlen aus Paris mit ein, vor allem von einem heftigen Zu-
sammenstoß Philipps des Schönen mit dem Ordensineister, der
den König daran erinnerte, daß es nichts besonderes sei, ihn
und seine Brüder gefangen zu nehmen, da er ja Bonifaz VIll.
Kfifangen gehalten, der die ganze Christenheit regiert habe.
Der König soll dem Meister heimlich Gelegenheit zur Flucht
geboten haben, um so seine Schuld zu bekunden, Jakob de
Mola; sie aber al^elehnt habe trotz der Aufforderung seiner
Ordensgenossen so zu handeln, damit er mit Papst und Kardi-
nälen in Verbindimg treten könne. Unmöglich wäre ersteres
Faktum an sich nicht, wie auch die etwas großtuerische Ant-
wort dem Wesen des Ordensmeisters entsprochen hal}en mag:
,Es ist nicht mein Wille, so zu handeln ; vielmehr erkläre ich
euch, wäre ich in Deutschland, England oder Spanien, und
wüSte, daß ihr gefangen wäret, so würde ich kommen und
mit euch dulden. Es li^t kein Grund zur Flucht vor, denn
wir sind ohne Schuld und der Oi-den ist gut und ehrenhaft; wir
■) Fiuk« II, 58 ff.
izecy Google
17ß Papat und Kftnig bis Enm Abschlati der TeriiiinillnngFn.
sind alle so gulgläuhi^e Katholiken wie Papst, Kardinäle utid
alle andern Christen; nnd ich bitte euch, Brüder, vcraweifeil
nicht').' Trotzdem müssen wir diese Angaben eines Pariser
Boten dahingestellt sein lassen.
Dagegen stammen wohl die Angaben aus PoiUer^ von
einem Augenzeugen. Der GroBvisitator von Frankreich war
damals mit drei andern Komturen an der Kurie, um vv^en
der schwerwiegenden Forderungen, die damals noch Philipp
an den Ordtdi stellte, zu verhandeln. Sie und die andern
Templer wurden, im ganzen 16 oder 17, am 13. Oktober
verhaftet und tags darauf, am Samstag, nach dem königlichen
Schloß Loges gebracht'). Am Sonntag kam der Papst aus
der Umgegend zurück; er wäre noch nicht heimgekehrt, wenn
ihn nicht die Schreck ensnaehriclit dazu bewogen hätte''*). Als-
bald berief er für die Frühe des Montags ein Konsisiorium.
'Kardinalbischof Peter von Palästrina, einer der einflußreiclisleii
Kardinäle, lag eine Tagereise weit von Poitiers krank darnieder:
der Papst befahl ihm, zu kommen, auch wenn er sich tn^n
lassen möl»te! Tag üQr Tag fanden geheime Konsistorien stall.
Am Lukasfeste wurden die gefangenen Gefieimkämmerer ins
Konsistorium geführt und blieben dann auch mit einer Waclie
in ihren bislicrigen Wohnungen. Im Konsi&toriuni redete der
Papst sie mit dem Worte „Freunde' an: .Tröstet euch, ver-
zweifelt und fürchtet euch nicht! Wir werden guten Rat in
dieser Sache finden; lagtäglich beschäftigen wir uns damil.
Vor allem aber flieht nicht!' Der Komtur der Lombardei er-
widerte: , Heiliger Vater, wir haben keine Furcht, wenn du
uns schützen und gerechtes Gericht gewähren willst. Wir
Templer sind gute katholische Christen, fest im Glauben; zu
allen Zeilen sind die Templer für den Glauben in Gefangen-
schaft der Saracenen geraton und gestorben. Niemals haben
wir seit den 190 Jahren, daß der Orden besieht, den Tod
gefürchtet. Unmöglich kann, wenn Schlimmes voi^ekonimen
ist, das niemand im Orden gewulät haben."
') Vgl. oben S. 168.
'.) Nnch Finke II, 114 bliebpo die .ciibicnlsrÜ' iidb dttni Ordfii in
Poitisra.
') So dente inli din Hcliwev vi^rstUndlirlie Stolle (-"inke il, 59 oben
izecDy Google
pApat und Kiinig bis znm Alsclilufi dor Verhandlungen. lT7
Die Verwiminj; an der Kurie zei(,'t sich in den vielen
Konsistorien, in der Anrede des Papsles '). Man hörte eben
nur, was die Menge sich erzählte; es fehlten vertrauenswürdige
Mitteilungen Aber die aufregenden Pariser Vorgänge; denn
Klemens V. blieb wochenlang ohne ii^end eine Nachriclit vnn
Philipp-). Um dieses Gebaren des Königs zu würdigen, miili
man wissen, daä Philipp schon am dritten Tage ein'Rund-
i^hreiben an König Jayme II. von Aragonien, an den jungen
KftnifT von England, an den deutschen König Albrecbt und eine
Reihe Fürsten erließ '). worin er ihnen die Freveltaten' der
Templer aufzählte, ihre Gefangennahme „ad requisicionem sancte
malris ecclesie' sowie die Beschlagnahme der Güter schilderte,
und dann die Fürsten zu ähnlichem Vorgehen anstachelte.
Zehn Tage später erzählt ein zweites Schreiben Philipps dem
König Jayme*) die bisherigen Untersuchungsergebnisse: Schon
hat der Großmeister, schon haben alle Pariser Templer und
viele aus den Provinzen freiwillig alles gestanden; in Kürze
sollen die Protokolle nach Aragonien geschickt werden. So
sucht der französische König alle Welt zu informieren und zu
interessieren, nur den Papst nicht! Freilich in dieser Form
liiUte er dem Papste nicht schreiben dürfen: denn aus der
ranzen Fassung der Briefe mulaten die Adressaten entnehmen,
riaE Philipp in engster Verbindung mit der Kurie so vorgehe;
Wie weit Philipp den Kreis seiner hetzerischen Mitteilungen
ausdehnte, wissen wir natürlich nicht; daß er bei seiner Stini-
') Ober die Stimmung an der Kurie findet •icli aach eine Noti?. in
HtrceloDB. Archiv, Templarios 193: Bsrtbolomiius de Turri »n seinen Brniler:
Sirut iam aliaa firripsi vobis propttr capcionem TempUriornm omDLiim. ijui
Hiint capti in regDo Francie, pnpa est multipliciter impeditus nden. quoii
iinllo modo, qiiuusque presena negocinni fuerit expeditum. poteat. per vire-
eancellariam expediri.
*J Am klardten t>elcaDdet das Klemene in Reinem Schreiben an ilic
franzüsischen BiachQfe am b. Juli 1308: die Gefangennahme hnhc ihm mit-
geteilt .vulgatus rumor*, über den .processiis' d, li. die Verhöre .referchut
innndita publica assercio'. Coli, de doc. ined. Mel. Hist. II, 419.
*l Finke II, 46. Die dort p. 48 im Heg. wiedergegebenen Kricfe
sind inzwiscfaep vollatandig TeiBffentlicht von Kohwalm, N. A. XXIX, fi32ff.
Dun Not et Extr. XX, 161.
*l Finke II, 47 mit der wichtigen f^tetle, dafi sdion .omm« Parisiiia
existente«' gestanden hStten.
Pinka, PapMtam und l'nterKnnK <les Temi'leronleiis, I. 12
iLCD, Google
178 P*pet nnd KOnig bis zum Abschlufi der Vei^iandlnngeli.
nnmi^mache nicht bei den herrschenden Kreisen stehen blieb,
ist aber sicher, denn sogar der Arzt Arnald von Villanova,
den er einige Jahre vorher kennen gelernt, berichtet nach
Aragonien, daß er eines königliclien Sclireibens gewürdigt spi.
Die Antwort des sonderbaren Propheten und Kirchenpolitikers
wird dem König schwerlich gefallen haben. Wenn das Tenipler-
ereignis — so schrieb Arnald ~ auch staunenerregend sei,
noch staunenerregender sei die Gesamtlage der Christenb^l.
Hier Öffentliche, dort geheime Apostasie, besonders bei den
Forsten, die viel verabscheuuiigswördiger sei und schwerer
gestraft werden müsse. Den September 1307 habe Gott zum
Beginn der Reform seines Volkes bestimmt; mit den kleineren
hat>e er begonnen, bald würden die gröäern Apostaten folgen.
Sei das Gewitter beim Sturze der Templer groß gewesen, so
werde das kommende unvei^leichlich gröUer werden! Auch
dem Papste hatte Amald ein Schreiben gesandt, das Klemens V.
ein ähnliches Geschick wie den Templern androhte, wenn nicht
die Kirchenreforni beginne i).
Die peinliche Situation des Papstes bekundet sein gerade
zwei Wochen nach der Gefangennahme an den König gerich-
tetes Schreiben ^). Es ist das schärfste, das der König je vom
Papste erhalten hat. Und wenn jemals, so hatte diesmal
Klemens Grund zu bittern Worten. Mehr wie it^end einer
seiner Vorgänger hatte er für das französische Königtum ge-
wirkt, und in der Templerangelegenheit hatte er — wenigstens
von seiner Seite aus — mit dem König ausgemacht, daß sie
sich beide die Ergebnisse ihrer Nachforschungen mitteilen
wollten. Statt dessen war der König eigenmächtig vorgegangen,
ohne ihm bis dahin ein Wort zukommen zu lassen: das ergibt
sich deutlich daraus, daß der Papst noch gar nicht weiß, dab
der König in Verbindung mit der Inquisition voi^egangen isl.
Wie hätte Klemens sonst schreiben können: Non tam pre-
postero quam nullo ordine habe Philipp Hand an die Templer
gelegt! Was er weiß, weiß er von hören sagen: Ut fertur!
Diese Fama hat ihm allerdings auch schon das harte Geschick
der Templer, wohl ihre Folterung, zugetragen. Das ganze
'1 Knke II, 92 ff.
'J B«v. des qnest. bist. X, 333 S. hus Or. Arch. Nai J. 416 Nr. 2.
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I'apBt Dod üdnig bis zam Abschluß der Verb and luDgeo. 1%
Schreiben ist darauf gerichtet, dab dem Papste und seinen
Organen die Inquisition gebührt. So haben die mit hohem Lobe
bedachten Vorfahren Phihpps der Kirche die Entscheidunjj in
Ulaubenssachen gelassen, so haben die principes Romani —
es bleibt frei gestellt, hier an die Kaiser des 4. Jahrhunderts
oder an Friedrich 11. zu denken — durch ihre .statuta' aner-
kannt, dai ihnen in diesen Sachen nur .reverentia sedis apo-
stolice et obedtentia, cum ab ea requisiti fuerint', zukommt.
Philipp dagegen hat ohne alle Berechtigung Hand an die
Templer und ihr Gut gelegt, und zwar als weltlicher Fürst.
Ganz allgemein werde dieses brüske Vorgehen, wo doch der
Papst in nächster Ndhe gewesen, als Verachtung des h. Stuhles
fedeutet. Andere Gründe des Schmerzes und der Verwunde-
rung ■) sollen ihm die beiden pApstlichen Gesandten, die Kar-
dinalpriester Berengar und Stephan, demnächst auseinander-
setzen. Der Papst hoffte vom Könige sofortige Übergabe der
Personen und der Besitzungen der Templer in ihre Hand.
Dabei unterläüt er nicht, durch eine scharfe, nicht niiüziiver-
slehende Wendung zu betonen, daß er, wenn Unkraut vor-
handen, dieses mit allen Kräften aus dem Garten der Kirche
ausrotten will: keine Spur eines Templerschadens soll zurück-
bleiben.
Fast immer wird bei Erwähnung der beiden Kardinäle
betont, data sie Günstlingskreaturen Philipps seien, daß die
,VVut des Papstes nicht so tragisch zu nehmen sei", dal4 es
sich vielmehr nur um ein .Scheinmanöver' gehandelt habe.
Wen sollte Klemens denn senden? dem Könige weniger genehme
Persönlichkeiten? Der Papst betont ausdrücklich, wie er wohl
wei&,"dafi sie zu den Intimen des Königs gehören, dalB er
ihnen^deshalb aber nicht weniger Vertrauen schenkt. Jedenfalls
handelte er so durchaus klug und korrekt, und, mag auch die
Persönlichkeit Stephans de Saissy nicht zu den bedeutendsten
KirchenfOrsten zählen, Berengar Frodoli tut es.
Und nun diesem Schreiben g^enüber die Bulle , Pastoralis
preemiuentie' vom 22. November! Wir kennen sie in den
*) d. h. nur hat diesen Punkt bezQglich. niclit Ober andere Dinge
e PmtE S. 1S4 meint.
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l80 pHpat und küDJ)( li.s /.nm Atiscliliiß der V«rhandlungoii.
Exemplaren '), die an die Könige von Aragonien nnd England
sowie an Herzog Robert von Calabrien, Sohn Karls IL, gesandl
sind; unzweifelliall ist sie aucli andern Monarchen zugegangen.
Schon in der Arenga betont der Papst seine Pflicht, das ,Schöd-
licbe zu beseitigen" in einer Wendung: exciisso a nobts negli-
gentie sonipno, die jedenfalls sonderbar klin^rt, wenn ich aucli
nicht mit Prutz ^) darin ein oß'enes Bekenntnis, daü er sirli
»einer Nachlässigkeit schuldig gemacht", sehen möchte. Sodann
folgt die After wiederkehrende Aufzählung der einzelnen Etappen
in der Entwicklung der Templertragödie und die Aufforderung
an die Herrscher, an einem Tage sämtliche Templer ilirfr
Staaten nach einem soi^fältigst von den Vertrauten des Köniira
ausgesonnenen Plane im Namen der Kirche gefangen und ihre
Güter in Beschlag nehmen zu lassen ; die Verwalter der
Templergöter müssen genaue Inventare abfassen und Rechen-
schaft abl^en; ja sogar für eine möglichst ergiebige Ernte
trägt der Papst Soi^e.
Gewiü spricht der Papst hier kein Schuldig aus; aber
nm den guten Ruf des Ordens, um den sichern Glauben an
seine Unschuld ist es ei-st seitdem und endgültig goscheliei).
Wie ist Klemens zu diesem folgenschweren Schritte gekommen?
Er handelte ja buchstäblich nach dem Rezepte Philipps des
Scliönen: Geheimnis, Gefangennahme an einem Tage, Besrhla};-
nahme, Inventar: die päpstlichen Verordnungen decken sirli
mit den königlichen an die Baillis. Es ist ja ein Irrtum, dnli
Klemens dem König durch seinen Kaplan und Propst Anialcl
de Faugeriis, den spätem Kardinal, dieses Schriftstück am
17, November^) „zur Begutachtung' oder zur Korrektur über-
sandt — es war nur eine immerhin charakteristische Mitteilung,
wie sie aus Höriichkeit damals öfter zwischen den beiden
Teilen erfolgte — , aber man erwehrt sich kaum des Verdachtes,
dafi der Abfassung des päpstlichen Schriftstückes eine Instrnt-
tion Philipps an seine Beamten zugrunde gelegen habe.
'} L«ibniz, Mnntiasii II p, 89; Dupny, Hint. do Ir raijilemnatinn
p. 221 lind Bymer. Foeikra IJl, p. 30; Benavjdes, Memorins II. «18 mit
vprkeljrUüD Datum; dazn DahiKe. Vitae pap, Avenion. I, ."iOO.
') Rntffichliing S. l.')'.
'l Baluze II, 111.
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Pnpst und KclniH bis zum Al)schlu& dor Verhanilluogcn. 181
Kleinens gibt uns selbst zwei Gründe an. Philipp der
Schöne hat ihm geschrieben; wann, wissen wir nicUt, wahr-
scheinlich als Antwort auf das Schreiben vom 22. Oktotier.
Jetzt weiß der Papst, daü der König erst auf Anr^un^^ des
hiquisitors vorg^angen, daß die Bischöfe ihre Hfinde im Spiele
gehabt, daä Molay und die andern gestanden haben. Der
Inhalt des Briefes wird sich mit den früher genannten, die
Philipp den Monarchen zusandte, gedeckt haben ; allerdings
mit Abweichungen, so fmdet sich die Angabe: capi fecit iudicio
ecciesie presentando, in diesen frühem nicht. Allerlei ist auch
sonst dem Papste durch die ,fama publica" zugegangen. Dann
aber hat Klemens selbst einen hochstehenden Templer verhört,
der von sich und von einem Ritter die Verleugnung Christi
Freiwillig eingestanden: letzterer hatte es auf Cypern in einer
^'ro^en Ordensversammlung vor dem Grolämeister getan. Aus
anderer Quelle wissen wir, daß der Verhörte, ein päpstlicher
Cubtcularius, der mit 11 Jahren in den Orden gekommen, sein
Geständnis vor dem Papste und dem aufzeichnenden Kardinal
Ilaiinund ablegte ').
Klemens hatte nur die allgemeinen , aber bestimnileii
Aussagen des Königs; sie deckten sich mit seinem eigeiiun
Versuch; Prolokolle hatte er noch nicht eingesehen, sonst
würde er es sicher erwähnt haben *). So wufite er nichts von
')Zurilm berichtet zum Jifare 1308: A cinco delmeade JulioMCCCVIJl
istando e\ rry de Francia presente tuvo coiuistotio publieo y en el dixo,
que na cavBillero amy principal de ftquella Orden, qoe era su cubiciilario,
OMpoDtaiieaineDie coDfeaso en preaencia del cardinul Ramon de! Agont au
äohriDO, qai escrivift la confeeaion, que recibio el habito de onze bddos
f qae aU tieinpo qae fue recibido a ella apoetatö de ia fä y diio, que el
■via viat«, qne an cavallero jaay genereso, tenieodo el magistro capitulo
gen^ral en el reyuo de Chipre sieudo recibido al hnbito de In orden y
»tando preaentes mas de ciea cavalteros y otroa taotoa religtoeos por
medio del maeatre tambien avia npoatatado. Zurita, Analee Lib. V Nr. Ti
ful. 429 (Ed. 1610). So eouderbar diesea klingt, traue ich doch der so oft
bevtbrten Znverllsaigkeit Zuritas, der hier eine mir unbekannte gleich zeitigu
(jnelle benntzt. Dar KBmmsrer »oll der Lombarde Oliverlua de Penna sein.
'l Nach Spanien hat Philipp solche gesandt. Sie sind noch erhalten.
Mach dar VI. Vita KleineaV T., die susreilen gute Nnchrichtan hit, muß
Philipp auch (spftter) an den Papst eine Kopie der Pruzesae geschickt
lubcn. Vgl Balttze T, 101.
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182 l'njml und KOnig bie zum Ahschlulj der VerliHndlungen.
den schlinnnen Begleiterscheinungen bei den Verhören, wenig-
stens nichts Greifbares, Sicheres. Kein Wunder, daü sicU sein
Glaube an^das Verbrechen festigte. Aber ich glaube bestimmt,
er würde den so verhängnisvollen Schritt nicht so beschleunigt
haben, wenn er nicht in der Furcht gelebt, da& die ihm in-
zwischen wottlbekannt gewordene f^itatorische Tätigkeit Philipps
auch die andern Monarchen zu selbständigem Voi^hen ver-
anlaßt hätte.
Man hat Klemens zum Vorwurf gemacht, daS er sich
schon in einem Briefe vom 1 . Dezemt>er ') gleichsam zu Philipp
intim gestellt, den König belobt und nur Sorge gehabt habe,
daö er nicht in den schlechten Ruf komme, mit Philipp ge-
meinsam den Untergang des Ordens geplant zu haben. Der
Brief ist ganz irrig aufgefaßt*). Königliche Höflinge lialten
päpstlichen Kurialen mitgeteilt, daß durch ein päpstliches, vom
Notar Gottfried de Plessis Qberbrachtes Schreiben der Papst
dem Könige in der Templersaehe ganz trete Hand gelassen
und dag auf Grund dieses Schreibens Gottfried den König
kraft päpstlichen Auftrages zur Gefangennahme veranlagt habe.
Das war natürlich dem König und wohl auch dem päpstlichen
Notar, einem der geschicktesten Unterhändler beim Konklave
in Perugia wie während der Regierungszelt des Papstes, zu
Ohren gekommen, und unzweifelhaft fürchtete Gottfried de
Plessis für seinen Ruf und seine Stellung an der Kurie. Kle-
mens konnte in solchem Falle sehr energisch voi^ehen. So
drückt denn der König seine Verwunderung über derartige
unsinnige Gerüchte aus und nimmt Gottfried warm in Schutz:
er habe kein solches Schreiben überbracht, auch nichts der-
artiges gesagt, sondern nur dem Könige einige Vorschläge in
der Templersache gemacht.
An diese Mitteilung hatte der König einige schmeichel-
hafte Sätze geknüpft; er hatte vor altem betont, daü er das
, negotium Templariorum " nur für die Glaubensei-höhung und
für die Erhaltung der Kirchenfreiheit in die Hand genommen:
Diese Freiheit wolle er, in die Fu^tapfen seiner Vorfahren
tretend, ganz unverletzt bewahren und sie auf keine Weise
') Dupuy, Hiatoire p. 223; B»Ium il, 112 f.
') Prutz, Entwicklung S. 158; Lea 111, 278; Gmelin S. 852.
oy Google
Papat UDd KSnig bis xuni Abschluß der Verbünd lungeo. 183
schwächen oder Termindem. Gerade wegen der Persönlichkeit
Klemens' V. werde er J&r ihre Erhaltung sorgen. Das waren
schöne Worte, nur Worte, aber sie hatten doch Bezug gerade
aul den Kernpunkt, die Kränkung des Papstes durch das
AUentat des 13. Okiober. Was konnte der Papst tun, als
diese Worte loben und daran die Hoffhung knüpfen, daä
Philipp um so eher den Wünschen der päpstlichen Gesandten
sich Fügen werde, so da&, wie Klemens nichl mißverständlich
schließt, nicht blo6 er, der Papst, dem Inhalt seines Schreibens
Glauben schenke, sondern die ganze Welt. Gerade dieser Brief
verlangt drängend in höflichster und doch bestimmter Form
Taten vom König.
Erst im Dezember 1307 muß Philipp die beiden Kardinäle,
doreii Äbsendung Klemens schon am 27. Oktober ai^ckündigt
hatte, gesehen haben '). Der Ausdruck ,diebus istis novissimis
biiariter vidimus' im Briefe des Königs vom T^e vor Weih-
nachten laut keine andere Deutung zu. Warum so spät? ist
schwer zu sagen. Sind die Gesandten trotz der Ankündigung
erst nach Wochen abgereist? Derartige Verzögerungen finden
wir sehr oft im damaligen päpstlichen, vor allem auch im
aragonesischen Legationswesen; in ähnlicher Weise gelangen
Schrillstücke, die vollständig au^:efertigt sind, erst Wochen,
ja Monate später zur Versendung*). Die Vermutung ist wohl
nicht zu gewagt, dafi die inzwischen erfolgte Aufklärung
Philipps über sein Voi^ehen die Verzögerung herbeigefühi-t,
die schon auf der Reise befindlichen Gesandten möglicherweise
zurückgeführt hat. Oder- sind die Gesandten erst nach längerer
Anwesenheit vom König empfangen worden? Auch dafür
linden wir in den aragonesisch- französischen diplomatischen
Beziehungen mehrere Belege; allerdings nicht für so hoch-
stehende Persönlichkeiten wie die beiden Kardinäle.
Das königliche Schreiben vom 24-. Dezember ") zeigt dem
Papste den Abschluß der Verhandlungen an. In tönenden
Worten bekundet es die Liebe und Verehrung Philipps dem
') Dtraat ist nooh nie hingewieBen.
1 Hkii Tgl. den anslogeti Fall der Tsraendnag der vom 12. Augnst
1308 datierten Briefe.
*) Leiniz, Mantiasa II, 87 f.; Dapnj, Histoire p. 225; Baloze II, llSff.
izecDy Google
184 Pftpst und Künig bis zum Absubluli der Vcrliandlungen,
li. Stuhle, besonders diesem Papst ^^geiiüber; die Liebe und
Kreundschafl gerade gegenüber den beiden ausgewäblten Kai-üi-
tmlen. Wieder lieißt es, der König wolle die kirchliche Freilieit
unversehrt bewahren, ganz nach Weise seiner Vorfahren; aber
diesmal tritt eine ausdrücicliche Einschränkung ein: unbescbadd
der staatlichen Rechtcl Gerade in der Teniplersache wolle
er wie das Recht der Kirche so auch das königliche schützen.
Erst nach dieser scharf betonten Einschränkung erklärt Philipp:
1) die Pei-sonen der Templer habe er den Kardinälen fiir
Papst und Kirche anvertraut; 2) ihren gesamten Mobiliar- und
Ininiobilienbesitz lasse er im Interesse des h. Landes, wofür
das Gut ja von seinen Vorfahren und andern Gebern gesliRet
worden sei, verwalten, und zwar durch besondere, erprobte
Beamte, die über ihre Verwaltung spezielle Rechnung abl^'cn
muteten. Im Interesse beider Angelegenheiten werde er mög-
lichst bald den Papst persönlich besuchen.
Anscheinend hatte Klemens doch manches erreicht; das
Los der Templer war in seine Hand gegeben, die Güterver-
waltung zwar nicht, doch konnten größere Veruntreuungen
durch die gesonderte Aufsicht vermieden werden ; jedenfalls
hätte im Augenblick der Papst auch kaum die ganze enorme
Wirtschaft tatsächlich übernehmen können, und weiteres durfte
er ja von dem demnächstigen persönlichen Verkehr mit Philipp
erhoffen. Und trotzdem verstummt nun plötzlich die Korre-
spondenz der beiden, hören alle persönlichen Beziehungen um
diese Zeit für Monate auf, und wird das persönliche Verhältnis
zwischen König und Papst ein so gespanntes, daß aintliclie
Kreise dem Oberhaupt der Kirche mit dem Schlimmsten zu
drohen wagen.
Worin haben wir den Grund dieser Entfremdung, vor
der die bisherige Forschung ratlos stand, zu suchen? Ara-
gonesische Berichte, leider gerade hier phantastisch aufgeputzt,
und einige bisher schon bekainite, aber mil^deutetc Tatsachen
lassen uns wenigstens in den Grundzügen das Rätsel lösen.
Der eine Bericht ist dem König von Mallorca zug^angen ').
Leider ist er uns erst — vielleicht verändert? — aus dritter
izecDy Google
Pupet und KUnig bis zum AbsrhluEi der ViTiiMnillungen. 18,5
tland überkommen. Darnach hatten die Kardinäle zuiiüchst
die Übergabe der Templer nicht erreicht und wollten so nach
Poitiers zurQcIclcehren. Da befahl ihnen der Papst, sich sofoi't
wieder nach Paris zu begeben und vom Könige die Übergabe
nochmals zu verlangen, sonst wörde er ihn exkommunizieren ')
und sein Land mit dein Interdikt bellen.
Vom selben Brief&chreiber stammt dann noch die intor-
o^iBaote, leider zu wenig glaubwürdige Erzählung, data die zehn
vom Papste zuerst kreierten Kardinäle zu ihm gekommeu und
ihm erklärt hätten, sie glaubten nicht, daü er der wahi-e Pa[)st
:>oi und daß er sie zu Kardinälen habe kreieren können und
tlaU sie ihm deshalb ihre HQte zur Verfikgung stellten. Aul'
ilie natürlich verdutzte Frage des Papstes, wie sie zu solchen
Aulicrungen kämen , erklärten sie, sie hätten bisher ange-
nommen, daß der Papst Herr der ganzen Well, über Könige
und Kaiser, sei. Jetzt sähen sie, daß der König von B'rarik-
reich über ihm stehe und daß er den Übermut Philipps er-
dulde und den geachtetsten Orden zugrunde gehen lielje.
Damm wollten sie das Kardinalat nicht, solange er nicht
anders handle. Darauthin habe dann der Papst die Kardinäle
iibg&iiandt und die Auslieferung der Templer verlangt. Un-
möglich ist ja nicht, dati diese Phantasien starke Gegensätze
im Kardinalskollegium zur Grundlage haben.
Der wichtigste Bericht*), der Wahres mit Falschem mischt
und viele Einzelheiten enthält, rührt von einer nicht nachweis-
baren Persönlichkeit her, die wahrscheinlich an einen Verwandten
in Mallorca schreibt, da6 der Papst nach Empfang der .Inqui-
sitionsakten'^) zwei Kardinäle^) zu näherer Information nach
Paris geschickt habe. Dort in Paris redeten ihnen Räte und
Inquisitoren so zu, daß sie an die Wahrheit der Anschuldiguitgen
tllaubten. Mit den Geständnissen (ab la conl'essio) kehrten sie
') i>i fer DO votia, que poMsen entredit t> el vt & totn an terrn.
'i Finke II, 115 fr.
') Lo rey de Franc« ach trames a) papn U iaquisicio dela Templera.
Daa kSDoeD die Ontindnisse doch nicht sein, denn die confnesiu bringen
die Kardinale erat mit.
') Sie werden so charskterieiert: que son caecuns du caan del rey
de Franzi.
izecDy Google
186 I'iipst uiiil K3njg kits zum Abaclilulj der VerhandluDgen.
zum Papste zurück. Der fragte: „Habt ihr das aus dem Munde
der Terripter':" Worauf sie antworteten: „Nein, Herr; aber es
ist nach den Behauptungen der Theologen, Juristen und Höf-
linge des Königs unbedingt wahr.* Es fand nun ein Konsi'
storiuni statt, und der Papst wollte, dag die Templer venirteiH
- werden sollten, wenn all das Berichtete wahr sei. Allen reu-
mütigen und um Barmherzigkeit nachsuchenden Templern, die
fürderhin dem Papste gehorchen wollten, sollte nach Meinung
des Papstes verziehen werden; sie sollten mit einer neue»
Regel ihre Besilzungen zurückerhalten, sich der Sache des
h. Landes widmen und dem Orden angehören, den der Köuig
von Frankreich stiften wolle: jenem schon früher erwähnten
einzigen Ritterorden, an dessen Spitze Philipp der Schöne
treten würde. Die beiden Kardinäle gehen wieder nach Paris,
wo sie das Urteil lallen sollen, aber erst nachdem sie die
Templer in ihre Gewalt bekommen und aus ihrem eigenen
Munde gehört hätten, daä die Behauptungen des Königs und
seines Rates der Wahrheit entsprächen.
In Paris übergaben beide dem Könige die päpstlichen
Schreiben. Der König befahl die Auslieferung der Templer,
und so wurden ihnen der Groiämeister und viele Templer über-
geben. Auf die Frage, ob das, was er gestanden, wahr sei,
erwiderte der Großmeister, daß es der Wahrheit entspräche,
und wenn sie die ganze Pariser Einwohnerschaft, arm und
reich, versammeln wollten, würde er noch viel größere Irrtümer
gestehen. Die Kardinäle entgegneten: .Das ist gewiß noch ^n
größeres Verdienst, und Ihr werdet auch größere Barmherzig-
keit flnden." Alsbald ließen sie das Volk versammeln und als
die Kirche voll war, den Großmeister mit ungefähr 40 Temp-
lern erscheinen. Jakob de Molay besti^ eine Art Kanzel, als
ob er predigen wolle, und erklärte nunmehr: ,Ihr Herren,
was die königlichen Räte euch gesagt, daß ich, diese und vide
andere Templer gestanden haben, ist die Wahrheil. Wir haben
alle gestanden." Und nun öffnete er seinen Mantel, Z(^ das
Gewand zur Seite, zeigte die bloßen Arme und die Seite und
rief: ,Seht, ihr Herren, daß sie uns haben sagen lassen, was
sie gewollt haben t* Und dabei wies er auf die vom Fleisch
entblößten Arme, an denen nur Nerven und Knoch«) geliehen.
izecy Google
Tapet und KGnig liia zum Aluwhlufi dur VorliaDiIlungHt). 187
Fleisdi und Haut war von ihnen gerissen; ebenso von den
Sctiienen, dem Unlerleibe, den Rippen. Darauf sagte er: ,Öo
wie ilir mich seht, so sind auch alle andern ohne Schuld!"
L'nd dann beteuerte er die Unschuld des ganzen (Jrdens. Die
Kardinäle weinten bei diesem Anblick so bitterlich, daß sie
kein Wort sagen konnten. Und als die königlichen Räte sie
ersuchten, den Urteilsspruch, mit dem der Papst sie beauftragt,
zu fallen, erklarten sie sich ganz entschieden dagegen; sie
würden gegen die nicht voi^ehen, welche keine Schuld halten.
Inquisitoren und Räte bekamen infolgedessen Angst und nahmen
Groümeister und Templer wieder in ihre Gewalt.
Der Bericht schließt mit der Erwähnung der Reise dtis
Köni^ nach Poitiers; als Philipp unterw^ diese Vorgänge
vernommen, sei er zwei Tagereisen weit zurückgekehrt und
habe dem Papste geschrieben, daß er die Templer verurteilen
mfisse; andernfalls werde er ihn und die Kardinäle als Häre-
tiker t)ehandeln. Der Papst soll darauf entgegnet haben,
bevor er unschuldige Menschen bestrafe, wolle er selbst lieber
sterben; hätten sie Schuld, bereuten und beharrten im Guten,
so werde er ihnen verzeihen und ihnen ihre Besitzungen
wiedergeben und eine neue Regel abfassen.
In dieser Darstellung sind unzweifelhaft richtig: die Namen
und die Charakteristik der abgesandten Kardinäle, ihr Auftraj:,
die Cbemahme und spätere Rückgabe der Templer, die Reise
des Königs, die also schon begonnen, die beabsichtigte milde
B^ndlung des Ordens durch den Papst; auch die Drohung
mit der Anklage auf Häresie g^en den Papst ist damals ge-
fallen. Allerdings der dramatischste Punkt der ganzen Erzäh-
lung muß falsch sein. Von einer großen Volkszusammenkunll
in Paris, bei der die gefangenen Templer nocti einmal in der
Öffentlichkeit erscheinen wie an jenem unglücklichen 25. Ok'
tober, wissen wir nichts. Und vor allem: die Szene, in der
der gefolterte Großmeister seine gemarterten Glieder zeigt,
kann nicht stattgefunden haben, denn wir besitzen untrügliclie
Zeugnisse, daß Jakob de Molay niemals gefoltert worden ist!
Aber die Hauptsache hierbei ist wiederum richtig: die Kardi-
näle haben sich durch Besuch der Templer und ihrer Gefäng-
nisse von der Wahrheit der Verliöre ütwrzeugen wollen. Das
tfigmzecDy Google
188 Papat und Künig bia zum Abaclilub der VcrliHndliingcn.
wissen wir durch das (ieslüiidnis des Magisters Johannes de
if'oUiaco im sogenannten .Processus Pictauiensis", den SchüU-
inüller schon vor Jahren veröffentlicht hat '). Dieser merk-
würdige Templer wurde gefragt, ob er von dem Widerruf
einzelner Ordensgenossen etwas wisse. Er entgegnete, da6 er
nichts Bestimmtes wisse, aber davon gehört habe. Auf diu
Weitere Frage: Wer sie zum Widerruf ermuntert halKV ant-
wortete er, der Großmeister oder ein anderer in seinem Auf-
trage habe von Gemach zu Gemach Wachstäfelchen mit der
Aufforderung zum Widerruf gesandt, bevor der König und die
Kardinäle dort erschienen seien. Ein Name stand auf den
Täfelchen nicht verzeichnet; der Hauptinhalt der Schritt lautete:
,lhr Witt, dali der König und die Kardinäle morgen zu diesem
oder jenem Haus kommen ; einige Brüder werden ihr Geständ-
nis widerrufen, tut ihr dasselbe." Vielleicht hängt damit aucli
das Geständnis des Johannes von Chalons ^) zusammen, daü
der Ordenspriester Rainald durch geheime Pergamentschriften
und Bleitäfelchen mehr als 60 Templer zum Widernif bewegen
habe. Unzweifelhafl spielt damals auch die oft erwähnte
Geschichte eines der berühmtesten Ordensmitglieder, des General-
visitators Hugo de Paredo. Ihn hatten die Kardinäle zu
Tisch eingeladen, und darauf hat er widerrufen^). Die groüe
Mitistimmung darüber in den köt^iglichen Kreisen, womit auch
ein gewisses Angstgefühl verbunden sein mochte, klingt noch
aus den Reden in Poitiers wider. In dem Entwurf der Plai-
siansschen Rede werden die Kardinäle ganz deutlich als Zeugen
und zwischen den Zeilen auch als Miturheber dieser Ableug-
nungen angeführt ^).
Das alles muÜ um die Jahreswende gescliehen sein. Die
Folgen lassen sich ermessen, auch ohne da& uns ein sicheres
Zeugnis dafür vorliegt. Die Kurie, das Kardinalskollegiuni, der
Papst werden erst jetzt über die Tragweile der Vorgänge nacli
') ScbottmQller II, 37. »cbottmttller hat die Sache vüllif: mißver
statiden.
>) Finke II, 338 f.
") Dnpuy, Traitez , . . U coDdamnatioD des Templiera (1685) p. 91 f.
Nr. 34. iDtereasant iat daa Diner! Daß der Großvisitator damtüa vider
rufen hat, deutet auch eiD vertrauliches tJchreiben Finke II, 102 an.
*) FiEke II, 188.
izecDy Google
t*npst uiid KöDJg liiü zum Absrlilnß der VerhandlunKen. 189
dem 13. Oktober Klariieit gewonnen haben. Die, welche bis
dahin an der Unschuld der Templer festtrehalten hatten —
und ihre Zahl, vielleiclit noch mehr ihre Bedeutung, wird nicht
50 gering zu schätzen sein — . werden Mut gescliöpfl und mit
itirpr Ansicht wieder frei hervorgetreten sein; die Unentschie-
denen, die Zweifler, darunter auch der Papst, werden wieder
^[rötere Bedenken dem ganzen Prozeliverfahren g^enQt>er emp-
Tiinden haben. Und damals wahrscheinlich erst wird der
P.ipsl die Iiiquisitionsgcwalt der Bischöfe und Inquisitoren sus-
pendiert und sich die fernere Enlscheidung reserviert haben.
Preilicli könnte man aus dem Schreiben an die Erzbisch^fe
und Bischöfe vom ■>. Juh 1308, das die Suspension wieder
aufhebt, auf einen frühem Termin schliefen '). Würde aber der
K'(>iiig Ende Dezember noch so freundlich, unterwürfig dem
Papste geschrieben haben, wenn dieser sicherlich größtes Auf-
sehöi erregende Schritt schon damals vollzogen wäre? Ich
kann es nicht glauben. Denn der Papst griff damit in das ur-
pi^ensle Gebiet der Gewalt der Bischöfe ein, in das .ministerium
a Deo sibi traditum", wie eine spätere Anklage betont. Das
Vorgehen des Papstes hätte kure nach dem 13. Oktober von
segensreichsten Folgen sein können, jedenfalls hätte es damals
manche Grausamkeit verhindert, manchem Templer das Lehen
geschenkt; freilich konnte diese Suspension erst erfolgen, nach-
dem der Papst üt>er die Rolle des Klerus und der Inquisitoren
^'fnauer informiert war, und das geschah viel später, vollstiindig
erst jetzt.
So ist denn der Templerprozeli auf einen tolen Punkt
angelangt: ein kirchliches Urteil kann nicht mehr gelAllt «■erden,
lind da die weltliche Macht allein vorzugchen nicht wngl, so
kann auch sie nichts weiter, als die Templer fernerhin be-
wachen oder sie dem Papste ausliefern,
L'nzweifelhaft hat man auch damals in kurialen Kreisen
liie Forderung einer päpstlichen Revision der Prozesse gestellt;
t'inos nochmaligen Verhöres, wie es unter veränderten l'm-
süinden 1300 stattfand. Vielleicht hat man auch Ernst irmchen
') Db6 Hie Siuip«nsioii im »hniar 1308 bereite slalt^efiin<len hat,
WeJRen Air fVfari^tOükn Finke II, flOff,, ilio Hurh in interessanter Weise
d#a Eiudrack wiedergeli«!).
izecy Google
ISO {"apat und Köoig bis zum Abschluß der Verhand langen.
wollen mit der Übernahme der Templer in pApstlichen Gewahr.
Daß das freilich nidit leicht, ja fast ein Ding der Unmöglich-
keit war, beweist die Flucht des päpstlichen CiroBkämmerers.
der mit den andern ,cubicularii" aus dem Templerorden in
Poitiers gefangen sala, in der Nacht zum 13. Februar'). Ab
der Papst dies tags darauf vernahm, ließ er sämtliche Kardi-
näle zum Konsistorium auf den Nachmittag einladen und be-
klagte dort tief diesen Schritt des falschen Ordensmitgliedes,
vor allem auch wegen seiner Forderung, daü alle Templer
seiner Obhut anvertraut werden sollten. Nun könnten der
französische König und die andern Fürsten anführen, daü er
nicht einmal einen Templer bewachen könne, geschweige denn
zweitausend. Wie ernst Klemens den Fall nahm, zeigt die
Verhängnng des Bannes über alle Bcherberger und Verheim-
licher, und wie wenig er selbst hohen kurialen Kreisen traute,
zeigt die Aufforderung an die Kardinäle, den Flüchtling in
ihren Hospizen oder sonst aufsuchen zu lassen! Ja er hielt
es für notwendig, ausdrücklich zu erklären, niemand möge
glauben, daß er selbst der Beschützer sei: gern gehe er Kost-
barkeiten im Werte von 10000 Gulden dem, der ihm das
Versteck des Templers anzeige. Aus der ganzen Szene erftiht
sich die Ratlosigkeit des Papstes.
Mit dieser veränderten Stellungnahme der Kurie war aueh
der Kampf gegeben. Im Ernst haben ja weder Philipp der
Schöne noch seine Ratgeber an die tatsächliche LoslassiinK
sämtlicher Templer, oder gar an die Wiederaufnahme des
Prozesses damals gedacht oder nur denken können. Prutz*)
hat schon mit Recht darauf hingewiesen, daß seit dem 13. Ok-
tober der Orden Todfeind des französischen Königs sein mulite,
und wenn die päpstliche Untersuchung mit der Lossprechun;:
des Ordens endete, daß dann dem Könige schw^e Verl^en-
hciten erwachsen konnten.
Dazu kam nun noch der Konflikt wegen der Templer-
güter. Es würde irrig sein, ihn auszuschalten, wie es seitens
der bisherigen Forschung ") irrig war, ihn allwn in den Vorder-
■) Finke II, 113 f.
') Entwicklung S. 165.
") Mit AuHDahmc von Prutz.
izecy Google
Papst und ESnig bis zum Abscli lu6 der Verfa*ndlung«ii. 1dl
grund zu schieben. Kleinens V. hat seiner ganzen Natur nach
diese Frage nicht unterschätzt; er durfte es auch nicht, denn
es handelte sich um Kirchenbesitz. Vielleicht ist sie zeitweilig
sogar mehr besprochen als die Personenfrage. B^uiu de
Floyran, der doch in etwa eingeweiht sein dürfte, spricht Ende
Janaar nur von einer Entzweiung in der Güterfrage '). Er
hehandelt die Sache als ein (Geschäft: der Papst will seinen
Anteil am Reichtum, denn er gehört ja Ordenspersonen, der
König verweigert es ihm, weil die Templer niemals eine Ordens-
gemeinscbaft gebildet haben! Ober beide Punkte haben eine
Reihe von Verhandlungen der französischen Stände stattge-
funden, wahrscheinlich in den ersten Monaten 1308, sicher im
Man, als der König in Melun weilte *). Aber auch Klemens
erörterte mit dem Kardinalskollegium die Slreitfri^e, wie uns
zwei durchaus vertrauenerweckende Briefe an die Komture von
Ascbo und Gardeyne berichten. Anfangs April 1308 sagrtc
der Papst plötzlich im Konsistorium: ,Es ist nötig, eine Ent-
scheidung in Sachen der Templei^ter zu fällen." Daran'^
entgegnete charakteristisch der Jurist Johannes Monachus: ,Het-
ligCT Vater, zuerst nmts über die Personen eine Entscheidung
getroffen werden und dann über die Güter.' Und damit war
damals die Sache erledigt^).
Zugleich lassen diese Briefe erkennen, wie versctiieden-
nrtig die Situation damals von den Kardinälen aufgefaüt wurde.
Kardinal Berengar Fredoli, Vertrauter Philipps und Gesandter
<le8 Papstes, schrieb dem König von Mallorca kurz, der Orden
werde demnächst aufgehoben, doch seien über Personen und
(iQter noch keine Bestimmungen getroßen; in nächster Zeit
werde das aber geschehen. Andererseits riet damals der
,Tnaior cardenal de la cort" in tiefstem Geheimnis, die Templer
möchten sich noch eine Weile halten, so data der Papst un-
entschieden bleibe und kein Urteil mit Philipp dem Schönen
'I Pinke 11, 84.
'} Et ob hoc rex in aaia pnrlamentiH Heleduni et alihi de hoc sollicite
Irtctabat cam priacipibos suis, liftlnze I, 10. Noch dem Itinerar Keciieil
.XXI, 449 ist der KQnig im MHrx 1308, lienonders am 28. uod 29. Miirz. in
H«Idd nachweiabftr.
') Finke U, 122 ff.
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1Ü2 l'apBt und Kftnig bia zum Aliachliib der VoThnndlungeii.
faiJe. Sterbe dann einer von beiden, so bleibe der Orden be-
stehent I^eider haben wir Itelne Mögücbkeit, das „maior cnr-
denal" xu fixieren; ist es der etnflu&reidiste Kardinal, so miiü
man an Raimund de Got deniten, und auf ihn könnte man
auch zuerst bei der Anschuldigung Plaisians raten, daß die
Templer einzelne Grofee am päpstlichen Hofe bestochen ballen;
denn fßr Geld war Raimund sehr empfänglich. Aber wir
wissen sonst nichts von einer Regünsti^ing der Templer durcli
ihn. Oder war es der böchststehende Kardinal: Kardinal-
bischof von Ostia, Nikolaus von Prato?
In die ersten Monate 130H sind eine ganze Reihe lil<'-
rarischer Erzeugnisse zu setzen, die sich mit dem KonDikt
zwischen Klemens und Philipp beschiifligen. Einige stammt'ii
aus der nächsten Umgebung des Königs, sind nur einem kleinen
Kreise bekannt geworden ; andere sollten auf weile Kreise
wirken, man vermeint in zweien die Fland Peter Dubois", des
geschickten Pampbletisten zu spüren. Ohne ihre Wirkung zu
(il>erschätzen, kann man doch aus ihnen lernen, welche Droli-
niittel gegen den Papst verwendet, wie tief dessen Ansehen
beruntei^ezogen , wie das Volk selbst zum Schiedsrichter
zwischen ihm, dem Säumigen, und Philipp, dem Diener Gottes,
aufgerufen wird : eine wfirdige und wirksame Vorbereitung fTir
die Versammlongen von Tours und Poiliers. Eine sichere
Datierung ist nur bei einigen möglich; doch kommt es darauf
auch weniger an, da nur bei einigen wirkliche Zusamnien-
liänge vorhanden sind.
Wohl in die erste Zeit des Konfliktes ') gehört die Be-
antwortung einer Anzahl auf den Ordenmeisfer und den Orden
selbst bezügliche Fragepunkte, die unzweifelhaft aus der nflcli'
sten Umgebung des Königs stammen, wenn sie nicht vielleicht
fingiert gestellt und vom Fragesteller beantwortet sind. Der
erste Punkt berührt die wechselnden Geständnisse Jakobs de
Molay und des Großvisilators. Dann geht aber der Schreiber
auf den Orden selbst über. Die Antwort auf die Frage: Ob
das Wesen der Ordensprofession verderbt gewesen, wird noch
nüchtern nach vorschie<lenen Seiten erwogen und h^aheml
') Finke II. 102 ff.
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l'apet naä König bis znm Ahsehlafi der VerluuidlQDgeii. 19^
entschieden. Dann aber folgen die Kernpunkte, die brennenden
Fragen: Bekommt der Orden einen Verleidiger? Ist überhaupt
in irgend einer Weise das Fortbestehen des Ordens möglicli?
Gegen beides wendet sich der Beantworter mit einer gewissen
Leidenschaftlichkeit. Der einzelne Templer kann natürlich keinen
Verteidiger mehr verlangen ! Aber der ganze Orden? Trotz der
anfai^lich anscheinenden Bejahung entscheidet er sich für ein
Nein. Die Korruption des Ordens steht ja fest. König, Klerus
unil Volk erscheinen ja nicht als Ankläger, sie verlangen ja
kein Gericht, sie soltizilteren nur die Kirche, daü sie den Leib
Cliristi und den katholischen Glauben verteidigt gegen diese
Niederträchtigen, und sich selbst von solcher Makel, solchem
Skandal befreit. Als .minister Dei et fidei defensor' spricht
der König, nicht als Ankl&ger, und ruft die Kirche an, der
Sohn weckt den schlafenden Vater. Auf, g^en die einbrechen-
den Diebe! Durch zahlreiche Depositionen ist die Korruption
des Ordens festgestellt. Das wejti die Kirche, deren Pflicht
die Untersuchung an sich ist. Wozu also der Verteidiger?
Es sei denn — was Gott verhüte — zur Verteidigung des
Irriumes!
[Jnd nun zeichnet der Schreiber zum ersten Male den
W^, den der Papst und die Kirche später eingeschlagen haben :
Nicht auf gericlitlichem W^e soll die Kirche vorgehen, sondern
auf dem Wege der Provision. Soviel Geständnisse zeigen, daü
der Orden ohne SkandaJ nicht zn halten ist. Also weg mit
diesem Skandal! Aber die Kirclie muß sich beeilen, denn
dine schwere Sünde darf die Kirche nicht mehr z^ern: denn
die Zt^erung bringt unerträgliche Gefahren! Und nun folgen
im Laufe des Schreibens noch einige historische Gründe für
die Vorschläge: Gr^or X. hob in Lyon mehrere Orden auf
dem W^e der Provision auf, die kein Verschulden aufwiesen,
ohne daß ihnen eine Verteidigung zugesagt war, ohne ,strepitus
iudiciarius' ; warum dann aber hier? Städte und Genossen-
schaften wurden Irotz einzelner Unschuldigen vernichtet, weil
sie Idolatrie und Sodomie getrieben; und bei den Templern
gehörte das zu den Statuten!
Aber, fragt man, können die wenigen Unschuldigen nicht
den Tempierorden rehabilitieren ? Nein ! erwidert der Schreiber
^irke, PsiMttam nml l'iitarKnnx <l« ToniplernrdBin. I. \'.i
izecy Google
IM Papet und KOnig bis zum Abschlufi dar Verhandlnng«».
uod von seinem Standpunkte aus mit einigem Recht. Wer
beweist, da^ es auch nur einen Unsclmldigcn gibt? Selbst
wenn trotz Folter kein Geständnis erfolgt ist, oder wenn der
Tod vorher den einzelnen weggenommen, so fehlt doch der
Beweis der Unschuld. Hier ist es völlig unint^lich, bei der
allgemeinen Ansteckung Unschuldige zu finden. Und wenn
gelbst! Immer sprich! die „presumpcio", auch gegen solche.
»Seniper esset petra scandali* ... Zudem ist ja auch kein
Nutzen zu ersehen. Und so laulet die Schluljentscheidiing:
,Sine periculo et scandalo totius ecciesie lalis ordo remanere
non polest.'
Am wichtigsten ist das oflizielle, wohl im Februar') abge-
falile SchriftsLück, das alle Schwierigkeiten in 7 Fragen kon-
zentriert, die der Universität Paris voi^el^t wurden. Wie
sollte der König das Suspensionsverbot des Papstes unmöglicti
machen? Wohl erkannte er das Entscheidungsrecht der Kirche
in Glaubens fragen an. ßibt's aber keinen ' besonders gearteten,
schweren Ausnahmefall, nach welchem die weltliche Macht
untersuchen und die Dherführlen bestrafen kann, ohne Auf-
forderung der Kirche? Das besagt die erste Frage. Daran
schloh sich dann die zweite: Ob die Templer, da doch ihre
Schändlichkeit so deutlich erwiesen, trotzdem als Orden, als
privilegiert anzusehen sind, obwohl sie doch nur ein Ritter-,
kein klerikales Kollegium bildeten? Und daran reihen sich
dann die weniger wichtigen: Oh man hei den mehr als 500
Geständnissen noch auf weitere warten müsse und ob die
Nichtgeständigen fQr Katholiken zu lialten seien? Auch die
vom vorigen Gutachter schon abgelehnte Frage, ob selbst bei
einer Anzahl Unschuldiger der Orden aufgehoben werden sollf,
taucht hier wieder auf. Die Schlulafragen beeielien sich auf
den TemplerbesitK : Darf jeder Fflrst die in seinem Terriloriüin
belegenen Güter konfiszieren oder gehören sie nicht vielmehr
der Kirche oder dem h. Lande? Wenn letzteres, hat dann
nicht, besonders in Frankreich, der Staat die Verwaltung der
') FJDke II, 107 If. Da nach dem Anfange der im Ttüit gegebenen
Antwort äivae langi> Zeit veriTigorl wurde, so dUrn^n die Prägen =~ " '
gestellt sein.
izecy Google
t'apst nad KSnig bis ZDm AWblaß der VerhuidluDgen, IttS
Templei^t^r, zumal sie auch bis dahin unter königlichem
Schutz gestanden haben?
Die Beantwortung ßel der Universität Paris schwer ').
Nicht allein die Abwesenheit hervorragender Mitglieder, auch
iWe „magnittido n^ocii* verschuldete den langen Zwischenraum
zwischen Fragen und Antworten. Sie gab iu der Hauptfrage,
ob ein Fürst Häretiker fangen, inquirieren und strafen könnp,
nur soweit nach, daU sie im Notfälle die Gefangennahme zu-
gestand; aber auch nur zum Zweck der Obei^at>e an die
Kirdie. In gar nichts weiteres dürfe sich die weltliche Macht
selbständig einmischen; damit verurteilte die Universität die
von den königlichen Beamten allein voi^enommene Inquisition
als ungültig. Auch im zweiten Punkte blieb die Universität
fi^st: Der Orden sei ein privil^ierter Orden, und im übrigen
mü.siie hier die Kin;he entscheiden. In den folgenden Punkten
gab sie nach; vor allem auch in der Gütorfrage, wenn auch
nicht mit voller ßcstimmtheit.
Ein neuerdings bekannt gewordenes (Sntachten des Theo-
lo(fen Augustinus Triumphus *) ist möglicherweise eine Vorarbeit
ffir das Votum der Universität. Es iaewegt sich durchaus in
alten Geleisen, um den Nachweis zu erbringen, daia kein KOnig
CKier Fürst das Recht hat, die der Kirche unmittelbar nnter-
slehenden Templer oder auch irgend einen andern Häretiker
zu fangen und abzuurteilen ohne Veranlassung der Kirche.
Wohl könne es Ausnahmefälle geben, sagt auch dieser Theo-
loge, wenn eine Häresie sich plötzlich so mächtitr entwickle,
(lat die Fürsten ohne Gefahr der Infizierung ihrer Untertanen
den Auftrag der Kirche nicht abwarten könnten; natürlich
müßten sie auch dann den Willen haben, der Kirche alsbald
das Weitere zu überlassen. Doch ein solcher Fall lag bei den
Templern nicht vor, wenigstens nach der bissif,'en Schliitibe-
merkung des Triumphus. Seiner Ansieht nach gleichen die
modernen Könige dem bei Aristoteles vorkommenden Arxli',
der erst dem Kranken das Purgativ gibt und dann den Fall
im Buche nachschlägt; so ßndet er denn den Patienten tot
') ChartuUriam aniv. Parisienaie 1 Kr. 664 p. 125 fr.
" ' -Iz, Die Pufalizietili zur Zeit Kbilippa um Scbfinen und Honifaz' VIII.
11903; . .„elf., beaouQ...
izecy Google
IM Papst und KOnig bis tarn AbschluG der VertuuidlnngeU.
vor. So gingen auch jene zuerst kraft eigener Autorität g^en
die Templer vor und befragten dann die Weisen, ob sie ohne
AulTorderung der Kirche so handeln dürften. Allerdings darf
man hierbei nicht veigessen, daß Augustinus Triumphus ein
entschiedener G^ner des französischen Königtums wie der ab-
hängigen Stellung des neuen französischen Papsttums war').
Was bezweckten Philipp und seine Batgeber mit diesen
Artikeln? Wenn die Antwort völlig bejahend au^erallen,
dann hätte der König die Templer ganz in seiner Hand ge-
habt; die Untersuchung war bereits geführt, er brauchte nur
noch zu strafen, den Orden zu vernichten ; die ganze Tenipler-
frage wfire in kürzester Zeit erledigt gewesen. Zuerst hatte
der Papst versagt, jetzt versi^e auch zum Teil die ange-
sehenste geistliche Behörde seines Landes! So galt es denn,
den Papst mürbe zu machen. Und so beginnt nun mit Pam-
phleten und Drohungen ein geistiger Kriegszug gegen KlemensV.
Ein ungünstiges Geschick hat über einem Dokument ge-
waltet, dessen Abfassung in diese Zeit fällt '). Dupuy hat in
seiner Geschichte der Templerverurteilung eine Anzahl wich-
tiger Aktenstücke exzerpiert; sie alle sind im französischen Natio-
nalarchtv noch nachweisbar, nur dieses eine fehlt, und unter
seiner Nummer (34) figuriert schon seit mehreren Jahrzehnten
ein anderes, eine später zu erörternde Rede. Leider lägt in
diesem Falle das Exzerpt den genaueren Charakter des SchHR-
siückes nicht erkennen^). Die .remontrances faites au pape
sous le nom du roi" können einen Brief, können aber auch
eine Rede bedeuten. Klemens V. wird in den wörtlich zitierten
Stellen persönlich zweimal apostrophiert. Mag es nun Bede
oder Brief oder Entwurf sein, jedenfalls gehört es zu den am
schärfsten und am frechsten gegen den Papst auftretenden
Stücken dieser Zeit. Nach ihm li^t der Templerfall klar;
aber der Papsl ist säumig, und Gott verabscheut die Säumigen.
So macht man sich des geheimen Einverständnisses mit den
Templern schuldig, macht sie arrogant. Der Papst muß den
Prälaten freie Hand lassen, ihre PQicht zu erfüllen, d. h. er
■) Vgl. seiDen TrakUt in FiDke, Ana äea Tigen [tonifai Vlll. 8. IJCIS S.
') DopDf, TrKiUz p. 91 Nr. 84.
') Vielleicht bot Ana Original' aneh scboii keine genQgsDde Htndb*l«.
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Pspat und König big inm Abschlafi der VerhwidluDgen. 197
soll die Suspension aufheben, denn sie sind beruren „in partem
sollicitudinis* ; schwer würde das ihnen zugefügte Unrecht sein,
wenn ihnen ohne Grund das Ihnen von Gott verhehene Amt
l,"PDomnien würde. Der Verfasser droht mit dem Widerspruch
der Ordinarien, dem Zorn des Königs. .Welcher Gottlose
wagt also, heiliger Vater, Euch zu raten, diese oder vielmehr
Jesum Christum, der sie sendet, zu verachten." Bis zu der
Drohung versteigt sich der Verfasser, daü der Papst in kirch-
liche Zensuren verfallen könne, besonders in Glaubenssachen.
Dann beki^l er sich aber die Suspension der Inquisitoren;
seitdem haben die Templer guten Mut, daü der Papst für sie
sein and ihre Sache führen werde, so daü nie eine Entschei-
dung erfolge; seitdem erfolgen stete Widerrufe: Grande igitur
peccastis, pater sancte!
In Einzelzügen fihnelt das Stück schon den beiden für
weiteste Kreise bestimmten Agitationsschriften, die wahrschein-
lich der Feder Peter Dubuis' entstammen '). Die eine ist ein
Mahnruf des französischen Volkes an den Papst, wohl das
erste Stück in seiner Art, die andere ein angeblich an den
König adressierter Notschrei desselben. Das französische Volk,
heiSt es in der ersten, gehorsamer dem Papst als irgendein
anderes, verlangt von seinem König, daß er dem Papste die
Entrüstung des Landes mitteile, weil er gegen die Templer
nur mit Worten voi^ehe. Das Volk kann darin nur die Be-
stätigung des allgemeinen Gerüchtes, daß Geld versprochen sei,
sehen. Es glaubt daran um so eher, da eine Sünde der
andern entstammt. Während die Dekretalen sagen, daä die
besten Pfründen den gelehrtesten gegeben würden, sieht das
Volk, da& der Papst seinen Verwandten und den Kardinalen
mehr als Bonifaz, mehr als 40 Päpste vorher, an Pfründen
gespendet hat. Ja, jetzt besitzt der eine Kardinal — wohl
Raimund de Got — mehr Pfründen als 200 Doktoren der
Theologie, Jurisprudenz und des kanonischen Rechtes! Ein
Nepote erhielt die große Pfründe von Bouen, ein anderer die
von Toulouse, ein dritter die von Poiliers *). Und doch, wären
') Wot. et Extr. XX. 176 ff. (Nr. XXVII und XXVIII).
') Beniard de FaTgis, Qailhsrd de PreyM«c und Amald d'Auch, aJle
im VsrwMidte dea P&pstes, in Jahre 1306.
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196 Papst und Künig bis zum Absohluli der Verhandln Dgon.
sie nicht seine Verwandten, sie würden nur Pfründen mit tlciri-
stem Einkommen haben. Der Herr hat es ani^edeutet, Thomas
von Aquin hat es gesagt, daß alles dieses schwere Sünde ist.
Nun wendet der Schilderer analoge Bilder aus dem staatlichen
Lehen an; niemals würde dort so etwas ohne schwere Buße
möglich sein. .So mag denn der Papst sich entschuldigen,
wenn er kann ; beharrt er in seinem Unrecht, dann wird da?
Schreien des Volkes nach seinem Tode den Nachfolger veran-
lassen, die Nepoten wegon ihres Bildungsmangels ab- und
hervorragende Meister einzusetzen '). Das darf um so eher
staltlindcn, als der Papst willkürlich vorgegangen und ohne
Grund den Kapiteln das Wahlrecht genommen hat. Wer OoU
gehorcht, ist Gottes Sohn ; wer stets wechselt, aus Anhänglich-
keit, Liebe, Hal^, wegen Geschenke und Versprechen, ist ein
Sohn des Teufels,'
Dieses harte und lieblose Charakterbild Klemens' V., das
un'^weifelhaft weiteste Kreise mit Verachtung gegen Papst und
Kurie erfüllte, schlieft mit dun drohenden Worten: .Ein Mensch
in Sünde», der sich nicht bessert, i.sl zu meiden!" Ob es
jemals Klemens zu Gesicht gekommen istr" Die letzte Flug-
s<'hrifl — nominell an den König gerichtet — wendet sich an
eine leider nicht bekannte Verteidigung des päpstlichen Ver-
haltens, in der eine Reihe von religiösen Denominationen
als Belege dafür erbracht waren, dala der Papst allein über
sie zu bestimmen hätte. Das sei für die genannten riehti}.'!
Denn sie seien, trotz einzelner Abweichungen, katholisch ge-
blieben. Aber bei den Templern treffe das nicht zu: sie seien
iieine Häretiker, sondern Apostaten, durchaus außerhalb der
Kirche stehend. Hier lieüen sich nur biblische Beispiele ver-
wenden. So habe Paulus den Gorinthius dem Satan über-
geben, Moses habe die Anbeter des goldenen Kalbes iiiil
Zustimmung des Hohenpriesters Aaron getötet! Da nun alles
in der li, Schrift zu unserer Belehrung geschrieben, so erhebt
der Schreiber die eindringliche Frage: Warum geht der König
diesmal nicht so vor ! ? Und nun werden noch einige Bedenken
der Schriftverdreher geholfen und dann ertönt das Verlangen
') Dr3 ist taUttchlich zum Teil durch JohaDoes XXII, gcscfaeben.
DigiiiLCD, Google
Papet und Kdoig bis znra Abaeblnß der Verhandlungen. 199
nach der .execucio iustitie", die ohne irgendwelche mensch-
liche Rücksicht alsbald vorzunehmen sei.
So war der Boden monatelang vorbereitet für die kom-
menden Aktionen ; auch eine stärkere Natur als die Klemens' V.
würde bei einer solchen ■ niedrigen Hetze müde, einen Moment
schwankend geworden sein. Nun begann Philipp mit der Aus-
führung. Wie bei der groüen Bewegung des Jahres 1S03
wollte er auch jetzt im Einvernehmen mit den drei Ständen
des Klerus, des Adels und der guten Städte handeln; um
mehr wirken zu können, wollte er in B^leitung ihrer Ver-
treter vor dem Papst erscheinen. So berufl er denn in der
Zeit vom 34. bis 39. März 1308 eine Beichsversammlung zum
ijritten Sonntag nach Ostern — 5. Mai 1308 — nach Tours i).
Interessant ist, daß man einen Moment an Poitiers als Ver-
sammlungsort gedacht hat : wohl um durch die Masse auf den
Papst zu wirken. So tragen eine Anzahl Prokurationen tat-
sächlich diesen Talschen Bestimmungsort und haben einige Kon-
fusionen hervorgerufen.
Ganz kurz ist die Einladung an die Großen gehalten, sie
werden bei ihrem l«henseid aufgefordert; länger ist schon die
Berufung des Klerus, ihm gegenüber wird die Glaubenspflicht
belont, die Erzbischöfe sollen vorher Provinzialkonzilien ab-
lialten; ganz ausführlich ist die an den dritten Stand gerichtete
Fassung. Sie stammt von Nogaret und war geeignet, die
tiefsten Leidenschaften im Menschen gegen die Verworfenen
aufzuwCihlen, „Himmel und Erde erbeben beim Hauch eines
solchen Verbrechers, und die Elemente geraten in Verwirrung."
G^en .eine solche Pest' wird zum Schluß alles aufgerufen,
uiu sie auszurotten: , Gesetze und WaEfen, alles, was lebt, und
alle vier Elemente."
Von Provinzialkonzilien kennen wir zwei, die am Montage
nach dem weißen Sonntt^e stattfanden : der Erzdiözese Ronen
') Cber die Vorbereitaag vgl. man jetzt das Werk von G. Pivot,
DocnineDta relatifa nax ^tatg genärauz et aasembl^eB r^unie sous Philippe
>* B^ (1901) in der Coli, de doc. in^d. Serie ]. Besondera die Einleitung
S-ILTff. Kecneil XXI, 651 f.; Boutaric in Rev. des quast. biet. XI, 1 ff.;
Hutbmann, Wilhelm von Nogaret S. 151 ff.; Chartalarinm nuiv. Parisienaia
Nr. m f. 129.
izecDy Google
200 Papst nnd SOnig bis zam AbacliIaB 4er Verband lungeo.
in Pont-Audemer, der RlieJmser Erzdiözese in Senlis. Hier
wurden die Delogierten bestimml und allerlei Beschwerden und
Wünsche an den König formuliert.
Die Versammlung dauerte vierzehn Tage und war außer-
ordenllich stark besuciil; allein die Vertreler dos dritten Standes
dürften nach Picot inehr als 700 gewesen sein. Ober die Er-
gebnisse wissen wir nur, dati fast alle Anwesenden dafür
stimmten, die Templer raößlen die Todesstrafe erleiden. Es
muü also eine derartige bezeichnende Frage gestellt worden
sein! Wahrscheinlich hat man in der Versammlung erst ein
Urteil der Pariser Universität gewünscht nebst einer Absdirift
des Geständnisbriefes von Molay')! tl^'^" sonst wäre es uner-
klärlich, daß Antwort und Sendung erst am 35. Mai erfolgten.
Auch jetzt beharrt die Universität t)ei ihrer zurückhaltenden
vorsichtigen Stellung, sie überlaut die Entscheidung der kirch-
lichen Autorität. Tags darauf zog der König mit den Ver-
tretern der Versammlung in Poiliers ein.
Die Verhandlungen von Poitiers treten erst seil Boutaric
mehr in den Vordei^rund des Templerdramas. Boutaric fand
im Pariser Nationalarcliiv eine Anzahl wichtiger Aktenstücke,
ohne die Materialien völlig auszubeuten; hier war noch eine
Nachlese möglich. Auch jetzt sind wir noch nicht über jeden ,
Voi^ang unterrichtet und fehlen auch noch die Protokolle von
dreiliig Verhören, doch lassen sich die Hauptzüge der Ver-
handlungen erkennen.
Philipps Begehren ist in erster Linie auf die sofortige
Aufhebung des Ordens und die Verurteilung der Einzelpersonen
gerichtet, wenigstens äußerlich zielen alle königlichen Vor-
schläge darauf hin: Hat er das in Poitiers erreicht?
Der feierliche Einzug des Königs erfolgte am Sonntag
vor Pfingsten, am 20. Mai*), Sein Bruder Karl war wie bei
') Vgl. oben S. 167 f.
') Finke II, .134. Ebenso der gleich za nennende, leider schlecht
erhaltene englische Bericht in der Rev. des weiiUe uvBnt«s des d^purie-
ments, 4. serie (1867), tome VI, 416. Vgl. Holtzmsnn p. IGöff.;
Exkurs III.
izecDy Google
Papet und Ktoig bis lam Abw;lilu& der Verhandlungen. 201
allen grofien Aktionen so auch hier an seiner Seite, ebenso
sein zweiter Sohn Philipp i), sonst war nach dem sehr sorgsam
registrierenden Johannes Burgundi das Geleit entgegen andern
Schilderoßgen nicht allzu glänzend: .einige Prälaten und
Banne*), Prokuraloren oder Syndici der Kapitel, Konvente und
Hauptslädte* ; anscheinend viel niedere Laien. Der K6n^
wart sich dem Papste zu Füben, dieser küßte ihn auf den
Hund ') und Äußerte laut seine Freude über den angenehmen
Besuch! Zwei Gründe der Freude gab er an: Zuerst weil er
mm Papstsitz nach Born jetzt ziehen wolle und er vor seiner
Abreise noch etamal den König gern gesehen liStte; dann weil
der Künig in Sachen des heiligen I^andes käme, das ihm so
sehr am Herzen liege. Warum wohl dei- Papst diese Vor-
spiegelung vornahm, die er sich noch vom König bestätigen
ließ, während doch alle Welt den wahren Grund der kommen-
den V«'handlungen wofite?
Dafi die Verhandlungen lange dauern würden, erkannte
der gewiegte Berichterstatter aus allerlei Anzeichen ; Kurialferien
waren für die ,audiencia causarum* und die .audiencia litte-
ranim* bis in die erste Juliwoche angekündigt, in die Häuser
mancher Kurialen zog die Hofgesellschaft ein.
Mehr als einen Monat hat der verbitternde RedekampF
anf beiden Seilen gedauert, da kamen beide sich erst etwas
entg^en und erzielten einige praktische Ergebnisse. Das Hnupt-
redetoumicr b^^n im Konsistorium am Mittwoch vor Pfing-
sten. Wir besauen l>ereit8 ausführlichere Aufzeichnungen in eng-
lischen Quellen : aber bis zur Undeutbarkeit an manchen Stellen
schlecht ül>erliefert'); nunmehr können wir der von Burgundi
'l In d«r (Ude Plsiaians wird denttich zwisch«n diesen beJd«D und
den andeni Verwandleo gcacfaiedeii. Fiuke II, 148. Der «Dglischa Bericht
hat allerdings, dafi der KOnig mit seinen [brojthren and children gekummen
»H. Splter kam der König Ludwig von Navarra.
^ Jahaonee Bnrgnndi aagt ansdracklich von den Barouen: In conai-
atorio . . . fnit . . . rex Fnutcie com baronibna aliqaibns, qnia non sunt bir
miütL Fink« II, Ul.
<) Bdnw I, 2».
*) SS. rer. Britt. 28, Cbronica monasterii a. Albani p. 492 ff. Dann
dn Bericht in der Rev. d. ftoc. sav. 416 ff. Tah>meo von Lucca bei Mura-
tori. SS. rer. IUI. Xl, 1229; Recneil XXJ, 661.
izecy Google
^02 Papat und König bis zum AbscbluE der Verhoadlungen.
bereits am 80. Mai, tags nach der Verhandlung, aufgezeichneten
klaren Darstellung Tolgen. Das Konsistorium fand im bisherigen
Gorichtsgemach der Auditoren statt; jetzt bewohnte es der
König. Das Kardinalskollegium, wenige Vornehme, alle Kurialen,
eine unermeßliche Menge von Laien und Klerikern nahmen teil.
Die Hauptrede hielt Ritter Wilhehn de Plaisians; aljer nicht
er ist der Verfasser dieses Schriftstückes, das uns — ein sel-
tenes Vorkommen — im Entwurf und iu zwei gleichzeitigen
Aufzeichnungen erhalten ist '), .sondern unzweifelhaft Nogaret,
der hinter den Kulissen arbeitende einSu&reiche Staatstnami,
den der fortwirkende Bannstrahl am persönlichen Aultrelen
hindert. Ein Meisterstück krummwinkliger Politik, das in all-
mählicher Steigerung bis zur anmaßendsten Drohung auf che
Masse seinen Eindruck wohl kaum verfehlt liat. So war vor
einem vielköpfigen Publikum von einem angeblich treuen Dieiner
der Kirche dem Oberhaupte noch nie entg^engetrelen worden!
Christus vincit, Christus regnat, Christus imperati Mit
diesem Motto setzt die Rede ein und fügt alsbald eine enorme
Übertreibung an : Christus habe jetzt einen Sieg über seine G^er
errungen, wie seit den Tagen seines Leidens keinen zweiten!
Und so käme der König nicht als Ankläger, nichl als Partei-
mann, sondern um dem Papste die groüe Freude zu verkünden,
die jede Kreatur über diesen Sieg Christi empfinde. Nach
diesen beinahe wie Hohn klingenden Einleitungssälzen folgt
das dreiteilige Thema: Das Erringen des Sieges war furchtbar
in seinen Anfängen, wunderbar und erfreulich in seinem Fort-
gange, der Sieg allgemein anerkannt und unzweifelhatt am Ende.
Aus dreifachem Grunde war der Anfang schwierig und
furchtbar: wegen der niedem Persönlichkeit des Denunzianten,
der Machtstellung der Angeklagten, der Furchtbarkeit der Ver-
brechen. Trotz alledem hat der König, wenn er auch nicht
sofort geglaubt, doch in seinem Glaubenseifer die Sache im
Auge behalten. Als der Denunziant sein Werk begonnen, hat
der König mit dem Papste darüber in Lyon, Poitiers und durch
Gesandte verhandelt. Und hier flicht der Redner eine offen-
kundige Unwahrheit so nebenbei ein: ,Und in dieser Ange-
') FiDke II, 135 ff. DDd 141 ff.
izecDy Google
Papet und Kanig bis Etiin Abachtufi der Verliandlungan, 203
l^enheit ist man weiter verfahren kraft päpstlicher Briefe.'
Kein solches Srliriflstöck existiert, und Ktemens hat alsbald
dagegen protestiert. Leicht konnte PlaJsians dann in wirkungs-
vollem Gegensätze die Macht der Templer in der Kirche und
das Entsetzliche ihrer Verbrechen zeichnen.
Der zweite Hauptpunkt gab ihm Gelegenheit, die Ver-
dienste Philipps hervorzuheben: Gott hat ihn besonders aus-
emählt, „der in seinem Reiche Dei vicariiis in temporal ibus*
ist, der frommste, mächtigste und reichste Fürst. Und nun
gerät Kedner in Zorn: .Darum mögen jene Verfluchten
schweigen, die zugunsten der Templer behaupten, der König
handle so aus Geiz und Gier nach ihren Reichtümern; er, der
genug, ja mehr als irgendein FQrst der Christenheit besitzt!
Darum hätte er ganz genaue Vorschriften über die getrennte
Vern'altung der Templergüter getroffen, damit alles dem h.
Unde zugute komme, obwohl er rechtlich alles sich aneignen
könne. Nur religiöser Eifer treibt ihn. Wären die hier an-
wesenden Karl von Vatois oder sein Sohn Phihpp oder der
König Ludwig von Navarra so wie die Templer, der König
würde auch gegen sie nicht anders handeln. Und als Gt^cn-
bild zum König der „vicarius in spiritualibus", der Papst, der
nach Gottes Fügimg nicht von irgend her, sondern gerade aus
dem glorreichen Frankenreiche stammen und seinen Auronlhalt
dort mit seiner Kurie nehmen mulite. Redner streut die
interessante Eventualität, wenn der Papst jenseits der Berge
gewesen, der König ihn nicht hätte sehen, die ganze Ange-
leifenheit nur durch Gesandte hätte erörtert werden können.
Dann wäre vieles anders gewesen! Und mußte nicht durch
tiottes Fügung der Grotimeister mit fast allen Brüdern ') aus
andern Gründen daher kommen-' Und nun werden nach
diesen beinahe blasphemisch wirkenden Tiraden die Geständ-
nisse besprochen. Daß der Großmeister freiwillig, ohne Folter,
bekannt, ja vorher schon in einer Versammlung des könig-
lichen Rates Ansichten über die Absolution geäutiert, die durch-
aus häretisch geklungen hätten. Viele Brüder hätten ohne
Folter ebenfalls bekannt, andere allerdings erst mit Hülfe der
') Eine merkwürdige UbeTtreibnng.
Digitizecy Google
204 pRpet und Kanig bia zum AbBchlaS der Verhaudlungen.
Folier. Einige haben widerrufen, und nun wagt der Redner
direkt, den Kardinälen — nur sie können gemeint sein — eine
Drotiung ontgegenzusclileudern: -, Woher das kommt, weiß der
König wohl! Einige aus eurer Gemeinschaft haben den Temp-
lern bedeutet, sie sollten nur sich tapfer halten, denn an der
Kurie landen sie ihren RQckhalt. Man weilä sehr wohl, wer
das Geld angenommen; eines Tages wird es ans Licht kommen.*
■ Im dritten Teile werden die Gestandnisse nacli ihrer
wunderbaren Seite vor allem beleuchtet 1 Wie in Paris und
in den verschiedenen Gegenden Prankreichs die Templer in
einer Woche gestanden, ohne etwas voneinander zu wissen.
Ja selbst direkte Wunder müssen herhalten; so der angebliche
Fall von Beaucaire, wo erst nach dem Geständnis der ge-
schwollene Hals des Templers wieder in seine natürliche Ver-
fassung zurückkehrt, was alle dortigen Brüder zum Geständnis
veranlaßt. Dann ein Fall aus Macon, wo Templer am Kur-
freitag das vorher verehrte Kruzifix in der schmählichsten
Weise verunehrten. Auch ein Teil des Schleiers, wie man sich
einen Einblick in den Orden versctiafFl, durch den kühnen
Eintritt von 12 Spionen, wird gelüftet; aber hier bleibt der
Redner doch vorsichtig schweigsam. Hat man doch sonst
Bürgschaften genug lür ihre Schandtaten. Ihretw^en ist das
h. Land verloren, in Spanien sind viele von ihnen Saracenen
geworden, und im übrigen bezeugt es der König von Frank-
reich, und ihm allein muti man in diesem Falle glauben.
Und nun kommen die Schlußfolgerungen: Was bleibt
noch zu tun übrig? ,Nur Deine Erklärung, heiliger Vater'.*
Keine verurteilende Sentenz, sondern nur die Erklärung, dali
jener Orden ein verurteilter sei; denn er hat sich selbst ver-
urteilt. Und so stellt nun Redner an den Papst die Bitte im
Namen des Königs, des Klerus, des französischen Volkes, ohne
besondere Feieriichkeit, ohne Hintergedanken, ohne Zügernng
vorzugehen; denn Zögetn heißt Begünstigen. ,Und dann löst
die Hände der Inquisitoren, damit sie gegen die einzelnen
Persönlichkeiten vorgehen und sie aburteilen können.*
Und nochmals ertönt die Bitte zum sofortigen Einschreiten,
denn sonst müßte der König, und täte dieser es nicht, die
Barone, und unterließen sie es, so müßte das französische Volk
izecy Google
Papst and RSnig hia mm Abechlafi der VerbBndlonge». iOh
das Unrecht Jesii Christi räclieii; ^rade das Volk glühte vor
Eifer und wollte schon die Templer vernichten, ohne sich um
ein Urteil zu kümmern; doch hat der König es zurückgelialten.
Den Schluß gebe ich wörtlich wieder: «Sicher, heiliger
Vater — möge es Euch nicht mißfallen — , verrlankt die Kirche
mehr dem französischen Könige als Euch. Denn viele seiner
königlichen Vorfahren haben ihr Blut für Christi Glauben und
Gottes Kirche vergossen; entlt^ne Beispiele brauchen wir
nicht: sein Großvater heiligen Angedenkens Ludwig starb bei
der Ausführung tles Kieuzzuges. Auch sein Vater Philipp starb
in Diensten der Kirche. Barone und Völker dieses Reiches
vergossen ihr Blut für den Glauben. Und in dem Blute dieser
Könige und dieses Volkes ist die Kirche gegründet und erhöht.
In diesem ruhmreichsten Staate blüht das Studium göttlicher
Weisheit, der Theologie, die die Kirche erleuchtet. Wenn also
der König, die Prälaten, die Barone, alte Völker dieses Staates
drängen auf die schleunige Erledigung dieses Glaubensgeschüftes,
heiliger Vater, so mf^est du es auch sofort erledigen. Anders
niQssen wir mit. dir in einer andern Tonart reden!" >)
Nach der Fortsetzung des Tolomeo von Lucca sollen die
folgenden Redner noch mit schwererem Geschütz gekommen
scin^; das darf man wohl als Phrase ansehen. Die Rede
Plaisians' lieü sich schwerlich im Ausdruck und in Wirkung
übertrumpfen. Das haben auch die beiden Berichterstatter
empfunden. Auch Johannes Burgundi gibt die folgenden An-
sprachen nur flüchtig wieder. Während Plaisians in der Vulgär-
sprache geredet, sprachen die beiden Erzbisehöfe lateinisch ").
Der Erzbischof von Narbonne, ein Vertrauter des Königs, ver-
glich die Templer mit den Verderbern des Judenvolkes, den
Madianiten. Eine schlimmere Häresie habe es nie gegeben!
Hätten auch einige Häretiker behauptet, wie heute auch noch
die Heiden, daß Christus nicht wahrer Gott sei, so hätten ihn
doch alle einen Propheten und heiligmülaigen Menschen genannt.
Die Templer aber beschimpfen ihn als Pseudopropheten. Wer,
[figte er bedeutsam hinzu, dem offenkundigen Irrtum nicht
') Alias oportet dos vobis loqni de alio l«ngnagio!
*) Idem repet«Dte8 qnod priinue et amplias aggravantee.
■] LiUeraliUr.
oy Google
ade Papst und ßSnJg bis zum AWhIuß der VerlmndluDgell.
widersteht, obwohl er es vermag, beteiligt sich an der SciiuM.
Das gelte vor allem von einem Prfllaten! Auch dieser Redner
drängt auf schleunige Erledigung, indem er auf die (Gefahren
hinweist, wie bei dem Funlten des Ärrius, der, nicht rechtzeitig
gelöscht, die ganne Welt in Flammen setzte!
Leider hat Burgundi von den Worten des beriUimtesteii
Theologen damaliger Zeit, des Aegidlus Colonna, damals Erz-
bischof von Bourges, nichts weiter aufbewahrt als die Ein-
leitung; .Nunc flens dico de inimicis crucis Christi.* Er habe
inhaltlich ganz wie sein Vorredner gesprochen, .licet per altera
verba".
Dann sprach einer für die Barone, ein Pariser Bürger
für die «lingua Gallica' und ein Bürger von Toulouse für
Toulouse und Montpellier und die ganze .lingua Occitana".
Schleunigste Erledigung der Sache! wiederholten auch sie
immerfort ').
Dann erhob sich der so tief gekrfinkte Papst. Dali die
Prälaten die Bösen hassen, die Guten lieben müssen, enthielt
sein Vorspruoh, und er begrimdete es mit biblischen Beispielen;
vor allem aber mü^te es der höchste Prfilat, ,qui est Dei
vicarius". Aber — lautete sein Thema weiter — »setzt einen
Gericlitshof ein an den Toren". Gott selbst hat, als er auch
in Sodom durch seine Engel erst eine Untersuchiing veran-
staltete, den Prülaten den Weg gewiesen, den sie wandeln
müssen.
Und dann crZilhlte er über seine Beziehungen zu den
Templern: Vor seiner Wahl habe er wenig Templer gekannt,
denn in seiner Heimat schlössen sich wenige Adlige dem Orden
an; als Papst habe er den Orden und seine Glieder liebge-
wonnen, da er sie für gut hielt. Sind sie so, wie man sie
beschuldigt, so wird er sie hassen und g^en sie vorgehen,
wie es die Ehre Gottes erfordert. Das wird er mit den Kardi-
nrden schnell und in Kürze ausführen, allerdings nicht üb«%ilt.
sondern mit ehrlicher, reifer Überlegung, wie es sich für die
Kirche Gottes geziemt.
Das wiederholte der Papst nunmehr in der Volkssprache
und in ihr fuhr er fort: Wahr sei, daß der König in Lyon
') Also aeclis; Tolamen vou Lucca bat Septem arringantflS ex parU regia-
DigmzecDy Google
fapst nnd tCGnig bis zum Abschlafi der Verhuid langen. iOl
und PoUiers Unterredungen mit i)im In der Templer&ache ge-
habt; seiner Antwort entsinne er sich nicht mehr, da die letzte
l'nterredung: ganz kurz gewesen. Dann habe Magister GcofIW>i
du Plessis mit ihm im Auftrage des Königs gcsproclien. Das
weiß jedoch der Papst bestimmt, ,dati niemals durch den König
die Gefangennahme auf (^rund päpstlicher Briefe vorgenommen
ist! Doch glaubt er, daß der Inquisitor einen ganz allgemeinen
Auftrag •) seitens seiner Vorgänger besitze.
Hit einer gewissen Schärfe ging Ktemens dann auf die
anmaßenden Schlußworte Plaisians' ein: Die Kirche sei ge-
t^rOndet im Btute Christi, der Apostel, die alle Märtyrer ge-
wesen, der Päpste der ersten vier Jahrhunderte, die fast alle
[nr den Glauben geblutet hätten, (iewiß, er selbst habe für
die Kirche noch nicht viel getan; er habe Ehrenstellen in der
Kirche tiekommen, freilich nicht ohne Lasten. Was äußerlich
schön erscheine in Gewändern und sonst, ergötze ihn nicht
viel, denn die Last sei inwendig um so gn'^fier. So viel sei ihm
die Kirche wert, daß er Itir die Verteidigung des (ilaubens
bereit sei, Tod und Martyrium zu erdulden.
Diesen würdigen Worten schloß der Papst — leider möchte
tnan si^n — noch den bei ihm unvermeidlichen Lobhymnus
auf Philipp den SchAnen an: Er habe niemals geglaubt, datJ
der König aus Geldgier so gehandelt, sondern er halte es für
ausgemacht, daß er vom Glaubenseifer dazu getrieben werde.
Das gehe auch schon daraus hervor, daß er, wie betoiit worden,
keine Ahsichten auf die Güter habe, sondern sie für die Kreuz-
zugsangelegenhciten zur Disposilion der Kirche stelle. Dabei
unterlief dem Papst ein charakteristischer, hei ihm öfter wieder-
tehrender Fehler, wie der Berichterstatter hervorhebt. ,Zur
Disposition der Kirche" hatte Plaisians gar nicht gesagt; was
Klemens wünschte, das spiegelte ihm seine Phantasie als vom
G^mer schon angeboten vor. Noch einmal betonte er seine
und der Kardinäle Bereitwilligkeit, schnell, aber mit reiflicher
Überlegung vorzugehen; er, der Stellvertreter Christi, sei ja
zuerst dazu t^rufen" *).
') HerkwQrdig unbestimmt.
*) Darsn aeblob aich die F;rt«ilung eines Alilaasea fOr alle, di? fUr
■bn uro Erlenclitang in dieser Angelegenheit beteten.
izecy Google
ä08 ^fipst nnd K5nig bia 2Dm Abscblnfi dar VerhuidlnDgail.
Natürlich genügte dieses allgemeine Zugeständnis dem
Könige und den Seinen nicht; nicht sofort, wie Prutz meint,
sondern mehr als 14 Tage später, am 14. Juni'), hegann lier
zweite Ansturm. Auch diesmal besitzen wir unzwcifelhnß ~
was bislang völlig übersehen wurde — die einleitende Rede^),
und auch diesmal ist es höchstwahrscheinlicli Nogarct, der das
Material geliefert hat*).
Wenn Christus sc^ar die Frage stellte: Wer von euch
kann mich einer Sünde beschuldigen, wenn Petrus von Christus,
aber auch von Paulus getadelt wurde, dann — beginnt der
Redner — darf auch der Hirt der Kirche von den Geringsten
MaliDungen und Warnungen entgegennehmen. (Jnd nun wendet
er sich zur Templersache, die spruchreif ist. Nicht als An-
kläger*), sondern als Eiferer für den Glauben erscheint der
König hier, obwohl ihn viele anspornen, kraft eigener Autorität
den Orden auszurotten. , Als rücksichtsvoller Sohn hat er drei«-lei
von dir erbeten ^), data Du die französischen und fremdlän-
dischen Prälaten anspornst, in ihren Diözesen gegen die ein-
zelnen Templer vorzugehen; da& Du die Susp^sion der In-
quisitorengewalt wieder aufhebest; daß Du endlich durch
apostolische Provision den Templerorden aus der Kirche be-
seitigst."
Die ausweichende Antwort des Papstes habe viele ver-
wundert, alle hätten starkes Ärgernis daran genommen. Es
gibt ja manche, die an die päpstliche Gunst für den Orden
') J)tT englische Bericht echlieBt hd iliia erste KonsistoriDin nn (p. 4171:
Upon Frid&;e next afl«r the feaet . . , lioly troughe, being the eigblli
cftlendes of Julye; wahrscheinlich mufi statt 8 hier 18 stehen; dann mmmt
es: XVIII kalendaa Julü ist der 14. Juni, das war Freitag nach Dreihltigkfit.
') Not. et ICitr, XX, 182 ff. — Fflr den Cbaralcter der Red« apriebt
die ganze Form; Puter aaDctissime, pBt«r aancte, sanctitas veatn nav.
IcGnnen doch nur in einem Schreiben, uad als aolchea ist das StDcb niciit
unterzubringen, oder in einer Rede vorkommen. Boutario (p, lT2i hat den
Text des von ihm edierten Stdcbes ganc Tnißverstanden.
') Eine Anzahl Stellen stiminen mit Nogarets Schrift«a. Das ial
Dlrigens such von Scholz, Die Publizistik S. 869 Anm. 17 aehoo erkaniil.
*) Diese Stelle stimmt .fast wQrtlich mit der wiederholt erwlbolfo
Tttselharten Nr. .14 in Dupuy, Traitez p. 91.
') Reverenciani vestrain adhiens tria reqnisivit (rex). Hierdurch isl
Zeit nnd Oit gesichert. Das kann nur die Zusaoimenknnft iu Paiti»rs Gein.
izecDy Google
P«p8t imd ^Bnig bis Eom Abschlug der Verband lungen. 209
glauben , was man auch einigen Kardinälen zutraut ; denn
dessen rühmen sich ja die Templer in Wort und Schrin.
Andere l)e(;innen an die Templerschuld zu zwelTeln, da es der
Papst ja auch tut. Rasche Abhüire müsse der Papst schaffen
— dafür zitiert der hibelkundige Verfasser allerlei Stellen,
aucli — ganz wie Nogaret im Frühjahr — das Beispiel des
ürgemisnehmenden Bruders '). In immer neuen Wendungen
sucht der kühne Redner zn spornen; denn tut's der Papst
nicht, dann tun es Fürsten und Völker. Wenn das .hrachium
ecclcsiasticuin " versagt, so tritt das .hrachium seculare' ein,
fehlt dieses, so erscheinen ,pedes et alia" ; wo Gefahr im
Voi'zuge, da gibt's keinen Richter, da tritt jeder fflr sich
selbst ein.
Es naht das Schreckbild der Häresiehegünsligung; sonst
so oll gegen Freund und Verehrer der Häresie angewandt,
diesmal dem Papste selbst voi^ehalten! Anastasius war an
sich ein würdiger Papst, und doch zog ihn die Schwäclie
gegen Äcacius ins Verderben. Noch mehr! Die Kirclie selljst
ist in Gefahr. Schon wankt weithin der Glaube, schon be-
ginnen weite Kreise die Kirche, die lau sich verhält, zu ver-
achten. Schon brennen die Häuser der Edelsten. Und so
Höht denn die ganze Gallikanische Kirche: ,Ins Feuer! ins
Feuer mit ihnen! Hülle, Hülfe!" .Schüttele die Schläfrigkeit
von Dir ab und lasse Dich nicht von den Fesseln des Teufels,
allerlei sophistischen Gründen , umschlingen ! Sonst wartet
Deiner Helis Geschick, der den Hals brach. Oft ist keine Ord-
nung besser als pünktliche Ordnung. Was darf es uns küm-
niorn, wer die Verbrechen der Templer bloßgelegt, mögen es
auch Laien und nicht zünftige Inquisitoren sein ^). Diese An-
gdegenheit triffl, alle, alle sind berufen zur Voitei<li}jung des
Glaubens.'
') Finke II, 107 oben.
*) Nee est cnranduiii, onde clamerint crjr
Bi coram lairis, non dicam iaquieitoribus, vel eiu«
narÜB clamerint peccata predicta. Eine buchst interessante .Stello, worans
bervorgeht. dnS onch jetzt noch von päpstlicher Seite gegen die Unter-
saehang der Templer durch die Laien kommissare. d. li. die küniglichen
Beamten, proteeticrt wird, Not. et Extr. XX, ltf6.
Fink«. FaiKttnm nnil rnterxBiiK äe\ Templerordaiii. I. 14
izecyGOOglC I
219 Pnpet ond Ksnig bis sum Abacblofi der Verhondlaogen.
Wie im ersten Konsistorium muß auch diesmal Plaisiaos
die Rede vorgetragen ') und dann zu einer EntschelduDg ge-
drängt haben. Nach dem von jetzt an fast allein als Quelle
dienenden verstummelten englischen Bericht betonte der Pat>st
den geistlichen Charakter, die privilegierte Stellung des Orden;.
Seien die Templer wirklich schuldig , so könnten weltlidie
Forsten und Laien sie nicht richten; nur die Kirche. Nur
mit vorsichtiger Beratung könne die Untersuchung gegen sie
geführt werden. Plaisians wies auf das allgemeine Geständnis
hin, darum sei Verzögerung vom Übel. Klemens erklärte, dati
auch Unschuldige unter dem Zwange oft Schlimmes gestanden
hätten, und selbst im Falle der Schuld kOnne das Templer-
geständnis nicht als gesetzmäßig gelten. Plaisians stellte sie
tief unter die Juden und Saracenen, Der Christ besitze das
Hecht, solche Leute zu töten oder ihnen wenigstens Widerstand
zu leisten als Feinden Christi. Mag sein, meinte der Papsl,
daü sie so schlimm seien, dann hat der Christ die Verpflich-
tung, sie zu verachten und ihre Gesellschaft zu fliehen, aber
zum Tode können sie nur mit Zustimmung der Kirche v^^
urteilt werden. Sind auch die Templer im Bereich der fran-
zösischen Krone schlimm, so braucht darum doch der ganze
Orden noch nicht ausgetilgt zu werden. Wie dieses ganze
Zwiegespräch nur bruchstückweise erhalten ist, so vor allem
der Schluü. Vielleicht trißl man den Sinn der päpstlichen
Worte, wenn man so deutet, daß er nicht weiter voi^ehen
werde, solange nicht Personen und Güter in seiner Gewalt
seien; erst dann glaube er, ein solches Urteil fällen zu können,
das dem Allmächtigen gefalle, die Kirche stärke und den Ab-
scheu vor der Häresie fördert. Dabei richtete Klemens direkt
an den König die Frage, wann er ihm Personen und Güter
überantworten werde. Der König hielt noch erst weitere Be-
ratungen für nötig.
Wahrscheinlich laufen diese königlichen Gelieimberatungen
neben den öffentlichen Verhandlungen her. In zwei höchst
merkwürdigen Schriftstücken sind die springenden Punkte wohl
bis zum 27. Juni festgestellt worden. Denn von diesem Tage
') Vgl. deo engliachen Bericht in der Rev. dm eoo. mt. VI p. 411.
Digitizecy Google
Papst und KSoig his mm Abschluß der Verhandlungon. ätl
datieren die beiden entscheidmden Urkunden Philipps, indem
er auf seine Gewalt über Personen und Güter der Templer
zugunsten des Papstes verzichtet <). An diesem Ta^e führt er
dem Papste eine kleine Zahl Templer zu, am folgenden be-
ginnen die Verhöre der 72 aos königlicher Gefangenschaft ent-
lassenen und dem Papste zu seiner freien Verfügung t;ciialtenen
Ordensmitgliedcr. Auch die ersten päpstlichen Urkunden vom
j. Juli beben hervor, datt schon eine Reihe Akte, die in
den Vereinbarungen bezeichnet sind, bereits vorher vollzogen
wurden *).
Beide merkwürdige Dokumente-'') ~ das eine die kAiiig-
liolie, das andere die pilpstliche Auffassung fixierend — sind
in engster Beziehung zueinander und, was vielleicht noch inler-
es^nler ist, auch zu den ausführenden Urkunden beider Teile
nbgcfa&t '). Der königliche Vorschlag dürfte der ursprüngliche
$ein; er ist knapper, an ihn knüpft die päpstliche Erwiderung
mit charakteristischen Erweiterungen an. Ob wir eine gemein-
same Arbeit N<^aret8 und des päpstlichen Nepoten Raimund
vor uns haben? Personen- and Güterfrage wird genau ge-
schieden.
Den Vortrügen Plaisians' entsprechend wird in der Per-
sonentrage als Basis vom Könige Aufhebung des Verbots der
bischöflichen Inquisition gefordert; dann sollen den nischöfen
die Templer formell überleben werden, wenn sie aucli tat-
sächlich in den Händen des Königs bleiben ,ad requestam
ecclesie". Alles Weitere findet sich später. Die päpstllclic
Forderung lautet auf Übergabe an den Papst, dann wird als-
bald die Freigabe der Prälaten und die tals<\chtiche Überlassung
der Personen an die königliche Gewalt erfolgen, doch muß der
König sich zur Auslietening auf kirchliches Ansinnen stets
verpflichten. Soweit ließen sich die beiderseitigen Anschauunj^en
zusammenbringen. Was soll nun aber fürderhin mit den Einzel-
'l Vgl. Rev. des queot. bist. XI, 15 f. Die zweite hat irrig XXXII
»I«tt XXVII. ') Vgl. z. B. Coli, de doc. indd. Mel, Hist II. 422.
') Rev. de« qneat. bist XI, 9 (königlicher Vorschlag), II (pSpstlicher).
*) Z. B: In beiden Vorschlagen steht fast ObereinstimmeQd : Deus
inipinTit tam d. summo pontifici qnam regi. Die AusfDhningsurkund»
Philipps vom 9. Jali beginnt: Inspiravit snnctitati vestre spiritus . . .
14*
izecy Google
äl2 fapst aai Kfinig bia zum Abachlafi der Verbaadlungea.
Personen geschehen? Das wird in dem päpstlichen Schrifl-
stück genau bestimmt: Neue Inquisition in den einzelnen
Diözesen durch die Bischöfe unter Hinzuziehung päpstlicher
Vertrauensmänner; die Entscheidung über das Geschick der
einzelnen bleibt den Provinzialkonzilien vorbehalten, mit Aus-
nahme der fünf Hauptwürdenträger — des Großmeisters, des
Generalvisitators von Frankreich, der Gro^präzeptoren von
Cypem, der Normandie und Aqtiitanien — , deren Inquisition
der Papst sich vorbehält.
Die Güterfrage war bislang in den peinlichen Debatten
zu Poitiers kaum berührt worden. Warum zunächst mich-'
Das stand ja durch unzählige Wiederholungen fest, und seit
den drohenden ÄufJerungen Plaisians' hatte wohl niemand
öffentlich daran gezweifelt, daß der König ,non typo avaritie*-
die Hand auf sie gelegt. Aber der Papst verlangte sie! So
zieht denn der König seine Hand von ihnen zurück, und beide
Parteien erklären ausdrücklich: Nur für das h. Land sollen sie
und ihre gesamten Einkünfte verwendet werden. Die Ver-
waltung wünschte der königliche Vorschlag, unter Oberaufsiclit
der Bischöfe, zwei von Bischof und König zu ernennenden
Administratoren in den einzelnen Diözesen anzuvertrauen; zu
der jährlichen Rechnungsablage möge der Papst Superinten-
denten ernennen. Die Gelder selbst sollten in den königlichen
Kassen deponiert und den Bischöfen darüber Bescheinigungen
ausgestellt werden. Wohl schiebt der päpstliche Entwurf den
Staatsvertreter in der Verwaltung zunächst beiseite; denn nur
der Papst soll einen (General-)Adininistrator und jeder Biscliof
in seiner Diözese einen speziellen Verwalter bestellen. Aber
durch das Zugeständnis, daß der König seine besondern Ver-
trauenspersonen hierzu dem Papst und bestimmten Bischöfen
vorschlagen darf, in vollstem Geheimnis, und diese kirchlichen
Oi^ne dann diese, und nach ihrem Tode ihre Nachfolger, in ähn-
licher Weise auch die Rechnungsabnehmor auswählen dürfen'),
') So ist weDigsteDB d«r Entwurf am nnttirlicbaten ta deuten. In
der epStern urkDDdlichen AuafDbrang wird eine iindero Deutung gegeben:
Zu den päpstlicboD GeneralkuTatoren und den biacbSflicben einzelnbn Ad-
ministratoren kann der König bestimmten PrRlaten einzelne PersOnUcbkeiteo
nennen, wclrlio neben den püpatiiclien und bJBchOflicfa^n Beftmten fangier^D.
oy Google
Papst and KSaig bia lam Abachlufi der Vei^ftodlungsn. 218
ist der eigentliche Zweck des kirchlichen Vorschlages, die Ver-
waltung in sicherere, vom König unabhängigere Hand zu bringen,
völlig illusorisch. Von mindeier Bedeutung sind dann die Zusagen
beider Teile, welche den ausschließlichen Gebrauch der Gelder
zu Kreuzzim;3zwecken auch fQr die Zukunft sichern sollen.
Von päpstlicher Seite wurde der Vorsehlag als provisorisch
angesehen; alles soll nur bis zur cndgQltigen Entscheidung
über das Geschick des Ordens gelten. Vor der Abreise des
K'ön^ aus Poitiers wird der Papst einen passenden und
ehrenhaften W^ ausfindig machen, auf dem diese Entscheidung
über den Orden getroffen werden kann ').
Persönlich muß dann der Papst für eine andere Ange-
legenheit, die dem König so sehr am Herzen lag, nur schwer
zu gewinnen gewesen sein. Der Generalinquisitor Wilhelm von
Paiis, Beichtvater des Königs, hatte mit diesem die schlimmen
Verhältnisse inszeniert, aus denen jetzt kaum ein Ausweg zu
luiden war, und ihn hatte dafür die Strafe der Suspension
getroffen- Sie mußte der Papst aulheben! Er tat es^), ob-
gleich es, wie die oft zitierte Stelle lautet, .wider seine Ehre
ging", und in der Aufhebungsbulle vom 5. Juli hat Klemens
seinem Groll noch einmal scharfen Ausdruck verliehen^). Nicht
allein, nur in Verbindung mit den Ordinarien durfte er —
und das gleiche sollte von den andern französischen Inquisi-
toren gelten — gegen die einzelnen Templer die Untersuchung
leiten. Wir hören darum auch nichts mehr von Wilhelms
Tätigkeit *).
Ob du in dem pApstlichen Entwurfs liegt? Dniin mOfite docli .nddeiit*
aUU ipDoeDl' stehen. Ober die kfinigliche Teilnahme »n der RxchDungs-
tblige ist keine Urkunde aurgestellt, Sie war ja aach kaum nOIig, da der
König Mieb bo alles in Hilnden hatte.
') Ei^r bleibt also eine starke Unklarheit
') Dia Stelle Rev. des qneet, hiat. XI, 12 ist inkorrekt: Item de
rMtitQtione inquIaitoriB. quia res tantnm habet cordi, feciat s pontifex,
licet videalnr contra honorem euum facerc, poese buuid cum collegio, quod
piüenter totleretur, quod una cum ordinariis BSsociandis procedat coatra
sia^lareB perwnaE ordiaia Templi. Bibl. Nat. üod. 1091S f, 112,
•l CoU. de doe. in^d. Hei. Hist. 11, 424.
'} Noch in der Anordnung der Klementinen, die eine stärkere Heran-
liehnag der BiechSfe bei der Inquisition betonen, glaubt man dis Einwirkung
dieser VerbältniaM zu aeben.
oy Google
214 Papst and KQuig bis zum AbBchlufi der Verb and lungen.
Worin besteht die Bedeutung dieses Abkommens, das
während des Juli urkundlich fixiert wurde? Hat der Papst
nunmehr in allem nachgegeben, wie in allen Darstellungen
betont wird? Denn „was nun noch folgi, ist teils at)sichtliches,
teils unabsichtliches juristisches Gaukelspiel, um den Justizmord
so gut als möglich :!u maskieren', sagt einer der schärfsten
Tadler. Um ein sicheres Urteil zu Ollen, müssen wir fragen;
Was wollte der König und was wollte der Papst, und was
haben beide durch die Verträge erreicht? Nach dem Wort-
laut der FrOhjahrspaniphlete und der Beden Plaisians' muü
man schließen, der König wollte baldige Vernichtung der ver-
hörten und für schuldig befundenen Templer wie des ganzen
Ordens. Doch muäten der König und seine RSte bald heraos-
finden, da^ ein nochmaliges Verhör nicht zu umgehen war;
und darum erklären sie sich einverstanden mit der neuen
Inquisition, die aber nicht am Mittelpunkt der Kurie, sondern
in den einzelnen Diözesen stattzufinden liat, und darum das
Drängen auf Freigabe der bischöflichen Inquisition. Woran
der König aber festhält ist: schleunigste Aufhebung des Ordens;
dadurch wäre die Personen- wie die Güterfrage ja au&er-
ordenllich vereinfacht worden.
Was will der Papst? Verkehrt wäre es, ich betone es
nochmals, zu glauben, daß er jemals, d. h. seil Sommer 1307,
völlig vou der Unschuld der Templer überzeugt gewesen; sein
Zweifel wurde sicherlich mit der Zeit immer stärker, und da-
durch verlor er noch die wenige Widerstandskraft Philipp
gegenüber. Sein Gewissen, auch Klemens V. müssen wir ein
solches zusprechen, beruhigte sich nicht, bevor nicht das hier
allein legitime kirchliche Gericht gesprochen hatte. Die großen
Mängel des königlich -kirchlichen Verfahrens, wahrscheinlich
auch die Härte desselben, kannte er genau. Seine Auffassung
der ihm zuströmenden mündlichen und schrifliichen Nachrichten
über den TenipIerprozeB hat er den französischen Bischöfen
gerade in diesen Tagen in einer merkwürdigen Expektoration
bekannt; bis zum letzten Augenblicke, bis Ende Juni dürfen
wir sagen, blieb er dabei: de quibus modicam habebamus
vcrisimilem coniecturam nee ad illa credenda noslre mentis
oy Google
P»pst Dod EGnig bia luin Abschlag der Tarhandlungen. 216
oppinio poterat inclinari '). Also bei einer nochmaligen, rein
kirchlichen Inquisition beharrte er.
Wie sollte er sie at>er Tomehmen lassen? Beinahe 3000
Menschen, so viele waren allein aus Frankreich — und nun
die aulJerfranzösischen ! ~ konnten doch Papst und Kardinals-
|[oIleg unmöglich allein verhören, abgesehen von der UnoiJ^-
lichkeit, sie alle nach Poitiers zu schaffen. Er hat einen
Augenblick an besondere Inquisitoren gedacht-); würden sie,
wie die Sache ]ag, etwas anderes erzielt haben? Schließlich
blieb er bei seinen legitimen Mitarbeitern stehen, den fran-
zösischen Bischöfen: qui estis in partem sollicitudinis advocati;
aber nicht sie allein, ein besonderes Kollegium, aus Kanonikern,
Franziskanern und Dominikanern bestehend, sollte ihnen helfen.
Sie alle kann man doch nicht als königliche Kreaturen be-
zeichnen, wenn man nicht die ganze französische Kirche als
verrottet ansehen will.
Kiemens wollte damals persönlich noch eine milde Be-
strafung der Templer. Ich weise hin auf die Andeutungen,
daS (SC die reuigen Templer der Verteidigung des h. Landes
wieder zufahren wollte; und darum wohl die wütende Hetze
des königlichen Gefolges. Ob er damals die Erhaltung des
Ordens Selbst noch für möglich gehalten, in der ursprünglichen
oder in einer abgeänderten Form? Wir wissen es nicht.
Sicher ist nur, daS er die Entscheidung darüber nicht sobald
fallen wollte, während sie für den König die Hauptsache war.
Möglicherweise ist die dunkle Äuljerung in dem päpstlichen
KompromiS nicht ungewollt. Bedeutete die ,via rationabilis
et honesta", fQr welche Klemens vor Abreise Philipps, also
noch im Juli, soi^n wollte, eine endgültige Entscheidung oder
nur die Einleitung zu einer solchen? Letzteres hat Klemens
durch die Ankündigung des Generalkonzils beabsichtigt, ersteres
hat der König gewollt. Beide blieben hier auf ihrem Stand-
punkte stehen, und so zeigt sich denn die merkwürdige Er-
scheinung, da&, obwohl seit Juli 1308 Klemens V. an die
Sdiuld der Templer glaubt und nunmehr auch entschieden
■) H«l. Hiat. II, 420.
* IntendabBt mittere episeupos AtiqnoB, qai simul cum ordinariia . . .
iDqoirareDt et demnni p«r »e ioquirereot. Ftnke II, 152.
izecDy Google
216 Papet und KOuifc bis zum Abscfalufi der Verhandiungen.
darnac)) handelt, docli auch fernerhin eine gereizte Stimmui^
auf köni^riieher Seite in der Teiiiplerangelcgenheil bleibt, die
niclit durch das Verhalten des Papstes in den andern gleidi-
zcitigen poHtischen Verhältnissen zu erklären ist. Kleinens hat
der königlichen Partei doch zuviel Schwierigkeiten gemacht;
noch heinuiie 4 Jahre existierte der Orden und war in dieser
Zeil ein ilcnnnnis üQr die französische Politik, und dann blieb
auch von den Gütern des Ordens nur ein großer Raub in den
Händen des Staates. Beides hatte die von Tours nach Poitiers
ziehende Vertretung des geistlichen und weltlichen Frankreich
nicht geahnt.
Das soll keine Apologie der päpstlichen Politik seni; eine
tatkräftige Naiur hätte vielleicht auch jetzt noch die schmäh-
liche Umklammerung gesprengt; ein Bonifaz VIII. hätte jeden-
falls niciit Günstlinge des Königs, wie den Erzbischof von
Nurhonne und den Bischof von Bayeux in die besondere
päpstliche Kommission ') ernannt, und so die Wirkung dieses
unabhängig arbeilen sollenden Organs schon im voraus ver-
nichtet, ich will mit dieser Ausführung nur betonen, daß das
Abkomnicn der Abschluß einer natürlichen Entwickelung war,
die sich nur anders hätte gestalten können, wenn Kleniens
den vollen Glauben an die Unschuld der Templer besessen
hätte; dann aber auch, dafj trotz dieses Abkommens, die Ge-
schicke des Ordens sich noch hätten günstiger gestalten können,
wenn nicht die vom Papste mit Recht berufenen legitimen
Hülfskräfte versagt hätten. Nicht er allein, auch sie lagen im
Banne der königlichen Macht und der königlichen Auffassung.
Noch hatte der Papst bis dahin keine persönliche Be-
rührung mit den gefangenen Templern gehabt. Da erst mit
dem 5. Juli seine ersten urkundlichen Zugeständnisse beginnen,
ist wohl anzunehmen, daß er von dem eigenen Verhöre die
endgültige Entscheidung abhängig gemacht hat. Nach dem
öller zitierten englischen Berichte wurden ihm am 27. Juni
8 oder 9 Templer, die Edelleute waren, zugeführt'); vielleicht
ist hier die vornehme Herkunft das Wesentliche, denn ta^
darauf beginnen schon die Massenverhöre der 72 Templer, die
■) Schon damaU war sie fertig. Mel. HUt. II, 422.
') 'i'.itsi'tclilicb waren es einige mobr.
izecy Google
Papst nad KSnig bis ZDm Abschlufi der Verhandlungen. 217
also abends vorher sich schon an Ort und Stelle befanden.
Die ProtokoUe von 33 Vernehmungen hat SchottniQller auf-
branden, 9 neue kann ich hinzufQgen. Es fehlen also noch
30 Protokolle. Merkwürdig ist es, daS auch der Äuszu(f für
das Konzil von Vienne nur die jetzt bekannten 42 Einzelver-
höre aufweist; man könnte einen Augenblick bei don fehlenden
an ergebnislose Verhöre denken. Daß nicht alle gestanden
haben, wissen wir von Klemens selbst. Aus der Bulle .Facicns
itiisericordiam'' *) könnte man herauslesen, daä alle 72 Templer
Geständnisse abgelegt hätten, denn von Aufnahmen ist dort
keine Rede; aber der Passus ist in seiner knappen Fassung
«» allgemein, daß keine sichere Folgerung möglich ist. In der
Bulle ,Subit assidue* vom 5. Juli dagegen, die er an den
französischen Episkopat und den Inquisitor richtet'), nennt er
Jie Zahl der Verhörten „nonnulli ex Templariis memoratis"
und sagt, daß .nonnulli eorum* ein Gestfindnis abgelegt
halten. Ganz klar ist das neu aufgefundene Protokoll: alle
hätten gestanden .paucis exceptis' ^. Daß die Zahl der Nicbt-
gesläadigen 30 betragen, ist aus den verschiedensten Gründen
nicht anzunehmen; so dürfte dann die genannte Übereinstim-
mung zufällig sein.
Klemens V. hat die Vernommenen als hervorragende
Ürdensmitglieder bezeichnet: , reputacionis non modicc' meint
er einmal und das andere Mal .iiec levis autnritatis". Wenn
das hinsichtlich ihrer Stellung in etwa stimmen mag, ein
Drittel der bekannten Namen ist ritterlich, und eine gröbere
Anzahl Präzeptoren, also Verwalter von bedeutenden Häusern,
neben niedrig stehenden Gefährten treffen wir an, jedenfalls
waren die Vernommenen keine hervorragenden Beweiszeugen.
Schottmüller und Gnielin suchen den moralischen Wert oder
vielmehr Unwert des einzelnen Zeugnisses zu bestimmen *).
Ersterer unterscheidet drei Gruppen: Abtrünnige, Unzufriedene,
Gefolterte — letzterer zwei: , charakterlose Subjekte' und durch
<) Reg. Clenieiitis V. Nr, 3402.
') Uel. Hist. II, 420.
') Finke II, 340. Wir wUsen auch hub Uichelet von einem Templer,
(ier 1310 erklArt, vor dem Papst« nichts gestanden zd haben.
*) ScbottniUltor I, 266; GuieÜD S60ff.
izecy Google
218 Papst und KOoig bis zum Abschluß der VerhandlunKen.
physische Zwangsmittel Beeinflußte. Solche Scheidungen und
Wertungen haben etwas sehr Mißliches an sich, wenn auch
bei einzelnen, besonders den Ordensabtrünnigen, der Minder-
wert des Zeugnisses klar liegt. Ohne Zweifel genügt schon
der Hinweis auf die Herkunft für unser Urteil. Philipp will
den Papst l>eeinf1ussen, ihm den letzten Zweifel an dem Ver-
brechen der Templer benehmen. Wird er da nicht die soi?-
ßtlUgste ' Auswahl aus den Hunderten ihm zur Verfügung
stehenden Gefangenen getroffen haben , zumal die Zeit der
Auswahl ja unl}escbränkt war und der Papst sich gar nicht
eingemischt hat? .Liberaliter* sind sie diesem übergeben
worden. Um aber die Minderwertigkeit möglichst stark dar-
zutun, oder, wie Gmelin sagt, ,die Versicherungen aller dieser
Protokolle über die pure Freiwill^keit der hier gemachten Ge-
ständnisse auf ihren wahren Wert, nämlich Null, zu redu-
zieren', wird die Anwendung der Folter auch für das Verhör
von Poitiers behauptet Diese Behauptung beruht aber auf
einem groben Mi&Terständnis j der angeblich jetzt gefolterte
Audebert de la Porte erklärt ausdrücklich vor der päpstlichen
Kommission >), daß er von dem otflcialis Pictaviensis, also im
Jahre 1307, in einem der königlichen Prozesse gefoltert ist
Ebensowenig hat in Poitiers der König dem Verhöre angewohnt
und die Gefangenen beeinflußt *). Äußerlich waren die Templer
frei; daß einschüchternde Drohungen seitens der königlichen
Partei vor der Auslieferung stattgefunden haben, können wir
ohne Bedenken behaupten; Klemens V, konnte es nicht wissen.
Schottniüller hat die Fassung der Protokolle seihst ange-
griffen ; seine kritischen Bedenken gegen die Glaubwürdigkeil
hat schon Prtitz in genügender Weise zerstreut']. Mag auch
hie und da nicht alles aufgezeichnet sein, im allgemeinen ist
hierin eher zu viel als zu wenig getan, selbst mit Rücksicht
auf moderne Untersuchungsprotokolle. Und die tatsächlichen
Angaben über die Art der Verhöre, die von den vier Kardi-
nälen von Beziers und von Brügge, die auch als Gesandte des
■) Micbelet II, 191,
') Du beraht, wie erwähnt, uf einer mißveTsUndlichea Dentang
Schottmüllers.
') EntwickluDg S. 247. Krit. Exk. 5.
izecDy Google
Papst unii KSnig bis zmu AbachluS der VerhRndlimgen. 219
P&pstes den Bruch mit Philipp hatten hervorrufen müssen, dem
Kardinalbischof von Palästrina und Landulf von Neapel geleitet
wurden, die Teilnahme des Papstes an denselben, der ja nicht
bei jeder Untersuchung; von Anfang bis zu Ende geweilt zu
liaben braucht, sind unzweifelhaft korrekt. Warum hier Fehler
Ix^dien oder gar Lägen verzeichnen ?
Die Geständnisse der unten publizierten Protokolle be-
wegen sich ganz im alten Geleise. Welche Elemente die Eides-
iielfer des Königs waren, zeigt die Aussage des Stephan von
Troyes*). Dieser Abtrünnige, dem seine Mutter die Freiheit
angeblich lur 300 Pfund erkauft, der die schönsten Geschichten
vom Idol zu erzählen weiß, dem seine Flucht vor der Sodomie
drei Zähne kostete, der sogar dem schmählichsten Kuis noch
eine neue Seite abzugewinnen weiü — ,um Dich besonders zu
ehren and aus besonderer Brüderschaft küsse ich Dich" — ,
dieser Schwindler hat sich als Zeuge angeboten, ist vom König
vor der Gefangennahme vernommen worden und hat seine
Aussagen vor zwei Bischöfen wiederholen niössen. Wiederholt
wird der berüchtigte Ordenskerker IHerlan *) genannt und wohl
nicht mit Unrecht die Härte, ja Grausamkeit der Ordenslie-
straftingen, die simonistische Aufnahme betont. Vereinzelt er-
scheinen diese Züge aber auch in den Protokollen der päpst-
lichen Kommission, so daß wir hier nur von einer willkommenen
Bestätigung anderer Angaben, nicht so sehr von gänzlich neuen
Angaben reden können.
Die Einzelverhöre dauerten vier Tage; dann bestätigten
die Geständigen in einem feierlichen Konsistorium auch öffent-
lich ihre Aussagen! Am 10. Juli abends fanden sich die Keu-
mütigen mit ihren Untersuchungsrichtern zusammen im Hause
des Kardinalbischofs von Palästrina ein und dort schworen sie
ihre Häresie ab, erbaten die Absolution und wurden von der
Exkommunikation losgesprochen, nachdem sie zuvor geschworen
hatten, die von der Kirche ihnen auferlegte Strafe und Buße
auf sich zu nehmen. Dann fand die Aussöhnung mit der
Kirche statt. Da der Orden noch bestand, durften sie Bart
und Mantel noch tragen; auch konnten sie am Gottesdienste
') FiDke II, 884 ff.
■) Finke II, 381, 388.
izecy Google
220 Papst und König bis zum Abscfaluß der VerhandluBgen.
teilnehmen und die Sakranienle empfangen, doch unterstanden
sie auch fernerhin der gewohnten Aufsicht ').
Die Frage liegt nahe, warum befindet sich unter den
Gefangenen keiner der fünf Gro&würdenträger ? Hatte doch
der Papst schon in den Vertragsverhandlungen vom Ende Juni
wie in den Briefen vom Anfang Juli ihr Verhör sich persönlitli
reserviert. Klemens kann das Wegbleiben nicht verschulden;
nur der König hat es so gewollt Wenn selbst der eine oder
andere um Mitte August krank war, niemand sagt, da& das
auch schon 6 Wochen vorher der Fall war; und konnten sie
die weite Reise aus der Umgegend von Paris bis Ghinon
machen, so waren sie in diesem Zeiträume von zwei Monaten
auch wohl zu ii^endeiner Zeit imstande, die wenigen Meilen
von Chinon bis Poitiers zurückzulegen. Sie sollten aber den
Papst nicht sehen, sie sollten sich nicht vor der köni^ichen
Änfsicht sicher wähnen, darum die Komödie des Verhöres in
Chinon im August vor den drei Kardinälen, die neben dem
Kardinalbischof von Palästrina das Verhör der 73 Templer
geleitet, und den königlichen Räten Plaisians, Nogaret und
Jamvilla ! Wir tiesa&en durch Baluze *) einen eingehenden
persönlich gefärbten Bericht der Kardinäle an den französischen
König; nunmehr liegt auch das Protokoll des Verhörs vor*);
ob dies Original oder ein Auszug, läßt sich schwer sagen; die
trockene Fassung, der viele interessante Details des Pariser
Verhörs fehlen, laut beinahe letzteres vermuten *). Jedenfalls
bringt keins der Verhöre des Gro&präzeptors von Cypem,
Raymbaud de Caron, des Präzeptors der Normandie, Gottfried
de Charneyo, des Präzeptors von Poitou und Aquitanien,
Gaufried de Gonaville, des Groiävisitators von Francien, Hugo
de Peraudo, und des Großmeisters irgend etwas Oberraschendes.
Die Angaben decken sich mit den Aussagen vor dem Pariser
Inquisitor; mit peinlicher Genauigkeit werden die Angaben des
Alters und der Templerzeit gemacht. Nur einigemal fand icli
unwesentliche Abweichungen. Der Präzeptor der Normandie
hat im Jahre vorher erklärt, er habe den Rezeptor küssen
mfissen „in umbilico", jetzt heiüt es zarter, der Kuß sei erfolgt
') Finke 11. 153 f, •) 8hIu«> 11, 121 fF. •) i'inke II, 334 5.
*| Dazu heißt ea amSchlufi S. 328: ut io iuatrumBDhtpleaiuBoonttDetDt.
izecy Google
pApst und fCSnig bis zum Attschluß der Verbundlungen. 2H
,m pectore supra vestes ob reverenciam": und der Präzeptor
von Aquitanien erinnert sich jeUt, daß er bei der geforderten
Bespeiung des Kreuzes, die der Rezeptor in eine Bespeiung
seiner Hand umgewandelt habe, aus Furcht, daß der Rezeptor
die Hand wegziehe und etwas auf das Kreuz fiele, nicht auf
die Hand, sondern neben das Kreuz gespuciit habe. Vielleicht
ist die stärkste Abweichung die, dab Gottfried de Charneyo
diesmal behauptet, von Sodomie nichts zu wissen, während
er im Pariser Verhör') auf eine hierauf t)ezügliche Äußerung
eines Präzeptors hinweist. Bei Hugo de Peraudo ist die Über-
einstimmung des Protokolls von Chinon mit dem Pariser
^radezu auffällig; nicht bloß die Reihenfolge der Aussagen,
auch eine Anzahl Redewendungen decken sich bei beiden so
wörtlich, daß man an eine Verwendung des alten Protokolls
in irgendeiner Form denken möchte. Dieser vorsichtige Templei'
zitiert auch ganz auffällig den Pariser Notar, der damals sein ■
Geständnis au^ezeictmet , erklärt ausdrücklich, daß er beim
Pariser Protokoll beharren will; habe er jetzt zuviel gesagt,
£0 solle die Pariser Aussage gelten. Gerade die Aussage
Molays dürfte besondere Enttäuschung bereiten ; sie ist die
knappste und bringt in einem Satze in fast wörtlicher Über-
einstimmung mit dem Pariser öffentlichen Geständnis vom
35. Oktober 1307 die Angabe über die Verleugnung und Be-
speiung.
Soweit das Kardinalsschreiben Angaben über das im
Verhör Gesagte macht, stimmen sie mit diesem Protokoll.
Interessant ist es aber wegen der Schilderung der begleitenden
Umstände. Die Kardinäle begannen am 20. August: Die Frä-
zcptoren des h. Landes und der Norniamiie gestanden sofort
.lamquam filii obedientie" ; der Präzeplor von Aquitanien ver-
langte am Abend desselben Tages Aufschub bis zum folgenden
und gestand dann am allerwenigsten; ihm waren angeblich
beide Freveltaten — Verleugnung und Bespeiung — erlassen.
Der Großvisitator und der Großmeister verlangten am Sonntage
Au&chub und dann gestand Hugo am Montag, Jakob de Molay
am Dienstag, der dann noch seinen Diener das gleifhe Geständnis
■) Michelet 11, 295
Digitizecy Google
32ä Papst waA Ksnig bia zum AWhlu^ der Verhandlungen.
der Verleugnung ablegen ließ. Hieran schloß sich die Ab-
schwörung und Aussöhnung. Und nun kommt das Bezeich-
nendsie: Für die drei Bußfertigsien, den Großmeister, GroÜ-
visitator und den Prftzeptor des h. Landes, die so demölig ilir
Bekenntnis abgelegt — die beiden andern hatten viel weniger
gestanden — , erbitten die Kardinäle nicht die Gunst des
Papstes, sondern des Königs. Daraus Tolgt doch unzweifeihan.
daß nicht bloß Philipp, sondern auch diese kirchlichen Würden-
träger die neue Gewalt des Königs ober die Templer als eine
unumschränkte, abgesehen von der Hinrichtung, ansahen. Und
dann zum Schluß, die beiden G. und G., d, h. Nogarel und
Plaisians, würden mit Johannes ele Jamvifia den König genauer
informieren, denn sie waren mit den Kardinälen in Chinon.
Auch ohne weitere Angabe wissen wir jetzt, wer, wie später
vor der päpstlichen Kommission, in den Stunden des Zauderns
den drei Templern zugeredet und ihre Aussagen, sicherlicli
doch nur durch Drohungen, provoziert hat. Und dabei lieiliL
es in dem päpstlichen Schreiben, das die Vorgänge in Cbinon
schildert, daß die Kardinäle den Gro^wördentnlgern gleich zu
Anfang mitgeteilt, daß sie ohne Furcht vor irgend jemand und
frei ihr Bekenntnis ablegten: quoniam persone ipsorum el
aliorum Templariorum in r^^o Francie conslstentium nobis
tradite fuerant '). Dem Wortlaut der auswechselten Doku-
mente entspricht das, da auch später die Templer stets zur
Verfügung der Kirche standen, der König gleichsam nur Ge-
fangenwörter war — latsAchlich muß aber das Geschick der
einzelnen Persönlichkeiten vom König abhängen, sonst wflre
die sonderbare Bitte der Kardinäle nicht zu erklären. Leider
werfen nur einzelne freiere Äußerungen der Templer im Frfih-
jahr 1310 vor der päpstlichen Kommission trübe Streiflichter
auf ihre erbärmliche Lage nach den Tagen von Poitiers.
Am 5. Juli fand ein öffentliches Konsistorium statt, in
dem Klemens wohl im Anschlüsse an die Bekanntgabe der
Geständnisse die Geschichte vom frühem Verhör eines vor-
izecDy Google
Papet nnd KSoig bis zmn Abachlaä der Verhamllaiigen. 228
nebmen Templers vor ihm und dem Kardinalnepoten Raimund
erzählte >). Das kann doch nur hedeutän, daß er den Wechsel
seiner AufTassung öffentlich bekunden wollte; er glaubte jetzt
an die Templerschuld, wenigstens derer, die vor ihm bekannt
hatten ^). Aber darum deckte sich seine Auffassung der Sache
noch längst nicht mit der Philipps: Der König verlangt nun-
mehr die ofii7.ielle Verurteilung. Das hei^t nach der Antwort
des Papstes: .Die Kirche soll sie zum Tode verurteilen,' Da-
gegen sträubt sich Klemens; die Kirche verwerfe nie einen
Iteuigen. Zudem weist er auf die Untersuchungen im Aus-
lande hin, die nunmehr erfolgen niOBten; aber wenn auch
dort alte gestanden hätten, würde er doch keine allgemeine
Verurteilung eintreten lassen '). Die in Poitiers vemommenen
Templer überlieüe er dem König und den französischen Prä-
laten ; sie sollten , anständig von ihrem eigenen Vermögen
gefangen gehalten werden" *). Am selben Tage hat er auf
Bitten^) des Königs und der Seinigen die Aufhebung der Sus-
pension für den französischen Episkopat und den Inquisitor
unter den [»kannten Einschränkungen verordnet; vor allem
blieb ihnen auch jetzt noch die Untersuchung gegen den Orden
entzogen, denn sie sei schon andern übertragen ''). Das Zuge-
ständnis ist dem Papst schwer geworden; das kommt, wie er-
wähnt, in dem Schreiben an den Inquisitor stark zum Ausdruck.
Der König wollte den Papst weiter treiben ; so holt er
denn tags darauf zu einem allgemeinen Angriff aus. In seinem
sechspunktigen Programm bildet die Verurteilung der Templer
nur ein Bruchstück; es umfafit den ganzen KonOikt des fran-
i^ischen Königtums mit dem Papsttum. Die Erledigung im
') Das KonsUtorinm wird in der englischen wie io der spanischen
•Jnelle prw&bnt Die Enihlnng des PHpstex ist uns nur durch ZuriU be-
kinat Vgl. die SUlle oben S. 181 Ann). 1.
*) Seinem Empfinden liat er in starken Worten Ausdnicli verlieben.
MrL Hiat 11, 421.
'} Der 8ati ist nicht gans klar; es fehlt docli .Verurteilung' oder
ähsliches?
*} bonestlye ot their own goodes.
*) In ,Sabit Msaidae' wird ausdrScklich hervorgehoben, daß der KOnig
1»«. erst nach dem Verbfir den Papst gebeten haben. Mel. Hixt. II, 421.
*) Die Bullen sind erst am 12. August susgestellt.
izecy Google
234 Papst und KOnig bis xum Abeohluß ier Verbaod langen.
königlichen Sinne sollte die völlige Abhängigkeit des Papsttums
von der Krone Frankreichs bekunden. In seiner voJIsländigen
Fassung besitzen wir das Programm nur in der englisclien
Quelle; Tolomeo von Lucca kennt nur die Hälfte \); einiges
war als Programm fQr Tours schon nach Aragonieii berichlel
worden*). Die oFfizielle französische Geschichtsschreibung
schweigt darüber, Philipp der Schöne verlangte: 1) dauernde
Niederlassung der Kurie in Frankreich; 2) Verdammung der
in Frankreich verhörten Templer; 3) Abhaltung des geplanten
Generalkonzils in Frankreich; 4) Kanonisalion des Papstes
Cftlestin V.; 5) Verurteilung Bonifaz' VIII. und Verbrennung
seiner Gebeine; 6) Lossprecbung Nogarets. Plaisians mu6fe
die Begründung liefern *). Auch ans aragonesischer Quelle
wissen wir, dalj er gegen Bonifaz damals losgezogen ist*).
In einem Punkte stimmte Kleniens zu: ein allgemeines
Konzil wolle er abhalten, und das dürfe Frankreich bean-
spruchen. Sonst blieb er damals ablehnend. Die Templer-
frage will er mit den Kardinälen rasch und in guter Ordnung
erledigen, ^aber* — lautet die vorsichtige Wendung — . .es
sei noch nicht bestimmt, ob er ein Urteil für sie oder gegen
sie fällen werde, innerhalb oder außerhalb Frankreichs". Den
Aufenthalt der Kurie in Frankreich lehnt er ab, denn er wolle
und müsse nach Rom, und in Frankreich könne die Ktirie
wegen der geringen Einkünfte nicht existieren*). Die Kanoni-
sation sei ihm als Privatperson sympathisch, aber als Papst
müsse er in solchem Falle sehr vorsichtig vorgehen*). Ener-
gisch wies er das Vorgehen gegen das Andenken Ekinlfaz' Vllf.
zurück. Er verbindet damit sogar einen schüchternen Tadel:
das Aultreten Philipps mache ihn stutzig. Auch die Los-
sprechung Nogarets kann er wegen des gruüen Ärgernisses,
das der Urheber von Anagni gegeben, nicht zugestehen.
■) BftlDze I, 30. ') Finke IT, 123.
') Pleasiatia dj'd exponnde all thos thinges
') Hulta, Bleut alias aiidivietia, gravin propoait« sunt coram nobis
cnnlrn dominum ineiim. doniJnnm llnnifitcium, sagt Kleniens einen Monat
später. Pinke II, 157.
') lleim Empfange PhilippE liatte Klemons noch aaf den Ronimg
hingewiesen!
"; Kine Scheidung von Amt nnd Persun, die Klemeos liebt.
izecDy Google
trapst and König kis zdid Abschluß dar VerhitDilInngeD. 225
So damals! Und einige Wochen später liatte Klcmens
schon in ein paar wichtigen Punklen, unter dem steten Drucke
der königlichen Räte nachgegeben; und einige Jahre spTiler
waren alle königlichen Forderungen, wenn auch nictit buch-
slAhlich, so doch dem Inhalte nach erfüllt bis auf die Verur-
teilung seines Voi^ängers, Schon AnTang August verkündete
er im Konsistorium die Verlegung der Kurie För den Winter
nach Avignon ') und dort blieb sie; schon damals proklamierte
CT den Beginn des Prozesses gegen das Andenken Bonifaz' VKI.
für den Monat Februar 1.100, den Konzilsort Vienne an der
französischen Grenze, und hier wurde der Templerorden auf-
^'ehoben. der Lossprechimg Nogarets folgte die (leilig^prechung
Cöleslins im Jahre I:t13.
Damit ist die an aufregenden, sogar dramatischen Vor-
gittigen reiche orsle HSIfte des königliclien Aufenlhaltes in
Poitiers vorüber. Nun b^innt die stille geschäftliche Arbeit.
Die Urkunden des Juniüth-reinkommens ^) zwischen Papst
und König werden jetzt in drei Gruppen ausgestellt. Zimüchst
Kalt es, die bischöfliche und inquisitorinle Jurisdiktionsgewalt
wiederherzustellen: die beiden Dokumente, denen sich später
am 13. Juli die Neuordnung der künftigen Inquisition anschloU,
stammen vom 5, Juli^). Dann folgt die llegetung der Güter-
frage durch drei päpstliche und zwei königliche Schreit>en^).
Schon am 37. Juni hatte der König die Güter freigt^ehen und
versprochen, sie den vom Papste generell und den Hischnfen
in ihren Diözesen zu ernennenden Verwaltern zu ütierlassen,
unter Zusicherimg des Königsschutzes. Vom 9. Juli stammen
<) Finke IJ, l.'>ßr.
*] Id welcher Weise tlieiie gegenaeitiRen Zasageo erfolgt sein iiiUsiien,
deutet Reg. Clementiit V. Nr. r>011 an; R«x in noittra et noiitmrum fratrum
pmentin ironatitataa prupoeoit, quod ipae . . . nd nustram re<|uiBitionGin
munam so am amovit.
') Es sind die Nr. A. B, C in dem Verzeih hniaae Piaislans' Not. et
Eitr. XX. 2. 191 f. C^edr. M^ Hist. II, 418 tF. Die llezeicUniins mit
Bocfastaben gab acbon Plaisians den Stücken, die er am .'i. Sept«mlwr dem
Kinig tibergab. Sie finden sich, soweit icli sehe, sämtlich im Parixer
NatioiialarcbiT. Weil die bisherigen Angaben Dberall nicht korrelit wiiren.
luae icli die Anfittblung etwas genauer folgen. Am ausfUhrlicbuten bisher
bei HefelcKnOpfler VI, 432 fr.
') Die pftpatlicben DFG. die königlichen NO.
Pink«, PapiUnm nai) (Juttntsng <lea Tempi eroriltni. T. 15
izecDy Google
ä2e f Apat und König bis zam Abschluß der Verhandlungen.
die Erklürungen des Papstes und des Königs — bei letzterem
soweit es ihn ang^eht — , die Güter nur für das h. Land zu
verwenden, sowie das päpstiiciio ZugestAndnis, laut welcliem
Philipp einer Reihe benannter Prälaten gewisse Vertrauens-
männer angeben darf), die gemeinsam mit den kirchlichen
Organen die Güterverwaltung leiten *).
Die Personenfrage regeln , nachdem am 11. Juni der
König auch die Personen dem Papste überlassen, zwei päpst-
liche Schreiben vom )3. Juli; in dem einen wird dem Kardi-
nalbischof von Palästrina die Übernahme der Templer und
fernere Disposition über sie anvertraut, im andern dem König
hiervon Mitteilung gemacht. Der Kardinal bekundet dann
später am 18. Juli die Übergabe durch den K6nig und zugloicii
den Verbleib der Templer in den Königlichen Kerkern unter
der Oberaufsicht des Papstes %
Als Schlu^nrkunden hierzu kann man die gegenseitigen
Zusieherungen des Königs und des Papstes vom H. und 11. Juli
betrachten, wonach ihnen aus der Güterfrage und aus dem
.factum Tempiariorum" kein Präjudiz in Zukunft erwachsen
soll, und die Wiederholung dieses Gedankens in dem päpsl-
liehen Schreiben vom 13. Juli, das zugleich die Aufbewahrung
der Einnahmen aus den Templei^ötern durch den König r^elt*).
Am meisten Anstoü hat bisher die Form der Personen-
Übergabe gefunden; Hefele- Knöpfler nennen sie das , reine
Gaukelspiel". Wie sollte der Kardinal denn aber anders
') Die PrAluten sind die Erzbischsre von Narbanne, BordeftDx und
Sene, die Bischöfe von Badens und Soiaaone. Die VertrauenBinanner be-
DfinDte der Köiiig 1809 April. Trnitez 98 Nr. 6.
■) N uud 0 gedr. RQ Biet. XI. 15 (.Nuper' nnd .ItupiraTJt*); Reg-
in Dnpuy, Traitez 71 Nr. 1 nnd 3. Nr. D and G (Klemens: .Proptw
fervens' nod .Circa custodjam') gedr. Baluie II, 97 und lOO; Reg. Tnitei
p. 98. Nr. 4 und 8. F ist nicht gedruckt; Reg. Traitez p. 9S Nr. 5.
■] H gedr. RQ Bist, XI, 15 (.Nuper*); J und K (Klemene: ,Cnm
carisBimus* und .Cuncta') Bsluze II, 101 f.; Reg. Traitez 99 f. Nr. 9 nnd ».
J nngednickt. Reg. Traitez 72 Nr. 9 (Arch. Nat. J. 413 Nr. 9 mit Datnm
XV kolendsB Augusti. Irrig Boutaric, La France sous Philippe 1e Bei
p. 137 Anm. 4).
*) D and P gedr. Baluze II, 97 f. (,Ut omnia*) und R Q Hiat XI, 15
(.PlBcuif); Reg Traitez 99 Nr. 7 und 71 Nr. 5. E gedr. Ualaze II, 9(^
(,Iuatum et laudabile').
izecy Google
t*Apst and König bis lum Abschluß der VerbaDdlungen. 32?
handeln? Sollte er die Gefangenen sämtlich an sich nehmen?
Das war ja wegen ihrer Masse unmöglich. Die Templer blieben
in den Händen der Kirche, und untersuchend und strafend
konnte prinzipiell die weltliche Gewalt nicht mehr gegen sie
Foi^ehen, so unendlich traurig ihr Geschick ja auch sein mochte.
Dab praktisch selbst die Kardinäle den König als Herrn der
Templer ansahen, bewies der Brief aus Chinon. Auch in der
(iilterfrage muüte der Papst die Hülfe des Königs in Anspruch
nehmen. Und hier gestatteten die püpstliclien Zugesländnisse,
dalj die Verwaltung ganz in die Hunde der Vertrauten dos
König:^ kam; das flbte eine starke Einwirkung auf die Ver-
wendung der Gelder aus. Trotz päpstlicher Kommissare und
t)idesh&lfe ist ein Hauptteil des Einkommens der Folgezeit iu
den Händen Philipps gehlieben. Äußerlich, der Zeil der Ur-
himden nach, war Philipp der Zugestehende, in der Tat aber
war er der Sieger ').
Auch nach der Abreise des Königs^) genoti der so ge-
hetzte Papst in den nAchslen drei Wochen bis v.a seiner Ab-
reise von Poilicrs keine Ruhe. Philipps vornehmste Ratgeber,
der Erzbischof von Narbonne, Nogarel und Plaisians -''), blieben
an der Kurie und „mehr wie während der Anwesenheit des
Königs beschäftigten sie Klemens mit der Angelegenheil des
Königs", sagt Johannes Burgundi, der deshalb vergebens sich
um eine Audienz bemühte. Damals rangen die Räte dem
Papste das Zugeständnis ab, data er im Lande bleiben und
den Prozeß gegen Bonifaz ankündigen wolle*). Zuerst wurde
die WiedereröfThung der kurialen Gerichtsverhandlungen in
Avignon auf den I. Dezember, später auf den ei-sten Gerichts-
') Die AasliefeniDg der <>flter an die päpstlichen nnd hiaoliöflichen
KominiBsare ist nicht vor 1309 Februar 15 erfüllt. Vgl. Mel. HJst, II, 425.
In England Tafite man die ^tnUung Philipps r.u den (iDtom so nur: Demuni
d. pipa . . . regem Fmocio curatorem d. bonorum und cum curatoribus
prefatia deputaTtt! Balnze II, 174.
') Am 20. Juli. Vgl. such Holtimann S. 164 Ann. Merkwürdig ist
nun. difi eine Urkunde Philipps dae Datum trägt; Dat. Pictavis XXX die
lulii a. d 1308. Keg. Clcmentis V. Bd. IV p. 214.
') Nach Reg. CJemeDtia V. Nr. 3146 erhalten »eine NetTen (un
5. AogoBt 1308 PfrDnden obtentu Ouillelmi do Plasia.
*) Finke II, IM, 156 f.
15*
izecy Google
^8 fspst nnd KOnig bis zum Abschluß der Verhandtuiigen.
tag nach Epiphanie 1309 verlegt. Bald darauf sollte auch
das Prozeßverfahren gegen Bonifaz" Vlll. Andenken oröffnel
werden. Die Mitteilung vom Zusammentreten eines allgemeinen
Konzils benutzte Klomens, um in hellen Tönen das Lob Philipps
zu verkünden '), dem er gerade damals auch den Bischof
Guichard von Troyes opferte*). Guichards SkandalprozeÜ zeltrt
merkwürdige Übereinstimmungen mit den Anschuldigungen
gegen die Templer und Bonifaz VIII,
Am Tage des letzten Konsistoriums, am 12. August,
wurden in der ,audientia lilterarum' zwei Bullen gegen dit>
Templer verlesen und sodann an den Kathedraltflren ange-
schlagen*). Es ist die vom 8. August datierte Zitalion des
Gesamtordens und der einzelnen Templer, die für denselben
eintreten wollen. Sie müssen vor den Inquisitoren zur be-
stimmten Zeit erscheinen. Ebenso soll der Orden für eine
Gesamtvertrelung vor dem Viennor Konzil sorgen, wahrend
der Kaidinalbischof von Palästvina die fünf Groliwünlenträger
dann vor den Papst fuhren soll. Keiner von ihnen ist aber
dort erschienen. Am selben Tage wurde der Konvent von
Cypern zitiert ').
Tags darauf löste sich die Kurie auf; der Papst verweilte
in mehreren Poitiors benaciibarten Orten, um die Bückkehr
der nach Oliinon am 14. August reisenden KardinAle abzu-
warten *).
Das Datum des 12. August tragen nun eine groüe Masse
von Urkunden, die als .littere contra ordinem Tempil' im
Register Klemens' fast alle zusammenstehen: Verordnungen
ober die Rückgabe der dem Orden in Frankreich entwendeten
Güter (,Ad perpetuam rei nienioriam") "), Bestimmungen über
die Verwaltung der nicht französiseben Templergüter, die den
') Et mDlta circa eiusdein regis magniladioeni et cumetidiirionpni djxil.
*) RigHalt, Lc procts de (iiiichurd i^v^uo de Troyes (IfeSfi) p. 2fifl.
Kulle vom 9. Anguat 1308.
') Finke It. 157.
*) Reg. Clementis V. Nr. 3.'>84 f.
'') Diese wichtige NHohricIit Finko II, ir>5; Rritque in loci« cirrs
rivitatem Pictanensem nd quatuor vel quinqne learas usqne nd redilutn
dominorntn . . . cardinaliuin.
") Keg. Clementis V. Nr, 3i00f.
izecy Google
Pspot UDd König bis zam Abscblufi der Verband laagen. 221)
Metropoliten oder BischtJfen der betreffenden Gegenden anver-
traut worden (.Dens ultionum') '), die zahlreichen Stücke,
welche die pfipstUche Inquisition g^en den Gesamtorden oder
die bischöfliche gegen die einzelnen Templer regeln, sämtlich
mit .Paciens misericordiam ' beginnend '), die Anweisungen
der Tag^elder für die päpstlichen Inquisitionen in den ver-
schiedenen christlichen Staaten "), endlich die Einladungshulle
.R^nans in celis" zum Vienner Konzil*). Während in fast
allen vorbeigehenden Schreiben die Vorgänge des Templer-
prozesses ziemlich gleichlautend angeführt, werden , hat bei
diesem Dokument eine sehr starke Überarbeitung stattgefunden.
Hier verlautet nichts mehr von der Gefangennahme durch
Philipp; ganz in Licht gefaucht erscheint das Verhalten des
frommen Königs, der nur ,mullas et magnas informationes"
dem Papste gesandt, worauf dieser — so muH man schließen —
die Initiative ergriffen hat ; selbst bei den 7t Gefangenen
von Poitiers beut es nicht mehr, dab der König sie .libera-
liter' dem Papste ausgeliefert habe. Niemand vermag aus
diesem Stücke die Rolle zu erkennen, die das Königtum ge-
spielt hat. Ebenso auffällig wie diese Umformung der harten
Tatsachen zu einer allgemeinen Templerlegende ist die Auslese
der Bischöfe zum Konzil, über die der König zum mindesten
vorher verständigt war. Während sonst zum allgemeinen Konzil
der gesamte Episkopat geladen wurde, sollen hier nur die be-
nannten Bischöfe in Vienne erscheinen, während die übrigen
in der Heimat die bischöflichen Pflichten erfüllen sollen ! *)
Das Datum dieser Urkunden hat zu einer groben Milä-
duutung Veranlassung gegeben. In einer umfangreichen Gruppe
wird sehr ausführlich das Verhör der Würdenträger in Chinon
geschildert, obwohl dies erst am 17. August, also fünf Tage
nach der Datierung, brennen hat. Die früheren Forscher,
selbst Hefele-Knöpfler, bringen alle scharfe Bemerkungen über
diese Unehrlichkeit Kleinens' V. Vor allem spricht Lea vom
lügnerischen Papst, von der , empörenden Zweideutigkeit' ^).
') Rag. CleiDeutifl V. Nr. 3515. ') I. c. Nr. 3402 B.
") 1. c. Nr. 3516 ff. *) 1. c. Nr. 3626-83.
*) RaliqDie ipBoram «piscopomm in dictia provinciis retnanentibu» ad
B^ qae poolificale officium exignat. ') Lea lil, 2B3.
izecy Google
'230 Ptipst und Kilnig bis zum Abschluß der VerhandluDgeo.
Voi'siclitigere Foi-schcr, die sich fragten : Warum soll Kteniens
hier ilie Unwahrheit sagen? konnten Iceine Antwort finden und
suchten wie Prutz und Funk allerlei miülungene Deutungen '}.
Und docti liegt die richtige Antwort schon nahe, wenn
man die Zahl der den 12. August tragenden Stücke zusammen-
stellt: nicht weniger als 483, zum guten Teil sehr umfangreiche
Bullen, sind vuni tSS. August datiert. Sie Icßnnen ganz un-
möglich alle an diesem Tage fertiggestellt sein; zu einer solchen
Arbeitsleistung hätte auch die päpstliche Kanzlei damals nicht
annähernd hingereicht. Das Datum kann also nur als Beur-
kundungsbefehl gedeutet werden ; so hat es schoD früher Hollz-
mann angenommen ^). Jetzt haben wir zwei schlagende Be-
weise fQr die Richtigkeit: Am 13. August, dem Datierungstage,
löst sich die Kurie auf, der Papst reist tags darauf ab; damals
also hat er seine letzten Aufträge gegeben. Er blieb aber in
der Nähe von Poitiei-s, da er die Berichte der Ka^dinalsunte^
suchung von Chinon abwartete*). Aber noch mehr! Viele
Monate später, zu Beginn des neuen Jahres, beklagte sich
Philipp über die Verzögerungen in der Versendung der wicli-
tigen Dokumente; noch sind die vom 13. August datierten
Stücke nicht in den Händen der Hauptadressaten. Und der
Papst antwortete, daß die Last der Arbeit so groß gewesai,
datj die betreffenden Schriftstücke erst vor kurzem hätten aus-
gefertigt werden können*).
Abgesehen von allem andern bekundet ein solcher Vor-
wurf dummer Lüge und plumpster Unehrlichkeit eine Ve^
kennung der Tradition der päpstlichen Kanzlei und Kurie, die
beide sicherlich am wenigsten verdienen.
') Prutz a. 173 und Exkurs V]. Auf das Verfehlte hat Wescb,
Gütt. Gel. Ann. 1890 S. 266 f. hingevioscn.
') In MIOG IX, 503 spricht Bussen von .VordMierUDg*. Das Itbrifie
ist bei ihtn unklar.
■) Vgl. üben S. 228.
^1 Vgl. unton S. 236. VerHchiedeue dieser Sclireiben vom 12 Auguit
frliielt der Erzbiscliut von Toura erst am 18. Janaar 1309. Hei. Hiat
II. 424 IT. Vgl. auch ßnluze II, 141.
oy Google
VI. Die Templer
und die bischöfliche Inquisition in Frankreich.
Die päpstiiche Kommission daselbst.
Die französischen Templer hatten ein halbes Jahr Ruhe
gehabt; freilich nur die Rübe des Kerkers. Nunmehr begann
seit dem Übereinkommen zwischen Papst und König eine neue
Reihe von Prozessen. Über die jetzt einsetzende bischöfliche
und päpstliche Inquisition herrscht, was die Grundlagen an-
gebt, vollste Unklarheit; ScholtmüUer wie Lea nehmen sie als
g^eben hin, ohne äch um die einzelnen Entstehungsmomente
zu kümmern ^). Und doch ist ihre Erkenntnis zum Verständnis
der einzelnen Akte und üirer Beurteilung unbedingt nötig.
Den französischen Bischöfen und Inquisitoren waren durch
päpstlichen Befehl anfangs 1308 die Hände gebunden; ver-
gebens hatten Drohungen und Pamphlete den Papst zu er-
schüttern versucht; Klemens V; war fest geblieben, bis in
Poitiers ihnen die Hände gelöst werden. Seitdem arbeiten
Papst und Kardinäle an der Neuorganisation der Templcr-
inquisition für Frankreich, an der Schaffung einer solchen für
die ganze christliche Welt. Die Urkunden dieses wichtigen
Werkes tragen sämtlich das Datum des 13. August 130S. Daß
sie nicht alle damals, manche erst nach einem halben Jahre
ausgestellt sind, wurde oben gesagt. Aber die Gnindzüge der
Neuorganisation waren damals schon gegeben.
') 8a kann SchoUmOller ], 862 eu der Bemerkung Aer pBpstlichen
KomiDiasiaii, dt& sie 231 Zeageu verhOrt, ,qui alias enminati contra ordinem
nan fneniiit* [Hinbelet II, 271) biniarDgen: .Obschoo durch die tiberwie-
gende Mehrbeit der Zeugen die UDwahrheit dieser Hehauptung erwisBen
wurde* ... Er verstand eben gar nicht, daß Cntersucbung gegen Einzel-
person und Orden Enei guu verachiedeae Dinge sind.
izecDy Google
232 Die Templer und die bischöfl. Inquisitjou. Die pSpetl. Komniisaiun.
Die neue Inquisition stützt sich wesentlich auf die bischör-
lichc Tätigkeit. Bischöfe bilden den Kern der neuen Kommis-
sionen; denn nirgends wird einer. EinzeJpcrsönlichlieit die ünler-
sucliung übertragen. Neben den Bischöfen erscheinen Prälaten,
Äbte, Prioren, Kanoniker. Die eigentlichen Inquisitoren spielen
in der Neuorganisation nur eine sehr bescheidene Rolle. Sie
sind , zugelassen" — so lautet der Ausdruck — zu den bischöf>
liehen Untersuchungen und zur Urteilsfällung bei den Provin-
ziulkonzilien ; aber sie können nicht mehr entscheiden.
Zwei grolJe Gruppen von Kommissionen waren nötig:
zur Untersuchung gegen den Orden selbst und die Großprfizep-
toren der einzelnen Länder utid zur Untersucliung gegen die
einzelnen Templerpersönlichkeiten. Letztere sollte in Frankreich
zunächst nur gegen die Templer gerichtet sein, die weder vor
dem Papste 1308, noch vor den Inquisitoren 1307 ausgesagt
hatten.- Für das gesamte Ausland fiel diesc> Einschränkung
weg. Dort sollte ja jetzt erst gegen den Orden wie gegen
den einzelnen die Untersuchung beginnen. Wir verwenden
für beide Gruppen die bislang angewandten, aber nie richtig
verstandenen Bezeiclmungeii ; päpstliche (gegen den Orden) und
bischöfliche (gegen den einzelnen Templer untersuchende)
Kommission; die Bezeichnung ist insofern irrig, als beide vom
Papste eingesetzt sind, gibt aber die Sache insofern richtig
wieder, als die bischöfliche Kommission auf die Diözese tie-
schränkt isL
Die päpstliche, gegen den Orden inquirierende Kommission
umfa&t ein ganzes Land — wie Frankreich, Aragonien, Eng-
land oder auch einzelne oder mehrere Kirchenprovinzen wie
z. H. für Oberilalicii, Unleritulien. Zuweilen soll sie nur in
einem kleinen Komplex arbeilen wie in der Diözese Ancona:
Dann ist auch die Zahl der Mitglieder klein; für Ancona sind
es nur die Bischöfe von Fano und Esi. Oft ist aber auch der
Bezirk gewaltig wie Deutschland, dann bildet die Kommission
ein umfangreiches Kollegium: mehrere Erzbischöfe und Bischöfe
und sieben niedere Würdenträger. Oft treten in den Kom-
missionen kleine Änderungen ein, zu den Mitgliedern tritt Für
eine entfernte Gegend noch ein besonderer Erzbischof oder
Bischof hinzu. Ich zähle solcher Kommissionen 25, darunter
oy Google
Die Templer und die bischfifl. InquisitioD. Die pfipstl. Kommiesion. 233
l'J vollsUndig verschiedene, wälirend 6 Modifikationen be-
deuten. Am bekanntesten ist ja durch die groüe Quelleii-
sammlung von Miclieict die Tätigkeit der gegen den Orden in
Frankreich untersuchenden Konnuission geworden. Sie stand
bislang im Mittelpunkte der Beurteilung. An ihrer Spitze stand
der Erzbischof von Narbonne, Großsiegelbe wahrer Philipps, der
Bischor von Bayeux, das Haupt der Gesandtschaft des Königs
an den Papst im Dezember 1310, iil>er die uns einer der
berühmtesten Uesandt&chaflsbertcbte erhalten ist, der Bischof
Durandi von Mende, ebenfalls in küniglichen Diensten tälig,
der Bischof von Luiioges; ebenso lieüen sich wahrscheinlich
auch für die drei Frülaten: den Archidiakon von Trient,
Jobann von Mantua, Auditor des mit Philipp eng verbundenen
Kardinals Pe.ler Colonna, den Propst G. Agarni, früher lang-
jährigen Frokurator der neapolitanischen Anjous an der Kurie,
und den Archidiakon Johannes de Montelauro aus Maguelonne
Beziehungen zum französischen Königtum nachweisen. DalJ
Philipp auf die Bildung der Kommission für sein eigenes Land
Einfluß gesucht hat, ist b^rciflich; ein starkes Stück aber ist,
daü er auch die Ernennung der Inquisitoren für die andern
Länder in seine Hand zu bekommen suchte. Wie die Liste
der rOr das 6eneralk(>nzil zu borufendcn Bischöfe, so li^t auch
die Liste der päpstlichen Inquisitoren unter der Bezeichnung:
Scripta secreta super facto Teniplariorum im Pariser National-
archiv, (her ist für Ungarn bei dem von der Kurie bezeich-
neten Namen: „Bernardus Blanc canonicus de Corona ordinis
s. Augustini Engolismensis diocesis* die Notiz von französischer
Hand eingetragen: .Iioco eins mitatur alius! Posset mitti fr.
Bertrandus de Rocauilta (?) ord. Prcdicatorum, natus de Tho-
losa." Freilich ist dieser Vorschlag nicht durchgedrungen ;
Bemardus Blanc blieb auf der Liste. Aber wir wissen die
Beniiihungen um eine ihm genehme Liste aus Philipps eigenem
Hutide: .Mit größter Vorsicht sind Dir, h. Vater, wie wir
wissen, die Persönlichkeiten hierfür ausgewählt; darum unter-
lasse, Veränderungen vorzunehmen, wenn es nicht unbedingt
nötig ist. Denn Änderungen der Liste bringen vielleicht Ver-
zierungen und so den grfißten Schaden." So der König in
dem gleich ausführlicher zu behandelnden Schreiben. Kleniens V.
izecy Google
234 Die Templer und die bischSH. Inquisition. Die pSpatl KoDimiMioa.
hat sonst auf alle Klagen, Vorwürfe und Vorschläge geant-
wortet, hier schweigt er. Jedenfalls hat der König erreichl,
daü fast in jeder Kommission , ob sie nun nach Sizilien,
Deutschland, England oder Kaslilicn ging, französische Prälaten
und Mönche eine Rolle, und wohl die entscheidende, treibende
Rolle spielen ■).
Die Ei^ebnisse ihrer Untersuchungen muüten diese Kom-
missionen in urkundlicher Form dem Papste zustellen; denn
sie sollten als Grundlage bei der Prüfung auf dem Vienner
Konzil dienen. So sind uns denn auch gerade diese Malerialien
aus den verschiedenen Ländern erhalten. Viel weniger die
Arbeiten der zweiten Kommission.
Die bischöflichen, gegen die EinzelpersÖnlichkeUen unter-
suchenden Kommissionen sollten in den einzelnen Diözesen
vorgehen. Woher die Templer stammten, kam nicht in Be-
tracht, auch die von anderswoher Herbeigeführten untcrli^en
ihrer Beurteilung. Nach Beendigung der Untersuchung sollte
dann das Provinzialkonzil über die Templer der einzelnen
Kirchenprovinzen eine verurteilende oder freisprechende Sentenz
fällen. Gegen den Orden selbst oder den Präzeptor des be-
treffenden Landes durften sie nicht unlei-suchen. An der Spitze
dieser Kommissionen erscheint natürlich das DiOzesanoberhaupl.
') Hier folgt nnrh dem Register Klemena' V. Bd. III eine Obersiclit
der verschiede neu KommisBioDcn. Ich gebe zuerst die beiden Baopt^rupptD
und setze die entepre<:heDde biacliSfliche Kommission hinter der pfipstlichrn
in Klammern. FrHnkreich 3402 (346ÜJ; Oberitalieo S403 (3426. 3436-371;
Ungarn und Süden 3404. 14. 3415 (3433. 34. 47); Aragonien 3405 (3432):
AreUt usw. 3406 (3461 - Ö4); Insel Sizilien 8407 (3438. 43. 46); PertDg«!
340^ ;3455); England und Schottland und Lund [statt Londoniensial und
Drontbeim 3409. 3421. 3492. 8494 f. (3439. 62. 86. 87. 92, Mf.),- Kaatilien
3410 (8440. 44. 60r.); Deutschland und Schweden 3411. IS (3428-31. ^7-
58;; Cypern 3412 (3406); Sardinien 3418 (3427); Griechenland 3415 (3445
59); Ancona 8416 (3448); Tuscien 3417 (3449); Kircbenatsat 3419 I34&0.
3513); Nuapel 3420 (3425. 40-42); Irland 3422 (3488 -91. 96); Polen 3423
(3493; hier auch das in 3423 auNgelsasene Prägen.); Riga 34S4. i"^
Schottland und den Norden durften Unterdelegationen stattfinden. Von
Nr. 3463-85 nnd 3497—8512 stehen die einzelnen ErzbistOmer nnd Bis-
tflmer, denen die päpstliche Kommisaion zugeteilt wird. 3514 gibt dum
fQr Frankreich die besondere bischQfliche Inquisition durcb Verbindu&|{ des
Bischofs mit je zwei Kanonikern, Dominikanern und Minoriten.
izecy Google
Die Templer und die biBchöR. Inquisition. Die pSpstl. Kommiasion. 235
Aber neben ihm erscheinen auch überall die Mitglieder der
ersten Kommission a)s Beauftragte, die mit dem einzelnen Erz-
bischofe oder Bischöfe sämtlich oder einzeln vorgehen sollen;
das tntsächliche Ergebnis ist also, daß beide Kommissionen
ans den gleichen Männern, mit Hinzuziehung des Diözesan-
bischofs bestehen ktonen ; höchstwahrscheinlich aber hat meist
nur das eine oder andere Glied der ersten Kommission in der
zweiten mitgewirkt.
Nun ist aber für Frankreich noch eine zweite Form der
bischönicben Kommission nachweisbar, und ich möchte nach den
dürdigen erhaltenen Anzeichen — so z. B. für Nimes, Eine —
glauben, da& sie wesentlich t)ei den bischönicben Verhören
It^en die einzelnen Templer erscheint. Schon am 5. Juli hatte
der Papst, als er die französischen Bischöfe zu seinen Mit-
nrbeiteru in der Templerfrage annahm, erklärt, daß er ihnen
einige Persönlichkeiten, die er für die Teilnahme an der Unter-
suchung für passend hielt, zuweisen werde. Das tat er acht
Tage darauf: er benannte als solche Geholfen der einzelnen
Bischöfe je zwei Kanoniker, Minon'ten und Dominikaner, welche
die Bischöfe sich auswählen konnten ').
Wie nahe beide Kommissionen einander standen, beweisen
auch die für beide bestimmten Inqutsifionsartikel. Die For-
schung hat meist beide Arten nicht auseinander gehalten; in
der Hauptsache stimmen sie ja überein. Nur enthalten die
gegen den Orden gerichteten Artikel eine Anzahl Nummern,
die auf den Gesamtchar»kter des Ordens, die Tätigkeit des
Großmeisters, der Brüder im Orient hinweisen; dagegen steht am
Schliisse der g^en die einzelnen Templer gerichtuten Artikel
eine Gruppe Ton Fragen über den Eintritt in den Orden, über
den Beginn der Ordensirrtümer und die Idole. Erstere Gruppe
weist meist 127 Artikel, letztere 88 auf. Anscheinend hat
man beide zuweilen zusammengeworfen, so daü man nur aus
den einleitenden Worten den wahren Charakter des Verhöres
erkennen kann *).
') H^l. Eist. II. 423.
') Vgl. die ,Aiticnli, super quibus ioquiretur contrn frstreB . . . tam-
qmm contra siogulares. tSil. Hret, II, 441 ff. M4nsrd, preuvee p. 170s.;
die Aiticnli, super quibos inqairetur contra ardinem militie Tempil, Michelet
izecy Google
236 Die Templer und die bischOfl.' Inquisition. Die papstL KommiaBioi].
Die Grundzüge dieses Systems entsprachen der kirchlichen
Organisation; die legitimen Vertreter der Kirclie kamen zum
Wort. Für Frankreich barg vielleicht die Einfachheit die größte
Gelahr. Sie führte zur Verwirrung. Dadurch, daß äer Be-
fragte ober den Orden aussagte, sagte er auch, ohne sich
dessen voll bewußt zu werden, gegen sicti aus. Die Opfer der
Provinzialkonzilien erzählen davon. Anderswo Treilich zeigten
sich diese Schwierigkeiten nicht. In den nichtfranzösisclien
Ländern fanden tieide Kommissionen keine Vorarbeiten vor.
Sie konnten nach dem Inquisitionsverfahren tieginnen und cnt-
scheiden.-
Die Fertigstellung dieser vielen hundert, zum Teile aus-
führlichster Anweisungen erforderte lange Zeit. Man darf es
Klemens V. glauben ^), daß die letzten Monate des Jahres 1308,
als die Kurie auf Umwegen nach Avignon zog, die ganze
Schar der Kanzleibeamten auf Anweisung der Kardinäle B«-
rengar, Stephan und Pettr Colonna daran gearbeitet hat. Mit
Entrüstung hat er den Vorwurf Philipps, daß er zögernd und
verzögernd dabei vorgegangen, zurückgewiesen, oder daÜ das
der Grund sei, warum manche Templer verzweifelt, andere
wortbrüchig geworden seien. Auch die weitern Folgerungen,
die daraus entstandenen bösen Gerfichle, dala es ihm und
Philipp nicht um die Seelen der Templer, sondern nur um die
Güterbeute zu tun sei, konnte er für seine Person damals noch
ruhig ablehnen. Ein paar tiescheidene Möbel*), deren Ertrag
für die Legation der Kardinäle Berengar und Stephan^} ver-
wandt seien, sei alles, was er bekommen habe. Sonst habe
ihm die Templerangel^enheit nur Ausgaben gebracht. Geniä
muß es auffallen, daß die zahlreichen Schriftstücke, welche die
neue Inquisition formulierten, im Frühjahr 1309 noch nichl
einmal nach Frankreich, geschweige denn ins Ausland versandt
I, 89 «. Schottninller II, 119 ff. Eioe VermbchaDg beider ScfaoUmOlkr
S. 149 tr. Bis Art. 76 [faciendi) stimnien beide Dberein. dann beginnen dt*
Abweichungen.
') Dae Folgende nacli der wichtigen Nr. 106 8. 189—20] in Finli«.
Band II.
') . . . nisi modica bona mobilia deposita penes enndetn BerengHion
cardinalem. Finke II, 191.
'I Ende 1307 zu Philipp selbat.
izecy Google
Die TempUr and die biMböf). Inquisition l)i« pftpstl. RommiBBioD. 28?
waren, die Kommissare also auch noch nicht ihre Reise an-
getreten hatten. Ein langsamer Modus in der Versendung
wichtiger Aktenstücke lälit sicli un^weifelhall an der Kurie
KIcniens' V. öfter nacinvoiscn; ob er stets, ob er Oberhaupt
Tadel verdient, ist schwer zu entscheiden. Diosnial hatte der
Papst aber sicher recht; denn schon waren Zweifel aller Art
i^ber die Durchfährung des groüen Untersuchungsapparates laut
(feworden, gerade von Paris aus kam die Veranlassung zu der
Zägening '). Und den besten Beleg für die in Frankreich all-
gemein herrschende Unsicherheil bietet gerade dies pfipstliclie
Srhreiben, das auf zahlreiche Bedenken, Mi Ü Verständnisse und
Klagen eingeht.
In den ersten Monaten 1309, wohl im Februar, tagte in
Paris ein Nationalkonzit in der Templersache, liier erschien
der päpstliche Kaplan Hugo Geraldi, der wenige Jahre später
iih Bischor von Caliors so entsetzlich endete, und überbrachte
pinem Teil der Prälaten die Inquisitionsnufträge. Das Konzil
ülM-rsandte dem Papste allerlei Bedenken über die kommenden
Untersuchungen. Wohl nicht ohne F^inwirkung des Hofes
H'ftnschten die Bischöfe, da der größere Teil der Templer in
Paris und in den Erzdiözesen Sens und Tours inlernicrt sei,
so möge der Prozeü gegen den Orden in der Provinz Sens,
also wohl in Paris, beginnen, wogegen der Papst nichts ein-
wandte; ebenso stimmte er dem sofortigen Beginne der päpst-
lichen Untersuchung zu. Dali die päpstliclio Kommission sich
wohl rersammelte, aber IrolKdem ihre Tätigkeit erst im Winter
l>^innen konnte, ist bekannt. Dagegen hatte der Papst nach
Beratschlagung mit dem Bischöfe von PalAstrina und seinem
Nepoten Raimund de Got, die beide damals wob! den größten
Einfluß bei ihm hatten, sowie mit den Freunden des Königs
starkes Bedenken gegen eine Teilung der päpstlichen Kommis-
sion. Die Bischöfe wollten die päpstliche Inquisitionskommission
fnr Frankreich teilen, sie wollten ein paar Prälaten und ein
oder ein paar Mitglieder der Untersuchungskommission in die
verschiedenen Kirchenprovinzen gleichzeitig senden. Dadurch
wäre das Unternehmen allerdings sehr beschleunigt worden,
'} Scriptum de Parisins Bxtitit. . . . quod aliqnn dubia currigtaiti
iminebant.
izecy Google
2ä8 Die 'Templer und die btschUft. Inquisition. Die pipatl. ttommissioa.
aber Kleiriens wies wohl nicht mit Unrecht auf die Gefahr
hin, daü jede Kommission an jedem Orte besondere, einauiiiT
widersprochende Ergebnisse erziele. Das hAtte allerdings der
Untersuchung einen starken, aber lieilsamen Stoß versehen
können! Wahrscheinlich wollte man dadurch königlicherseits
die gefürchtete Massenansamnihing der Templer an einein Orte
verhindern. Der König kommt selbst in seinen Vorschlägen
insofern darauf zurück, äaü er um MaÜrt^eln ersucht, wie die
ütwrall im Lande zerstreuten Templer an Ort und Stelle ge-
prüft und nicht zu ihren Bischöfen geschleppt werden brauchen.
Die Wirkung der Massenzusamnienkünfle hatte er richtig vor-
ausgesehen.
Diese Vorschläge Philipps bilden doch wohl eins der
charakleristischslen Stücke in der nn solchen sicher nicitt amieii
Korrespondenz der beiden Herrscher, Der unfreundliche, über-
hebende Ton könnte ja mit der allgemeinen politischen Kon-
stellation zusammenhängen; at>er er ist Philipp dem Papste
gegenüber geläußg. Man denke nur an Plaisians' freche Bede
in Poitiers! Es ist ein regelrechter Schulmeisterton. Der Papst
soll in seinen Briofen klare, passende Vorschl^e machen, nicht
viele Worte, keine Unklarheiten und Unbestimmtheiten. Philipp
traut dem Papste zu, daß er aus Vorliebe für Bordeaux dort
eine Ausnahme machen wolle. Mit schneidendem Hohn weis!
er auf die angeblichen Widersprüche hin; vor allem lengnel
er ganz bestimmt, gesagt zu haben, was der Papst über die
Templei^üler ihm in den Mund legt '). Er hat sie keineswegs
dem Papste übergeben, denn sie gehören dem Orden und sollen
in dessen Besitz bleiben für das b, Land, mag auch der Orden
zugrunde gehen: .Wenn die Leute hörten, daß die Güter in
') Der Papst ist tatsScIilich nur dns Verlangea Philippe oingeganp*".
Er habe die Urkunden gennu nnch dem Wortlaut der Verträge roni Juli 130$
UiD&ndem Inssen, .licet quo ad facti salistantiam nulla varietaa vel divcrsitns
fore noscatur* , So kann es der Kfinig aus den jetzt nach Lyon, BordvM^
und Narbonne bestimmten Stücken ersehen. Falle der ECoig ea will, ist tt
bereit, die an die sechs andero Kirchenprovinzen gesandten Exemplar« ein-
zufordern und umzuändern. WahrschHJnlich ist das geschehen. Denn in
der bulle .Cum otim" vom ö. Januar 1309 steht ausdrfleklicli : Neniine
ordinis Teiiipli administrent. Es ist das Exemplar fUr Tours. Vgl. Hrl
Hist. II p. 417.
izecy Google
Di« Templer and die bischöfl. Inquisition. £He plpetl. Kotnmiauon. S3Ö
Eiire Hand gel^t seien, würden sie Ärgernis nehmen, mag
auch, was die ProteJction angeht, alles Tempel- wie alles
Kirchengut in Euren Händen sein." Philipp hat jetzt das
^anze internationale Templerproblem in seiner Hand. Er, nicht
der Papst, ist der Inspirator! Wie er um die Abgesandten
weiä, sie wahrscheinlich durch die Seinen hat mitbestimmen
lassen, so soi^t er Tür alle Einzelheiten, damit die Sache bald
erledigt werde. Er sorgt für die Kommissare und ilir Ein-
kommen, denn er hat vernommen, daü sie zu wenig erhalten,
und darunter leidet eben der Prozeß '). Ja, er mischt sich in
die Art der Besoldung ein, und der Papst ist gutmütig genug,
Ihin weitläufig auseinanderzusetzen, wie er durch doppelte
Sicherung auf die Güter und die Prälaten der einzelnen Länder
den papstlichen Inquisitoren zu ihrem Recht verheiren will,
Philipp wei&, daß in Deutschland Kirchenrörsten von der Ab-
gabe für die Kommissare befreit sind, obwohl sie besser und
williger solehe Last tragen würden. Er .wundert sich über-
aus', dag der Papst nur in Frankreich und schließlich in
England für die Obei^be der Templer in seine Hand und die
Verwaltung der Güter genügend gesorgt hat. Geht nicht alles
in den verschiedenen Ländern nach einer Schnur, so ist das
fieschäfl nicht sicher.
Was wichtiger noch, Philipp vertritt die Bischöfe auch
in Fragen der Inquisition. Er bringt die Fragen der Präloten,
ihm antwortet der Papst erklärend, zustimmend, stillschwei-
gend ablehnend am 9. Mai; den Bischöfen, die ihm die be-
treffende Bittschrift übersandt, erst ein paar Wochen, auf
einiges erst Monate später '), Durch Schreiben vom 5. Juli
und 12. August glaubte Klemens alles vortrefflich für die Unter-
suchung g^en die einzelnen Persönlichkeiten in Frankreich
geordnet zu haben; den Bischöfen und dem Könige schien es
') Di» Beeoldnngen der Kommiesare waren anch unter dem Datum
it n AugDat festgesetzt. Reg. 8516 ff. Dann 509Slf.
*} Die endgltltigen pipatlichen Antworten an die DiacliUfe liegen vor
VBter dem Datum des 22. Mai und 1. Angnet 1309. Regg. Nr. 5063 67;
M7S (wOrlliuh wie 606S, nur ist hier der Satz eingefügt; Nee per vos vel
ilioa sine noatro speuisli mandsto posset contra illos inquiri de iure) — .'iOVIi.
Itu vgl. dazu die Erklirungen Finke II, p. 197 ff.
izecDy Google
24D Die Templer and die bischafl. taquieitioD. Die päpatl, KommiasiDn.
nicht. Zudem, beide hatten Wiinsciie, d. h. wohl königlicbe,
die sie in die Form von Fragen kleideten, und der Papst g»l>
fast in allem nach. Aufklärung bedurfte eine Unlerlas-sun^ in
dem päpstlichen Schreiben vom 12. August. Dort war Lberall
nur vom Verhör der Inquisition von 1307 die Rede, obwohl
doch auch die Prälaten inquiriert hatten. Beide Verhöre werden
gleichgestellt. Aufklärung erforderte vor allem die Kernfri^:
Viele Templer sind 1307 und 1308 vom Inquisitor, den
Bischöfen, vom Papst und einigen Kardinälen nach einer Reihe
von Punkten — erst waren es fünf, später mehr — gefragt :
jetzt liegen 127 Anklage- oder P'ragepunkte gegen den einzelnen
vor, sollen diese inquirierten Templer über die andern Artikel,
ober die sie nicht gefragt sind, Zeugnis ablegen? Der Popsl
hält es nicht für angemessen, die vor ihm gefragten Templer
noch einmal vor Gericht zu stellen, dn aus ihren Aussagen
die Sache spruchreif sei. Es sei denn, daü sie selbst auf etwas
noch nicht Erörtertes hinwiesen; dann möchten die Prälalen
nach eigenem Gutdünken verfahren. Gegen die von Prölaten
und Inquisitoren Vernommenen sollte man ebenfalls nicht
weiter vorgehen, wenn die Sache durch die Untersuchung
spruchreif, für Verurteilung oder Lossprechung, sei. Übrigens')
überlaut er da die Entscheidung den Prälaten als eine Ge-
wissensfrage.
Und nun die andere Frage: Unler den 1307 und 1308
Vernommenen finden sich viele hartnäckige Leugner, viele, liie
ihre Geständnisse zurückgenommen haben. Was soll mit ihnen
geschehen? Bischöfe wie König haben diese Frage gestellt.
Der König spielte ganz deutlich bei Erwähnung der Bfick-
fälligen darauf an, daü der Papst daran mitschuldig sei w^en
der , prorogatio negotii". Der Papst hat dem König auf
diesen Punkt nicht geantwortet. Und den Prätaten erst am
1. August — ein Vierteljahr später! Und dann mit einer
merklichen Schärfe und Zurückhaltung: ,Da im geschriebene«
Recht, das nach unserer Kenntnis einige von Euch vollständig
') Ob hier euch die Präge der vom P&pste Iitqoirierlen nieder aof-
gegriffen wird oder es sich nur um <lie andere Kategorie handelt IflBt »\eb
nicht mit Sicherheit sagen. Wie denn Oher)innpt nicht immer alles kkr
ist. besonders nirht die >ScheiduniB: zwischen beiden iDquisitionen.
oy Google
Die Templer und die biscbOfl. loquisitioa. Die {^psll. Kommission. 241
kennen, diese Bedenken gelöst werden, deshalb wollen wir, da
wir jetzt kein neues Recht hier schafTen wollen, daü ihr nach
den Forderungen des Rechtes vorgeht" ').
Die Frafce mu&te dem Papste doppelt unangenehm sein
wpgcn der Insinuation des Königs, die, wenn auch im Korn
nicht begründet, doch die Meinung weiter Kreise ausdrückte,
vor allem aber hätte er durch eine klare Stellungnahme gegen-
nber den .relapsi' auch anerkennen müssen, daß 1307 alles
mit .rechten Dingen zugegangen, er auch hier seine Meinung
über die Verhöre, die er am 5. Juli 1308 den französischen
Bischöfen ausgesprochen, geändert hat)e.
Freilich, die Folgen dieser Antwort waren die gleichen
vtie bei einer Bejahung. Bischöfe und Inquisitoren sahen die
Vwliöre als rechtsgültig an. Widerruf und Rückfülligkeit ver-
dienten den Feuertod. Und dadurch, dafi sich Klemens der
Msiuig der schwierigen Aufgabe entzog, den Weg anzugeben,
ivie die Leugnenden zum Geständnis zu bringen seien, überlicü
er das dem Ermessen der einzelnen oder dem „geschriebenen
Recht*. Erst später, als man sich nicht zu helfen wulite, hat
er dann die Folter überall zur Erzieiung von (iestündnissen
pefordert.
So blieb denn das Geschick der einzelnen Templer ganz
in rien Händen des Tranzösischen Episkopates, da der Pjipst
sicli auch seines Vorrechtes bei Fällung der Sentenz begab.
Die Frage lautete: Kann bei einem vom Papste früher Ver-
härten das Provinzialkonzil ein entscheidendes Urteil abgeben':'
Die Antwort: Prinzipiell nicht. Nur er, der Papst, könne in
solchem Falle die Sentenz iällen. Um aber die Angelegenheit
nicht länger hinzuschleppen und wegen der Ruchlosigkeit der
Templer verbrechen gestattet er eine Aburteilung auch solcher
Pers^lichkeiten durch die Provinzialkonzil ieii, abgesehen von
den fünf Groß Würdenträgern.
Erst jetzt, kann man sagen, hat der Papst auch auf den
letzten Rest seines einzigen mutigen fkhrittes, der Suspension der
Inqiiisitionsvoltmachten zn Anfang~i:W8, verzichtet; keine Spur
meines so gerechten Unwillens und Mii^trauens den Prälaten
') Reg. CTementis V. Nr. 5074.
ViDk«, PkjMttDiD and Untsr^nff d» T*iiii>1er<iTd«ni. I. 16
izecy Google
S42 Die Templer und i\o bischsrl. Inquisition. Die pitpntl. K<
gegenüber ist noch äußerlich sichtbar^). Tatsächlich können
jeti^t in Frankreich alle Templer nicht bloü von den päpstlichen
sondern auch von den bischöflichen Inquisitoren verhört werden;
und so ist es ja wohl meist geschehen, nur dala stets ober
den bereits Verhörten das Damolilesschwert der Geständnisse
von 1307 hing.
Aus all den Fragen ersieht man auch, wie flüssig doch
noch die ganze Organisation des Inquisitionsprozesses in man-
cher Beziehung war und welche Verwirrung damals in Frank-
reich der Templerfall hervorgerufen hat. Philipp hatte aber
ein verkehrtes Empfinden, wenn er dem Papste vorliielt; „Wenn
schon in Frankreich, wo doch die Sache in Fliilü ist, solche
Verwirrung sieb zeigt, wie soll's dann in den andern Ländern
ausfieben?" *) In den n ich I französischen Ländern hat die dop-
pelte Oi^anisation genügt; hier stand nicht i:iü7 im W^.
Hei dem Mangel an Akten der bischöflichen Inquisition
ist um so wertvoller der bislang unboaclitot gebliebene , modus
procedendi'. den der Bischof Wilhelm von Paris mit dem In-
quisitor vereinbart hat, und der doch wohl in den Grundziigen
überall angewandt wurde ^). Der Hauptteil beschäftigt sich damit,
wie von solchen ,qui semper negaverunt et negant' Geständnisse
zu erzielen seien. Zunächst soll man sie durch häufige Uiiter-
suchungcn zu prüfen suchen: ob sie irgendwie bei spätem von
frühern Aussagen abweichen, ob man durch selbst von weit-
her geholten Zeugen und Zeugnissen sie fangen kann, ob sie
durch Geheimhafl zu gewinnen sind. Dann folgen gröbere
Versuchsniittel; juagere Kost, Wasser und Brot mit einigen
wenigen Zutaten, falls nicht Alteisschwäche, Krankheit solche?
verbieten. Hilft dies noch nicht, sie zur Walirhcit zurüekzu-
') Auch die Beantwortung der Frage, wie die Klausel in Mtnem
Schreiben: vocatis, qui fuerint evocnndi, zu deuten sei: an alii quam fratren
ipei Ad inquisitionem huiusmodi et procesBDa super hoc faciendos debeent
cvocari et an, si non vocatt acceeaerint et se ad fratrum ipsonim defeDsioDem
obtuleriot, aint nd defeneionem huiusinodi admittendt. hat Klemens abgeleliDl.
Reg. .W74. ') Finke II, 194.
") Et mu5 nach der pBpatlichen Erklärung vom 1. Aagnat 1W9
fallen. Mel. Hiat. 11. 44(i (f.
izecDy Google
Die Templer und die bischAfl. Inquisition. Die pfipatl, KoinniiBaion. 24^
führen — wie der .modus' so bezeichnend sagt — , dann
liest man ihnen die Aussagen, wie sie in den päpstlichen Bullen
stehen, vor und sagt ihnen, daü die gro&e Masse der Templer
freiwillig geslanden hat. Sodann folgt Androhung und Vor-
zeigen der Folter; aber niciit sofort soll sich die Folterung
ansehtie&en, sondern erst das Ze^en der Instrumente, die Vor-
bereitung, die anscheinend so manche nervös und zu Aussagen
bereit gestimmt hat. Erst dann, wenn alles nichts hilfl, schlie&t
sich die Folter an, zuerst leicht, und niemals in außergewöhn-
lich starker Weise,
Die kirchlichen Sakramente müssen solchen vei-weigert
norden; beichten därfen sie, und dann wählt man einen vor-
sicliligen Beichtvater, der sie recht zu schrecken und zu mahnen
versieht; doch darf er ihnen die sakramentale Absolution nicht
erteilen; sterben sie, so erhalten sie keinenfalls kirchliches Be-
pn'ibnis.
Die Uestiindigen und bei ihren Geständnissen Beharrenden
können nach feierlicher Abschwörung nhsulviert werden, und
sie sind mit Milde zu behandeln und gut zu beköstigen, doch
bleiben sie in Haft. Wer zuerst geleugnet und dann gesteht,
muß besonders sorgfaltig bewacht werden, sonst werden sie
wie die von Anfang an (äeständigen behandelt. Ober die
Riickfätligen wird nur bestimmt, daä sie wie die Leugnenden
zu behandeln sind; die Strafe hatte, was liier nicht vermerkt
ist, das Provinzialkonzil zu bestimmen. Die schon vom Papst
i>der Inquisitor Verhftrten läßt man zunächst unbehelligt.
Wie immer, so zielt aucli diese Instruktion nur auf Er-
langung eines Geständnisses; an etwas anders denkt man nicht,
solches gibt es nicht. Das ganze Verfahren mit seiner ver-
liältnisniä^igen Milde, mit seiner allmählichen Steigerung bis
zur Folter und zum nichtchristlichen Bqrräbnis war vorznglicli
geeignet, bei solchen, die keinen Heldencharakter besagen, zu
dem gewönschten Ziele zu kommen.
Die biseböflichen Inquisitionsprotokolle sind im Mittelaller
selten, sie fehlen auch für die Tempi orkataslrophe fast völlig ').
') Wann die bisctiQfliche Inqnisition aach Puitiera einsetzt, ist schwer
ZD sagen. Man sollte meinen, erst nach den päpstlichen Informationen vom
Mii 1S09. Aber dem widerspricht z. B. folgendes: Micheiet 1, 498 wird
16*
izecy Google
S44 Die Templer und ilie bisrhon, Inquisition. Die pSpatl. Koninii»N«i.
Die Spuren aus den Jahren 1307 und 1308 sind oben erwähnt.
Wie das Protokoll des Bischofs von Nimes für 1308, so ist
auch das seines Vertreters aber das zwei Jahre später in Alelli
stattfindende Verliör das ausföhrlichste , das wir kennen ').
Nicht der Bischof selbst sitzt zu Gericht, sondern er hat einen
rechtskundigen Pfarrer als seinen Inquisitor delegiert, der mit
den nach der päpstlichen Vorschrift fOr das bischöfliche biqui-
sitionsgericht normierten Kanonikern, Minorilen und Domini-
kanern in Aleth erscheint. Die päpstliche Bulle ,Paci«is
niisericordiam" hatte der Metropolit, Erzbischof Aegidius von
Narbonne, schon am 5. Mai 1309 dem Bischöfe mit der For-
derung übersandt, nunmehr die betreffenden Verhöre mil
einzelnen Templern vorzunehmen. Der Bischof hatte mit der
Ernennung des Pfarrers der Thomaskirche de Durfort, G. de
S. Laurencio , bis zum 22. Dezember gewartet , und dieser
führte die Untersuchung erst von Johnnnestag bis zum 'i. Juli
1310^). Von den 32 Verhörten lälit sich nur bei sechs nicht
nachweisen, ilab sie schon früher vor dem Richter gestanden
hatten: alle andern waren 1307 und einige dazu noch 1308
in Nimes selbst verhört. Ein guter Beleg dafQr, wie man ilie
päpstliche Bestimmung möglichst weit ausgedehnt hat. Säint-
lichc 2G übrige — die bis auf zwei diesmal für die Unschuld
des Ordens sich aussprachen, während sie früher alles (te-
standen — hatten sich bei ihren Beratungen vereinbart, alle
frühem Verhöre zu leugnen und nur den gegenwärtigen Inqui-
sitor als legitimen Richter anzuerkennen '), Einer besitzt Ate
der kclniglicbe Rlemo*iiDar G. de Areblayo verhOii. Aof ilem KoduI iI<t
Kirrhenprovinz Sena (1810 Mai) warf er den Mnntel weg. Vor dem Ksnxil
per Xtll. menses fuerHt inqnisituni runi co. Dan weint doch anf d«8 ■''rflh
Jalir 1309 (März oder April) hin.
') Menard, preuves p. 166 ff,
'] Freilich zeigt sirh die Spur eines andern bischQflirhen Genrhtes
in Aletfa, dessen Besetzung mit Minoht^n und Doniinikanern doch duf Hk'
üeit nach 1308 weist. Jobannea Tardini hatte vor ihm Kusgeaagt, wahrend
er jetzt leugnete. Mennrd, preuvea p. 175a.
') . . . constet etiani niichi per cnnfessiones factas . . . se et alios
fratres Teniplnrioa supradictoa concorduase in carcero, quod omnes illoa
errntcs. quos coDfeeei fuerunt coram nliia inquisitoribna, coram me nagArrnt,
quia erani rompet«ns iiid<>x. Mi-nard, preiivea p. 260.
izecy Google
Dm Templer and die biachCfl. InquiaitiDD. Die pBpell. Kommission. '245
Naivität, alle frühern Verhöre zu leugnen und gleich darauf —
diesmal wurde die Folter nicht angewandt — zu gestehen,
dag er 1307 von dem königlichen Richter und dann von den
Inquisitoren vernommen sei. Einem andern, Poncius de Castello
bono, wird sein Verhör vom Jahre 1307 und vor dem Bischof
TQigelesM; er erklärt nach längerer Erwägung, dag er jetifts /
Geständnis niemals gemacht habe; und wenn das doch ge-
schehen sei, so habe er es ohne Gedächtnis, aus Furcht vor
der Folter abgelegt, und darum widerrufe er es! Der Inqui-
sitor konnte nur seinen Unglauben bekunden, da er ja vor dem
Bischöfe alles abgeschworen habe.
Warum dieses sonderbare Vorgehen seitens der Verhörten V /
Es ist ja denkbar, dals ihnen von den bessern Aussichten zu >
Anfang des Jahres in Paris Mitteilung geworden und dag sie
Ton dem Brande des Provinzialkonzils nichts vernommen hatten :
vielleicht hofften sie diesmal gerechte Richter zu bekommen.
Aber sonderbar bleibt das Vorgehen doch, und es zeugt von
großer Begriffsverwirrung, da^ sie durch offenkundige Unwahr-
heilen ihre Lage zu ändern erhofften. Der Inquisitor selbst
konnte ja die frähern Akten einsehen; die Mitteilungen der
drei Geständigen wiesen ihn auf die Abmachungen im Kerker
hin. Er hat die Folgerung daraus gezogen und gegen die
Lei^ner die Folter angewandt. Wann ? ist allerdings nicht gesagt.
Bei dem Protokoll der genannten Verhöre steht darüber nichts;
trst bei dem Protokoll der Verhöre vom Jahre 1311 im
August zu Äleth ist die Angabe als »interlocutoria" vermerkt.
Mäßige Folterung genügte 1311; sämtliche gestehen diesmal
wieder wie 1307 und 22 — wahrscheinlich die Oberlebenden —
bleiben dabei im November 1312, als sie mit der Kirche aus-
gesöhnt wurden. Schlimmeres, wie sie es nach Inquisitions-
recbt Verdient hätten, scheint ihnen nicht widerfahren zu sein.
Man hat Aufhebens gemacht von der Milde des Bischofs
von Clermont; auch von ihm besitzen wir die Akten seines
Prozesses vom Juni 130!). Von den 68 Vernommenen ge-
standen 39 '), blieben ä9 t>ei der Unschuld des Ordens, und
zwar mit der mutigen Erklärung, falls sie später aus Furcht
vor der Tortur oder dem Kerker oder vor einer sonstigen
') Pniti S. 327 ff. RajTDoaatd bat 40 Ueständige.
DiaitizecyGOOgle
246 Die Templer und <]iu bisuhOfl. Inquisition. Die pSpstl. KomiiiigBion
Strafe etwas anderes aussagen würden, dann solle solches nicht
gelten und niemand möge ihnen glauben. Zwei Drittel von
letzteren erscheinen in Paris unter den Verteidigern des Ordens;
nach dem Provinzialkonzil von Sens hört man nichts mehr von
ihnen, während eine größere Anzahl der 1309 Geständigen
auch vor den päpstlichen Richtern aussagen. Verbrannt sind
jene SO nicht, da sie bei ihrer ersten Aussage beharrten. Ob
damit aber die Tätigkeit des .müden' Bischufs von Clermonl
zu Ende ist? Unzweifelhaft fehlen die späteren Prozesse von
1311, in denen mit der Folter gearbeitet werden muüte; auch
in Nimes hat ja die Folterung erst 1311 eingesetzt. Rekon-
ziliiert waren die Leugner nicht; einer von ihnen, R. de Bort'),
der sicl) anfangs in Paris als Verleidiger meldete, hat sclilie^
lieh als Ankläger geendet, und dabei heißt es: nondum abso-
lutus nee reconciliatus per aliquem. Und solange das nicht
erfolgt war, harrten des Leugners immer noch neue Prozesse.
Bemerkenswert ist allerdings, data in der kleinen Veileidiger-
scliar von Glermont die beiden Ritter sich befanden, Bertrand
de Sartiges und Wilhelm de Chambonent, die das Vertrauen
des Ordens als Laien Verteidiger den beiden Geistlichen hinzulugte.
Ks ist gcfrdirlich, das Individuelle, die Persönlichkeit der
Bischöfe bui diesf^n hischöflichen Inquisitionsprozessen zu be-
tonen, oder gar eins der schwerwiegendsten Momente für die
Unschuld des Ordens in den verschiedenen Itesultaten der ver-
schiedenen Diözesen bei diesen Untersuchungen zu linden.
Dazu ist der Stoff zu dürftig *), Wir besitzen, abgesehen von
obigem Malorial, nur Notizen mit sehr vagen, vielleicht sogar
falschen Zeitangaben. Niemand bürgt uns für Vollständigkeil.
Es wäre nachweisbar ebenso irrig, aus dem cigentümliclieii
Ullislande, daü der Erzbischof von Tours den Petrus de S.
Benediclo — der nichts gestand als ') : credit tamen, quod in
■) Michelet H. 102. Er gesteht freilich fut nichto.
'] (tmelin hnt nach Lena Vorgang S ^75-386 eine Übereicfat Db«r
doa nngeblich ungleiche Verhalten der Bischöfe von Clermont . Sainte*.
Limogcs, l'oura, pHrje, Orleans, Reims, Nuyon, Soisaons, Aniiens, Nnvenk
Khudez, Toulouse und CarcaaBonne bei der biechci fliehen Inquisition geRfben-
die einige gntc statistisclie Angaben enthält, sonst aber von Unrichtigkeiten
aller Art strotzt. Mit dem Verseicbnis ist gar nichts xa machen.
'; Alichelet II. 96 If.
oy Google
Di« Tampler and die bischsfl. Inquisition. Di« pApstL Kommisiion. 247
recepcionibus aliquorum intervenirent illa illicita, que magnus
magister et alii fratres confessi fuisse dicuntur — , absolviert
und rekoDziliiert hat, auf dessen besondere Milde zu schließen,
wie aus einzelnen harten Folterun^^i auf die Grausamkeit der
Bischöfe von Paris oder Saintes. Mag hie und da auch ein
Bischof mit der Folter etwas l&nger gezögert haben wie ein
anderer, seit der p&pstlichen Verordnung vom 6. August 13tO
haben sie dazu greifen müssen. Und wir besitzen genügende
Andeutungen, daß in dieser bischönichen Inquisition schon
vorher stets die Folter arbeitet, in Nordfrankreich ebensogut
wie in Südfrankretch.
Wenn sie in Paris am stärksten hervortritt*), so liegt
das nicht bloß in der Massenansaiiinilung der Templer im
Zentrum des Landes, sondern auch in der Nähe der königlichen
Gewalt begründet. Ihre Vertreter stehen und drängen immer-
fort hinter den Kulissen; das ist unzweifelhaft. Hier lag der
Templer Johann de Fumo ein Jahr lang krank an den Folgen
der ersten Folter, und doch wurde er wieder drei Monate vor
dem bischöflichen Verhör durch dasselbe Mittel mürbe ge-
macht*). Der heltigste Ankläger ist Ponzard de Gisi. Er
weist gerade auf die große Zahl der an den Torturen gestor-
benen Pariser Templer hin; mögen diese Todesfälle auch zum
Teil auf die Untersuchung des Jahres 1 307 fallen, sein eigenes
ächließliches Martyrium, dessen nackte Tatsachen sicher richtig
sind, daß ihm die Hände so auf den Rücken bei der Folter
gepreßt waren, daß das Blut unter den Nägeln hervortrat;
daä er in einer feuchten Grube eine Stunde lag, fällt der
bischöflichen Inquisition zur Last ^). Natürlich nicht der Person
des Bischof; in. Paris folterten auch andere. Robert Vigerii*)
bekennt im Februar 1311, daß er in Paris im Frühjahr vor-
her^) angesagt wegen der heftigen Tortur, die er dort bei
der Untersuchung durch den Bischof von Nevers erduldete und
't übrigena elMOM stark anch Orlüans.
') Uicbelet I, 42. So ist doch »ofal der Satz zu verstehen: Dixit,
quod fnent questioDstus tres menses eraot elapai ante, et dubitabat pont
itenim ad tormenU, qui fuerat infirmuB racioDe illorum tormentorum per
*) Micbetet 1, 86. ') Michelet 1, &U. ') Vgl. unten.
izecy Google
248 Die TcmjJer uiid dis bischüfl. Iiiquisitiuu. Diu pipstl.
aus Schrecken über den Martertod dreier Templer '), die dniiiaU
dort der Tortur erlagen. Diese Tortur fällt zeitlicti mitten in
die Tätigkeit der päpstlichen Inquisition, und sie wird an itireiii
Wirkungsorte vollzogen.
Das führt uns auf eine sehr beachtenswerte Erscheinung:
die bischönicbe Inquisition arbeitet der päpstlichen entg^en!
Ich meine damit nicht eine gewisse Rivalität der beiden, die
sieb z, B, in der geringen Neigung, genügend Menschen material
nach Paris zur Prüfung zu senden, bekundet*). In einem von
Prulz ganz milj verstandenen Briefe des Ofüzials von Bazas
hciüt CS Ende Oktober 1309, nachdem die Kommission schon
ein halbes Jahr getagt hatte: Da die Sendung der Templer in
den Briefen der Kommission früher nicht ausdrücklich verlangt
sei, so habe er sie unterlassen, da er die Macht der Templer-
freunde und andere Gefahren fürchte. Auf Befehl sei er zu
gehorchen bereit, wenn ihm für die Rücksendung gehülst
wei-de, da docli die Aburteilung oder Lossprechung Sache der
Provinzialkonzilien sei. Die neun Templer wollen erscheinen,
wenn man sie loslasse und ihnen Zehrung gebe. Man hat
wohl ihr Erscheinen nicht weiter verlangt; denn ihre Namen
fehlen in den Vei'zeichnissen ^). Ich meine auch nicht, daü
hier „Gehässigkeit der Bischöfe, die alte Feindschaft der I^-
laten und Pfarrgeist tichkeit ins Spiel kommt". Nein, diT
Gegensatz war in gewissem Sinne durch die Ernennung der
beiden Kommissionen gegeben. Wenigstens durch das Auf-
treten der päpstlichen, die in der ersten Periode unzweifelhaft
ohne Gewaltmittel, nur mit milder und versöhnlicher Über-
redung vorgehen wollte; die Folge war die bekannte Massen-
verteidigutig. An ihr beteiligten sich aber viele, die vor der
Uominikanerinquisition zuungunsten des Ordens ausgesagt; es
lag also Widerruf früher beschworener Aussagen vor. Nun
') Nicht auf dem KoDzilo ISlü, sondern sie starben propter didt
Uirmenta.
') Michelut -1 zu Anfnng klngen die papatlicben Inquisitoren (Ifler
über den Mangel an Rntgegenhommen.
°) Vgl. Prutz S. 334. Das Stück steht Mbc. 5490 der Etibl. Nut. iu
Paris; es stsmint wahrscheinlich vom Offizial dea Bischofs von Baiaa —
der Anfang fehlt ~, der für den Bischof (epiacopi Vasatensis in reniatis
ngentis) an die pSpstlirhe Kommission schreibt.
oy Google
Die Templer nud die biscbOft. Inquisilioa. Die pfipetl. Koniniisawn. 249
sollte die bischfiriiche Inquisition im allgemeinen gar nicht
gegen die kleinere vom Papste inquiriertc Gruppe voigelien,
aber auch nicht gegen die viel größere Menge der von den
Dominikanern 1307 berragten Templer: bei letzteren nur dann,
wann triftige Gründe vorlagen. Und ein solcher war doch
durch den Widerruf, der das frühere Zeugnis in Frage stelllc,
fi-egeben. So sehen wir denn den Bischof von Paris im Früh-
jahr 1310 in vollster Tätigkeit, und er bleibt in Tätigkeit auch
Dach dem Konzil von Sens bis in den Winter'): unmöglich
ist es also nicht, daä während der ganzen Zelt der päpstlichen
hiquisttion auch die bischöfliche, nebenhergehende, gearbeitet
hat! Der Bischof verhört Dutzende der früher geständigen,
jelzl für die Verteidigung eintretenden Pariser Templer von
neuem und söhnt sie aus, d. h. nichts anders als: er macht
sie der Verteidigung abspenstig; er greift in die Geschäfte der
päpstlichen Kommission ein ! ')
So entsteht denn durch diese Tätigkeit der konkurrierenden
Kommissionen ein eigenartiges Gemisch von beschworenen, ein-
ander widersprechenden Aussagen; wie in dem Falle des Al-
bertus deCanellis. Dieser, einer der vornehmsten Templer, trotz
seiner erst 3S Jahre schon lange Gro&präzeptor von Sizilien,
während der kurzen Regierungszeit Benedikts XI. ningister
tiosliarius an der Kurie, niulj schon 1H07 vor November ver-
hürl sein und gestanden haben. Denn er tritt plötzlich bei
dem Verhör des Ritters ßernard de Selgups in Nimes auf, als
dieser bei der Frage nach der Bedeutung der Sakramciile
zuerst nichts erwiderte und dann sagte, bei seiner Kommunion
habe er stets nur die Intention gehabt, eine weiße, nicht kon-
sekrierte Hostie zu sich zu nehmen; darauf sagte dann der
Hiller Albert gerade so aus"). Dann legte er ein zweites Ge-
älündais ab vor den Bischöfen von Anecy, Maguelonne und
Nevers, die bei Someyre im Namen des Bischofs von Nimes
inquirierten *). Da er hier losgesprochen und ausgesöhnt wurde,
so ist das die Täligkeit der bischöllichen Kommission, wahr-
scheinlich im Jahre 1300. Im Februar und März 1310 will
') Hichelet 1. Wi.
*) In den Tafeln bei Onwtii) öndet miiD die Belege leicht.
') Uenard, preuves p. 202. *i Michelet I, 425.
izecy Google
350 Die Templer und die liis^hOfl. InquiNtion. Die pKpstl. KamnÜMii«.
er den Orden verteidigen '), im Frühjalir wirft er den Mantel
ab, am äO. Januar 1311 erhebt er wieder die alten Anschul*
digungen gegen seine Genossen, nur daß er diesmal behauptet:
quod ipse bene credebat ecclesiasticis sacramentis!
Nicht alle Wiederholungen der Inquisitionen von 1307
durch die Bischöfe lassen sich so einfach erklären; im Grunde
hatten ja die Bischöfe zu stetem Vorgehen die Handhabe In
der gewaltigen Einwirkung der Untersuchungsartikel. So wollte
zunächst auch die päpstliche Kommission gegen die vom Papsle
Vernommenen vöi^ehen, indem sie nur die neuen Fragepunkle
vorlegte; doch unterblieb das zuletzt. Merkwürdig ist nuu
hierbei, daß bei Anführung dieser Fälle vor der päpstlichen
Kommission nur die bischöHtche Inquisition und ihr Ergebnis
erwähnt wird; fast nie die frühere dominikanische oder gar
die staatliche '). Die wenigen Ausnahmen lassen sich stels
wohl besonders begründen.
Noch lückenhafter als die Inquisitionsprotokolle sind die
Nachrichten über das eigentliche Ziel der Inquisition: die Ab-
urteilung oder Lossprechung auf den französischen Provinzial-
konzilien. Wenn wirklich nur an zwei Orten, in Paris, d. Ii.
in der Erzdiözese Sens und in Reims, die Scheiterhaufen ge-
raucht haben ^), so würde das wiederum bezeichnend für den
königlichen tCinfluß sein; denn beide kirchlichen Gebiete lagen
Paris am nächsten, An sich liegt ja in der völligen Über-
lassung des Endurteils an diese kirchlichen Organisationen ein
Widerspruch gegenüber der Bestimmung, dafä diese letzte Ent-
scheidung in Vienne erfolgen solle. Hätten alle Provinzial-
konzilien so radikal verfahren wie das Pariser, so würde es in
Vienne keine Templerfrage mehr gegeben haben !
') Michelet I, 68, 9» usw.
') Sehr beEeichnend ist folgender VM. Bei Hjchelet 1, S-SO werden
eine Reihe Templer aus Gabors angefObrt, die eich am 2. Hai 1310 lur
Ordens Verteidigung anbieten, obwohl sie einige eirores vi tonnentorum et
famia vor dem Bischöfe von Perigeux bekannt haben. Nun sind diese abfr
such 1307, wahrscheinlich duppelt, vernommen. Vgl. Finke II, S16ft.
Davon sagen sie nichts.
-'') Irgendeine sichere Angabe Ober frtuiziSsiecbe I'roviniialkoniilieii
Im Sommer 1810 außer Paris, Senlis und Pont de l'Arche gibt es nicht;
von letzterem wissen wir nur den Namen.
izecDy Google
llie Templor und die biBchöfl. Inquisition. Dia päpstl. Kiininiission. 351
Von den pä(>stlichen Inquisitionskommissionen gegen den
(ioäamtorden hat die Pariser, vum 8. August 1309 bis zum
Juni 1311 tagende in der Templei^esehichte die größte Beach-
tunjt gefunden. Schon darum, weil ihre Akten vollständig
erhalten und veröffentlicht sind; die Protokolle sind mit grö-
tierer Brette als die Pariser Inqulsitionsvei-höre von 1307 ab-
gefabt, bringen vielfach Angaben über frühere Verhöre, Folte-
rungen , wenn auch nicht immer, und gewahren so auch
Einblicke in Vorgänge der beiden vei^angenen Jahre, über die
sonst Aufzeichnungen fehlen'). Aber auch als Pariser Kotn-
uiission; denn sie tagte am Sitze der Zentralgewalt und in
Verbindung mit ihr*). Philipp halte bei der Ernennung der
verschiedenen päpstlichen Kommissionen die Hand im Spiele.
Er kennt die Abgesandten und billigt sie. So wird von seinen
Hälen vor allem die Pariser Kommission nach seinen Wünschen
au^ewählt sein. Ich habe schon oben eine Charakteristik der
leitenden Persönlichkeilen gegeben, auch die anderen, denen
direkte Beziehungen zum Hofe nicht nachzuweisen sind, werden
sich ebenso sehr als königliche wie als päpstliche Beauftragte
;.'efitlilt haben. Und das war von Bedeutung; denn diese
Oi^nisation war tn gewissem Sinne vom Papste dem Könige
at^erui^en worden. Die bisehöfliche Inquisition halle zwei
[iiil den königlichen Wünschen parallel laulcnde Zwecke:
Verhör der noch nicht Inquiricrten und Zuführung der Ange-
klagten zu den Provinzialkonzilien, die in letzter Linie über
ihr Geschick entscheiden sollten. Was sollte dagi^en die päpst-
liche Kommission-' Sic sollte formell das Material für das
Generalkonzii bringen, damit Papst und Bischöfe über den
Orden als solchen aburteilten. Das war aber nach Ansicht
Philipps und seiner Räte ganz nutzlos; denn der Orden war
^richtet. Nur zu leicht konnte ja das Verhör zu einer Revi-
sion der Untersuchung von 1307 fahren. Und darum lag es
im staatlichen Interesse, gerade diese Kommission, soweit es
') Hie and da stehen auch sehr wichtii;e persänlichn üemerkuagi^n.
So z. Ü. Michelet I, 557: Kina dvpoeicioni Don fuit visum d. d, conimisanriia
magnam tidem eue sdbibendani.
') Dm seigt sich wBbrend der Verhandlungen und vor allem auch
iMim SeblQg Michetot II, 270.
izecDy Google
252 Die Templer und die biachofl. Inquisition. Diu päpstl. KonimiMim.
bei einer kirchlichen Behörde anging, von «sich abhängig zu
machen und ihr so ihre GerfthHichkeit zu nehmen. Das haben
auch die Verteidiger des Ordens so aurgefa&t: darum ihr
wiederholter Hinweis darauf, data zu allererst die alten Ver-
höre, weil erpreßt, für ungüllig erklärt und Jetzt von Grund aus
eine neue Untersuchung geführt werde. Darum verlangten si«
möglichste Loslösung der Kommission von allem, zumal von allem
Laienanhange, mit einem Worte Selbständigkeit dieser päpst-
lichen Behörde. Und das Tragische liegt in dem Konflikte der
einzigartigen prinzipiellen Machtstellung der Inquisition mit der
momentanen Macht des französischen Königtums. Im ent-
scheidenden Augenblicke versagte die richterliche, also objelliv
wirken sollende Tätigkeit ; die Kommission wurde Handlangerin
für die Provinzialkonzilien, sie hat ihnen, ohne daü den ein-
zelnen Mitgliedern das zunächst t>ewußt war, ihre Opfer zuge-
führt; daU es nicht noch mehr geworden sind, liegt wohl in
andern Verhältnissen begründet. Das geschah dadurch, Aa.&
die Kommission Klarheit über die ^huld oder Unschuld des
Ordens schaffen sollte, was doch nur durch Vernehmung ein-
zelner geschehen konnte. Und diese einzelnen kannten nicht
über dieses Thema sprechen, ohne über sich zu sprechen und,
falls sie früher ausgesagt hatten, sich der größten Gefahr aus-
zusetzen. Unzweifelhaft waren die Zusagen über die Geheim-
haltung der einzelnen Zeugenaussagen ernst gemeint ^) ; dali sie
trotzdem bekannt wurden, da beispielsweise sicherlich dem
Bischöfe von Paris das Recht des Zuhörens zustand, nachdem
sogar königliche Beamte ohne Einladung erschienen waren, ist
begreiflich. Und damit waren die Folgen gegeben.
Das lag eben in der vom Papste genehmigten gleich-
zeitigen, konkurrierenden Gerichtstätigkeit der Provinzialkonzilien.
Ua& Klemens Gewaltakte wie die von Mai 1310 gewollt hat.
ist, wie ich glaube, ausgeschlossen; da^ er aber die Mi^lich-
keit eines solchen Zusammentreffens bei der eigenartigen Stellung
des Königtums zum Templerproblem nicht erkannt hat, ist seine
') So SHgen die EümmisBare am 8. Janaar 1311 zu einem Zeagen:
Aaseruiesent ei, quod nullnm pericnlum ei poterat imminere, ai dicetet veri-
Utem coram eis, quJK ipai nullo modo revelarent uec aotarii aatantss.
Michelet I, 369.
izecy Google
Die Templer und die bischOfl. Inquisition Die pHpetl. KommiBsion. 253
große, veranlwortunffsvolle S<!hwache. Nichts hinderte, daß
er die Tatijfkeit der Provinzialkonzilien — nachdem er früher
den Bischöfen ein halbes Jahr die HJünde ^buiiden — bis
nach der allgemeinen Synode aufschob. So isl es in andern
LTindern ja gewesen. Dann würden die Ei^obnissc der zalil-
reichen Verhöre vor der Pariser Kommission zum großen Teile
ganz anders gewesen sein.
Der Verlauf des beinahe zweijährigen Prozesses ist wieder-
holt geschildert worden; vielfach inkorrekt, oder ohne ge-
nOgende Hervorhebung der für die Schuldfrage entscheidenden
Punkte. Nur auf letztere gehe ich ausführlicher ein.
Ursprünghch hatte die Kommission im Umherziehen unter-
suchen sollen; Zugeständnisse des Papstes gestatteten die Ab-
haltung des Verhörs in Paris. Ohne gerade eine Tücke Philipps
dnriii zu sehen, darf man die Änderung doch auch nicht als
ganz minderwertig filr ihn hinstellen. Jedenfalls verursachte
die Änderung eine starke Verzierung der Verhandlungen, ob-
wohl der König doch so bittere Worte für die angebliche
Saumseligkeit des Papstes gefunden hatte. Als die Kommission
am 12. November 1309 beginnen wollte, fehlten die Zeugen.
Tag ßr Tag erschienen die Inquisitoren, ohne Erfolg! Sie
hatten unter Benutzung des p.lpstlichen Schreibens ,Faciens
misericordiam ' vom 12. August 130H dip Zitation der Templer
und Zeugen an alle französischen Prälaten gerichtet; die Ant-
wort blieb vielfach aus, selbst der Bischof von Paris sclivvieg,
und doch tagte die Kommission in seinem Paläste! ,ln' vir-
tute s. obedientie suh aucioritate apostolica' befehlen sie ihm
energisch, schleunigst die verlangten Schritte zu tun. Mehr
als 14 Tage nach Beginn der Untersuchung — am 28. No-
vember^) — haben .quam plures' Erzbischöfe, und Bischöfe
noch gar nicht geanlwortel, geschweige denn Gefangene ge-
sandt, andere in ungenögeoder Weise; einige Prälaten haben
überhaupt nicht begriffen, daü es sich nicht um Einzelunter-
sucliung, sondern um Prüfung des ganzen Ordens handelt;
einige Templer in den Diözesen Vaison, Toulouse, Clerniont
nnd Paris haben sich zur Verteidigung des Ordens erboten,
', Mirhelet I, 47 tT.
izecDy Google
354 Di« T«inptar und die biarhöfl. InqQiBJtinn. Die pSpetl. Kommiuion.
andere wollen vor der Kommission erscheinen, wieder andere
ihren Befehlen gehorchen, indes einige alle Verteidigung ab-
lehnen, hl dem bereits genannten Briefe des OHlzials von
Bazas heißt es, dali die Sendung nnlerWiebe, ,weil in Eurem
Briefe nicht ausdrücklich enthalten war, dafi wir die Templer
senden sollten".
\(an hat die Hinhaltung als beabsichtigt angesehen: gewiü
werden sich die bischöflichen Behörden nicht beeilt haben'),
weil sie für die päpstliche Inquisition als nnndtig kein Interesse
hatten. Die Zögening des Bischofs von Paris entbehrte nicht
einer gewis.sen Dosis von Zurückhaltung, vielleicht sogar offen-
kundiger Renitenz. Aber die Hauptsache der Verzögerung lag
in der Organisation selbst. Es herrschte unzweifelhaft .in der
Auffassung der Tätigkeit der päpstlichen Kommission damals noch,
nachdem sie schon anderthalb Jahre nominell existierte, dii'
gröljte Konfusion; und das in einer Angelegenheit, bei der auf
kristallhelle Klarheit doch so viel ankam. Der päpstliche Aullrag
lautete hinsichtlich der Zeugen ganz allgemein: evocatis, qui
fuerunt evocandi, d. h. Templer und nicht tempierische Zeugen-).
Die Kommission hatte den Orden zitiert: ut omnes et singulos
fralres dicti ordinis, qui pro ipso vellent respondere "). Lag
darin schon, daß sie nur solche Templer vor sich lud, die für
den Orden günstig aussagen wollten-' Muteten diese erscheinen?
Die Bischöfe wüteten beides nicht, und so warteten sie. ICrst
am 18. Oktober in einem Schreiben an den Bischof von Pari«
erlüiitcrle die Kommission die Templerzttalion dahin, es seien
vorzuführen: si aliqut ex diclis fratribus dicant, sc vello nliquid
dicere pro ordine, und noch spezieller: ncc fuit nostre inleii-
') Auch [lic (ioraDgniswarter Wtcüifstcn aicli an 0er Olistniktiaa: »t
virhiiiilerteD, daß dje piipatlicho ZilHtinn den l'cinplern publiziert vwAe.
Miclielet I, 52.
'j Der PnpHt linttc dna Rrsuclien um AuFklüning aber diesen Piinkl.
dns die Btachcre an ilm ricliteten, uiclit beantworten wollen, sundern air
anf das alte Reclit verwiesen. Von di-r pflpstliclieii Kommission sind turh
andere stets m Aussicht genommen. Sie betont nnsdrDcklich : qnod per eos
erat inquirendum contra dictum ordinem Tempil non solnm cnin Tratribus
dicti ordinia veram iciam cum aliis, qui non erant de dicto ordine. Diea«
Zeugen müssen erarheinen Sit; werden zitier! snb penia raiiuniciit. Miubeletl,4'*.
') fieg -i^M vom « Angnal 1309
izecDy Google
Dia Templer und die bischOft. Inqnisition. Die pllpstl. Kommission. 2^^>
lionis nec est, quod aliqui ex eis venire cogantur seu teneantur,
sed solum sl qui voluntarie venire voluerint, venire valeant pro
preinissis '). Das wiederholen sie auch in dem letzten an di«
Prälaten gerichteten Zitationsschreiben'); nur die nicht temp-
lerischen Zeugen geistlichen und wellliclien Standes, welche
die Wahrheit über die dem Orden zugeschriebenen Verbreclien
kennen, sind gezwungen, vor der Kommission zu erscheinen.
Tatsächlich figurieren ja auch einige solche — aber noch kein
(ranzes Dutzend — in diesen Protokollen; wenn man woili,
welflie Aufregung die Templerfrage in ganz Frankreich veriir-
t;acht hatte, so kann man darin doch ein ganz klägliches Er-
gebnis, aber auch einen beachtenswerten Beweis dafür sehen,
wie wenig man in allen Kreisen von den Templern posiliv
Sciilimmes aussagen konnte.
Ganz deutlich hel^t . es in dem Schreiben ^) des KOni^s
an verschiedene Baillis, welche die IlerbeiscIiafTung der Templer
besorgen sollten, .qualeniis onines Templarios in ballivis veslris
detcntos, qui sponte, voluntarii et sine coactione . . . pro
deflendendo prefatuni ordinem *), ... Parisius , . . faciatus ad-
ducere". Also nur die zur Verteidigung des Ordens bereiten
Templer, die zugleich die Reise nach Paris wünschen, werden
von der Kommission vorgefordert. Erst allmAhlich ist aber
diese AufTassung klar durchgedrungen; wer wollte, konnte sie
auch schon aus Klemens' V. Zitation heraus lesen. Direkt
war diese Weisung darin nicht enthalten, weil nach der Bulle
die Kommission an Ort und Stelle die Gefangenen vernehmen
sollte. So erklärt es sich, dalä denn auch, mit ein paar ganz
verschwindenden Ausnahmen, sämtliche von auswärts nach
Paris verbrachten Templer zunächst für die Verteidigung des
Ordens stimmen.
Der Bischof von Paris erschien alsbald nach der Zitation
vor den Inquisitoren und erzählte, dali er dem GroJimeistcr,
dem Visitator und einigen andern die Vorladung überhracht,
andere durch seine Beamten hatte laden lassen. Dali auch
■) Michelet I. 24, 25.
'I Im Schreiben vom 28. November. Mirliclet I, 48.
') Hinhelet 1, 50.
*) Es feblt koinmon wnllen. Mirhplet 1. ^1.
izecy Google
256 Die Templer und die biscliOfl. InqaUition. Die päpHtl. Kommiesion.
jetzt noch nicht volle Klarheit herrschte, bekundete der go-
wandte, juristisch geschulte Templer Gerard de Causse '), dir
wie seine Tünf Pariser Gefährten vor der Kommission mit dem
Bemerken erscheint, er habe aus den Erläuterungen des Bischofs
von Paris entnommen, daß die Kommission sein Kommen
wünsche; erst hier vernahm er, dali ein Zwang gar nicht l)o-
stehe, sie hültc niemand aufgerufen ,ad testimonium, sed ut
venirent, si volebant defendere ordinem!' Auch des Großvisi-
tators und selbst Molays Antworten zeugen davon, dab der
Pariser Bischof die Hauptfrage, wer (ieii Orden verteidigen
wolle, nur sehr verblümt voi^ebracht haben muß.' Am 27. No-
vember zeigten sich zwölf Pariser Templer: an der Spitze der
viel genannte Radulf de Gisi % einer der ersten Finanzbeamien
des Königs. Auch sie sind sich über die Untersuchung selbst
nicht klar. Raduif sagt ausdrücklich, er sei gekommen, um
die Kommissare zu selten, weiter nichts, denn der Pariser
Bischof habe ihnen gesagt, wer zu den päpstlichen KommissareJi
wolle, möge es tun. Wahrscheinlich von allerlei imbestimnilen
IIofTnungen und Erwartungen getrieben, erscheinen sie und
hören nun plötzlich die bestimmte Frage, ob sie den Orden
verteidigen wollen. Keiner ist darauf voibereitet, keiner erkifirt
sich ausdrücklich daffir, obwohl einige Monate später alle, mit
Ausnahme des Radulf de Gisi — und vielleicht eines zweiten,
Johannes de Villa Serra, der verschwindet — , unter den Ordens-
verteidigern erscheinen. Fast alle sind neuerdings vom Bischofi'
von Paris verhört, teilweise unter schweren Foltern, die bo- '
sonders lobhaft von Ponzardus de Gisi geschildert werden.
Molays drei Verhöre vor der päpstlichen Kommission —
im November und im folgenden März — gehören zu den be-
kanntesten Episoden des Templerprozesses. Alle drei Male
lehnt der Grolanieister es ab, den Orden zu verteidigen, also
das zu tun, wozu sich Hunderte seiner Untei^ebenen, teilweise
trotz harter Folter, wenigstens eine Zeitlang bereit f-nden.
Wir wissen jetzt, d.ati er nach seinem schwankenden Verhalten,
nach seinen anfängliclien Zugeständnissen einiger Grundülx'!
im Orden, deren Kingestrtndnis er kraft Gehorsams von den
') Miehelel I. 2S. ') Micliel^t 1, 35.
izecy Google
Die Ttm[>ter nod die biscbAfl. Inqniaition. Die pipstl. Komm i sei nn, 2^7
Seinigcn erwartet, nach seinem Widerrur, den er ebenfalls durch
Itrier den Genannten auferlegt, und nach seinem VeriiOr in
Chinoi) — alles das ohne eine Spur von Folter — kaum
Clauben gefunden hatte; aber dem Orden hat er mit seinem
Hinhallen, wie er andeutet, auch nicht genätzt. Sein steter
Wunsch ist, persönlich den Papst zu sprechen; die Kommission
hat ihm im MArz versprochen, schleunigst an den Papst zu
schreiben. Von einem Erfolge verlautet nichts, Molay hat
KIcniens V. nicht wiedei^csehen.
Molays Offenherzigkeit, mit der er Fehler des Ordens
eingesteht, seine naive FrÖi»migkeit, mit der er das tilaubens-
hebenntnis abl^ und für sich Gottesdienst erbittet, sein kind-
licher Verteidigungsversuch für den Orden bcröhreii nicht un-
sjnipathiscli; wie er mit Zeichen Suüerer Frömmigkeit, mit
sdii^nen Kirchengebfiuden und fleiß^em Almosen, aber auch
mit dem Martyrium zahlreicher Templer die Unschuld des
Ordens erweisen will, so haben es auch die spanischen Tonipier
^ebn. Solche Art Beweisführung gti^enüber schlimmen An-
äcliuldigungen war damals Sitte, wie wir aus dem Proxetj
gegen Bonifaz VIII. ersehen. Unangenehm wirkt dagegen ein
starker konfuser und theatralischer Zug bei ihm; seine Ge-
schichten passen nicht oder sind unrichtig, und seinem Auf-
lirausen folgt bald tiefe Depression. Man hat auf seine Auf-
regung beim Verleseil der päpstlichen Bulle mit dem Inhalte
des Verhörs von Chinon hingewiesen und Irrtümer in dem
^ Schreiben zu entdecken geglaubt: entweder sei das Ganze oder
doch ein großer Teil der Anschuldigung falsch. Nun deckt
sich aher die Fassung des Papstes in dem päpstlichen Schreiben
durchaus mit dem Inhalt des von Molay 1 307 versandten Briefes
und in etwa auch mit seinem Verhör in Ohinon ! Sein Auf-
brausen hat die Kommission sehr kühl gelassen: sie warnt ihn
vor unvorsichtigen Au&erungen und betont, die Kirche t>ehandle
Häretiker durchaus als Häretiker, das beste Zeichen, daü man
seinen Angaben nicht allzuviel Wert beilegte. Um so mehr
aber andere Kreisel Was Molay dem König und den Seinen
wert war, zeigt am besten, dati bei seinen ersten Vorhören
die bedeutendsten Staatsmänner FhiUpps, Plaisians und Nogarel,
sich ungeladen einfinden, seine ÄulJerungen kontrollieren und
Kinkr, Paj>,tlam iiDil Vntersang da» Tainiilerurdciis. I 17
izecy Google
258 Die Templer und die hischCfl. Inquisition. Diu pHpstl. KommissioB.
ihn stark in seinem Verhalten und seinen Aussagen beeinflussen').
Man mag manches Gerede seinem Aller zuschreiben, eine
imposante Figur ist Molay im TeniplerprozelJ nur einmal, als
die Flammen ihn verzehren.
Der 3. Februar 1310 galt als letzter Termin für Ordens-
verteidig'er und Zeugen; dann wollten die Kommissare mit d^r
En^egennahmc der Aussagen beginnen. Aber audi jelzt nocli
stockt der Zulauf: groBe Überschwemmungen, harter Winter
und andere Hindernisse dienen als Entschuldigung. Erst vom
G. Februar ab an beginnt die Entgegennahme der Erklärungen;
in kürzester Frist haben sich mehr als 000 Templer, teilweise
mit den begeisterten Worten .bis in den Tod*, teilweise in
drastischer Zurückweisung ihrer frühern Aussagen, .weil sii*
erlogen seien', zur Verteidigung der Uiischidd des Ordens«^
boten. Die meisten stammen aus der Erzdiözese Sens, aus
Paris und tlmgebung, dann folgt über Orleans, Bourges, Tours
und Poitiers Südfrankreich: Auch, Toulouse, Cahors, die Sene-
schallei Carcassonne, Nimes luid Tarbes, daneben Beauvais,
Chalons, Macon und Clermont; die Zentrale überwi»^! aber
so, datj die andern durchaus in der Minderheit sind. Ein sehr
starker Bruchteil hat in Paris, Cahors, Carcassonne und vor dem
Papste früher unter starkem Drucke den Orden und sich be-
schuldigt. Wenn irgend etwas, so bekundet dieser plötzliclie
Aufschwnng, der alles mit sich reilit und nur die Bedenk-
lichsten noch etwas zaudern laut, wie tief dieser geistige Druck,
selbst wenn wir die Folter beiseite lassen, anf diese Massen ,
gewirkt haben muß. Denn nirgends ist ihnen Hoffnung auf
Befreiung gemacht. Nur um die Ehrenrettung des Ordcn.-
handelt es sich: wie weit die einzelnen dadurch erlöst werden,
mutete erst die Zukunft entscheiden.
Am 28. März sind die gefangenen Templer zum crstrn
und let!:ten Male in einer grollen Massenversammlung im
bischöflichen Garten zu Paris vereint. Das trockene Protokoll
berichtet nicht über die Emplindungen, welche die so lange
Getrennten beim Wiedersehen beseelten, über Äußerungen der
Trauer, Freude und Hoffnung; berichtet es ja doch nicht einmal
'] MicIiHc-l: 1. 82 ff. lind 42 IT.
oy Google
Die Templer und die bischOfl. Inquisition. Die pHpstl. Kommission. 259
vollständig Ober alle dort gehaltenen Öffentlichen Reden. Nur
einmal \nrd die starke Bewegung der Menge angedeutet, die
klare Abstimmungen verhinderte; und wie kräftig der alte
Templermul wieder erwacht war, erhellt aus dem Widerspruch,
ilcn sie nach dem Verlesen des lateinischen Textes der Anktage-
artikel erhobt, als die pftpstlicheii Kommissare ihnen den
Wortlaut französisch auslegen wollten '). Sie seien zufrieden
mit dem lateinischen Texte, sie wünschten keine Auslegung
dieser erlesenen Gemeinheiten in der Muttersprache! Hier
reden nun zum ersten Male vor den Kontmissaren im Namen
firs Ordens zwei Ordenspriester. Das Wesentlichste sind Klagen
üIkt harte Behandlung und schlechte Beköstigung, über das
elende Hinsterben so mancher Templer, über die notwendige
Verbindung mit dem Ordensmeister und den andern Obern,
iira die gewünschten Prokuratoren zu ernennen. Denn dazu
war die Versammlung berufen. Sie sollte in irgendeiner Weise
Vrrlreter stellen, mit denen die Kommission weiterhin ver-
handeln könne. Doch dazu kam es nicht; was uacli dem
Weggange der Inquisitoren geschehen, verheimlicht das Proto-
itoll, dafür hat es «na die Teilnehmer dieser denkwürdigen
Versammlung aufgezeichnet.
So wird denn die Vertreterwabi in den nächsten 14- Tagen
in anderer Form bewirkt. Wie von selbst hatten sich eine
Anzahl hervorragender Persönlichkeiten — da alle Onlensobern
sidi der Verteid^ung entzogen hatten — in der Versammlung
und bei den trühern Verhandlungen bemerkbar gemacht. Ans
ilinen schälen sich nach und nach vier Namen heraus: Peter
von Bologna, Reginald de Pruvino, R. de Sartiges und G. de
Chamhonenl; die beiden ersten Kleriker, die andern Riltcr; der
geistige Führer war wohl der Genernlprokiirator des Ordens
an der Kurie, Peler von Bologna, der schon unter Bonifaz Vlll.
erscheint. Aber beide (ieisllichen hatten in Paris sich schwach
gezeigt; bei der Dominlkanerinquisition bekennen auch sie sich
s-huldig, wenn auch Reginald durch gescliickle Formulierung
'lartun will, dat^ bei setner Aufnahme tatsächlich nichts Böses
'I MerkwDrdig ist diese Erklftrnng. da docli mir sehr wenige Tein|iler
iiitein veraUndeD. Wollt kaanten sie ja die frühem AntilBKeartil«;!, aber
di«se deckten sicli ilouti niclit mit den jetzigen.
izecy Google
260 Die Tfmpler nod die btsi^lriSfl. Inqniaition Die pBpstl. Ki
sich ereignet habe: der böse Wille war aber vorhanden. Da-
gegen hatten die beiden Ritter in Ctermont nicht gesüin<ien.
Diese vier werden als die tatsächlichen Vertreter des Ordens
angeschen, wenn auch forniell die Bezeichnung selbst ivcgcn
der fehlenden Ernennung durch den Grolänieisler unterbll^).
Sie erscheinen bei den ersten VerhCren im Namen des Ordens,
bis dann die Maikatastrophe dieses Kommissorium veniiehtele.
Die beiden Kleriker gestanden wieder, wurden degradiert, Peter
von Bologna entkam, w<1hrend Rainald de Fruvino 7.a ewigent
Kerker verurteilt wurde.
Um die völlige oder bedingte Zustimmung zu dieser Stell-
vertretung zu erlangen, besuchen die Kommissionsnotare die
(■erangenen in ihren Pariser Massenquariieren : in kleineren
Trupps von vier bis zu zwanziij sind sie untei^ebracht, liii*
und da auch mehr bis zur Höchsizniil 75 im Tempel selbsl.
Und dabei erfolgen nun hoinahe ein Dutzend meist scliriftlii-li
überreichter Erklärungen, die in ihrer durchaus unoflizicilpri
Form einen tieren Einblick in die Anschauung dieser Templer-
kreise gestatten. Es ist unmöglicli, bei diesen teilweise naiven
Ergössen in der Muttersprache oder auch im felilerhaflesten
Latein, um dessen Korrektur die Noiare gebeten werden, irgeml
etwas Gemachtes, Erkünsteltes oder gar Berechnendes voraus-
zusetzen. Dann würden nicht die Vorwürfe so herb lauten,
dann Hütte man sich eher aufs Schmeichein als auf das Porhen
auf sein gutes Recht und seine Privil^ien verlegt. Den Keni
bildet die Verteidigung des Ordens an -sich und die Erkläruni;
der bisherigen schlimmen, anschuldigenden Aussagen. Man
könnte die Unschuld des Ordens nur geschichtlich bel^n.
Und so durchwandern sie die Hauptetappen von seiner firiin-
dung bis zu den letzten Ereignissen. Auch hier spielen ihr.^
äußerliche Frömmigkeit, ihre Marien Verehrung, ihre Kreuz-
adoration am Karfreitag, ihre schönen Gotteshäuser, ihre Almosen
und schließlich die Aufopferung ihres Lebens bis zum Tode
die Hauptrolle: Nicht minder die angeschenen Stellen, zu denen
die Templer gelangten, vor allem der Vertrauensposten beim
Papste, das Amt des Tresorier» und Alnioseniers beim fran-
zösischen Könige; dann das Ansehen, welches sie sonst ge-
nossen. Der Vater zog den Sohn in den Orden nach sich, der
izecy Google
Dia Templer and die bischOfl. InquieitioD. Die p&pstl. KvmmiMicn. 261
Onkel den Neffen ~ viele Gläubige wurden auf dem Todes-
bette Templer — , andere kehrten, nachdem sie den Orden um
strengeren klösterlichen Lebens wegen verlassen, später trotz
harter Buße zu den Templern zurück : Wäre das alles möglich,
Tragen sie, wenn der Orden sellist schlecht wäre? Wären die
Templer nicht „ratui', wenn sie einem so strengen Orden bei-
träten, nur um ihre Seele zu verderben? Und dann kommen
besondere Hinweise auf den Glaubensmut gefangener Templer
in alter und neuer Zeit.
Wie al>er ist der Orden in diese schlimme Lage ge-
kommen? Durch jene Verleumder, die die LQgen dem Papste
und dem König zugetragen, die falschen Christen, Häretiker,
Vemichter des Glaubens und der Kirche; sie haben sich aus
Geldgier oder Ordensneid mit den Ordensapostaten verbunden,
die aus dem Orden wie .morbide pecudes* wegen ihrer Laster
hinau^eworfen sind. Und dann kommt eine wahrscheinlich
nicht unrichtige Darstellung, wie diese beiden Verleumder-
gnippen es verstanden haben, von" den verschiedensten Ge-
genden dem Könige und seinen Räten die Anschuldigungen zu
si^erieren, so da& altes vonOglich zueinander paßte. Dann
erfolgte die Verhaftung, wie Schafe wurden sie zur Schlacht-
bank geführt, aller Sachen beraubt, in grausige Kerker einge-
sperrt, gefoltert, so daß viele den Martertod erlitten, viele für
immer an ihrer Gesundheit geschwächt wurden; und so ver-
loren sie den freien Willen, die klare Einsicht. Dazu kamen
dann die Briefe des Königs zu ß^inn des Prozesses, die den
Geständigen vollste Straffreiheit, gute Versorgung und grolae
lebenslängliche Einkünfte sicherten. Manche Brüder sind durch
Furcht oder Gewinnsucht verführt worden ').
Was soll nun geschehen ? Der Vorsehlag ist zwar radikal,
würde aber auch zu andern Ergebnissen geführt haben. Zu-
nächst Annullierung der bisherigen Geständnisse, die mit Ge-
walt und Folter erpre&t wurden, durch den Papst. Denn die
Sache li^ so: Die Brüder würden gern widerrufen, aber sie
wagen es nicht, denn sie befinden sich ganz in der Gewalt
der Verleumder; täglich raten und drohen sie ihnen, mündlich,
') Hicbelet I, 168, 202.
Dy Google
262 Die Templer ud<1 die biech&fl. Inqnisitinn. Die päpatl.
sclirifllicl], durch Bolen, wenn sie von den erpreßten Geständ-
nissen ablietäen, so würden sie unbedingt verbrannt Dann
neue Verliöre, in grö&tem Gehettn, bis der Papst sie erfahren,
ohne Hinzuziehung von Laien, Nannung der Zeugen, die für
oder gegen den Orden sprechen wollen, Befragung sämthcher
Templer, die den Orden nicht verteidigen wollen, warum sie
sich zurückhalten. Die Konimission kann natürlich auf solche
radikale Vorschläge nicht eingehen. Soweit reicht ihre Macht
nicht; sie will aber gern die, welche es angeht, bitten, daD sie
doch alles erlaubte Gute den Brüdern zukommen lassen und
sie menschlich behandeln!
Die Schwäche der Verteidigungsschriften, von denen zwei
der Kommission vorgetragen wurden, liegt in einer merkwürdi);
verkehrten Auffassung des Inquisitionsprozesses. Die Richter
mußten sie darauf hinweisen, da& bei der Verfolgung der
Häresie eben alles anders gehe '). Diese Templer beriefen sich
auf die Privilegien des Ordens, und solche gab es nicht t>eiiit
Cilaubensverrat, zumal A4r Papst alle Aufträge erteilt halte.
Derselbe Optimismus begegnet in der Beurteilung der eigenen
Onlensbrüdcr : Wenn ein hervorragendes Mitglied fehlt, bf-
liaupteii sie, dalj es zurückgehalten wenlc; wiederholt muMcii
sie erfahren, daEi nicht Gewalt, sondern eigener Wille sok;he
fernhielt.
Mit dem II. April 1310 beginnen die eigentlichen Ver-
liüre') und dauern zunächst einen Monat, bis die Voi^äiige auf
dem Pariser Konzil eine halbjährige Unterbrechung heriwi-
führen. Die Auswahl der Zeugen stand der Kommission irei.
Man sollte nun nach dem Voran fgegangenen erwarten, daß die
Verhöre zu glänzenden Plaldoyers für den Orden sich gestal-
teten. Brannten ja mehr als ein halbes Tausend Templer
darauf, die Ehre des Ordens wieder herzustellen. Aber das
Bild ist ein ganz anderes! Keiner von denen erscheint zu*
') Michelet 1. 171.
'"') Bis dtihin hHtten itie Kommisaare nur die Erklttrougeo der Ordeos-
vertßiiliger entgegengenommen. Vgl. Michelet 1, 28 die Bemerk ang: Per
dictum edictum non vocHvcrant adhuc sliquos ad testimoniDm : und 1, 31.
Vortrugen durften diu Gekommenen noch Belieben (aber die Kommiasare
UnlerHUclit«n noch nicht'.
izecDy Google
I)ie T»npler ond die btacbori. loquisition. Die ptpatl. KanmisBioii. 'i&B
DJcbst, die sich zur Verleidigung des Ordens gestellt haben.
Merkwürdig ei^eht es der ersten Liste der Vereidigten; es sind
vier Laien und zwanzig Templer'). Aus letzterer Gruppe
kommen nur fünf zum eigentlichen Verhör, die andern treten
in den Hinlergrund. Sie waren l>ereits vom Papste in Poitiers
vernommen '). Anscheinend wurden die Kommissare hierauf
erst bei der geplanten Vernehmung des Johannes de Juvignaco
am 30. April aufmerksam "). Anfangs unsicher über die Punkte,
welche in Poitiers zur Sprache gekommen — eine auffällige
Unkenntnis ! — , haben sie sich erst zur Zurückstellung, dann
2ur rül%en Ausscheidung der also Verhörten entschlossen.
Charakteristisch ist das Verhörsniaterial bis um Anfang
Mai. DaS mit einer Anzahl hochstehender Lisien begonnen
wird, ist begreiflieh. Radulf de Praelles war ein bekannter
Jurist der damaligen Zeit — nicht zu verwechseln mit dem
berühmten Schriflsteller gleichen Namens um die Mitte des
Jahrhunderts — und in enger Verbindung mit der damaligen
Slaatsleitung ; er bülito das unter der Reaktion nach Philipps
Tode ') : Guichard de Marsiaclio war in jungen Jahren in
Montpellier, später Seneschall in Toulouse gewesen und vielfach
zu Templern in Beziehung getreten^). Freilich bedeuten ihre
buntEarbigen En:ählungen für die Schuldfrage nichts, höchstens
kann man ihnen entnehmen, daß der Orden seit langem allerlei
Verdächtigungen angesetzt war "). Ein dritter nichttemple-
riächer Zeuge hatte ans derselben Quelle wie Radulf geschöpft,
der vierte ist überhaupt nicht verhört. Und nun folgt eine
tjrappe von vier Templern, die zusammen in einem Gemache
lit^end nach gemeinsamem Plane vorgehen'): sie haben den
'} Micfaelet I, 174.
') S«cbe siad b«i Scbottinfliler [1 am) Finke Bd. It aachweisbar.
Die Bodero aiod vorläufig nicht unterzab ringen.
'] Hicholet 1, 229.
') Vgl, Chevalier, Repertoire . . . unter Rodolphe I di> Prosles.
') Gmelin macht ibit in seinem Buche S 423 und in seinen TaliuUmi
zu einem der .ürgnten Folterer* der Templer. £r meint, (iuidiard sei
noch im Amt«; tatsächlich war er ecbon 1301 .qnondam seneBchallus*.
Vgl. Hiet. de Langnedoc X, 344, 884 und vor allem 528.
*) Tgl. fDr das Folgende Michelet I, lT5fr.
'l Qni omnee qnatuor morabantur io uno loco captl. Uichelet 1, 205.
izecy Google
2(S4 Die Templer und die biscIiOfl. Inquisition. Die pipatl.
Ürdensmantel der Kommission vor die Füße geworfen, zwei
von ihnen freuen sich über die Ordenskatastrophe, ein dritter
wäre gern schon vor 7 Jahren mit wohl 500 Brüdern ausge-
ti-eten. Dann folgt ein wirklich vor 5 Jahren Aposlasicrter,
der viel in der Welt herumgekommen, Frankreich, Deutschland
und den Orient kennt und sein sicherlich nicht einwurfe-
freies Lehen mit furchtbaren Folterqualen vor dem Bailli vchi
Macon gehütit hat '). Dazwischen wird das den Orden be-
lastende Geständnis eines todkranken OrdensfH'iesters enlgegen-
güiionmten *),
Daß in einer zweiten Gruppe von Vereideten der Bilter
Haymundus de Vassiniacho erscheint, ist erklärlich. Die Ordens-
pi-okuraloren haften am 28. Märe ihn unter denen genannt,
die an der Verteidigung verhindert wurden und die Kommission
hatte sein freies Erscheinen zugesagt '). Das geschieht einen
Monat später, allerdings in anderer Weise, wie die Kommissare
es vorausgesehen liatten; auch er ist Ankläger. Er wie die
bis zum 12. Mai folgenden Zeugen haben mit Ausnahme eines
Apostasierten gemeinsam, dalj sie alle gefoltert waren.
Vei^ebens sucht man hier nach einem Prinzip bei der
Auswahl: Nur die Vernehmung des letztgenannten Ritters lag
im Interesse des guten Hufes der Kommission. Aber sonst
fragt man unwillkürlich: Warum greift die Komuiission die
vom Papste Vernommenen heraus und labt sie alstmid fallen':"*)
Warum befragt sie nicht den einen oder andern aus dein
') Weil er Über die Anbetung des Mola nicht« zu sagen ge-
wußt. C'oriini bnylivo Matisconeiisi fnit qniatiunntua {tonduribue speiuia
in genitalibiis suis ot in nlüa m«mbriB qua»! usque ad «xuiimacionem.
Mi.helet I, 218.
') Warum dieaes Uratlindnia eines Sterbenden? Eine (jenDgende f.r-
klMrung fehlt Hat man ihm ao zugeaetztV Hoffte er dnrcb das GeaUndnia
auf ein hirchlichea Begrftbnia?
") Michulet. I, 103. Kr beißt hier Kaynaudua, doch ist er aoiweifel-
baft identisch mit dorn Verhörten S. 23^.
') Zu der Vereidigung der ersten Gruppe werden die OnleDsproku-
rntoren eingeladen mit der merkwürdigen BegrQnduDg: ad videndum iurare
tentes, de quibua videretur dominla contmisaariia. quod periculum non immi-
neret. Waa hei6t das? Micbelet I, 173.
oy Google
Die Tempter und die biacbOfl. laquisitioD. Üi« pi4psll. KominiBsiun. 265
Kreise der OrdensTerleicli{(er? Wanim tagt sie einmal ver-
geblich, da kein Zeuge zu bal>en sei, der nicht vom Papste
»erhört worden?') Wer verweigert ihr denn die für den
Orden Zeugenden? Solche Fragen finden nur eine vemünflige
[.ösang, wenn man annimmt, daß hier bei dem ersten unsichern
Unihertappen der Kommission andere Hände die Auswahl ge-
leitet, der Kommission die sich zum Verhör drängenden, zum
Teil URsaubem Elemente zugeschoben hat. Man kann sich
nur schwer des Eindrucks erwehren, daß in Erwartung einer
SToiea, ausschlaggebenden Aktion des Episkopates diese Ver-
höre nur ein Zwischenspiel l>edeuten und die Kommissare
dabei, wenn aucti unbewuUt, Handlangerdienste geleistet haben.
Die Situation für das Königtum im Templerdrama war
vielleicht im Fr&hjahr 1310 am ungünstigsten. Der mächtige
Strom mutvoller ß^eislerung, der aus der grofien Templer-
versammlung so plötzlich hervorbrach, bedrohte das von Philipp
und den Seinen begonnene Werk. Kamen diese Kreise jetzt
zum allgemeinen Zeugnis, so muUten sie allein durch ihre
Massenhaftigkeit schon wirken und die früheni belastenden
Aussagen unschädlich machen; der Orden als solcher, den
man sclion vernichtet glaubte, lebte in diesen Massen wieder
aur. So waren die Ordensgegner zu einem eneiyischen Gegeti-
i\üli genötigt. Es ist sicherlich nicht von ungefähr, da& gerade
jetzt die Inquisition des Pariser Bischofs sicti besonders be-
merkbar macht, daü gerade jetzt die Provinzialkonzilien gegen
die Templer abgehalten werden. Nichts drängte zu ihrer
raschen Benifung; der einzige Gnind dafür, weil im Oktober
das allgemeine Konzil b^inne, fiel weg durch die Verlängerung
auf das folgende Jahr, die den matigebenden französischen
Kreisen gewili schon frßher bekannt war *). Vor allem sprach
dagegen, daü die bischöflichen Untersuchungen noch nicht
beendet waren"). Die päpstliche Aufforderung zur Abhaltung
') Michelet i, 281: Ciiini]ue duIIus toetia prudueeretur corani eis, qui
Ȁifninatiiit non faiaaet per d. nostrum papam nee cummpde possent itiidem
habere.
*) Reg. Clementis V. Nr. 6293 f. vom 4. April.
*) Es finden aich nocb Spuren der spatern Untersucbungen des
HiKhafs TOD Paris.
izecy Google
266 Die Templer und die bischSfl. Inquisition. Die p&pstl. Kuiptnissign.
der Konzilien denict unzweifelhaft an die Vollendung der In-
quisition vor Abhaltung der entscheidenden Konzilien i). So
war es auch anderswo ').
Dat3 gerade damals die bischöfliche Inquisition in Paris
eine intensive Tätigkeit entwickelte, ist zwar nirgends gesf^,
aber aus allerlei Anzeichen mit großer Wahrsclieinlichkeit
nachzuweisen *). Fast sämtliche nach der Verbrennung ver-
hörte Templer, d. h. ein paar hundert, sind nach den Angaben
der Protokolle von der bischöHichen Inquisition vcmoiiuuen,
absolviert und mit der Kirche ausgesöhnt. Am stärksten tritt
dabei der Bischof von Paris mit beinahe 50 Fällen, darnach
der Bischof von Orleans, der während der Sedisvakanz in
Sens tätig war, der Ozbischof von Reims und der Bischof
von Clermont hervor. Eine Anzahl anderer Bischöfe folgen
noch mit kleineren Ziffern. Von diesen Verhören lassen sich
zunächst die von Clermont und Orleans — letztere wegen der
Sedisvakanz von Sens') — bestimmen: Sie fallen l)eide ins
Jahr 1309, also vor der Verteidigung des Ordens, Aber die
von beiden Verhörten zählen bis auf drei nicht zu den Ver-
teidigern im Frühjahr 1310,
Dagegen sind fast sämtliche vom Pariser Bischof und
Rciinser Erzbischof Rekonziliierte solche Ordensverteidiger. Von
letzterm wissen wir nun, dalä er diese auf dem Konzil in Scnüs
(Mai 1310) vernommen und ausgesöhnt hat. Dafä der Pariser
Bischof schon vor dem Februar 1310 imjuirierte, sagt Pon-
') VotumuB insnper, quod inquisitione aea inqoiaitionibus huiasniodi
faclis per provinciale concilium . . . sententin . . . proferatnr.
') Daß der neue Frzbischof von .Seos, Philipp de Mari^y, Brndrr
des berflbmten Enguermud, ernunDt vor Oktober 1309, hierbei keine ent-
scheidende Rolle geapielt hnt, ist bei Prutz S. 181 f. richtig hsrrorgehobeii-
•) Uei den VerhQren Michelet 1, 494 und 496 änden sieb diewlboD
irrertlhrenden AogabeD. £a heißt; HHDtellam . . . dimiserat in coneilio
Senanenai. Poetmodum radi fecent sibi barbsm, et fnent cum eo ioqii'
aitani per d. ep. Parlaienaem et absolutua et reconeiliattis per enm. Wegca
des .Poatmodum* konnte roao an Untereucfaung nnd Geatandnia nach dem
Konzil denken. Doch ninfi man nach den andern Protokollen annehmtn.
daß hier gar keine strenge Zeitfolge gemeint ist, sondern dafi mit ,ct
fuerat' ein ganz nener, vom vorigen uuabhKngiger Abachnitt beginnt.
'j Dort hat er die Aussöhnung vorgenommen.
izecDy Google
Die TempJer und die biscbon. Inquisitiun. Die pSpatl. Kommission. 267
zardus de Gisi ausdrücklich '). Aber er wie die beiden andern,
die gleich ihm wegen ihrer Martern auf das Tröhere bischöi-
licbe Verhör hinweisen, Aimo de Borbona und Johannes de
Fumo, erscheinen nicht vor der päpstlichen Kommission; Pon-
zardus war tot, die beiden andern vielleicht auch. Haben
nun die Geständnisse und Aussöhnungen in Paris vor der
VerteidigungserklSrung oder nachher sialtgerunden? Dafa. auch
solche, die 1307 vor der Inquisition, 1309 vor dem Bischöfe
feslanden, dann Verteidiger wurden, ihrem Schicksale vor dem
Konzile durch Zuräcknahme entgingen, beweisen die drei vor
dem Bischof von Orleans vernommenen Zeugen -). Unmöghch
ist also nicht, daü auch in den Protokollen der Kommission
meist auf (rubere Inquisitionen in Paris hingewiesen wird,
wenn ich auch gemäß dem Verhalten des benachbarten Erz-
biscbofe von Reims die Vernehmung und Aussöhnung in
l'aris ebenfalls eher in die kritische Zeit vertuen mödite;
jedenfalls muü aber zwischen Verteidigung und Konzil ein Akt
des Bischofs liegen, durch den er den Entschluß der Verteidi-
gung bei den Gefangenen wieder rQckgüngig gemacht hat. So
lialwn wir uns das Vorgehen des Albertus de Canellis zu er-
klären. Kr war in Someyrc (Diözese Nimes) vor drei Bischöfen
verliört und ausgesöhnt, kam dann nach Paris und erscheint
dort als Verteidiger bis Ende März 1310, hat aber darauf noch vor
dem Konzil — also im April oder Anfang Mai — den Mantel
vor dem Bischöfe von Paris hingeworfen mit der Intention,
daü, wie er den Mantel von der Kirche erhalten habe, er ihn
auch so der Kirche zurückgebe^). Unzweifelhaft ist dieser
Akt, der sich auf den Konzilien so oft wiederholt, auch vor
dem Bischöfe nicht vereinzelt gewesen. Doch wir wissen auch
Ton direkter Inquisitionstätigkeit des Bischofs in der entschei-
denden Frühjahrszett. Ritter Balduin de S. Justo war 1307
in Amiens gefoltert, verhört und geständig; er erbot sich nicht
') Qaecumqae ipse vel slii htttea dicti ordinis fuerunt cunfussi do
pr^miaiie roram epiacopo Pitrisiensi vel nlibi. Ho um 27. November 13119.
Uicbelet I, 36.
') »ichelet I, 43» ff. und 606.
') Hichelet 1, 425: nuper circ» mediam quadragesirnnm examinatus.
Vgl. I, Ö7.
izecy Google
268 Diu 1'empler uud die biacbofl. iDquiütioa. Dia päpatl. Kammiasian.
zur Verteidigung, wurde aber doch Ende März 1310 vom
Pariser Bischof vernommen '■), vielleicht weil er damals nach
Parts gekommen war und so Mißtrauen erweckte. Er gc-stand
denn auch und blieb bei seinem Geständnis. Mit welchem
Hochdruck aber damals gearbeitet wurde, das bekundet am
deutlichsten das Geständnis des Hebert Viguerii vor der Kom-
mission. Er gehört zu den wenigen mutigen Leugnern der
Templerschuld ; alwr auch er halt* einen Augenblick der
Schwäche gehabt, er hatte im letzten Monat vor dem Konzil
dem Bischöfe von Paris gestanden und auf dem Konzil den
Mantel abgeworfen. Das war nicht allein die Folge der eigenen
heiligen Folterqualen gewesen, die er damals erduldete, sondern
vor allem des Schreckens, den ihm die Nachricht vom da-
maligen Foltertode dreier Gefährten in Paris eingetlöüt hatte').
Das sind drei zußillig datierbare NachrichteD, die aber wohl
genügen, um uns die damalige ßeberhafle Tätigkeit der Pariser
bischöflichen Inquisition, die mit den stärksten Mitteln arbeitel,
ahnen zu lassen. Interessant ist hierbei, daß keiner der drei
Zeugen ursprünglich zur Diözese Paris gehört, daß Robert
Viguerii und Albert de Canellis zur Verteidigung dorthin ge-
führt waren, vielleicht auch Baudoin de S. Justo, wenigstens
zur Mitteilung "). Sie alle hat der Bischof, da sie in Paris
weilen, vor sein Forum gezogen, ihnen gegenüber eine Art
ergänzende Inquisitionstätigkeit ausgeübt *).
Gewiö hat diese nicht verborgen bleibende bischöfliche
Tätigkeit die Templerb^eisterung gedämpft. Gewaltiger aber
'} Aber oicht absolviert ond anageaObnt.
*, Michelut I. 514. Die Datierung ergibt aicb aua folgendem: Von
deo drei gefolterten Geführten, deren Tod er vor eeiaem OeatSndnis eriUirt,
ist. CbanUlop ala Orden »Verteidiger Hichelet 1. 89, 109, 138, d. h. bii
2. April 1810 nachweisbar. Da er auf dem Konxil den Mantnl abwirft, so
gestand Robert zwischen 2. April und 12. Mai.
") Er atammt ane Beanvam, wird allerdinga buh dem Pariser Templer-
haose vorgefBhrt. Michelet I, 87.
*) HerkwQrdig ist aucb die Rolle, die der Bischof von Nevera ia den
biacbDfliclien InquiBitiousprozeaaen fObrt. Er ist bei der CnterBuchnng
gegen die Templer vop Nimes durch den Biscliof (Henard); er untersufbt
mit 2 andern BiachGfen im Auftrage des Biar.hofa von Nimea gegen Albert
de Canellis; er notersDcbt in Paria. Hicbelet I, 42.^ und 614. Er acheint
|ini Nomen des Kdnigs?) eine Art Oberaufsicht bei den Proiesaeu an flbren.
izecy Google
Die Templer nnd die hjschofl. Inquisition. Die pftpstl. Kommission. 260
und entscheidender hat auf die erregten Teniplergemöter der
feuerbrand zweier Provinzlalkonzilien im Mai 1310 gewirkt.
Die Nachgiebigkeil der pflpsiliclien Kummission gerade ihnen
gegenüber ist besonders hart getadelt worden. Wie sie sicli
aber bei der von K1emen.s geschaffenen Organisation verhalten
sollte, um die traurigen Vorgänge wirksam zu verhindern, wird
wohl niemand dartun können. Ihre Opposition hätte früher
einsetzen, schärfer lauten müssen: wirksam aber wäre sie doch
nicht geivorden. Beide Organisationen arbeiteten vAllig unnb-
* hüngig voneinander, formell hatten beide miteinander niciits
zu lun; die pfipsttiche Kommission kümmerte sich nicht um
die Personen, die bischöfliche Inquisition nicht um den Orden.
Das pafite für die nichtfranzösischen Gebiete, wo die Unter-
suchung beider Teile erst begann, wo zudem die beiden
tvoinmissianen zum Teil oder ganz aus denselben Inquisitoren
bestanden, obwohl auch hier allerlei Verwirrung eintrat ■), die
aber wenig schadete. Es pa^te nicht lär Frankreich, wo schon
die Untersuchung von 1307 vorlag, beide Kommissionen aus
ganz verschiedenen Personen bestanden, wo zudem — wie die
Verhältnisse sich entwickelt hatten — beide einander feindlich
entgegentreten muüten. Die bischöfliche Inquisition arbeitete,
wie man aus der Anweisung des Pariser Bischofs ersieht, auf
die Ei^rQndung der Wahrheit, aber nur durch Erzielung von
Geständnissen, hin ; die päpstliche Kommission ging in den
ersten Zeiten durchaus objektiv vor. Sie wollte die Wahrheit
und nur die Wahrheit, mochte sie für oder gegen den Orden
lauten. Ihr Verhalten erweckte Vertrauen ; die zugesicherte
Ticheimhaltung, die wiederholten Bemühungen, daü die vor ihr
nt^legten Geständnisse keine bösen Folgen hatten, die Be-
tonung der päpstlichen Autorität lösten die Zungen der armen,
solange moralisch und körperlich Gequälten zu Geständnissen,
die, wie die Aufdeckung der Gewalttaten, dem Köiiigtum ganz
unerwünscht sein mutiten. Die Templer haben sich zur Ver-
teidigung des Ordens gedn'mgt, weil sie durchaus der An-
schauung waren, wenn sie nur jetzt die Wahrheit sagten,
komme es auf frühere Äufierun^cn gar nicht an. Und die
') Vgl. unten bei Gyptm.
Digitizecy Google
370 tlie Templer and die bischofl. Inquisition. Die pfipall. Koromission.
päpstliche Kommission hat sie iinzweifeihart in dieser Ansicht
hestärkt. Die BischöFe auf den Provinztalkonzilien dachten
anders; sie fragten, ob der Templer früher beschworene Aus-
sagen widerrufen habe. Sie konnten das trotz der fornielleii
Geheimhaltung der Geständnisse leicht erfahren, weil königliche
Beamte bei der Untersuchung ein- und ausgingen, die Bischöte
der Kommission selbst gegen ihre Templer prüften, die andern
Bischöfe ja nur die eidliche Frage an den Inquirierten zu
stellen brauchten. Nach diesen Ei^ebnisscn haben Bischöfe
und Provinzialkonzilien gehandelt.
Im Mai 1310 haben in Frankreich eine Reihe Provinzial-
konzilien getagt; die Templerangelegenhejt war wohl cinnger
Beratungsgegenstand. Sonderbarerweise fclilen uns alle Akten,
ja nicht einmal die Namen der Konzilien kennen wir. Nnr
die Orte der Versammlungen von drei Paris zunächst liegenden
Kirchen pro vi nzen sind bekannt'): Paris (Sens), Senlis (Reims)
und Pont de l'Arche (Rouen), und nur Ober Sens und Fteims
besitzen wir einige Nachrichten. Wiederholt heiöt es in den
Akten, daD auf dem Reimser Konzile Untersuchung, Absolution
') tiber den Brand der 54 auf dem Pariser Konzil gelten die Aktes
Hiclielet 1, 276 aichere Auskunft; damit stimmen Kecneil XX!. 140; 655
(Jalmnnes vun S. Viktor); 75^ Dernard Guidonia; p. 34 werden ^9. SIS
werden b6 genftnnt. Die 4 andern nennt Bemard Guidunis. — Vgl. 8urb
Ree. XX. Denn: Les graniles clironiquea de France V, 187 (RA. P. raris);
Villeni bei Murtiteri XIII, 430 usw. — Die zweite Verbrennanfc ist nicht datiert.
Icli möchte glauben, daß sie deninls nnd niclit im SpHtsommer beim ivreilen
Konzil von Sens alntt^eümden hat, Rnynounrd p. 121 maeht darauf racb
den Memoires eoncernent l'histoire . . . d'Auxerre Tf, 294 aarmerksam. —
über Senlis vgl Reeneil XXI, 34; 140; TIS, - Micbelet I, 262. - Cber
das Konzil der Provin:^ Reuen heißt es Micbelet I, 194. daß der'Bierhof
von Ka.yeux am 34. April der Kammisaion erklärt habe. deB er weggehen
mOase: propter coneilium provineinle Hothomagenso, qnod interim celebran
debebni. Ksynonard p, 120 Anni. 1 nennt nar.h der Chronik de Maneval
als Versammlungsort Pont de l'Arche, Von Verurteilungen zum Feuertade
iluselbat wissen wir nichts. Ea wäre aucb ein starkes StBck, wean in
.Uegenwert eines Mitgliedes der päpstlichen Kommission ein solches l'rteil
gesprochen wSre. Von verschiedenen Sohriftstellern wird dann Templer-
verbrennang auf dem Diözeannkonzil von Cnrcassonne erwftbnt. In dieser
Fiirni kann die Nacbridit nicjit richtig sein, denn ein DiOEssankonzil hrtte
dnzu keine Berechtigung. Itaynouard zitiert dnftlr Bonrge, Uiet. eccl. de
Carrasaiinne p, 222. V^t. noch Coli. <)e ClironiqDes Beiges, Cod. DDnenBis446.
izecy Google
Die Templer nnd die biacbofl. InigDiaition. Die pltpstl Kemmissiun. 271
aad Rekonziliatioii stattgefunden habe '), bei Sens wird am
häufigsten das Abwerfen der Mäntel betont, während die Inqui-
sition und eventuelle Aussöhnung schon vor dem Konüil in
Paris, in der Stadt Sens und sonst geschehen ist. Aber wenn
OS auch nur ein paarmal ausdrücklich heißt, data ein TemfiliT
seine frühern Geständnisse auf dem Konzil bestätigt hat, so
dürfen wir dies auch für zahlreiche andere Fälle annehmen.
Vielleicht daß bei der Masse der in Paris und Umgegend Ver-
liörten gerade auf diesem Konzil nur ein summarisches Ver-
jähren, die Gnlgegennahme des Geständnisses oder der Leug-
nung möglich war. Nach den Akten wissen wir, dab drei
Priester, darunter Reglnald de Pruivino, degradiert, des priester-
liclien und Templergewandes beraubt und zu lebenslänglicliom
Kerker verurteilt wurden; zu letzterm auch zwei Ritler und
m Servient'). Akten nnd gleichzeitige Chroniken berichten
zum !2. Mai die Verbrennung von 5t Tenipleni^); wenige
Tage später folgten vier weitere. Sie sterben mutig mit dem
Widemif früherer Geständnisse und dem Glaubensbekenntnis
'I Z. h. Cum quo inqitisilam; absolutus et recoociliatas per d. arplii-
rpisropnm, Kemensem in concitio Remensi. Micbelet I, 632.
') Micbelet 11, Hf. Sie werden nin Zeugen vereidet, haben aber nte-
tnala ausgesagt.
'l Bei folgenden aclit Templern: Radalphus de Freynoy (Michetet
I, 3I13J, Anricus de Anglesi (I, 5U9), Galterus «lo linllcna (I. 536), Ganne-
Mndus de Bnrix (I, 53S), Guido de Nic.i und Murtinua de Nici |l, !)i(^),
[atohua de Sanei (I, 575), Lanrentiua de Ilelna <[, 5911 steht verzeir.hnet,
Abu sie in Pftris verbrannt seien. Anricns de Angleat durfte identiei^li sein
mit dem Anricns de Aullsi milea Bituricensis, der mit lisnrentiiia de
Kelna wejteD der Verteidigung ^s Ordens mit dem Meister aprerlien will.
Hichelet I, 70. Zu Bnllens vgl. Finke 11, 3H Rei A. de Anglesi nnd J. de
Satxi baben GestSndige betont, daß heider Anfnabme korrekt gewesen sei.
Vielfach iat nun seit Raynouard p. 109 C versucht worden, eine Tiiste der
Verbrannten BofzuBtellen. Das ist ein Ding der [JnmQglichkeit, denn bei
allen andern — ancb Panzard de üisi ~ steht nur der Tod (defunctua u. H.)
verxeicbnet. der ebensogot eine Folge der Folter gewesen sein kann. Es
liegt gar keine Veranlassung vor, die zahlreichen als verstorben Bezeich-
neten mit dem Brande in Vertiindung zu bringen. Wichtig ist auch, daß
keiner von den acht in den 1S8 in Paris 1307 Verhörten znhlt. — ('brigeno
lei hier auf folgende Stelle in den Aussagen des Johannes de Tnrno hin-
gewiesen (Micbelet I, 595): Qnod in dicta concilin Renonensi fuerunt aliqna
diKia per eum de voinntate prelntornm.
izecy Google
272 Die Templer und die biaehsfl Inquisilian. Die päpsU. If<
auf den Lippen unter gewaltiger Erregung des Volkes, das
mehr und mehr an ihre Schuld zweireltc. In Senlis wuido
der Priester Egidius de Ronlangi zum Kerker, aber ohne
Degradation, am 37, Mai wurden !l Templer zum Tode ver-
urteilt; bald darauf fand eine zweite Verbrennung statt.
Welche Templer wurden in Paris und Senlis veArannl?
Anscheinend haben wir darüber sicherste Nachrichten. Die
Kommission selbst hört am 12. Mai: 54 Templer, ,qui coraru
. . . commissariis se obtulisse dicebantur ad defensionem ordinis.
erant dicta die coniburendi". Gleiches haben auch sclion
ein paar Tt^e vorher die Ordensprokuratoren ge&ubert. Ein
zitternder Zeuge meint dagegen am Tage nach der Katastroplie,
„weil sie die Irrtömer des Ordens nicht eingestehen wollten' ').
Ganz korrekt ist natürlich die Angabe der Kommissare nicht;
die Verteidigung des Ordens selbst konnte den Templern nicht
zum Verderben gereichen, sondern nur in dem Falle, daß eine
ausdruckliche ZurOcknahme des frühem Geständnisses damit
verbunden war. Hierbei wissen wir zwar nicht ausdrflcklich,
ob auch die Geständnisse des Jahres 1307 als vollgültig ange-
sehen wurden, doch ist es höchst wahrscheinlich. Verbrannt
wurden nur solche Templer, die nach frühem Geständnissen
die Ordensverteidigung übernommen und dann, wiedenmi durcli
die biscIiAlliche Inquisition oder durch die Provinzialkonzilien
verhört, diese frühem Geständnisse geleugnet haben. Wie
könnten sonst mehr als achtzig, d. h. über ein Drittel der
spätem Zeugen, vor der päpstlichen Kommission 1311 erscheinen,
die sowohl früher gestanden als später Verteidiger geworden V
Ilire rechtzeitige Zurücknahme hat sie vor dem Schwerslcn
bewahrt. Zudem gehören zu den Verbrannten auch Personen,
die — soweit die Protokolle bekunden — niemals sich zu
Ordens Verteidigern ausdrücklich erklürt haben; gerade die beiden
vornehmen Templer Laurentius de Belna und der Ritter Anricus
Aulisi aus Bourges*), unter dein doch wohl der oben tfe-
nannte Ritter Anriciis Anglesi zu verstehen ist, iiabeii auf Be-
fragen nur erklärt, daüi sie sich mit dem Onlensmeister beraten
■) Michelet I, 274, 260. 270.
') Kie wcrdeD in VprbindunjK mit der Verteidigong nnr dieaei eiaMnal
genRDDt, Mii'li^iet I, '0.
iLCD, Google
Die Templer und die bisrhnfl. fiuiuisitinn. Die pSpst). Koinmisston. 273
Kolllen, beide erscheinen später weder bei der großen Garten-
versaninilung, noch boi der Nacbfrage in düii einzelnen Quar-
lieren, und doch gehören sie zu den \\'onigen, deren Ver-
lirt'nnung sicher fcKlstcht.
Mil dem Feuertode bedrohle die Inquisition den .relapsus",
(Irr in seine fröhern Irrtümer KiirQcIcfällt '). Nun la(; aber bei
den Templern kein Rückfall in die Fläresie vor, da sämtliche
Templer ja die angeblichen Vorgänge bei der Aufnahme ver-
abscheuten, sondern nur Rücknahme eines beschworenen Ge-
.'ttändnisscs. Wie der Widerruf in diesem Sinne zu behandeln sei,
ist in der Inquisilionsliteratur ftfter erörtert; die Frage wurde
liieorotisch nicht übnrnll gleich entschieden, und auch die Praxis
blieb sich nicht gleich ^). Dali diese Frage auf dem Pariser
Konzil l>errihrt und in welchem Sinne sie entschieden wonleii,
lii'saBt der Zeitgenosse Tolomeo von Lucca^): ,Movetur queslio
contra cos, utiiim talis rcvoralio pnsset dici rclapsio et iudi-
catiir, quod sie *). Man wollte sogar den Papst auf seiner
Seile haben. Im Februar \'M0 kursierte in den Kreisen der
Kf'fangcnen Templer ein Di-ohbrief ihres WSchters, des Propsles
von Poitiers, an den ehemaligen Komtur von Apulien, Lau-
rentius de ßeina und seine nelähilen, die von ihm verhört
waren. Er erliofn mit Bestimiiitheil, dalJ sie demnächst vor
ilt^in ßischofe von Orleans, der sie aussühnen soll, hei ihren
Costündnissen verhan-en. „Denn wisset, daü der Papst be-
fnlilen hat, alle, die vor dem Inquisitor gestanden und ihre
Geständnisse ziirtickgenommen iiaben, zum Feuerlode zu ver-
urteilen" ").
') llinscbinH, Kirchenrerht V. 488 Nr. 7. Vor allem kommt hier
f'. ü X ile liaeret. V, T in lletraclit: ,Ail almlenditi».'
'I Vgl. I^a-IUnsen I, 478 f.
'l HrIuzc I, S7. Rr fDgt hinzu: Utide Pnrisinn comburuiilnr.
'i Raynouaril ztliert p. 106 Anm. hierzu ans <lem Vat. Archiv mich
Wgrnde: R^aponsiones concllii (statt cunciliiirij) Nnrlioneiims siiper diibiia
■ ..in Tucto aingularimn perBonarnni Tcmplariorum : Viiletur quani run-
tnrinm rationi tales indluaro relapaon . ■ • In tiililiiiH iliibiia reKtriogendne
«nnt poea&f. Leidpr verinai; ich das Stück nicht aurKiilindcn; die Angabe
-SchnttmDller«. da& es eingebunden aei iu Itibl. Vat. Mae. Lat. Nr. 4U3l) ist
irrig. Mir acbeint die g«ni:e Ansirlit su »chjin, als daß sie richtig sein könnte.
'j Michelet l. 71 f.
Fink«, Fapsttam and UntergHOg An Templeriirdana. I, 18
izecy Google
274 Die Templer nnJ He h\Behü(\. Inquisition, Die pSpatl. Rammission.
Ein Punkt wird im Dunkeln bleiben, so sehr auch die
moderne Forschung ihn als klar gestellt ansieht: Ob auch pe-
foll'erte Rückfällige verbrannt sind, oder ob man hier vor-
sichtiger vorgegangen ist:' Oewiü, wenn Ponzardus de Clisi,
dessen Qualen Triiher geschildert wurden und der in den Ver-
hören als .defunclus" bezeicimet wii-d, zu ihnen gcliörle, so
wäre die Frage entschieden. Das ist aber, wie erwähnl, keines-
wegs sicher. Bei den acht als verbrannt Bezeichneten H-isscn
wir von keinem, datj er mit der Folter in Berührung gekommen
isL Anders ist es mit der berechtigten Furcht vr.r der Folter:
sie war bei allen gefangenen Templern vorhanden.
Anscheinend haben erst kurz vor Zusamnientrill des
Konzils die Ordensverleidiger von der drohenden (Jofahr gehört.
Am Sonntag, 10. Mai, tags vor Reginn, reichen sie in besoii-
dorer Sitzung der Kommission eine Appellation an den Papst
ein, unter dessen Schutz sie den Orden stellen. Sie beloneti,
daü durch ein Vorgehen des Konzils die püpstliciie Inquisition
völlig gestört würde, und bitten die Kommission, nicht bloli
den Pariser, sondern allen französischen Prälaien das Vorgehen
gegen die Templer während des päpstlichen Inquisitionsprozesse-;
zu verbieten. Bei diesem entscheidenden Akte hat sich der En-
bischof von Narbonne unter dem Vorwande des Zelehriereii?
oder . Messehörens entfernt')! Die Ausführung der Bilte der
Ordensvertreter hätte die gerechte Lösung dieses Problems ^'c■
bracht*). Das hat man aber königlichersei ts sicherlich niclit
gewollt; und so gehen die Dinge ihren Gang: Die Kommission
verhört noch an den beiden Tagen, da das Todesurteil gefäül
und angeführt wird; erst als die Hinrichtung der 54 Templer
als bevorstehend angekündigt wurde, .sandte sie den Propst von
Poitiers und den Archidiakon von Orleans an die Prälaien de?
Provinzialkonzils mil der Ritte und dein Rate, doch vorsrcliUg
vorzugehen und die Vollziehung der Strafe aufzuschiebt^n. Die
beiden Abgesandten sollten das zunächst mit dem Hinweis auf
die Aussagen sterbender Templer begründen, die im letzten
Augenblick behauptet hallen, daLi sie und ihr Orden falsrli
') Qua andita (die Appellation) d. doni. nrchiep. direna vpI relelir«re
vel misBam andire receasit, IMifhpjet I, 262.
') Dns Folfjcrde Midii^li.t T, 254 ff.
oy Google
Die Templer und die bischin. In^nUition. Die pBpstl. KoinmiRsion. 275
heschuldig^t wQrden — der Propst selbst und viele andere
waren dafQr persönliche Zeugen; dann aber wfirden durch
die Hinrichtung selbst die weitern Verliöre der päpstlichen
Kommission in Frago gestellt. Die Abgesandten trafen nnr
tjie SufTragane, nicht den Erzbischor. Der Eindruck besonders
lies ersten Argumentes muQ doch stark gewesen sein; man
suchte ihn durch die unwahre Bemerkung abzuschwächen, dali
die beiden nicht im Auftrage der päpstlichen Kommission ge-
sprochen hätten. Freilieh hat auch dieses schüchterne Vor-
goheii der Kommission den Templerbrand nm keine Stunde
venögerL
Unzweifelhaft besteht seitdem eine gereizte Stimmung
zwischen den beiden Kreisen; aber die Bischöfe sind in der
Vorliand. Sie greifen jetzt in den Geschäftsgang ' dt-r pilpst-
lidien Kommission seilst ein, indem sie Beginald de Pruvino
zitieren. Schüchtern weist die päp.stlielie Kommission auf seine
von ihr selbst anerkannte Verteidigereigenschart hin: sie will
^pwiü nicht den Erzbischof und die Tätigkeit des Konzils lie-
liindern, sie bittet nur um gütige nochmalige Erwägung dieses
Falles, fiereizt fragen die drei Konzilsabgesandtcn, was diese
Andeutimg bezwecke; gegen Beginald schwebe seit mehr als
zwei Jahren die Untersuchung, das Provinzialkonzil sei jetzt
versammelt, um diese Untersuchung zu Ende zu führen, denn
der Erzbischof könne nicht beliebig das Konzil versammeln.
Die Kommissare wagen nur zu erwidern, ihre klare und un-
zweideutige Andeutung sei mit Zustimmung des FIrzbischofs
von Narbonne abgefaüt, und da dieser nicht anwesend sei,
mfl&len .sie die Antwort auf später verschiehen. Erzbischof
und SufTragane seien zudem so einsichtsvoll, dali sie das Not-
wendige ihrer Andeutung entnehmen luüMen. Aber Irotzdem
li[rel)en die Prälaten schwerhörig: sie nahmen zur selben Zeit
der Tempi er Verteidigung ihr Haupt, den Oeneralproknrator
Petrus von Bologna, und damit war diese lahm gelegt, da die
drei andern Verteidiger' nicht rechtskundig war^n. Diesmal
griO die Kommission durch; sie befahl den beiden Tenipler-
hülern, den Prokurator zum folgenden Morgen vorzuführen.
Aber dazu ist es nicht gekommen; seiner wird im Protokoll
des folgenden Tages nicht gedacht, dann folgt die Verschiebung
18*
izecy Google
2Tfi Die Templer und die bidcbOfl. Inquisition. Die pSpstl. EommiMion.
und erst zum 3. November heiM es, da^ die beiden Kleriker
der Verteidigung entsagt und ihre frühern Aussagen gegen den
Orden wieder auTgenommen hfitten, der Genera iprokurator aber
aus dem Kericer entflohen sei.
Die Wirkung des Pariser Autodafes war eine ungeheure.
Selbst aus den trockenen Protokollen klingt der starke Pündruck
auf die Templer wider. Schon vor dem Brande regten sieh
einige Zeugen — nach Aussage der Kommission — so auf,
daß sie ihrer Sinne nicht ganz mächtig waren. Am Tage
nachher erschien der arme Templerservient Amerius de Vil-
laribus Ducis') bleich und bebend im Verhör; er wünschte
sich augenblicklich den Tod, sein Leib und seine Seele sollten
vor den Augen der Richter in die Hölle fahren, wenn er lüge;
dabei zerarbeitete er sich die Brust mit den Fäusten, hob die
Hände zum Altar, kniete nieder, und dann strömte es heraus;
der Orden sei unschuldig, obwohl er infolge der vielen Marleni
früher anders ausgesagt habe. Als er gestern die 54 Templer
zum Tode führen gesehen und ihre Verbrennung vernommen,
da habe er steh gesagt, in solchem Falle werde er alle dem
Orden angedichteten Verbrechen gestehen, ja, wenn's verlang!
würde, auch daß er den Heiland selbst gelötet habe. Umi
dann bittet und beschwört er die Kommissare und selbst die
Notare, sie möchten um Gottes willen sein Geständnis nielit
den königlichen Beamten oder seinen Wächtern verraten, denn
dann würde es ihm ebenso gehen, wie den 5i verbrannten
Templern.
Der Fall ist der krasseste. Aber eine starke Verwirrnng
bekunden die Befragten in diesen Tagen Öfter. Und so eiil-
schlieüt sich die Kommission, die Verhöre ein halbes Jahr zii
sistieren. Sie hätte es nicht gebraucht; ein gewisser mensch-
licher Zug steckt doch in diesem Aufschub, wenn auch der
Hauptzweck ja war, unanfechtbare Protokolle z» schaffen.
Nominell am 3. November, tatsächlich am 17. Dezember 1310
begann die letzte bis zum ä6. Mai 1311 sich hinziehende Ver-
hörsreihe. Noch über 200 Templer werden verhört (im ganzen
waren es 231 *)), über 200 gestehen die Ordensverbrechen,
■) Michelet [, 275 F.
*) 8o zAhlt die Kommiasion BetliBt.
oy Google
Die Templer oad die bisehöfl. InquUitioii. Die pSpatl. Kaminission. 277
noch kein Dutzend tritt fQr völlige Ordensunschuld ein. Dafi
diese Verhöre auch nach so langer Zeit noch durchaus unter
dem E^indnick des Autodafes vom 12. Mai stehen, ist unzweifel-
haft. Insofern könnte man schon den Wert der Ergebnisse
niedrig stellen. Wichtiger ist aber für die Beurteilung die
Antwort auf die Frage: Wie sind jetzt die Zeugen au^ewählt? ')
Rechnen wir einzelne erklärbare Ausnahmen ab, so werden
nur solche vernommen *), die vor der bischöflichen Inquisition
oder den Provinzialkonzilien vorher ausgesöhnt sind. Hat es
nach der Katastrophe so wenig Templer unter den mehr als
sechshundert gegeben, die der Verteidigung treu blieben, die
also nicht ausgesöhnt werden konnten? Wir wissen es nicht.
Von den umgefallenen Verteidigern sind, wenn ich recht zähle,
84 verhört, darunter 38, die schon wenige Tage nach dem
Templerbrande ihren ROcktritt von der Verteidigung erklärten.
Ilire Ansicht war also der Kommission von vornherein bekannt;
im Grunde auch die Ansicht sämtlicher Ausgesöhnten und
damit schon im voraus das Ergebnis des Verhöres: Nur in
einigen wenigen Fällen hat diese Erwartung versagt.
Das zweite Aufl^ltige ist, daü über zwei Drittel der Ver-
nommenen aus der Kirchenprovinz Sens oder Reims stammen
oder dort ausgesöhnt sind. Ein innerer Grund sprach gegen
ilire Vernehmung, da gerade diese Templer unter dem stärk-
sten EinQusse der königlichen Kreise stets gestanden hatten.
Ein äu&erer Grund sprach Ja daßr, dag sie leicht zur Hand
waren. Aber das war die große Schar der Verteidiger doch
auch. Oder hat man sie zur Urteilsentgegennahme auf den
Provinzialkonzilien heimgcsafidtP In Senlis werden mehr als
zwei Dutzend Verteidiger vernommen. Sie müssen also im
') Testes s veaectibili vini N. prepoeito Pictaue&si , . . et . . . lobsDae
de luDvilln . . . nobis de diversis provinriis sdminiBtrHtoe, sagt die Kommis-
BUo Hichelet II, 271. Der Ausdruck .sdmiDietrHri* wird anch ia dem
Scfalußbericbt gebrancbt; luweilen steigt wirklieb der Verdacht saf, daG
iio etaia BaeoTgoog der Zeugen, such die Auswahl in den Hündsn dieser
Siebter lag.
') leb benutze hier die Tabellen von Gmelin. Leider sind an recht
^i«lan Stollen die Angaben inhorrekt; oft ist die deutsche Übersetiung zu
boipp, so dafi das Gesuchte nicht m linden ist. Namentlicb ist zu wsmen
'or der Knbrik: Vorher verhörtt Rekoniiliiert?
izecDy Google
278 Ilie Templer und die bJeehOfl. iDquisition. Die päpsÜ. Kammiastra.
April oder Mai dorthin zuröckbefflrdert sein. Es ist wahr-
scheinlich, daß bei den weiter liegenden Erzdiözesen aucii so
verfahren ist. Dann entsteht aber sofort die Frage : Wen
haben diese entfernt lieg:enden Diözesen dann zur spätem Ver-
nehmung g:estellt?
Die Antwort lautet: Von den nicht aus den Kirehen-
pruvinzen Sens und Reims, also aus dem Süden kommenden
Zeugen gehört keiner — abgesehen von einer merkwürdigen
Ausnahme — der Verteidigungsgruppe an: Limoges '], Rhodez,
Saintes, Clermont senden mehr als 40 Zeugen, von denen
keiner im PrQhjahr in Paris war! Vielleicht erscheint diese
merkwürdige Tatsache bei Clermont am auffälligsten. Dort
waren bei der bischöflichen Inquisition 1309 über die HSine,
39, geständig, ü!9 leugneten. Von letzteren waren zahlreiche
als Verteidiger in Paris; sn^ar ein paar Leugner: nur einer
von ihnen erscheint als Zeuge, R. de Bort'}, und der ist ge-
ständig! Freilich „nondum absolutus nee reconciliatus per
aliquein". Alle andern nicht; dafür an ihrer Stelle 20, die
dem Bischöfe von Clermont 1 309 gestanden hatten und ausge-
söhnt waren und von denen keiner vorher in Paris gewesen war.
Ahnlich ist es bei den andern Diözesen: überall erscheinen
neue Pereönlichkeiten, die wahrscheinlich nie von ihrer Aussage
abgewichen waren und deren Aussage man sicher war. Bei
Sainles konnnt noch ein bezeichnender Moment hinzu: Zwei
Gruppen von (i und 7 Templern erscheinen vor der Kommission,
Die erste Gruppe, die in Saintes infolge harten Kerkers und
harter Tortur gestanden hatte, leugnet ganz, wohl zur Über-
raschung der Kommission. So erhält denn ~ ein Ausnahme-
fall — der Bischof von Saintes den Auftrag, neue Zeugen zu
SL'uden , und diese entsprechen den Anforderungen bis auf
einen ■'). Keiner von allen diesen war aber bei der Vertei-
digcrpruppc.
') Intereiisiint ist. dafi sämtliche Zeugen von liimuges susdrBcklicb
bekunden, Dicinnls gefoltert zu aein. Der KiBchof wxr Hilgtied der pipst-
licheii KuDimiesion.
') Michelet II, 152.
') Micfaelet II, 6 ff. und 198 IT. Der Biecbof aendst Beptem Tem-
pUrios, quoa de speciali mandat« d. n. Bummi pontificia tenebamuB. Du
wird doch nur eine Bemerkung Ober die allgemeine Dulte des Papstes Min-
izecDy Google
Die Templer und die biscbOfl. Inquisition. Die päpstl. KommisBion. 279
Zwei Erscheinungen treten also klar hervor: Zunächst
das ganz un verhältnismäßige Übergewicht von Paris, der Erz-
diöijesen Sens und Reims; dann das voJtstündige Verschwinden
der Verteidiger; die Ausnahmen slammen aus den beiden Erz-
diözesen. Jedenfalls dürften auch diese statistischen Tatsachen
auf eine planmäßige Auswahl hinweisen, mit der ein m^llchst
erdrückendes Schuldmaterial erzielt werden sollte.
Planmäiig war die Auswahl der Zeugen, planmäßig auch
<Iie Beeinflussung der Aussagen. Die Folter ist freilich hier
nicht angewandt worden; hier genügte nach dem Voraufge-
gangeneß milderer Druck. Nicht allzuoft tritt er hervor bei
den sich aneinander reihenden Geständnissen der Ausgesöhnten :
aber doch vereinzeil, nur feilweise ans Licht tretend. So bei
dem Zeugen Johannes de Pollencourt ').
Er berichtfit über seine Aufnahme, gesteht nichts, und
wiederholt dabei mehrmals, dag er bei seinem Geständnis vor
dtm Bischöfe von Amiens und seinem Voi^änger verharre,
denen er die Verleugnung Gottes gestanden habe*). Die Inqui-
sitoren suchen den bleichen und zitternden Mann durch die
Zusicherung vollsten Geheimnisses r.a beruhigen; wenn er die
Wahrheit sage, geschehe ihm nichts. So sagt er denn bei
seinem Scetenheile, daS die frühem Aussagen falsch seien,
vuranlaljt durch den mit ihm gefangenen Priester Egidlns de
Rostangi, der unter Tränen ihn und seine Genossen in Montreuil
beschworen habe, die Verleugnung und Bespeiung zu gestehen,
sonst ginge es ihnen ans Leben. Johannes hatte dieses falsche
Geständnis dem g^enwärtigen Bischof Robert von Amiens
hoichten wollen; doch hatte ihn dieser, da er mit den andern
Templern zu sehr beschäftigt war, an einen Minoriten ge-
wiesen. An diesen psychologisch durchaus vertrauenerweckenden
AViderruf hält der Servient einen Tag fest. Dann erscheint er
knieend und die Hände faltend vor den Inquisitoren: er habe
falsch geschworen, gelogen. Und nunmehr gesteht er alles, ja
hat sogar nach der Gefangennehmung von dem in der Ver-
sammlung erscheinenden Kater gehört. Warum dieses i* Die
Kommissare haben es ausdrücklich ins Protokoll setzen lassen,
') Micbeltt I, 36». ') Michelet 1, 369 IT.
izecy Google
28Ü Die Templer uni] die bjscbüfl. InqiiisJlioii. Die püpatl. Kommissien.
dalj sie an eine Beeinflussung denken. Und wenn wir da iicii
Namun des Gofangenenwarters Johannes de Jamvilla liAren, an
den sich der GefaDgene gewandt hat, so wird liaum mehr ein
Zweirei an der (reibenden KraFt sein.
In dasselbe Kapitel gehört aucli der merkwürdige Widerruf
dreier aus Poitiers kommender Servienten ') ; alle drei sagen
mit denselben Ausdrucken, da(i sie gor keine Schuld des Ordens
kennen, und alle drei widerrufen dieses günstige Geständnis
zwei Tage später mit derselben Motivierung: sie wären zu
dumm gewesen ! Wir dürfen auch für diese Zeit und diese
Zeugen für wahr halten, was die Ordensverteidiger im ersten
Stadium behauptet: Non audent propter minas eis illatas
cotidie!
Wie eng König Philipp mit dieser durchaus kirchlichen
Kommission verbunden war, zeigt der Anfang wie der Schluß
dieser Verhörsreihe*). Als die Kommission im Winter wieder
beginnen wollte, widerriet Philipp den B^inn der Untersuchung
vor dem Beginn des Parlamentes am 23. Januar. ,Aus be-
stimmten Gründen" lieS er sagen, leider fehlen die genauen
Angaben, Während die Kommission hier nicht nachgab, hat
sie bciui Schluti der ganzen Aktion sich vollständig dem könig-
lichen Willen geFTigt. Sie schob den Schluß auf Wunsch
des Königs hinaus, bis sein Vertrauter, der Bischof von Bayeux,
von der Kurie zurückgekehrt war, und hat ihn dann in
längern Beratungen mit Philipp herbeigeführt, obwohl der Papst
noch, wenn möglich, die Vernehmung von Zeugen über die
Vorgänge im Orient verlangt hatte 3). Freilich kam der Mangel
an Zeugen hinzu '). Wo mochten die drei Viertel derer weilen,
■) Hicbelel II, 88 IT. und 107.
'I Michclot II, 269fr. Bei der Scblußurkundc ist auch riai««ns
ncbcD (loUfried de Plexeio Zeuge: die l)eideii Münner, die flir die Durch-
fahrung des l'rozesses so viel bedeuteten.
') Der Papet und einige Kardinülo hatti-n gesagt: (juwl acta, . ■ -
sslia eidem . . . sufficcre videbantur, nisi de receptia ultra niare poss*»'
adhuc infurnineiouem recipero pleniorem. Dngegeti hatte Kardinal StepbM
goBchriebcn: Quod processuin mtttereat celeriter. Der Papat maß also die
Akten schon in etwn gekannt haben.
') C'ain nee eciani plures tostea adniinistrarentur.
izecDy Google
Die Templer und diu hrschüD. Inqulaition. Die pHpstl. KommiBfliou. 281
die ^ch zur Verteidigung des Ordens erboten hatten, denn
noch nicht hundert waren vernommen, ein Zehntel war dem
Feuertode geweiht worden? Wer verhinderte denn die Vor-
führung? Entweder beharrten die übrig bleibenden Fünfhundert
bei der Verteidigung oder auch sie waren mürbe geworden.
In ersterem Fnlle durfte die Kommission an ihnen nicht vorbei-
gehen, um ein objektives Bild der Aussagen zu bieten, in letz-
terem standen doch Mittel genug zur Verfügung, um sie her-
beizuschaffen. Ist die Aussage der Kommission aufrichtig
gemeint, so stehen wir auch hier vor einem Kätsel.
oy Google
VII. König Jayme IL
und die ardgonesischen Templer 1307 isog-
Die Verhöre in den andern Ländern.
Eine besondere Behandlung verdient die Geschichte der
arat^onesischen Templer in diesem Zeitraum wegen ihrer schon
oben kurz erwähnten ') Sonderstellung und kriegerischen Be-
deutung, dann aber auch, weil ein reiches Quellenmateriai
über den Kampf der beiden militärischen Gewalten in seinen
einzelnen Phasen Licht verbreitet. Der König hat ein gewal-
tiges Sammelwerk anlegen lassen, in dem er seine Korrespon-
denz und seine Verordnungen, die nach vielen Hunderten
zählen, eintragen liefä^); die Templerkorrespondenz blieb uns
auch für diesen Zeitraum zum guten Teil erhallen. Sie unter-
richtet vorzüglich über die Stimmung der Ordenskreise, natür-
lich weniger genau über die Tatsachen, hesondei's die entfernten.
Zahlreiche Tartarennachrichten laufen mit unter; der Groß-
meister erscheint durchaus idealisiert, ebenso die französischen
Brüder; man glaubt jeder Mitteilung. Müssen wir so auch
bei der Benutzung vorsichtig sein, so würden wir diese rascli
und flüchtig, oft bei Nacht hingeworfenen Zeilen, die mit
fieberhafter Hast, bei Tag und Nacht, von Haus zu Haus
dann weiter verbreitet wurden ~ Sia tramesa decasa en
casa, denit et de dia — , nur ungern entbehren,
Jayme II. hatte zuerst von den bösen Templergeröelileti
gehört; seine merkwürdige Auflassung ist oben") gezeichnet
Jedenfalls wird er sieb des sonderbaren französischen Anklägers
'I S. oben S. 27 ff.
-) Über Cod. 291 vgl. man die Einleitung lum II. Baode.
') S. S, 110.
izecDy Google
U&DJg Jajmu 11. und di« aragoneBiscIien Templer eU, 388
wieder erinnert haben, als die ersten Nachrichten von der
(Jefangennahme nach Spanien drangen. Philipp der Schöne
liat wohl ihm zuerst geschrieben, drei Tage nach der Kata-
strophe und dann wieder am S5. Oktober, als die ersten
ößentlichen Geständnisse stattgefunden hatten'); galt letzteres
Schreiten nicht dem Könige, so doch sicher seiner Umgebung,
denn es findet sich unter der aragonesischen Königskorrespon-
denz. Aber bevor diese Nachrichten Jayme erreichten, hatten
ihn schon die Ereignisse in Navarra genauer unterrichtet.
Über die Templerfrage in Navarra war bislang nichts
bekannt; doch konnte man bei seinem engen Verhältnis zu
Frankreich, im Sommer war Philipps ältester Sohn als König
von Navarra gekrönt, vermuten, dag dort gegt-n die wenigen
Templer ganz nach französischem Muster vorgegangen würde.
Jetzt wissen wir, daü auch dort zur gleichen Zeit wie in
ganz Frankreich die Gefangennahme erfolgte. Denn schon am
S3, Oktober wandte sich der aragonesische Ordensmeister an
den König um Hülfe für einige Brüder, die, obwohl Aragonesen,
in Navarra festgenommen seien *) ; sie hatten sich nach Navarra
liegebcn, als sie von der Gefangennahme der dortigen Templer
{;eiiörl; sie hatten gehofft, durch ihre Füi-sprache beim jungen
Könige ihre Befreiung zu erlangen und waren nun selbst Ge-
fangene. Auch die zuerst Festgenomnienctt stammten aus
Aragonien, wenn sie auch dem Templerhause in Painplotia
angehörten. So wendet sich denn Jayme II. am 1. November
an König Ludwig um ihre Freilassung").
'j S. Bd. II S. 46 f. Hr. 80.
') Bd. 11 S. .^0 Nr. 83 Anm.
=) DftB Schreiben fand ich erat nach trag! ich im Keg. UÜ f. 69v des
.\rchivs in Bnrcriona. Die HRQptstelle Ikutet: Kelitcione qiiniii pluriuin ad
noBtrum pervenit audilum, quod, cum aliqui fratrca ordinia inihtii^ Tonipli,
naturale« noetri, in regno nostro Aragonie comorantea apud regnum Nauarro
acceaaiaaent predictam, nt quibasdam fratribus sui ordinia per vos captis
■Diilio, quo poasent, apud voe aapplicando insiaterent, ipsi fratrcs iussa
veatro capti fnerunt adhacque aub regio carcere detinentar Üum igilur
ipaia fratribas teire nostre deßiccre non poasimuB, quin pro eis partes
nostras, at conveDit, imponamus, ideo voa requirimiu et rugamuH, quatenua
ipeos Iratres a dicla capcione abaolvi protiaua faciatia. Pro aliie veru
fratribus primo Captin, quia de terra nostrs auam, ut audivirouH, traxerunt
originem nostrique naturalea existunt, qaamquam in reguo Nauarre resi-
izecy Google
284 König Jayme il. und die aragonesi sehen Templer etc.
Anscheinend wurde nur die erste Gruppe, die neu zuge-
reisten und in Tudela gefangenen drei Templer, losgelassen,
über die andern wollte König Ludwig Nachricht schicken ').
Dabei fn^e man den Boten, ob der Papst denn noch keinen
Auftrag zur Gefangennabme und ßäterbeschlagnahme geschickt!
Auf die verneinende Antwort waren der König und seine Um-
gebung verwundert: .Jayme könne doch ein gutes Geschäft
machen." So fafite man hier an der Grenze Frankreichs die
Aktion durchaus als eine gemeinsame, zwischen Philipp und
Klemens vereinbarte und zu gleicher Zeit als eine wesenthch
materielle Operation auf! Dann erzählte der Graf von Bou-
logne und der Kanzler dem Boten den Grund dieser seltsamen
Ma&r^el; doch wollten sie sich auf weiteres nicht einlassen.
Df^^en bat der junge König Jayme um eine persönliche
Begegnung, die dieser auffälligerwetse mit der Motivierung
ablehnte, daß die Königin erkrankt sei und er zu weit von
der Grenze sich aufhatte. Ob bei der offenkundigen Verstim-
mung die Teropleraffilre mitgewirkt hat?*}
In derselben Zeit hatte der aragonesische Templenneister
mit mehreren Gelehrten eine Audienz bei Jayme in der G^end
von Daroca. Et sprach von den Bedrängnissen des Ordens in
Navarra und Frankreich und bat den König, da& er sie, seine
Untertanen, deren einzige Hoffhung er sei, schützen mögt;.
Der König empfing sie sehr liebenswürdig und besoif:t uad
betonte zwei Punkte: zunächst daß er ganz fest überzeugt sei,
daß die dem Templerorden vorgeworfenen Dinge bei den spa-
nischen Templern nicht zu finden seien"); dann aber, der
König von Frankreich habe einen so vortrefflichen Rat, wie
könne er da so grundlos vorgehen ? Offenkundig will er beide
denciam faciant, vos attente rogamus, quatenus honore sc precibas noatn*
. . . liberari aimititer faciatia. 1. November 1307. Nr. 33 ist alao et«U
epHter zu aetzen. Der Gesandte heißt hier F. Domir.
') De los de au tierra enbia resqaesta. Zu diesen sind wobi aiKli
die nur in Navarra domizilierten Templer zu zählen; denn sonst vftre die
erste äruppe doch zu klein.
'l Damit tritt Navarra wieder ganz in den Hiat«r^nnd. Erst bei
den Verhören des Jahres 1310 wird es wieder gensnnt.
^) Nach einer andern Fassung (Finlce II, 54) kOnnte mMi annehnfn,
daß der KOnig seinen Unglauben ganz generell ausgedrDckt habe.
izecDy Google
ROnig Jnym« iL und die HTitgoResisrliPii Templer etc. 2^5
Gruppen scheiden und sein Urteil i'iber die französischen
Templer suspendieren. Verdacht hegt er aher auch schon
gegen seine eigenen Untertanen: Warum befestigen sie ihre
Burgen?') Anscheinend glaubt der Meister, daß er den Ver-
dacht vorläufig beseitigt hat. Er konnte sich auf ein bezeich-
nendes Faktum berufci): Schon damals, zu Anfang November,
halten gascognische Edle ihren aragonesischen Freunden ge-
scliriebeii, wenn sie Templei^ut bekommen könnten, sollten
sie es nehmen. So mQsse er gegen solche vornehme Diebe
sich vorsehen. Zudem sei es Ordensgewohnheit, im Kapitel
zur Instandsetzung der Burgen aufzufordern. Der König er-
klärte sieh damit einverstanden. Aber zwei Tage darauf, am
Martinstag, war das Gerücht schon weit verbreitet, der König
i¥ise nach Valencia, um Peniscola zu belagern : das läge am
fAoere, seinen Feinden zunächst, und dorllier könnte ihm am
ehesten Schaden kommen ').
Auf Verlangen des Landmeisters wuriien die Burgen mög-
lichst tmauffdllig in Verteidigungszustand gesetzt, die einzelnen
Komture gingen auf ihre Posten, ein alles umfassender Narh-
richtendiensl wurde organisiert. Der Komtur von Peniscola
crlieti in der Hast ein Getreidehandelsverbot, das die gerade
hierauf angewiesene Stadt Peniscola sehr schädigte. Der Land-
meister veranlagte seine Zurücknahme "). Anderswo bo^ann
man dagegen mit dem Verkauf entbehrlicher Snchon und
machte möglichst viel zu Geldo, das man an sichern Stellen,
bei guten Freunden, unterbrachte. Die Handelsgcschäfle des
Onlens stockten*).
') Der stete vorsicbtigc Mrivn mnior llernard de Avonuin lifttte oh
Ton Unten nua MorelU geliSrt. Finke II, 5.^.
') Pinke Nr. 86 der Kn8t«llnn von Monzon nn den Komtur von
PeDJseola.
') Finke II, 55.
') Finke II, bl. leb füge hier hü: CRD T30 3. (. Der Tempipr
P. Comitia, jetet in Valencia gefangen, als er raatruni do Alcgarp vprlii-ß.
venJidit licte et etiam allqDa dedit, iitpote tiiilliBtaa bonnn, olln.t cnpri,
btadnin, matalaFs, mortariolum cupri, linteaminn. — Itertn^nriiis ;a Corliolla
oH, Tempil soll in einer Hoflpitnliterburg batliotas, arnia, dsnarioa et iooalin.
jeborgen haben, — Von fr, Arnaldna de Bayiilli« mifes ord. Tempil, der
raatram de (lardinio Iherdcnsia diitcoaia tenebat, naiiin sein Bruder, dei'
izecDy Google
2S8 Rftnig Jnyme IT. und die aragoneaischen Templer etc.
Wohl Mitte des Monats kam das erste Sclireil>en Philipps
-an, Jaymes Antwort am 17, November zeigt Venvunderung
und Aufregung. Sie hobt gleich die Leistungen der aragone-
sischon Templer hervor, rlie so o(l für seine Vorfahren in den
Tod gegangen seien. Auch er weiß, dali ihr Leben rein, ihr
Glaube katlioiisch, ihr Patriotismus bewährt ist. Trotzdem:
König und Papst sind gemeinsam voi^egangen, und das gibt
zu denken. Er ist von der Kirche noch nicht ersucht, er kann
sich nur zur Verfügung halten, wenn nicht ein starker Verdacht
ihn zu anderm Handeln veranlaßt '). So schreibt er ') ein
paar Tage später an Klemens V. in gleichem Sinne und bittet
dringend um Aufklärung: vorher will er nichts unternehmen.
Wichlig war für Jayine ein gemeinsames Voi^ehen mit Kastiiien
und Portugal. Darum bescblieljt er, Ramon de Montros, Arcbi-
diakon von Guarda, dorthin zu senden, beglaubigt ihn auch
bei den cinHuQreichen Königinnen, den Erzbischöfen und
Bisctiören. Im Beglaiibigungssclneiben betont er das seitherige
christliche Leben, den guten Ruf und die immensen Verdienste
des Ordens um sein Reich wie um Kastiiien und Portugal.
Darum wird rr nichts nntcrnehmen, bevor er nicht größere
Gewißheit oder einen päpstlichen Auftrag erhalten hat, und
ein gleiches Verhalten erbittet er von den beiden Monarchen ^).
Kanoniker BemurdiiB de I). roiiziDum, unam malam et certa orDameuU
(■amere ipsiiis im Werte von ßO Pf. kleiner Turnoaen. Er ist drobaib
exkommuniziert. Kleinenfi V. lilst ilin vom Hnnne, besonders mit KOckairht
auf seinen ßrnder Dalinntiiiü de it. rapitaneus snldaUriorum BoDonienaiDiD.
Reg. ri240. — Usw.
') Finke 11, 56 Nr. 37.
') Finke II, G:t Anm.
'} Reg. Fazemos von >inl>er, en romri nvemo» enlendido el escandalo.
qiie es en Francn cnentrn los freyres clel Temple. ii creemoa, que eW
mismo quo lo ayas vor ya entcndldo. De k quHl coss nos fsKemos nrnfbo
maravetlndos, porqqe siemjiri! «yenio.'i muy buenn fnina de los Tenipleros i«
nuestra tierra. E nvemos vlato, quo en nuestru tiempo ban vivido boneaU-
mente e en bnena fama c aecr cierto, rey, que bin fecho muchos servirios
a loa nueatros nntece^sorcs e a nM aaai en ecliar loa Moroa dein niieatn
tierra, canio cn otron muclias iiianeraa, l'orque nos no entendemos sl futr
eontra elloa, si nu aviamua inayor nertanidat del feyto e qne el papa rx»
end requisiesse e nos end lixiesae mnndnniiento. E creemoa, rey, que en
la vuestra tierra los dirbos Treyres assi niisnio liao sido tiomhres de bneo*
izecDy Google
K&nijt Jayme II. und die sra^Dneniachen Templer elc. 28T
Acht Tnge später erhält der Gesandte den Auftrag, vorläufig
bis auf wettern Befehl nicht abzureisen; anfangs Dezember,
ttaU er diesen ganzen Punkt bei seiner fiesandtscliafl nicht
bfrühren darf.
Denn inzwisclien waren woitere Nachrichten von Ki^niß
Philipp eingelaufen '), vor allem aber schilderte ihm der aus
Rareelona gebürtige Dominikaner Ronieus de ßrugaria, Theo-
Ir^e der Pariser Universität, der seit sechs Monaten an den
vertraulichen V'orbereitiinpen zum Tempierfang teilgenonmien
hatte, das öffentliche Geständnis des Grolimeisters und der
bisher Verhörten am S-'i. und 26. Oktober. Das war ein un-
verfänglicher Zeuge, Untertan des Königs, in Barcelona be-
kannt. Homeiis teilte auch seinem Konvente und dein kala-
laiiisclien ln()uisitor Johannes de Ix>tgertn die befronidenden
Neuigkeiten mit, welch letzterer alsbald den König zum (ein-
schreiten ermunterle.
So erläßt deim der Köni^ am 1. Dezember dem Prokn-
rator von Valencia den Befehl zur Gefangennahme der Templer
im Königreiche Valencia und zur Beschlagnahme der Güter;
lags darauf an den Edlen Artald de Uma fflr Aragonien.
Die Bischöfe von Valencia und Saragossa erklären ihr Einver-
ständnis und bitten nm schleunige Verhaftung, da sich die
Templer täglich mehr verschanzen; aus ihren Verschanzungen
seien sie nichl mehr herauszubringen. Vorläufig untersagt der
König noch die Belagerung der Festungen. Das sollte erst
beginnen, wenn die Zjtationsfrist des Inquisitors, der alle
Templer am 5. Dezember innerhalb der nächsten 10 Tage
nach Valencia Iwschied, abgelaufen war. Das wichtige Penis-
cola, das schon am 12. Dezember in den Händen des (iouver-
neurs war, fiel ohne Schwertstreich. Der Komtur und wohl
die meisten Brüder flohen übers Meer. Es folgte die rasche
Annahme von Ares, Burriana, Coves und anderer valencia-
tainn e han vtvido lionestnuient ca nunca end oyeiiios el contrario, o qno
lian mocho servido nl Ins vueetros antecesfiores o n vos. Porqup, rey.
B^mella a dob, quc vor Innibien devnites tcner tii dicha mitnoni, quo nns
tcnemos en est« fetho (?) . . . Reg. HO f. 77".
') Finke II, 47 IT. Nr, 31-33. 8i<- aollte der Chirurg Petrus
Miiwaderi bcMirgen
izecy Google
S88 Krinig Jnyme II. und die aragonesiachen Templer pli*.
nischer Templerbesitzungen ; ebenso fielen eine Reihe unbe-
deutender Kastelle in Aragonien und Katalonien noc-li im
Monat Dezember. Nur noch die beiden groLien Festen Miravet
und Monzon, dann Asclio, Cantavieja und Villel, Castellot uiiil
nbalamera blieben im Januar in den Händen der Templer.
Der Ordensineister, der sich vertrauensselig zum Könige 1«-
gcben, wurde in Valencia, zahlreiche Templer an verschiedenen
Orten ohne wesentlichen Widerstand eingekerkert').
Durch dieses rasche Vorgehen geriet Jaynie II, in einen
sonderbaren Konflikt mit dem Papste. Vom 22. November ist
die Bulle , Pastoralis preeminentie' datiert, deren Bedeutung
oben dargetan wurde*). Der Papst hat sich zu dem folgen-
schweren Schritt entschlossen, die Einkerkerung sämtlicher
Templer und Güterbeschlagnahuic för die Kirche von allen
christlichen Monarchen zu fordern, da sonst älmltclic Vorgän^'C
wie in Frankreich zu erwarten waren; erleichtert wurde ihm
dieser Schritt durch die bei ihm auftauchenden Zweifel an der
Unschuld der Tentpler. Jaymes selbständiges Voi^ohen zeiRt
die Richtigkeit der Annahme des Papstes. Auch hier halte
auf Betreiben des Inquisitors die Haft der Personen und die
Beschlagnahme der Güter zur staatlichen Verwaltung begonnen.
Aber Klemens hatte durch sein Zögern das Einschreiten Janae«
selbst verschuldet. Länger als einen Monat niuü die Bulle von
der Kurie nicht abgesandt sein, denn erst am 18, Januar kam
sie dem Könige zu Händen! So kreuzten sich in sonderbarster
Weise königliche und päpstliche Schreiben. Am :{. Januar
hatte Klemens einen glänzenden Lobeshymnus auf den Eifer
und die Glaubenstreue des Aragonesen angestimmt, während
schon einen Monat vorher ihm Jayme sein eigenmächtiges
Vorgehen geschrieben hatte; so ei^ing denn ein paar Woelien
später ein scharf tadelndes Schreiben. Der Papst wirft ilem
König den Widerspruch in seinen beiden Schreiben, Veräniier-
lichkcit in seinen Beschlüssen vor; der Feind des Mensclien-
gcsclilcchtes hat ihn vom rechten Wege abgebracht. Die
') Vgl. die Notizen in l>'inke II Nr. 42. 48, 45; PruLr. S. 347 IT. DfJ
Künig hat am Ti. Dezember Hiir.li zu einer ^rafien Bisch abveraammlu Dg luni
6 Januar in ValeiH^tB eingeladen.
^ Vgl. oben S, 179 ff.
izecDy Google
ESoig 3*jme II. und die arBgDiieaischen Templer etc. 280
Absendung sofortiger päpstlicher Gesandten wird ihm ange-
kündigt. Man ersieht aus dem Stücke deutlich die Angst Kle-
tiiens' V., Jayme möge in Ahnliche Bahnen wie Philipp der
Scheine einlenken. Da der König dies keineswegs beabsichtigte,
dns inzwischen abgegangene aufklfirendc Schreiben wohl bald
(laranr an der Kurie eintraf, so wird sich der Papst bemhigt
Ilaben ').
Ohrigens kan> das erste päpstliche Schreiben zur rechten
Zeit, Den widerstrebenden Templern wurde es mitgeteilt und
sie auf Grund dessell>en von neuem zur Dbergabe ihrer Burgen
aurgpfordert, die Gegner des Königs auf dem im Januar und
Februar tagenden Provinzialkonzil zu Tarragona wurden da-
durch zum Schweigen gebracht. Auf dem Konzil war wegen
des cigenmdclitigen, vom Papst nicht befohlenen Eingreifens
SroUer Lärm entstanden: Ritter und Juristen waren daseihst
als Ten) pierfreunde erschienen und hatten gegen den Kßnig
agitiert. Das hörte nun auf»).
Jayme und der Inquisitor suchten sich über die Vcrliält-
nisse in Frankreich zu informieren. Darum bat erslerer König
und Papst stets um genauere Angaben, den König um Über-
sendung der ProzeGiakten, den Dominikaner Romeus um Infor-
mationen; darum sandte er auch schon am 4. Dezember den
Stephan de Seta zu ihrer Entgegennahme nach Frankreich.
Dieser kam dort mit Esquiu de Floyran — doch in Paris? —
zusammen, und von ihm liat dann der Denunziant wohl die ver-
ün'derte Anschauung des Königs erfahren, die ihn zur Absendung
des Rir die Aufklärung der Anfänge so wichtigen Briefes ver-
anlagt hat'). Aber auch der Inquisitor war seiner Sache nicht
t'anz sicher; darum schickte er den Dominikaner ßernnrd de
Boiados aU die Inquisitoren nach Garcassonne und Toulouse und
von dort an die Kurie. Jayme schrieb selbst an sie und bat um
Aufklärung und Obersendung ihrer Templerprozesse, da er sie
ifrlömltch daran beteiligt glaubte. Der Inquisitor von Toulouse
lüHl es für geratener, den Fragesteller an die Kurie zu senden,
') Tgl. Fink« II Nr, 58 und Ann). Bernivides, Memoriaa de Pemaado
*e Cutilla II, 819, 593, 596,
'i Vgl. Finke II Nr. 58 8. 88 ond Nr. 51 S. 78.
*| FiDke II Nr. 44 8, 67 und Nr. 56 S. 83.
mzecDv Google
äüU KSnig iayme 11. and die nrAgoflO&i sehen Templer etc.
der bekannte GefTroi d'Ablis, Inquisitor von Carcassoniie, er-
klärte in l'oitiers, itin hätten in U'tx.ler Zeit nur die Fläretiker
aus Carcassonne und Albi beschäTtigt, und so konnte er keine
Prozetikopie überscliicken. Dem Boten hat er aber allerlei er-
Zilhlt, was einifie zur Aiilechtunt,' der Prozesse ermutigt habe unit
was der Inquisitor Aragoniens vermeiden müsse. Im ßbrigeii
werde ja der ^laubetiseifrige König Philipp seinem Herrn die
Prozesse semieii. Die Spitzen des Dominikanerordens, derOrdens-
niagister, Prokurator und hervorragende Mitglieder lehnten
Oberhaupt jede Antwort ab , wegen der Gefalir . die dem
Orden daraus envaclisen könne". So kommt der Bote fast
gänzlich ohne Information heim, und Jayme sah sich gezwungen,
einen andern Dominikaner direkt an König Philipp zu senden!')
Daß Jayme trotz seiner viel geflulierten üankespflicht
dem Orden gegenüber in der Angelegenheit das Materielle
nieht vergal.^, wissen wir schon aus seinem Zugeständnis für
Esquiu de Floyran. Geradezu naiv äußert sich seine Habgier
nach dem Ordenägut schon am 29. Dezember: In Aragon lag
das Hauptkloster Sexena, vom königlichen Hause gerundet,
als Begräbnisstätte der Vorfahren besonders geehrt. Javaies
jugendliche Toeliter, die energische Bianca, weilte dort; für
dieses Kloster erbittet er den umliegenden Teniplerbesitzl Becht
charaktei istisch ist in dieser Hinsicht auch die Instruktion fi'ir
seinen Prokurator an der Kurie am ö, Februar: noch ist öher
Schuld oder Unscliuld des Ordens nichts entschieden, und schon
schlägt er dem Papst allen Ernstes ein TauschgescliAlt vor.
Er will zwei päpslliclie Nepoten in seinem Lande begütern,
dafür muß ihm der Papst aber in der Göterfrage zu Willen
sein. Bekommt der König von Fmnkreich das ganze Templer-
gut, sei es aus (hiadc, sei os dem Bechte gemäü, so verlang!«
Jayme für sich das aragonesische auch vollstilndig, KeiTieswe).'^
will er aber dulden, daß Kastelle und Güter der Templer Her
römischen oder einer andern Kirche als Lehen gegeben werden:
überhaupt will er es keinem Kleriker zuwenden, denn die Geis!-
lichen können das Land nicht verteidigen: er will aber aud'
keinen alten oder neuen Orden; und selbst wenn die Templer
izecDy Google
Ksnig JHyme II. und die ariigonesitM'h('n Templer etc. 291
wieder r.u Gnaden kamen, würdo er nienmts zugeben, dalj sie
ilif Kaslelle wiedeihekAnifn, hesunders die (Jrenz- und Meeie.-*-
hurjfi'n. Will der PapüL einen Teil bq^natligen, so wird ihnen
der Kimi^ nur das (äehiot ohne die Fi>slen herausgeben ').
Das hinilcrt ihn aber niclil, ^'leich/eitig den Abtcn einer Reihe
um Kiösterji ninl seinem alten l^ibarzte Arnald von Vilhmova
das groüe Drama in den hilchslen theologischen Ausdrücke/i
zu schildern, die List des Tenfels 7m beklagen, die Ankiinit
de.s Aiilichrists anznkiindi^'cn und sie, besonders die liei (!olt
soviel vennögcnden Cistercienser, um eifriges Gebet, Fasleu
und Almosen xu ersuchen, damit die Wahrheit ans Lieht
koirinie und die Templer, wenn schuldig, reuig zur Kirche
j^iiri'ick kehren, wenn unschuldig, gleichsam wie im Feuer Ge-
Ifuiterte ihren guten Ruf zurückgewinnen *). Das Bild vom
Atjliclirist tag ihm nahe durch seinen Verkehr mit dem sonder-
liaren Mediziner: der hatte ja angekfindigt, dati im vorllosserien
September die Reform und der Kampf mit dem Anliehrist be-
gonnen. ,Das Tem pleite witter sei stark gewesen', schrieb er
(lern König, .ein viel stärkeres wflrde denmächst folgen," Fr
verlangt für seine Prophezeiungen unbedingten Glauben; selbst
'lern Papste hat er gesagt: .Alle die, welche sich seinen An-
kündigungen entgegenstellen, wird Gott strafen. Und schon
naht eilends diese Zeil" *).
Zu B^inn 1308 waren die Templer entweder gefiangen
oder tu ihren Burgen eingeschlossen. Beide Gruppen haben
miteinander zu verkehren versucht, die Eingeschlossenen sendin
von Burg zu Bui^ einander Nachrichten; sehr oll fielen diese
in Feindeshand und sind uns so erhalten geblieben.
Die so hart Getroffenen verkehren in herzlichstem Tone
niileinander; die Frage nach dem Befinden fehlt nie, dann
ilgen aufmunternde, zukunflsfreudige, After aber traurige.
■) FiDke 11 Nr. 49 S. 78 und 60 S. 89. Leider wissen wir Dl.er .lic
Aufnabme dieser Voracblüge an der Kurie nichle, Clierliaupt scliwi?i(it dip
"igone«iscbe BerichterstRttung nbor dir Vor^äiigo in )''rnnkrei<'li ikmntH
vütlig, Wohl nicht ohne Grund.
'1 Finke U Nr. 56 S. 81.
'} Kinkc II Nr. R.'i S. «7.
1!)*
izecDy Google
292 KOnig Jajme 11. und die Hragonesiachen Templer etc.
seltener bittere Worte. Sie grüben sich im Herrn Jesus Christ,
unser aller und alleinigem Heil, sie beteuern sich ihre ewige
Liebe und Freundschaft, sie senden sich jede gutkÜngende
Nachricht eiligst zu, sie suchen sich gegenseitig zu überzeugen,
dai^ das Unwetter vorüberziehen, Gott den Orden, ihren Orden
nicht zugrunde gehen lassen kann. Rührend ist die Soi^e um
den gerangenen allen Templermeisler. „Sans som la Deu
merve et ab gran dolor de cor del vestre trebayl,' beginnt
der Komtur von Miravet. ,Wir bitten Euch,' wendete sich
Ramon (,a Guardia an de» Ordensmeister, ,so gut und so
her/.lich wir können, dati Ihr stark, fest und geduldig in dieser
Trübsal bleibt,' Wer diese Briefe durchliest, in denen sich
der ganze Mensch ohne Zwang ofTenbart, denn niemand konnte
an ein Bekanntwerden denken, der gewinnt durchaus die Ober-
zeugung, dalj die Führer dei' aragonesischen Templer charakter-
volle, edle Menschen waren, daß der Orden dort trotz der
früher angeführten Mängel seine Existenzberechtigung noch
vollständig bewiesen hat.
Die Läge der eingeschlossenen Templer war durch das
Ausbleiben aller sichern Nachrichtfen besonders peinlich; die
Folge war ein vielfach gesundes MiEitrauen, andererseits aber
auch gro&e LeichtglAubigkeit. Ein Dogma für sie war, daü
der Papsl nicht frei, sondern in Philipps HSnden sei; das tritt
vor allem in Miravet hervor, wo man nur mit einem freien
Papst unterhandeln will. Wahre und falsche Nachrichten
bringen sie in sonderbarem Gemisch; der Forscher weiß oll
kaum, was er damit beginnen soll. So erzahlt Ramoo cfi
Guardia dem Templermeister Ende Februar 1308, dag Ramo"
Folc de Cordona, der bei Ausbruch der Katastrophe in Poifiers
weilte, dann noch länger in Paris war, berichtet habe, daß es den
Templern im Pariser Hause nicht schlecht gehe, daß sie sich frei
innerhalb des Hauses bewegen, ihre Dienerschaft und alles zum
Leben Nötige haben, daü ihnen nichts fehlt. Und dann heilit
es: an dem Geständnis de'* Großmeisters und der Brüder sei
kein wahres Wort. Folc träte för die Unschuld der Templer
mit seinein ganzen Hab und Gut ein. Die Lage der Templer
mag damals die geschilderte sein, aber wie kann der kundig
Spanier das andere behaupten? Sell)st wenn in der Zeit seiier
izecDy Google
König J*yiiie II. und die sragonueiscben Tt-uipler etc. 293
Abreise viele Templer alles zurücknehmen, so konnte er dodi
nichl von einem nie geschehenen Geständnis sprechen!')
Hamon de Guardia wird durch seine Korrespondenz und
sein Handeln vielleicht die sympathischste Persönlichkeit der
damaligen Templer Spaniens. Unermüdlich in der Verteidigung
(Jes Ordens, stets auf der Suche nach Hölfsmitteln, vorsichtig
und doch so warmherzig, weiS er mit grofiem Geschick alles
zu vermeiden, was die Lage der Seinen noch erschweren
konnte. Gerade ihm g^enOber mußte Jayme sein eigenes
Vorgehen persönlich unangenehm sein. Er hatte in früheren
Zeiten den aus vornehmstem Geschlecht stammenden Mallor-
kaner, langjährigen Komtur von Masdeu, zu politischen und
vertraulichen Geschäften oft verwandt; stets hatte er ihm
Ii6chstes Lob gespendet *). Jetzt in der Zeit der Not übernahm
Bamon an Stelle des behinderten Meisters das aragonesische
Magistrat. Er ist die Seele der Verteidigung von Miravet.
Die hohe Achtung, die er trotz allem genoß, zeigt sich aucli
darin, daß der König ihm nach der Übergabe eine Audienz
gewährte und später auf Wunsch Jaymes von Mallorka mit
Zustimmung des Papstes dorthin gehen ließ *). Im Prozeß von
Ü\nn (rat er lebhaft för die Unschuld des Ordens ein '■). Später
\tezog er die zweithöchste Jahresrente von allen überlebenden
Templern in Masdeu *).
') R. [Fo|lc es vengDl de Frnn^ et comte, que nostre niaeatre eis
frares, qai aon en pod^r del rey de Fran^a, que eetan en nostra chsb h
r^riB et van per tot» rana (>t qaels aerveien Iura escudere et lur cornpayna
et qne hau tot fo que meeter hiin de Iura viandes aea[a] nulti detresan, que
no hin auda iii ban en Iura pereonee. Et de^o, qae hom deya, quel maeatre
■Tia uonreBsat nils frarea, no es eatat res. Et en R. Folc es molt despagat
daqneet nostre trsbayl et qae sen vaa envee lo senyor nj ab cor et ab
volenUt de obligar tot qnant ha al aanyor rey, que, ais pot trobar en
Verität, qae a^o aia ver, que hom ha alerat ala fraree del Temple, qne el
vol p«rdre tot qnant ba, et Bii qae requerra al SBoyor rey, qne el se deja
partir daqaeat tort et daqnestes sobres, quens ba fejt nins fa. Das hat
allen der Proknrator der Templer in Valeoeia erzNblt. CRD Templarios 131.
ttbrigens hielten andere Templer den R. Folc fDr verdächtig.
*) Die Regiaterblnde Jaymes bis zum Jahre 1307 enthalten seinen
Namen aehr oft '; Fiuke II 8. ITS.
*l Vgl. Michelet II Register.
') Villanueva, Viage literariu V, 231.
izecy Google
2ti4 KOnig Jayme II. und die nrngoncsiacben Teroplor xtc.
Sofort nach <1er Einschließung' wendet er sich an die
Königin: Wie die Sünder zu Marin eilen und um ilire Ver-
mittejungf bei ihrem Sohne und um Barmherzigkeit bitten, so
liittet er sie bei ihrer Güte und Heiligkeit, dalj sie für den
gefangenen Meister und die Brüder eintrete und bewirke, dati
ittT König vor der Untcrsncliung nichts gegen sie untcrnelirne.
„Durch unsere Taten köinien wir beweisen, daß wir loyale,
wahre und gute Christen sind, alle Glaubensartikel für wahr
und die Gebote der Kirche halten." Sie muli als einzige Helferin
ihnen beistehen; gern wollen sie, wenn die Königin Wünsche
hat, sie erfüllen. Am selben S. Dezember schrieb er auch an
den König. Er beklagt die ohne Grund erfolgte Gefangennahme
seiher Brüder. Wenn der König Philipp dem Schönen folge,
so möge er bedenken, daß die Lage der spanischen Templer
in Spanien eine ganz andere wie in Frankreich sei. .»Wir sind
alle Eure Untertanen, jene stammen aus verschiedenen Ländern,
reden in verschiedenen Sprachen; ihr Besitz stammt nicht aus
dem Glaubenskrieg wie bei uns, sondern aus Schenkungen und
Käufen. Mit Euren Vorfahren haben unsere Brüder ihr Blut
vergossen und sind für sie gestorben. Dafür gaben die Köni;.'e
uns Privilegien und Freiheiten; in den Dokumenten sagen sie,
dalj sie uns, den Streitern, Verteidigern und Mauer gegen die
Feinde Jesu Christi, diese Gunst erweisen." Jedermann wisse,
dal^ im Kriegsfälle die Templer die ersten bei der Verteidigung
gewesen. Dann erinnert er den König an die letzten Templer-
züge nach Granada und den Bnhm,^ den sie sich dort erworben,
an den Heldentod des Meisters Muncada und seiner Begleiler-
schar, an die grolien Aimosenspenden des Ordens, grö§er aF-
bei irgend einem andern: 20000 Personen in Gardeny und
GOOO in Monzon wurden in den Tagen der Not dort ernährt,
während in Miravet Almosen an Christen und Saracenen, in
Masdeu täglich, zum guten Beispiel ausgeteilt wird. Und in
der fuichtbaren Lage, worin sich der Orden befindet, dürfe er
ihn auch an einen besondern Fall von Patriotismus und Treue
der Templer erinnern: als zu Zeiten seines Vaters, Pedros des
(iroßen, der französische König ins Land fiel und ganz Barce-
lona und das ganze Land flüchtete und man alles für verloren
hielt, hheben die Templer auf ihren Bulben, bereit für den
oy Google
KOoig Jayme II. und die aritguues lachen Tempior etc. 2U5
König zu sterben oder ihm sein Land zu retten. Darum muU
(ler König Meister und BrQder loslassen! , Haben wir Schuld,
so stelle man uns unsere AnklAger; werden wir schuldig ge-
funden, so strafe man uns. Alles, was wir geschrieben, muli
bestätigen, dali wir loyale, katholische und ^ute Clhrislen sind."
Nichts als Gerechtigkeit, Gehör vor der Verurleilung, vurlatiKt
er zum Schlui.
Jayraes Antwort zeigt, wie unangenehm ihm das Schreiben
gewesen: ,Die Templer haben von meinen Vorfahren und mir
viele Gunstbeweise erhalten. Sie haben in vielen Fällen unserii
Vorfahren und mir treu gedient. Das, was wir jelzl tun, tun
wir als katholischer Fürst, und auch fernerhin werden wir
iiacli der Wahrheit und Gerechtigkeit vorgehen ')." Verhand-
lungen über eine Zusammenkunft zerschlugen sich. Dabei
wurde dem König fälschlich fiberbracht, daU der Komtur sich
abtällig über ihn geäutäert. Energisch lehnt Ramon das ab.
Er würde nie etwas Böses ober Jayme sagen, möge er ihm
auch noch so großes Unrecht lun; er sei bereit, alles zu er-
tragen wie ein Lehensmann von seinem Herrn, ein Sohn von
seinem Vater. Darum m^e der König solche Gedanken weit
ran sich weisen; ihm, dem Templer, aber käme es zu, gegen
die abscheulichen, ihnen zugeschriebenen Verbrechen zu prote-
stieren. „Weiß Goll,' ruft er feierlich auS| „dali ich mehr
Euch, den König von Frankreich und alle Katholiken beklage
w^en des Unheils, das aus allem folgt, als uns, die wir das
Schlimme erdulden. Mit vollem Grunde können wir ein grotJes
Unglück daraus befürchten, dali Ihr und der französische Könifi
£uch so habt betören lassen, dati Ihr glaubt, Gott zu dienen,
wo Ihr dem Teufel dient." Er ist gern erbötig, aus der
Ordensregel, die ihnen von der Kirche gegeben wurde, aus
den Verordmmgen und Bestimmungen der Ordenskapitel, selbst
aus der Vorführung des Anlnahmemodus die Unschuld des
Ordens darzutun; er ruft zu Zeugen an die zahlreichen edlen
und gebildeten Männer, die in der Well, vor ihrem Eintritt,
schon 60 oder 80 Jahre gelebt halten. Wie könne man nur
denken, dali solche dem Orden beitrelreten oder in ihm ge-
') Finke II Nr. 4J, 48 S. 69 ff.
oy Google
296 König Jajme II. und die aragonesi schert Templer efc.
blieben wären, wenn die Vorwürfe wabr seien. Noch einmal
erbietet er sich gegen Sicherheit zu kommen und dem König
einen Weg zu weisen, wie er mit Ehren, Nutzen und Anstand
sich aus dieser Afltire ziehen könne ').
Monzon war die stärkste Ordensfeste, Mii-avet mit Aem
benachbarten Ascbo tritt zunächst mehr hervor, da hier Ranion
^a Guardia sich aulhteit ^). Die AiifTorderung des Inquisitors,
sich zu stellen, blieb unbeantwortet, und so begann dann
schon Ende Januar die Einschließung, im Kastell beEanden
sich ungefähr 200 Bewaffnete, dazu kam die untere Stadt, in
der die Saracenen unsicher waren, da sie hier wie anderswo
nicht wußten, wer Sieger bleiben würde; doch nutzte den
Königlichen, daß sie verhältnismäßig wenig kriegerisch gesinnt
waren. Zunächst lagen vor Miravet nur 40 Bewaffnete, während
Ascho von 10 Mann fags und 20 Mann nachts bewacht wurde.
Erst seitdem Mitte Februar die Erbauung von Bastiden be-
stimmt war, konnte man von einer tatsächlichen Einschließung
sprechen. Zunächst galt es, die Macht der Verteidigung mög-
liciist zu schwächen; so werden denn alle Rittersöhne nnd
sonstige L-fiien. die, ungeachtet der päpstlichen Verordnung,
kainpfcst'reudig sich in Miravet und Ascho eingefunden, zum
Verlassen der Burgen bestimmt; anscheinend sind die meisten
abgezogen. Doch kamen auch noch später im Juni neue
Hfilfskräftc; der König wünschte mit ihnen kurzen Prozeß zu
machen, sie sollten einfach aufgehängt werden. Die Belagerungs-
mannschaft blieb stets gering; es sollte möglichst wenig aus-
gegeben werden, da sowieso schon die Kosten die Einnahmen
aus den Gütern von Miravet zu übersteigen drohten. So
konnte man an eine Bestürmung der Burg kaum denken;
man beschränkte sich auf möglichste Abscbließung und auf
täglieho Scharmützel. Die von der Burg warfen noch im Mai
täglich Steine, Wurfgeschosse aller Art, selbst Feuer auf das
untenliegende Miravet. Im Stadtteil Blora stürzten eine Reihe
Häuser infolge der Steinansammlung auf den flachen Dächern
ein. Doch wird von eigentlichen Menschenrerlusten nidit
') Finke U Nr. 55 S. 78 ff.
-I Fflr das Folgende vgl. Finke 11 Nr. 47 f. S. 69 ff., Nr. 56 S. 79 U
Nr 58 S. 85 ff., Nr. 79 - 82 S. 125 ff, Nr. 89 S. 151 t.
izecDy Google
KOnig Jayme II. und die aragonesischen Templer etu. 297
gesprociieii : diu Hauplwirkung versprach man sich von der
Aushungerung. So fehlte es denn bald an frischtim Fleisch
und besonders an gutem Trinkwasser, Einen grotien Teil des
reichen Viehbestandes — 1025 Zie^n und 1*5 Pferde ~ hatte
<lit> Edh Berengaria de Enten<,-a an sich genommen, wahr-
scheinlich um ihn für die Ritter zurückzuhalten.
Die nie ganz unterbroctienc Korrespondenz mit dem König
setzt besonders seit Endo April wieder stärker ein, die Neigung
zu Verhandlungen war auf beiden Selten gewachsen. Wohl
schlägt Hamon ^n Guardia noch starke Töne am 24. April
an. Wenn der König die Feste mit Gewalt wolle, so werde
es viel lieben und Geld kosten. Davon stehe aber auch in
der päpstlichen Aufforderung an den König nichts. 0er Papst
hat nicht befohlen, die Templer zu bekämpfen oder zu töten,
noch, fügt er bitler hinzu, ,wilt er, dab unsere Güter verkauft
und in alle Welt zei-slreut werden, wie die königlichen Beamten
es tun. Sterben wir bei der Verteidigung, so sterben wir ohne
Unrecht und Schuld. Und so werden uns die Engel singen:
Das sind jene, die aus groüer Trübsal kommen und ihr Ge-
wand waschen im Blute des Lammes.' In den Verhandlungen
mit dem Veger von Tortosa hatte er sachlicher gesprochen. Das
Hauptbedenken der IJbergabe, bestand in der Angst vor dem
Papst. Man wähnte ihn in der Hand, ja als Gefangenen des
französischen Königs, der seine Urteile nur nach dessen Willen
(alle. Darum wünschte Ramon so sehnlich für die angesagte
Ankunft des Königs in Tortosa eine persönliche Besprechung.
Er wolle ihm dann die Wege zeigen, wie er mit großem Ehren
als irgendein Fürst sich aus der AfRlre ziehen und dabei noch
den Dank des Papstes verdienen könne. Auch seine Genossen
schlagen vor, der König solle ausdrücklich versprechen, sie za
schützen, dann übergäben sie sich sofort; habe der Papst ent-
schieden, so solle man einen Templer und einen Beamten, dem
der Orden vertraut, nach Poitiers zum Papst senden. Behaupte
der Papst, er habe die Sentenz gefällt nach dem kanonischen
Hecht und nicht nach dem Willen des französischen Königs,
mit ausdrücklicher Betonung des „de certa sclencia", dann
werden sie sich in die Gewalt des Königs begeben und das
Urteil anerkennen. Wenn der Papst aber sagt, er habe es
izecDy Google
2'ja Küiiig Jayiiie II. and die MAguneiiiiichen Templer etc.
wügeii des Köiii)^ von Frankreich tun niüüsen, dann solle König
Jayine ihnen seinen Sohutn versprechen. Sie stuiien dabei dem
König die Ablielung von Monzon oder eines ^Jeichwerligen Ge-
schenkes, der Königin ihren Salzzoll mit einer jähriichen Rente
von 30000 solidi in Aussicht! Beides wollen sie durch den
Grolämeisler besiegeln lassen. Will der König noch mehr Geld,
so werden sie tun, was in ihren Kräden steht.
Wohl mit königlicher Erlaubnis gingen damals die Bolen
zwischen den einzelnen belagerten Lajgerii hin und her; man
wollto zu einer gemeinsamen Vereinbarung mit dem König
kommen. Ein besonderer Gesandter Jaymes, Pere de 0"wa't.
berichtet am i), Mai über eine Unterredung mit Ramon, den
Komturen von Miravet, Granyena und Saragossa. Ihre Stellun);
y.ain Papste haben sie jetzt so formuliert: Sie gehorchen jeder
Entscheidung, die der Papst mit seinen Kardinälen lalit, nia|!
sie nun auf Auflösung des ürdens, Eintritt in einen ander»
alten oder neuen Orden oder sonst lauten. Nur wenn sie der
Papst für Häretiker erklärt, würden sie nicht zustimmen, dann
würden sie sich. eher verteidigen und in ihren Bulben sterben.
Mittlerwette wünschen sie Waffenstillstand und Versorgung niil
frischem- Fleische, Geld für Trunk und Brot, wofür sie sich
von den königlichen Mannschaden, die draußen in den Bastiden
bleiben, bewachen lassen wollen. Das solle dann auch für die
andern Burgen gelten. Während Queralt meinte, der König
könne sich hierauf einlassen, lehnte Jayine ab, da es gegen die
Forderung des Papstes sei. Er sei eben wegen des Verdachtes
der Hflresie und der Infamie zur (jefangennahme aufgefordert.
Er erinnert daran, dalJ in diesem Falle auch die ,contuniacia*
gefährlich sei, denn sie könne zur gleichen Verurteilung wie
bei der Häresie führen. Der Schlufi ist dann sehr charakteri-
stisch: Hinsichtlich der Betonung des „Rates der Kardinäle' er-
klärte er, dalj die Templer so etwas nicht sagen und er es
nicht annehmen dürfe. ,Der Papst besitzt (allein) die Allge-
walt und ist Stellvertreter Gottes, kann also von sich aus die
Dinge regeln, wenn wir auch täglich sehen, dati er die wich-
tigen Angelegenheiten meist mit Rat der Kardinäle ordnet.
Aber wir können ihm keine Bedingungen stellen' ').
') Finke II, 130.
izecDy Google
KSni); Jityiuc II. und diu arAgunetiiaclioii Temidur etc. 2ti9
Ende Juli weiitü ein voineluncr Mallorkaner, Verwaiicltor
Harnoiis, R. de Catifl, mit königlicher Erlaubnis in Miravet.
Aus seiner Mitteilung spricht die gedrückte Stimmung daselbst.
Alles, was sie noch wollen, ist Wahrung ihrer Ordens- und
rillerlichen Ehie. Trolz aller Bek&mpfung liegten sie nur
Liebe und Verehrung Tür den König, der' nächst tiotl ihr alleä
sei. Die so sehr Trüher gewünschte Besprechung mit Jaynie
wagt Etamon nicht mehr zu vorlangen; angeblich lassen ihn
lue Brüder nicht gehen, solange er nicht die Sicherheit hat,
<lu|j er trotz ider päpstlichen Bulle frei zurückkehren kann').
Während der König neue Betagerungsnuiiinscharten in
BarcL'luna anwerben lAlat, diesmal in ziemlich beträchtlicher •
Höhe, suchen die Belagerten noch einmal ihr Heil in einer
Aiiicalil Bittschriften an den König, den Koni}: von Maljorka,
(Ihi Papst und andere, die aber, abgesehen von der ersteren,
nie an ihren Bestimmungsort gelangten. Wir erfahren das
durch eine breite Erzühlung des Oberbringers, die eines tragi-
komischen Beigeschmacks nicht entbehrt. Der Komtur einer
kleinen Feste, Jacme Garrigans, ein vortrefflicher Schreiber und
Illuminator, der auch diese SchriftslOcke geschrieben, war schon
im Frühjahr einmal beim Könige gewesen. Seitdem bearg-
wöhnten ihn nicht mit Unrecht seine Leidensgenossen und
machten ihm das Leben sauer, mit Ausnahme Ramon va
Guardias, der ihn nach wie vor freundlich behandelte. Oft
schien es ihm, da^ er mitten unter den Teufeln in der Hölle
wäre! Wie er nun von den Geständnissen von 60 Templern
hörle — die Ereignisse von Poitiers wurden also auch dort
i>ekannt — und dann in der Supplik an den Papst 'böse Worte
gegen den König las, dem er doch stille Beihülfe im Frühjahr
versprochen hatte, beschloß er, Miravet zu verlassen. Er weiß
^ich die Dokumente zu verschaffen, \äüt sich eine Nachtwache
an der ,porqueria' *), einer Sielle außerhalb der Mauer, gerade
über Mii-avet, geben, verlStät seinen Posten, geht in das Haus
eines Saracenen und labt sich zu dem P, Martinic führen! Seine
Waffen sollten ihm von seinem Diener heruntergelassen werden,
doch wurde seine Flucht eher entdeckt, die Wachen alarmiert.
') Fiake II Nr. 89 S. 151.
') Üb Schweiaeatsll oder Ünfftlatulle'?.
izecy Google
300 König Ja^me II. uod die aragonesiacliOD Templer ote.
Er besitzt tiann noch tlie Kühnheit, Ftamon um seine Elelt-
Siichen und einige Bächer zu hitten. Die wahrscheinlich nietil
sehr l'reundliche Antwort iegle er seiner Sendung an den Könij;
bei, den er um Gottes willen bat, ihn irgendwo unterzubringen.
Er ist jelzt Laie, .kann aber auch Kleriker sein, denn er hatte
schon vor seinem Ordenseintntt die Tonsur empfangen und war
Akoluth gewesen*. Er will nie zurQck; eher wird er an ^cli
Hand anlegen. Zudem ist er auch nach der Ordensr^cl au^
gestoüen! Die in Miravet sind so böse auf ihn, daü sie ilin
gewili eines schlimmen Todes sterben lassen, wenn sie ihn be-
kommen, »denn es sind bflse Leute, grausam und zur (jnadc
nicht geneigt". „Von 1000 Leben habe ich nur eins!' üote
Behandlung seiner Person wird bald Nachahmung seines Vor-
gehens in Monzon und Miravet bewirken.
Aber er erfuhr, wie er in einem zweiten Briefe schreibt,
die Wahrheit des Satzes, da& .Hoffen auf Fürsten geiahHicli
sei*. Der König glaubte, hinter diesen Schriftstücken, der Art
der Besorgung und wohl auch hinter dem Wortschwall des
Templers seien allerlei böse Dinge versteckt. Er befiehlt, den
aus allen Himmel Gefullenen in Tortosa in Fesseln zu legen
und niemand zu ihm zu lassen. Eine Antwort erhielt der un-
glückliebe Templer nicht ').
Neun Monate dauerte bereits die Einschließung, da be-
gannen die Schlutdverhandlungen. Noch einmal erinnert der
Komtur Berengar de S. Just den König an die Dienste, die sie
seinem Vater, Bruder und ihm erwiesen haben. In guten
Tagen hatte ihnen der König, wahrscheinlich für Ki-ankheiten,
die Hülfe Arnalds von Villanova zugesagt: jetzt ist sie nötig.
Denn Hunger und Durst quälen und machen krank; sie möchten
Fleisch, Wein, Gemüse. Sie bieten ihm und seiner Gemahlin
zwei kostbare Ringe und eine poma dambre. Der König lehnte
die Geschenke ab und drückte sein Bedauern über ihre Lage
aus, die er aber nicht ändern könne ').
Am selben 28. Oktober 1308, an dem die Templer in
Miravet Bittschreiben an den Papst und an den Vizekanzler
'] Spfiter erscheint er ab Schreiber in eineoi DorainiktnerkloaUr.
') Fitike JI Nr. 96 ü. 112. Vgl. hierzu auch Pnite, Eatwicklang S. 3bi.
izecy Google
Kfinig Jajme II. und die aragonnaUchtn Templer etr. 801
richteten, worin sie auf ihre iange Einscblie&ung durch den
König hinwiesen und ilin baten, docii Jaymo zu berehlen, dati
er von der Belagerung abstehe, ilaü sie als getreue Söhne der
Kirche dem Papst in allem gehorchen wollen *), an diesem
Tage bt aijch in Daroca die letzte Instruktion ausgestellt*), die
ilann auch die Entscheidung herbeiführte. Den Bemühungen
Ranion ^a Guardias gelang es, allerlei kleinere Erleichterungen,
freien Abzug ihrer nichttemplerischen Dienerschaft, Abzug mit
lieTi Waffen, möglichst geringe Wache, freie Anschaffung von
Lebensmitteln und Kleidern, freie Benutzung ihrer Pferde, freien
Anfang und Ausritt innerhalb bestimmter Grenzen, milde Be-
handlung vom Papst zu erzielen ^) : Hauptsache war aber doch,
daU sie jetzt in der Gewalt des Königs zur freien Verfügung
der Inquisition standen. Ein königlicher Beamter schildert den
Eindruck in Miravet um ersten Samstag im Dezember: Man
miiüte durch ein Fenster des Palau in das gröbere Kastell
steigen. Ramon y^ Guardia fanden sie in der Kirche, den
Komtur mit seinen beiden Neffen in einem ganz verwüsteten
hiernach. Sofort wird ein Verzeichnis der Habseligkeiten auf-
Kestellt, besonders des vorhandenen Geldes — 700 dobles^
nach anderer Schätzung 70000 solidi — und der weggeschafften
Summen *). Von den dort noch verweilenden 63 Eingeschlos-
senen wurde ein grolaer Teil alsbald nach Tortosa geschafft.
Bittere Klagen folgten alsbald über die ungerechtferligte Weg-
nahme von Kleidern und Waffen.
Monzon besaß außerordentlich reiche Einkünfte. Allein
das jährlich einkommende Bargeld belief sich auf 40 bis 50 000
solidi, ohne den Zehnt von Wein, Ol und Fleisch und das,
was nicht in Geld entrichtet wurde und keineswegs unbe-
deutend war. So ist es begreiflich, dafi Peter der GrolJe einst
erklärte, wer von seinen Vorfahren eine solche Feste und solche
Einkünfte w^g^eben, müüte ein abständiger Greis oder ver-
rückt gewesen sein. Peter selbst plante schon, es an sich zu
nehmen ').
'1 Beimvidee. HemorlBs II, (tl8K.
*) Villennevn. Vmgo liternrio V, 202 ff. ') fr'inke II, 173.
') CRD Templsn'oa 124 f.
- 'f Knke ii. 3:t Nr, 91.
izecy Google
302 KSnlg Jayme II. und dia HfagonesJ sehen Templer etc.
Mon/.ons Belagerung war viel schwieriger und Jieü sidi
uiclit, wie es einmal heitit, mit „oscut et lanzu" ') ninclien. Vau-
zl'Iiic Sti'idte, wie Htiesca und Ijerida, wurden zu TriipjH'ii-
sciidungüu niirgorordcrl, allgemeine Aufgebnle urrol^teii. Jaytn»'
selbst weillo eine Zeillang in der Htadt, vin „niHKistt'r iii-
geniorum' wurde sogar von Paniplona versclirieben. Aber,
trotzdem schon früh in der Feste der Verrat eindrang — ein
TempelHller erbietet sich bereits am 28. Februar durch den
Bischof von Lerida, Templergeheimnisse und Mittel und W'i^c
KU verraten, wie Monzon zu nehmen sei, wenn er nur sicheres
Oeieile und keine ötTentlicIie, gegen seine Ehre gehende Ru^e
bekäme — und Irotzdcm wir aus derselben Quelle *) von star-
ken Zwisten hören , von zwei einander gegenfibersleliendeii
Parteien , trotz wiederholt einsetzender AnstOrnie hielt sich
Monzon noch lange, nachdem alle andern Festen ächon ge-
Tallen waren. Verhandlungen haben wiederholt durch Arlald
de Luna, Oenernlstatthalter von Aragonien, stattgefunden. Jayme
schlug den Eingeschlossenen zwei W^e vor: Aufhören der He-
iagei'ung, Bewachung durch Truppen, bis der Papst über ihre
Personen bestimmt habe ; oder Oberffal«; Monzöns an eine
Mittelsperson bis zur Sentenz des Papstes; werden die Templer
verurteilt, so geht Monzon in die Hände des Königs aber, sonst
erhalten sie es zurück. Dann sollen sie in gleicher Weise wie
der Ordensmeister in Gardeny bewacht werden '). iu einer Er-
gänzung zu diesen Vorschlägen wird erklSrt*): Schmuck, Geld
und Waffen sollen einer Vertrauensperson übei^eben werden;
verlangt sie der Papst, so erhält er sie, bei Aufhebung des
Ordens der Knuig, sonst bekommen sie alles zurück. .Be-
treffs der Folter sagte der König, das sei nicht seine sondern
des Papstes Sache, aber er verspreche ihnen, daß er mit allen
Mitteln gegen ihre Anwendung bei seinen Untertanen wirken
werde.' Diese Punkte wurden auch später den Endverhand-
lungen zugrunde gel^t.
Vorher aber hatte das Bittgesuch aus Miravet, das den
dortigen Templern nichts mehr genützt hatte, noch eine eigen-
') Fioke II Nr. Hi S. 181 f.
') Kinke II Nr. 68 S. 101 und Nr. 91 S. 168.
■•) VillanucvH. VUge V, 198 If. ') Finko II, lüS.
oy Google
Kflnig Jayme II. und ilie sragODesi sehen 'Templer etc. SOt
lümliclie Episode zur Fo^e. Der Papst sah in dem Schreiben vor
allem den Wunsch der Elngeschlosseni'U, sich ihm zu übergeben.
Darum beanflrapte er einen Verwandten des ara(;onesischrn
Königshauses, Prior Bertrand de Cassano, an seiner Stelle mit
der Übernahme. Er sollte dann Personen und Güter Köni^
Jaynie wieder übei^eben '). Wir besitzen über die Wirkung
dieser Gesandlschalt in Monzon den vom I, März l^fW da-
tierten hübschen Bericht eines Notars aus Lerida an den
Teinplermeister und den Komtur von Cantavleja, Darnach
war die Freude bei der Ankunft des Legaten grölier als später;
damals liofTlen sie viel, späler nichts mehr. Denn er kam nur
zur Übernahme des Kastells. Er zeigte ihnen die Supplik aus
Miravet, die Antwort des Papstes und seinen Aullra^. Niclil
Treilich den Befehl, beides, Personen und Güter, an Jayme aus-
zuliefern! Die Templer baten, da sie als Laien kein Latein ver-
ständen, um einen Gelehrten und einen Schreiber aus Lerida.
So wurde u. a. der Berichterstatter herbeigeholt. Festgestellt
wurde zunächst, daü sie an dem Audrage des Papstes nicht
nielir zweifeln könnten. Die Hauptsache war: Wem sollten
sie nun alles geben, dem l.^^ten öder dem Könige y So stellen
sie dann die Frage an den Legaten, was mit Monzon geschehen
würde. Er lehnte jede Antwort bis zu ihrer Übergabe ab,
meinte aber, dab die Folgen nur gute sein könnten, was die
Templer jedocb sehr bezweifelten. Mehrere Tage suchten sie
aus ihm ihr künftiges Geschick herauszulocken; das mißlang
aber völlig*). Sie suchten dann den Ausweg, datj er ihnen
vor dem Könige in Barcelona Antwort gebe; auch das wollte
er nicht.
So faxten sie dann den Beschlufj zur schriftlichen Mit-
teilung; Da der Papst keinen ausdrücklichen Befehl erteilt,
sondern ihnen nur gesagt^), .wenn sie wollten", könnten sie
Ach ergeben, und da sie über ihre Zukunll keine Klarheit er-
langten, so wollen sie weiter dulden, bis Gott und der Papst
ihnen helfe. Mündlich gaben sie dann die anzügliche Antwort:
Der Papst pflege in wichtigen Dingen ganz bestimmt sicii zu
'I Reg. Clementis V. Nr. 5013, U, 15, 16, IT. Bonavides 11, 6ä01f.
') Er wollt« also den beeondern Auftrug nicht Hagen.
) Die Stelle in Reg Nr. 5015.
izecy Google
804 König Jkfme 11. and die angoneeücben Templer eU.
äußern, das sei hier nicht geschehen. So müssen sie denn
glauben, daü es nicht dor besLimmte Wille des Papstes sei,
dal» sie sich ergäben, sondern da^ er „aus Zufall oder Ver-
sehen' ihnen einige Briefe zugesandt!')
Der Legat reiste sehr unzufrieden ab. Zwei hohe kfiiiip-
liche Beamte waren bei dieser Unterhaltung anwesend und ver-
handelten jetzt seihst mit den Belagerten '). Traurig sah's in
Monzon aus: Viele Kranke, keine medizinischen Mittel; Wein
gab's nur noch ein wenig für Messen und Kranke; Getreide,
Öl, Salz und Leguminosen noch reichlich. Das Kastell war
stark geschädigt durch die großen Stoßmaschinen, einzelne Ge-
bäude, das Kapitel- und das Krankenhaus besonders, waren
ganz zerstört. Jayme war vielleicht das Ergebnis nicht so ganz
unangenehm. Trotzdem sandte er einen entrüsteten Brief an
den Papst*), worin er seine Bemähimgen für den E^rfolg der
Legation auseinandersetzt und die t^rgebnislosigkeit beklagt.
Selbst — was ihm hart angekommen ^ den Laien, die trotz
päpstlicher Verbote und königlicher AulTorderungen in Monzon
geblieben und gegen ihn gekämpft halten, habe er verziehen,
wenn sie jetzt abständen; aber unter dem Einfluß des Teufels
blieben sie verslockt. Das war nicht ganz richtig: eine statt-
liche Anzahl Laien verließ schon am 2. März die Bui^. Jaymes
Hoffnung ist, daß die enge jetzt vollzi^ene Umschließyng in
wenig Zeit die Übergabe von Monzon und Chalamera — das
zur grolien Burg gehörte und um das man sich nicht weiter
zu kümmern brauche — erzwingen werde. Tatsächlich fand
die Obergabe am 17. Mai, also zwei Monate später, slalt.
Unter ähnlichen Bedingungen, wie die Verteidiger von Miravel,
mntHen die Tapfem von Monzon in die königliche Gefangen-
schaft sich begeben *).
Die dritte grötiere Templerburg Cantavieja, bestürmt seil
dem i:i. Mär/., schien schon im April der Übergabe nahe: we-
nigstens nach Ansicht des Berengar de Tovia. Wasser hallen
sie kcins, außer was Gott ihnen mit dem Begen schickt und
') Finke II Nr. 100 S. 181.
*j Die l>eideD Notere konnten keimen Tenipler sehen oder sprechen.
■) Finke II Nr. 103 S. 186.
■) Finke II, 133.
oy Google
Kanig Jayme II. und di« Bragoneaischeii Templer etc, 30&
das ist wenig und übelriechend; binein kommt nichts, dabei
sind die Eingeschlossenen, die durch groüe und kleine WuiT*
beschösse bedrängt werden, uneins — der Komtur war ge-
fangen --, die unterste Klasse der Verteidiger hatte sich der
Herrschall bemSchtigt, Ganz anders klingt das Schreiben des
stellvertretenden Komturs an die Templerfreundin Berengerona
de Enlen^a. Wohl erwähnt er die Bestürmung bei Tag und
Nacht, aber alle sind gesund und kampfesfreudig, zudem be-
sitzen sie alles in Obertluli '). So zieht sich denn auch die
Belagerung noch bis in den August hin; damals muü Cantavieja
geladen sein ^). Aus Castellol wurden unlerni 2. November l'MtS
die Brüder abgeführt, Puigr^ war schon Mitte Juli besetzt,
Villel fiel Ende Oktober''). So waren sämtliche von Jayme in
seinem Schreiben vom 23. Januar 1308 als feindlich bezeich-
nelp Templerburgen in seinen Händen,
Die allgemeine Göterverwaltung ging an ßertrand de Valle
über; an ihn sind zahlreiche Erlasse aller Art gerichtet. Unter
iiim standen die Verwalter der einzelnen TemplerhAuser uixl
Bezirke. Die Einnahmen wurden /.unächst zur Bestreitung der
Belagerungskosten verwandt; nach den wiederholten Klagen
müssen sie sehr groU gewesen sein und zeitweilig die Ein-
nahmen überstiegen haben. Manches wurde auch verschleu-
dert; die Templer klagen selbst bitter darüber und auch sonst
tauchen Vorwürfe auf: Später fand eine genaue Konirolle der
Güterverwaltung wohl durch die Zentralinstanz statt. Darnach
haben einzelne Verwalter allerlei Posten anzugeben unterlassen,
die Einkünfte in einzelnen Jahren zu billig abgegeben, wohl an
?ule Freunde, haben die Templer trotz Angabe hoher Summen
schiecht in Kleidung und Essen gehalten, dafür die Zahl der
Mitesser unter dem Titel .Wächter' sehr hoch anschwellen
lassen; bei einem heilst es allgemein, da& er sich nach der
Volksanschauung an Templergut bereichert habe *).
Allerlei Einzelangaben geben ein Bild von dem Leben der
Gefangenen. Willkürliche Hörte ist hier meist ausgeschlossen;
>l S Pinke II Nr. 76 S. 120.
') Jedenfklk vor 16. September. Vgl. Flofae 11 Nr. 93 S. 159.
') Finke II S. 121.
*i Vgl. die merkwDrdiice InqnisitioD Finke II Nr. 124 K. 228.
Finke, Paoiittiiiii und rntüncnns clei Templernrileii*. I. 20
izecy Google
806 KSnig Jnyino II. and ili» nrngansaischen Templer etc
derartige Ffilte werden sorort geragt und abgestellt. Aber
darum ist das Geschick der aragoncsischen Templer doch niclit
leicht. Genügende Kost erhalten sie: an drei Tagen der Woche
Fleisch, welches sie wollen; an andern Fische, KSse. Eier:
oder auch Geld dafOr. Als die fßr jeden ausgesetzten 8 Denare
in der Zeit der Teuerung 1311 nicht reichten, gab ihnen der
König zwei mehr. Ober ungenügende Kleidung wird zuweilen
geklagt. Zur Be<lienung: Wassertragen, Reinigen der Geßüe,
wird eine Waschfrau genannt. Auch die speziellen Wünsche
der Templer, was Unterbringung unbetrifFI, wurden berück-
sichtigt. So besonders beim Ordensmeister. Andererseits ist
die Einsperrung eine sehr strenge und sie dauerte über drei
Jahre. Von Zeit zu Zeit kamen Erleichterungen, so auf An-
regung des Provinzialkonzils vom Herbst 1310, wonach sämt-
liche Templer von den Fesseln befreit werden sollten, wenn
sonst nur genügende Bewachung vorhanden sei. Auch können
sie zuweilen in den Templerhöfen frei umberspazieren. Dan
ist aber nur für eine kurze Zeit im Herbst 1310 bis Frühjalir
1311 gewesen; bis dahin lagen sie in Eisen und auch seü
Sommer 1311, als der Papst zu sorgsamerer Bewachung
mahnte, waren sie wieder eingeschlossen, nachts sogar in be-
sondern VerlielJen untergebracht. Die Gelenke schwollen, Gut-
Zündungen, besonders bei allen Leuten, traten ein; die Ärzio
erklärten, sie könnten dem schwerkranken Ordensmeister nicht
helfen, solange er in seiner traurigen Lage verbliebe, was
dann eine Milderung zur Folge hatte >). Die verstorbenen
Templer wurden auf königlichen Befehl auüerbalb des ciini-
teriums bestattet*). Dazu kam die Pein der Verhöre und
schhelJlich die Folter.
Die aulaerfranzösischen Templerverhöre sind, wenn über-
haupt, nur in Bruchstücken erhalten; oH auch nur in späteren
Bearbeitungen: so für Aragonien, Kastilien, Italien, Deutsch-
land. Nur der cyprische Prozeb ist vollständig, der englische
'} Eximen de Lenda niii& vor der Entscheidung gestorben Bein, denn
■pSter wird seiner nicbt mehr gedacht.
'; Finke II, 159 ff.
oy Google
KDdIi; Jayme It. nnd die aragoopsischen Templer «tc. 907
Hegt in einer teitweisen Verkürzung, die wohl gleichzeitig ab-
gefaßt sein dÖTite, vor. Rajnouard konnte vor 100 Jahren
noch manches iin Vatikanischen Archiv, das damals in Paris
sicli bebnd, nachweisen; seitdem sind viele der an den Papst
gesandten Protokolle nicht mehr zum Vorschein gekommen ;
dal sie ganz verloren sind, machte ich bezweifeln. Zum
Glücke läl^t sich aus den AoKab^i des sorgföltigen Raynouard
das Ergebnis der jetzt fehlenden Prozesse feststellen.
Die Gnindiage (i)r die Prozesse bildet wie in Frankreich
die Bnlle , Fadens misericordiam ' , die trotz ihres Datums erst
im Fr&hjahr 1309 und spAter in die Welt gesandt wurde.
I'nd dann vergingen sicher noch Mon&te, bis die aus Frank-
reich stammenden Inquisitoren die weiten Reisen antraten und
nn ihrem Wirkungsorte erschienen. So ist der ßegin» der
Prozesse wohl meist ins Prähjahr 1310 zu setzen; nur tn Eng-
land beginnt das Verhör schon im Oktober 1309.
Die Bulle bestimmte für alle außerfranzA.si.sc)ien Länder
dieselbe Organisation: eine päpstliche und eine bischöfliche
Hntersuchungskommission, erslere gegen den Orden und den
Ciro^prSzeptor des Landes, letztere gegen den einzelnen Templer
im einzelnen Bistum. Da über den einzelnen die Provinzial-
konzilien aburteilen sollten, über erstere al>er der Papst und
das allgemeine Konzil, so ist es begreiflich, daß gerade die
nach Vienne gesandten Akten mehr als die Einzeluntersuchungen
erhalten sind '). Denn die Akten über den einzelnen hatten
ja nach der Aburteilung wenig Wert, Doch hat man sich in
der Art der Untersuchung allerlei Freiheiten gestattet ; das lag
schon in der Natur des Anklagematerials begröndet, das für
b^e Prozesse ja zu dreiviertel dasselbe war; und auch in
der Zusammensetzung der Kommissionen, die ebenfalls für
beide Abteilungen in der Hauptsache dieselben Persönlichkeiten
enthielten *). So entstanden allerlei interessante Konfusionen,
'} Der ProieS der DiCzese Etoe macht eiDe Ausnabnie (Miclielet
11. 428 ff.|. Er ist vollständig, der Typos der biscbof lieben Untersuchungs-
kommission, wie er aber sonst wohl selten sich zeigte. Die Kommiaaion
iM nach der Torwhrift fUr Frankreich Easammengeeetit (Biscfaof, 2 Kano-
aiker, 2 Hiaoriten und 2 Dominikaner), denn Eine gehörte zur Kircben-
rrorinz Narbonoe.
*j Tgl. S 234 f. ilaa Ȋhere.
20*
izecy Google
808 KöDJg .hyme li. uuä di» Hragoneai sehen Templer etc.
die vor allem Scliottmöller zu den gewagtesten Kombinationäi
über die Entstehung der Akten veranlagen, die aber, was
wichtiger ist, sclion zur Zeit dc-s Konzils von Vienne eriunnt
wurden.
Die nachfolgende Übersicht soll, unter stetem Hinweis
auf die Organisation und das urspröiigliclie Material, im weseiil-
liclien nur das bringen, was für die ScbuldTrage von Be-
deutung ist; eine breitere Darstellung fällt der Territorial-
geschich te zu.
Soviel sciion über den aragonesischen Templerkanipr
der Jahre 1808 und 9 beltanjjl war, die Verhöre waren bis-
lang völlig verschollen. Im zweiten Bande kann ich nur ein
Bruchstück von Originalen bieten '): Stöcke der bischöflichen
Inquisition in Lerida, d. h. der Untersuchung von Templern,
die in Lerida gefangen waren, und ein winziges Stück der
sich anschließenden Unlersuchimg in Pamplona, d. h. also aus
Navarra, deshalb von besonderem Interesse, weil wir bislang
über Navarra ja überhaupt nichts wußten. Die Untersuchung
in l.erida umfalJt für Februar und Mörz 1 3 10 im ganzen
34 Vernehmungen; dann folgen anfangs Mai in Oleto zwei und
in Stella ein Verhör und zwar eines Hundertjährigen! Alle
leugnen, kaum den leisesten Fleck lassen sie an dem geliebten
Orden. Die nichttemplerischen Zeugen sind dem Orden niclil
alle so freundlich gesinnt; kleinen, allerdings schwer liegründ-
baren Veidacht wollen viele schon vor der Katastrophe gehabt
haben; hauptsächlich wegen des auffälligen Geheimnisses, mit
dem der Orden Kapitel und Aufnahmen umgab. Da klet-
tern die Leute aufs Dach oder spähen durch die Ritzen; kein
Wunder, dafi eine Wache aufs Dach und eine Tucliwand vor
<1ie Ritzen gestellt wird. Spione haben einen gehrauchten und
genäliten Teppich gefunden; ohne Zweifel mu& deshalb auf
dem Templerkapitel Unheimliches vorgekommen sein! Aller-
dings gibt's auch ehrliche Freunde des Ordens, Geistliche, die
früher lange Zeit im Orden Beichtväter gewesen und ihm ein
geradezu glänzendes Glaobenszeugnis ausstellen.
Wie diese so werden auch die andern aragonesischen Vei^
höre gewes«! sein. Wir wissen, daß sie schon vor dem 18. März
') Finko It, 36* ff.
oy Google
Kflnig Jafme II. nnd die aragonesiDchei] Templer etc. 309
1311 in den Händen des Papstes waren. Daß sie ihn nicht be-
friedigen, wenn sie angfeblich auch starke Verdachtsmomente
enthielten, geht aus seiner Veronlnung über die Anwendung
der Folter hervor '), die freilich das Verhalten der aragonesi-
sehen Templer nicht geändert hat *),
Jayme hat sich nicht wie die Engländer gesträubt, son-
dern sich zu ihrer Anwendung am 19. August 1311 bereit er-
klärt. So ist det)n unter Leitung der Bischöre von Lerida und
Vic in der Zeit von September bis Mitte November 1311, als
das Konzil schon längst begonnen, mit der Folter gearbeitet.
Damals erhielten die vier Folterer ihren Sold. .Propter tor-
menla et alta eorum mala' bedürfen die Templer der Ärzte
und der Mediliamente, heißt es vielsagend in einem Erlati
Jaymes an den Generaladministrator der Güter. Er soll dafür
aus den Ordcnsmilteln sorgen. Seit Ende 1311 wird man die
Armen in Ruhe gelassen haben bis zur Entscheidung über ihr
Geschick, die sie schon 1310 vom Septeniberkonzil erbeten
hatten'); auch Jayme hatte sich an die Bischöfe gewandt*).
Wahrscheinlich fand kurz vor Mai 1311 wieder eine Versamm-
lang statt und wiederum wurde ^ sonderbarerweise — die
Entscheidung verschoben; anfangs Juni tagte eine neue Synode,
über deren Ausgang ich nichts weili*). So scheint denn erst
nach dem Vienner Konzil Lossprechung und Versoi^ung für
die aragonesischen Templer durch das Provinzialkonzil von
Tarnigona am 4, November 1312 erfolgt zu sein. Decretum-
'I Vgl. Benavides II. 788; Reg. dementia V. Nr. 7498.
') Mse. bUn der Nationalbibliothek in Paris iat ein Miscell.-Band.
der Stocke vom U. bis 17. Jabrbundert eotbBIt. Da 8t«ht bei Stflck 3 f 14
von einer Hand saec. XVII : Inquieitio contra TemplitHoB archicpiacopi Terra-
eoMDtia et epiacopi ValentineneiB nono MCCCXI. Weiter nicbta. Da ija«
folgende Blatt 4 von derselben Hand iat and ganz andere Dinge enthnlt,
darf nan anoebmen, dafi bei der ZnsuninieDBtellunf;. jedenfalls bei der
('•liiening, der Proceä acbon gefehlt hat.
•) Fink« II, 203 Nr. 109. Vgl. Prutz, Entwicklung S. 353 f.
') Finke II. 99.
') Reg. 2S9 f. 88'. Ad den Blscliof von Valencia; Intel laximas.
qnod iafra brevee diea roa et ceteri prelati debetis discedere a concilio
Terrae honenai ... ISll IUI. idas Innii. Damals sollten auch die Templer
•ncfaeinen. die beim letzten Konzil krank waren nnd inzwischen geneaen
»iad. Daselbst f. Tu".
izecy Google
810 König Jnyms II. und die aragunesiecben Templer etc.
que fuit ne aliquis eos infainare auderet '). Su glänzend war
der Endspruch Tür die Templer nirgends ausgefallen.
Über den Untei^ang des Ordens in Kastjlien haben wir
merkwürdig dQrftige Nachnchleii. Über die entscheidende Zeit
von 1307 auf 1308, über das VerhaitenFerdinandslV.undäberdic
Gefangennahme haiaen wir nur das wenige, was die Cronica de
Don Fernando el IV. berichtet: diu Verhandlungen desTempier-
nieisters mit dem Könige, der Königin und dem aufsässigen
Infanten Philipp, worauf dann die Übei^abe an den König
ohne Kampf erfolgt *). Aber auch die Verhöre und Konzilien
kennen wir fast nur dem Namen nach. Raynouard') hat
noch Stücke der Verhöre gesehen, die jetzt auch der Spürsinn
eines Fidel Fita ') nicht aufzufinden vermochte.
Wie für alle Länder erfolgte auch für Kastilien im August
1308 die Ernennung der beiden Kommissionen^): der Erz-
bischöfe von Toledo und Compostella, der Bisehöfe von Palentia
und Lissabon und vier Gehülfen. Nirgends steht verzeichne!,
wann sie die Untersuchung begonnen haben; nach Raynouard
sind vom Erzbischof von Compostella in Medina del Canipo
30 Templer und 3 Zeugen vernommen: kein Templer gestand
etwas, die 3 Nichttempler stellten ihnen das glänzendste
Zeugnis aus. Am selt>en Orte inquirierte der Bischof von
Lissabon 4 Nichttempler und in Orense 28 Templer und
6 andere; auch hier dasselbe günstige Resultat. In einem von
Benavides ") angez<^enen und von Fita besser edierten Bruch-
stück eines Verhörs von 5 Nichttemplern ist das Urteil Jiicht
so günstig: Einer erklärte, daß sieh die Templer um Verord-
nungen und Interdikte der Bischöfe nicht kümmerten; das wird
'I Hflnsi, Couciliorum Coli. XXV, 515 ff.
*| Hemorias 1. 208.
*) HonuTnene hiatoriquee S. 264 ff. nod S. 318—315 mit der Bmeicb-
nnng Ärch. du Val. Instr. misc. Nach S, 814 f. existierte ao^ar eia AiunK
för das Koniil von Vienne.
') Acitia ineditwa de siete concilio« espnnolea (1882). Doa Bach von
Uhr. Gottlieb v. Murr, Über den wnhreD Uraprung der Roaenkrenier . . -
kenne irli nicht. — R, Campomsnes. DiBaertacionea hiatoricaa del orden j
caTallerta de los Templnnos (1747) enthalt ftlr diese Zeit nichts Selbatftndiges.
•) Vgl. S. 282.
*, Benavidea II, 634 ff ; FiU 90 ff^.
izecy Google
König Jajme 1]. und die aragoneaischen T«mpl«r etc. 3lf
stimmen ; ein zweiter hat gehört , da& sie zur Verächtlich-
machuiitf des Kreuzes es am Steigbügel dort anbringen, wohin
sie den FuS setzen ; ein dritter kennt die Erzählung vom drei-
mal geschlossenen Buch, in dem ein Templer las. Die stärkste
Geschichte bringt der vierte: König Alfonso — doch der deutsche
König? — trieb einen Jüngling zum Eintritt, um das Ordens-
geheimnis zu erfahren, und der hat dann alle Greueltaten mit-
erlebt. Das ist anscheinend aber auch das einzige Ungünstige,
was über die kastilianischen Templer geäuüert worden.
Die unbestimmten Angaben lassen es auch im unklaren,
ob diese Verhöre der päpstlichen und bischöflichen Kommis-
sionen in Verbindung mit den Frovinzialkonzilien zu Alcala ')
am 8. November 1309 und zu Medina del Campe am 27. April
1310 stattfanden; anderswo war das nicht der Fall. DaU
ersteres sich mit der Templerfrage beschflftigte, steht urkund-
lich fest; beim zweiten ist es zu vermuten, doch nicht er-
wiesen. FQr den 15. Juh 1310 hat Erzbischof Gundisaivus
von Toledo ein Konzil super inquisittone nobis conimissa contra
fratres dicti ordinis angekündigt -) ; weitere Nachrichten fehlen.
Aufiällig ist, daü in Salamanca schon im Oktober 1310 ein
Preispruch erfolgt sein soll, wie es im Anschluia an Mariana*)
überall heifit, und dafi die Templer um vollständige Restitu-
tion ersucht hätten, was vorläufig noch zurückgestellt sei. Un-
möglich ist es nicht, denn auch in Mainz geschah ähnliches.
Es kommt aber jetzt noch erst die Follerprobe, die auch an
den Kastilianem nicht vorbeig^angen ist*). Auffällig ist das
von Fita zitierte Dokument^), das früher existiert haben soll,
') Fite. 25 ff. 'I Fita, 67.
') Pro eonim ionoceiitiA pronuncintDin cominDDi pntrum suffragio, nd
pontifieem Umeu RoiriRnam raipcta t«liae rei soninm delibpratio. Mansi,
Conciliornm Milleotio XXV, 298.
') Reg. CiemeDtis V. Nr. 6716 vom 80. Mftrz 1811: AufTordsrung
mm Foltern. Vorwarf, daß die EommiBsion das niclit schau frQfaer get.aD
bitte (qnod tam miaiu pnidaiiter qnam negligenter fscere omiaistia).
*) Fita, 105 f. TeBtiflcamn loa alli flrmados, que no hallaron contra
«IIa« Eoaa, qoe se les padiees« scnsar en iuicio. Da als einer der Richter
if Bischof von Vieeu (Eircbenprovinz Bragn in Portugal) genHiiDt vrird,
*« kCuDt« SB eich nur am eine biechOfliehe Kommission in der Diösese
VJaea handeln.
izecy Google
S12 Künig Jayme II. nod die arAgoneaisobeD Templer «tc
versehen mit den Siegeln der 6 Inquisitoren, worin sie ein
Generalurleil über die Untersuchung in Spanien und über das
überaus günstige Ergebnis abgeben, üas ist sonst nicht ge-
schehen ').
Die englischen Teinplerverhöre wurden am rriiheslen aus-
führlich bekannt'); nicht dalä sie ganz vollständig wären: Zu-
nächst scheint der Editor an einigen Stellen gekürzt zu haben;
wenigstens hat eine Pariser Handschrift des 14-. Jahrhunderts
ein ausführlicheres Bruchstück der Verhöre auf S. 352, wobei
es sich allerdings meist um Wiederholungen handelt ']. Wich-
tiger ist, daß die Handschrift, aus der Wilkins schdpRe, kein
oßizielles Protokoll ist, sondern eine wohl gleichzeitige Notariats-
zusammenstellung des Wesentlichen enthält, in der aber vieles
und Inl eressantes fehlt. So hei&t es am Schluü des Protokolls
über die Aussöhnung einer Templergruppe in London *), daß
eine ganze Reihe von Einzelheiten über allerlei Verordnungen,
ober Einschließung und Trennung der Gefangenen, über Ver-
suche, die Brüder zum Geständnis zu bringen, bald durch die
Bischöfe persönlich, bald durch „severas et crudeles personas
laicas iudicium sanguinis quandoque exercentcs' '), in den
') Über Jen portugiesischen Prozeß weifi ich nichts ireiter t.a sagen,
als waa an andern Orten schon ausgofthrt worden ist. Auch die portn-
gicsischen l'empler bekannten sich als □ ich tschuldig. KOnig Djniz schQttte
sie und förderte ihren Lbergang lu einem andern Orden. Das Buch von
A. Ferreira. Memorias , . . dis Templarios, parte- primeira. toia. I and II
(1786) bringt für diese Zeit nichts. Verfiisser spricht II, 919. was biaUnfl
Qhersehen ist, von der opposiciaii que fez el rey D. Diniz, de qne hej de
trstar na terceira parte nn diasertacari iuridicopotitica. Dieser Teil scheint
niolit veröfFent licht in sein.
*} Wilkina, Concilia magnse Brittannise II (1787) aus einem Uac.
der BodleinnB.
') Msc. SS76 (Miscell.) der Nation albibliolhek. Unmöglich ist nicht,
dafi hjer eine andere Fassung vorliegt. 8o heifit es hier e. B. in ecelesi«
B. Botulß extra porlam episcopi; im Druck extra esgste Bishop. Übrigens
hat die Abhllrzung auch manche gute Wendung verschlungen. So BSft
W. de Chaseley zu Pui>kt VI; Credit, quod sint ubique coufessi veriUtem.
praetarqunm in Francia!
*) Wilkins 11, 393. — Ga fehlt auch der Auszug aus dem Protokoll
des Bischofs von Clormont, der auf Himbert Blanke Bezug hat 8. S64.
S, SSI fehlen mehrere Zeugen tisw. '
') Das soll doch ein Hinweis auf diu Anwendung der Folter sein?
izecy Google
Staig Jk^nte li. >iid die angmeMscbeB Tampler etc. 313
,schedulae' des Notars enthalten seien und dort eingesehen
werden könnten. Vom kullurgeschichllichen Standpunkte kann
man das Felilen dieser Einzeltatsachen bedauern, für die prin-
zipielle Beurteilung des englischen Templerprozesses und seiner
Ei^ebnisse lie^l alles Material vor >).
Vom Testl&ndischen Besitze des jungen englischen Königs,
von Agen aus, sollten sich die üblen TemplergerOclite ver-
breitet itaben. An Oluard II. hatte sich ctienso wie nach
Aragonien Philipp der Schöne alsbald nach der Gefangennahme
am 16. Oktober 1307 durch den Prior de Manso Bernard
Peleti gewandt *). Eduard II. verhielt sich zunächst ungläubig,
wollte sogar gemeinsam mit den Herrschern auf der spanischen
Halbinsel Opposition machen, ward aber noch vor Jahresschluß
(ür die Verfolgung der Templer gewonnen*), nahm sie zu An-
fang 1308 gefangen und beschlagnahmte ihre Güter.
In England beginnt zu Ende Oktober 1809 die Arbeit
der pjtpstlichen und bischöflichen Inquisitionskommissionen*).
Die leitenden Persönlichkeiten sind in London, Lincoln und
') Bemerkenswert ist auch, Aab der Anazug für Tienne nichts wesent-
lirb Neoee unth<, aleo mit unHerm Stoffe Hrbeilet.
*) Dieser eigenartige Hnno, den die franiiteiscfaeD Templer Als iliron
tnfleur nebea Esqeiu de FloyrHii stellteti. wird b^l Rymer, Koodera
II. ]. 63 (111, 4741 TOD Eduard 11. dem Pnpst empfohleo: negotia discreti
et Dobin ditecti niagistri Uernsrdi Feleti prioris de Manso, utriusque iuris
protesBoria, der aeinem Vater und ihm gedient. Eine frühere Bitte hat der
Papst nicht erfUllt. Amanten de I.cbret verfolgt ihn tiis aiifa Blut. Auf
Bittsn Philipps des SnhSnen entließ er ihn eae seinem Dienst. In ßeg.
Cletnentis V, Nr. S638 steht: ßernardus Poleti (so) utriusqae iuris prafessor,
teinos loci de Hanso necnon et prior et Rnymundaa Peleti fratcr eiua
canoniens ecclesie [de Manso] haben einen Be«itzslreit mit den Minoriten.
130S Kebnuir 5. über ihn vgl. oben S. 111.
'^ Lens (III, 299) Hinweis auf die Beziehungen zu seinem kanftigeu
Schwiegervater ist ganz Uberflfissig. Rduard handelte gernde so wie
Ja}'H)eII. SehoUmBlters Angaben I, 378 f. sind Phantasien. Die Daten sinil
richtig bei Pnitx, Entwicklung S. 159 f. gegeben. Beachtenswert ist, daß
o. Peleti seine energischen BemDhen stützte durch litterae quorundam, also
nicht bloG des KOmgs Philipp, und durch den Hinweis auf TemplergestAnd-
i^iau (Rymer I, 3, 101 oder III. 86 and Wilkins II, 337). Snhon in dieser Zeit!
'j Aus meinen obigen AuafDhmngen wird man nicht mehr wie Leti
^ Emplinden haben, als ob hier eine besondere Zögerung vorliege.
izecDy Google
3U Kenig Jaytne II. und die amgoDesiMheii Templer eU.
York die beiden französischen päpsttichen Kapldne Aht Deodal
von Lagny (de Latigniaco) und Sicard de Vauro '). Sie unter-
suchen in den 3 Diöxesen mit dem betreffenden Bischöfe. Der
Londoner betonte wiederholt, soweit die Untersuchung (ien
Orden selbst oder den Gro&prfizeptor von England betreffe.
Wolle er nur Zeuge nicht Examinator sein*). Und ein anderes
Mal erklärt das L,ondonor Provinzialkonzil, der Bischof von
Chicester solle zum Grotiprüzeptor geben, denn er aliein unter
den anwesenden Bischöfen könne gegen den Orden als solcher
voi^ehen ^). Man weiß also beide Behörden wohl auseinander-
zuhalten, wenn auch tatsSchlich nur die bischöfliche Kommis-
sion, d, h. die UntersucfaQng gegen die Einzeltempler in Tätig-
keit erscheint.
Merkwürdig selbständig gehl man vor; zuerst nach dem
Schema der 87 (88) Anklageartikel: vom November bis März
1310 gegen ungefähr 50 Templer. Wie aber keiner gesteht,
werden von jetzt an immer neue Artikel formiert! So werden
zunächst 1 1 nichttemplerische Zeugen gefragt ; aber auch hier
ist das Ergebnis, abgesehen von allerlei Verdachtsmomenten,
negativ. Am 3. Juni 1310 werden die ultimi arliculi ange-
kündigt, denen am S. Juni aber noch die Frage folgt: Wie er-
teilt der Gro&präzeptor oder ein anderer Laien-Kapitelsvorsteher
die ^zielle Absolution im Kapitel und welche Worte gebraucht
er dabei? Wobt äuüern sich hier einige Templer so, daß man
annehmen muti, dag sie den Vorsteher, trotz seines Laientiin)s>
zur Erteilung einer allerdings nicht scharf umschriebenen Ab-
solution für fähig hielten; andere, und zwar die maßgebenden
Persönlichkeiten, haben jede Inkorrektheit hier abgewiesen').
Ahnlich, nur viel dürftiger, werden die Verhöre in Lin-
coln, York, in Irland und Schottland geschildert; auch hier
nach alten und neuen Eragezusammenstellungen, an verscbie-
') Die andern Glieder der Kommiulon, abgeeehen vom Enbiachofe
von York und dem Bischof vod Chicester (daa eine Mal!) werden gar nicht
genannt. Vgl. Ober die Eommiaaion 8. 'i!fi Anm. 1.
*) Wilkina II, 349, 390 (er handle als Ordinarius cata ipsi recesserint.
qnibua ipse fuerat per papam adinnctus).
') Eo quod ipae soIds datns erat contra ordinem.
') Wilkins II, 829 -3ö6. Vgl. auch Anhang.
izecDy Google
RSnig Jsyma II. und die Kragonesischen Templer etc. 315
denen Orten und in verschiedenen Gruppierungen: auch hier
keine Resultate ').
Um April 1311 griff die Londoner Kommission zum letzten
HQIfsiniUel; sie vernahm eine grobe Menge von Laien, Geist-
lichen, Mönchen über den Ruf des Ordens, Da werden nun,
zum Teil direkt auf Woibei^eschwStz beruhend, die tollslon
lind schon deshalb meist unglaubwürdigen Geschichten über
Ordensgenossen belichtet; vor allem spielt das Kreuz im Hinter-
teil der Templerhosc eine Rolle ! Hier erklingt auch der Warn-
ruf: Hütet eucli vor den Küssen der Templer! Ob die Geschichte
vom Übertritt des Hugo de Nipurias — das ist der in Nr. 1
des IL Bandes genannte Hugo de Aivipurias — richtig ist?
Den armen Londoner Gefangenen wurden im Mai diese Be-
schuldigungen mitgeteilt. Sie haben sich auf das einzelne
nicht eingelassen, haben ein warmes Glaubensbekenntnis ab-
gelegt und an die Richter die mannhalte Bitte gerichtet, sie
möchten über sie so urteilen, wie sie es vor Gottes Richter-
stuhl verantworten könnten *).
So*) war im Sommer 1310 für die eifrigen Ankläger die
Sache recht unerfreulich. Nunmehr mischt sich Klemens V.
ein; ihm war durch die Inquisitoren berichtet, dati sich Prfllaten
und Könige gegen die Anwendung der Folter, die nicht landes-
■) WilkioB 11, 365 fr. InUcessant der Hioweia des Uischors von
Andrew wegen der Formloatgkeit Boinns Protokolls II, 383.
») Wilkina 11, 858-364.
') Le> III, 299 meint, ilsfi die Kolter von Anfang an eine Rolle
gespielt, auch der König gleich nachgegeben linbe. Wurc das der Fall,
10 wDrde man die Klagen Klemena' V, vom S Aagast 1310 nicht verstehen.
Hie banen dsrauf, daß BiBchBfe und Kftnig bis dahin die Fciter verhindert
Üben. Die nnfSnglicbe Nichtanwendong zeigt Dbrigens »aeh der oben
nvKhnte Fragebogen dt« Eribiachofs von York, der sicher aus dem Jahre
1310 stammt. Vgl. Chronicon . , . Walter! de Hemingborgh II (1849), 28Ö.
Ua bat aas der Stelle in den königlichen Briefen: ensqae [die KonimisBion]
permittant de corporibns dictomm Templariarum Tacere id quod eis secnudum
legem pcclesiasticflin videbitur fariendum geecfaloesen, da^ hier von Folter
die Rede sei; das wflre an sich nicht aDmOglich. paüt hier aber nicht,
*eil Kdnard narh der pSpetlichcn Aufforderung, die Folter zuzulassen, am
^ November 1810 tarn ernten Haie sagt: quod iidem prelati et inqutsitures
de ipaig Templariis et eoram corporibae in qneationibus et aliia ad hoc
eoarenientibuB ordinent. R;mer I. 4, 177 {III, 231).
oy Google
316 KöDig JAyino II. aad die arBgoDcaischen Templer eir.
Üblich sei, gewehrt liütten und darum seien keine Ergebnisse er-
zielt. In beweglichen Worten mahnte er Bischöfe und Herr-
scher zur Anwenduntir dieses letzten Hüifsinittels ^). Wie uner-
hört dieses Schreckmittel in England war, bekundet der Frage-
bngen, den der Erzbischof von York an alle Klöster und Lehrer
der Theologie in seiner Provinz nindsandte. Darin hie& es:
,Mug man die Templer, da sie gar nichts gestehen, der Folter
unterziehen, obwohl das in England niemals gesehen oder ]^
hört ist? Wer mufi eventnell foltern, Kleriker oder Laien?
Und wenn man in ganz England keinen Folterknecht finden
kann, muß man da vielleicht sich an das Festland wendeni''
Data die Folter seit Herbst 1810 bis Sommer 1311 gear-
beitet hat, mit schlie&ticher Zustimmung des Königs, wissen
wir aus einer versteckten Andeutung*); direkt ist uns nichts
überliefert. Und das Endergebnis?
Auf^) dem zwei Monate tagenden Provinzialkonzil von
York geben die gepeinigten Templer ihre Difiiamation, den
Häresie verdacht zu, demütig empfangen, sie die Lossprecliung,
dann werden sie aus dem (lefängnis entlassen und verschiede-
nen Klöstern zu einem neuen Leben der Bu&e zugeteilt. Auf
dem gleichzeitig (Im Juni und Juli 1311) versammelten Pro-
vinzialkonzil der Provinz Canterbury in London, wohin auch
die Templer aus Lincoln geschafft waren, gab es drei Geständige.
Davon war einer während der Katastrophe, wie er sagt, im
Aultrag seiner Obern in Frankreich gewesen und hatte dort
starke Eindrücke von der verzweifelten Lage des Ordens be-
kommen ; einen zweiten hatte eine fast unmöglich klingende
Drohung des einen päpstlichen Richters so eingeschüchtert, da&
er nunmehr alles gestand. Die übrigen blieben fest, nur daS
sie einige Inkorrektheiten in der Absolutionsfrage gestanden; alle
imterzogen sich ganz wie in York der demütigenden Prozedur
der Aussöhnung, weil sie diffamiert waren. Vielleicht ist am
bezeichnendsten für den geringen Glauben der Konzilsprölaten
') Reg. Clenientis V. Nr. 6376-8.
^) Vgl. oben S. 312 Anin. 5. Um ans dem berSliDiteBteii der en^
lischeo Templer, Binibert Blanke, die Wnhritelt heraasxa pressen, hielt mtn
ihn ,in vilissimo carcere ferro duplici constrictus*. Wilkios II, 893.
', WilkiDS II, 888-93; 394-401. Die Schlueatelle S. 392.
izecy Google
KOnig Jajme II. and i)ie ArRgM)«aischen Templer etc. 31?
an irgendwelche Schuld, dag man in dpr Absolutionsformel die
direkte Behauptung der Exkommunikation (ab excomniunicatio-
nis vinculis, quibus propterea tenebaris) in eine bedingte Form
(si aiiquibu spropterea tenebaris ... ad cautelam) auf Verlangen
einiger Konziisväter umänderte!
Die beiden Großwürdentrfiger VVillielm de la More, Prä-
zeptor von England, und Himbert Blank, Prilzeplor der ÄtiverKin',
lieijen sich zu gar keinem Zugeständnis herbei. More orklürte,
er wolle kein Verbrechen abschwören, das er nie begangen:
das ist die letzte Nachricht über ihn, zwei Jahre später wird
er als verstorben bezeichnet. Dbei- Himbert Blank lagen er-
pT(;&£ französische Geständnisse vor; auch er lehnte jedes Ge-
slAndnis ab, und so hielt man ihn, um die „Wahrheit noch
iierauszupressen", im elendesten Kerker in Eisen eingeschlossen.
Er erbte später das kleine Einkommen des englischen GroÜ-
pnlzeptors.
Deutschland tritt im Tcmplerdrama sehr stark zurück;
nur die Verwaltung der Ordensgüter hat allerlei Spuren in den
iTkundenbücheri) hinterlasssen, während die uns interessierende
Scliuldfrage nur ein einziges Mal zur Erörterung kommt.
Hat in Deulschland eine allgemeine Templergelangennahnie
stattgefunden? Die Frage mub verneint werden. Philipp des
Schönen drängendes Ersuchen wurde von König Albreclit an-
fangs 1308 recht kühl beantwortet >). Dat^ auf Veranlassung
der Zenlralgewalt nichts geschehen ist, ergibt sich aus der Auf-
forderung Klemens V. an den bei ihm weilenden Erzbischof
Burchard von Magdeburg, die Templer seines Gebietes an
einem Tage gefangen nehmen zu lassen *). Das war wohl Ende
März 1308; die Gefangennahme kann höchstens im Mai erfolgt
sein. Dein Erzbischofe ist das nicht gut bekommen; anscheinend
hat er die Gefangenen, darunter den Templermeister Deutsch-
lands Friedrich von Alvensleben, wieder loslassen müssen*).
■) Neaes Archiv XXIX S. 6S3.
') Qaod DOS sibi doilum »pnd aedem apostolicam constitato tarn vive
voris oraruio quam per noetnie aab rerta forma litterae dedimus in man-
datia, gt omnra Templarios dtocesia et dominü aaorum et alios, qni reperi'
n>ntiir in eis, . . . capi fnreret ddb die. Reg. Clementia V. Nr. S888.
') J. Koch, Das Lebea dea Ersbiacbora Burchard 111. von Magdeburg
(1S88) S. 17. In dem eigi>nartigen VertrHg, den 5 Templer am 18. No-
oy Google
fl\6 Kcnig Jajtne ll. nnd di« AragoDeeiachen Templer et«.
Jedenfalls haben Templer und Templerfreunde, wie der Papst
selbst erkifirt, ihm infolgedessen Schaden zu;^eru(ft. In den
KSmpren mit ihm mOssen die ma^deburgischen Templer sich
noch 131 1 gehalten haben '). Aus andern Kirchenppovinzeii
vernehmen wir nioliLs über die Einschließung^).
hu August 1308 frliiclt auch Deutschland seine beiden
Untersuchungskommissioncn ; den ß Erzdiözesen war noch Ri}ca
und Upsala zugeteilt. Die Zahl der Mitglieder, im ganzen 13,
war größer als für die andern Länder. Neben den 4 Erz-
bischöfen von Mainz, Trier, Köln und Magdebui^, die Bischöfe
von Basel und Konstanz — dazu für Polen dann noch die
Bischöfe von Prag und Breslau — der Abt de Crudjicio ans
der Diözese Viviers, der Prior de Longo Ponte aus Paris, der
Dcchant von St. Servacius in Maestricht, Paulus de Chadarosse
prepositus Cavallicensis, Magister Bernard Ramundi, Arehi-
diakon von \fallorka, Johannes genannt Presbyter Longus,
Kanonikus von Toni und Laurentius de Fusciberte, Kanonikus
von Maria Ma^ioro^). Auf Spuren ihrer Tätigkeit stoßen wir
in der Personenfrage, abgesehen von einer Notiz für Trier*),
nur bei Mainz. Peter von Aspelt, gewandt, tatkräHig und
selbständig, hielt im Frühjahr 1310 eine durch ihre reichen
Statuten bekannte Mainzer Synode ab. Wahrscheirrfich er-
schien dort eine Schar Templer und erhob onerifischen Protest
gegen ihre Verurteilung; der Erzbischof suchte sie zo beruhigen,
versprach mit dem Papste zu reden, daß sie ungestört wohnen
könnten, und entließ sie in Freiheit ^). Auf diesem Konzile —
veinber 1308 mit dem Erzbischof schloBEen, heiU ea: Wer« ocb, dit
Düse vorbenoinede lierre de ert^ebischop den boggemeyster weder gefange
Dcme . . . Der Erzbiachof dmf nkhts gegen sie tan, es sei deno, d*t ema
en nige both geeant werde voti deme pavcste; dAnn mufi er ihoeii abn
den Frieden 14 Tage vorber aufiwgeD. Cod. diplam. AtH^Wp^ III 9. 117,
') J. Koch 3. 29.
') Noch am 30. Dezember 18Ü8 erliftlt der Herzog lFri»drieh| von
Österreich den Auftrag, etwaige freie Templer gefangen zu nehmen. Reg.
Clementis V. Nr. 3648. ') Reg. dementia V. Nr. 3411 und 341S
') Raynouard p. 126 Anm. Der Beriebt von Trier an den Papst
spricht von 17 Zeugen (darunter 8 Templer), die nichts gegan den Oidra
gestanden. Vgl. Rsynaldi annales ad ann. 1810. Rajrooiuvd p. 270.
■) Vgl. Kericht in Wiehert, Jakob von Haine (1881) S. Tfif. und
Mann, Conc. Coli. XXV, 297 ff.
izecy Google
König J«;nie II. uaä die aragoneBiBchen Templer etc. 3ld
von einem zweiten im Jahre 1310 wissen wir wenigstens
niclils — mu& nun der Erzbischof mil seinen Sufh-aganen über
den päpstlichen Auftrag hinausgegangen sein: er hat nicht btoü
imlersucht, sondern auch ein Urteil fiber den Orden gekillt,
wahrscheinlich in günstigem Sinne. Klemens V. annullierte das
, mit erraten Worten zu Ende 1310; nur dem Papste stehe die
Sentenz zu, und er verlangte Zusendung der mit Unterschrift
and Siegel versehenen Untersuchungakten gegen die einzelnen
Templer *). Vielleicht sind das die Akten, von denen Raynouard
wenigstens die t}berschrift und das Resultat, data 49 Zeugen
(damnter 37 Templer) günstig über den Orden sich aussprachen,
milgeteih hat *). Der l7bergriff auf dem Konzil war es wohl nicht,
weshalb Philipp der Schöne die Bestrafung des Mainzers ver-
langte»), sondern wahrscheinlich seine Übergriffe in der GQtpr-
vomaltung: Peter hatte eigenmächtig die päpstliche Bulle ,Deus
ultJonum" *) dem Trierer und Magdebui^er Kollegen vorent-
halten und die Aufsicht über Templer und Templergüter seinen
Suffraganen anvertraut '). Mit derselben Eigenmächtigkeit ging
er auch fernerhin in der Gütersache vor; das hatte zur Folge,
dati der dem Papste sympathische Magdeburger den Hauptteil
der Templerverwaltung mit Zustimmung des Kölners und des
in Italien w«ilenden Trierers auf deutschem Boden erhielt.
Auch für Deutschland Ist die Geschichte der Templer im
Jahre 1311 ganz dunkel*^). Ob auch hier die Folter gewütet
hat? Eine vereinzelte Notiz besagt, dab der Mainzer und
sein Konzil die Templer seiner Provinz in diesem Jahre frei-
gesprochen habe'). Klemens V. fordert ihn am 15. August
auf, zum Vienner Konzil Prokuratoren zu senden, die auch
über die Templersache informiert seien ^); er soll auch die
Vorgänge auf dem Provinzialkonzil, auf dem sich der Erz-
') Regestnm CIsmentis V. Mr. 6666-6668.
*| Kajnoaard p. 127 and 26)j f. Dort die hQbBchen Stellen über den
'trafen Friedrich nnd sein Urteil Ober dvn Orofimeiater.
') NeaerdiDga von Schwalm im N. An)hiv XXIX 8. 618 verJtITentticfat.
*) Reg. dementia V. Nr. 3Ö16.
') Reg. Nr. 5886.
') Die Nachrichten Aber Verbrennung von Templern sind alle apater.
'l Wiehert 3. 77 lam 1. Jnli; Hansi XXV, 27».
■) Keg. Clementia V. Nr. 7610.
izecy Google
S20 Ksnig isyme It. uod die arigonasisrben Templer »tc.
bischof vergangen, dem Papste schildern; Weiteres ist nicht
bekannt geworden.
Italien besnfi entsprechend dem Reiclitum seiner kircli>
liehen Organisation nicht weniger als sieben bischöfliche uii<)
päpstliche Kommissionen : fflr Oberitalien, Tuscieii, Kirclten-
staal, Ancona, Neapel, Sizilien und Sardinien '). Dieser ge-
waltige Apparat arbeitet mit dürlligstem Material: nur ein
paar Dutzend Templer stellen Ihm durch ganz Italien zur Ver-
fügung. Gewili sind die Akten ja nur zum Teil erhalten, aber
man gewinnt doch auch den Eindruck, daU damals, sei es
durch Tod oder Flucht der Templer, sei es aus andern Griin-
den, die Zahl der italienischen Templer ät>erhaupt gering ge-
wesen ist.
Ober Sardinien erfahren wir nichts*); Ober Sizilien exi-
stierten vor hundert Jahren die Akten beider Kommissionen: ilas
Urleil der 32 Nichttcmpler — wo bleibt der Orden? — fiel
zugunsten des Ordens aus "). König Friedricli hat sicher übw
ihm wie über den Spiritualen seine schötzende Hand gehalten.
Seine sonst so sehr ins Einzelne gehende Fainiiienkorrespondenz
gedenkt der Affäre nicht; ein Zeichen, daü sie für ihn keine
grotie Bedeutung gehabt hat. Im Neapolitanischen halle wie
in der Provence Karl II, die Ciefangennahme zu «Be^nn ISifs
angeordnet ; um so merkwürdiger ist, daß in Brindisi für dif
Untersuchung gegen den Orden nur zwei Personen zur Ver-
fügung stehen, die ungünstig aussagen *). Im Kirchenstaate ar-
beitete die Kommission monatelang ^) und das Ergebnis ist die
Einvernahme von kaum einem halben Dutzend untergeordneter
Persönlichkeiten, die, von der Folter bearbeitet, nach Wunscli
sich fluüern. Dag^en nahmen zwei Templer in Cesena und
einer in der Mark Ancona sich warm des Ordens an "). Selbst
aus den tuscischen und obenlalienischen Landschaften ver-
■) Vgl. oben S. 234 Anm. 1.
'I Nur einmal wird im Florentiner Prozeß gesagt, dafi SardiDirn ■!»
VerbannDDgsort galt für uugeboruine Teroplerl
') Raynouard p. 2t^4 und 316.
*) Scbottmflilur 11. 105 ff.
') Der Binrhof Jakob von Sntri arbeitete ein Jahr lang als Templer-
inquiaitor und hatte große Auslagen. Heg. Clemenüs V. Nr. 9356.
"i Raynouard p. 278.
izecy Google
(fSoig Styme iL und die ftrAgunMiacIieii Templer etc. fl2l
nehmen wir nur von je einem Verhrtr! Im Florentiner {mit
dem von Lncca verbundenen) wird im Schreiben der toskani-
scheji Kommission vom Jatire 1311 ausdrürklicli liiiigewiesen
aiil die 13 „fralrps in provinoia Tnscie caplivatos' ; es kennen
also aucli nicht mehr dort vorhanden sein. Der instrnk-
liv*^ Brier betont zunächst die vorjährige, dann die dies-
jülirige Untersuchung, welch letztere die AuDorderung des
Papstes zur Anwendung der Folter veranlagt hatte. Trotz
Polterung haben aber nur sechs gestanden und auch diese nur
zum Teil; die Angaben der übrigen sieben, deren Persftnlied-
keiten und Bedeutung das Schreiben möglichst heninlerdiückt,
werden als unwesenilich nicht öbersandt. Die beiden Kom-
missionen sind in denselben Persönlichkeiten vertreten; aber
Jeder einzelne wird zuerst ober den Orden, danri ,de se" ver-
nommen '). Wertvoll ist der anscheinend aur zeitgenössische
Ouelien sich stützende Bericht über das Proviiiziatkonzil von
Havenna im Juni 1311: Ei-zbischot Rainald vernahm dort als
, Inquisitor contra singulares personos et ordinem militiu Tempil'
einige Templer, die nichts gestanden, und befragte sodann die
Synode, ob sie gefoltert Werden sollten; die Anwesenden ver-
neinten dies mit Ausnahme zweier Dominikaner und beschlossen,
das Urteil nicht dem Papste zu überlassen, sondern von den
Templern die kanonische Reinigung zu verlangen. Tags darauf
entschied man, daij die unschuldigen freigesprochen, die Schul-
digen ,ex lege* bestraft werden sollten. Und dann folgt die
höchst beachtenswerte Erklärung; Unschuldig sind die, die aus
Furcht vor der Folter gestanden und später widerrufen haben,
oder den Widerruf nicht wagen aus Furcht vor neuen Foltern;
falls letzteres nur feststeht!') Wäre diese so menschliche und
so vernünftige Auffassung vüiher auch im französischen Klerus
herrschend gewesen, oder selbst damals noch allgemein durch-
') Ich fol)^ hier Loiseleur, der in eeinem sonst wertlosen Bucliv: I.h
doctrioe secrete des Templiers (18T2) S. 172 ff. das Florentiner Verlißr nach
dem mir nielit EUKBngliehen Bini gibt.
') Intelligi innocentes debere, qui roetu toniientoram confesai fiiissent,
>i deinde eam coufeMionnm revoCBssent, aat revocare bniuBmodi tormoD'
toruin metu, ne inferr«DtDr nov», nnn Tniasent aosi: dum tamen i<l constiiict.
MiDsi, C'oneilioram collectio XXV, 296.
Pinke, PnpaltDm nii.l UntervnnK ■!■• T«inpler..r.len». I. 21
izecy Google
32S Kftnig JsymB It. nnd die arflgoneBiechen Templer etc.
gedrungen, ein Meer von Etend und Unglück wäre dann über
den Orden nicht hereingebroclien.
Diese Erklärung wurde abgegeben von einem Slanne,
der — der einzige unter den damaligen bischöflichen Inquisi-
toren — in Hallen als Heiliger verehrt wird ^).
Und nun zum Scliluß der durch Schpttmüller *) bekannt-
gewordene cyprische Prozeli: Ein Glück, daß die Akten des
HauptsitzDS der Templer, der zudem die Brücke zwischen
Abend- und Morgenland bildet, so vollständig und in solcli
breiter Wiedergabe erhalten sind; denn mehr wie irgendein
anderes außerfranzösischef; Land bedeutet Cypeni für die Beur-
teilung des Templerdramas. Die Glii.'der der beiden Kommis-
sionen waren die Bischöfe von t'aniagusta und Limasol, da der
Erzbiscliof Gerhard von Nicosin durch seine Stellung im groten
kirchenpalitischen Kampfe 1.W8 suspendiert war und blieb,
dann 'der abbas monasterii Eleclen^is in der Diözese Narbonne
und Magister Thomas von Rieti, die beide aber im Verhöre
nicht erscheinen. Dali die Untersuchung nicht ganz korrekl
im Sinne der päpstlichen Verordnung gerührt wurde, hat scboo
der Rubrikalor für das Vienner Konzil herausgefunden. Nach
ihm gingen die Inquisitoren bei der Bestrafung .nonfuse et
turbato ordine" vor, .preponentes articulos postponendos', nnd
so seien die Aussagen der Zeugen oft .ohne Sinn und Ver-
stand*, wenn man sie n'it den Fragen zusammenstelle. Das
stimmt!
Es haben vom 10. Mai bis zum 5. Juni I3tü vier Ver>
höre stattgefunden : Zunächst werden 2 1 nichtlempleriscbe
Zeugen vernommen; ihnen sollte nach der Bestimmung des
Papstes der Fragebogen mit den 127 Fragen voi^elegt werden,
denn sie sollten nicht gegen einzelne Persönlichkeiten, sondern
g^en den Orden bekunden. Tatsächlich werden sie aber nach
dem Schema der 87 Artikel befragt, die gegen die einzelnen
Templer sich richten! Daran schliefen sich die Verhöre der
Templer in zwei Fassungen. Darnach sind in derselben Zelt
vom 5. bis 31. Mai gleichzeitig Tag für T^ die einzelnen
'] Aof die Einzelheiten und die PersünlJRhkeit Rninalds g43denka ich
an andern) Orte einzugehen.
') Sclnittmütler W. Wi -401).
izecDy Google
Könif: Jnym« 1[. and die «ragoneHiachen Templer etc. 823
Twiipler nach zwei Vorlagen gefragt worden : das längere Pro-
lokoli ist leicht erkennbar, es ist das Verhör gegen den Gesamt-
orden. Aber das kürzere? Ea werden stets nur drei Fragen
von den Templern beantwortet: Ober ihre Aufnahme — den
Anrang des lemplerischen Irrtums — und über den Verbleib
der Idole. Diese drei Fragen sind dem Anklageschema (ur die
biscliöfliche Inquisition gegen den einzelnen Templer hinzuge-
Tügt; wir haben hier also das Verhör gegen die .Teniplarios
singuiares' vor uns, allerdings in einer Weise, wie es sicher-
licli nicht in den päpstlichen Intentionen lag. Und um die
Verwirrung voll zu machen, werden die zu Anfang Juni ver-
liörlen Niclittempler nach dem richtigen Schema gegen den
Gesamtorden vernommen.
Doch dieses Durcheinander schadet dem Ergebnis t)er
Aussagen nicht. Und das ist höchst bemerkenswert: Hier im
Zentralpunkt des Ordens, von den Hauptvertretem — nach
den in Frankreich gefangenen Großwördenträgern — , von säint-
liehen Mitgliedern des angesehensten Konventes, aber auch von
zahlreichen hochstehenden Laien und Geistlichen, die zum Teil
politische Gegner der cyprischen Templerpolitik sind, wird die
vollste Unschuld des Ordens proklamiert. Alle europäischen
Länder sind im Orden vertreten, mit Ausnahme des hohen
Nordens: Frankreich, Burgund und Provence überwiegen, sie
bilden mit ihren 38 Brüdern die Hätfle, aber auch England ist
durch 4, Aragonien durch 7, Italien durch S, Deutschland durch
i Templer dort vertreten. Und keiner von ihnen hat auch nur
das geringste gestanden! Mit Entrüstung weisen sie die An-
schuldigungen zurück und sie können an den Verrat Molays
nicht glauben; wichtiger vielleicht noch ist, dalj sie in <lurch-
aus einheitlicher Weise über die Aufnahme aussagen, verstän-
dige Grklänmgen für auffällige Erscheinungen — z, B. für die
Nachtkapitel, die Verehrung des Kopfes der h. Euphemia statt
des Idols — , klare Angaben über einzelne Ordenssch wachen
macheu.
Am stärksten wirkt aber auf den Leser das Lichtbild,
das aus den Aussagen der nichttemplerischen Zeugen ihm ent-
g^nstrahlt. Auch die aragonesischen und englischen Templer
e>-stelien nicht, at>er die Aussagen der Geislliclien und Mönche
21*
izecy Google
834 KSnig Jayme ll. und die ttmgoneaiBclieii Templer etc.
sind dagegen unTreundlich. Hiei* in Cypem überwiegen auch
bei den Mönchen ilie günstigen Bemerltungen ; nicbt unterbleibt
der Klatsch, aber ehrlich weist man doch auch auf die Ent-
stehungszeit, die Ankunft der päpstlichen Brtere hin. Vierzig
Jahre hat der greise Bischof Hobert von Beirut mit Templeni
verkehrt; er weite nichts Schlechtes zu berichten. Er glaubt
unbedingt an ihr Festhalten an den Sakramenten, denn sehr
oft hat er Templern die Kommunion gereicht und sie demütig
zum Tische des Herrn gehen sehen. Wie er traten noch andere
Kleriker, die lange die Beichten der Templer gehört, mit WSrmo
für den Orden ein; Bitter, die mit den Templern in Krieg und
Frieden, in den Städten und auf dem Lande zusammen gelebt,
wissen .nur gutes zu sagen". Gewi§ kursieren auch unerfreu-
liche Bemerkungen über den Orden, der lange so mächtig ge-
wesen und sich viele Feinde verschafft Imtle, dali er jeden
Anspruch des Ordens nach Templersitte, mag's recht oder nicht
recht sein, verteidigt, und dann jenes Sprüchlein auf Cypem,
.daß die Frau, die- nicht mit einem Templer zu schaffen ge-
habt, keine Dame sei* ; — in dem Rahmen des Verhörs möchte
man sie nicht missen, denn durch solche Zitate wissen wir,
dai man auch alles Verdächtige gegen den Orden heraiige-
zc^n hat.
Ein eigentümliches Resultat ergibt sich für den, der diese
Oberschau überdenkt, wobei die Nachricht von der Verbrennung
von Templeni in Lothringen') auf sich beruhen bleibt: bei
allen Frankreicli in engerm oder weiterm Kreise umgebenden
Ländern ist die Unschuld des Ordens sonnenklar; was höch-
stens übrig bleibt, sind allerlei böse Gerüchte. Nur die Terri-
torien, die mit Frankreich enger zusammenhängen wie HJe
Provence und Neapel, oder auch mit dem Papsttum wie der
Kirchenstaat und auch Tuscien weisen Schuldbekenntnisse auf!
Diese Tatsachen sprechen für sich.
') In Calmet, Hiet. gen. de I.orraiue II, 436 findet sicii folgende
Nutiz: l/liiBtoire maauscrit« du duc Thiäbtmt porta qa'eii 1311 ca priDce
fit enceater dans ses ^tsta grand uombre <ie TenipIierH ... et s'appropriii
une bonae partie de leura bieos. In dieser Form ist die Sache Bicher
unrichtig. Wer gab denn Theobald das Recht zum Verbrennen?
izecy Google
KSnig J«iyn>e II. und die aragunesi sehen Tumpler etc. 325
Freilich eines darf man nicht übersehen : fast sämtliche
siliere Nachrichten reichen bis zu dem Zeitpunkte, da zwangs-
weise üt>erall — anscheinend mit Ausnahme Deutschlands —
die Folter einsetzt. Mit dem ti. August 1310 b^innen die
drängenden Aufforderungen zum Foltern, die Klemens V. erst
nach England, dann im März 1311 nach Kastilien, Aragonien,
PoKugal, im Juni nach Italien, Cypern und dem Orient richtet ').
Eine furchtbare Urkundengruppe! Ol) dadurch überall Zuge-
ständnisse erzielt sind, bezweifle ich; in Florenz ist es ge-
lungen. Aber tär die Beantwortung der Schuldfrage in den
auberfranzösischcn Ländern sind diese etwaigen erpreßten Ge-
ständnisse ohne Bedeutung.
Ich glaube, der Schiula ist nicht zu gewagt: Kämen für
die Schuldfrago nur diese Länder in Betracht, dann gäbe es
kein Templerproblem. Jedermann würde den Orden für un-
schuldig halten. So darf und muü die Erörterung der Schuld-
frage auf Frankreich beschränkt bleiben.
■) Reg. Clementis V. Nr. 6376 ff., 7493-98, 7&27ff., 7595ff., 76tl.
izecy Google
Vm. Die Schuldfrage.
Wenn von Schuld oder Unschuld des Tenipierordens ge-
schrieben und gesprochen wird, so hedeulet das eine Antwort auf
die Frage: Waren die Verleugnung Christi, Bespeiung des Kreuzes,
unsittliche Küsse, AufTorderung zur Sodomie und Anbetung eines
Idols im Orden bei der Aufnahme und den Ordenskapiteln ge-
brauchlich? Nur in diesem Sinne kenne ich ein Problem. Also
nicht Veilchen eines einzelnen Templers, nicht dem Orden auf
andern Gebieten anhaftende Schattenseiten fallen unter den
Begriff der Templerschuld. Wer die Literatur genauer ver-
folgt hat, weit, daß allmählich, vor allem seit dem Erscheinen
dos Leaschen Werkes, die Mehrheit der Forscher sich für die
Schuldlosigkeit ausgesprochen hat. Aber nicht alle und überall-
Gerade in Frankreich erheben sich immer wieder Stimmen, die
unentschieden klingen, das Problem als noch ungelöst bezeich-
nen. Und selbst Lea und Gmelin huldigen einem gewissen
Eklektizismus; auf sie hat die lange Beschäftigung mit den
ProzciJakten einen gewissen Einfluti gehabt; sie möchten gern
alles wegleugnen, und können es doch nicht vollständii;:
schmutzige Küsse, Sodomie, ja auch gewisse fiivole Verhöh-
nungen der Heiligen möchten sie nicht ganz wegleugnen').
Das ist inkonsequent und weicht in der Wirkung sehr wenig
■) Leu 111, 276 f.; Gmelin 8. b08. Im Grunde stehen ata laf dem
Stnndpunkte den Dominikaners Petrua de Palude, des sp&ter so berUhniien
'nieolofen and Patriarchen von Jerusalem. Zaeret «rkiBrt er, nachdem «r
vielen VerhOren beigewohnt, daß ans vieleii Qrtlnden die LengneodMi
glaubwQrdiger seien als die Geetttndigen, Dann aber meint er: Ez quibiu
oarracionibus et aliia credebat, quod illicita contenta in dictis arüculis vtl
nuior para ex eis intervenirent in rccepcionibus tüiquanim ex tatribus
erdinis vel pcMt, et non in recepcionibus alionim doc post. Hicbelet II, K^
izecy Google
Die Schuldfrage. 827
von den Anschauungen ab, die Prutz vertritt und- gegen die
beide energisch ankämpfen >).
Ober zwei Punkte ist dagegen ein allgemeines Einver-
ständnis erzielt: 1. Die Unschuld der nichtfranzösischen Templer
ist durch das vorhandene Prozeimaterial glänzend erwiesen;
(las Gros bekennt sich unschuldig, wahrscheinlich auch unter
der Tolter; die wenigen Ausnahmen bedeuten für die Gesamt-
heit nichts. Gerade das Bruchstück der aragonesischen Pro-
zesse, das ich veröffentliclie, bestärkt diesen Eindruck, und
nnzweifelhall würde, wie erwähnt, jeder neue Fund hier die-
selbe Wirkung erzielen. 2. Der Hauptreiz des Tem piergeh eiiij-
nisses lag in frühern Zeiten wohl in der Annahme, Abu es
sich Iiicrt>ei um häretische Anschauungen, um Annäherung an
mohammedanische oder an Ideale handle, die später von frei-
maurwischer Seite vertreten wurden , überhaupt um etwas
Prinzipielles. Diese Anschauung teilt wohl kein Mensch mehr:
das Aufsuchen des BafTomet, der geheimnisvollen Idole, hat
längst aufgehört '). Man kann ruhig sagen, daß den Häretikern
des Mittelalters bitter unrecht geschähe, wenn man — die
Wahrheit der Aussagen vorau^esetzt — die Templer ihnen
gleichstellte: da fehlt ja jede innere Oberzcuguiig, geschweige
denn Bt^eisterung, jedes Gefühl der Pflicht und des Heroismus.
Sollen die Aussagen ganze Wahrheit oder wenigstens einen
Kern enthalten, so kann es sich nur um Roheiten und Fri-
volitäleii handeln. So haben es Lea, Gmelin und schließlich
auch Prutz angesehen. Sie erklären sich die Sache so: Der
Kiiä auf den Hinlern läßt sich wohl denken bei dem Hochmut
der Bitter g^cnüber dem ihnen in angeblicher Brüderschaft
gleichgestellten gemeinen Mann; ein ßerehl der Art sollte das
Prinzip des absoluten Gehorsams geltend machen. .Männer,
erbittert durch die ihnen im Orden gebotenen Enttäuschungen,
gleichsam wund gedrückt von den Fesseln des unwiderruflichen
Gelübdes und inmitten der Zuchtlosigkeit des Ostens von allen
') Vgl. Wencb in GMt. Gel. Anzeigen 1896 S. 538. Fratz benift
«ich Histor. Viertel jahrachr. 1S94 S. 266 auf Kanke. Als ob Rankea Urteil
hier etwas Wesentlidiee bedeuten kSunte!
1 Vgl, die Zasammenfasaiuig von Wenck in Gütt. Gel. Anz. 1890
S. 256f.
izecDy Google
828 Die Scbuldfrag«.
religiösen Überzeugungen losgelöst, Itaben viellGtchl gelegentlich
den Geliorsani eines Neulings auf die Probe gestellt, indem sie
ilin das verhaßte Kreuz bespeien ließen" ')■
Mit dieser Auffassung wären, wie gesagt, die Aussagen
aber in Einklang zu bringen. Handelte es sich uiu wirkliche
Häresie, so wäre es ja ganz unverständlich, daü die Ange-
klagten nicht bloJi als Gefangene bereuten, sondern alsbald
nach der Verleugnung und Bespeiung angebticli zur Beichte
geeilt sind; Nach ihren Aussagen haben sie also sofort den
Eindruck eines schlimmen Vergehens, das sie baldigst sühnen
mül^ten, bekommen. Zuweilen stand der Priester schon dabei
oder war in der Nähe, um gleich die Absolution zn geben,
damit das Gefühl der Reue sich nicht zu tief einniste ^. So
ermahnt einmal der Geistliche zur Verleugnung mit dem Trost,
er könne kraft Autorität des Papstes absolvieren ! ^) Der arme
Kandidat küßt noch erst das Kreuz, bevor er darauf speit*).
Ja selbst der Rezeptor külJt wohl einmal ehrerbietig das Kreuz,
nachdem er es gerade hat bespcien lassen. Im allgemeinen
abci' scheinen die Rezeptoren die Sache rein gewohiiheitsmäüig
zu betreiben: in einem Atem verlangen sie Entsagung aller
weltlichen Freuden, Gehorsam, Keuschheit und dabei Bespeiung,
Sodomie und andere Niederträchtigkeiten! Sehr oft mit einem
Scherz- oder Trostwort : ,Tufs nur kühn, denn es kostet ja
nichts!"*} Oder; „Jetzt muKl du etwas tun, was nicht viel
Mühe macht!" ") Oder in plumper Form: Das soll er nur tun,
denn in seiner Heimat verleugne man Gott täglich hundcrtnial
„pro una pulice' ! ') Derselbe Zeuge verehrt dann demütig
am Karfreitage das Kreuz Christi. Manchmal gibt's eine kriege-
rische Ermunterung sofort nach der Zeremonie: ,Uu wirst im
Orient etwas leisten!"")
'; So Prutz a. a. 0. S. 272 f. ') Miclielet I, 431 ff.; II, 26S.
^) [Presbyter] . . , qui adtiemt, . . . per quem 'uit ei dictum, quod
aiictorittito dominj pape poterat nbsolvere eum. Michelet II, 268; FinkeII,34T.
*) Et poat hoc osculatus fuit crucem mantelli sui et apnit aaper esm.
Finke II, 317. Dann Michelet 1, 561.
'I Facjatis midncter, quia nichil deconatat. im Druck ist die Slallr
unversUndlich. Michelut II, 152.
°) Mänard I, 176: Qaod non erit magDOin.
'I Micbelet II, 110. ') Tu eria benue pugll ultra mare.
izecy Google
Die Schuldfriige. 339
Atso nach den Frolokoliei> siml es keine goll^erälHgen
Akte: der Rezeptor und seine Umgebung seligen sicli alkrdings
tiieUt leicht fil)er sie Iiinwe^, dem Ordenskandidalen aber ver-
pillen sie angeblich den Eintritt, otl das ganze Leben im Orden.
Können nun aber die französischen Prolokolle für die
Sclmldfrage als historisches Beweismittel gebraucht werden?')
Wir die einzelnen Aktert des Templertlramas kennt, muü darauf
mit einem vollen Nein antworten.
Wolil besitzen wir nicht alle Protokolle : selbst aus Frank-
reich ist ja nur ein Bruchteil erhalten; es Fehlen zahlreiche
Verhöre des Jahres 1307, die meisten bischöflichen Prozesse
Ton laoo und 13H). Aber wir können mit Sicherheit sclilieüeu,
daß das Bild durch Auffinden der jetzt fehlenden Prozesse
wenig geändert würde; das Jahr tH07 würde wahrscheinlich
fast nur Geständnisse bringen, aus der spätem Zeit würde
wenigstens die Mehrheit ebenfalls GestAndnisse sein.
Das französische Material macht ziinüchst, wenigstens bei
oberfläcWicher Durchsicht, keinen ungünstigen Eindruck. Die
Abfassung seitens der Notare ist — das möchte ich andern
Ansichten gegenüber betonen — sicherlich korrekt, jedenfalls
ohne absichtliche Fehler '). Man Termi^t oft Angaben über
die Folter; ein sicheres System scheint es hierbei damals nicht
gegeben zu haben. Jedenfalls wird in einem Notariatsprotokoll
meist nicht auf eine frühere Folter zurückgegriffen. Der Notar
wufite ja oft nichts von der Folterung. Zuweilen aber, und
das ist wichtig, wird auch der frühern Folterung gedacht ^).
Der Folter wird wohl stets gedacht, wenn der Inquisit bei dem
Akte gefoltert oder wenn speziell nach der frühem Folter ge-
fragt wird. Besonders bei der pSpstItchen Kommission sucht
der Notar die ÄuÜerlichkeiten stets genau anzugeben*). Als
einmal das Protokoll wegen seines Umfanges an einem Tage
-- ^
') Ich betone fUr die Scholdfrage. Daß in viel«ii Nebensachen oft
Wilires mit Fftlaehem venniaeht, oft durchaus Wahres entbalten ist, leugne
ich nicht. Das kommt bei jeder modernen Strafverhandlung ähnlich vor.
■) Qewifi kommen Fehler vor. Einer der nnAälligstcn ist wohl, daß
unter die teste« einea Frotokella bei Mänard p. 207 zu lesen ist; fratre
foDdo Planenti teroplsrio, dessen Verhör p. 1S8 steht!
■) Z. B. bei Finke II, S50. *) Hichelet I, 460 NnchverhOr.
izecDy Google
8S0 Die Schuldfrage,
niclit ferliggeslelll werden konnte, wurde es ui den folgenden
unter steter Anwesenheit des Zeugen au^carbettet >). Auch
die Richter mühen sich um Harmonie in den Aussagen; von
ICngland aus erkundet man sich nach früheren Aussäen in
Frankreich ^). Man hält dem Verhörten frühere protokollarische
Aussagen vor"). Die Fragestellung erfolgte meist in der Mund-
art; wenn der Zeuge Latein versteht,' wird es besonders be-
merkt. Die Oberartwitnng in Latein machte gewiß oft Schwierig-
keiten, aber der Notar mühte sich, die Eigenart des Aussagenden
zu (reffen; sonst würden die Aussagen viel eintöniger lauten.
Ihre Ausdehnung ist in den verschiedenen Perioden, vor allein
auch nach der Zahl der Fragcpunkte verschieden : 1307 gab
es nur 5 Hauptpunkte, von IH08 an in der einen Fassung
mehr als 120, in der andern beinahe ftO.
in den nelwnsäcliHchen Dingen *) haben sich die ange-
klagten und den Orden belastenden Templer größter Genauig*
keit befleißigt, so bei allem, was auch von der Au&enwelt
kontrolliert werden konnte: Angaben ober ihr Alter, Zeit ihres
Eintrittes; historisch sicher ist auch das, was von ihnen wie
von den Leugnern aller Schuld, besonders in Spanien, in der
Diözese Eine, in England und Cypern, ausdrücklich zug^eben
wird. So vor allem die sofortige Aufnahme, ohne Probezeit;
das bekunden fast alle Templer in den verschiedensten Welt-
gegenden, die nie Beziehungen zueinander gehabt haben können.
Viel Gedanken hat man sich auch in der spanischen Komturei
nicht darüber gemacht. Es war Ordensgewohnheit, daß man,
ohne den Orden weiter zu kennen, alsbald schwor, ihm ständig
treu zu bleiben. Höchslens meinte einer, allerdings irrig, daß
es bei den andern Orden gleichfalls so sei ^). Das Nächst*
hegende, daß früher wohl militärische Gründe dies l>ewirkl,
scheint von niemanden geäußert zu sein. Da& auch elljährige
■) Michelet I, 893: Proptor eins prolixiUtem.
') Michelet II, 132.
') So bfaondera boim Prgiefi jd Nimee
*] So Bind wohl hUs DnteD richtig, NatQrlicL auch die Nnoien ber.
vorragender Personen,
') Micbelet II, 429, 471. Michelet I, 199 war einer 2 Jahn: donatua,
dann frator. Vgl. auch 1, 614 a. o.
izecy Google
Die SchuldfrBge. S31
Knaben, allerdings wohl nur aus hoben sozialen Kreisen, zu-
gleicli mit ilcm Ritterschlag aucli das Ordenskleid für immer
empfingen, dürfte riclitig sein '). Besonders belastend für den
Orden wurde die obenralls wohl den kriegerischen 2^!iten ent-
stainmende peinlichste Heimlichkeit bei der Aufnahme und den
Kapitels Versammlungen. Auch die Leugner jeder Ordensschuld
gpbcn sie unbedingt zu; ebenfalls dat^ man mit andern Brüdern
nur ungern über Kapitelssachen sprach. .Sic erat slattituni' *).
Nicht bloti die Nachtzeiten wiThlle man aus, man suchte sich
auch möglichst vor dem Blick Uneingeweihter zu schützen,
Dalj man Hitzen und Fugen verstopfte, sagen nicht nur fran-
zösische, sondern auch aragonesische Protokolle^). So wurde
die Neugier aul's liüchstc gereizt: Mönche klettern aufs Dach,
um so einen Blick in die geheimnisvolle, feierliche Versamm-
lung zu werfen! Aber auch der Verdacht wurde rege; ich
glaube, es wäre verkehrt, dies leugnen zu wollen. Ich will
nicht auf Frankreich hinweisen, aber die von ihrer Unschuld
ganz durchdrungenen Templer von Mallorka und Aragonien
deuten es an, nicht als eine von ihnen verschuldete Tatsache,
aber doch als eine Tatsache, die sie zuweilen schon vor dem
Eintritt in den Orden gekannt, die sie al>er vom Eintritt nicht
zurückgehalten hat*)-
Auch tatsächliche Flecken am Orden werden von i^eug-
neni und Geständigen zugegeben, wie der Ordenshochmut ^),
die SchrofTheit in Verteidigung ihrer Ordensinteressen andern
Kreisen gegenüber*), die Härte den befangenen (tegenüber,
vielleicht auch zu hastiger Erwerb fremden Besitzes, Das
wurde ihnen auch schon früher vorgeworfen. Dem Ansehen
des Ordens aber halte alles das kaum Eintrag getan, weder
die öfter bespTOchehe Heimlichkeit, noch diese Schwächen ').
Wie würden wir sonst so viele Glieder hochangesehener
familien, so viele Glieder desselben Hauses, wo der eine den
'I Micbelet I, 415. ') Hichelet II. 440.
') Michelet ], 164 und Finke II, 373 f.
'1 Michelet II, 430, 440, 445. 'j Michelet II. 12, 83 uaw.
') Michelet I. 88.
') Dazu kommen die oft beeprocfaenen AnBchnldipnngeD des Pod-
izecy Google
882 Die Schuldfrage.
andern nach sich gezogen hat, im Orden finden: die de ti.
Justo, die Gisi, Paraudo, de Canellis, de Turno usw.; Vcltern.
Olieim und NefTen, Brüder, selbst Vater und Sohn. Vornelime
bemülien sich , im Orden einen Sohn oder das Kind eineä
Freundes unterzubringen. Würdig, mit dem ganzen ritterlich(-n
Apparat, stattet man ihn aus '). Der Orden galt also als vor-
nehme Versorgungsanstall ! Die so handelten, haben sicher
den üerüchten, wenn solche sich verbreiteten, keinen Glauben
geschenkt.
Der erste gute Eindruck hält bei einer Vertiefung in die
Akten nicht stand; zu zahlreich sind die sonderbaren, ver-
dächtigen, unwahren Angaben. Bei einigen lassen es die In-
quisitoren selbst im Protokoll ver.^eichnen, da& sie den Aus-
sagen nicht trauen ; so bei dem lateinkundigen Jakob von
Trojes^), der bald so, bald so berichtet, sich ohne Veranlassung
dreier Eidbrüche beschuldigt, dom Radulf de Gisi einen Privat-
dämon zuschi^eibt und zu behaupten wagt, er sei mehr wegen
der schlimmen Dinge als w^en der Liebe zu einem Weibe
aus dem Orden getauTen, da er das Weib auch im Orden
habe besitzen können. Bei den meisten schweigt aber das
Protokoll über den Eindruck des Zeugen auf die Inquisitoren.
Zum Glück besitzen wir nun von unge^hr 100 Templern mehr-
fache Aussagen aus den Jahren 1307 und 1308, oder aus 1307
und 1310*). Was das kurze Protokoll nur andeutet, wird
durch das längere oft erst verständlich und bedenklich. Nur
ein paar bezeichnende Beispiele!
Von dem Geistlichen, rechtskundigen Templer Johannes
de Folliaco hebt das Verhör vor dem Inquisitor 1307 drei
Punkte besonders hervor. Zunächst hat er auf das wiederholte
Ansinnen des Rezeptors, Christus zu verleugnen, gesagt; ,Nego
te* und damit den Rezeptor gemeint; dann hat er später
einen schriftlichen Protest bei der Pariser bischöflichen Kurie
') Hichelet 1, 186: UoDorifice cum equts et armis et aliis u
militavemt eum.
*) Hichelet I, 253 ff.
'^ D. ti. VerbOre vor den InqDJaitaren 1307 und dem Papst 130B.
oder vor erstoren und der püpsUicheD Kommission. Dsm kommt dum
noch (Or einige dae Protokoll vom 26. Oktober 1307.
izecDy Google
Die Schnldrrage. 3S3
ebgereichl, wonach ihm der Orden nicht getollt und er gern
auslrüte, wenn er könnte; schließlich hat er seine Vei^eheii
ilem g^enwärtigen Bischof von Paris gebeichtet '). Bei einem
zweiten Verhör, acht Tag» später, hält er das alles auTrecht,
nur in der Zeit seines Eintritles — nächste Fasten werden es
vier Jahre — hat er sich um ein Jahr getäuscht. Auch hat
er vorher dem Bischof von Meaux gebeichtet. Dies Verhör
lilingt durchaus glaubwärdig. Von drei Punkten waren zwei
genau kontrollierbar: vor allem die Beichte. Jetzt konnten ja
auf seinen Wunsch die Bischöfe von Paris und Meaux Zeugnis
ablegen ; den Aufsehen erregeuden Fall halten sie doch sicherlich
nicht vei^essen! Bei dem Verhöre vor dem Papste 1308 ge-
stalten sich alle drei Punkte anders^): Die Ableugnungsszene
schmückt er aus, indem er jetzt den ,Gott der Heiden" ab-
leugnen will und erst zum dritten Male dem Rezeptor ins
Gesicht schreit: ,Abnego te". Auf die naheliegende Frage, ob
Has der Rezeptor gemerkt, weili er keine sichere Auskunft;
vielleicht sei er durch den lauten Ruf, welcher die seiner
Kleider harrenden Diener aufmerksam gemacht habe, von wei-
terem abgehalten. Ferner: Der Inhalt seines Protestes wird jetzt
bekannt, er enthält gar nichts von Anklagen gegen den Orden,
sundem nur eine Beschwerde über die Strenge im Orden!
Und seine Beichte vor den Bischöfen? Den Bischof von Paris
nennt er nicht mehr, sondern nur den Bischof von Meaux, der
am 18. April desselben Jahres gestorben war! Und was hatte
er gebeichtet i* Gr habe gesagt, daS ihn jemand zur Verleug-
nung Christi habe bewegen wollen, ohne aber den Orden zu
bezeichnen. So bekommt die Aussage ein ganz anderes Ge-
siclit'): der erste Punkt wini unglaubwürdig, die beiden viel-
sagenden folgenden lösen sich in Nichts auf.
Ob wir im letzten Punkte überhaupt nicht den Typus
für die zahlreichen Beichtangaben der Templer besilzen':' Fs
ist od aufgefallen, daä die Templer so genaue Angaben über
■j Hicfaelet II, 277f. Finke 11, 311.
') SehottmDlIer II, 35.
') Dabei habe icb noch nicht einmal betont, dag er beim ersten
derbere vor ditD Zeugen seiner Aufanhitie aaüvr Joliannes da Tero sagt:
ue qaorum nominiboa non recolit, und beim dritten: quos non recognoarebnt.
iLCD, Google
SÖ4 Die Schnldfrage.
ihre Beichten vor Bischöfen, päpstlichen Pönitentiaren, Mönchen.
Ordenspriestem usw. gemacht haben. Hotten sie diese An-
gaben auch erfunden? Lea, und nach ihm Wenck >), meinten,
die Unwahrheit gehe schon daraus liervor, daLi diose Oi^t-
liehen keine Absolutionsitewalt l>ei Häretikern besessen; daa
ist unrichtig. Dadurcli hätten sicli ja sofort die Templer vor
ihren Richtern ins Unrecht gesetzt; so unklug waren sie iiielil.
Sie bekunden meist ausdrücklich, ob der betreffende Geistliche
Absolutionsgewalt gehabt orler nicht Etwas anderes ist: Sollten
die Templer nicht in ihren Gesprächen den Fall so wie
Johannes de Folliaco sich zurecht gelegt haben? So durften
sie ja unbedenklich selbst einen lebenden päpstlichen Pöniten-
tiar benennen, der natürlich von einer so allgemeioen Beichte,
seitist wenn sie geselieheii wäre, keine Ahnung mehr besessen
haben würde').
Einer der vornehmsten und gebildetsten Templer ist
Geraldus de Caucho; seine Erörterungen von der päpstliclitn
Kommission haben öfter Interesse erweckt. Wir kennen seine
drei Verhöre: am i2l. Oktober 1307 vor dem Inquisitor, am
3C. Oktot)er das summarische mit Molay zusammen und das
Verhör vor der päpstlichen Kommission, Im ersten eriilärt er.
datj der Rezeptor das Kreuz herbeischaffen ließ und er dann
ableugnete; dafs der Rezeptor ihm die Bespeiung des Kreuzes
befahl und da& er diesen nur auf den Mund külite; daß er
nur einen in den Orden aufnehmen sah. Im letzten erzählt
er ganz ausführlich, wie der Rezeptor we^egangen und wie
4 oder 5 Servienten ihn zur Verleugnung und Bespeiung
zwingen wollten und wie er bei mehreren Aufnahmen zugegen
war. Während er in beiden Verhören die tatsächliche Be-
speiung des Kreuzes ableugnet, gibt in dem Gesamtverhör am
2ß. Oktober Molay auch für ihn die Verunehrung des Kreuzes
zu. Also auch hier die stärksten Verschiedenheiten! ")
Zahlreich sind die Fälle, wo frühere und spätere Aus-
sagen der Templer in wichtigen und in minder wichtigen Dingen
') Uh 111, 275. Weack in Gütt. Gel. Am. 1896 S. 584.
') Der einmal erwähnte fHpstliehe Pönitentiu- JohanoeB de Divione
wird in Reg. dementia V. Nr. 5ÜIJ9 zn 1309 .Tuli 28 genannt.
') .MidieiRt II, 2äi. I, •im-, rinke II, 307.
oy Google
t»ie Sehaldfrage, 335
nicht nbereinslimtnen ; man sehe nur die Tafetn b«i Gmelin.
Eiuer der krassesten ist woM, daß Giiillelmus de Giaro 1307
Jakob de Molay des sodomilischen Umganges mit ihm be-
schuldig, 1310 aber erklärt, daß er von VerQbung der Sodomie
im Orden nichts wisse! ') Inzwischen ist dieser aucli kurze
Zeit Verleidiger des Ordens gewesen! Petrus Brocart gesteht
1307 Verleugnung, Bespeiung, unsittliche Küsse und AulTorde-
rung zur Sodomie; die beiden letiiten Punkte kennt er nicht
beim Verhöre vor dem Papste*). Zahlreich sind auch die
Fälle, wo sich Aussagen verschiedener schroff gegenüberstehen,
so besonders in der Aurnnhmerrage: der spanische Ordens-
meister Eximen de Letida wußte von nichts Schlimmem im
Orden, trotzdem soll er bei der schlimmen Aufnahme des
Petrus Maurini im Orient zug^en gewesen sein '). Eine der
prächtigsten Erscheinungen in der Toniplerschar ist ßertrand
Sartiges, der ritterliche Tempterverteidiger vor der pöpstliehen
Kommission, der auch in Clermont stets geleugnet hatte:
trotzdem soll er in schmählicher Weise aufgenommen haben').
Guillelmus Aimerici leugnet, bei irgendeiner Aufnahme gewesen
zu sein, ein anderer nennt ihn bei der Aufnahme seines
Neffen'). Einer muU hier doch stets die Unwahrheit sagen.
Noch mehr wird die Glaubwfu'digkeit der Aussagen er-
schüttert, wenn der Hauptpunkt, die Verleugnung und Be-
speiung, gänzlich unglaubwürdig dari^estellt wird. Und man
darf ohne Übertreibung sagen, dala gerade dieser Kardinalpunkt
in einem nicht unbedeutenden Prozentsatz von Fällen in einer
Form geschildei-t wird, die selbst unter durchaus normalen
Verhältnissen starken Zweifel an ihrer Tatsdchlichkeit wecken
ivQrde. So die Schilderung einer Szene ans Sidoti im Jahre
1291*): Ein halb verhungernder Pilger bittet, um leben zu
können'), um Aufnahme in den Orden; das geschieht. Es
') Michelet II. 290 aod 1, 565.
'-) Michelet II, 2V3; Scliottm Oller II, 62.
"l Uichelet II, SS9. Narswment d« I.eDÜit i«t Rxinicn ilo 1..
*) Michelet II, 130.
') Michelet II. 26 Dod 123. Vgl. II, 344 f. and I, im-. II, 399 und
^hottmUller II, 201 hbw.
•) Michelet 11, 258-60. '; Aorh «in Erntiittsmotiv!
izecDy Google
^a Die ScbaldfrRge.
folgt die Zeremonie, die Aufforderung zur Verleugnung, Weige-
rung, Bedrohung des Kandidaten mit dem Sehwerte, plötzlicher
Ansturm der Saracenen, worauf der Rezeptor ihn sdnvüi-cn
lAüt, nichts zu verraten; dazu hat er Zeit, aber keine Zeil
mehr zur Verleugnung selbst; auch später koiimit der Kezi'plar
nicht darauf zurück, sondern sagt nur, er habe das damals
Scherzes halber und um itin zu erproben getan! Wer hüll
eine solche Szene für glaubwürdig? Interessant ist nun aber,
daü eine ganze Anzahl solcher Uiiterbrechungsszenen existieren.
Bald aus diesem, bald aus jenem Grunde soll Eile gewesen
sein: Besuch, Ungeduld der Wartenden, und darum blieb die
Hauptsache unausgeführt. So kommt z. B. dreimal die Hand-
lung nach Angabe der Zeugen nicht zu Ende, weil es Essens-
zeit sei! „Hora erat prandü," sagt einer, der vor ä4- Jahren
in Paris aufgenommen worden, ,tenipus erat prandendi' ein
zweiler, der vor 5 Jahren in Nicosia eintrat, und .salis est,
eamus pransum' lälat ein dritter seinen Rezeptor sagen, der
bei Etampes Templer geworden war. ,Es kann keinem Zweifel
unterliegen," sagt Bussen, der hierauf aufmerksam macht'),
,da[2 diese Aussagen über die Rezeptionen zu verschiedenen
Zeiten und in ganz verschiedenen Häusern auf vorherg^an-
gener Verabredung beruhen müssen — und zwar haben sielt
die Verhörten auf die Ausrede geeinigt, daü es bei ihrer Auf'
nähme eilig hergegangen sei, weil es Essenszeit gewesen, um
sich auf diesen Umstand hin in ihren Aussagen zu entlasten' ■).
Der Wert solcher Aussagen ist sicherlich nicht höher einzu-
schätzen als die Bekundung des Ritters Guido Üelptiini, der,
mit 1 1 Jahren aufgenommen, noch nicht recht auf die Fragen
zu antworten wußte, und dem doch Belehrung darüber zuteil
geworden sei: Quod, si haberet calorem naturalem, polctal
conimisceri carnahter cum fratribus ordinis!*)
Es ist früher einmal bedauernd darauf hingewiesen wor-
den, daß die Templer nur über Dinge gefragt seien, die dem
') Mitt. (I. Inat. f. Oetenr. Geschichtsforschung IX, äOT.
*) Die intereseanteele Vereinbarung ist wühl die der Templer vou
Nimea, die eich zu leugnen beredet hatLen, weil sie erst jetzt vor de«
rechten Richter kamen .
'} Michelet 1, 415.
izecy Google
Die Schnldfruge 837
gesunden Menschenverstände nicht gerade widersprechen; und
nicht, ob sie auf Besen durch die Luft geritten: das wäre für
ihre historische Hepulation besser gewesen'). Wer weiß, ob
nicht etwas Ähnliches wenigstens in größerm Umfange stattge-
Tunden hat? Das merkwürdige Bruchstück eines Templer-
Verhöres von der südöstlichen Seite Frankreichs, oder vielmehr
aus der Provence, das ich im 11, Bande veröffentliche *), weist
die Nummern (i4— 87 auf; das Ganze würde also immerhin
beinahe ein Achtel der bekannten Verhöre bildeo. In dem er-
haltenen Teile offenbart sich eine schärfere Tonart: Hier wird
nicht bloß Christus verleugnet, sondern auch Maria und die
Heiligen; hier wii-d das Kruzifix nicht nur bespuckt, sondern
a<ich meisl mit Füben getreten, man setzt sich darauf und be-
sudelt es sonst in der gemeinsten Weise-'). Hier erscheint nun
fast je<lem das Idol und daneben plötzlich der Kater, dem man
Heverenz erweist und oft ,in ano* küüt. Woher er plötzlich
auftaucht, wohin er verschwindet, weiß der Templer nicht,
wahrscheinlich sendet ihn der Teufel oder ist es der Teufel
selbst! Und neben dem Kater, dessen Fai'be nur bei den ein-
zelnen Angilben verschieden ist, erscheinen vereinzelt auch
holde weibliche tiestalten, mit denen der eine sniidigl, der
andere nicht: es müssen Teufel in Frauengesfnlten sein, da
sie als Menschen durch eine Öffnung erscheinen muüten, hier
aber Türe und Fensler verschlossen waren *). Dürfen wir
nicht annehmen, daü auch die andern 63 ähnliches bekundet
haben? Und dann haben beinahe 100 Menschen diesen Unsinn
bezeugt und beschworen! Dieses glauben wir nicht, können wir
nicht glauben: sollen wir vielleicht den andern Angaben mehr
Olauben schenken?!
So laut sich die Glaubwürdigkeit vieler einzelner Templcr-
TPrliöre ersc-hüttern; ob aber auch alter? Auf die bedingten und
unbedingten Anhänger der Tempterschuld hat stets die Massen-
haftigkeit der französischen Schuldbekenntnisse faszinierend ge-
') BussoD a. a. 0. S. 606. *) Finke II, 342 ff.
') Minxit anper onicem et enm cum pede impegit. Finke II, 346 ii. ü
') Pinke II, 351.
Pinke, FnpgUnm nn>l Uiiturg&npt ilei Tüm|>lcrr>[ileiis. I. 22
Dy Google
338 Die Schaldfrage.
wirkt. So viele hundert Bekenntnisse können doch nicht alle
erfunden sein? Solehe zweifelnde Auüeningfcn konnten, wie icli
glaube, nur laut werden, weil man sich über das Prozel»-
verfahren und seine Folgen nicht klar war. Passen wir die
Ergebnisse der franzßsist^hen Prozesse zusammen mit den nöti-
gen prinzipiellen Erörterungen!
Die Templer wurden in der Frühe des 13. Oktober in
wahrstem Sinne des Wortes überrumpelt. Wohl haben ein-
zelne, besonders die GroUwOrdenträger, das drohende Unwetter
herannahen sehen, das Gros wu&te sicherlich nicht, weshalb
sie Gefangene waren. Zunächst blieb jeder in Einzelhaft') bis
zur Untersuchung; erst später konnten die einzelnen Gruppen
miteinander sprechen, aber sie wuülen nichts von den andern
Teniplerhüusernj sie wußten nicht, ob anderswo vielleichl
schlimme Dinge voi^ekonunen, die ihre Gefaiigennahnic recht-
fertigten. Besonders im Anfange; im ersten Schrecken hat>en
die aragonesischen Templer nur für sich gebfti^, die französi-
schen Templer mit anderer Herkunft, andern Zielen gehen sie
nichts an. Ein solch unsicheres Gefühl hat sicherlich auch die
französischen Gruppen zunäciist heherrsciit, besonders als ihnen
sofoM, bei ihrem ei"sten Verhör, von den königlichen Beamten
ganz bestimmt erklärt wurde, dalj die Ordensverbrechen durch
eine Reihe glaubwürdiger Zeugen aus dem Orden selbst sicher-
gestellt seien. Über manches sind sie sich nie recht klar ge-
worden: so über die traurige Rolle Molays. Der Märtyrer der
aragonesischen Berichterstatter wird zum hülflosen Gefangenen
für die Templerscharen, die im Frühjahr 1310 in Paris weilleti.
Entscheidend ist nun, wie ich glaube, für die ganze fol-
gende Entwickelung des Dramas, was zuerst mit jedem Templer
geschehen ist; und darüber ist man sich, wie ich früher dar-
getan habe, niemals klar geworden*). Wer hat bislang den
nmodus excqutionis" und den „modus inquirendi' gründlich
geprutl? Darnach haben die königlichen Beamten, nicht Hie
kirchlichen Inquisitoren, zuerst die Untersuchung geführt utid
') Deutlich besHgt daa die fniDzaBische Übersetzung des .singuUritfr
et divisim"; es heiljt: aingiilii-rcment et rescun pur soi. tieviie des qural.
hist. X. 331.
^, Vgl. obcii S. 153,
izecy Google
Die Scbnldfr»ge. 339
zwar mit Hülfe der Folter. Einige Fälle von Anwendung der Folter
ilurcli die Hcainten sind uns denn anch bekannt geworden, aber
mehr aus einem zufAlligen Grunde : wegen ihrer Grauenhaftigkeit.
Eigentlich sollle letztere kaum nötig Rein; denn die Beamten traten
den Verdutzten ja mit dem Geständnis von so und so vielen
glaubwQrdigen Ordensmitgliedern entgegen. Die Sache war
ganz klar! Die Beamten sollen nur eins verlangen: daS die
Templer die WaliHieit sagen — und das deckt sich mit einem
Eingeständnis — , in dem Falle wird ihnen Straflosigkeit zuge-
sichert'). Sonst wird ihnen Todesstrafe angedroht! Wie sicher
man in königlichen Kreisen den Geständnissen entgegensah, be-
kundet ganz klar die Aufforderung an die Beamten, schleunigst
in Verbindung mit den Inquisitoren die Aussagen zu senden;
aber welche Aussagen? ,Nur die Aussagen derer, die die ge-
naiinlen Irrtümer eingestehen oder wenigstens den Hauptartikel
der Verleugnung Christi.* Andere erwartete man nicht!') Das
Verhör der Inquisition soll nach dem Verhör der königlichen
Beamten stattfinden, aber auch dieses nur in einer gewissen
Abhängigkeit von der weltlichen Untersuchung.
Der König muö gute Nachrichten von allerorten haben:
denn wie könnte er sonst schon am 26. Oktober vom Geständ-
') Ria venia promitttitur. Der Ausdruck ist wolil HtwichÜich unge-
mein gehalten. Ka ist ganz natOrtich, daß liier allerlei Zusagen gemacht
vDrden. Von den Ordern Verteidigern wird sogar hervorgeh oben : Dabantur
eis littere cum bnll.t d. regis pendente de conservucione membroruni et
Tit« *e libertatix ac omni peoa (!) et diligenter cavebatur eisdem de bona
pravisiane et magnia redditibga siM dnndJ!) annnatim in vita ipsorum.
Michelet 1. 202.
') llem adverlenduin etit, qnod coinissnrü mitlant regi aub suis et
eomls&Brionim inquisitoria sigillia, ut ciciUB poterunl, copiam deposicionts
fornm, qui ironfitebantur dictos crrores vel Haltern abnegstionum nrticuliini
principnlem. In franzSeischer Fassung; la cupie de 1a deposition de ceux
qui rnnfeaseront leaditca errunre, especiaument [e reniement de notre seig-
nmr. [)upuy ist diese merkwürdige Fassung eclion aufgefallen. Er mnclit
die naive Bemerkung zu „confesseronf; II t-toit de la justice de faire nusni
voir iD roi les depositions de ceux qui Otoient iunocens des crimes. dont
Vordre etoit nccus^. tJist. de la cond. p. 202. Dazu vgl. man auch die
interessante Notiz in dem Hriere des InquiaitoTS von Malz, Toul und Verdun.
Kadnipbus de Iiinsjo, an den KOnig, da6 der hinzugezogene Katar h'errietus
de Lingonia das Protokoll nicht mit seinem Zeichen versehen hatte: quia
irichil Tidebantnr recognoscere. Pnitz S, S27.
izecy Google
340 Die Sclinldfrage.
nis aller Pariser und der meisten andt-rn Templer sprechen? ')
Folfer und Todesanj^st riaben ihr Ziel erreiclil: die Gestilndnisse,
linier Eid abgelegt, sind allgemein. Krst darnach beginnt die
kirchliche Inquisition. Sollten die Templer jetzt leugnen, wns
sie vor kurzem noch beschworen, und so eidbröchii? wei-den?
Sic beharren eidlich fast alle bei ihrem Geständnis, ßaü
auch hierbei die Folter noch nfttig war, ist aus Spuren oben *)
dargetan. Ob oft oder selten kommt nicht in Betracht; woclten-
^anges Angeschmiedetsein in dumpfem Kerker für Leute, die an
das Landleben gewöhnt waren, Folter- und Todesangst werden
die Folter oft ersetzt haben. Man ist zu leicht zur Annahme
geneigt, da^ die damaligen Menschen die Foltcranwendung als
etwas Unangenehmes statt als eine strenge Pflicht zur Klar-
stellung der Wahrheit bei der ,veheniens suspicio' angesehen
haben. Wenn Kleniens V. den kastilianischen Bischöfen und
Inquisitoren 1311 vorwirft, daß sie weniger klug und nacli-
Iflssig die Anwendung der Folter unterlassen hatten, um volle
Klarheit zu bekommen, so gilt dieser Vorwurf auch der frühem
Zeit'). Nicht auf seine Anforderung hin, von selbst sollen die
Inquisitoren foltern! Die Folter war eben das letzte Bequisit
zur Erzielung des Geständnisses.
Jetzt war der Bing um die Templer geschlossen. Wiir
überhaupt unter den obwaltenden Umständen ein Freispruch
für sie nicht mehr zu erzielen, sondern nur eine Lossprechung
nach getaner Buße, so war ein Widerruf für die Templer seit-
dem gleichbedeutend mit dem Feuertode. Das wird ihnen
nicht bloU 1310 durch Worte, Boten und Briefe eingesagt')
sein, sondern auch viel früher. Ihren klassischen Ausdruck
hat diese Drohung gefunden in dem Briefe, den angeblich der
Propst von Poitiers an den Templer Laurentius de Beina ge-
richtet hat: Wisset, dafa der Papst befohlen hat, alle, die vor
den Inquisitoren gestAndig gewesen sind und die ihr Geständ-
nis verheimlichen oder widerrufen, zum Feuertode zu verur-
teilen ! =} Ob der Brief von Philipp de Voet stammt, ist frap-
■i Finko tl, 47 Nr. 31. ', S. 168.
'I Reg. Clementis V. Nr. 6715,
*) Micbelet 1, 1G8 : Cotidie per so vel per alioa.
^ Michelet I. 73.
izecDy Google
Die Schuldfrage. 341
lieh; darauf kommt es auch nicht an, sicher ist, daü er kursiert
und seine Wirkung getan hat.
Kann man es darnach verwunderlich ßnden, daß das
Verhör vor dem Papste ein ähnliches Ergebnis wie die frühem
hatte? Die Räte Philipps des Schönen werden sclion für die
nötige Auswahl und die notwendigen ErniiLlinungen gesorgt
haben. Die Gefangenen wuüten, daü sie in der Hand des
Königs waren und blielwii- Was nützte ihnen da die momen-
tane Freiheit vor dem Papste?
Bei Erklärung der jämmerlichen Widcrstandslosigkeit des
(Jrdens darf man auch die traurige Rolle Molays nicht ver-
gessen. Zu Beginn der Inquisitions verhöre wird durch ganz
Frankreich sein Brief mit der Aufforderung, die zwei Haupt-
punkte : Verleugnung und Bespeiung zu gestehen , versandt,
wird überall in Templeikreisen sein öffentliches GestAndnis kol-
portiert. Wahrscheinlich hat der niedergedrückte Ordensmeister
durch diese schmählichen Zugeständnisse den Orden zu retten
gehofft. Die an Gehorsam gewöhnten Templer folgten seinem
Gebote nur zu schnell. Gewiß, einige Monate später, in einem
Momente leiser Hoffnung, sendet er einen Widerruf durch die
Pariser Templerhäuser. Wohl waren die Insassen schon zu
oll getäuscht; und doch hat sein Wort eine ganze Reihe, zum
Ingrimm der Umgebung Philipps, zur Umkehr bewogen! Andere
verzweifelten in dem Wirrwarr der Meinungen und Angriffe
und nahmen sich das Leben.
Und nun im Frülijahr 1310 diesem allem gegenüber die
gewaltige Bewegung zur Verteidigung des Ordens , als die
Losung lautete: Wer den Orden verteidigen wolle, möge in
Paris erscheinen , ohne Gefahr für seine Person ! Mehr als
600 Templer strömen zusammen; sicherlich sind es nicht sämt-
liche Verteidiger, mancher Schwachmütige und Angstliche ist
zurückgeblieben ; und doch, wenn man erwägt, wie Kerker»
Gram und Folter unter den Armen in mehr als zweijähriger
Haft aufgeräumt haben mögen, ist es sicherlich mehr als die
Hälfte aller französischen Templer. Was ist da erstaunlicher:
die frische Begeisterung dieser Angeketteten, Gequälten, die
ihre verstorbenen Gefährten ohne Sterbesakramente dahin-
sclipiden und in ungeweihter Erde bestatten sahen, und die
oy Google
843 Die Scbaldfraga.
jelzt rundweg erklären, daß sie bisher gelogen, daß sie, wenn
sie für den Orden nicht eiritrülen, in den Hals hineiniQgen
würden, daü sie den Orden bis zum Tode verleidigen wollen ;
oder aber die Erscheinung, da6 unter den Verteidigern gerade
die firühern Anschuldiger erscheinen, nur weil sie jetzt einen
Augenblick Mut geschöpft haben?
Im Jahre 1307 gestanden in Paris 134 vor der Inquisi-
tion, nur vier beteuerten die Unschuld des Ordens; was wird
nun aus diesem so überwiegenden Schuldbekenntnis im Jahre
1310? Beinahe zwei Drittel von ihnen — ich zahle 81 —
treten als Ordensverteidiger auf: 47 werden nicht mehr ge-
nannt; darunter waren fünf vom Papste verhört, drei nach-
weislich gestorben, und unter den übrigen 39 werden sicherlich
viele, vielleicht die meisten nicht mehr unter den Lebenden
sein ; man denke an die 3G an den Folgen des Kerkers und
der Folter Gestorbenen '). Nur die fünf Gro6würdenträger —
Molay, Charon, de Peraudo, Gonavilla und Chameyo — , die
auf ein Verhör vor Klemens V. hofften, und fünf andere treten
nicht l'flr den Orden ein und zeugen später gegen ihn:
darunter der ehemalige königliche Elemosynar, der einzige, der
ausdrücklich erklärt, den Orden nicht verteidigen zu wollen,
und drei Ritter, die im Oktober 1307 mit Molay das öffent-
liche Schuldgeständnis ablegten *).
In Bayeux haben 1307 nach mehrmaligem Zureden
12 Templer gestanden^). Jetzt erscheinen von ihnen 10 unter
den Verteidigern; von den sechs in Carcassonne verhörten
werden vier Verteidiger; von den iingerähr 60 in Clermoiit
vernommenen vielleicht die Hallte; bedeutende Prozentsätze
von den sonst in der Provinz früher Geständigen tauchen als
Verteidiger in Paris auf*). Und die Zurückbleibenden, weigern
') PonzarduG de Uiai gedenkt ihrer Hichelet I, 36, Sie waren zu
Paris geatorbcii hu den J^'olgen der Kolter and des Kerkers. Üo darf man
8i» auch wohl 7u den 1307 in l'nriB Verhßrlcn zMen.
*) Wohin soll tniin Johtinnes do Turno recbnen, der erat fSr Ver-
teidignng stimmt, dano in seinem gegenwArtigcn Znatande ablehnt, ^it«r
wieder unt^r den Verteidigern ztthlt und aciiliefiÜch gegen den Orden aus'
sagt? Michelet I. 7B. 87, 114 new. 'j Fiulie II, 813, 321.
*j Durch die verschiedeoeo Namensschreibnngen ist die FestaUUang
erschwert.
D, Google
Die Sebnldfr»ge. 843
sie sich alle? Sind nicht viele krank? Und die bestimmt sich
weigera, glauben sie an die Ordensschuld, oder bleiben sie
aus Aogst zurück, weil man ihnen täglich mündlich und schrift-
lich suggeriert: Si recesserint, comburentur omnino! ')
Welcher Mehrheit der Templer aus Paris, Bayeux, Car-
cassonne und sonst soll man glauben? Der mit dem Tode be-
drohten, gefingsligtcn und verschüchterten, oder der endlich
aulalmenden ? Die Entscheidung dürfte nichl schwer fallen.
Jedenfalls dürfte doch die brutale Wirbung der Majoritälsziffer
vom Jahre 1307 vollständig erschüttert sein.
Pnitz möchte immer wieder das Persönliche, die Schil-
derungen mit dem Stempel des Erlebten in den Prozessen be-
tonen; gibt es aber Subjektiveres, mehr Erlebtes, als die Be-
leuerungs- und Enlrüstungsrufe, die aus dem Herzen kommen-
den G^)ete der verteidigungsfrohen Templer im Frühjahr 1310?
Niemand wird die Echtheit und Wahrheit dieser plötzlichen Er-
güsse bezweifeln. Und wer das zugibt, muß auch ihren guten
Glauben an die Unschuld des Ordens zugeben. Nur die von
der Verteidigung im Frühjahr 1310 vorzüglich gezeichneten
Pressionsmiltel hatw in einem Augenblick der Schwache die
Schuldbekenntnisse 1307 erzeugt; und wiederum haben sie seit
Mai 1310 dieselben Wirkungen au^eübt.
Ein furchtbarer Feuerbrand, und die Begeisterung ver-
film, die Todesangst macht sich auf den Gesichtern der Ver-
hörten breit, klingt wider aus der zitternden Stimme. Wieder
erfolgen vor der päpstlichen Kommission lauter Geständnisse?
mehr als ein Drittel der Geständigen sind umgefallene Ver-
teidiger — ich zähle an 80 — , ein Viertel wird aus den schon
vor der bischöflichen Inquisition Geständigen entnommen, wäh-
rend man die zur Verteidigung Gesonnenen ohne Verhör heim-
sende't. Anscheinend sind es die letzten Hülfskräfle des An-
griffes: die päpstlichen Kommissare schließen auch aus dem
Grunde die Untersuchung, cum nee eciam plures testes admi-
niatrarenturl
Ich kann diese Gedankenreihe nur so schließen : Die
Heimsuchung der Templer traf ein schwaches Geschlecht, das
') Uichelet I, 16«!.
izecy Google
M4 Die Schuldfrage.
aus Folterangst und Todesliircht sich zu schmähtichen Geständ-
nissen lierbeilielj, die es, sobald ein HofTnungsstralil leuclilete,
mit Entrostung ableugnete, um sie bei neuer Gefahr wieder
von neuem abzulegen. Nur bei einem Staricmütigcn icönnen
erfoltertc Geständnisse von Werl sein. Nur wenn man die
Templer für unschuldig an den ihnen angedichteten Vcrbrechcu
hält, versteht man das lobende Zeugnis des alten Bischofs von
Beirut, der vierzig Jahre mit ihnen gelebt, ihnen otl die Kom-
munion gespendet und ihre Frömmigkeit dabei beobachtet hat;
dann versteht man, wie GeistUche, denen die Templer jahre-
lang gebeichtet, niemals von den horrenden Irrtümern etwas
vernommen haben; dann versteht man auch den Wert des
Zeugnisses, der in der Aussage des Templergegners, des Propstes
von Poitiers, Hegt, da er "mit vielen andern bekundet: Ordens-
bruder haben auf dem Todesbette es auf ihr Seelenheil ge-
nommen, daß sie und der Orden falsch beschuldigt seien ').
Wären die Templer schuldig, so hätte allerdings Bertrand von
S. Paul recht; es würde ein Wunder sein, meint et: si acci-
perenl (corpus Christi) siraul confitentes et ditTitentes*).
'] Hichelet il, 27b: Prepositua PIctnnensis et inultj alii nsBerebant,
qitod fratrcs . . . qui obiernnt, in extremis vite sue aesomerant in pericula
nniiiiarum eunnim so et dictum ordinem falao deUtos fuiase de criminibus
eis impoBitia.
'j Miclielel; 1, 69.
izecDy Google
IX. Die Templerfrage
auf dem Vienner allgemeinen Konzil.
Der letzte offizielle Akt im Templerdraiiia vollzieht sich
auf dem Vienner Konzil; danach gibt es keinen Orden, keine
Templer mehr. Wer den Geilanken an der Kurie zuerst ge-
faxt, dem bedrflnglen Papste diircli die KonzilsankQndigun^
etwas Luft zu verschaffen, ist bekanntlich nicht sicher; zeitge-
nössische AufTassung schrieb den ersten Vorschlag dem klugen
Kardinal Nikolaus de Pralo zu, vielleicht nicht mit Unrecht,
wenn auch die Verbrämung der Erzählung legendarisch ist ').
Jodenfalls stammt der Plan aus kurialen und nicht höfischen
Kreisen. Im Sommer 1308 erfolgte die Berufung zu 1310^).
Im Frühjahr 1310 wurde der Beginn des Konzils auf den
I.Oktober 1311 verschoben; damals war ja die Inquisition
in einzelnen Ländern noch nicht einmal begonnen und die
schwierige Arbeit war selbst im Herbst 1311 noch nicht
beendet.
Das Konzil dauerte wider Erwarten — noch Ende
De7.ember 1311 hat der Papst die zweite H&llte Januar als
Schlußtermin bezeichnet — über ein halbes Jahr: am 16. Oktober
war die erste, am 5. April die zweite, am 6. Mai die Schluü-
Sitzung des Konzils. Das Zusammenströmen so vieler Menschen
in der engen uod kleinen Stadt, der ungewöhnlich rauht; Winter,
unbehs^Iiche Wohnungen und Teuerung machten den Aufent-
halt nicht gerade angenehm ^).
') ViltsDi I. Till c. 91 b«i Hnrntori Xllt, 427.
'I tteg. Clementie V. Nr. 6293 f.
*) Kiake II, 252.
izecy Google
346 Die Templerfrage auf dem Vienner (ülgemeioen Konzil.
Eine Geschichte des Viennense, allerdings mit Lüchen,
lälit sich jetzt schreiben: zn der stattlichen Reihe der Refonn-
traktate aller Art kamon vor :20 Jahren die Funde von Elirle '),
die er in einer tiefjifrQndi^en Studie selbst gewürdigt hat,
kommen nunmehr in erster Linie die Berichte der aragonesi-
schen Gesandten *). Wohl sind es hier Laien, die schreiben
und denen der König antwortet; denn der alte Kanzler RaimuDd
von Valencia sendet nur ein paar dürftige Briefchen, in denen
er si%h, was Neuigkeiten angeht, auf die Laiengefährlen berull.
Wohl haben diese Gesandten für eigentUch kirchliche Fn^cn
wie die Beformen wenig Interesse, kennen natürlich auch we-
niger den Geschäftsgang; aber für die beiden Hauptpunkte:
Kreuzzug') und Templerorden, zeigen sie vollstes Verständnis.
Was aber nocli wichtiger ist, die eigentümlichen Verwicke-
lungen zwangen sie, sich immer wieder an den Papst, die Kar-
dinäle, das Konsistorium persönlich zu wenden und sich m^-
liehst vielseitig und genau zu informieren. So hören wir die-
selben Ansichten verschiedener Kardinäle wohl öfter, aber wir
gewinnen auch den Eindruck genauester Bericliterslattung.
Fehler mögen in den paar Zahlenangaben enthalten sein ; sonst
decken steh die Mitteilungen mit den bisher bekannten Nach-
richten oder ei-gänzen sie noch mehr vortrefflich.
Hier kann ich nur auf die Erörterung und die Erledigung
der Templerfrage in Vienne eingehen. Für sie war das Konzil
in ganz bestimmter Weise berufen. Nicht alle Bischöfe der
katholischen Welt sollten erscheinen, sondern nur der jeweilige
Metropolit mit einem oder einigen Sufiraganen. Ob hier neben
den von Klemens charakterisierten allgemein praktischen Grün-
den auch noch Parteiwünsclie Philipps des Schönen mitgewirkt
haben, ist mir fraglich, denn sie lassen sich nicht erkennen.
Dabei ist es aber doch bezeichnend, daß die Liste oder viel-
') Archiv f. Lit. u. Kircheogesch. IV, 361-470. Dun V, S74S.
V(;l. auch Göll«r, Die Gravatnina auf dum Sanzil von Vieone b der
Featgnbe für Finke (1904) 8. 19511, Dann die gute Überaiobt in Uefel«'
Knöpfler VI, 615 ff.
') Pinke II. 230—306.
*) Die KreuEzugafrage in Vienne hat in den Berichten etwas besond«ra
Eigenartiges, doch maß ich aie hier beiseite lassen. Ebenso die Refonn-
trahtate. Vgt. Hatier, Papsttum und KircheDreforai I, Ö2 ff.
izecDy Google
Die Templerfrage auf dem VieoDer allg^tneinen Konzil. ZU
melir eine Liste — denn sie weicht von der onizielleti ab —
der zu beruTenden Prälaten im Nationalarchiv iiegt, da& also
Pliilipp und die Seinen auch hier wieder die Hand im Spiele
gehabt haben '),
Für die Behandlung der Templerrpago diente das Prozeß-
niaterial, das die beiden Kommissionen einzusenden hatten, als
Grundlage. Auf die Bedeutung der ProzclJakten wies der Papst
üelbst in der Aufhebungsbulle ,Vox in excelsis" hin*). Schon
Ende 1310 forderte er die Untersuchungsakten von Mainz ein;
im Sommer 1311 drängte er die französischen, spanischen,
portugiesischen PrAlaten, die alle mit der Sendung noch im
Rückstande waren ^). Seine Einladung an den Erzbischof von
Narbonne, jetzt nach dem reichsten Erzbistum Narbonne bc-
fdrdert, an die Bischöfe von Bayeux und Coutances, an den
Nolar Gaufrid de Plessis, der so oft in Templersachen zwischen
Fapst und König verhandelt hatte, hängt wohl auch mit der
Sichtung des Inquisitionsmaterials zusammen; sie sollten ihn zu
Maria Himmelfahrt oder spätestens zum I. September in der
Provence aufsuchen *). Wahrscheinlich hat er mit ihnen das
hiquisitionsniaterial durchgemustert; von einer derartigen Tätig-
keit spricht er in der Aufhebungsbulle; vielleicht haben siü mit
aridem an den Exzerpten aus den oft unförmHch langen Prozeß-
akten mitgearbeitet.
Unzweifelhaft spielen die „Bubriee", die Exzerpte, au denen
man sich schnell orientieren, wollte, eine wichtige Rolle in
Vicnne. Scholtniüller fand eins, auf eine Reihe anderer kann
ich unten aufmerksam machen^). Eine starke Mißdeutung
'] Man vgl. FinJte il. 303 ff. mit Reg. Ckmentia V. Nr 3029 ff.
Merkwürdig sind dio CbcreinBlimmungen bpi boideii Listen in einigen fehler-
haften und ungowSholicben liistumsbezeichnungeii. Z. B. Moranien für
Olomucen, Signen zum Erzbistum Jadren. wahrend ea zu Spalalen gebürt
na«. Vgl die Notiz bei Sehottmaller I, 500 Ober den angeblichen Verluflt
der Liste im Pariser Arcbiv. Mit Hflifo dieser Veneichnisau und der zahl-
ceiclien Ervrihnnng der Teilnehmer oder Entschuldigten in den Kcgistern
lipfie alch eine ungefähre Teilnebmerznbl herauaarbeiten,
') Vgl. unten S. 351.
') Reg. Clementis V. Nr. 6668. 7S17. 7524 ff.
'1 Reg. aeraentia T. Nr. 751B— 21.
*) Vgl. DDtsD Anhang.
izecy Google
348 Die TemplerfTage auf dem Vienoer allgemeinen Konzil.
dieser Dokunieiito hat seit ächotiiiiQlior Platz go^rifTen; man
ül}erbictet sich in schai-ren, venirteiienden Ausdrücken über die
Willkür, die Unehrlichkeit und Liederlichkeit, die ihre Ab&ssuni;
begleitet hat, Ober den Papst, der so etwas darbietet! Ja.
Schottmüiler weiü gar nicht scharf genug die Liederlichkeit in
der AnTertigung zu rügen, wo es sich mn ein offenkundiges
Konzept bandelt und jeder andere Forscher sich freuen würde,
den sonst so glatten mittelalterlichen Schriftsteller -- glatt,
weil wir ja fast nur über Abschrlilen verfügen — bei der
ersten Arbeil beobachten zu können. Was wollen denn diea^>
Dokumente? Gegen die Templer war der Inquisitionsprozeli er-
öffhet, nachdem eine .vehemens suspicio" gegen sie entstanden
war. Zweck des Prozesses ist Erzielung eines Geständnisses
mit alten Mitteln. Das tritt natürlich anch in den Akten her-
vor, sowohl in den eigentlichen Protokollen wie in den Es-
zerpten. Letztere enthalten nur die Geständnisse und die
Schuldbehauptungen seitens nichltemplertscher Zeugen; höch-
stens, daS hie und da hinzugefügt wird: Testis deponit se
nichil scire; das ist aber schon überflüssig. Einen Vorwurf
könne man den Urhebern — beim englischen Prozeß ist es
sicher einer der Inquisitoren — machen, wenn sie falsch ei-
zerpiert hätten; das ist aber weder beim englischen noch bei
den andern Auszügen in irgendwie erheblichem Mafio zu mer-
ken '). Daß so erbärmlichei- Zeugnisstoff uns in der englischen
.deminutio" get>oten wird, liegt, nicht am Verfasser, sondern
am Verlauf des englischen Prozesses, Dort haben die Templer
ja fast gar nichts Ungünstiges über den Orden ausgesagt, die
andern Zeugen um so widersinnigeres, kindischeres Material auf-
getischt. Das wenige Sachliche ist ganz geschwunden, der Un-
sinn leuchtet um so mehr hervor!
Aber die dadurch erzeugte falsche AutTassung? Der Vor-
wurf wäre berechtigt, wenn der Prüfungskommission nur diese
Exzerpte vorgelegt wären. Das ist aber nicht der Fall, Von
ihnen sagt Kleniens ausdrücklich: dicte attestationes ac nibrice
super his facte vise, perlecte et ex&minate fuerunt *) : Prozeß-
akten und Auszöge wurden durchgelesen! Nur von .franslat
') Kleinere Fehler kommen natflrlirli vor. Vgl. Aobang.
*i So in .Vox in exceUis'.
izecDy Google
Die Templerfrage tat dem Tienner allgemeinen KoDiil. M9
de les inquistcions' '), die den Prälaten gegeben wurden, spricht
der aragonesische Bericht; er kennt die Exzerpte gar nicht.
Noch mehr, wer die Exzerpte durchliest, besonders die von
mir unten erwähnten, ersieht bald, daü sie ohne die eigent-
lichen Akten nicht verständlich sind ; sie können nur mr
s«:hnelleren Orientierung gedient haben. JedenTails halte ich es
für unmöglich, daß sich die maßgebenden Kreide der Teinpler-
tommission mit diesem dfirltigeii Materiale in ihrer anderlhalb-
nionatlichen Tätigkeit die nötige Einsicht verscliafTt haben.
Ehrle suchte darzutun, dalä es au&er den ProzeiJakten
noch Material auch für die Teniplerfrage gegeben habe; Out-
nchfen hätten nicht bloU über die Freiheit der Kirche und die
Siltenreform existiert, sondern auch über Teinplerfrage und
Krenzzugsangelegenheiten ^) ; die mütUen dann verloren ge-
panjren sein. Das wäre wohl weniger für die Kreuzzüge, um
so mehr för die Templerfrage ein groUer Verlust. Wie gern
möchte man die Auffassung eines hohen deutschen, englischen
oder aragonesischen Prälaten haben, die uns nicht in der juri-
stischen Formulierung eines Synodal beschlusses. sondern in der
mehr subjektiven eines Gutachtens entgegenlrfite! Aber ich
frtaube, beide Gruppen haben nie existiert '). Wann ist denn
den Prälaten die Aufforderung zur Abfassung eines solchen
Schriftstückes zugegangen? In der Bcrufungsbulie verlangt der
Papst nur Aufzeichnung dessen, ,quae correctionis et reiornia-
tioiiis limam exposcunf. Und in der ersten Sitzung erklärt
Klemens, nachdem er die Frage der Kirchenfreiheit besprochen:
.Wenn ein PrÄlat Petitionen über irgendeinen, seine Diözese
betreffenden Fall habe, so solle er sie — schrifllich — der
Kommission der drei Kardinale übei^ebon." Beide Auf-
forderungen könnten doch nur gewaltsam auf die Templerfrage
gedeutet werden*). Jedenfalls fehlt bislang jede Spur eines
', Finke II, 239. ') Archiv ... IV, 433.
') D. h. natdrlicli io dem von Elirlo gcdarlitcn Umfang«. Daß
einzelne so etwas geliefert habeo wie U. lo Maire, leugne ich nicht.
*| Ehrle verweist S. 484 auf den Bericht des Tolomeo von T.nrca
über die Abetimmnng lu Anfang Dezember über die Templerfrage. Di«
Abatimmung war aber mÜDdlich, Erst später verlangte der Papst besiegelte
Vota, dia nitiirlich nur kura waren und nicht mit dem Untachten auf eine
^nfe m stelJeD sind.
izecy Google
850 Di« TempIerfrAge an! dem Vienner allgemeineD Konzil.
eulchen Gutachtens, abgesehen von der Schrift des G. Ic Maire,
und sie nimmt unz weife) halt eine Sonderstellung ein; ie Maire
gab seine Ansichten lange nach Beginn des Konzils scbriilHcli.
da seine Gesundheit ihn an der Teilnahme an den Verhand-
lungen hinderte, er damals wahrscheinlich nicht in Vienne war'l-
Wer die aragonesischen Gesandtachaflsberichle durchliest,
könnte glauben, dali es sich in Vicnne wesentlich um die
Templergüter gehandelt habe; so stark tritt die Personenrrage
zurück. Das lag an dem Auttrage der Gesandten. Über die
Personen der Templer sollten sie dem Papste sager. , daü
ihr König glaube, Klemcns werde nach Recht und Gerechtig-
keit vorgehen, und deshalb stimmt. der König seiner Entschei-
dung schon im voraas zu-). Nicht so in der Gulertrage; die
spanischen Templergfitor, vor allem die aragonesischen, sollten bei
der Auttiebung des Ordens besonder.=i behandelt werden. In keinem
Falle stimmte der Köni^ der Übertragung an die Hospitaliler
bei, denn das sei nur ein Schaden lüi- den Papst, die Kirche,
den König; noch auch an den Orden von Udes, wohl aber sei er
geneigt, sie einem von Kastilien ganz unabhängigen Magistrat
des Ordens von Calatrava zu geben. Und dartim dreht sitli
iler Kampf, der von den Gesandten mit aut^eronlenllichem
Eifer, grolJer Hartnackigkeit und einem gewissen Erfolge ge-
führl wird.
Bei ihrer Ankunft nach Mitte Oktober 1311 fanden die
Gesandten, dala nur die Templersacho verhandelt wurde.
Kleniens hatte nämlich nach der ersten Sitzung, angesichts der
Unmöglichkeit, alles im Plenum zu verhandeln, einen Ausschult
aus den fähigsten Persönlichkeiten : Patriarchen, Gr/.biscbüfe.
Bischöfe, Abte, Prälaten und Prokuratoren aller Nationen.
>) 0. \e MaireB Sclirift in Colt, äe äoc. in^d Mel. hiet. 11. i'ltt.
Vgl. Heber, tjiitnrhU'ii und Refurtnvoraclililge fDr itaa Vi^nner Genernlkonzi!
(Uias. 1S96I, S. 13 Anin. und 15 tf. Das (iuUtchUn des Ulschnra von Avipoitn
(HpUter .lofaanneB XXII. ] existiert unzweifelhaft nicht. Ich lialie in P*^l^
lange vergebens darnach gcant^bt. Vgl. auch Heber S, (i3.
*) Quant nies persones dels enten lu s. rey, quel s. papa lii orde
nnra e hi enentara st'gonn raho e justicia. Kinke I], 23S. Dort auch du
Fuliüende. Die BeriHito heginnen mit dem -,!3, Oktober. Kinke H, 23S.
izecy Google
Die Templerfraga nnf dem Vienner ii))g<>Tneineii Eoniil. 851
wählen lasset), die mit ilim und den Kardinälen die Templer-
sache erArtem sollten. Vor diesem grof-en Ausschuß wurden
mehrere Tage hng die Inquisitionsproloholle in der Kathedrale
verlesen ; soviel als die Mitglieder hören wollten. Dann erst
folgte eine lange Prüfung ') dieser Protokolle und der aus ihnen
veranstalteten Auszßge durch einen kleineren Ausschuß, den
viele Kardinäle, der Patriarch von Aquileja, Erzbischöfp und
Bisclicre bildeten, der delE^iert war vom grAgern Ausschusse.
Mehrfach hörten die Gesandten die Ansichten der Kardi-
näle in der PersonenlV^ge. Der angesehenste Kardinal be-
hauptet, daü eine Aufhebung des Ordens unmöglich sei ! *)
Zwei andere nicht viel weniger angesehene Kardinäle sagten,
einige würden verurteilt und die andern nach dem Ergebnis
der Inquisition freigesprochen. ,Aher wir glauben, ' fügen die
(iesandten hinzu, .daU sie das vor allem von den spanischen
Teinpleri) meinen, denn die meisten andern haben doch die
Veriirechen gestanden." Jedenfalls hat, nach Ansicht des
Kardinals von Beziers, die Personenfragc solche Schwierig-
keilen, dali in drei Monaten die Güterfrage noch wenig ge-
Mert sein wird. Die Hauptsache scheint den Gesandten aber
die Ankunft Philipps des Schönen, der znnäcbst zum 30, No-
vember erwartet wurde. Ja, 1+ Tage spater meint derselbe
Kardinal, die Templerangelegenheit sei so verwickeil, dati er
nicht erwarte, daß man zu den Verhandlungen in der Güter-
frage in den nächsten fünf Monaten gelange^). Und so hören
sie denn auch, daß man jetzt auf dem Konzil den Besuch der
Kftnige von Frankreich, England und Navarra erst in vier bis
>=echB Monaten erwarte. Inzwischen wird Philipp der Schöne
'j Nach der Bolle .Voi in excelfli»" vom 22. MArz 1813. Q^lr
Vilbnppvn, VJBgo literario V, 208 ff. VillunnoT« eiklfirt. sie aus einer
AJ>Klirifl des Klosters Agor zu hftben, zitiert ober Rurh die fleirhsieitigp
UDztreirplhaft »athentiscliere Alischrift im Reg. 291 in Barcelona. Ans
VilianueTn scbüpfen Beoavides, Memortas II, 835 ff. und TQbingor Theolug.
QuarUlachrift 1866 8. 63 ff - Vgl. Visgo llt, V. 217. Qimrtnlschrirt 72:
Nno perTunctorie aed inoratoria tractatione.
*) Violte II, 245: No enten per res. quel orile del Tcmple so deffn^n.
') Finke II, 247. So wurde die KDcksendnng eines TdU der tJe-
Mniltachafl erwogen.
izecDy Google
352 Die Tamplerfrflge aaf i)em ViöDner itUgeincJnen Koaxil.
ein Generalparlameiit seines Landes um Maria Lichlmeü ab-
halten.
Die AulTassiiiig über die Personenfragc ist schon zu An-
fang Noveinber etwas geändert. Wie aiicli jetzt noch Prälaten
und Kardinäle sagen, kann der Orden nnmöglich vcriirleill
werden; denn es findet sich nichts, was direkt ^egeii den
Orden zeugt. Da aber die Mehrzahl der Templer, soviel mau
weiü, schuldig befunden ist, wird der Papst wohl niitsaml den
Prälaten kraft seiner päpstlichen Gewalt ') Vorson?e treffen, daü
der Orden aufgehobon und ein neuer geschaffen wird, dessen
Oherhaupt wie hei den Templern jenseits des Meere,'! seinen
Sitz hat.
In der Güterfrage beginnen die Gesandten sofort zu son-
dieren, Sie sind vorsichtig. Vor Kardinal Stephan de Siiissy
nelinicn sin sich in acht, denn er will sie atishnrchoii ! Darum
sagon sie nur allgemein: „Der KtVnig will, was recht ist'-).
Dem Kardinal von Beziers können sie verlrauen; obwohl Ver-
trauensmann Philipps gilt er ihnen doch als Hauptfreund der
Aragonesen. Er kannte ja, als Hiemaliger Bischof einer Ara-
gonien benachbarten Stadt, die spanischen Sonderverhflilnise;
schon zwei Jahre vorher hatte er erklärt, daü die araguncsi-
schen Templergöter nicht für das h. Land, sondern für die Ver-
teidigung Spaniens und der Kirche bestimmt seien. Zudem haben
die Templer in Aragonien eine solche Machtstellung, daß ihre
GQter nicht ohne weiteres in fremde Hand kommen können^.
Und er wiederholt das bei einer neuen vertrauliciien Be-
sprechung, als sie ihm ihre ganzen Pläne enthüllten: Weder
der Papst noch eine Kirclie können die aragonesischen Güter
erhalten, deim dazu sind sie nicht gesclienkt; noch die Hospi-
taliter, mit denen die einzelnen Diözesen ja schon jetzt nithi
mehr auskommen könnten; wie erst, wenn sie eine solche Erb-
schaft machten! Noch viel weniger dürfen sie in die Hand
Philipps des Schönen oder eines andern weltlichen Fürsten
konmien. ,Es sei nicht gut, dem Könige von Frankreicti oder
'j prorehira de son poder.
'} äie liftttea das nicht nfitig gehnlt, denn eioifce Woclien dvMif
"l Kinke II. 2«.
izecDy Google
tlie Templei'frnge nnf dem Vrenner allgemeinen Konzil. 953
einem andern welllichen Fürsten den Degen in die Hand zu
drücken* '). Das irete ein, wenn Philipp oder die Fürsten
Besitzungen in den Ländern eines andern Fürsten bekämen
und »o alle ehristlJchen Fürsten hokämpleii könnten. Wird der
Templerorden aiirgelöst, dann niulj ein anderer Orden gestiftet
werden, dem nichl die Templerfeslungeii zufallen sollen; der
König niutj ihn durch Einkünlle an andern Stellen entschädigen.
Die Kardinäle LandulT und Peter Colonna wollen ihnen
alles, auch die geheiiuen Verhandlungen in der Güterfrage, mit-
teilen %
Anfangs Dezember») 101 1 folgte eine vorläufige Entscliei-
ihing in der Personenfrage. Der Papst stellte in einer geheimen
Sitzung') an den groücn Ausschuß'') vier Fragen: f. Ob dern
Orden Verleidiger zu gestatten seien, die (als Mitglieder des
Ordens) sich oder den Orden verteidigen wollten. 2. Ob, wenn
die Verteidigung zugebilligt wird, die sechs oder sieben Templer
ituzuUuisen seien % die sich dazu erboten haben. ',i. Wenn diese
nidit zugelassen werden dürfen, ob man allen Templern aus
den verschiedenen Teilen der Welt erlauben solle, daü sie .'^icli
an einem bestimmten Orte versammelten, um einen Syndikus
oder Prokurator für die Verteidigung zu ernennen. 4. Wenn
lüeses dem Konzil schwierig oder beinahe unmöglich erscheine,
ob dann der Papst einen Offizial-Verteidiger ihnen geben solle.
Nachdem die Versammlung sich beritten, ließ sich der
Papsl persönlich von jedem einzelnen seine Ansicht vortragen.
Die überwiegende Mehrzahl erklärt sich für Zulassung eines
Verteidigers; und zwar müsse dieser Verleidiger vom Papste
selbst gestellt werden. Alsdann mutite jeder auf Befehl des
Papstes sein Votum besiegelt abgehen. Nur der Krz-
bisehof von Rouen, der Abt von Cluny und drei Bischöfe
'j Finke II, 247: No scria bondi cosa, que lioin mcaes Ih espiiii en
ma äel rey de Franfa o daltre princep.
') Finke 11, 241.
') Hop antem actum est sive Hctitatum in principio Deccniliri.s. sngt
Toloineo von Lncca. ßaluze I, 43; damit stimint, wenn Ate amgoneslBilien
'''csandteD am 12. Dezember sclireiben: Molts iIjpb ha pnsaats. Finke II, 2n3.
*) fropanitione et coDsnltatloDe secreta heifit es in ,Vox In excetsis*.
'j Peu IUI qnestiona al concili, sagen die Arngoncsen. Finke li, S'v'^.
") Es waren aber sieben und zwei.
izecy Google
fibi Die Tcmplerfrnge auf dem Vienner HllgeiiieineD Koniil.
wollten von einer Verteidigung nichts wissen '). Zu diesen
Biscliöfen hat nnzwoifelliaft nach seinem Gutachten der Bischor
Le Maire von Angeis gehört; weiteres lätU sicli schwer sagen.
Schon die Aragoncson merkten, dali mit dem Entscheid
des Ausschusses wenig gewonnen wai' und sie ^lauhen, daü
trotzdem ohne Verteidigung die Sentenz gefällt winJ. Demi
der Enlschluü ist gefaLit. schreiben sie, mehr um der Reclils-
form zu genügen, als weil man an einen Vorteil für die Sache
des Ordens glaubt. Denn allgemein sieht man, daü die Vor-
eingenommenheit gegen den Orden zu stark ist und dali man
sich zu weit vorgewagt hat, als dalä man ohne Standal zürnet
könnte. Die Sache geht sehr langsam vorwärts; man führt sie
nicht wie Leute, die vorwärts wollen, sondern um nur dem
Äuttern nach etwas zu tun. Sie wollen keinen Scliritt vor-
wärts, ohne daß der König von Frankreich etwas davon weili.
,So tut man schließlich ganz und gar, was er will." Und die
Geschäfte werden immer mehr von den Prälaten seines Hauses
und seines Rates geführt-).
Mit merkwürdiger Offenheit erklärte der Papst selbst, dali
diese Befragung erfolgt sei, weil dem Orden Verteidiger er-
wachsen seien"). Zu Anfang November erschienen nämlich im
Ausschuß, als der Papst nicht anwesend war, an einem Tage
sieben, an einem andern zwei Templer, die sich zur Verteidi-
gung erboten und versicherten, daü 1 500 bis 2000 Templer in
Lyon und Umgegend versammelt seien und ihrer Verteidiguiif.'
sieh anschlössen. Klemens hat diese Verleidiger ins Gelangnis
werfen lassen, und zugleich es für nötig gehalten, seine Pei'so»
') Tolomeo von I.iicca Imt; Omties praetati Itaüae praeter ununi
(alimmten daflli') . . . item (iailici praeter trca metropol itnnos vidflki't
Itemonsoin, Scnaneneeni et Rotomagensem. Würtlivh genommen ist J"»
nnrliweialiar unriclitig, da der Sunanensia nicht anureaend war; aber anrli
als itezciclinung der Provinzen halte ich die .Angabe fBr ungenau, dit das
Rislum Angers nur Kirchenpruvinz Tours gohöit. icL bleibe also li^i
obiger Angabe: larchnbisbo de Boain ab laliat de Clunyecb e trca bisbfs.
Finke II, 259,
') Finke II. 259, Axi que Unalment en tot e per tot aic fa, nii
-') Facta per nos propoaitiono et consultntiona aecreta, qualiter esset
in eodem negotio procedendum, presertim cum quidam Templarii ad defen-
sioni-m ciusdem ordiiiin ne ofTcri'ent. i^o in ,Vox in exceUis*.
izecDy Google
bie Templerfrug» Huf dem Vieaner allgemeinen Konzil. 35G
sorpfälliger bewachen zu lassen. Auch Philipp, dem er diese
Angelegenheit am II. November mitteilt, bittet er, vorsichtig
zti sein!*) Nacli all den zahlreichen päpstlichen und könig-
lielieiT Erlassen, welche die Gefangeiinahinü der Templer überall
licznecken, kann die Zahl der um Lyon versammelten Templer
iiiiniöglicli, auch nur annähernd so groU gewesen sein; ciaü
Me nicht unbelnlchtiieh war, vor allem aber daü man in Vienne
grütjere Templeransammlungen für möglich hielt, geht aus dem
sonderbaren Verhalten Klemens" V. hervor. Er ist wohl der
erste und letzte Papst, der sich vor einem Orden in dieser
Weise gefürchtet hat!
So ist es nicht zu einer Verteidigung des Ordens ge-
kommen. Wahrscheinlich sland bei Klemens schon damals
fe^l, dati er den Orden nicht verurteilen, sondern kraft päpst-
licher Vollmacht aufheben wolle; und hat er darum keine
oRizielle Verteidigung für nötig gehallen. Man muli tief be-
dauern, daß dem Orden der letzte Versuch, vor den Kirchen-
fürsteii der ganzen Welt seine Unschuld- öffenllich zu beteuern,
vorenthalten blieb; daß nicht Molay den Papst von Angesicht
zu Angesicht gesehen, wie er es so sehr gewünscht hatte; daß
nicht die zu Recht bestehende Vorführung der GroUwünien-
Irfiger durch den Kardinalbischof von Palästrina stattge-
funden hat.
In der Güterfragn geschah im Dezember ein bedeutender
Schritt vorwärts. Noch um die Mitte hcri-sclite grolJcr Wirr-
warr der Meinungen. Die meisten erwärmen sich für einen
neuen Orden. Das Oberhaupt soll im Orient wohnen und von
dort allen Ordensbesitz verwalten. Eine kleinere Gruppe will
dtn Bischöfen die Verwaltung zusprechen, die das Gut fürs
h. Land oder für die besondern Zwecke der Donatoren ver-
wenden sollen. Doch sprechen sich dagctren die höhern Kreise
auä; denn daraus könne für die Kirche nur Skandal entstehen;
man wfirde sagen, dati sie aus Habsucht den Orden aufge-
lioben habe, um in den Besitz der Güter zu kommen. Eine
dritte Partei will die Güter dem Hospital zuwenden; dagegen
arbeiten aber wieder andci-e, denn bei den llospitalitern sieht
') KayniHiard p. 177 T.
2;j*
Digitizecy Google
866 Di« l'einplerrrtige nuf (tem Vienner allgemeinen Kon2il.
man ja schon die Übel und Fehler, die sie infolge ihres Beich-
tunis, de» sie bereits besitzen, angenommen haben: sie tragen
wenig Soi^e für eine richtige Verwendung ihres Besitzes, l)auen
sirli schöne Paläste und VVohiiriiunio und greifen den Feind
ni<^lit gern mehr an ').
In den Weihnachtstagen errahren die Gesandten ganz
vertraulich durch den Kardinal von Beüiers von der Schwen-
kung des Papstes: Er hat geheim mit ihm und den andern
Kardinälen verhandelt und dabei geüufiert, es sei gefährlich,
einen neuen Orden zu stiften. Woher die Regel nehmen?
Woher das übrige? Er halte die tJberlassung der Güter ans
Hospital für das einzig ricl>tige. Er halte sich schon seine
Antwort auf die Einwände zuroclitgelegt, Ais der Kardinal
von Beziers, der stets für einen neuen Orden eingetreten war,
meinte, da[i die Fürsten dem Hospital nicht gern mehr gäben,
da es so schon so mächtig sei, und auf die andern Onlen von
Ucles, Calatrava und den Deutsrhorden hinwies, hatte Klemens
stets die eine an sich ja richtige Bemerkung: sie bildeten
keinen so allgemeinen Orden wie das Hospital ^). Anscheinemi
hat der genannte Kardinal dann für Aragonien besonders vor-
geschlagen, dalä einer der Söhne des Königs einem Ritterorden
beiträte und vom Papste den Magistrat für sein ganzes Lfben
erhielte; dafür war Klemens schlieülich gewesen*).
Um dieselbe Zeit hat Klemens den Gesandten erkläri,
dali das Konzil 14 Tage nacli Christi Erscheinung — also um
den 20. Januar — zu Ende sei; das hängt zunächst init dem
Verlangen der fJesandtcn zusammen, vereint ndt dem Bischöfe
von Valencia heimkehren zu dürfen. Den Bischof wollte der
Papst auf keinen Fall missen, ümen gab er Erlaubnis, doch
hielt er für sicher, daü das Konzil vor ihrer Ankunft in der
Heimat auseinandei^egangen sei. Wir können kaum anneli-
inen, dali der Papst, um sie zurückzuhalten, eine baldige Been-
digung prophezeit habe, an die er selbst nicht glaubte. Viel-
mehr mula er selbst die Hoffnung gehegt und nicht die Schwierig-
keiten vorausgesehen haben, die seinem von ihm unerschüllerlicli
■) Finke II. 260. ', Finke II, 265.
') Dieses altht in einem später» Briefe vom 19. Februar, k»nn sich
aber wob) nur hierauf beziehen. S Finke II, 278 f.
iLCD, Google
Die TemplurTrage aaf dem Vieaner atlgemeincD Konzil. 357
festgehaltenen Plane von verseil iodenen Seiten, vor allem aber
von Philipp dem Schönen begegnen würden. Denn der fran-
zödsthe König hat unzweiTelhafl in dieser Sache nachgegeben!
Anscheinend ruhte im Januar und zunächst auch im Fe-
bruar die Templerangolegenheit; Rcrorm- und Kreuzzugsfragen
traten in den Vordergrund '}. Inzwischen reiste Philipp lang-
sam 7.am Süden; angeblich hatte er schon im Januar erscheinen
wollen, als ihn die Affäre des Grafen von Nevers zurückhielt ');
für den 2. Februar war seine Ankunft in Cluny, für die Liclit-
me&oktav in Lyon angekündigt, doch paüt dieses nicht zu
seinem t>ekannten Reiseitinerar, das ihn noch am I. Februar
in Paris weilen läM'*). Jedenfalls war er Ende Februar in
Macon und seine Gesandten, sein Bruder Ludwig, die Grafen
von St. Paul und von Boulogne, Enguerrand de Marigny,
Nogaret und Plaisians, befanden sich seit dem 17. Februar
beim Papste. In größtem Geheim haben sie mit Klemens,
seinen Nepoten Pelagrua, Cantaloup und dem Vizekanzler, sowie
mit dem Kardinal von Beziers und Kardinal Nikolaus, dem
frühem königlichen Beichtvater, verhandelt. Fast Tag für Tag
arbeiteten sie zusammen *).
Kein Mensch weiB etwas sicheres; doch hat — den Ge-
sandten zufolge — Enguerrand durchblicken lussen, dali sie mit
dem Papste sich geeint hätten und nunmehr den König nach
Vienne führten. Dab die Teniplerfrage den Mittelpunkt der
Krörlerungen gebildet, hielten die Aragonesen für au^emacht.
Darum ihre Aufr^ung; wiederum nehmen sie ihre Zuflucht
Kum Kardinal von Bezters, aber sie hören nichts als die alte
Versicherung, dalJ ihrem Könige kein Unrecht geschehen wird.
Hat er beim Papste doch schon eine Note gesehen mit den
Forlen: assignabuntur cum honoribus atque oneribus universis ^).
Das müsse genügen. Endlich fragt er sie: Wenn der Papst
') Tgl. Finke JI Nr. 135 and 137 die Briefe vom 22. und 30. Jnnunr.
') Finke II, 271. Vgl, Funck-brentano. Philippe le Bei en Fliindre
p. SITff, Ladwig von Nevers war gefangen in Mont Cbüri, „prison rebu-
'■nt«! ... ob des Templiere avaient pari egorgäs'. Er fluh anfan^a JuDusr.
') Finke II, 278. ßecueil XXI. 478.
') Finke II, 276 ff.
) Die Phrase erscheint im Briefe Pliilippu vom 2. März.
izecy Google
Die Tempi erfrnge nuf dem Vienner Hllgemeiiieu Konzil.
einen neuen Orden schaffl, dem er die Güter fibei-Iälit und
dem Köiii^ seine Rechte lAfil, die er bei den Templern be-
sessen, ob er dann zufrieden sein würde? Sie glauben eä bi-
jatieii zu dürfen.
Am letzten Februar reisten Pliilipps Gesandte aus Vienne
und schon vom 2. Mfirz ist das kÖniKliclic Vertragsdokunicnt,
das das Ergebnis der Verhandlungen enttiält, datiert'), Philipp
erbittet auf (irund der nachgewiesenen Hiiresie die Aufhebung
des Ordens, sodann die Gründung eines neuen Ritterordens,
dein die Templergfiler übei^eben werden sollen, oder die Über-
lassung der Templcrgüter an einen der alten Ritterorden, wie
das der Papst bestimmen wird. Philipp fügt sich der päpst-
lichen Entscheidung, unter Vorbehalt aller seiner und seiner
Untertanen Hechte an diesen Gütern, Der Papst erklärt sich
dagegen am 8. März bereit , falls der Orden aufgehoben
wird, seine Güter „cum suis iuribus, honoribus et onerihus'
durch eine Konstitution zur Unterstützung des b. Landes fest-
zulegen, unter Vorbehalt aller Rechte des Königs und dCT
Seinen.
Philipp lieü damit wohl endgültig den Gedanken an einen
neuen Ritterorden, in dem er und sein flaus die führende
Rolle übernehmen sollten, fahren. Der Gedanke taucht waiir-
scheinlich schon im Jahre 1^05 auf. Noch 130!) warnt allen
Ernstes ein Kardinal die Gesandten Aragoniens in Avignoti,
daß ihr König sich bei Auslieferung der Kastelle in acht nehme,
und dala er vor der Auslieferung sich genau erkundige, was der
Papst damit wolle. Denn der französische König bemühe sich,
die Tcmplergüter in der ganzen Welt einem seiner Söhne als
König von Jerusalem - oder als Haupt eines Ritlerordens? —
zuzuwenden *). Ähnliche Befürchtungen müssen nach einem
englischen Chronisten ^} auch noch während des Vienner Kon-
zils in einzelnen Kreisen geherrscht haben. Ausdrücklich er-
klärt Philipp in einem spätem Schreiben, daß seine Zustimmung
zur Cberlassung der Güter an die Üospitaliter erfolgt sei, weil
') Dnpiiy, Traitez p. 199 ff, 'i Finke II, 183.
"j Ks ist Thomas WulsiDgliani, ein viel späterer Chronist, der aber
Huf ftitcre Quellen fuüen muß, denn soine Mitteilung deckt sieb fast gnni
mit der jiußeMiiig des Karitionls, nur dfi£ er sie zaui Kousil rou Vienoe aetiL
izecy Google
Die Templeifrage auf dem Vii-nnor allgemeioen Konzil. 3ä9
der Papst eine Reform und Neuordnung der Johanniter an
Haupt und Gliedern zugesagt hatte ').
Von Macon bet^b sich Philipp in den ersten Tagen des
Mürz nach Lyon. Hier hat unzweifelhaft damals vor dem
li. März die Ständeversammlung stattgefunden, obwohl ihre
Spuren in der Geschichte fast völlig verwischt sind '). Ur-
sprünglich Wühl war sie als ein Gegenstück zu Tours 1308 ge-
plant: wenn nötig, sollte der hier von neuem zu entfachende
Fanatismus gegen die Templer seinen Einllulä in Viennc, wie
ehemals in Poitiers, ausüben. Das ergibt sich aus dem Ein-
ladungsschreiben vom letzten Dezember"). Gerade wie bei
Tours 1308 wurden hier die Verbrechen der Templer aufge-
zählt und wird der Wunsch, den Glauben zu schützen, betont-
Darum sollen alle StadtoberliilupLer erscheinen oder heimliche
liesandte schicken *). Auch in dem merkwürdigen Schreiben
an Toulouse, das vom 14. März 1312 aus Lyon datiert ist,
stellt Philipp Tours und Poitiers in Parallele mit Lyon und
Vienne; auch hier betont er das negocium fidei Christiane seu
Templariorum . Das Schreiben ist zugleich der einzige Beleg,
daß die Verfolgung in Lyon in der ersten Hällle des März statt-
gefunden hat. Die Totosaner haben darnach Gesandte ge-
äthickt; andere Städte nicht, die nunmehr zur Tragung der
Kosten iierangezogcn werden '}. Allerdings war der Verlauf
'l Dupoy, Traitez p. 'i{04: Unn cum preUtia in concitio congregntis
Fuiniun (dtatt fiicrinius} per vos inducti, quin snnctitas vc.ttra dispusiicrMt et
ordiDBviTHt. quod per aedein apoetolicam sie dictorum llospitHliorum orda
f*giii«tctur et rcforniBri'tur tnm in captle quam in nienibiia, quod Deo
, ocdfHinülids personia et setniaribus esset ncccptabilia, , . . aubsidio Tetto
sancte qmiui plurimum fructuoaua.
') Vgl. Holtzmflnn. Wilhelm von Nognret S. 209. Besondera Wenck
in «Ott. Gel, Anz. 1830 8. 272 Arnn.
'] Merkwürdig, daS die nragoiieeischen Gesandten sclion am 6, No-
vember ganz genau den Termin angeben künnen. Kb muß also vorher
schon eine Elnladnng ergangen eein. Vgl. Finko II, 251,
') Boataric, La France Bons Fbilippe le Bei S. 38 Anin. 2.
'I Baudonin, Lettre» inddites de Philippe le Bei S. 179. Aus dem
Tenor geht auch hervor, daß die atHdtiachen (iesnadten mit nach Vienne
reisten. So erscheint denn Philipp tateächlich in auffftlliger Weise. Multnrum
peritonun nobilium ac magnatum decenti pariter ac potenti oomitiva valtatus
"«cnril XX, 605.
izecy Google
860 Die Templerfrtige aaf dem Vieonar allgemeinen Konzil.
der Lyoner Vorsammlunt,', an der übrigens der hohe Klerus ja
wohl nur in geringer Zahl teilnahm, wohl ein anderer wie la
Tours; zu kämpfen gab es nichts, höchstens konnle man srcli
des errungenen Sieges freuen.
Inzwischen erscheint zu Mitte März Enguerraiid de Marrgny
wieder in Vienne und arbeitet von neuem tagelang mit dem
Papste; auch diesmal im Geheim. Das Kardinalskollegium er-
fährt nichts, nur die fünf vertrauten Kardinäle kommen zum
Papst, zuweilen aber nur einige von ihnen. So genau kon-
trollieren die Aragoiiesen den Verkehr; Da der König noch
ausbleibt, muü die Angelegenheit wohl noch nicht ganz geord-
net sein. Aber jetzt fürchten sie, ptölzlicli könne alles abge-
macht sein, der König erscheinen und der Papst zur Publika-
tion folgenschwerer Dokumente schreiten '). So entfalten sie
denn nun in der nächsten Zeit eine ßeberhade Tätigkeit. Sie
berufen alle spanischen Prälaten in die Wohnung des Erz-
bischofs von Santiago und vor dieser Versammlung entwickeln
sie, im Verein mit den portugiesischen Gesandten, die Rechte
der Könige auf der Halbinsel am Templei^ute, das nicht für
das h. Land, sondern zum Schutze der spanischen Kirche und
des spanischen Landes gegen die Saracenen dienen solle. Sie
appellieren an den Patriotismus der Bischöfe und verlangen
Rat und Hülfe, falls eine diese Vorrechte schädigende Konsti-
tution erlassen würde. Sie betonen, daß die Könige nicht
nachgeben würden. Die Bischöfe antworteten ausweichend,
nur die aragonesisclien Bischöfe von Valencia und Saragossa
stellten sich ganz auf Seite der Gesandten.
Von den Bischöfen eilen sie zu den Kardinälen. Auch
hier dieselben Reden: Androhung eines großen Skandals, d»
die Könige nicht nachgeben würden, weil sie Recht und Ge-
rechtigkeit auf ihrer Seite hatten. Die Anschauungen der Kar-
dinäle waren geteilt: die fünf päpstlichen Vertrauten sprechen
dein Papste das Verordnungsrecht allein zu, wenn er nur die
Rechte anderer schone. Die italienischen Kardinäle loben ihr
Vorgehen und versprechen Hülfe, soweit sie können. Ständi;;
arbeiten sie bei den alten Freunden ihres Landes Pelagrua
und Beziers, endlich verlangen sie Audienz beim Papste.
') Finke II, 278 f.
izecy Google
Die Templerfrag« nur dem Vienacr ailgemeinon Konzil. 361
Am 1 1. März Tand das Kardinalskonsistorium statt, in
dem die Gesandten beider Reiclie erschienen und plädierten.
Was gemacht werde, könne nicht ohne ausdrückliche Zu-
sliminung ihrer Monarchen gemacht werden, war auch hier
ihr Hauptsatz. Sie verlangen vom Papst direkt, dali er mit
ihnen, die sie Land und Verhältnisse kennen, die Sache ver-
handle; und dann besprechen l)eide Gruppen die einzelnen
Pläne. Hierauf muMen die Gesandten eine Zeitlang das Kon-
sistorium verlassen; dann lieti man sie wieder eintreten.
In seiner gewohnten höflichen Weise schilderte der Papst
erst die Verdienste der beiden Monarchen von Aragoniun und
Rastihen; gerade ihnen gegenOber würde sich die Kirche mit
Kränkungen in achtnebmen, vielmehr stets gerade ihre Rechte
peinlich wahren. Die Gesandten möchten versichert sein, i\aU
er über die Güter noch nichts angeordnet habe, wenn er in
seinem Kopfe auch schon ein ihm gut scheinendes Projekt
bei^e. Zuerst müsse aber über Personen und Orden abge-
urteilt werden; komme man an die Güter, so würde niemandes
Hecht verletzt. Die Forderung auf gemeinsame Beratung lehnte
Klemens sachte ab: Der Bischof von Valencia sei ein weiser,
ehrwürdiger Prälat, Kanzler Aragoniens; ohne sein Vorwissen
geschehe nichts im Kollegium; er würde und könne die Ge-
sandten stets informieren.
Wohl dankten die Gesandten für die Zusage, dati kein
Unrecht geschehen solle; sie sprachen dabei die feste Erwar-
tung aus, dalä so um die Kirche verdiente Monarchen nicht
durch solche Dinge beleidigt werden. Aber sie halten an
ihrem Vorschlag der gemeinsamen Besprechung, wohl mit
Röcksicht auf die französischen Gesandten, fest. Gewiß sei
der Bischof von Valencia ein vornehmer, wahrhafter und
lojaler Charakter, aber in dieser Sache habe der König l^ien
gesandt, die sagen sollten, was zu sagen sei!
Von Samstag bis Donnerstag 16. März besuchen sie Tag
für Tag die Kardinäle. Die Italiener spenden ihrer Vorsicht,
Diskretion und Enei^ie hohes Lob und tadeln heilig die Zurück-
haltung des jungen kastilischen Königs ■), der hier gar nicht
') DoD FerDBDdo )V, wnr damats meist krank und starb >
Monate epfiUr.
izecy Google
362 Die Templerfrnge auf dem Vicnner itllgemeinea Konzil.
verlrßlen sei. Von Peter Coloniia erfahren sie, daß Enguerrand
abgereist ist und der Papst bereits die Hospilaliteiprloren von
Frankreich und der Auvcrgne bestellt hat, Sie haben ^ie
seitdem schon in Vienne {gesehen. Wiederum eileu sie xuni
Papst und verlangen Gehör! Erst nacli dem Konsisloriuni lälit
er sie vor nnd [,'ibl dann - ein paar Tage vor dem 22. März
die merkwürdige Erklärung ab: „daß er noch nicht wisse, ob
der Orden aufgehoben werde oder nicht, wenn er auch giaulie,
dati die Aufhebung erfolge; wenn er aufgehoben werde, wünie
er hinsichtlich der Güter nichts tun, bevor er nicht mit den
Gesandten darüber geredel habe." Dabei entwickelt er aber
sofort seine Ansichten ; die Überlassung der Güter an einen neuen
Orden sei wenig ratsam, da die Güter alle in schlechtem Zu-
stande süien und niemanden auf lange Zeit nützten; Ucles und
Calatrava sind spezielle Orden, da nützen die Güter In andern
Ländern nicht — , gibt man sie den Hospitalitern, die überall
dort begütert seien, wo die Templer gewesen, so sei alles am
besten versorgt. In allen andern Ländern hätten die Templer
viel mehr Einkommen als in Spanien gehabt, nur hätten sie
dort mehr Festungen als anderswo. Die Kirche verlange keine
Festungen! ,Aus allen seinen Worten" — scblieüen die (ge-
sandten resigniert — „entnehmen wir nur, daü es auf das
Hospital losgeht. Und altes, was er auch sagte, sprach er nur,
um uns den Kontrast der beiderseitigen Auffassungen weniger
fühlbar zu machen." Bleiben beide Teile bei ihrer Ansiclif,
so kommen sie mit der Kirche in Konflikt. Will der König
seine Ansicht noch ändern, so möge das sofort geschehen.
Selbst der Bischof von Valencia meine, es sei doch vernünf-
tiger, die Kastelle zu übernehmen, als mit der Kirche in Ströt
zu geraten. Und als traurige Nachschrift fügen sie hinzu: ,Es
scheint, da^ wir bald das Ende sehen; denn nach dem, was
wir gehört haben, wird der König morgen, Samstag, in Vienne
Zwar nicht schon am 18. aber doch am 20. März er-
scheint der Ersehnte in Vienne^): in seiner Begleitung ist dies-
mal seine ganze Familie, seine Brüder Karl und Ludwig, seine
') Fiakc 11, 2BUff. ') Kinke II, 286.
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Die Tempterrmgu auf dtni Viunrir atlgemeinen Kunzil. 363
SJ^Iino: der Kötiifr von Navarra^ Philipp und Karl; wahrsclieiii-
tieli auch oin groties Gefoltje vom Lyoner Parlament. Die Ge-
santitcn können ilin znnäclisl nicht länger sprechen, da lim,
wie der König selbst sagt, viele Kardinäle erwarten.
Und nun drängen sich die (^reignBse. Schon oni 3ä. Mürz
tTfolgt die geheime Aufhebung des Ordens. Bernhard (j»1 be-
zeichneL die Versammlung als Privatkonsisloriuni, an dum die
Kardinäle und viele Prälaten teilnahmen '). Es war unzweifel-
liafl eine Sitzung des grolion Ausschusses, ähnlich der vom
Abrang Dezember. Auch hier hat der Papst zuerst die Frage
voi^rel^l, ob Verteidigung oder Aufhebung ,per viam ordina-
liünis et provisionis sedis apostoücae', und dann abstiiinneii
tas^n. Das beweist die Aufhebungsbulle, welche von der Zu-
stimmung der Mehrheit der Kardinäle und von vier rrinllel
oder fünf Sechstel des Ausschusses spricht. Das zeigt auch
der aragonesische Bericht, der ein paar Tage nach der Sitzung
abgefaßt ist, der von .Zustimmung'' und „ablehnender Er-
klärung' spricht. Auch erfahren wir aus ihm, daU der Papst
eine Ansprache gehalten: die Prälaten möchten nachdenken,
«ekhes die besle Bestimmung für die Güter sei, damit sie auf
Befragen Antwort geben könnten '). Wer die dissentierenden
Kardinäle gewesen sind, wissen wir nicht; wahrscheinlich sind
sie unter der italienischen Partei zu suchen. Die Prälaten
werden uns von den Aragoncsen genannt. Es waren ihre
l^ndsleute. .Alle Prälaten, die vorher fast sämtlich geraten
hatten, daü dem Orden Verteidigimg zugestanden werden müsse,
haben ihre Ansiclit geändert und der Aufhebung 2ugestinnnt.
Nur die Provinz Tarragona nicht. Das hat vor allem der
liischof von Valencia bewirkt, der ausdrücklich erklärte, vorher
müsse man wissen, welche Templer gut, weiche sclileclit seien,
damit nicht gute und böse zugleich bestraft worden; die Bösen
'] X[ kslendns Apiilid sumtnus pontifcx inultts priiGlatis cum mrili-
nuliliuB coram sc In privtitn consiBtorio coavocatis. }taluzc I, 58. Alinlich
I, 75 upd 107.
'l Dk t&i die GeaandlcD damals die GUUrfrngo nlles beileutet, be-
greifen wir, du& ihncD die Veraögerung der Anfrage bis zum 27, MSrz —
also weil sie in fOnf Tagen nicht erfulgt ist — acfaoD peinlich und auffällig
"scheint- Finka II. 28liff.
izecy Google
864 Die Tom pierfrage auf dem Vieoner allgemeineD Konzil.
mOlaten bestrafl, den Guten ihr guter Ruf gewahrt bleiben. In
den Guten bestehe der Orden weiter; Im Orden selbst sei
keine Sünde, seine Organisation heilig und gerecht. Gesundigt
sei (von den elnuelnen) durch die Laxheit.' Mit diesem Vor-
schlage, schliefen melancholisch die Berichterstatter, , stehe die
Provinz Tarragona allein. Wir glauben aber, er gcrällt Gott
und den Menschen, die mit wahrem Verständnis hier vor-
gehen." AufTällig. ist bei den paar Prälaten der Provinz Tarra-
gona die Bezeichnung „vier Fünflei oder fünf Sechstel", un-
möglich freilich je nach der Zusammensetzung nicht.
Die zweite Generalsession am 3. April bot äußerlich ein
glänzendes Bild: der PapBt, der König, seine Brüder und
Söhne, die Kardinäle und Prälaten, viele Barone und Gesand-
ten *). Zunächst erzählt der Papst das ganze Templerdrania
vom Tage, da er die erste Anklage gehört, bis jetzt. Er be-
tont, daß der Rat der- großen Mehrheit von Kardinälen und
Prälaten dahin gelautet, den Personen und dem Orden Ver-
teidiger zu gewähren; daß man gefunden, daß der Orden von
Rechts wegen nicht verurteilt werden dürfe, da keine Sache
gegen den ganzen Orden auszubeuten sei. Weil es aber ein
Skandal sei, daß ein so verrufener Orden bestehen bleibe, in
den kein guter Mensch mehr eintrete, weil viele einzelne
Templer gestanden hätten, weil die Güter in (sehr scliliin-
nier Verfassung seien)*), weil auch die größere Mehrheit')
meine, daß die Verzögerung der Angelegenheit keinen Nutzen
') Der KGnig sali a dextris b. [tonliücia pre ceUris oninibBS in
eede lamcn inftriori nliquantuluDj. sagt der Nachfolger von W. v. Nniifiis.
KecDetl XX, 606. Jthnlich der Bericht StephaDeectiis. Vgl. Ehrle in
Ar,hiv ... V, 576 ff.
') Davon steht allerdinga b der bulle nicht«. Daß der Papst ia
seiner Rede aber von den Otltem geBprechen, darf man nach der ErvtlinoDg
im aragoueBisclien Bericht, der hier sicherlich gnnnu ist, annehmen, l/äätt
ist gerade hier eine LOcke im Text: Com loa bena dal orde SOD ea
tals . . . S. 293.
'I In der Bulle Vox in excelsis lieifit es: Qnia ei maiori parti dietonun
cardinaliam et predictoruni a t«to concilio electorum plus quam qnatuor
vel quinque partibus eorundem viaum est decentioB «t cxpedientius . .
aeqaendam fore potiua viam ordinationis et provisionie eedia apostolice
ordineni aepefatum toliendo . . . quam defensionis iuris observationes et
negotii Prorogation es.
izecy Google
Die Templerfrage auf dem Vienner allgemeinen Konzil. 865
bringen werde : deshalb hebe er kraft päpstlicher Provision den
Orden auf, verbiete unter Strafe der Exkommunikation das
Trinen des Ordonsbabils und reserviere sich Personen und
Güter. Nach dieser Rede lieti er die ballierte Aufhebungs-
urkunde vom 22. Mäm verlesen.
Dann erklärte Klomens: Nach soviel Schmerzlichem ver-
künde er grotie Freude. König Philipp wolle einen Kreuzzug
unternehmen. Er verpflichte sich mit seinen Söhnen und Brü-
dern dazu; könne er nicht, dann müsse König Ludwig von
Navarra oder irgendein anderer König an seiner Statt ziehen.
Nicht jetzt nehme er das Kreuz, sondern später in seinem
Lande, damit seine Barone ihm folgten. Als Zeit der Kreuz-
nahmc sei ein Jahr, als Zeit des Kreuzzuges selbst nächsten
Mürz In sechs Jahren feslgesetzl. Sodann wurde die Urkunde
Philipps verlesen, worin der König nur für sich versprach; da
war keine Rede von seinen Sühnen und Brüdern, noch von
der Forlsetzung des Unternehmens, wie f?s der Papst erzählt
halte! Ob hier wieder eine bekannte Schwüclic dos Papstes
zutage tritt, oder ob hier tatsächlich der König vorher ganz
andere Zusagen gemacht hat? Zum Schlufj fügte der Papst
bei, dati alle Prälaten auf sechs Jahre ihm den Zehnten für
den Kreuzzug versprochen hätten; darnach müssen die franzö-
sischen Prälaten auch hierzu ihre Einwilligung gegeben haben').
Bis jetzt halle der Papst die Gofolgschaft der Konzils-
mehrheit, bei der materiellen Frage schien sie zu versagen.
Schon vier Tage nach der zweiten sollte anfangs die dritte
') Der Forisetzer des W. von Niingi« (Heoueil XX. 606) bringt über-
cinatimniGiiden Itericbt. Der Piipst eprscli zuerst .per motliim prpditncionia*
über diia bezeich Den de Tbcnia: (Non rcaurgunt impii in iudicio.' Dinin
lipQ n sofort die Konstiiation verlesen. Dann sprflcb er Ober; .DesideriHm
BDum iustiti dabitnr* und im sollion Gedankengange wie üben: post verba
amaritudinis propinare incipiena verba duicedinis. Nun setzte er Philipps
Kreuzzugeplfine auseinander, liefi die Bulle verlesen, in der sieb der Küni^
und eventuell der primogenitus verpflirbtot. ,Sed nihil fccit" meint der
forisetzer bissig. Darum haben ihm die franzüsi sehen Prälaten den serha-
jiihripeD Zebnten gcwBbrt. Beides, Kreuzzugaplan und Zehnt, billigt das
KonKil. Cberhenpt ist der Bericht des Fortsotzers gnr nicht so verwirrt,
vis Kfarle IV 8. 419 f. meint. Er schließt gnnz hlur die zweite Sitzung vom
folgenden ab: Et fnit illa sessio terminata Dan nun Folgende ist die dritte
Sitznng, der der Forlaetzer nur nicht den Niimen gcgelien bat.
izecy Google
§66 Üie tciiiplerfrnge auf dem Vienner nllgemeineß Rotiiil.
Sclilu&sitzung statlßnden: aus den vier Tagen wurden melir
als vier Woclicn. Papst un<l König ersclieincn als Werber bei
den dissentierenden Prälaten: der Papsl durch einige veitraulo
Kardinäle, der König durch seine Räte; selbst persönlich ht-
miiht er sich, bei dem französischen Klerus die Überweisimg
an die Hospitalitcr durch zusel/en. Wohl gewinnen sie die
paar vom Papste ernannten, oder die dem königliciien Rat an-
gehörigen Bischöfe '), Aber das Gros der franüösischen, eng-
lischen; italienischen, deutschen Prälaten, die aus dem Arelat,
aus Spanien, allen voran die aus der Provinz Tarragona leh-
nen ab; sie wollen einen neuen Orden. Selbst die neue kasti-
lische Gesandtschafl, die erst beim Papst Liebedienerei treilwri
wollte, ist gewonnen. Da mag Pelagrua und Beziers ruhig er-
klären; Der Papst laut Spanien aus dem Spiel, er will nichts
ohne Zustimuiung der Fürsten, er wird's urkundlich geben.
Selbst das Kardinalskolieg hält noch fest, abgesehen von dem
Kreise der vertrauten Ratgeber, wohl vor allem die italie-
nische Partei. So sah's Mitte April ans, ansclieinend hoff-
nungsvoll. Doch deuten die Schreiber auch schon weitire
Wandlungen an.
Das Ende des Konzils zieht sich immer weiter hinaus,
.letzt hat der Papst eine neue Verzögerung gebracht. Er for-
dert, daß alle Kathedralkirchen der christlichen Welt für iiiiraer
sich zur Unterstützung der Kardinäle verpflichten. Jede Kirclie
soll das Einkommen einer Pfründe dazu hergeben. Doch be-
harren die Prälaten noch bei ihrem Nein! Worauf der Papsl
ihnen vorgehalten, er lasse sie nicht eher ziehen, bis sie getan,
,quc bons lulieus deven fer!"-)
Acht Tage später ist das Bild schoji ein wenig verändert.
Die .Predigt" von Papsl und König-') hat einige Wirkung ge-
liabt. Wenigstens sind von den französischen Prälaten, die
') Fnetura liir wcr(!<.>n sie Finke II, 206 gennnnl.
') Kinke II, 298. Ich vcrstolic diese doch Barkaalisclio Boinerkuni:
nidit recht. Dnfi sie aus dem Mutide des Papstes stiunmt, sb'lit ans-
(Irücklich dft.
") Com lo papa e el rey de Frnnta preycnsaen. Finke II, 299. i-^
diifi Ganze diiaelbst H. •^93-;!u2.
oy Google
Die TempWr»ge mf dem Vieaner flllgemeinen Konzil. SG?
mehr als 50') zählen, 12 umgerallen; auch einige Italiener,
Die andern blieben fest. Da Klemeiis sah, daß die unvei-
t;leidjlich grötäere Majoritäl auf seilen der Gegner blieb, lieü
er die rranzösiscben nnd ilalieiiischen Prrdaten zu sich kommen
und liielt ihnen in fiegenwait dos Knni^s eine mit vielen
(jründen operierende Rede zujinnslen der Ilo^pilaliter. Ein
Hauptgrund war rier: Er habe Briefe erhalten, dati die Hojipi-
taliler mit den Türken eine Schlacht gehabt, in der 1500
Türken gelötet, 75 Hospitaliter gerallen seien! Sehlieblich sagle
er aber: .Wenn die Bischöfe rieten, dali die Güter dem Hospital
zugewendet wünien, werde es ihm angenehm sein, daü er es
ridt ihrer Zustimmung tun könne. Wenn nicht, werde er es
doch tun, und er gedenke es auszuführen, möchten sie wollen
"der nicht!" Dann verlangte er, sie möchten noch einmal
alles durchsprechen. Das ist geschehen. Die Italiener lilieben
fest bei ihrer frühern Ansicht: .Aber der Papst möge handeln,
wie er es für gut finde!"
Daß die Zuwendung im päpstlichen Sinne erfolgen wird,
bezweifeln die Gesandten nicht mehr. Sie werde sich voll-
ziehen gegen den Rat und den Willen der meisten der Kardi-
näle^ gegen die Auffassung des königlichen Fiates, abgesehen
von Karl von Valois und Enguerrand de Marigny, die für die
ilospitaiiler eintreten, gegen den Rat der Prälaten.
Noch einmal versuchen die Aragonescn ihr Heil heim
Kardinal von Beziers: er weiü ja alle Pläne des Papstes in
»iieser Sache; sie begleiten ihre Bitte um Informationen mit
tltr Bemerkung, dalä der König ja sein möglichstes tun werde,
um nicht mit dem Papste zu zerfallen. Nach ihm haben Papsl
uiid König sich vereinbart, daß, wie auch die neue Güter-
ordnung ausfalle, Spanien davon niclit berührt werde. Das
wird in öffentlicher Erklärung festgelegt werden. Seien die
Gusandten heimgekehrt, so würden die Hospitaliter oder die
andern, welche die Güter bekommen — ^ er sagte zwar nicht
<leii Namen des Hospitals, doch deutete er ihn genügend an — ,
') Für Frankreich im engem Sinne wgre die Zaiil zu gruG, es sei
il^nn, di6 moD die Äbte iIiizuziLhit. Vielleiclit mU3.s<'n hier aher nnch dia
"19 den umliegenden Kirr.henprovinzeii Be9an9on, Arelal, Tarantiiiac! uew.
Iiinzn;piahit worden.
oy Google
ä6d tiia tempUrtmge auf dem Vjeuner allgemeinen fionxil.
zum König Jaynie kommen und mit ihm verhandeln. Jelzl sei
keine Zeit zum Verhandeln! Als die Gesandten notli oinmai
den Papst seticn und eine schriltliche Gesctieinigung von ilini
verlangeu wollten, meinte der Kardinal, er glaube niclit, daii
der Papst das täte; denn er würde so was nicht gern ge-
zwungen tun. Aber der Kardinal will an den König schreiben.
So blieb den Gesandten nichts anders übrig, als nötigen-
falls gegen die Union zu protestieren. Es war an sich ja schön,
aber von geringem praktischen Werte, dalä sie dem Kßnig mit-
teilen konnten, sein Ansehen sei sehr im Konzil gewachsen;
was erzielt worden, sei durch ihn erzielt! Es war eben sehr
wenig, im Grunde war der Kampf nur aufgeschoben, den jetzt
die spanischen Könige allein führen inuüten ').
König Philipp kehrte inzwischen nach Lyon zurück; er
hatte ja das Wichtigste erreicht, die Ilauplangelegenheilcn
waren während seiner Anwesenheit rasch erledigt. Er nahm
ein pei-sönliches Geschenk des Papstes in einem Zehnten mit,
den er für anscheinend näher spezitiziL'rte Auslagen in kurialon
Dingen sich in letzter Zeit verdient hatte*).
Mit dem Schreiben vom 3ä. April hören die Berichte lier
aragonesischen Gesandten auf; ihre Tätigkeit war ja auch zu
Ende, wtis sie erreichen konnten, ist schon angedeutet. Sic
werden bald nach der SchluLisitzung heimgereist sein und wie
der Erzbischof von Tarragona inündlich berichtet haben '). Diese
ScIilulJsilzung fand am 6. Mai statt.
Die Güterfrage war schon am 2. Mai entschieden; denn
von diesem Tage datiert die Überwoisungsbulle; verlesen wurde
sie aber erst vier Tage darauf in der feierlichen Sitzung. Vii'l-
leicht fand am zweiten Maitage in einer geheimen Sitzung eine
ähnliche Umfrage wie am 22. März statt. Denn der Papst
mulj schließlicli doch die Mehrheit für sich gewonnen oder doch
') Docli sflh der kluge Biscliof von Valencia darin immer schon eipeP
großen Vorteil; NuDCÜ veatri non sine clamoribus et )aborn Dblinueninl.
quod in boDis et pcrsonis Tempi nriorum in Yspnniii nicliil ordinstum eiialit.
Finlce II. 302.
') Die GeBundten meinen, der Pitpst habe ihm auch Lyon geaclienH
,ln pDS bella joyn. quo Icsgleyn de Koma havia*. Nur drei Kardioilf
hätten zugeatimnit; der KOnig zahle daffir dem Erzbistum 2000 Livres RenU.
', Vielleiclil fehlt nlier auch der Krlitiftliclie Scblu&beriebt.
oy Google
Die Templ^rfrAge auf dam Tienner stlgemeinen Konzil.
zum Schweigen veranlaßt haben. Die Oberweisungsbulle ^Ad
pmvidam* ') spricht von langen Beratungen — ardua, morosa
et (iiversa roncilia — , die der Papst nicht bloß mit den Prä-
laten und Prokiiratoren sondern auch mit Laien gepflogen, sie
sa^. da& dann allinfihlich seine, der Kardinüie und Konzils-
inilglieder deliberationes et concilia in hoe fmaliler resederunl,
daß der Johanniterordcn der Erbe der Haupthäuser der
Templer, der übrigen Häuser, Kirchen, Städte, Burgen, Ge-
biete, sowie aller Rechte diesseits und jenseits des Meeres sein
soll. Der Ausdruck ist stark allgemein. Dagegen wird in
einer spätem Bulle vom 16. Mai ausgeroiirt, daß das ,sacro
approbante concÜio' am 2. Mai erzielt sei *). Von der allge-
meinen t}bei^abe waren die Templergüter in Kastilien, Ara-
gonien, Portugal und Mallorca ausgenommen; ihre Disposition be-
hielt sich der päpstliche Stuhl vor. Damit war im Prinzip auch
diese Frage erledigt; die praktische Ausrührung vollzog sich erst
in späterer Zeit, zum Teil erst nach Jahren, zum Teil gar nicht.
Die Bestimmung über die Personen der Templer war im
(irundc ja sebon früher getroffen, die Provinziaikonzilien soll-
ten über sie aburteilen. Jetzt gibt der Papst noch eine Beihe
allgemeiner Verfügungen^): Die für unschuldig Erklärten sollen
aus Ortsmilteln unterhalten, die Geständigen milde behandelt,
die Unbußfertigen oder Rückfälligen dagegen strenge bestraft,
die trotz Folter nicht Gestehenden nach dem kirchlichen Recht
abgeurteilt werden; die Flüchtigen müssen sich binnen Jahres*
frisl stellen. Für alle soll gut gesorgt werden, betont er noch-
mals, mit Ausnahme der Unbußfertigen und Rückl^tligcii.
Leben sollen sie auf Kosten des Ordens in den eigenen Teinpler-
häusern oder in andern Klöstern, aber niemals viele zusammen.
Seinem eigenen Urteile reserviert sich Klemcns die fünf Groß-
würdenträger und seinen ehemaligen Kfimmerer Oliverius de
Penna *).
') R«g. Clementie V. Nr. 7885. In d«r folgenden Nammer werden
ilie KirchenfUrsten u, a. eiUHnnt, die in dur gnnzen zivilisierten Welt fUr
AusfQhruTig dieser Bulle sorgen sollten.
*) Reg. Nr. 7952 .Nuper in generali* an alle Tem[i)ergater Verwalter,
't Reg. Nr. 8784 .Considerantea'.
') Dieser wird hier plötzlich gemtoDt.
I, Paptttam nnil UnterKnng t)<> Templer
izecy Google
X. Klemens V. nnd die Templergnter.
Templergeschicke. Schlass.
Die Geschichte der Vprwaitung und des Verbleibs der
Templei^ter kann mit genügender Vollständigkeit erst ge-
schrieben werden, wenn das in Aussicht stehende Urkundeii-
buch des Ordens Klarheit über den Umfang des Templer-
besitzes im Äbendlande gebracht hat, wenn vor allem femer
das in Paris wie Barcelona t}eruhende umfängliche Material,
das wahrscheinlich aber auch in anderen eiiropfiischen Arcliiveii
sich vorfindet. Ober die Verwaltung und Auslieferung an die
Hospttaliter oder an die neugegründeten Orden gesammelt ist
Die Frage nach dem Verbleib lial übrigens für das diesem
Werke gesteckte Ziel nur nebensächliche Bedeutung; allein die
Stellung Klemens' V. zum Templergut ist es, die auch hier be-
sondere Beachtung verdient.
Bei der Eigenart Klemens" V. ist es kein Wunder, daß
seine und Philipps Habsucht alsbald als Ursache der Kata-
strophe angesehen wurde. Beim Papste sicher mit Unrecht,
Daß er dann, als das Unerwünschte geschehen, von den Gütern
für die Kirche zu retten suchte, was zu retten war, war seine
Pflicht. Daß die Güterfrage ebenso stark zum zeitweiligen
Bruche mit Philipp geführt hat als die Personenfrage, ist zu-
zugestehen. Wenn der Ordensverrfiter Esquiu de Floyran aber
auf den Streit um die Güter altein hinweist, so wulite er eben
von dem Kampfe um die Personen nichts*). Notgedrungen
mußte Klemens in PoUiers einer Verwaltung der französischen
Templergüter zustimmen, die nur dem Scheine nach kirchlich,
taisächlich aber nur für den Staat und seine Beamten von
') Pinke Jl, 84.
izecy Google
KleiDBns V. noä die TeniplergOter. Templergascbicke. Schluß. 371
Nut2«Q war, während in den andern Ländern die Gesamt*
Verwaltung unter dem Schlagworte , für die Kirche" trotz päpst-
licher Wünsche wohl nocli mehr staatlich blieb ').
Auf die gewaltige Masse dieses mehr oder minder herren-
losen Gutes richtet sich die habgierige Phantasie der Fürsten ').
Zu häufig begegnen wir, wenn auch nur in leisen Umrissen,
dem Plane, alles dieses in der Hand eines Groüen zu vereinen,
zu oll klingen die Warnungen rorsichtiger Kardinäle von ara-
gonesiscber Vertrauensseligkeit, als daß wir dem französischen
Projekte der Schöpfung eines neuen Ritterordens, unter Leitung
Philipps des Schönen und seiner Familie, allen tatsächlichen
Untergrund absprechen dürften. Ich glaube, der Gedanke hat
auch auf dem Vienner Konzil noch seine Bedeutung. Ob nicht
die Abneigung des Papstes gegen die Gründung eines neuen
Ordens und sein hartnäckiges Eintreten für das Templerprojekt
daraus zu erklären ist? Meint doch selbst ein Freund Philipps,
der Kardinal von Beziers, darauf hinweisen zu müssen, dalj
der Franzosenkönig niemals Templerbesitz in Aragonien erhatten
dürfe. Philipp der Schöne war der erste in der Reihe der Be-
wert)er; wäre aber das Projekt der Verwirklichung nahe ge-
kommen, so würden sich auch für die einzelnen Länder die
Königssöhne, wie in Aragonien, gefunden haben, die einem
solchen Geschenk zuliebe den Urdensmantel angezogen hätten.
Solche Pläne wurden durch die Schenkung der Güter an
den Hospitaliterorden zunichte. In der Zwischenzeit nahmen
ilie Fürsten die Erträgnisse der Güter für sich; Gründe dafür
Fehlten ja nicht. In Aragonien hatte der Kampf wirklich
groüen Aufwand erfordert, anderswo konstruierte man sich
die Ausgaben in dem Beamtenapparat. Einzelheiten sind hier
') Interessant ist, wie Philipp in der englischen GHSCO|ine als ßenersl-
kurstor iler kirchlicheo Verwaltung geflkhrlichen EinSnß auszuüben sucht.
B*1ms II. 171 ff.
*) NstOrlich such nnderer Kreis«. Auf einem Provioziaikoiizil in
Tamgona (1311?) schlug ein Bischof vor, deo Papst durch einen Ksrdinsl
in bitten, sr mOge jedem Bisrhore die TemplergDtpr in seinem Bistume
schenken. Dann sollten die Bischöfe dem Papste so viel Abgabe (responsio)
gaben, als bislang die Templer dem Ordennme ister gegeben hatten. Das
*trd DsUtrlich sofort dsm Kßnig mitgeteilt, denn; seria gnin dnn vostre.
CBD ohne Nr.
oy Google
872 Kletn^na V. nod die Tempi erg&ter. TeinplargvSchiuke Schlnfi.
natürlich nur selten bekannt '). Vor allem wünschte man der
Kirche möglichst wenig Einblick in die Besitz verhftllnisse zu ge-
währen; so waren ein halbes Jahr nach den Abmachungen von
Poitiers die französischen Güter noch ganz in der Hand der
königlichen Beamten ^). Wieder ein halbes Jahr später erklüK
Philipp ausdrücklich, dag es ihm nicht eingefallen sei, ,die
Güter dem Papste zu überlassen", da sie dem Templerorden
gehörten, und er sie fQr diesen oder einen andern Orden .nur
bewahre und bewache' ^). Ja, er wagt dem Papste höhnisch
mitzuteilen, das Volk murre darüber, dalJ es anscheinend Papst
und König nur um die Templerbeute zu tun sei. Klemcns er-
widerte bitter, und er durße es, daß ihm noch kein Templer-
gut zugefallen sei. Das bißchen Mobiliar, das er habe nehmen
lassen, reichte längst nicht, um die Kosten der Kardinal»-
gesandtschaft Ende 1307 zu decken*). In diesem Punkte halle
er schon in Poitiers klar gesehen, ,daü alles zugrunde ginge* *'').
Wohl werden seit 1309 die Güter von Klerikern nominell ver-
waltet, der König hat aber ein Aufsichtsrechl und im Grunde
geschah alles nach seinem Willen. tJnd dabei hielt Klemens
im Oktober 1308 Eduard von England das leuchtende Beispiel
seines Schwiegervaters vor, der ihm alles Teniplei^l in Frank-
reich überlassen, während er, Eduard, das englische nach Will-
kür an seine Günstlinge verschenke !•>)
Naiv und rücksichtslos ging auch der junge Ferdinand
von Kastilien vor. Schon am 20. Juli 1308 verschenkt er an
den Großmeister Juan Osorez von Santiago das .Trauerreclit'
(el derecho de luctuosa), das die .vom Papste verurteilten
'I Aach die Beamlensclinft nAbm. Ein hübsches beispiel Reg. de-
mentia V. Nr. 5240. Ein Beninter achreibt einmal, d» man von der päpst-
lichen Verordnung spricht, da& olles l'emplergut der Kirche gehüre: hh
gebe dem Teufel eine solche Verordnung!
') Reg. Clementis V. Nr 5011 vom 6. Janosr 1309: Quia prefstnm
mnndnlum reginm nondnm est, nt intellezimus, exccationi mandiitam.
"] Finke II, 195. '| Finke II, 191 f.
') Die bekennte Bemerkung, die er Ende 1310 den fraDiOsiscben
Gesandten machte: Quod omnia perdebantur et dissipabantar et qoo^
bene previderat hoc Pictauis. l'rDher gedruckt von Buutaric und Wenek,
neiiestens von Schwalm, N. Archiv XXIX S. 618.
°, Rymer, Foedera 1, I, 130 (lli, 110).
izecDy Google
Klenieiia T. and die Tempi ergdter, Templergeschicke. Schloß. 878
Templer* von allen Vasallen des Reiches erhoben hatten. Und
1309 und 1312 — noch während der Konzüatagung — ver-
schenkt und verkauft er Teniplerbesilz an den Orden von
Aicantara '). Auch Eduard von England schaltete damals
schon frei ober Templerbesitz.
Am Schlutä des allgemeinen Konzils ward die Union der
Templer- und HospitalitergQler ausgesprochen. Die feierliche
Übergabe durch den Papst vollzog sich bis zum 28. März 1313.
Das verschuldeten wohl nicht allein die gleich zu schildernden
Veriiandlungen mit Aragonien; auch mit Philipp dem Schönen
scheint der Papst erst kurz vor diesem Termin eins geworden
zusein*). Mit gemischten Gefühlen schildern die aragonesi-
sehen Gesandten ihrem König den Empfang des Gro^präzeptors
Albert (von Schwarzhurg)^) : wie dieser zuerst den geladenen,
aber unabkömmlichen Großmeister entschuldigt, wie der Papst
die Union der beiden Besitzungen mit der Hoffnung motiviert,
daß die Hospitaüter den besten Gebrauch von den Schenkungen
Diachen werden, und wie dann der HospitalÜer im Namen des
Ordens dankt und hervorhebt, eine größere Schenkung sei seit
den Tagen Konstantins nicht gemacht worden! Aiser nicht
ohne Besoi^is nimmt er die Riesengabe. Stark betont er,
daß der Orden kein Danaergeschenk wolle. Nur die Güter,
die er ohne Zwist mit den Herrschern erhalten könne, nehme
er an, andere nicht. Doch die Ereignisse waren auch hier
stärker: sie zwangen den Orden, um die Güter in Frankreich
und Spanien, jedes in seiner Art das reichste Geschenk, ener-
gisch zu kämpfen; sonst wäre er Ja leer ausgegangen.
Bei dieser Gelegenheit muß denn auch der Papst jenes
Geschenk angenommen haben, das so oft bei seiner Charakte-
ristik tadelnd hervoi^ehoben wird. Die Gesandten wissen nur
von Hörensagen: „magna encennia" sind dem Papst und einigen
Kardinälen zugekommen. Der Chronist F. Pipini behauptet,
Papst und König hätten zusammen vom Hospilaliterorden
■) BeoBTideB, Meinoriu ... II, 607, 667, S28. Der erat« Fall ist
dirtkt aaflSHig. Der Papst bU ja noch Diemanden vemrteilt. Ob die
UAmide acht tat? *) Fioke II, 220.
') Di« OrdenavoUmacht in Dapny, Uiatoire ... des Templiera (Nouv.
«it) 452.
izecy Google
374 Elemens V. und die Templergater. Templergeschicke. Scbinfi.
200000 Gulden empfangen*). Geschenke geben und nehineo
war damals, besonders in der Zeit Klemens' V., bei allen An-
lässen so üblich, daS es überraschen würde, wenn das diesmal
ausgeblieben wäre. In der Fassung des F. Pipini ist die Nach-
richt unzweifelhaFt unrichtig, denn Philipp der Schöne irird
damals vom Orden kein Geschenk ertialten haben.
Wofür auchp Wohl hat er formell den Hospitalilern die
Templergüter Obergeben '). Aber tatsächlich nicht. Klemens
beklagt sich Mitte 1313, dag Philipp die Vermischung der bei-
den Gütergruppen nicht dulde. Der König hatte eben seine
bcsondem Absichten, er kam den Hospitalitern mit einer großen
Rechnung: 200000 Pfund sollen ihm die Templer, als sie noch
seioe Bankiers waren, nicht ausgezahlt haben; 60000 Pfund
betragen die Kosten des Unterhalts und der Folter der Ge-
fangenen. Um ihre Zahlung handelt es sich zunächst Philipp
starb darüber hinweg. Unter seinem Sohne Ludwig X. boten
die Hospitaliter zu Anfang 1316 neben Verzicht auf alle An-
sprüche an die frühere Verwaltung die Hälfte des Mobiliars
und der kostbaren Kirchenschätze. Unter Philipp V. entschied
das Parlament am II. Oktober 1317, dafi zwei Drittel des ge-
samten Einkoninicns des tempterischen Besitzes dem Könige
und ein Drittel dem Orden zustehe. Dann kam es noch zu
längern Streitigkeiten zwischen Hospitalitern und königlicheti
Beamten über die 260000 Pfund. Schließlich bot der Orden
50000 Pfund und Verzicht auf alle Ansprüche an das, was
die Beamten des Königs, seiner Verwandten und Großen in
dem schlimmen Jahrzehnt bekommen, genommen und geraubt
hatten. Um die Bedeutung dieses Zugeständnisses zu verstehen,
muß man die Summen kennen, die z. B. dem stets geldbedürf-
tigen Karl von Valois aus dem Tempel zuflössen "). Dem Kön^
') Dicitur autem papam et regem ei bonia ipais florenoa daceotl
mtUin percepissp. Maratori IS, 750. Eine Stelle bei Tulomeo von Lwu
(Hnratori XI, 1234) ; Tunc anibasaiatorea regia «ttuleniDt camere d. pspe
100000 flpr. iet Öfter ähnlich gedeutet. Sie gehOrt aber gar nicht bieriiin;
Tolomeo setzt sie zu 1311. Ea ist die angebliche Belohnung fflr das Ver
halten dea Papste» im Pri>ze6 Bonirai' VlII. 8«lbBt der vorsichtige Ha*e-
mann S. 335 beurteilt Klemens V. hier ganz falsch. Gmelin 8. 496 bat
I^a Dicht verstanden. ') Dupuy, Hiatoire ... 8. 462 so Ende 1S12.
'j Vgl. J. Petit, Charles de Valois p. 132 u. H.
izecDy Google
Klemeaa T. und die TemplergQter. Temptergeschicke. Schlaf. 375
blieb das Recht, die GuUiaben des ehemaligen Ordens einzu-
kassieren; so empfinden erst nach einem Jahrzehnt weitere
Kreise der Bevölkerung die Folgen des Gewaltaktes. Auf Grund
des Hospitaliterangebotes kommt es dann zu einer Einigung:
der König läßt sich .um Gottes willen* darauf ein und über-
last dem Orden sein Stück «als Almosen*. Diesen jammer-
vollen Ausgleich mußte Papst Johann XXll. bestätigen! So
liegt — da mittlerweile auch das Hospitalitcrgul in Mitleiden-
schaft gezogen war 'J — etwas Wahres in der viel zitierten
Behauptung des h. Antonin, die übrigens wörtlich an Villani
sich anschlie&t *), daS die Hospitaliter durch die Union eher
ärmer als reicher geworden seien >),
Auch die Staaten *) der spanischen Halbinsel haben jahre-
lang um eine ihnen passende Verwendung des Templergutes
■) Vgl. Raynoaard p. 25 dasStQck rds einer Balle JoUnaes' XXII.
vam IS. Mri 1317 (nicht 18161. DHnn J. Petit, I. c. p. 182: [Les Huspi-
laliere] n'en farent pas ploe rlche; tout leur argent liquide passa au cod-
Iraire dana les caiases du roi, soas menace du aort des Templiera.
*; Muratori XIII, 4SI.
') Vgl. Lehugeur, Hiat de Philippe le Long (1897) p. 35S f., Boatanc,
U France bods Philippe le Bei p. 145 f. und l.ea 111, 329 f. Die Haupl^
nrkaadeti sind nicht immer leicht au deuten, wie denn auch sonst nicht
alias klar ist; vor allem, wann die Obergabe des Templergutes wlrklii^h
erfolgt ist. Lehugenr nimmt au, daß zwei Drittel des ganzen Templergutea
dem KQnig zugefallen sind. Tata&cblich heifit ea in der letzten Urkunde der
Templer vom 6. Hfirz 1318: Par la vertu d'nn arreat donnä en la conr de
nvsiredit seigneur le roi, qui est orea, ... les denx pnrta de tuiis lee biena,
les fniits dea terrea et dea vignea, de tontee lea maisons . . . fnasent ad'
jugeaa ä icelu^ nostie sire le ro^. Aber in dem nngezogenen .Arrest*
vom H. Oktober 1317 heifit ea: Noa debemua habere duaa partes fructu um
et eiitnum predictorum. Lehugeur zitiert auch nocb aus archivaliacher
Qoetle die BeetStigang der Urknnde vom 6. HArz durch den KOnig. Ob
si« etwaa enth<? Die TezU nach Felibien, Hiet de Paria 111, den ich
nicfat eingesehen habe, bei Dnpuy, Hiatoire . . . dea Templiera p. 466 ff.
Die Bezeichnung .Compoaitio* ist falsch; denn Nr. 2 z. B. ist eine einseitige
,pn)paBitio* des Ordena. Nenerer Druck u. a. bei Deliale, Mäm, aur lea
op^tiona finaneiärea des Templiera p. 229 ff. Die Erklärung Kanig Phi-
lipps V. vom II. Oktober 1317 bei Bengnot, Lea Olim II. 643.
*| Auf England, Deutschland, Italien usw. gebe ich nicht nBher ein ;
den hisher bekannten Notizen konnte ich nur wenig Selbatindiges hinza-
Iflgen. — Vüt Prorence vgl. Conlon, Lettr. secr^tea et onriales du pape
Jean XIIL Nr. 728.
izecDy Google
876 Klemens V. und die TemplergDter. Templergeschiclce. Schluß.
gestritten. Uaß sieh die Sache solange hinzog, lag vor allem
in dem Tode des Papstes und in der langen Sedisvakanz be-
gründet. Erst Johannes XXII. trieb ?.u energischem Abschluß.
Wahrscheinlich war Jayrne II. von Aragonien der erste,
der Teinplergut beanspruchte. Noch Ende 1307 bitiet er den
Papst, wenn der Urden aurgehoben würde, doch dem Klosler
Sigena (Sexena), in dem seine Tochter ßinnca weilte, die be-
nachbarten Templei^üter zu schenken >). Eifrig sucht er sicli
von Anfang an über das Vorgehen Philipps des Schönen in
der üüterfrage zu informieren; wie dieser will auch er han-
deln. Dann schuf der hartnäckige Widerstand der aragonesi-
schen Templer eine eigenartige Lage; statt Vorteil hatte er zu-
nächst groSe Ausgaben. Die sorgfältig organisierte Generai-
verwaltung des Templerbesitzes konnte sie nicht alle decken;
wiederholt klagt er über die großen Ausgaben. So nimmt er
dann auch, wessen er habhaft werden kann. Zahlreiche, höchst
interessante Invenlare des beweglichen Teraplerbesitzes infor-
mierten ihn und seine Staatsmänner Ober alles Vorhandene:
über Kleider und Waffen, Bücher und Reliquien, Bilder und
Schmuck. Er verfügt über sie als freies Eigentum; an Mobiliar
ist den Hospitalitern und dem neuen Orden i-a Montesa woht
kaum etwas zugekommen.
Jayme II. sucht mit den Königen von Kastilien und Por-
tugal in Fühlung zu bleiben. Vor dem Konzil von Vienne imd
nach der Entscheidung im Sommer 1312 vereinbaren sie ge-
meinsames Vorgehen *) ; doch wissen wir über die Schritte der
letzteren wenig'), während die aragonesischen Gesandtschafts-
bericbte sowohl über Vienne wie die Verhandlungen des Jahres
1313 ausführlich berichten. In Vienne hatte man die Sonder-
stellung der spanischen Staaten sowie Mallorcas in der Templer-
frage zunächst gerettet; aber sicherlich gab Klemens V. nur
vorläufig nach. Einige Monate nach dem Konzil lud Klemens
die vier Staaten zum ersten Gerichtstag im Februar 1313 vor:
dann sollten sie ihre Gründe gegen die Templeranion vor-
bringen *).
') Oben 290. ') Villsnueva, Viage litorario V, 206 an(< '^25.
') Im September 1312 etarb Ferdinand IV.
') Bog;, Clenientis V. Nr. 8862 vom 23, August 1812.
izecDy Google
Kl«ineiiB V. ond die Tempi ergOter. Templergeachicke. Schluß. 377
So erscheinen denn zu Beginn des Jahres der gewi^te
Diplomat Vidal de Villanova, der Vizekanzler Dalmatius de
Pontonibus und der Ritler Bernard de Ponte an der Kurie.
In ihrer Instruktion wird zunächst die Gefahr der Gülerunion
betont; die Hospitaliter bekämen eine so außergewöhnliche
Machtstellung in Aragonien, da^ sie ihre Unabhängigkeit or-
Irotzen und das Königtum in die größten Gefahren bringen
könnten; at>er auch wenn der Orden treu bliebe, sei das
Gleichgewicht völlig ruiniert. Wenn der Papst erkläre, er könne
doch für die spanischen Staaten keine Ausnahme mashen, soll
auf die eigenartige Stellung des Templerordens, besonders in
Aragonien, eingegangen werden: nirgends, auch in Kastilien
nicht, hatten sie im Verhältnis zur Landesgrß&e so umfang-
reichen Besitz und namentlich so viele Festungen. Der König
könnte in eine Union nur einwilligen, wenn er sämtliche
Festungen erhielte, sämtliche Teniplerangehfirigc ihm huldigten
und die Hospitaliter keinen Grundbesitz mehr erwerben dürf-
ten. Am liebsten ist dem Könige eine neue OrdensgrQndung,
zumal die Niederlassung eines Zweiges des Ordens von Cala-
trava'). Mitte Februar begannen die Unterredungen mit dem
kränklichen P8i.4e. Klemens gibt in seiner höflichen Manier aller-
lei zu und wünscht von den Gesandten allerlei neue Vorschläge,
ohne selbst solche zu machen. Es ist ein vorläufiges vorsich-
tiges Aushorchen auf beiden Seiten. Der Kardinal von Beziers
war mit den Eventual vorschlagen des Königs ganz einver-
standen, nur möchte er das Vorbringen des dritten Punktes,
dati die Hospitaliter keine neuen Liegenschaften erwerben
durften, %'ermieden sehen; das könne der König ja in seinem
Lande nach Belieben bestimmen, wie's Philipp der Schöne und
andere Fürsten auch täten. Das lasse die Kirche zu: gefragt,
könne sie natürlich so etwas nicht zugeben! ') Trotzdem
haben die Gesandten es vorgebracht. Klemens war entrüstet:
.Das sei g^eo Gott und gegen die Gerechtigkeit' ^). Er beriet
') Ii-inke II, 213-216.
') Finke II, 219: Et hoc auatinebAt ecctesia. £t quod, si istud
petercmaB ab ecclesia, Dtmqnom obtinereinns! NntOrUch aagt er ao etwas
■n f 'Item ßeheim.
') Inipngnando . . . apecialiter enper illo capitnlo, videlicel quod
HoBpilalBrii deincepe oon posseat aliquid immobile adquirere in terra vestra
izecDy Google
378 KlemeDS V. und die Tempierg Qter. l'emplergeschicke. Schluß.
sich in den nächsten Wochen mit einigen Trühern aragonesi-
schen Templern und hörte von ihnen, daü Jaynie seine Rechts-
ansprüche dem Orden gegenüber viel zu weit gespannt, das
meiste eigentlich nur durch Gewaltakte erlangt habe. Das
sollte natürlich seine Ansprüche herunterdrücken. Die Ge-
sandten protestierten, aber ohne Erfolg. Der Kardinal von
ßeziers meinte, der Hauptpunkt, die Überweisung an die
Hospitaliter, stehe beim Papste fest, höchstens sollte der Groß-
meister einige Zugeständnisse machen. Mehr würden sie nicht
erreichen, auch wenn sie immer an der Kurie blieben! Auch
sonst fallen drohende Äußerungen »). In seiner Erregung ver-
langt Jayme feierliche Proteste seiner Gesandten im Privat-
und öffentlichen Konsistorium, „damit wenigstens seine Rechts-
Verwahrung in der ganzen Welt widerhalle*. Dazu kam es
nicht. Der Papst wandte ein Öfter gebrauchtes Mittel an: er
gibt den Gesandten eine sehr schlaue, gewundene Antwort,
läM sie schwören, daß sie nur dem König sie offenbaren
wollen, und sendet sie damit Ende April' 1313 heim*).
Dann geschah bis zum Winter nichts: die VerstimuiuDg
des Papstes über den andauernden Widerstand Jaymes wuchs,
er wartet nur noch die Gelegenheit ab, um ohne Zustimmung
des Königs vorzugehen. Es erfolgte Ende des Jahres die Ge-
sandtschall des Erzbischofs von Tarragnna, ebenfalls ohne Er-
folg, die Erkrankung, Abreise und der Tod Klemens' V. ^).
Bei den seit der Wahl Johanns XXll. b^oonenen neuen
Verhandlungen zeigte der Papst durch leichtverständliche bis-
sige oder ironische Bemerkungen, daÜ er die Verhältnisse
kannte und mit der Verlängerung des Interimistikums nicht
einverstanden war. Im Winter erschien Vidal de Villanova in
Avignon *). Seine Tätigkeit läßt sich aus den Legationsregistem
und der Korrespondenz mit Jayme 11. leicht verfolgen, Monate-
sine conaeusu vestro vel veslronim, «t ei aliqaid eis adquireretar, qiod
haberent illad tranaferre in personiiB lafc&les: et boc dixit Dobis, qnod «nt
cootrn Deuro et contra iusticiam et omneni raciooem. CRD 4&81 Tom
23. Febniar. ■] Finke II, 222 f.
') Andeutungen Über den lohalt Finke 11, 227.
'j Finke II, 228.
*j Über ihn und »eine Tätigkeit vgl. Finke, Acta Aragonensi» Einleitung.
izecy Google
V. nnd die TemplergQter, TemplergeBohicke. Schlaft. 879
lang hatten Papst, Kardinäle und Konsistorien sich mit der
Gfilerfrage beschäftigt. Nachdem im Frühjahr eine Eioigimg
in den Hauptpunkten erzielt wef und der König zu jedem ein-
zelnen seine Genehmigung gegeben, crrolgle am 8. Juni 1317 die
päpstliche Entscheidung: Für den Süden, den meist den Sara-
cenen exponierten Teil des aragonpsischen Staates, wird in der
Burg Montesia ein Kloster des Ritterordens von Calatrava ge-
gründet ,pro defensione regni Valentie* und ihm werden alle
Templer- und Hospitalitet^ter des Königreichs Valencia und
die Kirche der Burg Montesia zugewiesen. Nur das Hospita-
literhaus in Valencia mit den eine halbe Meile rings um die
Stadt liegenden Gütern und die Bui^ Torrent verbleiben dem
Hospitaliterorden. Ihm fallen auch die Templergüter in Ara-
gunien und Katatonien zu. Persönlich, nicht für die Güter ~
denn diese sollen den König nichts angehen — , huldigt der
oberste Hospitaliter, der Kastellan von Emposta, und huldigen
die Unterkastellane dem König ').
Kne völlig andere Gestaltung der Dinge hat den Papst
dabei wohl nur einen Äugenblick beschäftigt; es sollte nämlich,
um einen dauernden Frieden zwischen den Königen Robert
von Neapel und Friedrich von Sizilien herzustellen, letzterem
das Jaynie II. gehörige Sardinien zufallen, Jayme dafür die
aragonesischen Templerbesitzungen erhalten. Der Plan ging
von König Robert aus, fand aber nicht die Billigung Johanns^).
Eid anderes nicht erkennbares Projekt der Verwendung der
katalonischen und aragonesischen Güter hat deshalb Interesse,
weil es angeblich daran scheiterte, dati der Papst sich um die
Hospitaliterbesitzungen in der Grafschaft Vcnaissin bemühte
und dem Orden dafür die aragonesischen Templergüter
überließ »). ,
') Die Eoerat in der Hooteea illustrada (1669) und d&on dfter ge-
druckten BDllen beoatze ich nach Baluse 11, Sil ff. — Der KGnig erbet
(nod erhielt, auch wobt) Indemnit&t fQr alles, wns er aus Templerbcsitz fSr
Mch nnd Für andere genomnien batte: tJt eic racione dictomm bonorum
"itfr d. papam et nos omnia peticionis materia ulteriDS cooqaiescat. Reg.
337 f. 268- B70.
1 Finhe, Acta Aragoneneia Nr. 449.
*) [DumiDDa Napoleon cardinalia] reepondit micbi, qaod et via üla,
de qns düwfaam, iam tractata faerat ... et deniDiii deliberato diaceasuni
izecDy Google
860 KlemenB V. und diu TemplergQter. Templergesobicke, Schloß,
Ganz unbekannt ist, daß im Jahre nach der Grüodung
des Ordens von Monlesa der König selbst den Versuch machte,
sich mit dem HospitaÜterorden zu einigen und den neuen
Orden ganz auszuschnlten. Aber der Papst wollte sich auf die
Vereinbarungen zwischen Orden und König nicht einlassen,
wie der Prior Leonardus de Tibertis .tränenden Auges' dem
Kardinalhischof ßcrengar von Tuscuiam mitteilte '). Bald raüs-
seh die Schwierigkeiten behoLien sein; der neue Orden gedicfa.
In Kastilien begünstigte die Anarchie nach dem Tode
Ferdinands IV. die Verschleuderung des Templergutes: ein
Teil fiel an die Krone oder an die Ricos hombres, einigem
wenige erhielten die Orden von Ucles und Calatrava '). Erst
1320 scheint der Papst eingegriflfen zu haben; er überwies die
Güter den Hospital itern. Die Proteste der zeitigen Inhaber
wies er zurück; viel hat sein Vorgehen nicht ausgerichtet. Die
Transaktionen der Hospitaliter mit den Besitzern ziehen sich
durch das ganze Jahrhundert^). König Diniz von Portugal
hatte schon mit Klemens V. und dann mit Johann XXII. ve^
handelt; von neuem weilen seit Herbst 1318 seine Gesandten
an der Kurie, im März 131<J wurde der Christusordea ge-
gründet, dem alle portugiesischen Templergöter zufielen '), am
5. Mai ratifizierte Diniz die Stiftung*}. Auch der König des
kleinen Mallorca hatte seinen Teil haben wollen und deshalb
durch seine Gesandten gegen die Union protestiert; nach An-
eet a vm illa. Nee vJ.sa est exppdiens. Non tiiinen appeniil' michi cinssn),
licet de !.>& interrogusaem. Forte loca, que hflbet Hospi(«le S. lohuini*
lerosolimitnai iti comitatu VcnechiDO et que, ut dicitnr, dorn, pnpa mit
habere pro ceclesia Romaou, coius eat coinitatus ipee, ia recomp^uaacioneni
corum locorum qaondam Templi, que unit eidem Hoepitali in Aragonia et
Catalonia, dederunt ad bcic causam. CRD Juli. Der Ürief ftt von Jabannea
Burgnndi. datiert 15. Juli, und kann nur aus dem Jahre 1317 Btanunen-
Er Bpricbt von der Fertigatellung der Bulleo Ober die Verwendung der
Güter, die noch nicbt expediert seien, aleo fllnf Wochen nach ihrsm Datum!
') Templarioa SS und 192.
'} Znrita 11 1. 6 c. 26.
'] R. Campomanes , Dissertaciones historicas del orden ... de Im
TemplarioB 136 ff., beaonders 146 ff.
*; Campomanes, Dissertaciones . . . p. 134.
') Die Bullen hier nach Dupuy, Uistoire . . . p. 500 ff.
izecDy Google
klemene V. und die Tempi rrgDter. Tcinplergeschicke. Schlaf. 381
sieht Klemens' V. hatten sie aber keine vernünftigen Gründe
vollbracht. So konnte Könijr Sancho die Überweisung nicht
verhindern, erhielt aber vom Papste Indemnität für alles, was
er bislang dem Orden genommen und Zusage des Ordens-
mobiliars, während die Hospitaliter ihm t)ei dem endgültigen
Vertrage 1314 eine Rente von 9000 solidi von Mallorca, eine
zweite von 2000 solidi von Barcelona und außerdem eine ein-
malige Abfindung von 22500 solidi zubilligten - - bei dem
nicht umfangreichen mallotcanischen Ternplerbesilz immerhin
eine beträchtliche Beute! ') Nur im französischen Navarra er-
hielten die Hospitaliter den ihnen zugewiesenen Besitz ohne
Schwierigkeiten.
Am 6. Mai 1312 hatte Klemens V. über das fernere Ge-
schick der Templer verfügt. Die verschiedenen Gruppen der j
Freigesprochenen, Geständigen, der auch unter Foltern ihre I
Unschuld Beteuernden sollten milde bebandelt auf Kosten des
Templer^utcs in kleineren Gruppen in den Templerbesitzungen i
oder in Klöstern untergebracht werden, nur die Bücklalligen ■
und üiibufefertigen dJe Strenge des Gesetzes erfahren *). Die \
volle Gewalt über diese Klassen — mit Ausnalime der Würden-
[rüger des Ordens — lag in den Händen der Provinzialkonzilien.
Noch waren nicht alle Templer abgeurteilt; doch hören wir
nichts mehr über Konzilien *), Aburteilungen, auffälligen Be-
kenntnissen. Die Oberlebenden waren längst mürbe geworden,
die Bischöfe trieb niemand mehr. Kein Wunder, daß von dem
Schicksale der einzelnen Persönlichkeiten in den erzählenden
Quellen fast nichts verlautet. Nur einmal noch, als Jakob de
Holay und Gaufrid de Charney ihre alte Tapferkeit wiederge-
wannen und am 18. März 1314 die Unschuld des Ordens be-
') Regestnm Clementis V. Nr, 9363 und 9496. Campnmtines p. 128.
CRD 5230 ein anderer Verlrag von 181.^ Mni 15, wonncli der König
\2m solidi in Renten erhielt. NotDrlicl) protestiert Jnyme II. nla Ober-
lahrngherr gegen dis tTberlassang der Güter, Reg. 241 f. 67.
■) Vgl. oben S. 369.
*J Im exemten Bistum Hnllorca war big zum 15. Mftrz 1313 nocb
kein Urteil Ober die dortigen Templer gefällt. Der Hiscbof wird deshalb
WituCiragt, nilein vorzugehen. Reg. Clemenlis V. Nr, 9170,
izecy Google
8d2 Elem«nB V. nnd die TempIei^Dter. Templergeachicke. Schlaft
teuerten, und Philipps des Schönen Feuerbrand sie auf immn
verstummen ließ, gedenken die Chroniken der Unglücklichen '),
Ist man Qberall buchstäblich nach den BeslimmuDgeii
I vom i'i. Mai vorg^angen, dann dOrlte das materielle Geschic):
i der ehemaligen Ordensmitg'heder nicht äbermüfiig liart ge-
wesen sein : denn der Rückfälligen und Unbutärerligen im Sinne
der Bulle gab es doch selbst in Frankreich nur wenige: in
England, Deutschland, Spanien, Cypern waren wohl überiiaupt
keine Rückfälligen vorhanden. In Frankreich herrscht Toten-
stille üt>er die einzelnen ^). Aus England erfahren wir, ^^
jeder Templer 4 Denare täglich erliält; das Deputat des
Landesmeisters Wilhelm de la More im Betrage von 2 solidi
bekommt nach seinem Tode Himbert Blank. So steht in der
königlichen Verordnung ; doch muäte sich ein halbes Jahr
später der Erzbischof von Canterbury an den Hospitaliterprior
wenden und ihn mit leiser Drohung an die Erfüllung seiner Ver-
pflichtungen gegen die Templer erinnern : täglich vernehme
er die bittersten Klagen, einige Templer seien am Ver-
hungern! "} Am meisten verlautet über Aragonien. Hier
waren die Templer in ihren Burgen und Höfen in kleinen
Gruppen untergebracht, womöglich in der Gegend, der sie ent-
stammten*); ihre Beschäftigung war meist die Landwirtschaft.
Als das Kloster Montesia errichtet und ausgestattet wurde,
wünschte Jayme II. die Übersiedelung der Templer aus Va-
lencia in die nördlichen Landesteile. Die volle Rehabilitierung
') D«ß die KardiDaJBkoTiiTnission mit der aofortigen Exekotiuii Art
beidoD nichts zu tun hat, geht klar nus den zeitgenöasischeo Quellen hervor.
Zur Charakterisierung des utflodifieii Oeredes, dafi dio drei Kardinile fi*»-
zOaische Kreaturen seien, weise ich darauf hin. dafi ein paar Jahre «fUer
bei der Wahl Johanns XXII. Philippe dea Schonen Sohn, Philipp V.. die
Wahl dea zweiten Gesandten Arnuld (Novelli) verhindert hat, nnr weil er
ihm zu ehrlich und gerecht schien. Fitike , Act» Aragonensia p. 309-
Klemena V. mit dem Brande in Verbindung xn bringen, ist nosiunig.
*} Wahrscheinlich gibt's nher noch archiva Haches Material Ober die
Unterhaita ng.
■) Wilkins, Concili» II, «7; Dupuy. Üiatflire . . . p. 478 ff.; Kjm«.
Foedera II, 1, 62 (III, 472).
*) Bainon de Quardia kam nach allerlei Wanderungen nach M*»i«>i
KUrUck. Sein Künig hatte ihn früher einmal religiosua obtiroas geDun''
CRD 2S48.
izecDy Google
Klemena V. Diul die TempIergOter. TemplergeMbkk«. Schluß. 883
einzelner däifen wir wohl in der öfter erwfihnten Rückgabe
der Waffen sehen'). 1319 einigen sich die beiden Templer-
prioren Martin Perez de Oros, der die Kastellanei Emposta in
Aragonien hat, und Raimund de Ampurias in Katalonien über
die beiderseitigen Zuschüsse, die sie den Templern zu zahlen
haben. Es sind im ganzen noch 1 09, d. h. ungefähr ein
Drittel der Zahl, die der Orden sonst meist in Aragonien auf-
wies, und da figurieren Summen von 8000 solidi bis zu 500
solidi, die niedrigste Summe, herab. Die höchsten Einnahmen
hatten mit 8000 solidi Dalmau de Rochaberti, der lange Jahre
im Orient getangen war, Bruder des frühern Erzbischofs von
Tarragona, und Raimund de Gardia mit 7000 solidi').
Das Schicksal hatte aber alle aus der Bahn einer gecixl'
nelcn Tätigkeit geworfen^): nicht alle ertrugen das, ohne auch
sonst Schiffbruch zu leiden. Im frühorn Templerortc Gordeny,
lier zugleich Walirabrisort war, hauste einer der vornehmslen
Orden^lieder, Berengar de Pulcrovisu, schon im Jahre 1:^14
mit einer Konkubine, die er wie seine Frau hielt. Angeblich
haben die Walifahrten wegen seiner und seiner Genossen liäla-
liflien Taten aufgehört; das Ärgernis war zh gro&*). Die De-
nunziation scheint ihm aber nicht geschadet zu haben, denn
er ist 1319 einer der bestbedachten RentenempfSnger. Ja,
schon 1313 hat sich der frühere Templer Marlinus de Frigola
eine Frau geraubt und andere .enormia crimina' begangen;
er wurde gefangen *).
IManche Templer sind in den Tagen der Bedrängnis übers <
Meer gegangen und zu den Saracenen geflohen; wiederholt I
wird in den aragonesischen BriefschuJIen darauf angespielt "). ,'
') Z. B. Reg. 266 f. 46 f.
*) Villitnueva, Viage liternrio V, 226 ff.
'] Dio wonigen, die im HoepitHÜterorden eurgenommon iiml dort
hochgfkoinint?!) sind, wie angeblich die viel genannten AIHert van BIncns
niid Friedrirh von Alvensleben, sind jedenralls kaum in Betracht zu ziehen.
') Reg. 291 f. 339 zu 1314 Oktober 26.
•) Eleg, 251 f. 88.
*| Rs ist also keine Phantasie, wsa GetTroi de Paris in seiner Reim-
chroDik sagt. Recneil XXII. 133. Übertrieben ist wohl Ferretua von
Viienza in Horatori IX, 1017.
izecy Google
384 Klemens V. hdH dit> TcmplergBUr. Tempi ergeschirka. Schlag.
Viele werden dort den Glauben mit dem Ordensgewande ab-
geworfen haben, einige haben sich ein neues anständiges Da-
sein gegründet, wie der ehemalige Templer Bernard de Fon-
tibus , der als Gesandter des Königs von Tunis und als
(Christen-)Alkalde der Stadt Tunis bei Jayme II. erscheint').
Ein merkwürdiges Bild entwirft Johann XXII, im ersten
Pontiflkatsjahre von zahlreichen aragonesischen Templern:
Übermäßige Vorsorge des Provinzialkonzils von Tarragona —
schreibt er an den dortigen Erzbischof — habe einer Reilie
von Templern überraschend hohe Einkünfte verschafft. Einige
bezögen mehr als 200 Pfund kleiner Turnosen, andere nielit
viel weniger. Manche nähmen am Kriege teil und ergälwn
sich mit ihrem Getde einem zügellosen Leben; andere zöj^en
umher, ohne sich um den ihnen angewiesenen Wohnort zu
kümmern. Er macht dem Erzbischof Reform vorschlage; vor
allem Minderung des Einkommens. Exiniinns wendet sich an
den König und seine Suffragane. Die Templer sollen keine
bunlfarbigen, seidenen Gewänder tragen, an ihrem Bestimmungs-
orte weilen, den Bischöfen gehorchen *).
Johannes XXII. beschäfligte auch fernerhin die Templer-
fragc. Wiederholt mußte er in den einzelnen Ländern für die
Hospitaliter und ihren Teniplerbesitz eintreten. Wichtig ist
seine allgemeine Verordnung für das künftige Verhalten der
noch übrigen Templerkreise. Zahlreiche Templer hatteu sich
verheiratet; sie hielten dafür, daß mit der Aufhebung des
Ordens auch ihre Gelübde gelöst seien. Der Papst wies auf
das Irrige dieser Ansicht hin, da sie das G<<lübde auch jetzt noch
binde, und er suchte die Templer überall in Klöstern unterzu-
bringen. Man möge dort die Priester als Orden^eistlicbe, die
Laienbruder als Konversen aufnehmen; wo man sich in keinem
') Finke II, 226 f.
') CRD 5613 SchreibeD JoliRiins XXII. vom 12. Aogast 1817, 4(9
Eribischofa vom 28. Fabruar 1318. Et ne se jruerrie vel gecolaribus negotii-
ciooibus jnmiecerent et a vestibua nibeis, viridibaa ntqae virgatjs et ib
Omnibus iiliis religiani dissonis et contriiriis tataliter nbEtinerent pellesqiW
varias seu nlias nisi tantuin agninas aec sliquem ornatum sencum io snia
veatibuB noD portarenl, nt earnm vita religioea et Lonpsta in moribus et
restibiis appnreret
izecDy Google
Klrmena V. und die Teinplergüter. Tempi ergescliirke. Schlnß, 385
Falle hierzu bequemen wolle, mösse man den Templern doch
einen Platz innerhalb der Klostermauern gewähren ^). Zu-
{.'leich beauftragte der Papst generell Minoritenguardiane und
Doiiiinikanerprioren in allen christlichen Ländern mit der Re-
gelung des Pensionswesens. Er ging in seinem Schreiben da-
von aus, dati die Templergüter für das h. Land bestimmt und
die Abgaben der Hospitaüter an die frühem Templer an vielen
Stellen übermäßig groH seien. Sie sollten feststellen, wieviel
in den einzelnen Gegenden ein Mönch zum Leben und für
Kleidung gebrauche, und darnach sollten sie das fernere Ein-
kommen der Templer festsetzen ^).
Beide gutgemeinten Anweisungen sind wohl nicht allge-
mein durchgedrungen; auf die Opposition der Provinzial-
konzilien bei der Renteneinschränkung deutet der Papst
selbst hin. AutTällig ist, data trotz dieses Erlasses ein Jahr
später die beiden Hospitaliterprioren in Aragonien das oben
zitierte Abkommen treffen, das den meisten Templern ein sehr
hohes Einkommen zuweist. Auch zeigt der Erla& die Templer
in größern Gruppen nicht in einem Kloster, sondern auf den
ehemaligen Besitzungen. Auch sonst liegen Belege vor, daU
die Verordnungen wirkungslos blieben: so verkauft Jayme IL
ein Haus, das sieh der Templer Arnald de Siscar ohne seine
Genehmigung angeeignet halte"). Und als 1325 der König
beim Hospitaliterkomtur von Caspe anfragte, warum er dem
Berengar de S. Marcial seit zwei Jahren seine Rente nicht
mehr anweise, mubte dieser darauf hinweisen, daß Berengar
abgelehnt habe, sich einem bestimmten Orden anzuschlietien
'] Dnpuy, Histoire . . . p. 611 vom 17. Dezember 1318. Auch Prutz
S. ^3. Diese Urkunde veranlafite Rnynouard p. 214 und noch iliiii andure
\i, B. Verlaqne, Jean XXII, aa vie et ses oeuvi'ea p. 57; Lesquiei', Les
Templiera de Cahora p. GOj, Jobannea eine feierlidia Unschuldserklifrung
de» Ordens zuzuach reiben. Audi Lea 111, 324 meint, er halie dadurch die
Orthoduxie dar Templer anerkannt. Diia atlmmt fDr die Freigesprochenen;
ittr die andern nicht. Die Einleitung der beiden BtUcke bekundet, daß
JohaDDea die Venirteilnng nla geieclit anerkennt.
*) Die Bulle jetzt mit nllen Adressen gedruckt im HuliaTiiim t'rancis-
omum V Nr. 347: 1318 Dezember 1.
'I CRD 6889.
Pinke, Faputtam an<l l'ntertcnnK '■«> Tom]>lerr>r>lBiis. I. 25
izecy Google
iS6 tiamme V. oad die 1'einpl»rgflt«r. Tempi erKeschicke. Sehluß.
und einem Prälaten unterzuordnen; darum könne die Aus-
zahlung nicht mehr erfotgen ^).
Ehemalige Templer als Rentenempfänger des früher kon-
kurrierenden Ordens, als widerwillig geduldete, wenig geach-
tete Klostet^enossen , oder ohne Erlaubnis weltlich lebend,
vielfach, was noch schlimmer, als spöter Sinnenlust ergebene
Greise — das ist das jämmerliche Schluübild in der Geschichte
eines der kriegerischsten und gefeiertsten Orden der Christen-
heit. Eines darf man aber dabei nicht ver^^essen: Viele und
die edelsten Persönlichkeiten unter den Tempfern endeten schon
vorher, die einen auf dem Scheiterhaufen, die andern infolge
des mörderischen Kerkers, manche im Jammer über den Unter-
gang ihrer Gemeinschatt in Gelstesumnachlung und Verzweif-
lung. Und dann: Nicht diese unbedeutende Masse mub mau
anschuldigen, sie verdient Mitleid. Will man anschuldigen, so
muü man die Faktoren, die sie in solche Lage gebracht haben,
anklagen ; das war nicht allein die so od hervoi^ehobene tn- i
änderte Lage der Dinge — in Spanien hatten um 1300 z. B. i
die Templer dieselbe Daseinsberechtigung wie um 1200, — das ,
waren vor allem die leitenden Kreise der mitteialterlichea Ge
Seilschaft, die, von Habsucht und Machtgier getrieben, vwführl
durch bösen Wahn, ihr Vernichtungswerk an dem Orden durcti
viele Jahre vorgenommen haben, unterstutzt von der Schwäche
der damaligen kircbiicben Autorität. '
'} CBD TerapUrioB 62. Warum seit iwei Jahren erst! Ob «ine
neue Verordnung des Papstes ergangen war? I
izecDy Google
Beilagen.
I. D«r Tempi« mieiHt«r oHd die KreiiKxngxrnifre auf äem KimM Ton
Ljon 12T4. (Vgl. oben 3. 14 Aum. 1.)
Ich gebe hier ein Stück kdh dem lateinischen Text der Chronik
P. HarsilÜB, Ober die ich an anderer Stelle bandeln werde. Aur dem Konzil
hatte Jpyme 1. Vorschläge fflr die VorbereltUDg des in 2 Jahren zu unter
nehmenden Kreoizugeti gemacht (vgl. S 18 f.). Keiner wollte antworten.
Dann heißt es: Quod animedvertens rex dedit vnltam anmmo pontifici et
ait: Pater sanct«, ecce nunc hora fest, nt promittant vobia determinare, qni
assenint, ausilium. Embescent anim modicum dicere propter presenciam
DDatram et dicta. Hoc idem vieam est cardinatibiia. Proptei quod papa
dixit; Dicite iam intencionem vestrain, vos AUrde de Balnri et alii, qni
aetatia. Et nullna eororo dedit responaum. Tnnc papa: Dicite tob, magiater
Templi et lobannes de Scarcella! Cui magiater: Doraine, obaecro, ut prior
me loqnatar lobannea de Searcella, qni in ordine nostre milicie seiaginta
habet annoB. Cni lohannea; Magister, non curetie de annis mein! Tunc
ad pape instAnciam lociitus est niHgiater et nichil penitos tangena de aer-
monibuH rejtis nee applaudens regia zelo noc congandens promisso nee ad-
berens consilio solum modo ita dizit: Procul dubio, sanctiBsime pater, multo
aozilio iudigct Terra aancta. Cni papu; Quo sunt, quibua pocins eget Terra
•ancta? Cni magiater; Vere omnibaa bonis. quia armis, victu&libua, fideli-
tate gencium et atiis quam pluribns necessariis. Set aatis videtur micbi,
qnod V. a. mittat ilino dneentoa vel dncentos quinqnagint« milites et pedites
elactm qaingBntos. Intelligens rex ineptam magiatri persuasionem reapondit:
Utgiat«r, et ai dom. papa vnit mittere quingentoa militea, quid ad voa?
Et dixit papa: Soldanna habet magnnm uavigiani. Cni magiater: Vere,
paler Mnctissime, ego video, qnod Soldanoa propoanit obeidionem ponere
anper Aconitanam ciritatem et exeroens vires propriaa ad plenum, non
potait armare niai dec«m Septem ligna, inter qne erant alique galee. Cui
p«pa: Si Boldaniia bähet decem et 8epl«m ligna, expedit nos habere viginti.
Cni rex: Non oportet, p. a., quia, ai decem galeaa in terra nostra armare
feceritia, fide nibeo, qnod non fngient a fscie decem et octo vel viginti,
stt eoa diasipabunt et deätment et confandent.
Dann sprach noch Alardoa de Vatari, der schloß: Haiti regea et
nobile« aua fecere paaaagia et omnes audivinms optato fine privatum. Inde
25»
oy Google
ä8ä ßeÜH^en.
approbo dktiiui mngistri. Dntin echwiegen alle; aof Antrag des Königs
hob der Papst die Sitzung auf. und der alte Kriegsheld Jnyme I. sagte auf
dem Nacfah austritt vergnügt; Viri, deincepa reredere poasunius, quin hodie
est totft Vspanis onorata . . . Tunc reit cppit pukre Bgitaro eqauDi. cui
insidebat, cfticaribus, et admirati ennt (isilici dicentes: Nequnquam res
tanio dcpressus est senio, ut nudivimiis. Fortis enjm viribus prevajetct in
Turcum unum adhnc natnm vibians, HS. in Bibliothek zu Barcebma. Vgl,
hierzu die S, 33 zitierte Vida d>^l rey en Jacine lo Couqueridor p. bO&S.
II. Per Entwui-r der Bulle „Ijotamur In te" Tom I. Juni 1307. (Vgl.
oben 8. 135.)
Clemona episcopus seivus servonim Dei cnriasimo in Christo lilii»
Pb[ilippo] regi Frnncorum illuatri snluteni et apostolicani benedictionem,
Letamur in te, fili benedictionis et gracic, in quo ex operJbua ntaauum
noBtrai'um coIligimiiB Bmabiles fructus pacia et eincere cnritatia dulcedinem
deguatamus, dum progenitoruni tuorum veatigia clara BequeuA in plenitudiDü
devotionis et fidei, qua progenitores ipsi erga Deum et Rumntiain eccUsiiiii
claruerunl. immobiliter perseveraa ac patemis monitis nostrisque beneplacitis
filisli reverentia te coaptnris ad illa tolicnda de modio et penitua exlio-
guenda, per qne inter ecdesiam ipsam et te ac inclitum regnimi tuum
poaset iuease materia dissensiunis et scaiidali aut scintilla ignis obnoxii
rcmanerc, te tractabitem exhibes, benivolum et intentum. Sans ex parte
tua fuit propositum (ornm nobis ') . . . Prorsus amovemus et tollimus *c
oinnino remitiimus et quitumus tcque ac regnum predictum. denanciatores.
accusiitorea. prelatos, barones ac cleram et populuni dicti regoi necnon cua-
federntos, alligatos, fautorca, valilores et alioa supradictue iu eum stalam
spiritnaliter et temporaliter in omnibua et per omnin repenimua, restituimus
et plene redncimus, in quo tu et ipsi erutis ante captionem dicti Bonifacii.
rapinani sen deperditiimem thesauri piedicti ac sententias et proressus pre-
dictos, ita quud tu, posteritaa tun, regnum v» predictum, denunciatoKS.
accuaatorea. prelati, barones et alii supradicti aut aüqui seu quivia ex eii
ex calumpnia, iiotis, mnculia, capcione, rapina seu deperditiuue, culpia, in-
iuriis vel ofFenais, blaafemüs, tententiis aut proceasibua siipradicils deinccps
nutari vel rmpcti nequeatia nee sententie aut processus huiuamodi contra
te vel ipsos aliqneni possent habere vigorom, efTectum aut ruboHs firmitateni.
Porro Guillelmum de Nougnreto et fieginaldam de Supino militea et qaos-
libet alios. ciiiuscumque natianis esistant, qui raptioni prodicte Bonifarii
lapine seu deperditioni thfSauri predicti interfnere prcaentes, preataiilea ad
hoc openi, auxilium vel favorein et alioa quoBCiinque de Urbe. de Campinia
et de terria aliia eccieaie memorate aubiectis confederatoa et alligatos tuiM
voraciter et non ficte, qui capcionein eaddcm, licet in ea presentlam doh
') Daa Folgende gedruckt Rajnaldi, Annalea ad ann. 1307 Nr. lO.
Ciegen Schluß des gedruckten Paasus steht die Stelle: an blasreiniis —
tiiortem illatia am Rande von anderer Kand nachgetragen.
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Ueilagen. 389
exliibneriat pereoDAlem, fieri fecisse vel procnrassc nut ei consensisae vel
eain graUm et rstnm habuiese dicuDtur, sul> generalitale coDfederatoruni et
Rlligatonim ipsorum intelliginma et voluinua comprehendi ae huiusmodi
nostraniTn relaxiunis, revocationis, irritationia, casaationia, abolitionis. Hnio-
ttunis, quitjltionis, remissioniB, reposiciauia, restitutionJB et reductiODJs CBSO
participeä, dam toman ponitenrins, nmltaa et penas quiileacunqu^ et quanlns-
cunqne, quas eis de consilio venerabilia fratria nostri P. epiacupi Pcnestrini
et dilectorum filionim Dostroram B. tituli sanctorum Nerei et Achillei et
Stepbani tiliili aancti Üiriaci in Termia preHbilerorum cardinalium vel
duorum ex eie. ollero, quod abait, interim sublato de medio, prn premtsais
iropoDeiidas duxiniua seu etiaiii infli^endas, humiliter et devute Busceperint
M reverenter, ut decet, impleverint et peregerint cani effectu infrA termboB,
quoa eis ad hoc de cardiaaliuni ipaorum consilio duxerimus prefigendoa.
Alioquin ipaoa aut üIdb ex eis, qui penitentiaa, mullaa aat penas hnias-
modi infra tenninos aopradictos sibi a nobia de cardinalium pLedictorum
consilio, ut premillitur, osHignandos butniliter acceptsre neglexürint et effi-
cociter Hdimpkre, premissnnim rcvocatiunis, irrtUtiauie, caeutioiiis, ad-
nullationis, nbolitioniB, amotionia, quitationis, rcmisElDnis, roductionia, reali-
tutionia et repositionis eo ipsa commodo caroont et elTecta et eoa qnoad
capciuneoi, rapinam, sea deperditionem tbesauri ac omnia nlia et eingnla
Buprnwripta perhide haberi volumue auctoritntc et de plonitudine npostolice
pntestntis, ac ei predicte revocatio, irritatio, casantio et alii efFectua predicti
nallatennB prucesstasciit. Dat. Pictavis kalendia lunii pontificatiia nostri anno
secaodo.
Vat. Archiv. Instr. miscell. ad ann. 13Ü5-7 ?erg. Ohne Plica
jetzt; wahrscbeiallrh war nie eine vorhanden, Dua StUcli ist nicht bullitrt
lind ohne Kanzlei vermerk. Unter dem Text, fast am Knnde, atcbt von anderer
Hnnd: Data ipsius littere sit post itntaui littero regia, quam debet inittprc.
Mit Veriroisungszeichen, daß das Folgende zwischen prorcasisset und
Dat. zu Btellen sei. steht Aber dem Texte: Licet nuteni diclo Keginaidu de
^^^pino et elÜB de Urbc, de Cnnipania et alüs terria (^cclesie Romane auh-
iectis, qui prefate captionj ipaiua BunifacÜ et dtreptioni tlicsauri afTuerunt,
vel ad hoc faciendum seu procurandnoi dederunt conailium, aiixiiium vel
favoreoK penas, penitentins sive inulctas, quia non fuerunt auditi a nohia
vel alio de mandato nostro, et quin etiam sunt nbacnteä, per prescns im-
ponere noiimua, dicto tarnen Guillelmo de Nogareto, qni coram dictrs tribus
cardinalibna multociens presena auditua (uit. penas seu penitencias inponimas
iDfrascriptss de consilio triam cardinalium predictorum, vidclicet quod idem
(iuillBlmus tenealur traosfretare cum eqnia et armia in aubsidium Terre
sancte. et quod ad hoc arripiendnm iter arripiat infra quinqtientum
proiimum et immediatum a proxlmo menee Martii computandum, dietaa
suns continnans sine fraude, exinde nunquam reveriturus absque sedia apo-
alolice licencia speciali, et a lapan prefaÜ quinquennü publico officio non
ntatnr. Volumus tarnen quod proptcr premissarum penarum seu peniten-
ciurura impositionem nulla infamia seu infaabilitaa comiti^tur cundem.
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Das Oadzb ist vielhcli korrigiert. Vgl. die wirkitrho Losaprechnngs-
bulle von) 27. April 1311 and die Bolle .Regniuis in celis* vom sellwn
Datum. Keg. dementia V. Nr. TÖ03 und 7501.
III. Adsiuit flUB den TemplenerhSren iu C}'|>em für daK Tienitr
KoDiil <131l>.
In nomine domini Amen. Ute sunt nibrice fücte anper io^nMta
facl» contra magistram et ordinem Templi in Cypro.
I. Frater Hayme de OrcheÜers '| pnmna testis. maresfallas didi
ordinia in partibaa illia, iuravit ad a. Dei evangelia carporaliter bicta Hern
meram et plenam veritatem super ing^uisitione et eius orticulis, de qaibua
interrogaretur. Et iuteirogfttns super primo articulo et soquentibus usqne
ad XXVtll loquentibus de abnegacione Christi et cetera et dogmatizatioD«,
quod Christas non erst verus Dens, et qnod faciebant receplos spuere loper
crucem et de aliia vituperiis crucis et quod Templarit non credebant aicn-
mentuni altaria nee Hliia aacramentis et quod credebant, et sie eis dicehalur,
quod magnos magister, viaitstarea et preceptores, quorum multi erant liici,
poterant eos absolvere a peccatis et it& faciebant de facto: negavit contenCa
in eis esae vera, adiciens soper IX articulo, quod ipse et alii, cum recipi»-
bnnt aliquem in ordine, faciebant receptnm oscnlart reverenter crucem, et
receptorem et preeblterum capellanum ibi presentem in ore.
n. Fr. Ubertus *) preceptor militiun ordinis inilicio Templi inler-
rogntus et iuratas ut aupra proximna negavit contenta in priuiia XX tribas
srticulis et eornm aliquo esse vera. CoDtenta vero in XXlll et aequentibus
arttculis usque ad XXVIII articulum et quolibet eomm, dicentibua, quod
credebnnt, qnod magnue magiater, vjsitotor et preceptores, quorum multi
erant layti, poternnt nbaolvere a peccntia et aio faciebant de facto et cetera:
respondit [non] °) esse vera. Super XXVIIl articulo dicit ee nicbil acire.
IU. Fr. Odo de Vilarcto ohm preceptor in Apolia iuratus et celef»
super XXVIIl premissis articulia respondit negnns conlenta in eis vel iliqno
eorum ease vera.
IV. Fr. lohannes de Molmiers*) miles ordinis Tempil interrogah»
et iuratus ut aupra proximua auper predictia XXVIIl artieulis negavit oinaia
cl aingula rontenta in eia esse vera.
'I Ayme de OaselJers bei Schottmfliler II, 219.
'I Albertus Seh. II, 223.
') Dbb non ist docb binzuinfQgen? Die Dreiteilung Art. 1-2S {solile
22 beigen), 23-28 (statt 27], 28 entspricht dem VerhGr bei SchoUninller.
Ilei der sonstigen ssrhlichen Gcnanigbeit halte ich dafür, dafi das non fehlt
hegt man aber Gewicht auf des .vero' in , Contenta vero* nnd Itfit das
,non' weg, so hltt« der Rubrikator hier ein grobes VersebeD begangen.
') Schottmaller II, 228 hat (Racinbaad Bta}ca8; er tut ... fas ge-
lesen und daraus den Namen konstruiert!
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Beilagen. 391
y. Fr. NicoU Pecia Anglieiu miles dicti ordiois innttus et ceterH
respondit cootenta in premiaaia Rrticalis Tel aliqito eorum non esae vers.
VI. Fr RichBrdus AngliciiB prpsb. cBpellanaa dicti ordinia iarataa
etc., neg&Tit contentA in premissia srticuÜB vel eorum aliquo ease ver» ...').
LXXV. Fr. Bkldiia de Acon aergiens dicti ordinia iumtua etc. super
proniisDia nrticulia respondit ut proximas.
Omnes precedentos testes dicnntur ease fratrea dicti ordinia.
SeqQpntea Veto dod sunt de ordine:
I. Fr. Guido abbss ') monaaterir do cruce Nimociouais dyoceais teatia
productae iuravit coram dictia duobua cpiscopia comisanriia, . . . interrogntuB
sapiT omnibua srticalia aingnlariter aibi kctis dixit, quod audivtt drei n
plnribna,' de qaibus non reeordatur, qnod nemo potent acire regulam eorum,
et quod fratrsH dicts doiniu promittuot aagmeatare doronin Tennpli, quibua-
conqae modia poaauat. Et alind neecit, nt dictt, contra ordineni et fratres
Tempil
II. Fr. lobannea de Amandula moDacboa dicti moDasterii iuratos ot
proxinnis concordat com proiiino
in. Dominus Hugo do Garmancbino theaaarariua Nimoaiensis iuratos
ut prozimDB dixit se nichit scire de contentis in articnlia ipsius inquiaicioDis
aingnlariter eibi lectis contra ordinem et fratres Tempil neo contra magnum
preceptorem in Cjpro.
1111. Dominus lobannea de Noris tbeaaararius Nimociensia . . . dixit,
qaod andivit dici comuniler iotor gentea, set non recordatar a qnibus: Ego
defendam te modo Templariomm ad tortum et directam. Et audivit dici,
quod nemo poterat acire regulam eorum. Aliud dixit se uescire de cootentia
in articnlia . . .
XXXIlll. Fr. Nicolana de Massilhiaco, lector Predicatorum in Ni-
cocii Bnper iatia articulis non deponit *).
XXXV. Fr. Sjmon de Suzeraitia*) prior Hoapitalis s. lohannia Ibero-
soiiniitani in Nicoeia . . . dixit, qnod nascit alind, niaj quod fratcr Iteriua '')
prior Haspitalis in Francis acripserat aibi, quod magister Tempil et aliqui
fratrea fuerant confcssi contcnta in dictis articuüa. Super XVI et XVll
dixit, quod audivit dici, set nun reeordatur a quibus, quod fratres Tempil
Bon credunt sacramentum altaria nee alia eccli^aie ancramenta. Super XIX
regpondit . . . Super XXIIII articulo respondit, quod audivit dici predicta
a gentibas, »et non reeordatur a quibus, postquam littere papales contra
TemplarioB portale fnemnt in Cyprum.
') So die folgenden, eonat ateta gleicblantend mit einigen unweaent-
lichen ZnUtea, ') ScbottmDller II, 876.
■) Nacb ScbottmOller 11, 398 bat er doch tlber mebrere Artikel (36,
^, 73) von Hörensagen sich geSufiert: Super LXXXIll et super omnibus
itiis . . . dixit, quod nescit aliud, niai quod aupra dixit d. h, gar nichta.
<) ScbottraBlIer II, 898 bat Sarezariis.
*) Der bekannte frauEÖaiacfae Oro&prior. SchottmQlter II, 399 hat
itcterina.
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392 Beilagen.
Rubrica. Super XXIX et aequentibuEi usque nd LXVII loqnentibus de
confessione inflgul tnagistri et de diversis osculis receptoruni et turamento,
quod preBtabant iu recepcione, ... et de vicio 8odon)itico et de fdulis et
cordulis, quibus fiatres cingebatitar;
Pi'imus testta dixit '), quod de confeaaione magiatri nescit nee credit.
Dixit eciam, quod recipiena et receptua ae deosculRntnr jd ore et quod
receptus iurat Don diniitf^re ordioem pro meliori vel priori et atatim bi.
heolur pro professis. Recepcionee ennini non fiunt, nt dicrt, clandeetiae
aet fiunt in capitulo in preseocin fralrum dicti ordinU tantum. Et de
recepciane laboravit suspicio contra ordinem. set non ex culpa vel delirto
ordinis seu frstrum. Tamen fratres in dicto ordine bene recipiebantnr et
licite. Dixit etiam verum ense, quod frntribiia, 'cum reclpiuntur. [rndantnr
cordule, cnm quibua cinguot se et debent se cingere super c
secundam regnlam ordinis et Ordinationen] et cum ea ia<
reatringendi ae a luxuria . . .
SecunduB teatis reepoudit Buper XXIX artlcnlo ut proximua. Snper
Xli usque ad LXVIII uegavit conteota in eis vel eornm aliquo eaae rera.
Super XXX et IX sequeutibus non deponit ').
Terclus taatia respondit super XXIS et V sequentibns: negat con-
tenta in eis esse Vera. Super XXU1I uaque ad XXXTIIi reapondit at
proxiniua'), super XXSVIH usque ad LXVIJI dicit, quod neacit, ai est
suapicio contra «rdinem. Et si est vel fuit, peccatnm sat, quis non fit
aliquid per dictum ordinem vel fratres, propter quod debet esse suspicio . . . ')
XLIX et alii aeqnentea fratroa ordinia sunt omnes cum priore (?i in
efFectu cencordes quo nd dictos urticuloa ...').
VII tcstis de illta "), qui non aunt de ordine, aupor urticulo de clan-
deatinitate dicit ae nudivisse dici. nee recordatur a quibua, quod neniii
poterat scire regulani eorum, ita teuebant privatam,
VIII dixit verum esse, quod statin), cum aunt recepti, hnbentur pro
professis. Et sie vidit servari intcr eos et vidit capitula eorum teaerc
clandestine nullis preaentibus niai fratribns . . .
') Vlier fttngt wahrscheinlicb der erste Templer Aymo (vgl. SchoU-
niQller II, 21!)) wieder an. Einzelne Stelleu stimmen wQrtlich, Beim ersten
niclittemplerischen Zeugen steht darüber gar nichts.
') Auch im MauptprotokoU sieht iiichte, wie aus SchottmOller 11, 223
zu ersehen ist. Hier ivird man also kaum von einer .Schuld des betr. Ab-
schreibers', wie SchotfmUller meint, sprechen kSnnen.
'] D. h. der Zweitvorhergehende.
*) Schottmailer hat: propter quod debent (!) esse dicta suspicio. D»)
dehenl atebt auch in unserer Vorlage!
'') Etwas Ähnliches scheint auch SchottmUller II, 843 ff. aoiudeuten.
"} Das stimmt wi>rtlich mit der Aussage des 7. nichttempleriacliei]
Zeugen: Nicbolaua de Acon cauonicus Nicosiensia. SchottmOller II, 37^.
Der folgende VIII. ist Koberlus episcopua Üarntensis.
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BeiUgen. 393
Kubriett. Saper LXVni articulo et aliis oaque ad XCVll dicuntibus,
quod iniaogebittar fratribtis per aucrsmeiitum sab penn morlia, ne pr^dictn
Kvelarent . . .
Primua ieatie ') dixit, quod iniungebntur tmUihae ja virtate obediencie.
ne rcvelnreat aecreia ordinia nee modum reccpcionis, quem inter se revelnro
possuDt, set DOD secuUribiis; et qui revelsrcat iiliin, qiinm fratribus ordinis,
puDiebaotDr. non tarnen morte vel carcere.
Ruper XCVII articulo et sequ«ntibus naque in finem loqoentibua de
dandestinitate capituli eea capitolorum . . .
XXXVl tealia dicjt sb audivisae contcntn in C *t Cl, et super CV
et CVIII articaijs, set noo recordantur (!), a quibna.
Super nlüs dicunt ee nicbil eciro, niei illad, qaod supra dixcrunt.
Ali! Tero teatea de predictie, qui non anot de ordine, super ielis artlcnlia
noD depoDUnt ').
Aua Mac, 5875 f. 49-57 der Bibl Nat. in Paria. Ich habe nur
einige bezeichnende Stellen genommen, glaube über nichlfl Charakteristisches
riWrsehen lu baben. Konzept. Das bekunden die vioSen Korrekturen, f. 6^
steht folgende Znsnmmenfassung; Proceaaus dirte inquieitionis facte in Cypro
sie M habet. Facta quidem fuit per duniinum noatram pnpam commissio
FamagustBoo et NinocieDsi epiacupis ac nbbati Eleclensi NnrbonenBis dyo-
cesia et magistro Thome de Rente . . . Item Processus per diclos episcopoa
fsctus ad dictain recepcionem testium invenitnr fHctus anno domini MCC'CX,
IUI. die geu V. monsie Mail, indiccione VIll, contra ordinem et magnum
preceptorem. Et idi« dlco .seu V.*, quia iu principio Processus ponitur
IUI, die et in saperscripcione receptorum testium ponitur V, Item teslibus
pro niaiori parte eiaminntis unoa de dlctis episcupie commlait alteri viccs
suaa. Et ille solua proceaait od recepcionem pluriani testium. Et. fuit tota
ioquesta completH V. die liinii. Item in examinnclone testium confuse et
lurbato ordine processerunt, preponentes articulus poatpouendos et alias
intricate, propter qnod qaandoque deposicionea lastliini rclate nd articulos
sunt incerte et sine eano intellectu. F.t alios mulloa defeiTtua videtur habeic
inquesla lata, ut patet ei premissis.
Ans dieser Kritik ergibt aich, daß der Verfasser des Auszuges es
mit Beiner Aufgabe ernst nahm. Das Exemplar des Prozesses, das er be-
nutzte, atimmt mit dem von ScljottmDlIer edierten autfaliig in einzelnen
Schreib fcblern 1 dann natürlich findeii aich die gerügten Konfusionen in
Seh ottDiQ Hers ExempJAT.
r. b9— 64 stehen ÄuszOgo aus den Tempi er verhOren von Chinon und
Poitiers.
'1 D. h. vom Orden. SfhottmBMer II, 221.
'I Das stimmt mit SchotImUller II, 399, der Aussngo des ä5, ulcht-
templerischen Zeugen. SchottmUller hat nur 35. Am tiand steht hier:
Hie est incertitndo in articnlis. qnia non sunt ordinati ut alir. AuffHliig
der Übergang zum Plural, Ea gilt vielleicht für slie?
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394 Beilageii.
Iste suot concordancie inquente fflcle cam magno magUtro ttüms
Tempil et cum qnibusdsm nliis frntribus eiusdem nrdinia per inquiaiUireci
heretice pm^itatis cum eodom niHgistro et tribns aliis frntribus et per ttcs
dominos cardinitles depotatos per dominam nostrum cum eodem mogistro
et quibuadHm aliia fratribus de maioribua ordinin; et per ipaum domiDDCii
uostnim cum pturibua aliia fratribus dicti ordiuia BDp«r articnlig loqafotibos
de ftboegacioDe Christi etc.
CoDCOrdant (ratreB et magiater iafraacripti auper abnegacioDB, qne
fiebat in aua recepcione per eoa; aliqai taroen ponunt abDegncionein Iheaua.
aliqui abnegHcionem Christi, aliqui Iheao Christi, aliqui crucifixi, allqni eins.
qui repreaenlabatur per ymaginem crucifi^ti, sliqui ymaginia cnicifiii, «liqui
Dei, sliqui addunt: et saDctornm Dei.
In pri'mia fr. lacobus de Holny, magiater ord. niilicie Templi pro se
et fratribus Girsrdo de Ganchi, Guidone DalBni, Guidone de Cemayo, Gel-
tere de Lienticuria, militibua dicti ordinis ibi presentibna, confessaa fuit e\
asaeruit, quod de longis temporibus citra recepti io dieta ordiee Iheanm
Christum abnegarunt et ^pra crucem cum effigie Iheau Christi iu ipsii»
contemptui» spueniut el alia enormia commiaerunt Ipae cciam magiater
in sua recepcione ter abnegsvit Ihesum et bis spuit versus crncem etseael
iuxta in terra.
I. *) Dictua fr. larubua magiater ordinis postea coram dictis dominis
cardinalibus dixit, quod ipse fuit receptua. XLII anui sunt Tel circa, apud
Ueunam (!} djocesia Eduensis per fr. Ymbertum de Paraudo visitatoren
Fraucie, Abuegavit Deum, cuiua ymago erat depicta in cruce aibi oateasi.
Et apuit iuxta crucem.
fl. Fr. Raymbandus de Caron miles preceptor Terre ultramarine
rcceptus, XIiIII anni aunt vel circa, per fratrem RonceliDum de Foa precep-
torem Proninclo concordat cum proxime.
IUI. Fr. Gaufridns de Gomeallla miles preceptor domorum TempK
in Plctauta et IQ Aqnitania receptus VIII (<) anni sunt vel circa Londann
per fratrem Robbertum de Toruilta militem precoptorem Templi in Angiii').
V. Fr. Hugo de Parnudo preceptor Templi in Francis receptua
XLVI annia elapsia vel circa Lugduni per fr. Ymbertum de Parando
militem viaitabDrem ordinis in Francis.
So geht es weiter, im Hllgemeinen durchaus genau und korrekt. D*a
gan7.6 Konzept mit mancherlei Korrekturen und Verweisen. Wicblig "st
daß auch dieser Auszug dieselbe Zithlung und Reihenfolge der Verhüre mn
Chinon und PoJtiers bat wie Bd. 11 Nr. 154 und 156. Er spricht von
') Am Rande mit Zeichen: late et XII eeqoentee abnegaverunt Denm
seu illum, ciiius ymago erat in cmce, Beu qui representabatur per ipsai»
ymaginem, eeu ipsam ymaginem, oatensa eis cruce cnm yroagine vel cdEgi»
Ihesu Christi eeu crucifixi.
'j Dieser Passus durchstrichen mit Vacat, mnfi aber wegen des .XJl
eequentes* mitgezählt werden. Mec. hat Eweiraal GomeviUa.
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Beilagen. 895
16 Zeafton, zäblt far Chinon 6 (der Brief und das TerfaSr Jitkoba de Molay
g«)teD fDr 2, ducli acbeint er hier zuweiko zn achwankeD) und für PaitierB
weitere 40. Die beiden letzten |4T and 48 oder Pojtiera allein 41 und 42)
buben nichts ausgesngt, werduD dämm auch nicht nurgefOhrt. Alio niicli dieser
Anszng kennt Kr Foitiera nor die oben genannten 42 i,bezw. 40) VerhSre.
Cber die frabern VerfaOre and damit über die Falter wird hior nichts erwBhnt.
f. 42~48 tat« inquesta facta fuit in Florencia in ecclesia sancti
Egidii die lane XX. Septembris IX. indictionie. Der Auszug ist gennu.
Wer Wesen und Zweck dieser ÄuszHge objektiv betrncbtet, kann
uomSglich in diu rrrnicbtende Kritik ScliottmOlIors, Qmelins, Leos ein-
stimmen. Inkorrektheiten kommen ja vor, aber die Absicht zu fälschen, ist
nirgends zd entdecken. Das wfire ja anch unmdglich gewesen; denn den
KxamiaatDren lagen ja auch die Prozesse selbst vor. Übrigens, wer hat
die Auszflge benulztl In ihrer Konzeptfonn konnten sie doch nur dem
Ahfssser selbst dienen, Äbscbiiftcn von ilinen kennen wir bis jetzt nicht.
IT. Die Templer and die Belebte.
Zwei Punkte verdienen hier kurze ErwBhnoag. ZunBchsti Wie ist
die Behauptung vieler Templer zn verstehen, daß si». die ihnen zugeschrie-
benen Vergeben gebeichtet haben? Prutz bat gerade in der Sr.hihleruug
der Beirbten schwer Belastendes für den Orden gefunden '). Wenck betont
im Anacbing an Lea III, 275 die U ng I au b Würdigkeit gersdo dieser Aus-
Mgea'). Die Templer hatton ja von den BischUfen. pApstlichun Pllniten-
ziaren nsw. gsr keine Absolution empfangen kennen. Das ist so allgemein
Dicht richtig. Natürlich konnten die BischGfe von Häresie absolvieren und
«b«D8a auch pftpelliche POnitenziare, wenn letztere die FakultAt bekamen;
nirgends steht, dafi nur der Inquisitor hsbe absolvieren können. In Todes-
gefibr konntei es ja jeder Geistliche, Ausdrücklich bekunden die Templer,
ä»6 sie zu einem Geistlichen gegangen, der die Vollmncbt hatte. Ferner
l:ommt es doch darauf an, nie der Beichtvater diese angeblichen Bekeunt-
nisw anffasaen Binfita: die Roheiten, Sodomie brauchten doch als Häresie-
artikel nicht zn gelten. Und auch bei den andern brauchten die Templer
ja nur zu beloneu, daß sie gezwungen, in Todesgefahr es getan hatten, wie
nianche es ja auch darstellten; selbst in diesen Fallen würde kein Reservat
rorliegen. Ich meine also, daß in dieser Weise die UnglaubwQrdigkeit
nicht nachgewiesen werden kann. Es wfire doch auch hSchst sonderbar.
^ die Templer derartig an sich UnglaubwOrdigea nicht bloß den Inquisi-
toren, den Bischöfen, sondern selbst dem Papste im VerbCr erzahlt hatten
und dag dieser nicht sofort sie daraof habe aufmerksam machen lassen.
Uirae Kreise: der Papst, die pspstlicbe Kommission, die Inquisitoren haben
>nch diesen Teil der GestHndniaae für wahr gehalten nnd darum auch keine
^«iterea Nachforscbnngen angestellt. Die Aussagen des ßeicbtvatera hatten
') D. Ztsuhr. f. Geschwisssch, 1894 S. 2T0 f.
') Gatt. Gel. An». 1896 8. 634.
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396 üeilBKcn
erfolgen können. Nneh Heniior, l>iträge zur . . , Kompetenz der Ketzer
gencht« S. 238. kann mit Einwilligung des Bck.litcudcD der BcicIitTHt r in
Stichen der Härenie Zeugnis alilegen. — Etwas Anderes ist natiirlich die
Frage: Haben die Templer diese Vergehen tatRHchlich gebeichtet? Da innG
ich mit Nein nntworten. Aber das Individuelle b«i der Angabe der Üeicht-
vAter, des Ortes us»., knnn dns auch erlogen sein? Oewifi, ebensogut wie
das Individuelle bei ihren sonstigen Aussagen, Sie hatten jn Zeit genug-
sirli den Fall zu konstruieren. Sie konnten, wie ich Rnnehmo, dnbei »ti
irgend etwas TatsUcliliches anknüpfen, an eine Beichte bei dem Betri-ffenden
oder ähnlich. Daß die Oefthr der Aufdeckung der Unwahrheit nicht groD
war, ist zuzugestehen. Wie sich ein solcher Fall konstniieren lieD, zvigl
Johannes de Folliaco, der als seine Beichtväter die Bischöfe run Mcnux und
Piiris nannte: denen wollto er erat alles speziell gestanden hüben. spAter
sagte er, er habe in der betreffetideu Beichte ganz generell erzählt, jemand
habe ihn zur Verleugnung des Glaubens vcranlatisen wollen. Das sollte
der Bischof noch wissen? Oder leugnen können?
Der zweite Punkt betrifft die Laienbeichte bei den Templern. Ancb
hei den Templern war wie hei den andern Orden das tägliche Schuld-
bekenntnis über Vergehen gegen die Regel üblich, das natürlich von der
sakramentalen Beichte zu scheiden ist. Ob hier die I.aienobem bei der
Absolution zuweilen za weit gegangen sind, oh sie die sakramentale Formel
Angewandt und die BrDdcr geglaubt haben, dadurch von allen beksDuten
und nicht gestandenen Sünden nbsotviei-t zu sein, war Gegenstand hiuflger
Untersuchung, besonders in England und Frankreich; in England stötztaich
hierauf zum guten Teil die Vcrurteilang der Templer als häresieverdlichti;.
Während au» Spanien, Cypem usw. ganz klare Antworten der BefrsgleD
vorliegen, wonach sie scharf zwischen beiden Arten scheiden und einsD
Übergriff der Obern entschiedenst leugnen, lS6t sich fQr die leiden andern
Lünder die Snche nicht so völlig abweisen, zumnl wenn man erfährt, dafi
in einer Versammlung des königlichen Rates, an dem doch auch «ehl
Bischöfe teilnahmen, Molay kurz vor der Gefangennahme Äußerungen gttaa
haben muß, die in dem Sinne der Berechtigung einer I.aienabsolution ge-
deutet werden konnten nnd die ihm nlsbald als Häresie ausgelegt worden
sind '). Vor allem auch, wenn man bedenkt, daß auch schon etwas frDher
von unbeteiligter Seite den Ritterorden die fieig:ung, sich des geistlichen
Amtes zu heni Mehl igen, BuHe aufzuerlegen und loszusprechen — doch im
sakramentalen Sinue? — vorgeworfen wurde']. Die neueste Forschnng hat
') Vgl. Finke II, 143. An der Tatsache ist wohl nicht zu zweifeln.
Wie Molay die Worte aufgefaßt wissen wollte, wird allerdings nicht kinr
zustellen sein. Dieses ist Klemens V. ilberbracht, er hat es in seioe
Templerschreiben aufg mm I IIJ 329 (in der Addition in der freo-
ztlsischen Ausgabe v R 1 ) h bt f Grund des heftige Anschuldi-
gungen gegen Kieme k I II d g die Tatsache nicht. .
'') Usnrpant la d t m ffi p nitentiam pro escessibus in-
iungentos et ciindcin p I b t 1 I m on siot eis clavcs coinniies«?
oy Google
I)«ilagen. ä9?
ia auch ergeben, da£ im 18. Jnbriiuiidert in klösterlichen Laienkreieen eine
gewisse Neigung besinnden hat, die Lnienbeichle über den Notfall auszu-
dehnen, da6 itian ihr anderswo auch in Falten das Wort rodet, ,in denen
eine nicht gerade zwingende Notwendigkeit vorlag" ').
I>ea bat nun ein ganzes System liier konstntiert. um nachzuweisen,
ilaS die Laienbeirhto im Orden das Ursprüngliihe und Alleinige gewesen;
■ia5 erst seit dem Lateraneosc die Kleri herbeichte hinzugekommen; und dafi
bierin, da ihre Bu&cericilung viel laxer gewesen, einer der Gründe der
Deniomlisalion des Ordens liege*). Diese Anaicbt stützt sich auf unbe-
wiesene, zum Teil fnlache VorausBetiungen, Ich kann der Frage, ob
Laien- oder KI erib erbeichte, unmöglich die IJedeutung Tür das Ordensleben
der Templer zusprechen; zumal wir ja sehen, do6 das oltu Schuldbekenntnis
im Orden noch bestand '').
nee ligandi et solvendi uti debpant potestate. Vgl, Döllinger, Beiträge zur
polit., kirchl. und Kultur-Geschichte II. 196.
') Keeniger, Die Beicht nach Caesarina von Heiaterbarih (1906) S. 73.
*) Das bat auch nach iUichelet I, 448 ein Templer getan; seine Ana-
füliruDgen sind aber sicher nicht vertrauenerweckend.
') Vgl. I.ca 111 (in der franzSalschen Übersetzung S. 32älf,). Dann
seinen Artikel: The Absolution formulaof tbe Templars, in: Papers of American
Cbnrcb History Society Vol. V (1893) p. 37 ff. Hei seinen Zitaten aua
Ihomas von Aquin, der Summa Astcsaun und der Summa KoaelU hat er
Siellen. die eine nndere Ansicht aussprechen, übersehen. Das stärkste
Verseben Ist ihm mit folgender Stelle untergelaufen. Er zitiert Johannes
V..D Freiburg. Summ.i casuum I. III t XXSIII queat. 48 (nicht 47i: Quis
pofsit absolvere Templarins. Hospttsltirloa et alios religiosos non habentea
prelatom sacerdotem? Respondeo secundum Raymundum § XVllI. Item
i|Ui>d Templarii: Credo quod non possint absoivi a talibus prelntis, cum non
liahcant ordinem clericalem. niai habeant hoc de specinli Privilegium sedis
apostolice? Dann weiter: Hodie autem expresBum est de fratribna Hoapi'
talis lerosolimitani. quod possunt a suis prioribns, qni presbileri debent esse,
absoivi sicut reguläres alii a sui.s prelatia. Lea meint, es handle sich um
die ßeichtjtbsolatioii, wfthrend es sich tatsiichlicb um die Absolution von
der Exkommunikation bandelt! Das würde er gemerkt haben, wenn er die
Stellen selbst eingesehen hättf, denn der vornufgehende § 47 beginnt:
Deinde qnero, utrum reguläres posaint abgolvi n prelntis suis a cnnone late
sentenlie. Und g 48 folgt, dnE wobl die Frioren der Dominikaner und
Minoriteu ihre Manche absolvieren künnen, nicht aber die geistlichen Frieren
der andern regulären Orden, da sie nd nutum ihres Vorgesetzten stehen. —
Sie ganze von Lea nngeschnittene Frage bedarf einer neuen sorgfUltigen
Untersuchung. Das Buch von J. Lnurain, De Tintervention des lalques . . •
dans l'administration de U pi^nitence (1S97| hat bierfür nichts. — Salvemini
bat in seiner Rezension des Gmelinscben Buches in Arcb. stör, Italinno,
äer. V tom. XV p. 22511. nichts, wiis Beachtung verdient.
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Vorrefornationsgeschichttiche Forschungen
herausgegeben von Prof. Dr. Heinrich Fiuke, Freiburg i. B.
Bisher erschieDen:
Bd. I: Landmann, Dr. Fl.: Das Predigtwe«eii in Westfalen in
d«n letzten Zeiten des Mittelalters. Ein Beitrag zur Kirchen-
und Kultui^eschichte. XVI und 250 Seiten. Preis geh.
5,50 Mk.
M. U: Finke, Dr. H.: Ans den Tagen BoniAu' VEII. .j;if. Seiten.
Pi-eis geh. 12 Mk.
ßd. IK: Losten, R.: Staat nnd Kirche in der Pfalz im Ansang
des Mittelalters. Xfl u. %H S. Preis geh. ü,-'.0 Mk.
ß^l. IV: Finke. Dr. H.: Papsttnm nnd ünter^ug des Templer-
ordens. I.Darstellung. XVI u. 898 S. Preis geli. K Mk.
l!d. V: Finke, Dr. H.: Papsttnm nnd Untergang des Templer-
ordens, li. Quellen. VIII u. 400 S. Preis geh. 12 Mk.
Jeder Band wird einzeln abgegeben.
Münster i. W,
Aschendorffsche Buchhandlang.
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THF. NL'A' YORK-
PUBLIC CPKARV '
41Ji
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yorreformätionsgeschichtliche
Forschungen.
HERAUSGEGEBEN
VON
HEINRICH FINKE.
V.
PAPSTTUM UND UNTERGANG DES TEMPLERORDENS.
II. BlID: QUELIEII.
VON
HEINRICH FINKE.
MÜNSTER i. W. 1907.
DRUCK UND VERLAG DER ASCHENDORFFSCHEN ÜUCHHANDLUMO,
DigiiiLCD, Google
PAPSTTUM
UND
Untergang des Templerordens
II. BAND: QUELLEN.
D?. HEINRICH FINKE,
O. PROf ES80K 1)EK GESCHICHTE IH FREIBUBO i. U
MÜNSTER i. W. 1907.
DRÜCK UND VERLAG DER ASCHEN DO RFFSCH BN BÜCHÖANDLUNG.
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n.
Quellen.
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Inhalt des II. Bandes.
1. Briefe, Reden und Gutachteo zur Geschichte des
Unterganges dei Templerordens
ir. ÄragoDeaische GusRndtschaftabericbte vom sllge-
meisHD Eonni) von Vieone sowie Antworten des
KSnigs. 1311 nnd 1S12
111. Templerprozesse
Namensverzeichnis zu Band II
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Ergiimiiigen nnd BeTiohttgangeii.
a 1 Nr. 1, H. de A. gefKugen 1288. Vgl. Gestoa des Chipmin
S. 287 DDd 810.
Nr. 3 jetzt Templar. Nr. 27.
Nr. 4 Templar. 87. Or. Dat. in Dertusensi inauid.
Nr. 12 1. Juni 21 et. 2.
S. 29 Z. 1 I. Amanevua at. Amaricua.
S. 39 Z 17 von 0. I. faciliter credere at. des handscbr. tnctre. crrdiliter.
Nr. 29 gedr. Mönard, Hist. de Niames, prenvea p 206 nnd Dnpu)-,
Hiat. dea Templiera p. 199.
Nr. 31 nicht an Jnjme 11. An wen?
Nr. 32 anci) Or. Templarios IST. Darin ebenfalla die Ziffer XXXVIII.
Nr, SS etwae spHter zu aetzon. Zti Anni. 1 S. 50 vgl. Reg. ^Ip^
mentia V Nr. 1783.
S, 52 Anm, 1 ist 9. Nov. ku setzen.
S. 57 ■/.. 10 mna Z 8 v. u. las voa.
S. 62 Z. S. Eb exiatiert ein aolcbes Schreiben Reg. 140 f. 7T<.
S. 83 I. Januar 28 si 21. Esquivus al. Esquinus.
.S. 88 Z. 12 V. u I. portitorem.
a. 89 Z. 29 die LDcke dar a un.
S. 142 Z. 2 Punkt vor et.
Nr. 91 Bischof Petrus.
Nr. 92 Z 2 1. IS. Aug. st. 12.
S. 184 Z. 3 1. At Bt. Ac.
8. -195 Z. 2 V. u. 1. veatris st. noatris.
S. 196 Anm. 1. Die Liate vernffentlfche ich nicht, dn sie sich ^^
Aem Reg, Clementis V findet.
S. 202 Z. 5 I. escriu.
ß. 219 Z. 14 V. u. I. 3:.
S. 224 Z. 11 V. u. 1. BomarduB.
S. 227 Z. 16 1. Guilelmua et Gaston. (Auch 228)
S. 245 Z. 10 V. a. eher ModioB.
S. 274 Z. 12 1 temeu et. tomen. Z. 16 rerneni richtig.
S. 275 Z. 8 T, u. 1. Romeu.
S. 280 Z. 8 V. n. I. lo st. to.
Nr. 148. Vgl. Bog. Clem. V Nr. 3629, 80 die Abweichmg«
S. 304 Z. 7 Acaden richtig,
S. S09 Z. 1 1. Evurcio; ebenso 8. 812 Z. 14 v. n,
Nr. 151 wohl Öayeus,
S. 316 ob Donadei at. Douaderi? HS, eher deri.
8 821 Z. 4 V. Q. I. Alneto.
S. 831 Z. 19 wohl Pontivi.
S. 844 Z, 8 V, u. I. magni preceptoris Frov. locUm tenentem-
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L Briefe, Reden und Gutachten
zur Geschichte des Unterganges des Templer-
ordens.
]. KSnlg J«jme IL Ton Hldlt«! «d itn OroBmelst^r der Templer
Wilhelm von Beai^eD ; ttb«r di« Gchiifeiiiiahme, Leiden und
Befreiung' des Templers Hug« von Ampurliis; die schlimme La^e
des h. Lande«; Über seinen Wunseb und «eine BemUhnnKen, mit
dem Papst« (Nikolaus 1V.> sn^esShut zu irer^en. <128ft— ]2»1.)
Jacobus Dei gracia etc. Giiillelmo ') de Belliaco « etc.
Magnitudinis * veslre liUeras gratanter recepimus et, que ipsa-
rum continebal series, pleno colleginius intellectu. Super eo
auteni, quod«' miserabilem captionem nobiiis Tratris Hugonis de
£mpurio, vestri ordinis, devott nostri, qui captus extitit in Tre-
politano '' conflictu et Soldani *) carcere detinetur quodque pro
lil)eratione ipsius interponeremus efficaciter partes nostras: vo-
bis rescribimus, quod de ipsius captione suique maceratione
carceris turbamur et benigne conipatiniur. Pro cuius liberationc
aput eundem Soldanum cum nuncio et Ittteris nostris laborare
nostra aerenitas non obmitet. Debilem autem et gravem sta-
tum Terre Sancte et dicli Soldani enorniitatem orribilem, quem
nobis misse vestre littere continebant, tanto molestum et gra-
vem reputamus et gerinius lantoque christicolis ibi degentibus
benigne compatimur et humiti corapassione prenioniti eorum
Processus et actus ad meliorationis statum dcbituni cupimus
reformari, quanto pei-ditionis fllius superbie comua in ultunt
a So statt Belliioco. b magnitunia. c Fehlt ein Wort. il So.
') Der drittt«tEte Templergrofimeister,
') Soltau Kelsvun oder Malek b1 usclimf von Ägypten,
Fiak*, PkpattDin und Untergkug dos TamplHTordena. 11. 1
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i Briefe, Redeo and Gutachten.
erigens nee considerans omnipotentem superbis obstare' dm
etiam contetitus, quod terras et loca ipsarum parcium Christiane
ditioni subditas sue subiecit dominio pravitalis, /" unicam teirain
Acon totis viribus conatur invadore et in tantum inier cbri-
stianos gravis et discriminose guerre regnat perplessitas, quod
predicte terre succursus et subvencio, que ordinari possei in
brevi, ab eorum oculis dignoscitur aliena, nee curant terram
rediniere, quam orbis condilor proprio 5?anguine consecravil,
Et o utinam placeret sanclissimo patri, doniino summe ponli-
flci nos ad sue gracie pietalis et misericordie sinum ctemenler
admittere! Cuius obtenta gracia felicium predecesäoruni nostro-
rum iinmilantes vestigia in Terre Sancte subsidium potenler
et magnanimiter transirenms. Super quo gratf . . . inten-
C'ionis noslre proposituni vestram non latent noticiam et publica
fama laborat. Et olim, immo pluriei^ pro ipsius oblenlu
gratie ad prediclum dominum summum pontillcem noslros
soilempnes ambasalores et nuncios non destiUmus destinare.
Dat. etc.
Barcelona, Archiv, TemplarJus Nr. 83. Gleichzeitige Anaferiigiing
Papier. Die EretDrmuDg von Tripolis fand 1289 atatt ; die Erobening
AkkoDS stand bevor. Deshalb die Dntierong. Jayrne II. war damals K5nig
von Sizilien und als solcher mit der Kurie zerfallen. Über aoine AassSb-
nungsverancfae mit Nikolans IV. und Kr^uzzugeprojekte werde ich spUer
die Quellen veröffentlichen. Der vornehme Gefangene gehört einem vielg^
nannten katalaniecfaen Geschlechte an. Er wurde tats&chlich be^it, wie
auB folgendem Dankschreiben (App. gen.) des frater Hugo de KmpDriis or-
dinia milicie Templi nn den KDnig Jayine 11. hervorgeht; . . . Quit, poet.
quam domians me a carcere liberavit, hoc apecialius peruptavi et ob boc
ad partes istas traosfretavi, ut peraonam iltustrissimam vestram corporeis
oculie visitarem tanquam illam, quam scmper nateraliter dilexi : quod ani-
mus afectat, corpus non permitit, ut ad presenciam vestram personaUlet
accedam, quia vexatua debitia, que tnutoo acMpi pro deliberacione mei,
habeo teuere hoatagium in hac terra. Alias nullus me tenaiaset, qain ad
vestram presenciam avcessissero, set predicta de causa roageetaa regia du
teneat excusatum . . . Dat Barchinone feato beati Laurencii. Or. Fap.Sep.
Auch über das interessante Kapitel der politischen oder diptoroatiachen Ge-
fangenenbefreiung aus mohammedanischen Händen hoffe ich apiter Hateriil
veröffentlichen zu können.
e obstere, / DIo verderbte Stelle subiecü dominio pravitati bäte
ich so geündert. ß Lücke fDr anderllialb Wörter.
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Nr. 2. Uai 14 (Anfiing des 14. .III). Hr. 3. ()301) Kovember 8. 9
i. (Mrasmeister Bennfar de Cardon« bd den Komtur tqd Peiil«-
Fol«: Etn Sarozeue hat Ihm ^kla^, daß er seine grefanf^ne
Tochter Ton Jaeme Pddh loskanfeu nollte nud tod den verlang-
ten 460 BOl. 400 gezahlt habe. iBzirlsehen sei seine Toebter
t'hrfatin feiTOrden nnd nun irolle Ibm Jaeme die 400 sol. nieht
zarttekiaUen. Befiehlt fUr Gerechtigkeit zn sorgen, damit der
Sarazene nicht TOn einer Recht« rerletznng sprecben k^nne.
Barcelona Mal 14 (Anhng des 14. ib.).
Frare Berengar de Cardona de les cases del Temple eti
Arago et en Gatalunya humil maestre et visitador genera) en
Espanya al religiös et honest frare Arnaut de Banjuls, come-
nador de Paniscola, salutz et bona amor cn Ihesu Christ.
Fem vos saber, que Abduzalem el causseri Sarray es vengut
devant nos, claman merce, que diu, quen Jaeme Pons de Pa-
niscola avia una sua ßlla a cativa, que avia nom Fatinia, de
la quäl filla sua el fe avinenca ab lo dit Jaeme Pons, que la
roeraes per CCCCL sol. de Bar^alones et pagalin encontinent
los CCGG sol. et dementre, que percassava los L sol., la dita
Ulla soa se fo feyta crestiana et axi el demana, que li retessen
los dilz CCCC sol. et diu, que nols hi volen retre. Per que
nos vos deym, que al dit Sarray fassats fer compliment de
dret et de raho, en tal manera, quel dit Sarray no pusca dir
ab Verität, que el troba en nos desfaliment de dret. Dades a
Bar^aiona XIIII dies dins maig a la entrada.
Barcelon«, Archiv, Templarios Nr. 83. Or. P»p. Bsp. Derartige
Kecblsverhaitnigse und -Streitigkeiten kommen in den nriigOResisclien IVmpler-
Witznogen Öfter vor.
3. UroBmeist^r Jakob Ton Molay an KSuIg Juyme II. von Aragonien :
Neuigkeiten aus dem h. Lande; Belagerung ton Tortosa. Nfino-
Unra (ISOlt NoTember H.
Illustrissimo et potentlssimo domino, domino Jacobo Dei
gracia regi Aragonum dignissimo frater Jacobus de Molay Dei
gracia pauperis nilücie TempJi magister humilis saluteni et
paratam ad cuncta beneplacita voluntalem. In audiendis nova
prospera vestri Status anxiis alTectibus coUdie laboramus. Ea
fffopter dominacionem veslram iusla" posse deprecamur, ul,
a So Or.
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4 Briefe, Reden nod QntacbteD.
si qua facere possimus, que sint dominacioni vestre placencia,
nobis voslris litteris iniungatis, cum simus parati vestris bene-
placitis totaliler obedire. Et quja credimus, quod de novis
partium Terre Sancte cupilis informari, vobis tenore presen-
tium duximus enarrandum, videlicet quod rex Ermenie misit
r^ Cypri suos nuncios, qui dixerant, quod dominus rex Her-
menie interlexerat«, quod Casanus erat ad presens ad partes
terrarum Sordani " venturus com " multitudine Tartaroruni. Et
nos predicta scientes ad presens intendimus ad insulam Tor-
tose, ubi noster conventus stetit com " equis et armis toto
hoc anno presenti, qui in frangendo casalia et capiendo homi-
nes Saracenos et eos depredando multa dampna intulit Sara-
cenis. Et nos ibidem stetimus et stabimus Tartaros attenden-
do. Ea propter dominacionem vestram, quam dominus Deus
noster in statu prospero conservet, roframus quam plurimum.
ut nostras domos et fratres dignetur habere in sua gracia com-
mendatos. Dat. Nymocii VIII. die Novembris.
Archiv, B&rcelDn&, App. geo. Kr. 27. Or. Pap. Ssp. Der Verlust dn
Insel TortosA fand im Oktober lS(t2 statt. Damm wird oben das Jahr 1301
anzunehmen sein.
4. Fr. Bemsrdns Gnillelml Dentenzm, ordlnh hospItAlls Banetl Jehanib,
«n König Jsyme II. toh AraRenlen : Über seine Fahrt iim h.
Limde, Sieg and weiter« PIHne des TutarenllrBteii Cisan geg»
den HgyptlBehen Snltan, SelilEderang der Lagt bei Tortosa, ttb«
die Ritterorden, sein EintriU bei den Hmpltalltem. (1301 0
Purissime devocionis integritas, qua ei^a Terrani SanctaiQ
a longo tempore citra accensi noscimur, cuiusmodi devocionem
nisi sumus pro viribus iisque ad diem hodiernam perrectioni
dare, in Terram Sanctam venire nos monuit et induxit In
Ciprum itaque cum omnibus nostris rebus venimus sospitate
nobis comite per Dei graciam, opinantes statum Terre Sancte
aliter, quam fecerimus, reperire. Verum certum fuil, quod
Casanus venit anno preterito in terra paganismi et iniens
bellum cum Soldano perfldo et aliis magumeticolis de eis
strage facta inmani per Dei graciam viriliter triumphaviL Quo
facto Casanus rediit et eius sequaces post eum, Quliuni castrutn,
n So Or.
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Nr, 4. (ISOl?) 6
vitlain vel fortalicium capiendo. Quinimmo post regressum
ipsonini plebs scelerata sibi totam terram breviter occupavit
el eam tenebat et possidebat in presentium factione. Casanus
autem, qui fuit in terra sua, myt plures nuntios suos in Ci-
|Hiini illustri regi Cipn, magistris Hospitalis et Templi, eis
signiflcans, quod esset in terra infidelium filioruin Isinael, qui
ilicitur vulgariter Chem, per totum mensem Novembris proxime
retro lapsutn. Et quod Christiani pararent se venire ad eum
cum toto conatu suo et ipse eis redderet terras et loca a
ChristianJs inhabitari sollta et ultra eos graciis amplioribus
confoveret. Quod christiani audientes , arbitrantes prodicta
iiiaiorem fructum et duiciorcni dirisliano parere populo, pa-
raverant se et venerunt, videlicet egregius vir dominus Tiren-
sis, frater illustris regis Cipri, de mandato suo cum quantitate
nimia gentium, armorum, magister noster Hospitaits cum toto
passj^o suo, quod fecil pulcnim et honoratum valde, et cum
gentibus suis Cipri, et m^ster Tempil cum toto conventu suo
et pulcris aliis gentibus venerunt ad Dertusensem insulam vi-
cinam solo solido sancto duobus miliaribus, a qua insula se
transvexerunt in terram firmam, magnis se tradentes periculis
et casibus, ubi morantes viginti quinque diebus et pluribus,
cum quibus morali fuerunt in confectione presentium tarn in
insu)a quam terra ßrma quatuor mensibus et plus. El adhuc
ibi sunt ipsius Casani adventum cotidie prestolando. Ibi
enim plura amiserunt et vastaverunt de amesiis suis pro forti
jeme, que ibi viguit isto anno. Nosque cupientes exequi
pro viribus nostre menti^ conceptum predictum, venimus ad
predictus dominos ad ipsam insulam, ubi in horum scriptione
diu degeramus in «liorum fidelium comitiva ... De domi-
bus Hospitalis et Templi et earum magistris, specialitcr a nia-
gistro nostro Hospitalis, qui nobis plures fecit curialitates, amo-
res et gracias, nos possumus plurimum collaudare . . .
Er ist in den HMpitaliterori]«n «ingetreteo, hat spin TeetameDt vor
dem Weggehen atu Aragouien gemocht und bittot den KSoig. beide Dinge
u genehmigen.
BkrceloDA, Archiv, App. gen. Nr. 8. Or. Pap. Ssp. Ea kaoo eich hier
wohl nur am das Ende des Jahres 1301 oder um Anfang 1302 handeln. Aua
Ddaville le Bonlz, Cartulaire de l'ordre des Boapitaliers IV, I Nr. 4779
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6 Briefe, ßod«n nad Gutachten.
und 4780 vom 22. Dezember 1307 erfahren \TJr von Bainer Aufnahme unter
Wilhdm von Villaret (13Q0~1305}, Bejnem Tode und seinem Testament.
Aus allem geht hervor, daä Bemardus Guillalmi de Eutenza emt in allen
THBen Hoepitaliter geworden ist
5. BlMhof PelruB fon Lerid« >■ KSnlf Ja^me D. : Kl^eu über dir
VeriTfItitnngren nnd Brandlefun^n, irelehe dt« KrairoDMiaftn
Terapl«r Kegen Ihn, seine Kirche nnd §elne Unterfebenen M
erlauben. Leilda (Xutmng des 14, Jh.) 22. September.
Serenissiino ac magnilico principi domino Jacobo Dei
gracia r^i Aragoiium . . , sancte Romane ecciesie vexillario,
animirato et capitaneo generali PeLrus Dei gracia Ilerdensis
episcopus salutem cum reverencia et honore. lam vestre re^f
magestati nuper scripsisse recolimus graves inturias et offeDsas,
quas fratres Tempil nobis et llerdensi ecciesie contra ius el
iusticlam Intulenint. Et hiis non coDtenti mala peioribus
infferre" non desinunt. fncessanter nam congregata IHtnim
niilitum et peditum multitudine in exercitibus mandalis publice
et indictis cum armis el manifeste, ymmo notorie de die in
diem nobis et ecciesie' llerdensi et hominibus locoruni noslro-
mm danipna inferunt, quanta possunt : incidendo et talando
arbores, imnutendo" ignem, destruendo, frangendo et combureo-
do molendina, domos et hospitia nostra [et] >> nostrorum ho-
minum predictorum sine aliqua iusta causa. Et quia venera-
bitis Bernardus de Fonoyllario, consiliarius illustris dotnini in-
lantis, quem Bemarduin nos suspectum habemus, et non sine
causa, pro eo, quia tenel quandam castetaniam de ('elma pro
Templariis et habet aliquos consanguineos in Tempio, proul
nobis dictum est per aliquos fide dignos, dirigit cum ipso do-
mino infantc ad vestre dominacionis presenciam gressus suo^
et timemus, ne forte ad inrorniandum vos in isto facto pro
Templariis et contra nos vestre serenitati ducat aliqua propo-
,nenda: ideo excellencie vestre supplicamus, quatenus, si vestre
doniinacioni loquitur de predictis, fidem vobis super ipsis non
placeat adhibere, . . . set venerabilis et discretus Natalis Rai-
nerii ... et aliqui etiani de consilio dicti domini infanlis
potenint dominacionem vestram instruere, . . . quia persone
a So Or. b Fehlt Or,
izecy Google
Nr. 5. (Auf. d. 14 Jh.) 22. Sept. Nr. 6. (1302t Febr. 18. Nr 7. (1305) Dei. 9. 7
sunt, que pro nobis vel Templarüs noii devjarent a tramite
verilalis . . . Dat. Herde X. kalendas Octobris.
Bftrc«loiiB, Archiv, App. gen. Nr. 5, Or. Pap. Sap, Bischof Petrus
regiert von 1299—1308. Bemord de Poaojllarjo ist ein^r d«r bedeutendäton
Staatemknner Jitymes II., mehrroch nach Gesandtor. Vgl. ant«n. Er war
Slellrertreter des alte8t«n Sohnee des Königs. B. Petrus gehSrt zu den
HdoptkorreepoDdenten des Königa, als die VerfolgDug bsgann,
6. Paput Bonibz Tin. ladet den General riBltator dei Templerordeus,
Hiifo de Peraiido, nneh Bern ein. Latenui <1S02) Febrau- 1^.
Bonifacius episcopus servus servorum Dei dilecto ßlio fratri
Hugoni de Prato, visitatori generali ordinis milieie Tempil in par-
libus cismarinis, salutein et aposlolicam benedictionem. Cum
presencia tua indigeanius ad presens, volumus et per aposto-
Itca scripta in virtute obediencie dislricte precipiendo manda-
mus, quatinus usque ad festum resurreclionis dominice proxinte
fulurum ad tardius ad nos personaliter te conrerre procures,
prosecuturus , que tibi duxerimus iniungenda. Dat. Lateraiii
Xll. kalendas Marcii, ponlificatus nostri anno octavo.
Paris, Bibliothäqae nat. Cod. Lat. 10919 f. 34. Wie ans den beiden
bei Dapay, Biet, du differend d'entre Boniface VIII. et Philippe lo Bei p, BO
u. H2 gedmckten Briefen hervorgebt (Briefe nn den Herzog Robert von Bur-
gand seitena des Kardinalprieeters Robertus s. Poteotiane und des Eardin^'
diakons Hatteo Roasuj iat das Schreibon an beide per religioaum virum
fratrem Hugonem Depotem visitatoris Tempil im Sommer 1302 Uberbraclit
worden. Dna iat der später geflohene Templer Hugo von Chalons. Von
eiTiein Aufenthalte des Grofivisitatore in Rom verlautet nichts. Nach seiner
StelluDg za Philipp d. Scb. im Jahre darauf darf mau wohl sein KernbloibeD
VDQ Rom aonehmen.
T. Der kg'l. PrDknnit«r Jobaaaeit Bargnndl, Sakristau tob Hallorea,
and Gondlssalvas ßarmle an Kitnl? Jayme II.: UnmSgl Ich keif,
elae Avdleaz bei FapHt Clemens V. zu erhalten. Endlich for-
gelaseen, dürfen sie nur Hber die An^lefenhelt mit Philipp
den Sehflnen reden. Ihre Pelitlonea. Be«nehe. Philipp d. tjeh.
vermag: alles iiei Clemens V. Seine Kardinal akandldaten. Lyon
(130&) Dezember 9.
Sie kounteu nicht schreiben, weil sie immer auf Cnterredong mit dem
Papat warteten ; sie kannten trotx Drängens keine Audienz erhalten. Sonn-
t*e frOh sandte der Papst Etoten ; trotzdem ging es nicht, er verschob es
luT den folgenden Tag, Montag, dann St. Nikolaus. Da kamen sie in
Bptier Nsdit an (de nocte mnltum tarde) :
izecDy Google
8 Briefe, Reden und GntatditMi.
. . . Antequatn aliquid diceremus, dixit, quod propter
n^ocia regis Francie noii potuerat nos videre et quod io cra-
stiniim bene mane redireinus et audiret nos et quod portaremus
procuratoriuin, quod habebamus super facto r^is Francie.
Quod et Tecimus. Et tarnen eum videre non potuimus, donfö
fuit nox adeo magna, quod comunis hora erat ad intranduni
lectum. Expectabainus enim pro eo, quod miserat DObis
dicendo, quod [non] " recederemus. Et tarnen ... * dixit no&is,
quod non loqueremur sibi de aliquo alio negfocio nisi hoc sohiiii.
in quo statu erat et reraanserat negocium [domini]« r^
Francie ') . . . Et cum peticiones . . . sint impedile, . . . yo-
luimus ei dicere explicite et nullo modo voluit audire, quia, ut
dixit, nullo [modo] " 'posset applicare animum ad aliquid, dum
ista negocia regis Francie tractabat, quousque essent totalitär
expedita. Diximus ei , . . [de] cardinaintu et archiepiscopatu. *)
Et respondit, quod bene recordabatur, quod rogaveratis eum el
[quod] " responderat vobit^, quod tunc non erat locus, sed suo
loco et tempore recordaretur et quod fueratis content) de sua
responsione. Et tum surrexit pedes et dixit, quod recede-
remus .... Peticiones autem predicte impedite sunt, quia
in responsione eius domini pape super decima est ita signatum:
Fiat, exceptis exeniptls etc. De dispensacione duarum ßlianun ')
vestrarum, quia verbo fuit petita, non est ibi scripta respoDSto,
alia p[etic]io super facto Alexandrie *) pro eo, quod vos petitis
adiungi de iam absolutis, non expeditur adliuc . . . Opinio
est multorum, quod rex Francie tenebit hie festum ') . • . Labo-
rabimus, quod . . . pi^ticiones expedianlur cum papa per
aliquem cardinalem, si invenerimus, qui de hoc sibi loqui Teilt
a Erginzt. b Loch im Papier fDr 1 Wort.
') EhepiHne und Streitsache wegen des Tal de Arui. Darflber in
einer spfttern Veröffentlichuag.
') Jnjme II. hat die Bitte nm einen nrogonesiachen Kardinal immer
wiederholt.
') Betrifft HeiratediapenBc fQr beide.
*) Betrifft daa Verbot der Ausfuhr nach Alexandrien und gewiw
Dispense.
') Weihnachten.
izecDy Google
Nr. 7. (1305) Detember 9. Nr. 8. {1305) 18. nnd 23. Dezember. 0
et audeat Dux Calabrie^) nondum venit, neu creditur, quod
veniat rege Francie hie existente. Et archiepiscopus Arelatensis,
qui venerat ad curiain , recessit hitic et ivit ad eum . . .
NoQcii rcgis Castellc nichil breviter expediverunt aec iiiduc-
cioues et informationes nostrc vel sue aliquid profuerunt. Sed
isla fuit finalis responsio, quod ipse erat occupatus circa n^ocia
regis Francie multipliciter et ideo non poterat intendere istis,
sed dtxit, quod recederent dimisso hie uno ex se. Sed non
credimus, quod faciat intencione benefaciendi seu procedendi
in dicto negocio. Et sie recedunt [hinc]" dimisso archidiacono de
[Majidrit, qui est infirmus. Et penitet eos venisse sicut et
nos, quia non possetis credere mutacionem, que est in curia.
De rege Francie communis habet vox et credimus esse verum,
quod Taciet, quidquid vult. Et etiam ad eius instanciam ßent
aliqul de suis cardinales in proximis quatuor temporibus, [ut] "
dicitur. De quibus predictis est magna ad[ro!r]''acio apud
multos et apud aliquos turbacio. Et ut breviter loquamur,
nichil fiet hie iuxta morem solitum . . . Dat. Lugduni die iovis
post festum beati Nicolai.
Barcelona, Archiv, CRD. Nr. 4S88. Or. Pap. Bsp. Mit vielen l.ilchern.
Von der Hand dea Johaonea Burgnndi, dea wichtigsten Bericbteratattera
T<Hi der Kurie neben Vidal vnn VillnnoT«. Über ihn, der auch ein Gedicht
an Bonifaz VIII. verfaßt hat, irerde ich Ausführlicheres in einer apitteren
Publikation bringen.
8. GondiMalbua Oanle und d«r Btikristan Ton Mallorca (JohanDen
Bnr^adl) nn KJhilg Jafme II.: Andlenzen bei Clemens V. Anf-
entbalt des KOnIgs ron Frankreich. EmennnnK der KardfnKle.
Lj«a (1305) 18. nnd 23. Dezember.
I. Sie sahen den Papst am Tag ncich S. Nikolana, dann nicht mehr;
Kardinal Napoleon (Oreini) sprach wegen der Petitionen mit ihm (Zefantft'age
und Diapenaatioa fttr die 2 Titchter Jajmea). Der I'apat antwortete ; quod
non reeordabatnr . . .
Rex Francie recessurus est, ut communiter et pro certo
didtup a suis consiliariis, die lune proxime futura . . . XX
dies sunt, quod de termino in terminum dicitur etiam a con-
a Brg&nzt.
') Robert, der apBtare KOnig.
izecDy Google
10 Briefe, Reden und Outachten.
sitiariis suis: Rex Fraiicie recedel hinc ad III vel quatuor dies.
Et forte hoc non fiebat sine magisterio, ut negocia sua cum
papa cicius expedirentur . . . Creavit autem idem dominus papa
duodecim cardiriales die martis proxinie preterita et in sequenÜ
tunc die mercurii publicavit eos . . . Adhuc non assignavit
eis litulos. Rex Francie iam ante dederat, ut pro certo et
coinniuniter dicitur, vicecomitatum de Lomanya domino Arnaldo
Gai-sie del Got fratri domini pape et suis . . . Dat Lugdimi
die sabbati ante festum beati Thome apostoli.
II. ... Rex Francie nondum recessit binc, imo ten^üt
htc festum nalivjtatis domini et tunc facict milites Galardnm
frati'em domini pape et Berlrandum eius nepotem. Nos i^tur
videntes nos delusos, sicul in aliis terminls, deliberavlmus, quod
procuraremus habere ingressum ad papam, quod cum suma«
diflicu)tate obtinuimus. Et ita eri satis tarde intravimus ad eum
. . . Dux non est hie . . . Dicitur esse in Provlncia . . .
Dat. Lugduni die iovis ante festum nativitatis domini.
Uurcelona, Arcbiv, CBD. Append. gen. Nr. 85 nnd 84. Or. Pap. Ssp.
6. Der Snkrlstflii roii Maltore« an KSntg JHf me II. : Reise des Papstes
nnr In Be^leltnns der Seinen. BetseplSne. Ljou (1306) Fe*
bruar 1&.
Iam alias vestre r^ie celsiludini, " serenissime princeps,
statum huius curie significavi et in quo statu litere super
graciis vobis a domino papa concessis facte erant. ') Nunc
autem vestre regie magestati signißco, quod dominus papa die
dominica proximo preterita de quodam loco vocatus saactus
Genesius, ubi aliquamdui fuerat, ivit et transtullt se ad quen-
dam alium locum, nominatus (?) sanctus Sirus*), insciis et ^o-
rantibus onmibu& cardinalibus, suis exceptis. ^) Ego autem, dum
illuch iret, posui me in via. Kt interrogavit me, si eraot
Jitere expedlte, cui dixi, quod non. Inde spero, quod, ante-
,1 So Or.
') Dieses Schreiben scheint nicht mehr vorbuiden zu sein.
-) Der Ort heifit in den (legeslen Oeraena' V a. Ciricos: Z. 6. Xr.
221 nrknndet er dort am 19. Februar.
*) Das heißt, die vier Kardinale seiner Verwandtschaft.
izecDy Google
Nr. 9. (1306) Februar 15. Nr. 10. (1306) Mai 23. 11
quam receilat totaliter, eas faciat espediri. Quod si foceril,
est intencio mea ad presenUam mageslatis vestre venire et
iiteras ipsas portare, nist aliud mandaretis. Nee enim necessi-
tatem aliquam, imo nee utilitatcm video in sequendo papam
per Her suuni. Potero ergo ivisse« ad presenciam vestram el
inde Bui-degalam, antequani dominus papa sit ibi. Nee enim
credilur, quod infra duos menses sit ibi. Alia non sunt nova.
Dat. Lugduni XV kalendas Martii.
Harcelona, Arcbiv. CRD. Nr. 11003. Or. Pap. Ssp.
10. Abt Bonenatiu Ton 8. CreuR, Petrus Hartiai von Godor und Jo-
hannes Bni^andl an KOiiIr /nymi^ II. TOn Ara^nlen: Andlenz
bei Clemevs V. Verbaadl untren ArngonlenN mtt Philipp d. Seh.
BemUban^u de« Papstes blerfttr. DernnHchstlge ZuMtminen-
kanft Pbillpps mit Clemens. Nenisbelten. Bordeaux (1306)
Hai 3».
Frater Bonenatus abbas Sanctarum Crucuni , Petrus
Martini de Godor et Joliannes Bui^undi sacriata Maiori-
censis et canonicus Valentinus se ipsos . . . Ute iovis, in
festo ascensionis doniini proxime preterito fuimus in civi-
late Vasatensi et exinde pro habende hospicio ntisinius
Burdegalam. Et precedenÜ tunc die martis dominus noster
summus pontifex intraverat Burdegalam. Renunciato auteni
nobis, quod hospicium habebamus ibidem, intravimus illuc
sequenti tone die lune et ip&a eadeni die vidimus dominum
papam et litteras nostras eidem tradidimus. Pro expo*
nenda autem sibi credencia . . . assignavit nobis scquentem
tunc diem martis. Ipsa tarnen die lune locuti fuimus ei de
lacto homagii •) propter termini brevilatem, Qui multum grate
interrogato de vesiro ac domine regine et liberorum veslrorum
statu respondit ad factum homagii, quod in primo consistorio
poneret negocium illud et expediret. Sequenti autem tunc die
martis predicta nobis ad proponendum assignata fuimus coram
eo et audita causa adventus nostri voluit scire in specie inten-
cionem vestram super tractatibus et in quo statu hactenus
a So Or.
') Betr. Sardinien u. Corsica, die BonifaEVIll. Jaymell. geschenkt hatte.
izecy Google
12 Briefe. Reden und GotAchten.
tractatus ipsi remanserant. ') Quo audito dixit nobis, quod,
quatitum ei videbatur, candicio tractaluum ininiutata erat
propter mortem regine Francie, unde non videbatur, quod id,
quod de regno Nauarre tunc tractatum fuerat, modo procederet ;
tarnen propter hoc non videbatur, quod esset recedendum ab
ipsis Iractatibus. Finaiiter respoudimus ei post multa, que
circa hoc dixerat, quod reg^es Aragonum hacteous non coDsue-
verunt tradere nuptui filiam suam primogenitam nbi regi vel
ei, qui regnatunis esset; unde, quantum erat de primogenita
filia, nichil poteranius obmisso regno Nauarre predicto. Tunc
dixit, quod ea omnia ex se dicebat. Tarnen ioquerettir nunciis
r^is Francio, qui iam, octo dies erant, venerant pro istis ne-
gociis et sequenti tunc die iovis responderet nobis. Postea ipsa
eadem die niartis locuti fuimus ei de facto vallis de Aran et
tunc ipse mandavit michi sacriste, quod ego breviter scribereni
informacionem super lioc et sequenti tunc die mercurii por-
tareni sibi, quod et feci. Et dixit, quod et de hoc dictis nunciis
loqueretur. Ipsa autem die iovis eum videre non poluimus,
sed sequenti tunc die veneris fuimus eum eo. Et respondit
nobis, quod fuerat locutus cum ipsis nunciis et cum domino
Stephano cardinali, quondam regis Francie cancellario, qui in
tractatibus ipsis plura noverat et de plurtbus recordaljatur,
quam ipsi nuncii. Et ftnalis eorum responsio fuit, quod super
regno Nauarre predicto nichil poterant. Et inter cetera dixe-
runt, quod, si priniogenitus regis Francie dictum reünuni Na-
uarre dimltteret et habitis filiis ipse decedcret, antequam rex
Francie pater suus, ßlii ex eo nati nichil haberent, cum secun-
dum consuetudinem Francie prior gradu succedat in regno.
Dixit tarnen idem dominus papa, quod, sicut et ipsi nuncii
dixerant, ipse rex Francie debebat se videre cum eodern do-
mino papa et ipse rex Francie posset in hiis ea facere, que
ipsi non poterant: ünde quod nos possemus ad vos redire
cum istis et vos deliberare et habere consilium, si mitteretis
tunc nuncios vestros iterum pro prediclis. Super facto vallis
de Aran predicte dixit idem dominus papa, quod dixerant ipä
nuncii, quod nichil eis commissum fuerat et ut ipsi credebant
■) Daa beifit, mit Philipp d. Seh.
itizecy Google
Nr 10. (1306) Hai 28. Nr. 11. <1306) Jodi 20. 13
et dominus pBpa dixit se crcdere, hoc obmisil rex Francie per
oblivjonem . . . Facto homf^o possemus nos abbas et Petrus
Hartini predicti recedfere, si non retineret nos expectacio nun-
ciorum domini Karoli, quos expectare intendimus a die iovis
sequenti per XV dies. Quia si cordi est eis negocium, satis
videtur, quod tunc polaerint misisse. Ncc ultra videtur nobis,
quod cum honore vestro expectare possemus . . .
Nuncii regis Francie, qui tiic sunt modo, sunt prior Francie
ordinis sancti lohannis lerosolimitani ') et magister Dionisius,
qui alias per regem Francie fuit niissus pro istis negotiis ad
celsitiidinem vestram. Ipsi etiam nuncü dixenint nobis, quod
Don est bonum, quod negocium istud rumpatur. Ipsi enim
sperant, quod feücem cxitum habeat. Scd tarnen, quicquid ipsi
ilicaiit, Tidetur, quod verba sint. Rex Francie, qui dicebatur
hoc anno contraxisse matrimonium cum ßlia comitis Burgundie,
nondum cum ea vel alia contraxit. Quod sciatur publice.
Dux Burgundie *) niortuus est. lani in quadragesima decessit.
Bei Anglie non veniet huc modo nee princeps filius eins.
Contra ipsum regem Anglie rebellavit quidam comes de Scotia,
qui preteritis temporibus semper fuerat cum eo. Et vocatur
comes de Garrich. *) Alia nova, serenissime princeps, non sunt
hie. Altissimus vos conservet per tenipora longiora. Dat.
Burdegalis X kalendas lunii.
Barcelona, Archiv CRD. Nr. 11593. Or. Pup. Ssp. QeschrbbeD von
J. Bargnndi.
11. P. de C«gbifllo u den Komtur ron Alhmbni P. de ». Jiist:
Naehricht«!! von der Kurie, duß verschiedene WUrdentrHi^er des
Templer- und des UMpitallterordeuH Enm Pnpste bommni
and aber die Union beraten sollen. Andere ZiisammenkUone.
yoreles (18») Juni 30.
AI seynor frare P. de Sent Just frare P. de Casteyllo
Saint en Ihesu Christ. Fem vos saber, seynor, quel seynor
maestre desta terra a agut ardit de cort de Roma, quel visi-
tadot de Fran^a el comanador de Portogal an nianamcnt del
') Itherins de Nanteail, oft zn ßsaandtscbaften verwandt.
■) Im HSn 1S06.
') Hiervon iat in den Berichten Otter eile Rede Vgl. Nr. 13.
izecDy Google
14 Brisfe, Reden and Ontochten.
papa for« . . ., que a omnium sanctorum primer vinent sien m
la sua presencta et que no degen anar en Ghipre ni tratnetre
res. El maestre magor es citat al sobre dit dia desser devant
1o papa. E encara, quel dit conianador Darago aura lo
niananient en [atgunjes^ dies, que qiiels sobre ditz an. Lo
maestre del Espital magor eis altres comanadors [de] >> les pro-
vincies de la dila orde an o auran aquel rnanament metcx per
la rao, que la onio dels dites religions se tract. E de les altres
religions, que an possessions, aximatex. Mas totes vegades
avem trobal de bon cnteniment danar lo seynor maestre Darago:
Nostre enteniment es, que nos degam parlar ab lo conianador
de Proenca et ab altres promens deia batlia Darago, que foscti
ensems, si raonablament se pot fer. Axi metex pregani a vos,
queus tinga^ en les partides de Mirauet per tal, que nos pus-
cam parlar ab vos, abans que partiscam de la terra, si a partir
naveni ... A VllI dies apres sen Jouan entenem a esser a
Mirauet o en aqueles partides, si a Deu plau. Deus vos a?e
en sa garda! Escrita a Nouelles lo diluns ans de sent Jouan.
Barcelona, Archiv, CRD. Templarioa :>!>. Or Pap. Ssp. Auf dm
Rücken ; AI cunianador Dalfumbin. Die- pUpatliclie Binliidung hu ilen Gnß-
meiater der Hospitnüter (und Templer) erging am 13. .luni 1306. Vgl. Rrg
Clenientia p. V. Nr. 1033.
1'2. B. de Blt«rris, prior Caclaii), clerlrns et eoiüdllarins KCnlf
Jaj'inett IL toii Ara^onlen an dleKen: Xpoernnfen de« fbtniM-
HCheu Klfnlgs. Sfhieelite Aurinilime der Kurie In Bordeun-
AbliHnglgkelt des Pa|Mtes von PliltIpii d. Seh. (1306) Jnni i.
Dominns rex FYancie niultas novttates facit baronibus,
prelatis et nobilibus terre nostre auferendo eis iuridictiones et
erigendo furcas in terris eorum. ubi omnimodam haben! et
intendunt habere iuridictionem. Item quod dominus papa est
ßurdegualis et speratur, quod veniat Tolosam ad teneßdum ibi
curiam suam, quia, secundum quod didtur, non niultum pa-
ciose recipiuntur Burdegualis cardinales nee alii curiam se-
quentes. Ipse tarnen adheret in otiinibus et per omnia predicto
regi Francorum, faciendo sibi cardinales, archiepiscopos, episcopos
et dando alia beneficia pro voluntate, gracias, quod'' rult, sibi
a Hier fehlen 2-3 Wörter. b Ergänzt. r So Or.
izecy Google
Nr. 12. (1306) Juni 3. Nr. 13. (1806) Juli S. 15
concedendo. Quid futtira dies pariet, ignoramus . . . Dimarti«
ante nativitalei» beati Jotiannis Babtiste.
Barcolona, Archiv, App. gen. Nr 95. Or. Pap. 8ap. Dieser Prior
erBcheint 1309 in Aragonioa als pSpstücher Vertrauensmann in der Tenpler-
sBche. Vgl. unten.
121. JohnoBeB Burundi an KSnif Jafn« II.: PSpstllehe AnlUireii I»
Frankreich. Ubzd (Heden heit des KJeruR. MIBittliBinDHg PlilIIi^
d. Seh. irefren der RewrTstionen und besonder! der BesetzBBg
des EnbIrtHns Honen. Gerfl«hte aus Englud, mlB^lHekte
LegnttM SapolMn OrsinlN, ZosammenknuR des Papsl«t< und
Phlltppi. Aragone«isebe Angelegenheiten. Bordeanx (1306)
Jnli «.
. . . Nupcr post recessum vcnerabilium relifiosi abbatis
Sanclarum Crucum et Petri Martini de Godor, scripsi vestre
regie celsitudiot nova ciirie ptT qtiendani niiiicium fratrum
ordinis Captivorum; >) et quia ncscio, si dictas lilteras habuistis,
tJcirco, serenissime princeps, illa itcrum nova et alia vobis scribo.
Noverit quidem r^ia inagnitudo, quod dominus papa miscrat in
Frauciam et ad partes alias suos certos nuncios pro imponen-
tiis certis lalliis ecciesiis et pro impositis colligeiidis. Prelati
autem et cierus de Francia hoc non pacienter sustinent, inio,
ut dicitur, aliqui negaverunt expressc aliquid dare. Et com-
munis est hie fama, quod inter se habuerunt prelati colloquiuni
et coUigati sunt in unum, quod nullus presumit hie absque
r^is Francie consciencia esse factum. Ipse vero rex Francie,
ut dicunt, ordinavit huc miltere suos nuncios, non clericos sed
inilites, et iam sunt in veniendo, qui, ut dicitur, veniunt tum
propter predicta, tum quia dominus papa providit de quodam
nepote suo satis iuvene ad vcctesiam Rotomagensem, ^) que
arcliiepiscopalis est et inter ceteras in Francia nmltuin honora-
Wlis, de quo idem rex, ut dicitur, et clerus et populus turbati
sunt, imo, ut quidam dicunt, capituluni dicte cccicsie et cJerus,
et populus appellaverunt ab ipsa provisione. Ipso tarnen archi-
episcopus vadit illuc et iam sunt ultra octo dies, quod rccessit
hinc. Dicitur eciam, quod displicet regi, quia dominus papa
') Orden de la Hereed. Ich kenne den Brief nicht.
*) Bernardns de Fargin, Nepote Clemens' V., war im Februar Kischof
von Agen und im Jnni 1306 Erzbischof von Rouen geworden.
izecy Google
Ift Briefe, Beden luid Qotaoliien.
incontinenti, cum seit aliquam ecciesiatn vacare, reservat eam
provisioni sue et inhibet capitulis, ne eligant. Et quia Altisio-
dorensis ecciesia, ^) que per mortem sui episcopi vacat, sie
reservata est, capitulum ab huiusmodi reservacione dicitur
appeliasse et nichilomiDus intendit, ut dicitur, eligere.
Archiepiscopus Lugdunensis ') citatus est, quod veniat
personaliter ad curiam, sed, ut dicitur communiter, appellarit
ad Tuturum papam et ad coQcilium.
Gomes de Garric rebellavit in Scotia contra r^rem Anglie
el fecit se regem Scotie et, ut dicitur, nuper Scoti obtinuenint in
quodam conflictu contra Anglicos. Rex Anglie intendit illuc ire
personaliter et fecit ßliuni suum militem et cum eo feat Ire-
contos milttes novos.
Dominus papa dedit quendam prioratum in Anglia solitum
per monachos gubernari domino Baymundo del (Jot cardinali
nepoti suo, qui niisit illuc pro habenda possessione et contra-
dictum est ei nee eam habere potuit.
Dominus Neapoleo cardinalis, qui ivit legatus ad partes
Italic, non f\]it receptus in Tuscia. Pult autem receptus Bononic
et postea fuit inde eiectus vituperose. Vix speratur, quod de
terra ecclesie, que est in Italia, papa possit habere aliquid,
quamdiu remanserit in partibus istis.
Dixerat nuper publice dominus papa, quod vacaciones essent.
Nunc autem mutato proposito vult, quod sit audiencia causa-
rum et litterarum more solito. Quoad consistoria erunt vaca-
ciones iioc modo, quod non fient ita frequenter, ul solent.
Unde ista septimana dicetur cardinaübus, quod non veniunt,
nisi vocati. Et extunc spero videre papam et Joqui tarn de
peticionibus, que penes me remanserunt, quam de tercia parle
decime vobis pro expensis, quas veniendo ad papam Tecistis,
concessa, quod fiat littera exei-utoribus, quod illa tercia vobis
primitus exsolvatur, sicut dicit dominus papa, quod est intencio
sua, ut dicti domini abbas Sanctarum Crucum et Petrus Martini
vestre regle celsitudini, prout cogito, retulerunt. Post eoniiii
enim recessum dictum dominum papam videre non potui nee
') Hier «ninle im Aagust Petri>->. dec. Parisiensis, «rnMnt.
') LudovjcuB de Villare; Ober diese Zitnt''OD faabe ich ntebts gefnadw.
izecy Google
Kr. 18. (1806) Ja» 6. Nr. 14. (I306) äeptomW 1. 17
qiii de predictis sibi loqueretur, inveni. Sed dominus Landul-
fus et alii dixenint michi, quod expectarem usque ad istas
vacaciones, si vacaciones dici possunt. Et lunc expedirer.
Dieilur qood circa festum s. Michaelis ve! ante dominus papa
ibit Trecen ') et videbit se cum rege Franeie et, ul liltera,
quam dominus Johannes de Rochafort miles eri micht misit,
contioet, videtur, quod intencio sit eorum, qui fuerunt hie nuncii
regis Franeie, quod et tunc vestros nuncios illuc mittatis . . .
Et tarnen hoc non diximus dumino pape, imo expresse diximus,
quod non )iabebainus ad hoc mandatum, sed quod refTerremus
vestre regie celsitudini, que deliberacione habita circa hoc
faceret, quod e! placeret. Alia nova, serenisstine princeps, non
sunt liie . . . Dat. BurdRgalJs II. nonas Julii.
Barcelona, Archiv, CRD. JdIi. Or Pap. S%p.
U. Johtinnes BnrKandl an KOnlp Japne ü.: Gerinirer Elnfliill ueb-
rerer Kardltiftle bei Clemens V. Krankheit des Papst««. Un-
mVfliebken, Ihn zu sehen, 'iaäenmg des Fapstes Über seine
>■ rroB« Nachfieblirkelt I» PirOndensaeheii. Bordeaax (1906)
8epl«inber 1.
Presentavi . . . suas litteras domino Landulfo *) cardi-
nali , . ., qui favorabüiler et ferventer reccpit dictum nego-
cium sicut omnia regia negocia reciperet et ad effectum perdu-
eeret, si equaret voluntali potestas. Parum tarnen ipse et
plures alii cardinales temporibus tstis possunt. Ipsa die lune
non potui pres«ntare litteras domino pape, licet ad hoc
fecerim posse meum cum pluribus cardinalibus et cciani cum
hostiariis. Sequenti tcfo tunc die martis vel postea non potui,
quia ipsa die martis fuit discrasiatus ipse dominus papa ita,
quod nullus intrat ad eum nisi sui. Eri enim venit ad eum
dominus Stephanus cardinalis, qui fuit cancellaris regis Franeie,
cum litteris ipsius regis et non potuit intrare ad eum. Litteras
domini Raymundi del Got nondum ei presentavi, quia pla-
') Das Wort ist ItKum nndera zu lesen als Trecen., nicht Toriin.,
"orao doch eher za denken wäre. Trojes ist doch wohl nie in Betracht
gskommen? g,
*) Der von Coelestin V, ernannt^ Landalf brancacci: Neapoütanus.
fiDka. Papittani und UnteTgang dei Templerordena. 11. S
izecDy Google
18 Briefe, Redau and äntschUn.
cuisset michi, quod primo presentassem suas domino pape;
timoo enim, ne forte, si sciret, de quo sunt littere, ipse impe-
diret vel dtfferret eoruni presetitacioncm, eo quod dominus
P. Lupi de Luna sequitur eum et ipse cardinalis, ut intellexi,
scripserat pro eo convcntui Moiitis Aragonum. >) Sed qula
differtur presentacio doinitii pape, deliberavi preseotare Htle-
ras ipsas domino Raymundo predicto. Est tarnen quasi eon-
tinue cum domino papa . . . NuncÜ domini regis Frederid,
qui venturi sunt ad papam, iverunt in Franciam ad dominum
Carolum pro tractando, ut dicitur, de negocio Eomanie. Et ad-
huc sunt ibi . . . Ad papam . . . locutus fui . . , de litteiis
vestris, in quibus erant peticiones clericorum vestropum et de
peticionibus aliis vestris. Ad que respondit, quod graTaveral
mnltuin ecciesias et quod non intendebat de celero eas
gravare ita. Dixi, quod nullam gravaverat ad partes vel in-
stanciam vestram seu contemplacione vestri. Dixit, quod fe-
cerat baronibus vestris, fecerat honorc vestri. Finaliter post
multa humiliavi me ei dixi : Pater sanctissiine, bona vita sit
vobis, quia saltim ego sum expeditus. Ct ipse dixit, quod non
repulabat nie expedituni; ct dixit finaliter, quod posseni redire
ad eum et videret super hoc. Vicecaneellarius *) graviter infir-
matur . . . Dat. Burdegalis kalendis Septembris.
Barcelona, Archiv, CRD. Nr. 1246f!. Or. Pap. Ssp.
Vit, Prokonitor Johannes Bgi^nndl au König Jajne IL: VerhalW
der KardinnlBepoteH R^mtind und ArnaJd von CanbUnpo. Smtt
mit letzterem tccgett der iiBKenShulieben TaxlemugBrona tli
ein araKvaesiBclies Kloster. Bordeanx (1306) September 6.
. . . Videns, quod domino pape non poteram serenitatis vestre
litteras presentare, presentavi domino Raymundo del Got eas,
quas sibi mittebatis ct quas mittebat domina r^ina. Nee tuoc
potui sibi loqui, quia volebat equilare ad papam. Redivi postea
ad eum et equitanti iani locutus sum, quia in camera non
') £a handelte sich nm die Beaetinng der Abtastelle. Der KSoig
»Dnaohte sie fVr aeioen kleinen Sohn Johannes. Der einfinfireicfae Kartüul-
nepote trat fQr Petrus Lnpi de Lnaa ein, der auch ernannt warde.
') Petms Anialdi, Kardinal prieeter 8. Priacae, der am 4. September starb.
izecDy Google
Hr. 15. (Id06) September 6. Ift
potui. Suspicor, quod utnimque scienter fecerit, videlicet quod
nee in camera presentarem sibi litteras nee in camera sibi
loquerer. Erat enJm forte instructus per Petnim Lupi de Luna . . .
Dixi ei et exposui factum seriöse, sicut in vestra liltera man-
dabatis, qui finaliter respondit in genere, quod sperare poteritis
a dotnlno papa graciam, iniusticiam autem nulio modo faceret
iuri vestro. Quantum michi videtur, in n^ocio isto Don erit
bonus adiutor. Locutus sum postea domino AmaMo de Pe-
lagnia cardinali, quem alias in vestris negociis, serenissime
pdnceps, inveneram favorabilem. Dixit tarnen ex consciencia,
quia non est in talibus assuetus, quod non videbatur posse
fieri secundum Deum, quod ita infans preflceretur abbacie.
Cui dbci, quod maiora f!et>ant, non cum tanla racione. Post
mulia dixit, quod bene placeret ei, quod papa facei'et Islam
graciam, sed ipse ei non consuleret. Staret tarnen pro iusticia
vestra. Locutus sum postea domino cardinali Biterrensi, qui
in Omnibus et per omnia se pai-atum obtulit . . . Fecit alia
vice, quod ^o intrarem ad papam. Domino papc non possum
litteras prcsentare, est enim dtscrasiatns et nullus cardinalis
exceptis suis videt eum. Vicecancellarius decessit dominica pro-
xime ppeterita et sequenti« . . . iune^) sepiiltus est . . . Came-
rarias domint pape idemque cardinalis^) mandavit per suas
litteras ofÜciali episcopi Carcassonensis, quod in adiutonum
eipensanim, quas dominus papa fecit, quinque diebus ante-
quam intraret Burd^alas, taxaret in tribus milibus Jibro-
runi Turonensium certos abbates et priores Carcassonensis
diocesis et quosdam alios Sinensis diocesis. Et inter istos
abbates posuit abbatem de Batneolis, Gerundensis diocesis;
in ipsis tarnen litteris nulla l\t mencio de diocesibus pre-
ilictis. Et dictus officialis taxavit eos omnes, propter
quod dictus abbas de Balneolis misit huc procuratorem.
Quod eum ego scivi, ivi ad dictum camerarium cardinalem.
El dixi ei inter cetera, quod non erat decens nee conveniens,
quod collecla comuniter et simul imponerctur abbatibus de
a Es fehlen iwei WOrUr.
') Am i. and 5. September.
*) Der Eardinebepote AraalduB ile Cnntalupo.
izecy Google
20 Briefe, Reden nod Ontachten.
terra vestra et iIHs de terra re^is Francie, et maxiroe non erat
decens, qiiod offlcialis Cnrcassonensis, qui est de terra r^s
Francie, taxaret aliqiiem in terra vestra, quia ex tali comixtione
et conrusionc possct fieri preiudicium. Ad quod vilaoduin
dominus rex Jacobus sancte meniorie, avus vester, Privilegium
a sede apostolica impetraverat, quod in legatis et in sub^diis
legatoruin vel alüs talibus diocesis Elnensis non contribueret
cum provincia Narbonensi, licet sit de ipsa provincia, sed con-
tribueret cum Ulis de Catalonia. Multo minus debebat ergo
contribuere abbas de terra immediate vestra cum illis de
regno Francie . . . Tunc ipse dixit , quod clerici omnes
et isti et Itli sunt omnes de regno pape. Et ego dixi ei,
quod semper hactenus distincte contribuenint ... Et ipse
dixit, quod nunquam papa fuit alias in partibus istis; et ega
dixi, quod, licet papa non fuerit, fuerunt tamen legati, qui I(^-
tioneni Iinbebant in utroque regno et tamen nunquam ^mul
contribuemnt Dixit, quod istud dieebatur ad difugium solu-
tionis. Et ^0 dixi ei, quod hoc dicet)am ad vitandiun scan-
dalum . . . Dixit tamen, quod, dum tamen viderct pecuniam
paratam, ita quod brevi manu posset cam recipere, ipse revo-
caret factam comissionem dicto officiali et secutam eis taxa-
lionem el quod ego taxarem. Ego dixi, quod ego nesciebam
facultates monasteriorum nee ea taxarem . . . Dat. Burdegatis
VIII. idus Septembris.
ßBTcelon», Archiv, CRD. Nr, 12510. Or. Pap. Ssp.
10. Jobannes Bni^ndl an KVnlf Jayme U.: S1«llo»gr inekrercr Eir-
dinlUe zn den Wünsche» des KVnlgB. Die Kardlnile Terlaugn
den kranken Papst zu sehen, der nnr fUr seine i Nepoten in*
^flni-Ilch Ist, ebenso Auskunft Über dias Venrellen der Earir-
Plan Clemens' V. Er wtll zwn Besaeh des bwuSsIsehen KSalp
nach Poltlers nnd dann naeb Born. Gesandtsehanen. KSalF
Friedrieb UI. von SizlUen. Fni Dulcino (1300 Ende Septcnber,
Tor Oktober 13).
Johannes berichtet zunSchst Aber die Stellung mehrerer Eardinil^
zur Frage der Besetzaog des Klosters Hoos Aragonnin. Der EardiBtl-
Keferendar') und Johannes Monachus sind fltr das Recht des EDnigs.
*) Qoilelmas Kuffati, Kardinaldiakon von S. Cosinas and Damiannt,
Nepote.
izecDy Google
Nr. 16. (1806) Ende Septcmbtir, Tor Oktober 13. 21
Locutus sum et domino Peiro de Podio «... electo Pa-
leutino, ') qui cum domino Raymundo predicto ■) multuni potest
El respoudit mich! multum bene et oblulit se vaJde ad ea,
que posset pro vestra regia maicstale . . . Est tarnen magnus
amicus dicti Petri Lupi de Luna et ipse posuit eurn in notJcia
dicti domini Raymundi. Si verba sua factis consonent, non
deerit, qui cognoscat.
Dominus papa, poslquam cepit inßrmari, vbitalus fuil
continue per quatuor cardinales de suis, sctiicct dominos R.
del Got, Arnaldum de Pelagrua, et camerarium et referendii-
rium. ") Äliis autem cardinalibus non patebat aditus ad eurn
nee patuit usque ad diem lune*) po.'st nattvitatem beate Mariu
prozime preteritum. Precedenti enim tunc (?) die sabbati con-
venerunt onines cardinales simnl in domo Iratrum Minorum ad
hunc ßnem {?), quod penilus volelianl eurn videre. Et ita dicla
die lune videnint eum . . . Postea non viderunl cum usque
eri. Eri enim mane portalus est per ... in quadam [lec]tica
cohoperta usque ad quendani locum vocatum [Pjessac, ubi
nuper diu stetit . . . Secuti ei^o fucrunt . . . cardinales et
postquam Tuerunt ibi, [videninjt eum, sed valde parum stete-
rant cum eo. Intellexi, quod adlutc est valde debilis. Non
sunt quatuor dies elapsi, quod adhuc mortem vicccancellarii
iiesciebat. [Dicunt] tarnen aliqui, quod modo seit. Quia non-
dum est vicecancellarius, cessat audiencia litterarum. Nuper
per primam congregacionem fuerunt simul . . . cardinales,
[vo|lentes de statu aut [ni]otu (?) curie ccrliflcari. Et papa
signiftcavit eis, [quod] intencionis [sue] erat, esse hie usque ad
futurum mensem Marcü. Tunc enim licenciabit curiatn ad
eunduni ultra montes et ipse videbit se in Pictauia cum rege
Francie, ut inducat eum ad recipiendum crucem [elj ad con-
solidandum pacem inter eum et regem Anglie. Et ex tunc in
n Luch TOD 1—2 W&rtern, wie so oft io diesem SWck.
') D«r Iwld darauf Vizekaozler wurde.
*) Rmimimd del Qot, der einflaBreichsU Nepote,
*) Alle 4 Nepoten. Der Refereodsr ist vorhin genannt; Kammerer
ut Amald de Cftntolapo.
*J 12. SeptemW.
izecy Google
28 Briefe, Reden und GuUrhton.
null» loco . moram trahens [ibi]t in Italiam ideni doiiiinus
papa . . .
Pluribus de cardinalibus displicet, quia hie remanent,
tarnen non revenit abbas Mosiacensis et coll^a suus, qui ex
parte pape iverunt ad regem Francie. Nondum eciaiii venil
dominus Bertrandus del Got nepos eiusdem domini pape,
[quij similiter illuc iverat. Papa, quando erit magis foriis, in-
tendii ire ad locum nativilatls sue, qui est in diocesi Vasatensl
et distal binc per Vlll. leucas et curia reinanebit hie et ipso
erit ibidem,
Nuncii domini r^is Fredenci, qui iverant in Franciaoi
et huc venturi sunt, nondum venenint. Domini rex Fredeiicus
misit apud lanuam frunientum et cotonum vendendum ibi
et [ut] de precio satis faceret de certa quantitate census, quam
debet pape et cardinalibus. Quidam vero lanuensis fecit ca
arrestari, dicens, quod de officio portolanatus Sicilie debetar
ei prius.
Episcopus Lectorensis, si papa curatus esset, debet irc
in Lombardiam ex parte pape contra iltum bereticum, qui se
dicit fratrem Dulsinum '). lam ante suam inßrmitatem ordina*
verat hoc papa et postca super eius expedicione fiierunt simui
cardinales, sed quia vicecancellarius non est, expediri tolaliter
non potest . . .
Post prestitum bomagium in continenti, sereuissime prin-
ceps, supplicavi pape, quod concederet litteram super recogni-
cione ipsius homc^ii prestlti. Et nichilominus supplicavi ei,
quod placeret ei, quod requirereni quendam notarium camere,
qui ibi erat, quod de prestacione dicti bomagii faceret publicum
instmmentuni, quod placuit ei et sie dictum notarium super hoc
requisivi, unde, si serenitati vestre placuerit, quod faciam ibidem
fleri publicum instrum^tum, preelpiat hoc regia magnitudo.
Totus tarnen tenor littere cum bulla aurea habebit inseri in
ipso instrumento et credo, quod non pro levi precio habebilui
instrumentum ipsum . . .
'; Zu dieser Angelegenheit vrI. mitn die neuen Auflagen von Hertiog,
Reidenzyklop&die und Wetzer und Weite, Kircbenlexikun ; dse Den« Bodi
von 0. Begani, Fri> Dolcinn, Milono IBOl und Reg. Ctementis papM T
App. 1. p. 31. A. 1.
izecDy Google
Nr. 17. (1306) Anfang Oktober. Hr. 18. (1306) Oktober 27. 2S
Barcelona. Arcbiv, CRD. Nr 12666. Or. Pap. Ssp. Sehr stark be-
schädigt, mit vielen LSchem. Dos DatniD ist nicht mehr vorhanden. Doch
Ist es siemlich genau lu bestimmen. In Nr. 13852 vom 18. Oktober 130S
ist der genannte Petras de Podio schon VtEekonEler: Vicecaurellanua nichil
pul«st expedi're, nisi litterHs de iusticin tAntum. propter quod non possum
habere littflras spoatolicas tun super recognicione homngii quam super tercia
pnrte decime. (Hierin vgl man den SchlnQ obigen StDckes.) Anderereeite
mafi doch auch seit dem Tode des Vizekanzlers (am 4. September) und
dem 12. September schon eine Iftugoro Zeit vcrgnngen seia. Vgl. fnig. Nr.
Aach in Nr, 12862 wird gesagt, da& die oben angefahrten G^sandteti noch
nicht inrOck- oder angekommen sind.
17. Bnrfastitk eines Briefe« (de« Johannes Bnrgnndl) an KVnig
Jayniell.: Den PapKt kann In Pemae antter den äelnl^n krfn
Kardinal Heben. Emenanng des st eil vertretenden Vizekanzlers.
(1806) AnGuig Oktober.
. . . Papa est adhuc in Pessaco. Nullus cardinalis videt eum
nisi tili quatiuor sui. Quidam dicunt, quod curalus est, sed
nondum est Tortis. Quicquid sit, nescit adhuc mortem vice-
cancellarii. Sed cum dictum sit ei, quod adeo est infirmus.
quod non polest nee poterit de magno tempore intendere ad
expedicionem eorum, que respectant ad ofücium cancellarie,
fecit et ordinavit dominum Petrum de Podioderfila electiim
Paleatinum in vicecancellariuni usque ad convalescenciam
altertus. ')
Barcelona, Archiv, CDR. App. gen. Nr. 82. Or. Pap. Ssp. Ein gro5er
Teil des von der Hand Burgundia stammenden SchriftatDckea ist abgefault.
IS, Johannes Bnrgundl an Kltnlg Jayme 11.: Terhandlnngen der
kastlllantsehen Ueftandten mit Philipp d. geh. ünehrllehkelt
der fmnztfsiMben Ünt«rliHndler. KSnIg Philipp kündigt seinen
Besneh beim Papsl« an. Unangenehme Veriiandlnngen der
pipntllehen Gesandten mit Philipp. Gespanntes TerhUtnls bei-
der. Krankheit nnd Isollemng des Papstes. Gesandt« itallenl-
seher StMl«. Bordeanx (1306) Oktober 27.
Nuncii, . . . qui pro rege Castelle iverant ad regem Francie,
fuemnt hie, Intellext pro cerlo, quod nichil ßnaliter fccerunt
de hiis, pro quibus niissi fuerant. Et tarnen antequarn ipsi
') Auch die Angelegenheiten der Gesandten König Karle von Sizilien
konnten trotz der Bitten des Kardinal koUegs nicht erledigt werden. Drin-
gende Fordening nm baldigste äeldsendong.
izecy Google
24 Briefe. Reden und Gatschten.
recederenl de Castella, fuerant omnia concordata cum nunciis
regis Prancie [et] ad [desponsan]dain (?) dominani ipsant,
scilicet sororem regis Castelle, et ad concordandos Iraciatits
illuc iverant. Nunc autem cum nuucii regis Castelle fuenutt"
coram rege Francie, voluerunt GallJci ingredi novuni tractatum.
Istt nuiicii dixerunt, quod iam tractatus concordali erant;
negaverunt Gallici. Fuit eis ostensum de concordacione per
litteras nuiicionim regis Francie predictoruni, Negaverant tmic
Galiici, illos ad hoc potestatem habuisse. Fuit et tunc eis
ostensa Httera regis Francie, quam ipsi nuncii r^s Francie
dimiscrant post concordatos tractatus regi Castelle, per quam
quidem litteram apparebat eos ad hoc potestatem habuisse.
Tunc erubesccntos pecierunt Gallici, quod innovarentur tractatus
habiti cum domino Sancio quondam rege Castelle. Dixenint
Castellani, quod non erat modo illud tempus, quod tiuic erat,
quia tunc, serenissime princeps, vos eratis in guerris cum ipsis
regibus Francie et Castelle. Et ut dicitur, ad hoc instabaat
Gallici signanter, quod fierent inter eos liancie seu colligacioDe?
de iuvando se adinvicem, etiam contra vos. Sciunt enim
Gallici ipsi, totam linguam Occitanam non diligere eos, ... et
timent plus de persona vestra, serenissime princeps, quam de
aliquo virente propter afTectioneni, quam sciunt gentes de
lingua illa ad vos habere. Castellani excusaverunt se de Ta-
ciendo tales üancias, eo quod non erant res in eo statu, in
quo esse consueverant, Finaliter dixit eis rex Francie, quod
negocium illud niatrimonii erat sibi cordi, in ilto tarnen non
poterat procedere sine papa, cum quo habebat breviter se
videre et sine quo propter dispensacionem, que in hoc est
nücessaria, fieri non poterat. Et presertim cum ipse dominus
papa hoc significaverat " eidem regi, quod non procederet ad
aliquod matrimonium pro persona sua, donec eum viderit et
sibi locutus fuerit.
Dominus Bertrandus del Got, nepos pape, necnon et abbas
Mosiacensis cum collega suo, scilicet magistro Amaldo de
Aucx, venerunl de Francia, quo per papam niissi fuerant, iam
diu est. Quid procuraverunt, nescitur, dicitur tarnen com-
a 9o Or.
izecy Google
Nr. 18. (1S06) Oktober 27. Nr. 10. (1306) November 0. 25
muDiter, quod non grata. ') Sigoanter dicitur, quod nullo-
modo placet regi FraDcie, qtiod papa hie remaneat. De
quo dicitur fuisse papa turbatus. Fuit eciani inultum dis-
crasiatus papa, die dominica proxiina fuerunl Vlll dies, *)
ita quod sui quatuor cardinalis fuerunt ibi continue et iacu-
erunt. Et adhuc non redierunt huc totaliter. Papa tarnen,
ut comuniter dicitur, totaliter curatus est, sed nondum viderunt
fium cardinales alü, postquam ivit apud Pi[ssa]cum. Et tarnen
uite eri rnane, scilicet die martis proxime preterita, cum ntve
et malo tempore omnes simul iverunt illuc, nitentcs (?) eum
videre. Et non viderunt eum, de quo sunt multura turbati.
Nuncii comunilalum Bononie, Florencie, Luche et Sene
sunt hie. Ad quid, nescitur. Sed dicitur, quod propter Pro-
cessus factos per dominum Neapoleonem cardinalem, aposto-
lice sedis legatum, contra Bononienses . . . Dat. Burdegalts
vigilia apostolorum Simonis et lüde.
Bwcelon», Archiv, CBD. App. gen. Nr. Hl. Or. Pap. Sap. Von Jfur-
19. JokftBne« Bargnndl an KOnI; Jajme II.: Anfrelegreahelt dett Klo«
item Mons Anigolinm. Drohnng des Kardlanlü Rnlninnd del
Got gefCB Ihn. Helntteiiläne. Zelt der Zuwunmenkunft von
Poltiere. Bordeaux (1806) Noreinber 9.
. . . N^otiuni ^) Petri de Luna reciplt dominus Raymundus
de) Got sicut proprium. Et sicut dixit miclii dominus Landul-
fus cardinalis, quasi tale est ei, si quis tangit in n^ocio isto,
quäle esset, si tangeret sibi ad cardinalatum . . .*) Ego autem
nullo modo intrare illuc potui, licet dicereni, inichi fieri iniuriam,
qualis non consuevit fieri alicui quantumcimquc minimo. Nego-
ciuiu illud comissum fuit, sicut de electionibus concordibus con-
suevit Qeri, tribus cardinalibus, scilicet dominis fratri Nicoiao
') Tgl. hienn das Schreiben vom 37. Joli 1806 an Philipp in Ualu-
liiu, Vitae pap. Aveo. II. p. 61 und die obigen AusfQhningea.
*) Der neue Aofall ereignete eich also am 15. Oktober.
'I Schreiber verweist auf einen am Montag abgesandten Brief, der fehlt.
') Dann folgt der Bericht Dber ein Privatkonsistorium am Donners-
tag, in welchem der Kandidat Petrus und zwei Kanoniker seines Slosters
Uons Aragonum mit zwei ihrer Advokaten anwesend waren.
oy Google
86 Briefe, Keden und Outachten.
episcopo Hostiensi, fratri Nicoiao tiluli s. Eusebü presbitero et
Petro de Colunipiia diachono cardinalibus. Instante tarnen
iterum et iteruni domhio Berengario . . . cardinali quondaiu
episcopo Biterrensi, et nullo alio instante vcl de hoc loqueote,
fuit mandatum illis tribus, quod me vocaretit et audirent Ipsi
autem rogati, ut accelerarent negocium, fuenint simul die veneris
proxißie preterita mane et fui coram eis, qui in caniera esa-
minantes decretum eleccionis, quod clausuni et sigiDatum por-
tatum fuerat et loquentes nunc cum ipso Petro Lupi, nunc
cum electoribus suis, modo simul, modo cum uno et deinde
cum alio; demum vocabant me et, ut breviter me expediam,
interrogaverunt me, quid opponebam diclo Petro Lupi. Dixi,
quod ei nichil, quia bonus homo erat. Et sie non impugnabam
materiam, impugnabam tarnen formam, cum ordinacio ipsius
nionasterii non ad eleccionem canonicorum sed ad regiaro dis>
posilionem spectare noscatur. Et tunc finaliter veni ad hoc,
quod capta civitate Oscensi rex Aragonum, qui tunc erat, con-
siderans, quod cum Dei adiutorio fortaiicimn il)ud Montisara-
gonum via fuerat ad capiendum civitatetn ipsani, deputavit illad
Dei servicio et fecit ibi capellam suam, non collegiatam ccclc'
siam, non monasteriuin, sed capellam et dotavit eam et statuit
ibi certum numerum clericonim . . . Demum inventa est eccle-
sia illa conventualis et regularis, per quem modum nescio . . .
üixit michi dominus Berengarius cardinalis Bitterrensis pre-
dictus, quod, sicut ex verbis domini R. dei Got cardinalis perce-
perat, si ego eum impedtrem in isto negocio, ipse perpetuo
tempore impediret hie promocionem meam. Hespondi, quod
non eram hie intencione procurandi promocionem meam, sed
promovendi et procurandi n^ocia domini mci, et quod antt
morerer, quam recederem infideüs.
Dominus papa recessit de Pessaco die dominica proxim^
preterita ') et vadit ad locum nativitatis sue, propter quod
n^ocium istud habebit aliquam dilacionem, ut credo. Unde,
screnissime princeps, procuratoriuni sufliciens et privil^ia, st
qua habetis, vel cotuni transumptum in forma publica, licet noD
plene sufficeret, et quicquid super instruclione ipsius negocii
') Am 6. November.
izecDy Google
Nr. 19. (180«) November 9. Nr. 20. (1807) J»dum 8. 27
poteritis, huc mittatis celeriter. Sicut dixit dominus lohanncs
Monachi cardinalis, maxinia n^ligencia fuit non milterc huc
proGuratoriuin . . . •)
Dominus papa mittit in Franciam duos cardinales, scilicet
dominum cardinalem ßitterrensem et dominum cardinalem Bru-
gensem, qui fuit cancellartus regis Francie. Mittit eciam in
Angliam dominum P. Ispanum episcopum Sabinensem. Et
cardinales ipsi recessuri sunt in brevi, Displicet michi de re-
cessu dicti domini Bitterrensis. Nuncii regis Frederici tracta-
venint et concordaTenint matrimonia in Francia, scilicet de
Slia regis Frederici cum Ulio r^is Francie tertio genito, qui
vocatur Rotbertus, et de filio r^is Frederici cum fiUa domini
Garoli frutris regis Francie. Pro certo, ut intellexi a nunciis ipsius
regis Frederici et etiam a quibusdam clericis regis Francie, qui
venerunt huc pro ipso rege, . . . credo quod papa videbit sc
cum rege Francie. Citra festum nativitatis non credo, sed forte,
ut communiter dicilur, in continenti post festum et in Pic-
tauia . . . Dat. Burdegalis V. idus Nouembris.
BarceloDs, Archiv, CRD. Nr. 13070. Or. Pap. Sap.
20. Johuines Bnrfundl an KSnig JKyme IL: Aniiferti^nng der Ur-
bniidea flr den KVolf. Naehrlcht«» vom kranken PnpBte. Be-
saehe. PiKne dea E. r. Cardonn and seine vergeblichen An-
strcHgiingen, den Papst zu sehen. Clemens V. erhilt gute
IfMhrtcht«n fon Philipp d. Bch., leiert We)hnneht«n allein und
kann Infoiire eine« neoen Anlalis die KardinlUe trotz Ihres Ver-
Uufens nieht emphnfen. Tiellelcht kommt er dernnHehst znr
Abhaltunf einiger Konsietoiien In die Xihe von Bordeanx. An-
gelegenheit von Mons AragonuDi. Tod eines Kardinals. Hlt-
tellnng von der Gesundung des Papstes. Aninillfe Xachgleblg-
keft Philipp« d. Seh. MerkirUrdlge Inßernng Karls von Yalols
über die groDen PlHne Philipps d. 6ch. BUndnlsgerUeht«. Bor.
desnx (1S07) Jaanar S.
Littcras celsitudinis vestre, serenissime princeps, recepi
dominica, qua dicebatur II. nonas Decembris, per Dominicum
cursorem vestrum, portitorem presentium michi exhibitas, in
qaibus michi mandavistis, quod super recognicione homagii ra-
') Es folgt ErOrterang der Frage : Qau iara potest laicus in colle-
gUta eccleaia eese patromis?
izecy Google
38 Briefe, Reden und Gutachten.
cione regni Sardinie et Corsicc presUti nedum IHleram aposto-
licam imo et inslrumentuni publicum, super quo notariuio ca-
mere in ipsa prestacione requisiveram , procurarem habere.
Super quo, serenissime princeps, vestre regle tnaiestati signi-
ßco, quod noUrius ille, qui niagister Jolianncs de Regio «ippel-
latur, missus per camerarium domini pape ivit in Alamanniam,
iam est diu, ita quod tempore, quo predictas recepi litteras,
[non] erat hie, sed speralur cito venturus . . . Dominus papa,
sicut alias scripsi, ivit, iani diu est, ad locum na[tivitajtis sue
vocatum Vilandrau et adhuc ibi est.
£>oniina Guillelma de MoRtecat[eno] venil nuper apud
Vasatum, Civitaü est prope dictum locum ad duas leucas.
Et tum ibi, tum apud Langonuni stetit aliquibus diebus. Cum
ea erat dominus Gasto de Armanyach, qui sepe ex parte eius
ibat ad papam. Ipsa [enimP] non potuit videre papam. De-
mum recessit inde.
Dominus R. de Cardona fuit hi[c] cum satis puicra
comitiva sociorum et domicellorum. Dicitur comuniter, quod
vcnit missus [perj r^em Portugalie ad papam. Aliqui alii
dixerunt miclii, quod ipse venerat ad papam pro [su]is pro-
priis negociis et rex Portugalie, ex quo venturus erat, comi-
sit sibi litter[as] ad papam et forte aliqua dicenda. £)oininus ')
car[dinalisj ..." ivit postea versus Vilaii[drau] et dictus domi-
nus R. de Cardona cum eo. [Et cjum diu stetisset, ibi uon
potuit . . . obtinerc, quod videret papam, i(a quod ad festuiii
nativitatis rediverunt apud Burd^alam. Fuit autera hie . . ■
dictus dominus R. de Cardona die lune, que est nonas Decem-
bris, et recessit binc die martis in festo beati Jobannis apo-
stoli. Et vadit in Franciam ad comitem Fuxensem, ut dicit,
qui ibi est, et sperat, quod dominus R. del Got predictus ei-
pediverit sibi in reditu suo omnia negocia sua, quia ita dixit
ei. Ipse tarnen nicbil bic fecit.
Sicut alias scripsi, dominus cardinalis Ispanus recessit
fi Hier wie später fehlt meist Vi o^^r ' Wort. Nor die sicheni E^
giozuageD in den eckigen Klammem.
') Da anlen R. del Oot predictmi folgt, so hat anch hier wohl sein
Name geetaaden, obwohl aas den Überresten eher: ious m lesen isL
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Nt. 20. (ISOT) Januar S. 29
hinc, iam diu est, et vadit in Angtiam et dominus Atnaricus
de Lebreto cum eo. Credo, quod in festo nativitatis doniini
fuerint Paris[ius}. Hiis diebus reeepil papa litteras a cardina-
libus, qui sunt cum rege Francie et dicitur, qtiod eis visis fuit
letus et dixit, quod bona nova portaverat Cursor, qui litteras
regis portaverat. NuUus cardinalium est cum [eo] nee fuit in
festo nativitatis ..." ablwite Fontis fVigidi '), qui fuit cum eo
in festo tribus diebus et retulJt michi idcm abbas, quod ipse
dixerat ei, quod cardinales multum desiderabant eum viderc
et ipse papa respondit, quod intencio sua fuerat per sex dies
ante festum mittere pro eis, nisi quia fuit discrasiatus ipso b
tunc. Dicitur etiain communiter, [quodj venturus est ad quen-
dam locuni hie prope, qui vocatur Lonnont et est ultra
aq[uasF]. Locus est archiepiscopi Burdegalensis. Non est nisl
Garona in medio inter civitatem istam et [loc]um illum. Et
ibi, ut creditur, lenebit aliqua consistoria et faciet aliquas pro*
vtsiones.
Quantum possum perpendere, P. Lupl de Luiia muttum
sperat de exped[itione] sui negocii et dixit michi, quod ipse
habet litteras bullatas, quo misse sunt ei de monasterio Montis-
aragonum, per quas apparet, ut dicit, de iure canonicorum in
eligendo. Dicit etiam, quod est ibi iittera bullata, in qua papa
cassavit postulacionem factam de domino Sancio patruo vestro
et providit de alio. Dicit etiam, quod dominus R. del Got
vidit litteras ipsas et cum dictus P, L[upi] interrogaret eum,
si mitteret pro pluribus litteris papalibus, cum et alie essent
adhuc de monasterio littere apostolicc, dixit ei dominus R. del
Got, quod sufticiebant die, quas videral. Unde, serenissimc
princeps, expediret, quod vel mitteretis plenam super iure
vestro informationeni, vel si vos non babetis, quod mitteretis,
ut desisteretur a contradictione dicti P. Lupi. Non enim esset
pulcrum in lanto principe aggredi negotium, in quo succum-
beret, quod contingeret, si ius non habetis. Iteruni nee pul-
crum esset, si ins habetis, illud per negligentiam vel iniuriam
a Hier grOßere Lücke von uogefthr 3 WSrtera. b So Or.
') AnwMns Novelli, Hpäter Vizekanzler nnd Kardinalprit^sbr.
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30 Briefe, ßeden lud Qutacbten.
perdere. Quia si ius habetis et hoc perditis, non remanebit
vobis tani pulcruni iocule de re eccIesiasUca in tota terra vestra.
Parcat regia celsitudo, quia ex affeccione loquar.
Alia nova non sunt hie, nisi quia dominus Theoderieus
Civitatis Papalis episcopus cardinalis decessit nuper ante festum
nativitatis domini proxime preteritum.
Vicecancellarius eguitavit ad papam dominica protime
preterita- et creditur, quod, quicquid sit in cancellaria legendum,
l^et modo. Ipse idem hoc niichi dixit, quod sperabet omnia
l^ere, et sie credo, quod litteras illas, serenissinie domino.
tarn super recognitione homagii prestiti quam super tercia
parte decime habebo cito.
Ad convocationem domini R, del Got cardinalis eonvene-
runt omnes cardinales heri niune') in domo fratrum Minorom,
et cum ibi essent, dixit eis idem dominus R. del Got ex parte
pape, quod idem dominus papa emt bene curatus. Et quia
in recessu suo mandaverat, quod nullus iret ad eum nisi voca-
tus, modo placebat ei, quod irent ad etim ipsi cardinales et
possent eum viderc die dominica sequenti ^).
InleElexi, nescio, si sit verum, quod rcx Francie reinitlit
Flandrensibus multa, in quibus per convencionem se obligave-
rant tempore concordie inter cos initc. Et alüs genlibus suis
placere conatur nunc. Audivi etiam, quod dominus Carolus
(Täter ipsius regis dixit nuper quibusdam , quod sexi^nta
anni erant, quod rex Francie non habuerat tarn grandia
ne;;ocia , sicut habere credebat. Dicunt aliqui , quod coii-
feilerati sunt reges Alamannie et Änglie. Non tarnen pleuani
tidem adhibeo hiis, que de rege Francie michi dieta sunt,
l[icet] homo bnnus dixerit michi, se predicta audivisse referri.
Alia nova non sunt, sercnissime princeps! . . . Dal. Burdegalis
111. nonas Januarii, in media tercia.
Barcelona, Archiv, CRD. Nr. 10305. Or. Pnp. Ssp. Mit snhr viel«
Lochern.
') 2. Janunr 1807.
T 8- Jonnar 1307.
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Nr. 21. {1807) Februar 25 und Hin 12. St
21. Zwd Briete ita Jobunes Banrandi an KtinlK J«fme II.: Mlt-
tellaB; dw PmpBtM in Konsistoriiim tlber ZnBammeBkanft iu
Paltim. llelnitapliae. KnrlalF TakanzcB. Abntee dra Papst«.
Daur dn AnfenthalUa In Poltiere. Sebwleriskelt«ii betr. Er-
laarnF der Honiaflainrknnde. (180T) Febraar 2h UDd HHn 12.
I. . . . Die martiä proxime preterila dominus papa tenuit
consistorium privatum cum cardinalibus apud Pessacum. Et
ogo fui Tocatus') . . .
Posl hec Omnibus cardinalibus presentibus dixit michi
papa: Nunc dum occurrlt nobis et recordamiir, dicimus vobis,
nos intcndimus esse Pictauis prinia die mensis Aprtlis et ibi
erit rex Francic. Signlflcabitts domino vestro regi, iam scitis,
quare dJcimus. Hec, serenissime princeps, dixit idem dominus
papa credens, quod propter traclatus", qui Tuerunt inter vos
et regem Francie super liberorum matrimoniis habiti, debeatis
huc mittcre. Et iam cliam de hoc idem dominus papa locu-
tiis Tuerat, dum tiic essenl, venerabili abbati Sanctaruni Crii-
cum el Petro Martini de Godor et micl)i. Iam alias, serenis-
sime princeps, scripsi vestre r^ie magestati, qualiter audiveram
a nunciis, qui fuerunt liic domini regis Frederici tratris vestri
et postea a procuratoro suo, quod habiti et firmali fuerant
tractalus matrimonii inter fllium r^is Francie et filiam ipsius
regis Frederici et inter filium regis Frederici et filiam domini
Caroli. Quid super hiis et super facto vallJs de Aranno ex-
pediat, videat regia magnitudo. Lilteram super facto decime (?)
Iiabeo in domo bullatam. Spero illam super recognitione ho-
magii prestiti racione regni Sardinee et Corsice habere bre-
viter. Die lune in antea usque ad Testum beati Michaelis
mensis Septembris erunt vacationes quo ad audientiam littc-
ranim et cansarum sacri palacÜ. Cause tarnen electionum
episcoporum, abbatum et supra ducentur et cause comisse car-
dinalibus. Resumetur autem tunc audientia Tolose. Sicul
intellesi, iam in secreto consistorio confirmata est electio Mon-
tisaragonum et credo, quod in primo publico consistorio pu->
a trsctus Or.
') Betrifft die Wahl ia Mobs Aragonum. Der KDaig hat nachgegeber
unter Wahrung Boiaer Rechte.
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88 itriefe, Reden aad QaUclitda.
blicabitur. Dominus papa infra octo dies speratur agfp'essurus
iter suuni versus Pietauiam. Alia nova, priiiceps serenissime,
non sunt liic ad presens . . . Dat. Burdegalis V. kalendas
Martii.
II. ... Dominus papa recessit hinc eri et vadit usque
Ptctauiam, ubi debet se vJdere cum rege Francie, ^cut alias
scripsi. Litteram autem super recognicione homagii nullo niod)
potui habere bullatam, licet multi cardinales sibi de hoc ver-
bum fecerint et ego ipse. Et tarnen dixerat a principio, porf-
quani venit de Vilandrau, quod eam hie expediret. Dixit aii-
tem nunc, quod eam expediri faceret Pictauie. Et quia res
Francie citra medium Äprilis non speratur, quod sit ibi p1
moram ibi contrahet aliquam, saltem per totum mensem Äpri-
lis« . . ,, serenissime princeps, imo et necessitas me compellit re-
dire ad presentiam maiestatis vestre, ila quod, si aiiqua vestra
negocia cum rege Francie presente papa agenda fuerint, po-
leritis me vel alium satis cum tempore remisisse, Statum
autem curie clarius et decencius tunc verbo quam nunc scriplo
vestre maicstati regie cxpHcabo. Abbas Montis Aragonum con-
firmatus est . . . Dat. Burdega|is domiiiica in passione domini.
Barcelona, Archiv, CRD. Nr. 107S9 und a. f. Nr. 1868 Or. Pap. Ssp.
Ersteres sehr beschädigt
a, Johannes Bur^idf nn KVnlg Jny mc IL : BpmHhnngen des kMti-
llaniHchen Prltt«ndent«ii Alfonso beim Papste am ein \Wp
reich. HeiralspIKiie Im (tanxÖNigchfu ESnl^Bhanse. Wann
Clemens V. und Philipp d. Seh. Ihren Elnzoic In Poltlen tu-
zSKern, Bordeaux (l.Wi) MSn 27.
. . . Dominus ') Alfonsus, ßlius domini quondam iafantis
Ferrandi de Castella et domine Biaiiche^), fiiit hie et nuni-
etiam vadit Pietauiam. Slcut intcllexi, petit a papa conrr
sibi nomen regiuni et, ut dicilur, papa dedit sibi spem de rr
II Folgt dem Sinne nach: redeo, oder Ähnliches.
'I Erst schreibt er von seiner Krankheit und daß er n.'
gehe : procarstorns expedfcionein littere recognitionis homai^ii
Corsice, quam papa diicit ae ibi facturom.
*) Tochter des b, Ludwig. Ihre SOhne sind die beiden Prii
de la Cerda.
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Nr. 22. (1307) Hfin 27. Hr. 2B. (1307) Mai U. 38
Creti". Petit eciam sibi concedi passagium, si Hat, et ad hoc
papa dicitur respondisse, quod aliquant parteni assignabit ci.
Filius primogenitus regis Francic habet, Jam diu est, in
uxorcm flliam quondam ducis Burgundie, Fuerat tarnen primo
Lractatum, quod haberet ßliani comitis ßurgundie; sed quia
postea, mortua reffina Francie, rex, ut dtcilur, intendebat pro
SP habere ßliam comitis, habuit ipse primogenitus filiam ducis.
Nunc autem secundogenitus (ilius regis contraxlt cum dicta filia
comitis pro certo. Rex vero, sicut dicitur, intendit habere pro
,'ie neptem quondam comitis Attrebatensis, filiam sciHcet filii
ipsius comitis Attrebatensis quondam, que et soror est uxoris
comitis Fuxensis. De tercio autem genito legis ipsius, sicul
iam alias scripsi, intellexi a nunciis, qui tunc erant hie, regis
Frederici et ab eius procuratore, quod tractatum erat et con-
venlum de fiendo matrimonio inter ipsum tercio genitum et
filiam ipsius regis Frederici. Dominus tani(?n Stephanus car-
(iinalis, qui fuit eancellarius regis Francie, dixit raichi ante eri,
rjuod pro certo de tercio genito nichil erat actum ...').
Dicitur hie per ahquos, quod papa intendit, quod rex
Francie intret prius Pictauiam quam ipse; et rex Francie in-
tendit contrarium. .Unde suspicantur ex hoc aliqiii, quod non
ernnl usque ad medium mensis Aprilis vel etiam ultra ibi. Qui-
iibel enim tardat venire. Dat. Burdegalis in crastinum Pascbo.
Barcelona, Archiv, CRD. App. gen. Nr 86, Or. i'ap. Sbil
23. Johannen Bunrnndl an Könir JH3'mf II.: PhlMpp von Tarciit er-
hHlt Zehnten dir den Orient. PrttlendeDt AlfoiiK de 1» Cerdn.
VeuexianlHclie Yerfa«ndliinKeii mit Karl von Valoh. Abreise
Philipp« d. 8ch. TOD Poltlers. Petitlomen desKOIWii bezUg'lh-b
CSlextlns V. und Bonilkz* YlII. Anden- ^beimnlNTolle Plline.
Helnit de» enirütiehen Thron foltrors. Anbnnft der <<: roll meist er
der Templer und Hospitaliter. Poitiers (1307) Hai U.
Dominus Karolus rex Iherusalem et Sicilie non est hie
nee speratur venturus ad prescns. Dominus Philipus princejw
') Folgt HJUeiluog, d»B er die Bniie sup«r tercia pui'te ilcc
wit« oBioia exMlvende sende, nnd Bitte lun Geld.
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34 < Briefe, lUdeD und Gutachten.
Tarentinus eius fllius fuit hie et obtinuit a domino papa ad
duos aiitios deeimam comitatus Provintie et provintianim Vien-
nensis et Lugdiinensis in illis earum partibus, que..-" sunl
in regno Francie, et etiam deeimam provintie Embredunensis nee.
non et deeimam Aeaye et tocius illius terre, quam ideu prin-
ceps habet in Romania. Et hoc pro [acquijrendis terns illis
in Romania, in quibus idem princeps dicitur ius habere. [Ob-
tinuijl etiam idem princeps, ut dixit michi procurator eius,
procedi et confirmari prü[ce3]!9us iam per alios summos ponti-
tlces habitos contra Ungaros illos, qui non recipiunt füium do-
niini Karoli quondam regis Ungarie pritnogeniti dicti r^is Si-
cilie [in] i'^em suum. Rccessit autem hinc [idjem princeps
die iovis proxime preterita ') satis [tarjde.
Dominus Alfonsus filius quondam intantis Ferrandi et
domine Blanche est adhuc liic et, sicut alias scripsi, inslat apud
papani pro nomine regio et data est sibi spes de regno Creti.
Instat etiam, quod sibi comitteretur passagium. si Rcret, d
data est ei spes de aliqua parte passagü sibi comittenda.
Nuntii solemnes Venetopum sunt hie et fuerunt, postquain
papa est hie. Venerunt signanter pro domino Karolo fratre
regis Francie ') et, sicut a flde dignis audivi, actum est ei con-
ventum inter eundem dominum Karolum et nuntios ipsos, quod
Veneti iuvabunt dictum dominum Karolum in acquisicione
Romifnie et pro tercia parte sumptus ad hoc de suo facient
et similiter in acquisicione ipsa partem terciam obtlnebunl
tenendaro tarnen in feudum pro ipso domino Karolo. Hoc
firmattse dicitur imperatrix, uxor dicti domini Karoli, et papa
etiam approbasse . . .
Tractatum et conventum erat de matrimonio contrabeniio
inter filiura domini regis Frederici et filiam dicti domini Karoli,
non quidem primogenitam ex secunda uxore sed aliam. Nani
primogeiiita ipsa debebat contrahere cum lilio ducis Burgun-
die . . . Postea intellexi contrarium a domino Stephane cardi-
a Locb. Non fehlt wohl.
') Am 11. Hai 181)7.
') Man vgl. hierzQ J. Petit, Charies äo Valoie, p. 105 and 106 nwl
meine epStero Publikation.
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Ht. 2S. (1S07) Hai 14. 3&
naii, qui regis Francie fuerat cancellarius . . , Nunc autein,
postquam fui hie, tntellexi et dominus lohannes de Rocliafort
miles vesier eUam dixit michi, quod tractatus de fliio domioi
r^is Frederici fuit cum terciogenita dicti domini Karoli ex se-
cunda lixore. Habet enim ex ea tres filias, sed in tractatii
de secundogenila ni«hil est immutatum nee innovatum.
Rex Francie recessunis est, ut communiler dicitur, die
martis sequenti '). Et \pse idem ita scripsit regi Maioricarum,
qui huc ventebat ad eam. Sed habita Uttera super hoc ipsius
r^s Francie idem rex Maiorieanim vadit apud Lotxas *) et
ibi expectabit ipsum regem Francie. Communis Imbet asser-
cio, quod idem rex Maioricarum venit pro cambio faciendo de
MoDtepessulano cum rege Francie, quod iara diucius tractatum
est. Idera vero rex Francie, ut communiter dicilur, erit apud
Lotxas et in locis ibi circumvicinis, donec veniat princeps
Wallie primc^nitus scilicet regis Anglie, qui in veniendo est,
et in feste beati lohannis Baptiste proximo futuro, ut pro certo
communiter hie tenetur, debet hie esse. Intellexi tarnen ab
aliquibus, quod ipse princeps venit morose . . .« nee aeeelera-
bit iter suum, donec sciat, quod rex Francie reslituerit castnmi
de Haileo"). Dicitur hie etiam per quosdam, qui a quibusdam
amicia suis de Anglia hoc per litteras habuerunt, quod regina
Anglie, que regis Francie soror est, venit similiter.
Quid autem hie ll^acil] rex Francie cum papa, adhuc
iiescitur. Dicitur tarnen quod multa petit, de quibus quedam
indecmtia sunt ad petendum set et ad concedendum essent
inde[cent]issima *). Inter cetera petit, quod canonizetur frater
Petrus de Moiro, qui fuit papa CelesUnus, et per consequens
datnpnetur papa Bonifacius. Ipsius autem canonizacionis ne-
gotium est commissum tribus cardinalibus, sciücet dominis P.
■) Am 16. Hai 1807.
') Loches, Vgl. du Itinerariani im Rec. des bist, des Gaales et de
)s Pnnee XXI. p. 448.
'i Hierfiber eine Anzahl Briefe bei Balazius, Vitae pap. Av^n. 11.
p. 66 as.
*) Vgl. hieran d. a. die Stelle bei Balnzins, I. p. 27: Petitionea
tnnHoendebant regalem aUtom.
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86 Briefe, Reden und Gutachten.
episcopo Prenestino, qui fuit episcopus Tolosanus, Stephano,
qui fuit canccilarius i-egis Francie, et P. de Columpaa cardi-
nalibus. De atiis, que dicitur petere, non scribo, quia et si
opinio sit multoruni et quasi communis, quod ea petat, ab eis
tarnen, qui inde »liquid senciunt, nichJl dicitur, et quia ideni
Rodericus •), sicut hie audivit, potent referre. Post recessum
tarnen ipstus r^is Francie forte melius scietor inde Verität
et tunc scribam, si inde aliquid scivero.
Rayniundus de Cardona . . . dixit michi, quando ipse fuit
in Anglia, locutus l'uit regi Anglie et principi eius filio de ma-
Irimonio contrahendo inter dictum principem et sororem regis
Caslelle, quia per regem Castelle et per reginam eius matrem
hoc ei commissum fuerat. Et, sicut dixit michi, rex et prin-
ceps habuerunt gratnm. Dixit tarnen rex Anglie, quod certe
conventiones erant inter eum et r^em Francie de contrahendo
matrimonium inter ipsum principem et filiam regis Francie,
qiias conventiones ipse rex AnglJe non frangeret, dum tarnen
rex Francie certas conventiones, quibus ei tenebatur, servaret.
Non refutabat tarnen istum tractatum, imo placebat ei et si.
quid de rege Francie dictum est, non procederet, ipse signiü-
caret regi Castelle suam intentionem. Noiebat tarnen nee con-
sulcbat, quod, si dicta domina interim inveniret locum pro se,
dimitteret propler hoc.
Magister militie Tempil debet hie esse cito; venlurus est
et m^lster hospilalis s. lohannis Iherosolimitani; et papa
tractat, ut pro constanti dicitur, et intendebat facere, cum ee,
quod uniantur dicti duo ordines.
Comes Fuxensis cum vicecomite de Narbona et cum
nobili Guilelmo de Calmont ex una parle et vicecomes de To-
rena filius comilis Conuenarum cum ipso coinite ConuenaruDi
ei cum comite de Armaniacho ex parte alia flrniaverunt facere
inter se bellum. Tarnen rex Francie misit ad eos, quod non
moverent se interim, quia ipse recipiebat negocium et assigna-
vit eis diem ad primum parlamentum Parisius . . . Dat. Picta-
uis in festo Pentecostes.
Barcalona, Archiv. CRD. App. gen. Nr. 80. Or. Pap, Ssp. mit »iel«i
Lütheru.
'} Der Bote Rodericus Egidü.
DigmzecDy Google
Nr. 24. (18«7} Hai 23 (1). 37
2t. ¥, de S. Jnijl, Eomtar tob AlAunbra mb GroBmelBter Jftkob tob
Mola;: HenlleheaBegrllBnBgissclireib«!! des Uroflm eisten, dewteu
KoniBieB fttr den OrdeB und die Gegead sehr nOtlg sei; siieli
nfirde seine Retse aaeh Ksstlltea und Portasal sehr nflUen.
Mlravet flSOT) Xai 3S (i).
De sobirana religio et de gran honestat et savlea baro
inolt noble et molt honral en Christ pare et senyor molt temut
al senyor frare Jacme de Molay per la gracia de Deu de la
sanla honrada cavaleria del Tenipte mestre molt digne trare
P. de sent Just comanador Dalfanibra saluts et vera hobe-
dieocia ab tota quanta polest reverencia et honor. Ha la
vostra molt digna senyuria, senyor, fem saber, que avem entes
per lo noisatger del comanador Darago la vostra bona sanitat
et el bon estament, del qua) agem molt gran goy. Et si la
vostra merce es, queus plaeia huir de nos: sans som, ta Deu
meree, ab molts trebayls et ab molls enuycts, que avem aguts
d[e]puys, que partim devant vostra presencia, mas tots los
prenem en repos et en delic, tan gran es lo piaer, que nos
agem, can p<^em venlr devant vostra presencia. Senyor, con
vostra . . . ^da sia molt proHtosa et molt honorable a nos et
al Temple, nomenadament nos sera molt profitosa et honorable
de venir en esta terra et nielorar senhia molt lestanient del
Temple n. Et axi seria molt profitosa la vostra entrada de
Castela et de Portogal, segons quens ba fet saber a ^ letres
aicuns (rares daquetes partides. Supticam, senyor, a la vostra
alfea molt digna senyuria, que siam comanats en vostra gracia
et siats remenbran de nos. Manat nos <,'o, queus plaura, que
nos somi aparelats dobeir vostres manamens. Senyor, Deus
voB do bona vida' et longa ab salul.
Data en Mirauet f X. dins rf a la entrada del mes de uin.
Barcelonu, Archiv, CBD. Nr. 4236. Kopie Pnp. 2 Bifittar aus einem
Regiiterbuch des gentmoteu Komtur«. Die Datierung ist zweifelhaft. Jeden-
t*üa handelt es eich um einen ßeBUch des Großmeisters und ich kann den
Komtur nur für die letzte Zeit des Ordens nacbweisen.
n Undeutlich. Statt melonir nsw. stand da: es hie gran obs.
f< l.'r«{irttnglich : per Iura. c L'rsprtlnglich : Escrit lo dimecres,
'' dis mit AbkDrznngsiitric.h über i.
izecy Google
88 Briefe, Reden nitd Gutachteti.
2Ö. JobNiines Bni^audl an KSalf Jayme n.: »rzSserang drr AW
reise FblllppH d. Seh. vm Poltleiti. Aflfel«K«Hhe1t BfnlGu' TIU.
KardinalNkommlsHlon daHlr. Gliste In Poltlers. TftrUriMbe tir-
HUidte. Poitiers (1307) Jnnl 26.
Acceptis litteris vestris . . . disposui nie ad recessum . . .
Deliberavi tarnen expectare, quod rex Francie hinc recederet,
qui dicebatur tunc continuo discessurus, ut post eius recessum
super expedicione littere recognitioiiis homagii racione regoi
Sardinee et Corsice prestiti facereni possc tneuiii. Sed quia
proerastinando rex ipse recessum suum dtstulit, habui plus
quam a priticipio crederem remanere. ... Post') recessum
regis Francie remanserunt hic pro eo Guilelrous de Plasiano
et Guiletnius de Nogarelo, qui petunt procedi contra dominum
Bonifacium quondani et n^ottum hoc tam presente rege fiiil
cominissum sex cardinalibus '}. Filius regis Änglie nee venit
nee speratur de proximo venturus. Rex Haioricensis fuit iiic
et vidit papam et in continenti recessit. Dominus Alfonsus de
Castella est adhuc hic et ductus est verbis usque modo. Nun-
cii Tartarorum ^) sunt hic et offerunt, si fiat passagium, cen-
tuin milia equituni cum equis suis et ultra hoc centum milia
equos pro iiiis, qui Iransfretabunt . . , Dat. Pictauis VI. ka-
lendas Julii.
Hawelon«, Archiv, CRD. Nr. 12866. Or. Pap. Sap.
'} Vorher berichtet er über den endlichen Empfnaj; der Balle: fiä^
euirn finaliter ipsa littern »xpeditn et eam liubeo dupliciitam; babeo atiui
instrumentum publicum super ipsa prestacione homagii. Et cum diniin«
sollicttudine obtinuissem die merrurii proxime preteritii aditam ad dominiiin
papam, inveni eum in regiis negociis phis soh'to favorubilem. Et locntvs
sum er, qunliter dominus Bonifncius et post eum dominus Beitedicbns . . •
commiserant domino episcopo Valentino officium legscionis in regao Sirdinip
et Corsice et quod dignaretur idem facere . . . Respondit. quod, cum teati
Pictauis, reducerem sibi ad memoriain et loqueretur de hoc cum omnibu^
vel cum aliquibus cardinalibus et libenter placeret nobia. Et enim est in
quodam monasterio extra per nnam magnam leucam. Poat hec loentw fni
aibi de peticionibua . . . Receptia ipaia peticionibus, mandavit confMW
suo. quod oportunitate captattL legeret eaa sibi . . .
') Diese Kommission wird auch BaloziuB, Tilae Pap. Aven. I. 2"! er-
wähnt, ritht aber wofür sie ernannt wurde.
^1 Ihrer wird in clen Expensae Clemens' V. xnerat zum 23. Jnni ISC'
gedacht.
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Nr. 26. (1807) Juli 5. 89
ä«. ClemenB V. mn Philipp d. Seh.: Die KnnlliuUBkoDimlMiton hat «leb
mit der AnKele^uhelt BoMlfax' VIII. bewhafti^ und einen dem
KVdI^ TorznMhlagvnden Weg' nusgesncht. Abgesehen von den
Ansele^Bhell«B KbtIh II. von »apel will der PapHt sieh bin
znr Erirdi^n^ nnr mit dieser Bliebe behssen. Poitlen (1S01>
Jali 5.
Clemens episcopus servus servorum Dei carissimo in
Christo filio Philippo r^i Francoruni illustri salutem et apo-
slolieam benedictionem. Si tua et regni tui nostris visceribus
impriniuntur negocia et presertim illa, que post nos non eque
uliliter forsan aut salubriter pro te ac r^no tuo ab nliquibus
possent a{p, tractari aut duci : te iam ex pluribus experimentis
cerciorem efTectuni Jgnorare non credimus et vere siipponimus
noü latere. Sed scimus, quod sie geris in corde et, si non
fallaris, totis oientis viribus agnoscis et sentis. Ea propter de
illo predecessoris nostri Bonifacii et tui regni negocio, quid
^rimus, ex premissis habes facere crediliter, quia fecimus et
fecerunt, qui a nobis dati fuerunt super hoc tractalores, si
manus oostra tactu non caruit aut oculus visu, nedum quod
decuit eo8 facere, quinimo continuatis diebus operaciones suas
ad extremum suarum virium extenderunt: istoriarum et geslo-
runi sancte Romane ecelesie, conciliorum, iurium et sanctorum
patnim, ut viri oculati, sentencias revolventes, vias varias et
divei^as, attamen tendentes in unum, videlicet in tranquillita-
teni et pacem sancte Romane ecelesie tuique ac regni et tuo-
rutn orrmium invenerunt; quorum prudenciam et sollerciam
nobis, tibi et regno tuo ac universali ecelesie fructuosam in
domino commendantes, de viis illis, quaruni atteram ut magis
utrinque acceptabilem arbitrenmr districto examini tractatorum
ipsomm preeligendam, quam voluerint, duximus committendam
adeo, quod tempore, quo dilectus filius Guillelmus de Plaisiano,
miles tuus, iator presentium, vir utique sollers, industriosus
et prudens a nobis propter quedam a te recepta mandata pe-
lilam cum inslancia obtinuit licenciani recedendi, non restaret
aliud in agendis, nisi quod de altera viarum, quas predicli
traclatores adinvenerant, communiori, iustiori et securiori ab
ipsis ßnaliter eligenda te valeamus quamtocius certum efHcere,
ut plene delilwrare valeas super ea. Et super eleccione vie
huiusmodi conünuatis diebus, cuiusquam hominis nc^ocio non
oy Google
40 Uriefe, Reden und Qutoclit«i.
obstante, excepto dum taxat . . illustri? regjs SicUie, qui prop-
ter tua et r^ni, que pre manibus liabebamus, tractanda n^ocii
ad nos hucusque de beneplacito nostro venire distulit, proce<<e-
mus, quoadusque una de viis preelecta fuerit. De cuius e<'ec-
cione efficienius te " quanicicius polerimus, cerciorem, ul ex-
tunc cuiuscunque more aut ne^tligencie sublato dispendio venias
pulsaturus imporlunitate nobis gratuita, ut tres a malre tua
paties accipias ad robur perpetuum in comodato aut dono,
quibus progenitores lui in hoc deserto pasti sunt, federis vide-
liccl Qum sancta Romana ecclesia, dileccinnis et pacis. Dat.
Piclauis 111. nonas lulü ponüßcatus nostri anno secundo.
Psria, Bibl. Nat. Cod. Lat. 10919 f 52 '. Karl tl. von Neapel btüe
sein Kommen nach Poitiera nufgeachoben. Johannas Burg und) berichtet
nnn zam 11. Jnli (1307); Dominus tex Cuvlue est hie et prioceps eins
lilius oUDi eo. [Cnusn] eins adventus igaoratar communiter, salvo quod od
faciendem pape reverentiam dicitur veniase. Ante eius adventnm fuemnt
hie niintii ducia Oalabrie et proposnerunt in secreto coneistorio contra regem
Fredericum, qni nondum reatituit nee vult restituere trin costra, que adfanc
tenet in Ualabria ... Et papa scribit eideni regi Ftederjco super restitu
cion« dictonim castrorum. Intell|igitur] tarnen, quud. [et| ei non sit scrip-
tum, actum tarnen fuit inter dictoa regem Fridcricum et ducem Calabrie.
qiiod ipse rex teneret ipan ceütra, donec ei restituisaet cnstmm de liati.
Nova de Anglia aunt modo hie sopita. Niehil onim de adventu filii regia
Anglie diclitur] nee aliquos misit nnnc nuncios. Maiima discordis dicitnr
eaae laiiue, propter qiiod illie, qui ad honorem veatrum, sereniaaime prin-
ceps, ajfuenint, vidcretur, quod nunc eaaet tempua acceptabile ad oandnii).
Alia nova uon sunt liic . . . Dat. Pictauia V. idua Jnlij. Barcelona, Arcbiv
CRD. Monat Juli. Über das Ganze vgl. Darstellung.
27. (KnrdltiHl Potras Ooloiinit mi Papst Clemens >%): .4iiss5buniif mtl
der BonKkzIaulNrhen Purt«l kann nur mit Willen des FnpstfS
PhillppR deH SchGnen nnd iter Scinigen, Karia 11. Ton Neapel
und der Seinigen, sowie der genannten ' i'ilmtst-lien Palrliler,
StSdte Am Kirt'hen»itnat«s und «Iler, die von den fiaEtaal ft-
Hehidlgt Nliid, erfolgen (1307 ?).
SancLissime pater! Humiliter et reverenter protestor et
dcnuncio, quod non est niee intencionis, quod pax fiat, et,
si lieret, procedat quomodolibet nisi de mandato expresso sanc-
titatis vestre. Item de voluntate et consensu serenissinii prin-
't Abschrift hat et.
izecDy Google
Nr. 27. (1307?) 41
cipis doitiini r^iä Fraiicoruni illiistris et domJni K. et Ludoiiic)
fratrum suorum e\ omniuni devotorum et subditorum eiusdeni
legis, sive sint clerici sive layci, qui quoniodolibet iniuriati
vel lesi fuei-int per Gayetanos vel aliquem eorum. fteiii excel-
lentis principis domini regis Sicilie et ßliorum siiorum, precipue
lirincipis Taranlini, et consiliärioruni suoruin : domini lohannis
I'ipini et domini Ändree de Ysernia et domini Mathci de Adria
et aliorum, qui quomodoltbet lesi fuerint per (jaietanos vel
uliquem eorum. Item dominorum noslrorum cardina'i'um sci-
licet domini Tusculani, domini Portuensis, domini Ostiensis ')
episcoporum; item domini lohannis Monachi presbyteri cardi-
oalis, item dominorum Neapolionis, Landulphi, Guillelmi dya-
cononim cardinalium. Item domini lacobi de Columpna pa-
trui mei.
Item infrascriptoruni nobiliuni de Urbe, scilicet dominorum
Sabellencium, " precipue Petri de SabeUo. Item domini Stephani
de Comite et suoritm. Item Theobaldi de sancto Eustachio
et suorum. Item domini Ricardi de Milieus de Anibaldis et
suonim nepotum. Item Nicholaij filii domini Petri Trasmundi
de Anibaldis et suorum. item tlüorum Nicholai de Anibaldis
et suorum. Item filiorum Nicholai domini Theobaldi de Ani-
baldis et suorum. Item Stephani de Albertis et suorum. Item
Bone aventure" Alexii Romani de Bonaventuris et suorum.
Hein Pandulphi Cracbii" Guidonis et suorum. Item Andree
lohannis Ardeloti et suonim. Item Ricardi Petri laquinti et
suorum. Item Ricardi Petri de Anibaldis et fralrum et nepo-
tum suorum. Item domini Nicholai de Buccamattis et suorum.
Item domini Oddonis de Palombarya et Oddonis nepotis sui
et suorum. Item Bertuldi et Petri de Palonbaria« et suorum.
Hein domini Laurencii de sancto Alberto et suorum. Item
Bartholomei de Columpna et fratrum suoram, Petri de Co-
lumpna et fratris sui, dominorum de Gallicano. Item domini
Petri et domini Stephani filii sui de Columpna dominorum
Olibarii. Item domini lohannis de Columpna domini Genazani.
a So Abschrift.
') JohoimeB BoccAmazza, JohaDues de Murra und Nikolaae Alberti.
^1« wie die folgenden Kardinale gebüren zur antiboDifaziani sehen l'artei.
izecy Google
42 Briefe, Reden und Gutachten.
Item domini loliannis de Montenigro cancellarii Urbis et alionint
amicorum ot devotorum supradictorum de Urbe. Ilem in
patritnonio civitatis Viterbtensis, Narniensis, Reatine, Tuder-
tineneis, Ortanensis, Tuscaniensis : civitatis Castellane et Sulrine.
Item comitatum Corneti, Montisalti, Canini, Gentumcellis, Galle-
sii. Item domini Manfredi alme Urbis prefecti et suorum . . .
Item in Campania omnium et singulorum dominorum de
Ceccano. Item lohannis de Comite et suorum . . .
Item civitatum et comitatum Florentini, Alalri et Sene,
Ceperani et Frosinonis . . .
Item consanguineoram lohannis Castellani, lohannis Ar-
chionis, lohannis Panis, guorum duo occasione Columpnensium
occisi fuenint per Gaietanos, trinus caplus et in carcere in-
teremptus.
item omnium illorum, qui privati fucrunt episcopalibus,
abbaciis et beneficiis ecclesiasticis et l>onis eciam temporalibus
propter Columpnenses. Item omnium ßdeiussorum Colump-
nensium, a quibus magne quantitates pecunianim exacte fuerunt
propter Columpnenses . . .
Item salvo in omnibus mandato, benepiacito et conseosu
populi Romani, qui pro iusticia dictorum Columpnensium ex-
bannivit et djffidavit Gaietanos omnes et singulos de Urbe,
diversos processus huius occasione faciens contra ipsos. Item
protestor et denuncio huiniliter et reverenter coram pedibus
sanctitatis veslre, quod per firmacionem pacis quocunque ßnna-
tnento vel iuramento vel alias Armande cum domino Ffrancisco]
Gaietani pro se et suis non est mee intencionis aliqaa iura
realia vel personalia . . . ledentur '), diminuentur, rcroUtentur
seu cedentur. Set propositi et intentionis mce est, quod omnia
iura realia et personalia . . . salva et integra sint et omnino
illesa et illibala, et quod in pace, que fiel, fiat pax et recon-
ciliatio libera et spontanea et remissio omnts odii et rancoris
hinc inde.
Supradicta autem j)articularia et contingencia ipsa et
omnia pertinencia ad ea sanctitatis vestre clemencia iure ordi-
nario vel ex compromisso, quod suscipietis et in vobis Ret
') Nicht ganz deutlich.
ize^oy Google
Nr. 27. {ISMfl Nr. 28. (1807) September 10. 43
plnne et libere, alte et basse, examinabit et iudicabit et difti-
niet, prout sue ptacuerit saiictitati. Et fiiiem Deo dante lau-
dabilem omnLbus controversüs et questionibus imponet.
Paris, Bibl. Nnt. Cod. Lat 1091» f, 192. Urheber dieses Schrift-
stückes ist unzweifelhaft Petrus ColoDoa, denn er spricht von setoem Uhcim
dem Kardinaldiakon Jakob und nennt sich in dem StQck nicht. FQr die
ZeitbeHtimmung ist wohl nis sicher snzunehinen, daß das Sldck nach der
Inaugriff nähme des Prozesses gegen Bonifaz VIII. und vor dorn Tods Karls II.
vun Nespel — nnr er, nicht Robert ist gemeint ^ abgefaßt ist, also von
1307 — 1309. Ob ane den lahlreichea römischen Namen sich eine genauere
Datierung ergibt, vermag ich mit meinen hiesigen HUlfomittelu nicht anzu-
geben. Zunächst steht nichts im Wege, das StUck mit den in voriger Nr,
erwäbnUin Bemühungen Cleniens V. zusammenzustellen.
28. TemplergroBin elfter Jakob ron HoUy an KOnig Jajrme II.; Er-
BenBODg des Exlmlnns de Leudn xom Meister der Brngoneslsclien
Templer und Bitte um die Gnuat des Kflnigs fOr denselben.
Pftitiera (1S07) September 10.
. . . Excellencie vestre presentibus notuni fiat, quod iios
utilitatem domus nostre diligenter pensantes habitoque coin-
muni fratruin nostroruin consilio expedire credidimus et vestre
celsitudine fore gratum baillivie nostre Aragonie orbate reclore
per obitiim venerabilis quondam viri Berengarii de Caidona
Provider! de religioso viro sapicnti et tionesto fratre Eximino
de Lenda, qui moribus et etate maturus adeo diversis graciarum
generibus adornatur, quod ei (otiusbonitatis testimonium per-
hibuenint. Quare maiestatem vestram diiximus presentibus
affectu, quo possuraos, exorandam, quod idem preceptor noster
ymmo potius vester in suis agibillbus inveniat clenienciam
vestram sibi favorabilem et benignam ceterique tVatres nostri
ac bona ad instar antecessoruin veslrorum et niore vobis solito
sint vestre magnitudini commendata. Fandet nobis gratia
vestra sua benepiacita voluntatis, ad quorum completionem
sollicite intendimus taniquam pro doinino speeiali. Valeat
exceilencia vestra per tempora longiora. Dal. Pictauis X die
Septembris.
Barcelona, Archiv. CRD. TemplaHos Nr. 89. Or. Pap, Ssp. Nr. 38 zeigt
Jakob der Kfinlgin Blanrha von Aragonien dieselbe Wahl an : sperantea,
qood idem frater crga regiam maiestatem ae talit«r ebsequioaum prestahit,
quod dominacio vestra contentatur. Tom selben Dntutii. Or. Pap. Ssp. Aus
izecy Google
44 Briefe, Reden und Gutachten.
CRD Nr. 2902 Schreiben P. de Qneralt nn Jftyme IL: EI carren. que vos
trameaea a cort dp Roma, ea vengat. Lo quäl a aportiides letree del mM«tre
del Temple, qui venen a vo9 o aqueles noa do volgani obrir, 1307 dimccn'S
derrer Dngost, darf man wohl schließen, daß der GroSmeietcr aclion im
fiühen August, vor der Abreise des Boten, an der Kurie war.
29. Wilhelm von ParlH, pKpstItehor KuplHU uud kSnle'lkfaer Dcfrkt-
v»Ur, Genera] fnqnlititoi- tu Frankreich, sn die Inqnisltom la
Toulunsf nuä CarriiHiMinne und die übri^n Dominikaner Fruk-
i-elt^hx: Mfttellniit; der Entdecknng der templerisphen Terg«fcen,
AnREUhlnng, Anrahniu^ der Sehritte, die Philipp d. Seh. dafeirn
getan Iiat, Versammlung der BlKcb)>re, seiae Bitte an dea KMf.
Ihm zur Untersnchuug gegen einzelne Templer behtUflkh «dl
na iToUen. AatTordernug zur Untertiuebnng und Hlttdlang der
Er^hnlBse an die Hlnoriten und andere Httaehe. FantiriM
<1307> September 22.
Religiosts et venerabilibus fratribus [Jnquisiloribus] ^ here-
lice pravitatis Tholose et Carcassone auctoritate apostoÜca
depiitatis, prioribus conventnalibus, supprioribus et lectoribus
ordinis fratrum Pretiicatoruni in regno Francie constituüs.
eorum videlicet singulis, frater G, de Parisüs, eiusdem ordinis,
capellanus domitii pape, sercnissimi prindpis domini- regis
Francie confessor et Inquisitor heretice pravitatis in regno
Francie predicto auctoritate apostolica deputatus, saluteoi in
aclore * et consummatore fidei Ihesu Christo. Fralres earis-
sinii! Scelus sceleratissimum, Celeste'' flagicium, quod nee
oculus vidit nee auris audivlt nee alias hominis cor ascendit:
res amara, res Qebilis, abbominabilis et nimis terribilis, ex qua
consuevil ira Dei in filios diüdencie provocari. Commovetur
terra nimirum ac omnia elementa turbantur, divinum nomen
contempnitur, religionis venustas confunditur, laceratur "■ slabi-
litas fidel christiarte. Nuper ad domini r^is auditum et
nostrum pervenit, videlicet quod fratres quamplures ordinis
milicie Tempil, si fratres debeant appellari, Talso religionis
numen tenentes ') . . .
a Fehlt. b So Abschrift. <• latator Abscfar.
') Hier folgt die Aufzählung der Anschuldigungen wie in dem Schrei-
ben des KUnigs vom 14. Sept. 130^: Rev. d. q. bist. X, 829.
izecDy Google
Nr. 29. (l307).SepUml)8r 22. 4&
Heu nobis, si premissa veritafe nilantur! Quis nobis.
fratres, tribuat, iit tanti facinoris, tante divine blasphetnie vtdea-
mus aliquain ultioncm. Prefatus igitur dominus rex chmtia-
nissiitius premissis auditis, admiraciotiis stupore perletritus et
ftdei ardore succensus, ea non spernit sed neduni nobis suisquu
secretis consifiarüs sed patri nostro saticlissimo doinino summo
pontifici apud Lugdunum primo et Pictauius secundo audita
diligenter aperuit. Et nobis postmodum adhibitis diligencins
perquisivit pluresque testes ßdedigni, omni excepcione maiores,
inaxime in causa fidei, sunt recepti per nos iudicialiter. Per
quos omnes singulariter turpis recepcio predicta probatur in
eorum personis facta fuisse. Ac veheinens inducitur presumpcio
contra oranes. De pturibusque personis eiusdein ordinis Imius
r^ni dicti testes deponutit, quod präsentes fauttores" ac assen-
cientes fuerint in recepcionibus fratrum taliter attemplatis. Ea
propter per ipsum dominum regem reverendis patribus archi-
episcopjs, abbatibus b et alüs eniinentibus viris ecciesiastirris ad
hoc specialiter congregatis eorum tarn per ipsum dominum r^em
quam per nos requisito consiüo, provida eorum et concordi
deliberacione accedente, ipsum dominum r^em duximus pro
causa fidei requirendum, ut contra singulares personas dicti or-
dinis de premissis vehementer suspectas huius regni nobis dare
farorem, opera et auxilium dignaretur, ut eas habere vaieamus
examinandas, ut decet, super hiis non intendentes negocium
hoc contra dictum ordinem assumere seu contra fratres ipsius
orditiis universaliter, sed soium contra singulares suspectas
perquiri, Qui religiosus prince[p]s animo promplo requisicionem
nostrarn exaudiens per djversas partes ragnt sui dictas singulares
personas suspectas perquiri et ecclesie iudicio presentari pre-
cepit, ad hoc-certas eminentes specialiter destinando.c Nos
igitur per diversas partes regni presenciallter accedere non
valentes, pluribus negociis et infirmitate proprü corporis impe-
diti, TOS exhortamur in domino, vobis presencium tenore com-
■nittentes ac vos singulariter deputantes, quafinus nobis in
adiutorium cause fidei assurgentes non pigri sed vigiles adhi-
bitis duabus religiosis personis et discretis cum personis suspectis
n So eher als fauttorie. b «piscopis fehlt. r. personas fehlt.
izecy Google
4(t Briefe, Reden und GaUcbten.
sie vobis per gentes domini regis predicti ezhibendis inquiraUs
ex parte nostra immo pociiis aposlolica super premissis dili-
gentius verilatem, deposicioiiihus eorutiidem per publicam per-
sonam, si comode poterit haberi. aut per duos viros idoneo^
conscribendis. Et si premissa scelera inveneritis esse vera.
probis viris ordinis fratruin Minorum ac aliis religiosis vu-iü
n^octum sie aperire curetis, quod apiid eos vel populum non
oriatur scandsluin ex huiusmodi processibiis sed odor pocius
bone fame. Deposicioiiesque talium testium domino regi et
Qobis in Francia sub vestris et dicti domini regis gencium, que
ad prcdicta specialiter destinantur, sigillis interctusas Tideliter
tiiittere non tnrdetis. Datum Pontisare XXII die Septembris
anno domini M"CCC'' septimo.
Paris. Archiv. Nnt. J 418. Nr, 22. Gleichzeitige beglaobigte Ab-
schrift. Ungenau, mit Auslasnung einiger wichtiger .Stellen, gedruckt von
Uoutaric, Revue des queet. bist X. p. 335. Cleiiii^iia V, hatte auf Bitt»
Philipp« d. Seil, diesem Inquisitor kurz vorher, am 24. Mai, in Poitien
folgendes Privileg verliehen (.Oerontes ad magnilicenciam tu»ni*): Tai»
itaqne eupplicationibus iiicitnati. nt confessor tuus, qui nunc est, et qoi
pro tempore facrit. frntribus Predicntoribus ad tunm hoapicium confluentibas
vescendi earaibDii. dum in eodem hospicio fuerint. illis damt&xat diebas,
quibus iJ secukiibus est perniiesan). . . . possit nustra frelus aactorltite
llcentitini uxbibeie, dumtnodo cmisa necessaria et legltima id eipoecat dm
idem cunfessoi- uoa et eadem die pluribus quam quiituor ex rtsdem fratri-
buB concedat lic^enciam antedictam, auctoritate tibi apostolica indulg^mus . . -
Dat. Pictauis Villi, kalendas Junil.
Paria, BibI, Nat. Cod. Ut. 10S19 f 52. Über Wilhelm von Pai»
vgl. HiBt. litt. lid. XXVIl. p. 140.
:{0. Philipp der Nehüne an KUuIk jHjme II.: fber die ARMhnMI-
gungen gegen die Teinjtler beim Papst nnd bei ihm, Beth^nnc
hervor ragend er Theologen nsn., Oeßingennnhnie und BfsehUg-
nähme ilii-er Gitt«r. Auch der Pa|>§t habe g^gen tue kUnlM
den Prozeß begouncn. Pari») (liWi) Oktober 16.
. . . Licet ') autem ex talibus nobls ac patri sanctissinio
summo pontifici, per se cnilibet nunciatls, ab inicio credere non
pnssemus ullatenus, parvipendere tarnen tantam Dei blasphe-
miam nimirum noluimus, scd diligenter indagavimus ventAtem.
prefato sanctissimo patri summo pontifici Lugduni primo, se-
cundo Pictauis nq^ocio reserato iiobis inquisitore pravitalif
') Vorher geht eine knrze Aufzühlung der AnscIiuldigUDgen.
izecDy Google
Nr. 30. (1307) Oktober 16. Hr. 31. (1^07) Oktober 26, 41
heretice (fenerali r^ni nosiri, probis viris religiosis ei alüs flde
dignis adhibitis ac per testes fidedignos omni excepcione maiorcs
heresis est predicta probata contra quamplures personas eius
ordinis ac suspicio vehemens erroris eiusdem in omnes et
singulos ordinis supradicti. Propter quud consultis super hoc
prelatis, religiosis viris theologie, iuris etiam utriusque magistris
ad requisicionem sancte matris ecclesie nos, qui leneniur hereses
ac scismata tollere regnumque nostruni tali peste purgare,
^ngulos fratres ordinis prefati in nostro r^:no degentes cum
Omnibus bonis capi mandavimus, personas videlicet ecclesie lu-
dicio presentandas et proponendas examini, ut, si culpabiles
reperti fuerint, iusto puniantur iudicio, nisi reverti corde sio-
eero voluerint ad sancte ecclesie unitatem: si vero innocentes
forte reperiaiitur , tanquam aurum in foraace put^ti liberi
permaneant, Infamie macula loti, qua nunc in regno nostro
graviter sunt aspersi, maxime postquam nuper prefatus summus
pontifex super premissis in eo» processum ineepit. Bona vero
dictonim fratrum ad custodiam capi mandavimus, ut, si fratres
ipsi reperti fuerint innocentes, eis saiva remaneant, alias Terre
Sande negocio, cui destinata sunt, integre reserventur. Cum
igitur nos et vos pax retigionis, fldei causa constringat, premissa
Vobis significare curavimus, ut ad Hdei deffensionem pariter
assurgalis, sie quod super ecclesie Dei debita deffensione Den
simul et pariter racionem reddere valeamus. Act, Parisius die
XVI. Octobris.
BarceloDA, Archiv. Reg. 291 f. 22. Am 25. Oktober bericlitet er an
Jajme: coDfewioDee spontanee inegiatri ordinis et nlloniTn muttorum ex
dictis fratrihus in diversis regni loci» exiatentibue snnt secuta . . . Paria,
25. Okiober. f. 25.
31. Philipp d. Seh. ah König ^syme U.: Der Grofimeiat«r, nlle Brü-
der In Paria und sehr fiele In Terachledenen Teilen des Reiehes
hitt«n gestanden. Er werde die Geatlndnlsse bald schicken.
Paris (1807) Oktober 28.
Ph. Dei gratia etc. salutem et sincere ditectionis affecium.
Amicitie vestre presentium tenore duximus intimandum, quod
divina [operante] gracia, que cecata corda singulorum illustrat,
abnegationem domini nostrt Ihesu Christi enormitatesquc
quamplurimas et errores nephandos, quos et quas quihbet
ordinis militie Templi frater in profexione seu ingressu eiusdem,
izecy Google
48 Briefe, Heden nad Qatacht«i].
insligante diabolo, facere dicebatur, maior magister, omnes
Parisiiis existentes et quaiiiplures alii de riiversis regui noätri
partibn» fratres dieti ordinis spontanee sunt confcssi et cotidic
corde contrito devote et hiimiliter, siciit placet allissimo, oiiiib:
misericordia sine dubio corda visitabit eonim, ad laudem :^ui
nominis et honorem saunte matris eedesie predictos voluntaip
spontanen confitentur errores, prout de hiis dilectioni vesire
per depositiones eorum, quas vobis mittitnus in brevi, clariiij;
apparebit. Dat. Parisius vicesimo sexto die (^ctobris.
BHrcelunB, Archiv, Templnrios Nr, 39. Glekhz. Abschr. Tap, Ant-
faltig ist die Bemerkung, daß omnea Pnrisius exiatentee gestanden liitten.
Wenn dio Remerkung sich auf die (lesUndnisso vor den Inquiutoren lie-
zlige, ao wUre sie iinwftbr. DnmAls waren erat wcnif;e verhürt. Ab«r w*hr-
sclieinlich sprii-lit fhilipp von dem riestiindnis vor seinen ÖeamUn. Vgl
unten Anm. zu Nr. 8» von 1308 Mxi 30. Philipp der Srliüne hati« an fol-
gende Fürsten in der Templersaclic Hn6erilem geschrieben, wi^ sieb an:
den Antworten dereolben ergibt in Bibl. Not. Cod. I.at. I0B19 fol 2-35 B^.
Küuig Albrecht i. antwortet von Nürnberg am !3, Janunr 1308. diG er
vorgehen werde, wenn der Pupst ihn natfordere; der Herzog von LothringeD
am 25. November (1307). daß er die Templer in seinem Lnnde gefangen
und ihre Güter heschlngnahmt h.ibe; Bischof Tlieobald von Tiättich am 29,
Janunr (l'^OSI. dnfi er den Brief erst jetzt erhalten: ecitnri, quod ipsi fni-
tr(-9 pnucA obtinent aub ditiono iiostra; Guido von Utrecht am 17, Deieraber
(1307), daß er vorgehen werde; dann dor bekannte Brief Eduards von Eng-
land vom 30, Okiober 1307 (Rymer. Foedern I. 4 p. S»3}. .layme antwortete
Philipp zum zweitenmal am 4 Dezember, daß er seine Ansicht über dir
Templer geändert habe: Copinm aen tranatatum procesaua in regne veatro
superius facti per quoslibet. insaper etiatn confessionum per dictam m^i-
Btrum aliosque Tcmplnrioa sub i^uacunque forma factai-um in srriptis si)i>
ventri et aliorum . , . munimino aigillorum inolosa ad nos quamcicios per
nuntium nostruni, piirtitorem preseuclum transmitttitis . , . Valencia ISUT
Dezember 4.
Xi. I>pr PnriHer UniTei-Nitlltnlelirer Roineiis de Bra^arln '| an KMc
Ja^Die II.: Berlrht Über 4le entert Tempi errerhOre, besoidfri
des GroBmeisterii, hk xnm m. Oktober. Paris O^i) Oktobfr Ti.
Postnioduni -) dominus rex receptt a religioao frotre Romeo de Bnigsrii
do ordine fratrum Predicntonmi, nunc Pariaiua iii theulogia actu regenlew,
quaudam litteram sub forma sequenti :
')Romen3{Prutz:Romflnus)sptttervomK0ntga1sBischofakandidHtgeDinnt.
') Dieses postmodum (Prutz: quem ad modum) nicht onwichtig, da m
bedeutet, daß diese Nachricht erst nach Absendung des ersten Briefes an
Clemens V. vom November 17 dem König zugekommen sein muß.
izecDy Google
Kr. S2. (1807) Okt«l>«r it 4ä
. . . Maturo consilio et domini pape aäsensu precedenle
III idus Octobris, quo fuit festum sancti Odoardi, omnes Tem-
plarii tanqtiam de fide catholica suspecti sunt in toto dominio
r^is Francie capti et eorum bona nichiloininus per raanum
r^iam occupata. (Jnde cum Parisius magister generalis dicti
ordinis et ntulti nobiles eiusJem ordinis essent detenti et in
eorum domo et Templo per dies aliquos separati et arccius
custoditj, ad paucos dies post, videlicet VIII kalendas Nouem-
bris primo ad partem, postmodum publice presentibus prelatis,
m^^tris et bachaltariis Parisienstbus supradictus magister est
confessus, quod ritus communis dicti ordinis est a magnis
temporibus observatus, qnod omnes profitentes dictum ordinem
presentata sibi cruce habent cruciSxum Ihesum Gtirlstum domi-
num abnegare et in huius Signum ter conspuere in eandem.
De alüs autem articulis nichil expresse voluit loqui, set minime
n^ando voluit, ut ab alüs peteretur. In crastino die, videlicet
VII kalendas Nouembris presente quasi tota universitate ma-
gislrorum regentium et non regentium in diversis facultatibus
diversi tarn milites quam capellani quam sargentes eiusdem
ordinis numero XXXVIII concorditer, licet singillatim ab in-
quisitore interrogati deposuerunt, quod fecerant professioneni
et recepti fiierant in hunc modum: ... In omnibus autem hiis
ego interfui et a sex mensibus citra in diversis consilüs fui, in
[juibus erat consultatio de predictis . . . Similem litteram misi
vobis per quosdam mercatores, qui super hoc ad vos mittuntur,
quomm unus vocatur R. lohan et alius en Guaylat. Hanc
autem mitto per quendam cursorem, quem ad conventum
ßarchinonensem specialiter propter hoc fratribus destinavi, ut
Tobis presentem litteram quam cicius poterunt, debeant presen-
tare. Dat. Parisius in vigilia apostolorum Simonis et lüde.
Barcelona, Archiv, Reg. 291 f. 23. Ich gebe die Hauptetellen des von
Pnitz S. 346 f. abgedruckten Briefes noch einmal wieder, da er von K.
^'eock und auch wobl von Prntz nicht richtig verstanden iet und an den-
Mlben eich eine längere ErOrternng von K. Wenck, Qott. Gel. Anz, 1890
S. Sfil f. geknflpft hat, die den Inhalt ganz ablehnt, wahrend jetzt ans dem
onlen folgenden ätOck Ober das Ensamroen tassende Verhör vom 26. Oktober
Bieh ergibt, daß der Briefschreiber ganz korrekt beritht«t hat. Db& er irr-
t^bnlich die ZaBtinunong des Papstes behaoptet, will ja nichts besagen ; das
*w jt allgemeine vom König verbreitete Anschaanng.
Pinke, pBpattnm und Unlsr(itng d«j Templerordans. 11. 4
oy Google
so briefe, tteden und GataolitBfl.
3S. Pent de Mar kh KOnlg Jftyme n.: Der ESnl^ Ton Xanm kil
die drei ^ranKenea Templer losfelMsen mnd Mhrelbt Ihn Hb«
die niTkireHlsehen. KVnl; und GraTen ßra^n ihn, ob KMf
Jaynie TOin Pnpet Anftrag znr Gefimgeiinehninnr der Teaphr
erhalten. Ihre Terwandemn;, da er dju Temelnt. Aar sctie
Anfrage Über den firnnd der OefiinKennafanie In Frankrrieh
hSrt er tob den Ansehnldl^n^n, die er nieht ^nbt. (IM!
Ende Oktober.)
Senyor, yo Pero de Mur mer^e vostra de la voslra casa
me comando en vostra gracia. Fu al rey de Nauaira et dii
le todo lo, que me aviades mandado, s^unt me CQmplJo el
entendimiento . . . con las vostras saludes. Et pr^unto, senor,
de la vostra salut et de ia senyora reyna et de aus cosinos
los iffantes. 1 Et avida deliberacio mando me seer livradros
los III frayres de la vostra tierra, qui presos fueron en Tudela,
et de los de su tierra enbia respuesta, senyor, con su carta . . .
Et, senor, el rey et los condes preguntaren me, sy aviadp?
ovido mandamiento del papa de prender las personas de lo^
fpeyres del Temple et de emparar lurs bieoes et yo respus ios
quc non. Et dixieron, que send maraviUavan, per que eud
podriades fazer de vostro pro. Et pregunte al conte de Bo-
lonia^) et al chaneeller, que per quäl razon eran presos en
Franyia los ditos frayres et emperados los bienes. Et respu-
sieron, que por que eran ereges et era provido >>. Et yo dii
los, en que manera, et aesto non nie recudieron o non supieron,
por que non es verisimile, que tanto buen cavallero fuesse
en tan gnui yerro. Et, senyor, envio nes la carta de la respu-
esta del rey de Nauarra et yo me yria a vos, senyor, con ella.
sino que finco en Calatayud por afercs, que vos me mandastes
desenbargar. Parellado so de servir vos toto tiempo de la
mi vi da.
Bucelona, Archiv, TempUrios Nr. S6. Or. Pap. Sap. mit rflckaeitiger
Adresee: ExcelleDtisaimo domioo regi Amgonum. Die QeuuidteGban wtr
durch den aragonesischeD Ordensmeister veranlagt, der am 23. Oktober von
') Der mit andern französischen Gro^o im Jnli 1807 den Eßnig
Ludwig nach Pampelona xur ErOnung und Beruhigung des Landes geführt
hatt«. Vgl. u. a. Baluzius, Vitae psp. Aveo. T. p. 7.
izecDy Google
Nt. A3. (1307 Endo Okt.) Nr. »4. (1307) Nov. 2 Nr. 36. (1307) Nov. 5. 51
Miravet sdb dem KSnig den Ordensprokurator »n Minem Hofe, P. Seatrec,
iondte, der dam KOnig erzählen sollte; sobre aicuns frares, qiii aon preaes
ea Nansrra. Loe qnaU fraree, Benyor, aon naturale voatres. Doaelbst Nr. 53.
Daa Stück ist daram von besonderem Interesse, weil wir von den oavarre-
aischen Templern sonst nicbta wissen.
Si. Chrtatbu »flatllm an Kflnls Jajine IL: NMhrleht tob der de-
foH|«BBaliiDe 4er TeMpler. Venulaasnng Igt naeh Miner Aisieht
die GeldnelfanK äea Papstes nad des KQatg^, I^mer der Wniueb
Philipps, alle RitterwdeB la etnlgren and einen Miner SShne
ZHin KVaig derselben in maeliea, woltel sieh die Templer ab-
lehsead Terhielton. Genna (1W7) November 2.
... De partibus vero Francie hie nova talia enarrantur,
quod dominus rex Franconim per totam eius terram omnes
de Teniplo frerios fecit capi, opponens eis, quod tenent de"
gazaria propter quandam promixiünem, quam faciunt, cum
intrant in ordineni, quam scire aliqualiler nemo valet. Intendo
tarnen, quod summus pontifex et dominus rex hoc faciant causa
habendi de eorum moneta et quia [facere] volunt de Hospitali et
Templo et omnibus alils freriis unam simplieem mansionem,
cuius mansionis rex predictus unum ex eius filiis r^em facere
dexiderat et intendit. Templum autem de hüs multum durum
existit nee adhuc in hüs se voluit convenire.
Aiia nova in hüs partibus non existunt, que vestre 5iut
excellencie Propaganda . . . Dat. laiiue die 11. Nouembris.
Barcelona, Archiv, CRD. Nr. ISOIO. Or. Pap. .Ssp. Christian Sp. ist
einer der eifrigsten Korrespondenten des Königs Juyme.
8». Der aragonedsehe Templennelster an den Komtor von Peniseola
(nnd die ttbiigen Komture): Berieht Über seine Unterredung
mit dem KSnig In Gegenwart ier Kttnigln nnd vieler Templer,
worin er den KVnIg als den Landesherm angesiehts derTempler-
gebngennahme In Navarra und Frmnkrelefa ain Sehnte vnd Bat
bittet. Jajme II. erUirte, dafi ihre NSt« ihn qnUten. Einer-
seits kHme er xn der Elnnleht, daB die Anschnldlgnngen gegen
sie aieht wahr seien; andererseltfl kUnne er niefat annehmen,
daB der tranzttalsehe KSuIg bei seinem vortre ff Hohen Bäte ohne
(limnd vorgehe. Er werde splter antworten. Dann xpraeh er
vom Oertteht, dafi dl« Templer Ihre Bnrf«n liamprberelt mseh-
n So Or.
izecy Google
Kfi Briefe, fteden nnä QnUchteU.
t«i. Der Heister erklbte du mit der Anfforderu^ lufcMi-
scfaer Herren u annfoneslBehe, ttleh der TemplergrAter n be-
mlehtlgeu. Sie AukUnfte beMedl^n deu KOnlK. Der Heteter
rHt Torelebtlg« Bewacbanf aller Bnr^n bis tarn Dlchsten Be-
fehl. TUlatamea (1307) NoTember 5.
In einer TfaehBefarlft erklKrt der Schreiber des Tenpter-
melsters, dnfi er In der Naclit rlel zn sehreEben fariw. Veu
der KSnIf seine Antwort Kegeben habe, würde er sie ibn ■!!•
teilen. Trost fUr den EmpHnger: er hofft, dnfi die Sadw ar
Ehre des Ordens nisfrehe.
De pari lo maeslre del Temple al comanador de Paniscola
salutz et Vera amor en Ihesu Christ. Fem vos assatter, qtie
diyous ans de la festa de sen Marti ^) Tom denant lo seoyor
rey en Mont reyal aldea de Daroca et acullins molt gracio-
sament et benigna, e denant la senyora reyna. Et draant
aquells frares, qui eren en nostra compaynia, be et largament
contamli los trebaylls nostres per rao dels frares nostres, qm
eren preses en Nauarra et encara daquells altres, qui «-en
preses en la seynoria tota del rey de Fran^a. E humilment
suplicamli et clamamli merce, quenlos nostres trebaylls nos
fos ajudador et sostenidor et conseilador con aquells, qut erem
seus, et la speran^a nostra tota era en etl. E lo senyor rey
respos nos, quels nostres trebaylls li pessaven molt. Et que
era duptos en dues coses: la una, que de tot en tot creja,
que aquelles coses, que dites havien del Temple, no eren m
nos, et que allo eil en nulla manera no crehia, que p<^^
esser. Lattra duptan^a sua era del rey de Fran^a, que havia
tan bon consell o devia haver, que enantas contral Temple
sens raho, E finalment respos nos de la hayuda et de) consell et
dela mantinenga, que nos lo requeriem : que eil seria en Terol
et que liauria son consell et quens respondria. E parlans, que
li havien dat entendre, que nos que guamiem nostres castells;
et nos respon^emli, que li claraavem merce, que eil no fos
indignat sobre nos per aquella rao, per 90 cor nos haviem
entes, que alcuns nobles de la sua senyoria havien haudes
letres dalcuns amics turs de Gascunya, que, si ells podien
haver alcuna cosa dels bens del Temple, quen haguessen.
') Am ü. November.
izecDy Google
Hr. 85. (1307) November 5. 53
Encara quens duptavem per les males novelles, que de tots
partes veDien del Temple, que aicuns . . . vissen <■ de metres
en nostres castells, que nons feesen dan. Encara, que aca-
ätumavem tota via que veniem a capitol, que feyem manament
als comanados <•, que jaquissen totz los castells ben stablits
et ben guardatz. E per aquestes rahons, que nos havem dites
al senyor rey, et per altres, que nos nous podem scrivre, eil
te per ben feyt les guardes dels castells, que nos havem feytes.
E axi tenim per be, en la pus bella manera, que poretz, queus
prengatz guarda de totz los castells, tro altre manament hayatz
nostre. E axi tenini per be, quel comanador de Barcelona et
de Celma, que sen vagen en lur batlies. Quant sabrem altres
novelles, feem les vosen a saber. E vos azimateix con pus
soven poretz, fetz nos a saber vostres novelles. Dat. en Vila
Franca aldea de Daroca, on nos en vinguem passar lo diyous
ans de sent Marti.
Yo lacme (?) Astruch '), senyor, me coman en vostra
gracia. Eaxi dam vos merce, quem perdonetz, com nous
pusch scriure, per ^o cor daquesta rao havia a escriure stanit
a moltz per lo senyor maestre. E axi nous he pc^t fer
asaber los fej^ de la cort. Quant que siam en Terol, nil
senyor rey haya haut son consell nt feyta resposta al senyor
maestre, yous fare asaber longament totz los feyts. Eaxi
»atz ab bon cor, car los feytz vendran a honor del Temple.
Prech vos, senyor, quem comanetz en gracia de totz los frares,
qui son en vostra compaynia. Et aquesta letra, qui va al co-
manador de Valencia, que sia piaer vostre, que lay trametatz
a Exiuret o on que sia en vostra batlia.
Adresse: AI comanador de Paniscola.
Sia tramesa de casa en casa de nit et de dia, cuy-
tadament.
BarcelonA, Arcliiv, Templarios 58. Or. P»p. Sep. Die letzte NotJE
des Schreibe» wird doch gleichzeitig eein? Über dieselbe Versammlung
berichtet tm Freitag, 10. November, der Komtur roo Cantavieja an den
Komtur von Peniscola JDhaltlich dasselbe mit einigen interesstintflD Zutaten.
a Einige Buchstaben «bgeblilttert. b So Or.
') An anderer 8t«lle als Schreiber (ncriva) des TemplenneisterB genannt.
izecy Google
54 Briefe, Reden oad Oiitacht«!!.
Er aHgfc vom KOnig: Lo qunt nos acalla be et AvJDennimit et dijeq li tot
Qo, que li aviem uJir, be et InTgunent et el reepoa nos be et Mviunent
com B savi aenyor, quell es, et diz, que mott li peeara et li ennjave lo
trebftyll, en qael Temple ee; et defo que nofalli aviem dit et clamid*
mer^e, qneus donae conaell et ajuda en aquel feyt, dU n<M, qne «aeord»
ria . . . 8 Teroll et quea aeria lo biabe de ValeD? et aqni quens Teapondna.
Et, MDjor, qnenB diea, lo biabe de Yalen^ ea fort de boa* volentat ma lo
Temple. Et diz encara, qu6 posava an gnui dupte duea coaea, que dii,
qnen nulla tnanera noa pensava ni creya, que foe el Temple fo, quea dien,
ui pognea eaaer en cor de nulia bona persona; et diene eatee paranlee Im
molt lorde det Templa; et nzi matei, que! re; de FnuiQ* era tu deli pe-
deroaoa pHn^eps dal nion et qua avia bon coDSeyll el devia aver. Per quea
■naravellaa. quel enBDtaR vea lo Temple sens alguna rao. Enearai» dii,
que lo aviea dit, qne nos stAbliem nostres castells eb aparellaTeni et prr
que o rayam? EI mseatre eeousasen be et Baviameiit, segoDS que os eate-
nem. Le re; no a aguda cuta del apost^lli, maa qae dien, que so proca-
radoi li a feytea aaber lea Doves. Quui nos parlam ab lo rej, en b; li
reyna et en . . . " et eo Tidal de Vila noua et en P. Harch. tloj a altres
Dovelles, queua pnxem fer aaber. Sina plaen milla coaea, fa; noa saber.
Daaelbat Nr. 57. Feniecola fiel too den bedeutenderen Burgen suerst.
SU. Der Kastellan von HDiizon an den Komtnr Ton Penlseoln: Abrrt»
des KOnlgs von Duro««, wabrscheinlleh am Kastell FeibMlli
dM er fUr das irlchtigst« hUt, in bela^m; drlnfen^e BIttf,
es zn halten. Honzon (1307) NoT«inber 11.
AI conianador de Peniscola de part lo castellan de Mont-
son Saluts e bona amor en nostxe seynor Ihesu Christ. Fem
vos saber, seynor, que avem entes per algunes pei'sones, que
son de corl del seynor rey amichs nostres e dignes de fe, quel
rey per esferecir (?) es partit de Darocha. E diu, que sen va ves
Valencia, mas es cn enteniment, que sen va a asajar a Penis-
cola. Car dien que primer vol aquel castell asetgar, que
nei^un altre per (;o cor es riba mar e prop de ses en^chs
e que porielin major dan venir que de nengun aitre loch.
Per queus pregam, en en quan que podem tos requerim, que
vos que pensets dapareyliar, a en quan que puxats de bo
establir lo castell de Peniscolia eis altres lochs e a;o fet al
pus tost e deliure, que puxats en manera, que sobrepres Don
puxats estar. E a^o us pregam eus conseyltam per profit liel
n Fehlt ein Name.
izecy Google
Nr. 36. (1807) November 11. Nr. 37. (1307) Norember 17. 55
Temple. Car aquel es lo pus senyalat loch del Temple. Dat.
en Hontson, lo disapte festa de sent Harti.
BarceloBR, Archiv, Templnrios Nt. 73. Or. Pap. Ssp. Dagegun ochraibt
d«r T«mpl«nneister an den Komtur von Paaiacola (P. de e. Jmt) nnler
Gtttßen and dem Wnusche : ,vera amor en Iheaa CbriBt: Defi quens ba-
reti trainea a dir, qael comanador de Barcelona et lo comanador de Qelma
se ROD partibs daqni et een »on «natz en Iura batlies, plau noa et es be.
Defo qnens trametetz adir, qnel procnrador del regne de Valencia fa cridar
les hosti en Valencia, do ea nostre enteniment, ai eia de voe, qaee eridan
antra nnllea cogea del Temple. Car noa havem parlnt longsment de tote
loa feyta ab lo eenyor rejr et el ans reapoat niolt benignament com senyor
natural. Dann folgt ein Beriebt Ober die Uoterbaltang mit dem ROnig, der
erkllrt habe: ni consentria a nati bom per uengnna manera, que fes dan
ni mal a res, que fos [del] Temple. Beraart de Averso, scriva major del
senjor rey, habe Äufiemngen von Leuten von Iforella ihm mitgeteilt: qne
VM qne feyeta stablir et aparellar lotz loa caatells de voatra batlis. Za-
greb daß er (der Komtor) Fremden und Einheimiacben erklilrt, que noi
jaqaietz trer btat nengn, qne ells bagueeseo en Peniscola. Er habe dem
KOnig beiDglicb der Inatandhaltang geaagt, daß sie einige Veränderungen
vorgenommeD bfitten und er dieee billigen mScbte. BeiHglich dea Getreide-
verbota: es nos eemblant, que no ho deyatz fer. Die Einwohner von Penis-
cola: viveu de Inrs mercaders et ban anar 9a et la. Per que teoim per
be, que voa als . . . qui an blat ni altres coees en Paniscola, qne lea loa
eo lexetz trer et aportar la, on eil se vulen . . . Empera a les gens del
senyor rey, mercaders 0 altree, qui vioguen en aquexea voetres partidea,'
bifatz loe amor et aelaz et bon acnlliinent de vostra boca. Empero Iob
ostelb sien ben gnardatz et ben regenegutz et ben stablitz en bella manera
et sena brngit. Piacia a Ibesn Christ, que nitre roanament contrari no
vinga del papa al Moynr rey. Dat. en [Terjul dijona aprea aent Harti.
Dieelbst Nr. 69. Ein ,hom* des fr. P. de s. Jnat, Komtur von Peniscola,
Bcfareibt an dienen, wahrscheiDlich noch Anfang November : Les novellee,
qne bic son, qne hom parla regeament de vus altres en diverses maneres,
qua los uns compten, qne tots los frarss del Temple, que son en la sejnaria
del nj de Franfa son preaes, et encara qne nia de tnrmentats en moltes
maoeres se compta. E dien encara les Jens, quel rey Darago a manament
del apoetoli, que fafa atretal en aa terra , . . Tots dies se crid» best
duM vegadea lo dia per manament del seynor rey, que hom seguescha la
ana saynora a peu et a cavall eontre aqnetls, que aon rebels al manament
del teynor rey. Les jene no sahen esta hoat, on den anar ui on ne, ans se
cnidan, qae deie anar sobre vosaltres. Or. Pap. Ssp, Templarios Nr. 50.
37. Jnjrme n. nn Philipp d. 8ch.: Verwnndemng Aber sein Schreiben.
Die Templer haben sdnen VorfiUiren und Ihn In der Bekimp*
tnf 4cr GlMnbenaftlnde grofie Dienst« geleistet, fttr sie ihr
izecy Google
50 Briefe, Reden und Gntachtea.
Blat TerffosMii, iebten naeh ali^nieliiciB Ürt«ü «ebt chiWflfL
]>• Philipp afwr auf Enaehen der Ktrehe gtg^m sie nrftpaf
K<^'n, wlri ftii«h er «elHe PAIekt tut. Temel (1907) Smtmika li.
. . . Excellencie vestre liüere . . . non solum admimciom!
causam set perturbacionis etiam prebuerunt eo potissime, qiia
dicti religiös! precessoribus noslris in eialtacione fidei et in
inimicoram crucis depressione labores non tnodicos cum effKäone
etiam sanguinis subire mioime formidantes. mortis timore
posLpDsito, gratum et magnum servicium prebuerunt et tnulU
ex eis mortem etiam incurrerunt. Propter que pn^enitores
nostri ipsos retigiosos eorumque ordinem, servicium prestilum
remunerare volentes et credentes ipsum ordinem ad Dei seni-
cium institutum ac sine omni labe erroris exlstere, mulla
castra forcia, villas et alia loca concesserunt et etiam dona-
verunt eisdem. Vixerunt siquidem religio« usque modo se-
cunduni comunem opinionem hominum laudabiliter in hiis par-
tibus nee error ßdei contra eos apud nos hactenus ortus fuit,
inimo nobis tempore nostri r^iminis in liiis, quibus eonuii
indiguimus, servicio maximo in depressione inimicorum fidei
fldeliter servierunt. Verum quia error, quem snblimitas r^a
in suis litteris nobis detectum asseruit, gravis est nee debet
modo aliquo sub dissimulacione transiri vosque iam super eo
ad requisicioneni sancte matris ecclesie processisse conlra
[dictjos religiosos in aliquibus asseratis: nos, quia ab ecdeaa
requisiti non Fuimus nee alias ad nostram pervenit noticiam,
non processimus . . . nee procedere poteramus, set . . . cum
fuerinius per ecciesiam reqaisitl vel nobis alias clare constiterit,
aut violentas presumpcioiies huiusmodi super . . . crimiue, in
quo cum multa cautela procedendum existit, . . . debitum nostram
reddemus Deo primo et sancte Romane ecclesie totiqiie fidei
catholice . . . Dat. Turolü XV. kalendas Decembris anno do-
mini MCCC septirao.
Bsrcelonn, Archir, Reg. 291 f. 23 mit der Uberacbrifl: Bt domiDin
rex respondit dicte littere, nt aequitur. (Brief Philipps Nr. SO.)
38. ^jlarriK Ferrandei an den Komtar TOn Mallorea: GraeUUtllclie Ai-
gelegvnhelten. Nach der Sentenz dee Papstes Ton der AbAc-
biD^ dra Ordens haben die Komtare von Ar^oniei i
izecy Google
Hr. S8. (ISO? November,! 57
Tiel Eo G«ld ^naeht und bei Ihren Freunden deponiert; rät
Ihn, In seiner Kontiircl nneh so in handdn. fber den GroB-
nehter and tther die Templer von »rsm wird Pldrolo Na-
FUTo Ihm erstUleu. (1307 NoTember.)
Ai honrado et savio et religioso padre et senyor frayre
Amalt de Casteluj comanador de la casa dcl Temple en Ma-
lorcha de mi Garcia Ferandez humil servo vostre saluts con
complimento de bona amor asi como a padre et a senyor, de
qui yo espero bien et merce. Fago vos asaber, que so sano
ms no alegre por razon del danyo, que oym del Temple.
FazD TOS saber, que yo que faule con el senyor niaestre et
con el comanador de Gantauiella daquel bomne, que vos sa-
bedes, quei vos sacassen de vostre poder. Et eis dixeren me,
que lo farien, mas que quanto ad agora que noy pudrien veer,
por razon de niuites negocies, que eilles et les probomnes del
Temple avien. Encara vos fazo asaber, que el senyor maestre,
ques a relenido . . . vostro , . . por ala casa Dorta et dixo,
que vos ne daria vostro dreyto et que lo pendria en sa comte
de la rcsponsio e que vos emviaria les dineres, quäl vos mas
querissets. De la pira ", que vos me digestes per a la pedrera,
et de las mazaS et de los lebreros no men son ansiado por
razon del trebaillo, qui es en el Teinpte. Es a saber, quell
papa, que a dada sentencia, que ta horden del Temple que
sia desreyta, por que vos fazo a saber que los comanadors de
Aragon, que venden et pensen de vendeer todas cosas, de que
eillos pueden aver dineros et comenden dineros et todas otras
cosas a sos amigos. Por que tendria por bien, que vos que
vendesseis algunes cosas de vostra baylia et que fieessets ^
dineros et que [los?] mandasseis ad algun de vostros amigos,
por que yo entendo, que la orden del Temple se desfage.
Las Dovtelas del maestre mayor et de les frayres de Nauarra
Pidrolo Nauarro los vos recontara. Encara vos prego, senyor,
que vos que me trametatdes'' a dir de vostro bon estament
et de vostra saaitat. E si algunes cosas vos ", . . . que yo pueda
fer por vos, enviat mo adir, que yo so apareillado de fer por
vos asi come por padre et por seynor. Et senyor saluden vos
nostras companyes et comanden se en vostra gracia . . .
n Bo Or. Ob pera'? b So Or. c Fehlt ein Wort; dem
Sinne nach: haben.
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58 Briefe, Beden oud OntacbteD.
Adresse: AI senyor comanador de la casa del Tetnple a
Malorca dentur.
Bftrcetooa, Archiv, TemplarioB Nr. 18, Or. P»p. Sep. Die Nacbricfat
von der pSpstlicfaen Seotanz iat DatUdicb ein fatscbea Oerflcht Die Ab-
aenduDg des Briefes muß noch vor derGafaDgennahnie stftttgefuiiden luben.
8». Ein üngenaniiter an der Knrle an den Komtsr Ton Aseho: Ge-
fKDKennalime der Templer. Kdne WertsendDiiK mehr u in
Orofimelster I Gehagennshme des GeneralTlisttaton n, l u
der Kurie, We^ftthrnnK nach Loches. AnJcnnft des Papstes li
Foitiers; sofortlfe Kondstoiien. Der kranke Kardinal tm
Tonlonse. Torttthmngr der fefongeaen pipütliehen Klmnnvr.
Trmtrede des Papst«« nnd Antwort des Komtnra der Lorahudel.
Nfiehriebtei ans Paris; ZnsmnneDHtoß des Orofimelsten ntt
Philipp d. Seb. Möglichkeit zur flucht lUr M«U}. Er lehit
sie ab und erinnert Philipp tiel einer ZuKammeDkunft an B«al-
bz VUl. und sein Geschick. CrSBe des Un^meks. (1307 >'•-
T«mber.)
Sap Deus, seynor, que yo sens gran dolor de mon cor
et tristea nous puix scriure, que ara aja, perc^o que tots los
fpares de la cavaleria del Temple foren presses per tot lo
reyne de Fran^a divenres, que foren lll idus de mes Dctc-
tubre. E so cert, quel noble en Ranion de Cardona, qui es eu
c[or]t, vos ne tramet missatge cert, quel jo pr^^e queus (?)
portas lelres per tal que no tramessess^ aur ne argent ne
b[. , ,]us al seynor maestre, per co que no fos pres per man
daltre, enou volc Ter . , . ') Lo vtsitador de Fran^ *) el comanador
del " . . ., ab in comanadors altres eren ladonchs ab lo senjor
papa de pari del seynor maestre per raho deles demandes
grans effor^ *, quel seynor rey de Fran^a fa als seynors frares
del Temple. E eis e tots los altres foren presses, qui (breo
tro a XV ho a XVI. Lo disapte apres tengueren c los de la
ciutat e menaren los al Loges '}. Lo seynor maestre el co-
manador de Lamaina *), que novellement ere vengut ab gra"
n Abgebifittert ein Wort. b Statt et for9. e Statt traignuen!
') Die Antwort laeee iiih, weil eie unveraiändlicb ist, weg.
*) Hugo de Peraudo.
') Loches bei Poitiers, wo anch Philipp d. Scb. früher weilte.
*) VoD Dentachland? Davon ist eonet nichts bekamit.
izecDy Google
Vi. 89. (1807 Noveinbar.) 59
apareyllament, sen presses a Paris. Lo seynor papa digmenge
s^ent '), que fo idus del damutit dit raes, encontinent enlra
en la ciutat en volentat dentrar si no Tos pera^o, per raho
daquest feyt specialment. E al entraiit ab grans fougueres (?) de-
straven lo Nanffos de Castella') el noble en Ramon de Car-
dona. Quant fo descavalgat, inana als cardenals, que bo
mayti fossen a consistory. Tranies missatge al cardenal de
Tolossa °), qui es malaut a una jornada de [Pjejrteus, que
vmis a consistori. E st cavalcari no podia, ques feses portar
cl lyt. CascuD jom tenen lo seynor papa eis cardenals priva^s
coDsistoris daquest feyt. Mas non pot nuyll hom saber, quen
sera. Dimercres*), que fo sen Luhe, feren venir al consistory
los cubicular[s] ^), qui eren presses en continent. E soo en-
cara ab guardes en son hostal, mas no eren ladonchs en la
ciutat. E diz los lo seynor papa: Amihcs fraies, consolat
vos et nous desconortets e noua tema^, que nos darem bon
consseyl al feyt, que tot dia ne stam en als. E no fugai;
perre! Reepos lo comanador de Lombardia: Pare sant, nos
no avent paor, ab que vos nos vuylla^s deffendre e con-
servar iusticia, que nos tosi^s los frares del Tcmpie som bons
crestians chatliolics e ferms en la fe et son stat; mor^s to^;
temps les frares del Temple et cativa<,-s per la fe catoHca en
poder des Sarayns e son huy encara. E no avein duptat de
morir, que be ha CXG. ans, que la horde del Teinple es
feyta. E no poria esser, si mala honesta! tenien, que no fos
sabut per alguns. Finalment parla saviament.
Encara sapiats, segons que hun scuder tia comtai, qui
es vengut de Paris, quel seynor maestre ha aguts forc,' par-
aules e mott grasses ab lo seynor rey de Fran(;a. Et ai;o de-
pus que fo pres, dien, quel seynor rey volle pendre manera,
quel seynor maestre fugis et segrelament tractava ho, per(;o
quel seynor maestre se mostras colpable. Diguerenli los frares,
qui son ab el pres: Pus que vos, seynor, pode^s scapar, anat
') Am 15. Oktober. Die Stelle : en volentat ist unvcratflndlicb.
*] Der oftgenaont« Älfona von Kastilien.
*) Kardinilbiwfaof Petme von Psl&strina.
*) Am 18. Oktober. So geschrieben.
*) Bis jettt wußte msa nur von dem «inen Oliverius da Penna.
izecy Google
60 Briefe, Reden und Qutacht«n.
vos en que niylls dare<;z conseyll a nos ab lo papa e ab los
cardenals! Respos lo seynor maestre: N[o es] mon enteniment,
que jo fa^ ^o, que noy sabem to^ quan^ sera rabo (?). An^
vos die, que, si jo era en Alatnayna ho en Espayna ho eo
Anglaterra et sabes, que vos altres fosse^s presses, vindria a
vos et passria« . . . en press[o ab] vo3. No es semblant cossa,
que dega ftigir, per^o quan nos to^s som sens colpa e la onie
uostra bona et honesta es et nos catolics som molt fenus en
la fe, axi be com to papa nels cardenals ne to^s quaols
crestians ha el mon. E preehc vos carament, frares, que nous
sperdacs; equax per aquella metexa'' parla lo cubiculari devant
lo papa. En apres lo seynor rey ventic al maestre e agueren
paraules molt for^s et dures. En axi quel seynor maestre 11
dix : Nous <^ donam a despayament, si ave^ pres mi et mes
frares, que ja prengues lo papa Boniffacii, que governare to^s
crestians !
Eahon pode^s veure tan gran, tan gran es lo feyt et
tan gran et tan doloros, que tota la cort e la terra nes torvada,
que anhc no fo en la glessia de Deu tan gran trebayll ne tan
gran scandel, com es aquest. E a?o dien totes les gens del cort,
que CO (?) del papa Boniffacii To c&s exeptos e no semblant
3 quest, dien tost cels de la cort . . .<* semblant. Si avos,
seynor, ho parle, tiamessesse^ un correu a cort, que mo\is . . .
el consel, que no , . .
Adresse: AI comanador d As[cho].
Barcelona, Archiv, Teniplarios Nr. 65. Or. Pap. Bsp. Gescbricbea
mit stark verblaßter Tinte. Die Schrift zuweilen abgeblitteri;, viele LScber.
Am Schluß iat der Sinn aosicher.
40. Die Eumtare t«d Hlravet nnd Hasdeu ma dfa mr^oacslsth»
Templertnelster: HlttelluDK des Brleres des Homeiu d« Bni;«t
im den Prior In B«rceloDa, darin das dnreb die Folter erzwu-
gene OestHndnls des tiroBmciHters; ferner d»Q der arafOKdsde
Inquisitor K'KCn die elnxelnen Templer foi^lien irolle. Drli-
grende Notnendifkelt, daß der Heister tu Ihnen komne. {Vtti
Ende Norember.)
AI senyor mestre de parte . . . ' comanador de Mira[uet]
a Es fehlt ein Wort. b Ea fehlt wobl ; muiera. c Ob
nous? il Hier leider einige WSrter gani abgeblAttert. ( Z***
WQrter fehlen.
izecDy Google
Nr. 40. (1S07 Ende Korember.) 61
et del Mas Deu. Fem vos saber, senyor, que de pus vos agem
enriades les noveles, que aviem agudes de Roselo, nos ha
veng(ut un] missatge dorn digne de fe et que nos crem axi
be, com farteii nos mesexs, quel es vengut ardit et carta, que
mestre en toulogia de lordc dels Preycadors, qui es ha Paris,
escriu al prior dels Preycadors de [Barce]lona et tia tot lo
covent aquestes paraules: Que persones honradas et dalt
estament To per aquels denuDciat al rey de Franga et al en-
queridor de Franqa, que es preycador, que lorda del Temple
ere eayguda en eror dels arlicles de la fe et ques esfor^ava
la nostra fe hanular. Et axi lo rey de Fran^a voich ne aver
consel ab lo seynor papa et ab gran deltberacio de son consel
es se esforcat de saber a^o: axi que feu pendre lo mestre del
Temple et eis altres frares de sa seynuria. Et foren gardats
an la casa nostra de Paris. Et foren departits los huns dels
altres axi que priinerament io mestre fo mes al turment el axi
que confesa publicarnent en preseocia de molts prelats et de
tots los mestres de Paris et bacyelors, quel orde del Temple
avia acustumal de molt lonch te[mps] ...').
Et aquel, que a?o ha escrit al covent de Barcelona, diu,
que ha escrit la tota ..." al enqueredor de Catalunya, quel
ne dege escriure lo senyor rey ... " aquel feyt, El enqueredor
es anat al senyor rey ab volentat, que el diga devant tuyt,
que el no enten procesar contra la horde del Temple mas
contre aqueles persones, que son sospitoses de la fe. Aquest
es lo traslat de la carta, que avem aguda, enquara navem
aguda altra de creen^a et misatge de creenga, quens ha dit
de paraula moltes coses, que nous volem enviar per letres.
E)t per aquestes rahons demunt dites et per les altres noveles,
que ja avets agudes, serians semblant, que seria gran ... et
que seria de necessitat, que vos vosen degesets venir ves nos
per ^0, que acordadament et apensadanient pogesets respondre
et satis fer ha tots los feyls, que da questa raho serien muguts
a Zwei Wßrter fehlen.
') Ee folgt die geoane Wiedergabe dm Briefes von RomeDs de Bni-
gm bis lor Anbetung des Kopfes; axi com ha creador et ha Salvador del
nioD (et Creator onininm et rodemptor).
izecy Google
88 Briele, Reden und GuUchteo.
ni demanats. C«r nos tenim, senyor, a gran peril a vos et
tot frare del Teniple, que sia en la cort ni algu (V), que y
ages anar '). Car ja vets, com se son capdelats dei mestre el
dels atlres frares, que tangran falsia et tan grau desIeyalUt
les fa^a hon» dir per for^ de turment. Fei nos saber voslres
noveles et manat nos <;o, queus pl[ague].
Adresse: AI honorable mestre del Temple.
Darunter: Et vagen cu|yda]dament de nit et de dia de casa
en casa.
Barcelona, Archiv. Templarios Nr. 51. Or. Pap. Ssp. AbgeblUtorl
und mit Löchern.
41. BereoKer de Sent Inst oomanador de Mlraret «n Iran F. de Seat
Inst eomansdor de PanlseoUa: Brlere Jaymea II. » Oostn
der T«iQ)»ler. Naehrlobt Tom Tode des gefolterten Grofinclit«»;
vom Papste. MahnnnK zur Toralebt. Der anfoneslsefae Hctdcr
geht zum KtinlKe. (1307 Ende NoTcmber.)
Avem rebudes letres del maestre Darago, [que] diu, quel
seynor rey . . . ') al papa et tramete li adir lo bon portament.
quels t'rares an agut hen la sua terra et ... al rey de
Casteylla et de Portogall, que eis guarden les frares del Tm-
ple ^) . ■ ■ Hen Managera nia trames, que un Trare de Lespitai es
vengut de . . ., que comtava, quel maestra del Teniple era niorl
et moitz daltres frares a tunnent. Comtava nioltes daltres males
noveyles. Hen R. Saguardia . . . bisbe de Vieh, que [es] sun
germa *), ha trames adir quel . . . procurador, qui es ab lo
papa, la henviat adir, que . . . lo papa es estat acu . . . maestre
de moltes rahons a gran carech del Temple , . . s). Conseylk»,
quesguail ben et tot (,o, que aver pora et aja. Tenim per be,
que s^ues vos . • . Guardat vos al myis que poretz vos ei
') Nach Nr. 41 war der Meiater zom KUaige nach Valencia gegangen
*] Zu ergtinzen: sandte oder schrieb.
') Es folgt eine Stelle, von der nur einzelne WOrtor erhs|ten »ni.
Ich glaube, daü sie zu denten ist: in ihren Rechten wie er in seinem lAnit.
übrigens ist ein eolches Schreiben Jaymes nicht bekannt.
*) Berengar de Ouardia 1306-1S28. Zu denten: erzahlte, daß mr.
*) Hinter que fehlt nur ein Wort, bei acu nur 2—8 Bncbstalw.
Wnhrscheinlich ist die Deutung, dafi der Orofimeiater beim Fapet TtrUagL
nicht daß or vom Papat beschuldigt ist.
izecy Google
Nr. 41. (1307 Ende Not.) Nr. 4i. [1307 Dez. bis 1808 Febr.) 6S
vostres casteyls. Lo maestre Darago sen va ab lo rey a
Vale[ncia] et lo conianador de Cantaveyla ab [e]yl et los
altres comanadors, qm eren ab eyli, sen van ii lurs batties.
Äaf einem angeklebten Zettel, daü jemand de Rozello
viel erzählte, was er ihm jetzt nicht sagen könnte: Mas que
guardetz tos matex et les casteyls ben,
BarceloiiA, Archiv, TempIarioB Nr. 11, Or. Pap. Sep. Schwer zu
entziffern, weil grofie Löcher nod verbla&te, abgebltttterte Sclirift Dbb
Scbreiben Jajnies vom 19. November 1307 nn den Papst steht Beg. 291
fol. 22 *. Es berichtet Konächat Ober des emtea Brief Philipps d. Seh. und
ergebt sich in all gein einem Lobe des Ordens. Dann schliefit ee: Prgpt«r
qne, ssoctiasime pater, nolnimns sicnt nee expedire cognovinins ad proce-
dendnm anper hiia in aliqao inaorgere. douec eorum per aanctitatia vastre
raMBriptum aciverimua veritatem. SnppIicunuH . . .. qnatenus, ^ qneDi in
predictis fratribus errorem foraitan cegoovistis, nos Pitinde ac de intencione
veetra velitia et plaeeat per vestrum rescriptum reddere cercioreB . . . Dat.
Tarolii XIII. kalendas Decombria anno domini MCCC septimo.
42. Notfsen über das Vorgehen Jafmes gegen die Templer In aelneni
Beiehe Tom Anlkiige bis zam Beginn der Belagemngen nach
dem Register 291 in Bareeiona. (1S07 Dezember bis 180K Fe-
brur.)
Prplibatna antem doroinoa rex habita deliberacione et consilio man-
davit personas omniam Templariomm capi et bona eomm et inmobilia
emparari. El primo in regno Valeocie snb forma Beqitenti.
Ja, Dei gratia . . . Oombsldo de Entenfa procuratori regni Valencie . . .
Scire voa volamas, qnod, com valide ot vehementes presDrapciones sint ro-
perti contra Templarioa . . . nosque etiam fuerimus requiaiti per ... fr.
Johannem da Lotgerio ord. Pred. inquieitorem ... in toto noatro dominio,
. . . qnod omnee fr. Templsrios . . . faceremue exbibendos dicto inquisitori,
qni contra eos inquirere intendit, ut ezperiri valeat et videre, an ambulent
in tenebris vel in lace, et nichilominuB empararetnus omnia eorum bona
Uiu mobilia quam immobilia, ne aliensri seu occnltsri valeant . . . aed de
ipoa poaait fieri, qnod inaticia auadebit, . . . mandamus exprssse, qustenuA
. . . omnee Templarios tarn milites quam alios, quoa in iuriadiccionibue
vobis comissis invaDtru poteritia, capiatis et . . . bona . . . emparetis. Nos
anteiD mittimiu litteras nostraa ad unirersoe hsbitatores in loci» Diilicie
Templi, ut dictis Templariia nullum preatent anxilium . . . aut obediant eis,
immo pkreont . . . vobia . . . Valencia 1307 Dezember 1.
Poatmodnm. dominus rex ordinavit, quod Bernardne de liibiano miles
caperet Templarioa et empararet bona eorum in locis de Paniechola et de
Xinret et t«rminoriim suorum , . . 1307 Dezember 2 f, 37 ".
izecy Google
U 6ri«fe, Reden und QnUcliUil.
An GombMdiis da Ei]t«i^&: Ut anper processa . . . cuotf« TempIviM
et Bomin bona . . . cercior efSciamiai, quoliter in eo voa dsbekttB haben,
vobia per preeentes eigDificunus, quod intoncioDis noatre est sc volmnns
qaod procedatis ad capiendos peraonas Templariomm, ai invenire poUritä.
et emparetia eoram bona, . . . illas videlieet peraonas et ilin bona, qnc
capere et emparare poteritis abaqne expugnacioDe castroram et alionin
foTtalicionim. Non eaim volumua, quantam ad preaens, aliqaa castn Td
fortalicia expugnnri, donpc dies oitacionis (acte Templariis per inqaiaitoren
. . . lapsuB fuerit, nee ex tunc etiam naqae qua vobis aliud dederimna in
maadatia. Caveatis etiam diligeiit«r, ae bomioea aat bona Templi per ■!(■
qaos offendi valeant vel gravari . ■ . Valencia 1307 Dezember 5. f. 38*.')
Bona Templi in Burriana wurden luerat gsDommen. 1307 Dfiember
5. f. 39.
An B. de Libiano: Apnd Pauiacolam accedat sine exercitn. 1307
Dezember 7. f. 112.
An Beruardos de Libiano: Saper facto cnstri de Xiaret vobis laliler
reapondeniDB, quod ex quo illi, qui nunc tenent dictum caatram, fecennt
homagium G, de Campsercb — dem etellvertretenden Oonveroeor — et
noatro nomine existunt in eo, placet nobia,
Super facto autein Peniaeole . . . aignifficamua. nobia cordi non eii-
stere, evasioni peraonarum aliquorum Templariomm modo aliqoo noIiiHii
preatare consensum . . . Mandamus, qnatenus non consenciatia, quod fralie«
in Castro Peniaeole exiatentea vel eorum aliquia evadat . . . Valencia ISDi
Dezember 7. f. 39.
An B. de Libiano ; Mandamne vobia. qnatenaa dimiasa sufficienli
custodia in caatro de PeniBCola, quod tenetis. ad nostram personam protinaa
veniatis. Volumus etiam, ut addocatis vobiscum bene custodit^nm comenda-
torem de Peniacola cum biia, que capta et inventa Ibenint, cum eo ad cifi-
tatem Valencia 1S07 Dezember 13. f. 89 *,
KHnig erklärt : Inter alia bona . . . Templi ... ad manuB nostm
cepiase caatrum de Area dicti ordinie in regno Valentie. Vorfligang darUber
Valencia 1807 Dezember 36. f. 39 v.
Über cnstris et locis tenencie de Cuyla wird verfügt.
Verwaltung der GOter Templi Valencie et Bmrriane et turrie ToctU
de Hontecathino. 1308 Januar 29.
Rea des fr. 0. de Vatfagona cambrerii in Burriana geoommeD. l^OB
Februar 5.
Tenencia de lea Covea genommen, f. 41.
An die Templer in Aragonien 1807 Dezember 2. 13 BHefe. f. 46.
MilitibuB quam aliia habitatoribus Uontisaoni : den Templern darf
keine HOlfe geleistet werden, f. 47.
In Aragonien, wo Templer sind, soll die Zitation dea Job. d. LotgaHo
vcrSffentlicht werden.
Nobili Artaldo de Luna gerenti vicea procuratoris in An^uia f. 49.
') Vgl. PruU, S. 849.
izecDy Google
Nr. 42. (1307 Dezember bis 1300 Febniar.) 65
Nomine noatro tenelis potenter castrum de Athambra milicie Tempil.
1307 DeEomber 19. f. 49.
Domna Templi Osce et loca . . . cum omoibos rebns . . ., qne per
Templarioa derelictn foeranl^ sollen in Verwaltung geDommen werden 1307
Deiember 23. f. 49 *■. ")
Homioes tod Cantavieja nnd MonzoD scbicken zum Kdnige, bib seien
ilcD Templern astricti. 1307 Dezember 26.
An Bartholomena Tarini : Tpneatis . . . cBstnim de Orta cum omni-
tiDs bonis. 1807 Dezember 26.
Guilleimtu de Castronouo: Papst hat kürzlich inforroacionem et re
quisicionem geschickt. Desbalb achreibt Jayme II. an fr. Berengar de Fukro
dIui, caatellano HoDtissoni, nnd die andern Templer, aich dem Gnillelmus
zu ergeben. Soll sofort hingehen, Brief präsentieren, auch den vom Inqui-
sitor; daiDber öffentlichen Akt anfnebmen und an die kgl. Kanzlei senden.
Will fr. Kerengar und die andern: eondneatis ipsos curinli modo, taliter ne
mBiins vestras in veniendo poasint evadere nee offendi valeant a quocun-
qoe. Valencia 1308 Januar 20. f. 52.
Ähnlich pro Castro de Castelloto. Fr. Guillelmus de Vjlalba comeu-
dator; pro castro de Chalamera; pro Castro de Cantauella et de Vilello ;
fr. Unitholomeas de Villafrnncba comendator de Vilello. f. 53.
Fr. Uichael de Bayra gefangen in S«r»gossa: Adduci ad Valentiam.
ut ibidem captus existat cum magistro et aliie Templariis, 1308 Harz
10. f. 67.
Non tarnen intendimus tob teneri ad capiendam personas dictarun)
Templariornm vel ad expugnandnm luca eorum, . . . donec veritaa dicti
criminis aliter fnerit patefacts- 1307 Dezember 26. f 50 ".
ErmenganduB comes Urgellensis hst rastrum et ioca do Corbina et
de Villanana ordinis Tempil besetzt. 1307 Dezember 23. f. 94 t.
Caatram de Rupp» rubea ist dem nobilis li. de Enten^a übergeben,
1307 Dezember 30. f. 96.
Usiulo Dertuaensi : Itona . . . Tempil minus bene custodiuntur et
diversimode consumuntnr. De bonis tarn per fratres quam alios alicnata et
Trandnlenter occultata . . . sitis diligenter solliciti. 1308 Januar 3 f. 97.
Non est intencionia nnstre, quod ab hominibus locorum Tempil, quo
ad presens homsginm recipere debeatis. Valencia 130S Januar 10. f 97 v.
Bemardo de Podiatia vicario : Litteras regias de cemparendo coram
rege et fratre Johanne de l.otgerio fratri R. de Guardia piesentetis legique
') Itemart ^espnjades wid 0. de Ceret an den König : Tots les bonies
dels dites batlies [de Gandesa, de Miranet et üaieho] se temen molt, que,
si eis tornen en poder dels frares del Temple, que sien per eis fortment
HgreviatB et dampniticats, per qua an aisi bobeit al vostre mnnament et an
feit lomensge de susdit. Et per oqaesta rafao van a comparer davant le,
vostra sLtea presencia dos bons horoens de Gandesa. Tortosa (1308] Januar
13. Teraplarioa Nr. 13.
Finka. PnpiiUnni nnil UnterKnntc <les Templaroflenh. II. 5
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M Üriefe, tleden und GDtachten.
per noUriuin publicam faciatiB ... 8i venire voluerint, conducatu ipaot
curiati modo. 1308 Januar 20. 'I
G. de Cereto: Expedito negocio Mirnueti apad locDm do ARdioii ir-
cedatie et preeentetia fr. llereDgarJo de a. Marciali comeodabiii . . . littenn
nostram pateotem et litteraa J. de Lotgerio. Dat. nt sapra.
Simoni de Bella loco Ticario GernndeDai ; R«ceptis litteris, iiulll«
comsB tmpuriiiruin et Dalinaciua de Rochahertino necnon epiacopns GnvD-
(lensie impedirent processum contra bona Templarionim in locin suis: f
litterfts Qoatras intimamus predictis, nt nb iiopedimeBto predicto deeitliDl-
Valencia Febmar 1. f. 100.»)
Analdiis de s. Marcinli frater fr. Berengarü de a. Marciali, coiwii'
datoria de Ascone, ad fratrum accedat. Intrare et loqni publice Tel tH
partem cum fratre wiid erlaubt. Valencia 1S08 Februar 9.
Bereugarius de Couia an Jajme II.: Noveril me monaiaM lacie td
fnciom fr. Biirtbolomeiim comendatorem de Vilello nee non alios fnti«
residentea in cdatro de Vilello . . . Oportuit me fecisse, quod leci dif
dominica featinanter, quin alias foraan non abaiasem oportonitatem, eo i)iiü
in Heqaenti die vel prope dictua comendator se intendebat inclndere cnn
dictis bommibua, ita qood noD abercnt eui vassalU aportunitaleni twni^
foras. Nam, domine, aniversitos dicti loci intencionia eat pro viribus ifl'irr
dictDtn comendatorem, aet credo, quod cum modica coercione , . . defficiml
ei . . . Dat. Turelü IUI. kalendaa FebruarÜ (1308 .lannar 29.1 Or. P«p.
CRD. Nr. 10516.
43. Tenammlnn^n wege« der Tempkr. (180T Dezenilwr ].>
I. Notar! atainstmment, ') daß KOnig Jayme 11. den BiacbOfen v«n
Valencia und Saragoaaa und dem Inquisitor -lohannes de Lotgerio ai\tf'-
l«ilt, daß er durch Briefe des Küniga von Frankreicb und des Romeos ii>-
wie durch die Fama vor dem Vergehen der Templer gehört und sie bitW.
in ihren Diözesen — und der Inquisitor im Reiche — die Sache zn aittr-
Sueben. Die drei erhifiten sich bereit und bitten um schleunige Verfaaftnnf.
da sich die Templer taglich mehr verschanzen; sind sie in ihren FestoDfiPn.
so können sie nicht mehr gefangen genommen werden. Der KOnig vrr
apricht Beihnife Die veneria kalendis Deoembria 1807.
Unter den Zeugen: Jacobe Petri et Johanne fratribus domiai nfit-
fratre Quillelmo Arnnyonis ord. Pred domini regia Aragonie prefati ri»-
fessoro . . , Bernardo de Ahbacia vicecancellario curje . . .
II. Jayme II an den Bischof von Valencia:
Bequirimus vus, quatenus in instanti feste Epiphanie donupi ȟ''
. . . Valencie, ut ibidem vohis aliisque terre nostre prelatis. qaibus 1»
canaimiii forma scribimus. et prefato inquisttore preaentjbua, quid ageodBHi,
') Hierzu vgl. Aufforderung an R, de Ouardia. Gedr. Prnti, S. 34i3.
') Brief an Bischof von Gerona vom 11. MArz 1808. f. 114.
') Notiz bei Prutz S. 348.
izecDy Google
Nr. 43. (1B07) DcMinber 1. Nr. 44. (130^) Dezember 4. 6^
qualiterre sit in tanto negocio ulterioa procedeDdiim, communi tractetur
colloqaio et Bolidiori consilio ordinetur. Dat. Valencie nonas Decembria
snna damiao HoCCC septimo. Reg 291 f. 26 und 25.
So an 10 Bischöfe und den Stellvertreter des Erzbischofa Boderioh
von Tarragoua.
44. KSntg Jajm« II. •■ B«mens de Brnfaria: Bmptang gelnea Briefes;
Philipp d. Seh. hat bereits geschrieben; hat Untersuch nng: gtgtn
die Templer begonnen; bittet am Übersendung der Prozeßakten
dnreh den StAphanns de Seta. Yalenela (1307) Dezember 4.
Item dominus rex scripsit predicto Tratri Romeo de Bni-
garia sub forma sequenti:
Nos vero '), qui ab ecclesia non fueramus requisiti nee
alias nobis eonstabat de errore ac crimiiie predictis, cessavimus
actenus procedere in premissis. Nunc autem tarn ex scripto
premisso regis prefati quam ex littere vestre continentia ex-
citati, ad requbitiotiem etiam venerabilis et religiosi fratris
lohannis de Lotgerio, inquisitoris auctoritate apostolica in regnis
nostris super heretica pravitate deputaU, procedere incepimus
in premissis adeo, quod capi mandaviinus omnes Templarios
in dominlo nostro d^entes et iam etiam circa quosdarn ex eis
earcer noster tenet inclusos ac eorum bona tarn mobilia quam
stabilia emparavi. Sane quia, ubi malus est periculum, et
potissime in casu huiusmodi caucins est agendum, discrecionem
vestram attente requirtmus el rogamus, quatenus copiam seu
Iranslatum processuum super premissis per quoscunque factoi'um
ac oranem aliam quamlibet eertificacionem ac inrormacionem,
quam habere poteritis, sigillis persoiiarum autenticarum aut
personarum publicarum subscripcionibus roboratas ad nos per
Stephanum de Seta de domo nostra, latorem presentium, quem
hac causa ad antefatum Francio regem et vos de presenti
transmitimus, transmitatis, ut in pretacto negocio caucins ac
utilius procedatur. Dal. Valencie II. nonas Decembris anno
domini MCCCVII.
Barcelona, Archiv, Reg. 291 f. 2Z ". Teilweise gedr. Prutz S. 347.
Hier wegen der Stelle Qber den Boten wiedergegeben, die znr richtigen
Datierung der wichtigen Nr. 56 verliilft. Spftter bekundet der Künig (f. 112)
Empfang des zweiten Briefes von Remens.
') Vorher Brwfthnung des 1. Briefes Philipps d. Seh.
Digitizecy Google
68 Briefe, R«den und OatMihtes.
4ü. Der araKoncaisebe loqiitsltor, Johannes de Lotgerio, dUert ttt
Kensnaten Templer xnm Verbür. ValeneU (1307) Deierabfrl.
Frater lohannes de Lorgerio " de ordine fratrum Predi-
catoruni, Inquisitor heretice pravilatis, in toto dommio iliustris-
simi domini lacobi Dei gracia regis Aragonura a sede apo-
stolica deputatus venerabilibus fratri Paschasio de Alharo,
comendatori de Buquinyenich, et aliis fratribus ordinis milicie
Tempil ibidem exislentibus salutem in domino Ihesu Christo.
Dolentes deferimus sei et certe vos ignorare putamus'',
quam vehemens et quam violenta contra vos et fratres veslri
ordinis sit exorla de catholica Me suspicio et quam multi-
pliciter de gravibus et sceleratis erroribus vos publica fama
diffamet. Utide quia contra vos hec cotidie invalesci suspicio
vehemencius et violencius fama clamat, iam ulterius hec äne
Dei offensa, animarum periculo et scandalo plurimorum disi-
mulare non possumus, set ex coinisso nobis ab apostolica sede
inquisicionis contra pestem heretice pravitatis officio urgeniur
descendere et inquirere cogimur, an invalescens suspicio el
fama clamans huiusmodi opere sint complete. Propter quod
auctoritate sedis apostolice, cuius vices gerinius in hac parte,
TOS et Testrum quemlibet citamus, primo, secundo et tercio ac
peremptorio per presentes vobisque mandamus, quatenus de-
cima die a die, qua presens citacio vobis presentabitur, vel
quominus f- presentetur, per vos steterit numeranda, si feriata
non fueril, alioquin sequenti tunc proximo non feriata coni-
pareatis personaliter in domo fratrum Predicatorum Valencie.
coram nobls responsuri de fide catholica et super predictls et
ea [t]angentibus processuri et facturi, quod iusUcia suadebit.
Alioquin contra vos et in ipso negocio, quantum de iure po-
terimus, vestri non obstante contumacia procedeinus. Signifi-
cantes vobis ac predicentes aperte, quod ad esortam conira
TOS de catholica Tide suspicionem non modrcam presumpcioneoi
adiceret, si citati ad respondendum de ea recusaretis contuma-
citer comparere. Dat. Valencie nonis Decembris, anno domini
M»CGC septimo.
Bwcalona, Archiv, CRD. Nr. 2840. Or. Pap. Ssp.
(I So Or. SoDBt Bat Lotgerio. b Es muß doch tos dod ignonre
heißen. c So Or.
izecDy Google
Nr. 46. (1307) Dezember 6. Nr. 47. (1807) Dezember 8. 69
48. KCnlit J>;me n. ao den Haflster P. Meremderl, Ant Philipps
d. Heb.: Emptans der gvnaniiten Briefe, wHnieht Beinen Besneli.
ValeneU (1307) Dezember «.
la etc. Prudenti viro magistro Petro Mercaderii cirui^co
et clerico illustris regis Francie, karissinii consanguinei nostri,
satutem et dilectioiiem. Recepimus lilteram vestrani, quain una
cum litteris duabus, altera quanim per regem Francie illustrem
et altera per venerabitem fratrem Roraeuni de Brugaria in
ttieologia Parisius actu regentetn mittebantur, nobis noviter
per latorem presencium transinisistis, et inlelieximus plenarie,
qiie continebantur in litteris supradictis: Verum quia in vestra
littera supra dicta inier cetera continebantur expresse vos
appetere esse in presencia nostra, ut aliqua secreta fructuosa
nobis possetis declarare et quod de hoc scriberenius votum
nostnini . . ., placet nobis vosque etiam rogamus, quatenus
assumpta convalescencia vestri corporis ex discrasia, quam
scripsistis habere, ad presenciam nostram, quamcicius poteritis,
venialis . . . Dat. Valentie VIII. idus Decembris anno domini
MoCCC septimo.
Barcelona, Archiv, Reg. 291. f. 112.
17. R. ^ GardU an die HÖDifln ßlanha von Aragunlen; Wie die
Sinder tu Maiia, der Vermittlerin bei Ihrem Sohne, sieh wfn-
den, M wemden Nleh die Templer an sie, daß sie beim KSnIf die
PrellMsaag: Ihres Meisten und das AnfhVren des Sbaudals gegtn
sie bewirke. BeteueraiiK der Unschuld. Mlnret (1307) De-
zember 8,
Ha la.molt alta et molt noble et molt poderosa madona
na Bianca per la gracia de Deu r^tna Darago . . . frare K.
i;a Guardia comanador del Mas Deu et tenent loch de niestre
del Temple en Arago et en Catalunya. Besan les vosties mans,
madona, me coman en la vostra graeia. Äxi, madona, com
los pecadores recorren ha madona sancta Maria, que ela per
sa gran d[u]Icor sia migan^era entre nostre senyor et eis en
acaptar perdo et misericordia de lurs pecats: axi madona prec
yo avos eus clam merge, que per vostra bonea et devocio et
santetat, que en vos es, tos plasia, queus trabalets, quel senyor
re; deliure nostre mestre eis l'rares, et que dega sesar aquesta
tan gran confusio et escandel, quel mestre el[s] flrares del Temple
izecDy Google
70 Briefe, Reden uad GaUcht«!).
ara pres a sens colpa et sens tort, que no tenen ha n^tina
re. Et que placia al senyor rey, que Verität nos sia rebuda,
abans que hom anal pus contra nos. Car nos bastanlmenl
podem provar per hobres et per feyts, que som leyals et vers
bons crestJans et qui crem las articles de la fe et servam lä
mantenini los manamens de iiostre senyor, et i;o que per la
e^lea de Roma es ordenat ha tot fei crestian de creure el
de fer. Et per ^o, madona, nos recorem a vos, axi com aqueU.
qui esperam, que per Deu et per vos et per la bonea del
senyor rey aja remey aquest feyt. Si neguncs coses, madooa.
vos plaen, que nos fagam per vos, fet nos ho saber; car nos
soni aparelat, madona, de fer et de dir «;o, que fos honor et
servi de vos. Et Deus per sa merge vos do bona vida el
longa. Escrit divenres dia de la concepcio de Madona sancta
Maria, ha Mirauet.
BHrcelana, Archiv, TemplarJos Nr. 78. Or. Pap. Ssp.
tH. I. Batmiind «a Gnardla, Komtur von Müden and 8t«IlTertrttcr de«
OrdenBtnelBters an Kttnig Jajnne II, tob Aragonl«ii: Veriraadt-
rBDK Uker die GeraDKeo nähme des nDgohuldig«ii Ordensmelstcrs
und anderer Templer. Gewtileht es wefren de« KHnIgs th
Frankreich, so raUsse der K^ti\g bedenken, daß ihre VethlltakM
andere seien. Jene Templer seien ans Tcrsebledenen Gegend», ihr
Besitz geschenkt oder gekaart; sie seien Elnheimlsehe ond httttn
mit Ihrem BInte den araKouesiseheu Kttnlgen Ihrei Besitz er-
worben. Erinnert an den Sieg Berengars de Cardmia, de>
Martertod P.'h de Huncada und seiner Templer. Die Ttnplrr
geben die grSßten Almosen. Beispiele. Erinnert an den EIbUI
Philipps des BchSnen; die Templer stritten Kr Jayme, als andere
abfielen. Verlangt, dnO man Ihnen die Vergehen naebwetoe;
bittet znm Schlnß um Gehör. Miraret (1307) Dezember 8.
II. Auf einem angeklebten Original -Zettel Anttrort Jafmes IL:
Er wisse, daß die Templer Tlele Gfller und Gnaden tob sels«
Vorhhven erlangt nnd die Templer ihnen und Ihm treu getint
haben. Im Yorllegenden Fall handelt er als Bsthollseher First
nnd wird naeh Wahrheit und Gerechtigkeit lorgehen. Alelrt
(190T) Dezember 13.
I, AI molt alt et molt poderos monsenyor en lacmc per
la gracia de Deu rey Darago ... del vostre humil frare R.
ga Guardia, comanador del Mas Deu, et tenent loch de mestie
del Temple en Arago et en Catalunya . , , Ala vostra alla
oy Google
Nr. 48. I. (1307) Dezember 8. n. (1307) Dezember 18. 71
senyuria Fa^ saber, sfinyor, que he entes, que avets feyt pendre
noslre mestre e eis afltrejs frares, que eren en sa companyia ni
qiie avets puguts trobar. De la quäl cosa nos, senyor, et tots los
frares nos som molt maravelats, per co com lo mestre ni negu
dels frares de vostra senyuria no es colpable a vos senyor ni
a negu altre, et axi sens colpa, ni sens de falta que no agam
feyta ha negu, qui de nos se puxa planyer ni clamar no poria
ver, que diesem peudre tan gran injuria ne tan gran es-
candel com aquest et magorment, com hnm no trobc en nos
de falta de (;o, que fos dret ni raho, que nos degcsein fer ni
dir a vos, senyor, ni ha degu allre. Et si tant es, que aquest
anantament, que ses feyt per lo senyor rey dp Fran(,'a contra
los frares del Temple, vulats vos, senyor, segir, devrien r^ardar,
que nos no som daquela condicio, que aquels son. Car nos
tots som vostres naturals, et aquels son de diverses nacions
et de diverses lenguatyes et de terres, que ha conqueses et
siibjugades et sos predesessors ab favor et ab hajuda de la
esgiea, et eis, i;o que tenen en la sua terra, no poden dir
que sia estat de conquesta dels enemichs de la fe, ans es estat
de [dojnacions et lexes, que son estades feytes als frares del
Temple, et compres et meloramens, quels an feyts; et ab los
vostres predesesors los nostres frares espandent lur sanch et
murin, combaten contra los enemichs de la fe et nieten de les
altres terres et provincies \o quels pudien aver an ajudat ha
conquere et ha mantenir et ha defendre la terra contra los
enemichs de la fe. Et vostres predesesors, senyor, nos en Tan
testimoni en los priviletges et franqueses, que nos avem agudes
dels, la hon dien, que ha salvacio de lurs aninies et en remesio
de lurs pecats ha nos, qui som batalers et defenedors et mur
contra los enemichs de la fe de Ihesu Christ, fan aqueles
gracies ho donen aqueles libertats. Enquara, senyor, que totes
Ips gens del vostre regne ho la magor partida sahen be, que,
com los Sarayns venen contre lo vostre regne ho senyoria,
quels frares del Temple hi son los primers en defensio del
vostre regne et de la fe de nostro senyor. Et no ha enquara
gran temps, quel mestre, qui mort es, entra en la terra del
fey de Granada ab pochs de frares et de companyes et venceren
les gens del rey de Granada hey comhateren castells, hey al-
izecy Google
72 Briefe, Redan und Gutschtea.
bergaren et fo, senyor, grau honor de vos et de »oslreä göis.
Et enquara, senyor, frare P. de Muncada, que ere mestre
Darago, fo pres en la vayl Dalbayda, e( tots los &ares que
ab el eren morts et preses en servi de Deu et en defensio du
la fe et de vostre regne. Et enquara, senyor, que de(,-a mar
los frares del Teniple ni del Espital ni de neguna religio, que
nos ajam huida, no Tan tan grans almoynes, com los frares, que
son de^ la vostra terra, fan. Cor solament en la casa de Gar-
deny Ja dona hom III dies la setmana; ab gran carestia son
lit pugades ha XXII milia persones en temps de frare Bn. du
Muntoliu, conianador Dosca, quen ere comanador, et haMonso
hi pugen lia V ho ha VI milia persones et per les allres cases
la fa hom, en que nos lenini frares de convent ni quiu podeu
mantenir. Et enquara ha Mtravet, com noy venen tans crestiaDS
com als altres loclis, la dona hom ha crestians et ha Sarayns
en satisfaccio de Deu et ha bon exemple de les gens. Et nos
al Mas Deu la donam cascu dia ha aytantes de gens, com
venir hi volen, et tots aquests bens, senyor, et tots los altres.
quels frares dei Teinple fan, van devant vostres predesesors el
devant los altres nostres benfaytors. Et enquara, senyor, la
leyaltat et la fermetat, quels frares de Temple de la vostra
terra an poilada alz vostres, vos devria remembrar en cas
de tan gran nessesitat, com aquesta es. Car si tots los homcits
del mon nos falisen, vos nos devriets mantenir. Que quaii lo
rey de Fran<;a vench en la terra per conquere la, frare Beren-
guer de Sent lust, que ere mestre, nils altres frares del TenipK*
de la batlia Darago nos partJrem del senyor rey en Pere.
la hon les gens de Barcelona et de la terra, dels hi avia stsi
fugien OS tenien per perduts ; et avien guarnils et apareiats lurs
castels ab lurs fori^es ab volentat de murir ab lo senyor rey
ho de salvarli lo regne, defenen el et la sua terra en satiä-
faccio de naturalea. Et per totes les coses, senyor, demun'
dites paria ver, que vos degesets delivrar nostre mestre et el-
frares que son preses, et que hom nos deges rebre et huir de
(;o que fos Verität; et si no aviem colpa, que no anaatas hom
conira nos et que, si en negunes coses erem cuipables, qi"""
fosem punits, et que no fesem [an]s del pecat penetencia-
Car totes les coses, que nos vos avem escrites et moHes
izecy Google
Nr. 48. I. [1307)Dei!.8. JI. (1S07) Des. 13, Nr. 49. (1807) Dez. 29, 78
daltres, que seria longa cosa descriure, nos escuseti, que som
legals et catolichs et boiis crestians. Per que, senyor, clamam
merce a vos, que la vostra gran bonea et la vostra noble et
gran saviea et devocio, que en vos es, nos dega ajudar et
valer, qucns sia rebuda Verität, abans que pus anantets contra
nos. Car nos ne som apaielats et eis altres frares del Temple
de la vostra senyoria, que tot escuidament et prova, que ne-
gunes gens puzen Ter, ni degen, en escusacio dels meteys,
farem nos en poder et en »na de prelats et de richs honiens
et daltres bones gens de la vostra terra, que parega, que
degen esser tals gens, que sien dignes de (e. Et placia ha
noslre senyor Ihesu Christ et ha madona sancta Maria, qui
ha lo poder del gel et de la terra, quels vos do (?) aquela vo-
lentat, que vos aver devets ves nos! Et Deu per sa nierge
vos do bona vida et longa. Escrites en Mirauet lo dia de la
concepcio de Madona sancta Maria.
II. De nos en I. per la gracia de Deu rey Darago a vos
en R. Caguardia respon, que yo se [yj som cert, quels Templers
an reebut de nostres antecesors et [de] nos niolts de bens
et de gracies. Eis Templers en molt cases an [se]rvit los no-
stres et nos ben, et en t-Oi que ara fem contra vos alti-es, fem
CO, que princep catolic deu Ter et envo, que daqui avant farem,
sagirem veritat et iusticia. Dada en Algei,-ira sots nostre segel
secret lo dia de santa Lucla.
Blircelona, Archiv, TeTiiplario3Nr.21. I.Or.Pap.Ssp. 11. Orig.-Zettel. Ob
vonUand JaymesII.? Jedenfalls nicht kuDzIeimilfiJge Schrift. Nr. I teilweise
gedruckt und zum Jahre 1SU6 gesetzt in Mateo ßraguera, Historia ... du
los Caballeros del Temple III. p. 893. Kaimund antwortete diluns apres
Bauet« Lucik mit der dringenden Ititte um Audienz: er will nachweisen, daQ
weder sie noch die übrigen Templer die behaupteten Verbrechen begangen
haben kbnnen, Templarios 77, Jajme fordert ihn am SO. Januar auf, mit
dem zu den Templern nach Miravet geschickten vicariue von Tortusa zu
ihm EU kommen. Er soll auch die Templer in den anderen Burgen veran-
laaaen. Reg. 291 f. 99. Prutz 8. 850.
1«. KSiiIf JajiDe II. aa Clemens T. (und >n fHnl KardloBle) : Bittet,
yiemjt der Templerurden «nr^ehoben werden sollte, dem Kloster
Sexena, in dem nelne Toehter Blancn netit, die benannten
Tenplerflt«r zu sehenken. Tklencin {iSOI) Dezember 29.
Sanctissimo ac reverentisslmo . . . Clementi . . . summo
pontiflci lacobus Dei gracia rex Aragonum . . . Quia monaste-
izecDy Google
?4 Briefe, Reden und Gutachten.
rium Sexene situm in re^o nostro Aragonie por progenitores
nostros fundatum est et lai^icionibus, IJbertatibus, privilegiis . . .
per eosdem , , . ac per nos decoratum existit pluraque corpora
eorundem progenitoruni iacänt in ipso monasterio tumulala:
nos etiain Blancham ßliam nostram inclitam in eodein mons-
sterio collocavirnus itiibi altissiino servituraiii : hiis itaque de
causis teoeamur ipsum monasterium diligere et honorare et.
que sint sibi utilia, procurare. Idcirco clemenciaiti bealitudinis
vestre .supplices exoramus, quatenus, sj ordineiii fratnim milicie
Tempil, qui pro detestabili crimine heresis vehementer suspecli
sunt, destitui seu deponi et bona eorum occupari contigerit:
dignetur ipsa clemencia ecciesias, quas dicti fratres Tenipli
habebant et possidebant in locis de Vayllobar, de EntinycDa,
de Poniar et de Alcoleya . . . conferre et assignare nostrr honoris
intuitu raonaslerio prelibato . . , Dat. ValenÜe IUI. kalenda:^
lanuarii anno domini M^CCC" septiino.
Barcelona, .\ruiiiv, Reg. 33S f. 826. Es folgen die .Adressen von 5
KardinäleD <Jedr. Delaville le Roux, C<trtu)aire, IT Nr. 4781.
50. Verzelchals der K^Holieneii Templer. ~ Teni|»ler, die asreblkh
die ErmorduiiK Thlllpps d. Srb. pliinteii. (UlOl Ende.)
I. Ce sunt ies nons des freres, qui sen sunt fouy.
Frere Ricliart de Monlcler ßuz a la suer monseigneur
Foque de Rigni et repaire en la niarche Daleinaigne
et en la conte de Monbeliart.
Item Oiareinbaut de Comflanz reperanl avee le dit
frere Kichart.
Item frere Benaut de la FoilHe: touz Borgoignoiis.
Frere Ouillame de Lins (y).
Frere Hugue de Ghalon.
Frere Hugue Daray.
Frere Baraus comandeur du Pay.
Frere Geraudon fiuz monseigneur Geraut de Chatiau-
nuef reperaiit a Grisignau vers la conte de Venei'i.
Frere Girart de Villers, qui est armez li XL de
freres.
Frere Ymbert Bianc, qui est en Angleterre.
Frere Adam de Wallatncourt.
Frere Pierre de Bouch en la marche Dalemaigne.
izecy Google
Nr. 50. (1307 Ende.) Nr. 51. (1S08) Januar 2. 76
II. Frater Hugo de Cabilone nepos vjsitatoris et frater Girar-
das de Monte daro, milites ordinis seu secte Tempil, una
cum qiiibusdam suis coniplicibus eiusdem sectc eoncoperant
occidere regem.
Paria, Bibl. Nat. Cod. Lat. 1091« fol. 84 " und 236 v.
äl. G. de Cent« «n KödI^ JHjme II.: DhB ein tou Ihm gefon^n fe-
hBltener Templer crklBrt habe, er irolle niemanden^ aaeh dem
Papst nieht, die Art der Professio nnd des Ordenseintrltte mit-
teilen, wohl aber dem KHnlg allein, habe er erst nach Empfong:
des kSttlgliehen Bebrelbeas erhbren; er halte den Templer rur
Bchwaehsinnif nnd habe ihn deshalb nicht befragt- Tortoaa
(laoA) jMiar i.
Die martis, que fuit Uli. nonas lanuarü '}, vestre regie
celsitudinis, domine, quandam suscepi lUteram reverenter, in
qua inter alia continebatur, quod ad vos mitere deberem illos
tres fratres milicie Tempil, quos captos tenebam, admirante
vestra doniinatione, quia vobis non signiGcaveram quedani
prolata per altemm dictorum fratrum, qui interrogatus, qualiter
fiebat professio et ingressus per fratres ipsius ordinis, respondit se
hoc nee pape nee alicui alii nisi vobis tantummodo revelai'e.
Quibus cum reverencia intellectis respondeo, domine, vestie
Tcgie magestati, quod venia postulata et honore regio saivo
michi fuit et est ignotum ab ore illius fratris talia processisse
usque modo. Post recepcionem vestre littere supradicle, que (!)
quidem nunc audivi per Berengarium de Cortiella, notarium
Dertusensem, qui vicario et michi dixit, quod interrogando de
n^ocio Templariorum fratrem illiim, dixerat sibi verba in vestra
litera contenta. Verum est, quod cum ipso fratre publice
tocutus fui modica verba et cum videretur michi ipsum fore
siniplicis conditionis et sensu bono indigontem, ipsum de pre-
mlssis interrogare non curavi. Quarc suppliciter restram,
domine, deprecor regiam magestatem, quatenus me seivmii
5uum de premissis vestre celsitudini non denunciatis dignetur
eicusatum habere . . . Scripta Dertuse IUI, nonas lanuarü.
Barcelona, Archiv. Templarioa Nr. 66. Or. Pap. Ssp. In dem ange-
klebt«a Schreiben des Bemard Cespujaiies und Ü. de Ceret an den Künig
') Am 2, Jorniar 1308. Her Brief gedmclit Pmtz S. 349.
Digitizecy Google
78 Briefe, Reden und Gntachteo.
wird der Bruder D. de Pcrtuss — durcb P geht eio AbkOrzungiutrich. alao
PerertuBA ~ genannt Datum vom selben T<ge Nr. 57 *•.
62, KSnIg' Jajme II> an den IiH]|ulBlt«r In CareamoiiHe: Da der an-
goneslsch« InqnlBltcr den Bernwd Boxadors nafb Fnakraltli
sendet, bittet er, Ibn iber den vou Ihm geftthrt«n TemplerproitB
zn Informieren und eine Kopie seines Prozesses Bltzu^ben. |b
folgen welt«re EinpfehlunKen.) Valencia (1308) Jannar lt.
la etc. provido et religiöse viro fralri . . de ordine Prc--
dicatorum in Carcassesio inquisitori hereü'ce pravitatis ek,
Cum discretus et religiosus vir frater lohannes de Lotgerio de
ordine vestro inquisitor in r^nis nostris et terris pravitatis
predicte inquirens contra TemplaHos inß-a nostrum dominimn
existentes super crimine heresis, de quo nimium increpantur,
pro habenda pleniori infonnacione negocii supradicti ad vos
prudentem virum fratrem Bernardum de Boxadors ordinis eius-
detn, exhibitorem presencium, continue pioviderit transmitten-
duin, nosque idein inquisitor rogaverit, ut vobis super hoc
scriptum nostrum dirigere deberemus: propterea discrecioneni
vestram precamur, quatenus antefatuni fratrem Bernarduni de
Boxadors vos, qui contra Templarios illarum parcium inquisi-
vistis, ut didiscimus, et inquiritis super crimine memorato,
prout clarius poteritis, informetis mittatisque per eundem iam
dicto inquisitori in nostris partibus copiam seu transumptum
vestrorum processuum ac certificacionem plenariam, ut iode
inquisitor predlctus cercior anibulet, et ut possit in certo pro-
cedere In negocio prclibato diclumque fratrem Bernardum sie
expeditum breviter remittatis. Dat. ValenUe IUI. idus lanuarii
anno predicto [septimo).
Simile fuit missa . . . fratri . , de ordine Predicatonim ia
Tholosano inquisitori heretice pravitatis.
Fratri Bernardo Ferrari! priori Predicatorum Gerundensi
scribit rex, ut det socium Bernardo.
Fratri Poucio de Montecluso, priori ordinis Predicatorum
Barchinonensi simiJe. Datum ut supra.
Landulfo s. Angeli diacono cardinali: Cum fr. Bernardum
de Boxados ad curiaiii pape pro informacione supra-
dicto mittat, quatenus in curia prestet auxilium. D.
Valencie IUI. idus lanuarü anno septimo.
izecy Google
Nr. 52. J>n. 10 Nr. S3. (I307j 1808 J»n. 19. Nr. 54 (1307) 8 Un. 2S. 77
Barcelona. Archiv, Reg. 291 f. 112 v b. Daran schliefit sich Doch
folgendes Schreiben : Bernardo de Fonollnrio gereati lofücinni] procnratoris
in Catalonia pro inclito infanti Jacobo: Cum fr. Johannea de Lotgerio de
ordJDe Predicatoram, iuquisitor heretice pravitatia. accedat pro Templariaram
Degocio apud cifitatem Tetrachone, ut cum pielntis inibi pru generali cod-
cilio coagregatie conferot super negocio meiUDrato, ausilium prealet. Dat.
Valeneie XT kaleodaa Febniarii
&3. KSnls JMjme 11. «n Clemens V.: Emprung des J. BriefeH des
Papstes; Entschuldigung geiuea VorgeheDK. ValeuoU (1307) 1908
Jan aar 19.
. . . Litteras vestras, sanctissime pater, quas sup^r Teni-
piariomm negocio ex parte beatitudinis vestre nobis presen-
cium lator exhibuit, recepimus die iovis, qua XV. kalendas
Februarii dicebatur. In quo quidem neg:ocio iam pridem, sicut
alias sanctitati vestre per litteras nostras, signißcavinius, ad
quorumdam prelatoniiti ac inquisitoris pravitatis lieretico in
biispartibus requisicioneDi processimus. Et nunc etiam receptis
litteris vestris predictis ulterius cum sollicita diligencia proce-
demus ac, quicquid in hiis fecerimus, iu brevi per nostrum
nuncium sanctitati vestre plenius curabimus intimarc . . . Dat.
Valeneie XIUI. kalendas Februarii ') anno domini .MCCC septimo.
Reg. 291 f. 27 V. Der ersbi hier erwähnte päpBÜiche Brief in der
Teni^ersache ist; .Püstoralie pi'eeminentie* vom 22 November 1307 (f. 27).
Gedr. Rymer, Foedera 1. 4, 99; Henavides, Vid« di Fernando ol IV Bd.
II. p. 619 V. f. 28 das 2. Schreiben des Papstes: .Pateme benrgnitas' von
1308 JanoarS: Dank fQr seinen 1. Brief; eoll vorgeben, wie er ihm geechrie.
ben. Der 1. Brief Jaymea stammt vom 19. November. (Reg. 291 f. 22.)
Vgl. Nr. 41. Das vorwarfsvolle Schreiben Clemens' V, niif die Mitteilung
vom HelbstSndigen Vorgehen Jilymes steht im Register nicht. Die Antwort
Jajnnes fehlt Oberhaupt. Sie war ja infolge dor VerhAltnisao und der
andern Briefe kaum nötig.
M. S8nlg Jajme II. «n Bischof Hali»und \ot ValencU: Mitteilung
des ersten pHpstllcben Selirell>ens; Unmöglichkeit, allen musza-
ruhreu; doch sehreibt er an die Templer, lu den geiinnnten
Burgen sieh zu ergeben; MlttcUnng an das tagende Prorlnslal-
koBzU in TarragoDo. (1907) S Janaar 23.
lacobus etc. venerabili in Christo patri B. divina provi-
dencia episcopo Valentino cancellario et consiliario nostro di-
'j Pratz 3. 346 gibt in seiner Noliz verkehrte Daten.
izecy Google
> 78 Briefe, Reden und Gutachten.
lecto etc. Ad noliciam vestram deferirnus per presentcm ", do?
a sanctissimo domino papa Htteras suas super Templarionun
negotio noviter recepisse, per quas narralione facta in effeetu
requisivit nos, rogavit et ortatus est attente, ut, quam citiu^
post receptionem ipsarum litterarum comode possemus, sie
prudenter, sie caute, sie secrete de sapientum secretarionim
nostrorum eonsilio studeremus ordinäre, quod omnes et singulos
Templarios regiii et dominii nostrorum et alios, qui reperientur
in eis, et eoruin bona mobilia et immobilia per bonos per-
sonas omni maxime quoad bona ipsa suspicione carenfes jm-
liori modo, quo fieri posset, capi faceremus uno die, personas
eorum faciendo, donee nobis scribat aliud, sub fida custodia
detineri , ac bona etiam conservari, prout liee in dictis suis
titteris plenius continetur. Sane quia nos per modum, quem
scilis, iam processeramus ad eapiendas persnnas illorum Tem-
plariorum, quos habere potuinms, et ad bona eoruiidem occu-
panda et emperanda: propterea formam, quam dictus dominu;
papa, ut predictum est, signiflcavit nobis, ut Templarü et bona
uno die caperentur et emparentur ", nequivimus observare.
Uitcrius autem requisieionem dicti domini summi pontificis, in
quantum polerimus, exequeniur, significantes vobis nos auctori-
tatc dictarum apostolicarum litterarum noviter mandavisse per
scripta nostra TempJariis exislentibus in Miraueto, Aschonf.
Montesono, Cantauiella et Vileilo, Castelloto et in Ctialamera.
nt racione premissa coniparcant coram nobis et tradant cum
inventariis publicis personis, quas eis signiflcavimus, bona swa.
Mandavimus etiam nostris officialibus, ut ad nos veniendo, si
venire voluerint, dictos Templarios salve conducant. De tenori-
bus auteni dictorum scriptorum nostrorum dictis Temptarüa pI
noglris officialibus per nos missorutn fidelis scriptor nostcr
Bemardus de Aucrsone per suam litferam vos informat. Nisi''
autem dicti Templarü venire voluerint, procedenius ex tunc
ad exequcionem dicte papalis requisicionis, donec pluriinum
sorciatur cffectum. Ilec igilur patemitati vestre signiticanda cn-
raviinus, ut super hiis coHoqui possitis cum reverendo Terra-
cbonenst arcbiepiscopo et venerabilibus cpiscopis in concüio
<r So Reg. /, Statt sin'?
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Nr. &4. (1307) 8 Jiumar 28. Nr. 55. (13ö8| Janow 26. 79
coD^egatis, proul circumspecte providencie vestre videbitur
expedire. Dat. Vatende X. katendas Februarii anno domiiii
M-CCC seplimo.
Barcelowv, Archiv, Reg. 291 f. 113. Teilweise gedr. Prutz S. 850 f.
06. Ralmnnd «^ Gaardia, Komtur tod Hasden an König Jafme II,
TOD Aragonlen: Wandert sich, daß der König glaubt, daß er
Uafrenndllebes über Ihn gexagt; beklagrt ihn, daD er mit Phi-
lipp d. Seh. dnreh Unrecht ^egen die Templer recht zn tnu
glaube. Dnrefa seine Regel nnd £inrlchtongen Itit der Templer-
orden als der bestgeordnete za erkennen. Wie könnt«! sonst
80—70 J. Lente um Ihres ^elenbelles irlllen eintreten] Wenn
ihnen der König dlelelt iibt, wollen Rle Ihm zeigen, irle er
mit grofien Ehren nnd Nutzen ans dietier Saebe komme. MIraTet
(I308> Januar 36.
AI mo!t alt et moit poderos monsenyor en lactne per la
gracia de Deu rey Darago ... del vostre hiimil frare R. <.'a
Guardia'}, comenador del Mas Den, et tinent loc del maestre
del Temple en Arago et en Catalunya. ßesan les voslres mans.
senyor. me coman en la vostra gracia. A la voslra alta
senyoria fem a saber, senyor, que avein entes, que hom vos
a donat a entendre, que nos avem dites paraules, de que vos,
senyor, sotz despagat de nos. Et donani nosen gran niara-
veyla, que vos senyor en vostre cor o pusatz pensar, que nos
feesseni ni diguesseni neguna re, qui fos encontre vostra per-
sona per neguna re, que feit nos ajatz ni fer nos puxatz, per
mal, quens en viilatz capdelar, ni per gran crueltat, quen[s] po-
guessetz fer, que nos appcrelat soni de solrir et daver aytan
gran paciencia enves vos com nul hom poria aver enves senyor
ni fil enves pare. E axi senyor gitatz o de vostre cor, quf
nos nul temps no erravem enves vos ni per aquestz feytz ni
per altres. Mas a nos cov(; a respondre et a rahonar et a
parlar en satisfaccio de nos et dels altres frares del Temple
contra aquestz malvatz crims, que hom nos aleva tnjustanient
et a gran tort et a gran peccat. El sap Dens, senyor, que
') Ein G. Sagooardia bekennt, dag er vom Künlg Jnkob eine Anf-
fordening zur Leistung des Homagiain binnen 15 Tagen per lo casteyl e
per Ift honor de Ib Qoardia erhalten hat. Er kann in dieser Zeit nicht.
1307 April 17.
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80 Griefe, Reden und Gntachten.
yon plane mes vos el senyor rey de Fran^a el mal comu, qm
sen en seguex el sen seguira a totz cels, qui son de la fe ca-
tolica, quc no fa^ lo mal nil trebayl, que yo nits altres fran«
(lel Temple ne sostendrem. Et axi, senyor, podem nos o tenir
a gran desastre, que vos senyor nil senyor rey de Fran^a siati
estatz enganatz en semblant, que vos servissetz nostre senyor
de go que el es deservit. Et Deu per la sua misericordia,
qui es poderos, do gracia et lUuminament a vos senyor et a
nos, que vos conegatz et sapiatz y veatz (?) la Verität daguest fejt
ja sia av'O, senyor, que, qui volia pensar en los feytz nostrec
trespassatz, et en aquestz, qui vuy son presentz, eertes inoH
clarament o poriu hom veure lost, et encara, qui a nos o nolia
sofrir ni reebre: que nos raoll volenterosament o moslrarieiii
per justes el per vertaderes rahons, et encara per la noslia
regia, que la sancta e^Iea de Roma dona a nos, et per tots
los altres ordonamentz et establimens de la nostra i-eligio,
qui son axi bons et ben reglalz com de nula religio, qui vuy
sia el mon, et encara a demostrar a vos, senyor, en vostra
presencia, en quäl manera se fan los frares del Temple. El
porietz veure aqui et conexer, que totes coses, que son en satis-
faccio de nostre senyor Ihesu-Christ et a profit et a salvacio
de les animes daquels, qui enlren en la religio del Temple, si
fan et si dien el si complexen, et son daquest feyt testimoni
et exempli tant noblos et tantz savis homens, qui son estaU
frares del Temple, et qui ja, quan se fayen frares, avien visgut
al segle LX o LXXX ans, que no es creedor ni en cor dorne
no deu esser pensat, que, si aqueles maledictions si feessen,
que ja eis nut temps si mcessen ni consentissen en nula re.
qui fos error ni perdicio de lur arma, que ans si meten tolz
per Deu servir el per lur arma a salvar. Et si a vos, senyor,
playa, que nos fossem per vos asseguratz danar davant la
vostra presencia et destar et de retornar segurament: nos vos
moslrariem ab Verität, com daquestz afcrs vos exirietz a honor
de vos et ab gran merit de la vostra anima et a gran pmfil
voslre el de nos et de tolz cels de vostre r^ne. Et sobrc
aco mana nos la vostra senyoria aqueles coses, que a vos
plauran, que nos fer puxam. Car nos som apparelatz. que o
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Nr. 55. (1308) .lannitr 26. Nr. 50. (1307) 3 Januar 21. 81
riicam a nostre poder. Dades al castel de Miravet divinres
npres la festa de seilt Vicent.
Bareelana, Archiv, Tomplarioa Nr. 20.
ha. KShIk Jafme II. an die Xbte toii S. Cnafi, Talltgdlsna, d«n Prior
der KartaiM nnd Hai^fiter Arnmld von VlllaaOTa: fber die
Templer Terbrpfhen. Zelehen der XKhe de» Antlehrtates. Er*
flneht nm Gebete, d«B die Wahrheit uut Lieht komme. Valencia
<lä01> K Jaonar 27.
lacobus etc. venerabilibiis et reli^osis viris fratri Petro
abbati, capellano maiori suo, et conventui monasterii Sanctanini
Oticum salutem et dilectionem. Perplexus animus noster in-
torius nimia turbacione sepe concutitur, niniia concussiono men-
tali turbatur, dum inmense religionis ordiois, qua Templariorutii
milicia multifarie multisque moilJs actenus miriricis actibus apud
Deum el homines claruerat, recordainur duraque" nunc nephan-
dorum criminum pravitatem mesta meditalione pensamus,
quibus prescriptus ordo denigratus dicitur et prolapsus; quoruni
acerbitatem ob pudoreni referre desinimus, cum iam hec por-
lante fama et per processum contra dictos Templarios hie et
alibi factum ad vestram audienciam pervenisse creilamus.
Stupentes autem animadverlimus, cuius astucia demonis qtieve
matignorum spiritimm antiqua sagacitas tot et tantos intcr tante
religionis viros errores induxerit, quos nedum animalia raciona-
bilia verum eciam bruta vercrentur. Set demum resumentes
nos in nos", si sie est, verc putamus, ut" Ätitichristi adventus,
perdicionis filii tinalia tempora plurimuin appropiiiquant iuxla
VfTbum domiiiicum redemptoris et salvatoris nostri liiesus, qui
in mundo existens et inter liomines conversatus profutura osse
dictis temporibus multa prodigia evangelice predicavit.
Affectanles igitur rem hanc ad lucem claritatis et veritatis
perduci, ad vos, quorum prorssus circa celcstla quam terrena
versatur intentus quibusque iusta desideria facilius a doniino
meritorum exigencia conceduntur, in casu perplexitatis huitis-
modi providimus recurrenduni, eo maxime, cum in vobis vestri-
que Cisterciensis ordinis sufl'ragiis apud Deum spcrenius confl-
o So das Reg.
Pinke. PapstCnm qdiI Untersang liea Templeronleim. II. 6
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6ä Briefe, Reden unii Öutaditcn.
dencius in nostris postulacionibus specialiter adiuvari. Itaque
vos in domino, quanta maiorl possumus intitna cordis affectioiie
obsecrando rogamus, quatenus, ut Deus dominus, raiserieoi^
atque pius fantam pestem a medio sui ctiristiani populi dignetui
eripere et veritatem rei huius tarn sanctissimo domino suinmo
pontifici, tarn mundi principibus quam dicto suo populo rnii-
verso aperiat et hostendat, sacrißcÜs, oracionibus, ieiunüs et
aliis spiritualibus operibus insistalis, ut sie Templarii, si noiii
nee reverti voluerint sincero corde ad sancte eathoüee fidei
unionem, condignam penam, quam merentur, recipiant; et si
insooies fuerint, fama, immo infamia, qua, sicut audistis, tantis
erroribus aspersi sunt, comiat et tanquam in adversitatibuf
comprobati, abiecto tarn orribili scandalo ad exibitionem divi-
nonim eultuum fideliter revertantur. Ceterani . . . Dat Valentie
VI. kalendas Februarü anno domini millesimo CCC septimo.
Similes: fratri lohanni abbati et eonventui Valtis digne,
fratri . . priori ac eonventui monasterii Cartusiensis, venerabili
magistro Ä. de Villanoua consiliario et familiari domini regis
verbis competenter mutatis . . .
Barcelona. Archiv, Reg. 3fö f. 327. Es folgt dann die inteniMiile
Notiz; Cerhim est, qnod predicte IUI littere fueraut expedite absqn« »gl»
cancellarii et vicecancellnrii, quin dominus rei sie mandavit oretenos dict«
Bernardo de Auersone. Dem hntte sie der KGoig persönlich gegeben. Dk
Antwort des Klosters S. Crens lautet: IlluHtrissimo . . . domino Jacoho ...
regi Aragonnm . . . frater P. dictua abbas Sanctanim Cnicum totosqne
Gonventns eiosdem monasterii . . , Noverit vestra regia maiestas doa r^
cepisse vestrae litteras, quibna intellexiniue animi veatri perplex itatem *c
conturbacionem et concussiooem super compassione, qnara babebatia de tri-
bulations Templariomm. Et moti maxima pietate, qnia vidimns vm tatmi
sc tantam principem dominum sie compnssam erga trihulacionem dictorom
Templariomm cundolnimuB amplius, quam scripto vobis explanare poueiniia.
Et quia mandastis nobis exomre illam, qui est omniam secretonim preteri-
toram et futarorum cognitor, visa veatrtt littera congregationis in capitnlo
tarn monarbi quam conversi, lecta et expoeita dicta littera inter noB, stape-
facti et ammirsti tnrraimna ultra modum. Et qaia tenemar quam plariniani
pro Testris angustiis atare et orore altiasimum creatorero et celestinm atqae
terrestriuro rectorem inclinati vestria mandatia omnea animo lacrimahiü
iviinus ad eccleeiam deprecantes iUnm, cui attribnta est omnis potestas in
oulo et in terra, qnod ipae . . . vobis aperire vlam dignetar et dan cor
rectum et docile, . . . rogantee etiam illnm, . . . quod ipae . . . redneat nni-
veraitatem socri ordinis Templariomm ad sacrosanctain matrem ecciesi«»
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Nr. 56. (1307) 8 Januar 27. Nr. 57. (1308) Januar 21. 83
atque caUtolicam fldem . . . Haben genaa angeBsbeue Gebete angeordnet.
Dat. in Sanctis Cnicibna [I. kalendaa (?) Febmaiii. Templarioa Nr 48. Or.
Pap. Sep. Der Snbprior and Konvent von Tallisdigoa bekundet dnrcb gegen-
wArtigee Schreiben (tenore presentis albarani), daß aie ieinnia, obsecracionea
et miniBterium aacrificioruin anordnen werden. Or. Pap. Sap, Templarioa
Nr 63. Das Schreiben Aranlds von Villanova vgl. Nr, 65.
S1. Eaqnlnai de Flojrraii an KOulf Jajine U. Ton Aragonlen: Hitt«!-
iDDg, daJt er der Offenbarer des TemplergehelmuliaeH bei Philipp
d. Seh. »et nnd dteß er In Letida znerst Jajme dasselbe geoffen-
bart. Klnlg, Pn]Hit, anniTÜrtlge FQrBten g'lanbten daran. Ge-
ntSB Beinen bUhem VerRpreehen teilt er dem KSnlg die Haupt-
pankte de« Geheimnisses mit. Clemens' T. nnd Philipps d. Seh.
Differenz wegen der Templergflter. Erinnert Ja^me an seine
Zisage, Ihm (dem Verrftter>, wenn sieh die Baebe bewahrhelt«,
eine grVBere Snmme nnd Rente zn geivUren. Bonlogne (130H>
JwiiMr 21,
Serenissimo ac potentissinio principi domino suo karissimo,
domino lacobo Dei gracia Aragonutn, Valencie, Sardinio ae
Scoreice regi illustri ac comiti Barchinonensi suus devotus
Esquiuus" de Floyrano. varletus illustris domini reps Francie,
devotam reverenciam cum obsequio perpetue servitutis, Veslre
regie mj^estaU sit manifesluni, quod ego sum ille, qui mani-
festavi faduin Templariorum domino regi Francie, et siatis,
dumine, quod tos fuistis primus princeps universi mundj, cui
prius manifestavi apud Leridam factum illorum in presencia
fratris Martinii Detecha ') confessore vestro. Unde vos, doinine,
verbis ineis noliiistis darc plenam Gdem üla hora, quare habui
ressortnm ad dominum regem Francie, qui factum probavit et
invenit darum sicut solem scilicet in regno suo, taliter quod
papa sertus est de facto ad plenum et alii prineipi, vidclicet res
Allamanie et rex Anglie et Karolus rcx et alii prineipi. Unde
siatis, doinine, quod in contlnenti, quod causa fuit clara regi
Francie, vobis mandavi Htteras meas creditorias per magistrum
Petnun Mercatorem clericum illustri domini nostri rcgis Francie,
qui vobis debuit* declarare totum factum ex parte mea. Item
[doininejc mi, siatis, quod, quando recessi a vobis, fuistis con-
a So steht hier denUkh, nicht Eeqainna. h Doppelt. e Fehlt Or.
') Martinne Datcclio, DominikaDer, Gegner A.'s v. Villanora.
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^ brief«, tteileo aii<l Gatachton.
Cordes mecum, quod, facto serto invento, vobis deberemu;
mandare clarum. Quare, domine mi, TOJui obedire mandato
vestro. Et confessio dictorum Templariorum vobis, domine.
ser[ti]ßcare volo, qualis est: In primis confituratur, quod in
die, quod recipiunlur et habent raantellum Tempil in collo.
defertur eis crux cum crusißso aut Über, ubi depi[iiK]atur
crusifjxus Ihesu Christi et illum crustfixuni in similitudinem passo
in crusse illorum receptor facit ter eis denegare et qualibel
vice scupere rf super crucifixum in despectu passo in cruse el
dieunt ipsum passum falsum profetam esse dicunl. « Item se-
cundun^ arti(;[ulu[n] : faciunt eis«* iurare castitatem mulierum et
est eis iniunctum preceptorum ipsorum, ut, quando voluntas
carnalis eis acsidat, quod unus cum altero habitet caraaiiter
de ipsa luxuria. Tercium articulum est, quod receptus novis-
simus oscuJat receptorem in dorso, post in ionbrico, post in
höre. Gartuni articulum, quod orant quendani idolami*, quem'
dieunt esse suoruni deum, tarnen pauci inveniuntur, qui pre-
dictam idolam viderint. Item noverit vestra dominacio, quod,
cum papa querat habere porsioneni suam de bonis predictorum
Templariorum tanquam personarum religiosarum, quod dominu?
rex Francie habuit consilium suum, quod iiou tenetur ey dare
quicquam racione religionis, qiiia unquam '' fuit religio, inmo
inicium ipsorum fuit ita fundatus sub eretica pravitate. Et si
aliqui dicant, quod datum eis in elemozina, non bene dicuiil.
quia datum est demonibus et non Deo et dantes ideo non de-
bent quicquam recuperare, inmo debet reverti principibus leire.
Domine, recordaminy, quod michi promisistis in r^resu meo
in Camera vestra Leride, quod, si factum Templariorum in-
veniebatur clarum, quod michi daretis M libras in reddilibus
et tria milia libras in peccunia de bonis ipsorum. Et exe, quod
inventum est, et dum fuerit locus, dignemini recordare. Item
dominacioni vesire manifesto, quod Stepanus de Seta serviens
vester venit ad dominum nostrum regem ad duas leucas prope
Bolonie et ibidem bene et diligenter complevit mandatum smim
pro vobis. Unde, domine, vellem ob honorem vestri, quod omnes
illi, qui pro vobis ad partes Francie venerint, se haberent ita
d Statt epuere. r So Or.
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Nr. 57. (1308) Jan. 21. Nr. 58. Vom Fobr. bis Mitte Nov. 1808. 85
diligenter in negocio vestro. Dat. Bolonie dominica ultima
Gennarii.
BwrceloDO, Archiv, Templarioa Nr. 40. Or. Pap. mit Sparen eines
runden Si^els. Adresse Mif der ROckseite. Ich habe du« Srhreiben diesmal
mit ^len Fehlem, ohne sie besonders zu vermerken, wiedergeguben. Über
die Bedeataog des wichtigen Stückes fOr die Tempi ergeech ich te, welches
vor allem den Bedenken gegen die EsisteoE des großen Verräters ein Ende
macht, spreche ich in der Darstelinng ansfOfarllch. Für die Datierung ist
maBgebend, daß StephsnoB de Seta am 4. Dezember 1307 nach Frankreich
gesandt wird (vgl, Nr. 44). Daß König Albrecht 1. damals von der Templer
Schnid aberzeugt gewesen sei, ist natSrhch Gerede. Kez Kamlus ist Karlll.
von Sizilien. Der DrieF des KeqninuB rd Jnyme, den der Arzt Petrus
Hercator Qberbracht haben soll, wird von Jayme nicht erwfthnt. t)ber die
Datierung der Anwesenheit des Esqaiana in Lerida vgl. ebeufallB Dar-
stelinng.
'iH. Xotlien Über die Bel»fr^rung tob Hlravet, besonders aus Reg. 2A1
in Bareelonn. Tom Febmar bis Hitte November 130K
Bornart fes Pojades und Guiilerm de Ceret an Jayme 11. Übergabe
der Schreiben Jajnias und des Inquisitors an die Templer in Miravat und
Azco: die Templer lehnten ab; darum Einschließung Vor Mirsvet liegen
40 homens darmes; im KasteU wohl 200 Bewaffnete. Die Sarszenen in der
Stadt seien unsicher. Vor Azco warJien tags 10, nachts ^ Mann. Miravet
1308 1. Febmar. Templarios Nr, 66.
Keceptis litteris super effectu presantacionis littcrarum in Miraneto :
ordinsmus, quod vos construi faciatis bastidam vel bastidas in circuita castri
de Miraueto, ponendo in eis hominea, per quos tute cnstodiri poesit castrum.
Simile de castro de Ascone. 1808 Febr. 13. f. 100 v.
An alle vicarii und bsiuli : Tarn fllii militnm quam alii laici, Dei et
apostolic« aedifi revereDrism non verentee, salutis sue temporalis et spiri-
tualis immemores, in Castro de Miraueto et de Ascone se posuerunt, po-
nentes se Templarionim adiutores . . . Voce praconis iuxta castra predictos
Isicoe meneri fociant, qaod infra duos dies exeant . . . 1308 Febr. 13. f. 101.
Filios militum et alios in Castro Miraueto existentes et nunc exire
volentea, permittant. Caveaut ditigenter, ne aliqui iVatres Tempil . . . ez.
eant. Valencia 1308 MftrE 2. f. 102.
Admiratur plurlmnm, qualiter eontingere potuit, quod ctientes intra-
verint castnun Hiraneti, non obstantibos haatidis. Bona dicti Calaff exire
nolentis oconpent . . . 1808 Hftrz 11, f. 102 v.
P. de Villarosa: Accedat ad caatrum Miranet et R. sa Guardia mo-
neat, ut veniat ad regem vel primogenitnro . . . 1308 Man 11. f. 102 v.
Nobili BersQgarie nzeri G. de Enten^a: Audito. qnod in posse soa
pervenerunt de bonia Tenplariorum comendarie Miraueti mille viginti qnin-
qne pecndes inter oves et capras et viginti quinqne eque maiores cum ali-
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86 Briefe, Reden und C>utacht«D,
qnibQB eanindem puUinis tradite, postquam hereBis infainia capit invalescett'
contra Templarios: K&nig verlaagt Abgab«. 1808 April 15. t. 114.
R. de Caneto, qnod posaet luqui fratri R. de Ouardia. ValeDcia ISO^
Jani 19.
Saper factu peditum, qni in auzilium Tanplarioniin casiri Uinaati
intrare volebnnt, eignificnniua, qnod plscuisset Dobis, qood mandatim
noatrum complendo tradidiasetis suspeudio peditos Bnpradictos . . . Talendi
1308 Juni 22. f. 110. '|
Sarracenus captivue faciat ad opua noatri atiralea et aocataroe für die
Belagerer von Miravet. 1308 Juli 14. f. 130.
An Bernardus de Podiatis: Wegeu dea Oeleitea für R. de Guudi«.
König iat zufrieden, wenn eie den fr. Jac. de Garrigans senden. Gibt Ge-
leit. 1308 Juli 18. f. 120 '. ')
50 Laien dfirfen ane Miravet gehen. 1308 September 9. f. 130.
Bemardo de Podiatia: In poeae vestro tenetis fr. Jacobum de Qani-
gans. Recepimue etiam enpplioatiunem, quam illi de Castro de Uiraueto
fecerant et littoras, quas mittebant regi Maioricaruin ... et litteram, quo
Jacobua de Oarrigana nobla miait. Vieiun est nobia hec omnis ex magiBteri«
^la esae ipaaque omnia anspecta tenemua. Befieblt: qaatenna fratrtin
Jacobnm de Garrigans captnm et bene custodjtam aob compedibaa hntii
feneatia in Bacreto laco coatri Dertuae, ne inde vadat et ne cum iJiqna lo-
qui poBMt. 1308 September 15. f. 131.
In derselben Sache heifit es f. 145: Ad contenta in littera, quam ...
fr. [JacDbna] nobia direxit, non curavimua reapondendum, aet inbemiis, vt
ipse frater captas exiatat anb compedibaa ferreis. ') Valencia 130S Sep'
tember 30.
Legatio commissa Bernardo da Libiauo mititi ad fratrea In Hiraoel«
exiBtentes. Darooa 1308 Oktober 23. f. 162. ')
An R. de Guardia usw. Sah die fratrea, die eu ihm geschickt wmm.
Sendet Bernardna de Libiono. 1308 November 16. f. 171 v.
No9 Jacobus etc. Tenore preeentis carte noatre promitiniaa et CV'
cedimua fratribas Templariis, qui sunt in Castro de Hiraneto et de Aarboiie,
Ulis videlicet, quoram opera aeu facto caatra predieta Tel alternm eonnn
ad manos et posee nostnim pervenerit, qnod, ai ex eo roptati f&erint alt
in aliqno Impetiti per magistrum ordlnis milicie Tempil, nos cnrablmn» com
efectn, quod dominua papa ipaoa fratrea a reptamento aeu Impeticiow dlcb
niaglatri absolvet et pro absolutis habebit, nbi etiam orde Templamron
rocupeiaret primnm statum . , . 1308 Dezember 17. f. 172.
') Tataftchlich sollen 2 clientes intrare volentes saspendi in loco, *
quo videri posaunt per illos, qai in caatro exiatunt. 1308 Juni 6. f. 115-
') Vgl über die von Barcelona und Lerida verlangte HDlfe ¥i^
S. 351.
') Vgl. Ober den unglflcklichen FlDchtling seine Briefe welter nitH'
*) Gedruckt Vlllanueva, Viaje literario V, 202.
izecDy Google
Nr. 58. Vom Febr. bis Hitte Nov. 1308. 87
Alle scutiferi st vasaain von Hiravet werden von »ller Strafe befreit,
r. 173. (Selbes DstBio.)
Capitnla der Üitergabe vua Hiraret. 1808 November 16.') Darin:
Pregsra lo aenyor papa et fara son poder, quele sia favorable e que la in-
quisicio sia feta benigoament et tniaericordiosament ... f. 174. .
Die BelageniDg von Miravat und Ascho kostete an Sold VUT mil.
sol. CRD. Nr. 1S646.
Aue den Briefen gebe ich einige Stellen Über die Uelagerung. Nach
einem Brief vom 3. Mai verlangt der Vicariua von Torlos«; quod mitterem
sibi cadrellos, qaaotos habere possem, qnia cotidie fiunt „mescles' intar
familiain costodie oastri Mirmaeti et familiain eiuidem castri, pro eo, qnia
familta castri non cessat iacere lapidea et mitere csdrelloa et etiam ignem
in villam Hiranett, sie qaod in qaadam parte einadem ville, qae dicitur
Blora, ^gemnt tact« aliqaarum domnum pra mnltitudine lapidom emisso-
mm ab .manderos* . . .
Bfniart fes Pujades, vegner de Tortoaa, et de la ribera Debre be-
richtet an Jayme II. am 23. Hai : Fas sabec, aenyor, qae ans qiie en P. de
Qneralt fos a Miravet, frare R. (pagoardia eis frares del Temple, que ali
soD. avien combatuda la villa de Miravet ab U brigotes, que an feytea
el casteyl et ab inandrous et ab canterea, qiis gitaven en la villa et donaven
gran dan a la villa Dablora, qui eata fort a sola man del castefl, en la
qonl jo fas tot mon poder en aquela a tenir, rar ei aquela perdiem, eis
Bvrien Isygua Dobre. Et aqueat combatiment dura X dies et deffeasem noa
ea fort be et tenim la dita villa Dablora poderoeament. Et com F. de
Qneralt ona a Mon^, oguem treva, tro eyl fos tornat a Miravet, en aqaesta
manera gnardan de na entrar nuyl hom ni eiir del costeyl et qne nengun
refresdiament no pogaessen aver.
O. de Cereto schreibt am 2. Juni an den KOnig : Veatra regalia do-
minitio providit relacione Bemardi de Fonollario, quod nltra clientes exer-
citanm, qui ad obsidionem caetri Miraueti venturi ernnt, essent centum
ballistarii de Dertnaa et etiam aliqui homioes generosi in obsidione castri
predicti. Significo, qaod de olientiboa dictomm eiercituum nonduro preter
centum homines advenerunt ad obsidionem. Vicarius Dertuee tenet in obsi-
dione caalri ad soldnm ultra centum sexaginta bomines armorum, dando
cMitom ballieteriis soldam, quod nunc eis datur, videlicet viginti faabentibns
ea;rsfoe et SVIIl non babentibus cnfra^os. Omnes reditus tocius baiulie
Uiraaeti non snfficiunt nllo modo Et hoc idem dico de redditibus Aaconia.
In obsidione eins loci sunt decem b&llistarii cnm cnyrafos ultra triginta
clieBtes. Templarioa 16.
') Gedr. Villanneva, V, 204. Das Datum bedeutet die Übergabe der
Kapitel durch den KQnig an den Unterhändler. Die Übrigen Punkte be-
treSen Freiheit der mithKmpfenden Vasallen und Freunde; Unterhalt und
Aufenthaltsort; Hitnahme ihrer Kleidung und Wallen; Untersarhung in
Araganiea; Übergabe binnen 4 Tagen.
oy Google
88 Briete, Reden und GuUphtea.
ü9. Fral«r RiÜDinnd, Btsehof von VKlencIa, na iajme II. : Em|)llu;
des neulich (de novo) dem KSni^ gresandten pXpfitiiehen SefarelbMs,
das die Anfrrelfer des KOnig« nnd Verteidiger der Templer mI
dem KeKenwHrtli^D ProrlnElalkoiitil iht Rahe brtn^n werde.
Tarrsg:»!!« (1307) S Febmar 1.
Noveril regia celsitudo nos veslras litteras recepisse, in
qiiibus inter alia vidimus contineri, quod dotniims papa retjui-
sivit, rogavil et ortatus est de novo per litteras aposlolicas
attente excellenciam regiam, ut procedat contra Templarios et
eorum bona. Et tarn per dictas vestras litteras quam per
litteras Bemardi de Auersone, qualiter requisiti estis et qualiter
etjam procedere intenditts, informati sumus ad plenum. Pre-
terea sciatis, quod, quia ante dictam requii^icioneni domini
pape et sine eins precepto contra eos processeratis, fuit magna
bricca nunc in concilio quibusdam militibus et sapientibus
comparentibus pro eis in diclo concilio et proponentibus qaas-
daiii raciones, que de cetero habebunt cessare, ut credimus el
tenemus. Quicquid autem factum est el fiel in ipso concilio, quid
explicandum fuerit magnificencie regle, in brevi dante domloo
vobis expiicabimus oraculo vive vocis . . . Dat. TerrachoDe ka-
lendis Februarii anno domini niillesimo CCC septimo,
Barcelonn. Archiv, CRD. Nr. 28^7. Or. l'tip. ßsp. Das Scbn-ibn
dea Papstes kann nnr daa erste seio. Vgl. Nr. 53. Zugleich folge hier cw
ua 3. M&rz 1308 von Jnyme II. ad den Erzbischof von Tairagona geriehldUä
Schreiben (Reg. 291 t 114):
Reverendo in Christo patri Roderico Terrachonensi archiepiaeopo etc.
Volentes adversus cogitaciones et verba quorundam contra dos, ut aodivipiu).
ohioquencium Taoioae spoBtolici reacripti, quod a domino aummo pontifiM
Buper negocio Tempi arioruni recepinius, vestram liquide conacienciuii infor-
mare traneiHtum ind« sumi iuesimas publica tnana clausuni, quod vobis ml'
tiinus per presentiura partitorem et ut ex nunc rei veritaa vobis cl«rin»
clareat et ut etiam vestra possit patemitas in contrarinm obloquentibns eer-
cius respondere. Dat. Valentie V. nonas Marcii anno domiot MCCC septimo
Die Antwort des Erzbischofo vom 9. März lautet: Regie nitfestatu
litteras dos ooveritis recepisse. In qaibus conscienciam nostram liquid« in-
formatis super negotio Templariorum adversns cogitaciones et verba H""-
mndam obloqiiencium contra magniücenciam vestram racione apoatolici le-
scripti, cuius copiam nobis in forma publica destinastis (juod multam
acceptabile nobis fnit et est, cum de contentis in reacripto damini nosCn
sDmmi pontiGcis nobis extitit facta fides, ut ex nunc rei veritaa pobia clariiu
clareat et nt etiam nos posaimus in contrarium obloquentibns cerctns R-
spondere. Dat. Terracone VII. idus Marcii, Templarios Nr. 25.
izecy Google
Nr. 59. (1307) 8 Kebmw 1. Nr. fiO, (1307) 8 Febmnr 5. 89
60. Iwitraktlftn Nr den Pnfcvnitor Jm^meg II. an der Knrle lu der
TemplersHche: Erknndlgnnf^ betr. Terhalteir des franxOfilNchen
KVnlm und der andern FUntten. Glelcbstellunfr mit Philipp
d. Seh. Der K9n\g wird die rberlleferuDK der Templerbni^n
«n eisen plp«rtllehen BevolltnSebtl^n, an BlKchwe ttelnex Lan-
def, eine* bestehenden »der neuen Orden, oder an die Templer
nelbHt f^r nicbt oder nur tellirelNe )reNtatten. Anerbieten, zirel
>'ep«ten oder Verwandte de« Pi^teH lu seinem Lande zn be-
irUteni. <]30;> 8 Februar ä.
. . . Saber secretanient, . . . en qual entencio es lo rey de
F'ranva o eis altres princeps de la terra e dels castülls dels
Templers.
Si la terra roinan al rey de Frain-a o per dret o per
gracia, . . . al roy Darago romanga la sua, car no deu esser
daltra condicio.
La onteneio del senyor rey es aquesta, que eil per nuyla
re no sofferria, quels castells iii la terra, quels Templers han
en son regne, fos assignada a neguna siiigular persona, maior-
ment que e) papa enteses, qua Tos tenguda en feu per la es-
gleya de Roma o per allra esgleya.
Encara mes no soßerria, que fos assignada a archabisbe
ni a bisbes ni a altres clerigues, per ^:o cor en les guerres,
que eil lia asscnyaladament contre los enemichs de la fe, eil
se pot mils aiudar e ses aiudat dels cavallers e dels altres
frares de Temple, que no poria dels bisbes.
Encara nies noli plaura, que fos asjgnada a allre ordre
antic, per ^o gor los antecessors del senyor rey, qui dolaren
lo Temple e Lospital eis altres ordens de cavalleria en sa terra,
CO que partiren entre molts, no volgren tot dar . . .
Encara mes noli plauria, que a altre ordre noveyl, esta-
blit en loc daquell, fossen assignades les for^res.
Encara nies, sil senyor papa reeonciliava los dits frares,
perdonan los e volen , que romanguessen en lur estament
primer, non sofferria el senyor rey, que cobrassen ^-o que
aver solien; e maiorment no sofferria, que cobrassen les for^es,
e assenyaladament aquelles, que son en frontera o pres de mar.
Encara mes, si el papa dehia, que tot lordre non era
en colpa e punits los colpables volia, que les altres romasessen
en lur estament, plauria al senyor rey, que cobrassen les terres
izecDy Google
90 Briefe, Reden und Gutaehton.
planes, mas no les foi^es, maiotmeat aquellcs, que soo eo
frontera o pres de mar.
. . . Parle al senyor papa, ea quina manera lo senyor
rey Darago, entenent a placr a eil en totes coses, vol e li
plau de eretar I o II de sos nebots o de sos parents en la
sua terra . . .
BiirceloDa, Archir, Reg. 3S4 f. 138. Aus einem l&ngem HemDiisi.
61. GanfHfhis de Abluidls, laqoMtor In CftreassoHiie, u KSaIr
inyme IL: Sendung der aragoneslBchen Dominikaner u Ihi
nnd die utderen franzSsluhen Inquisitoren. Er knnn die gc-
iTÜBschte Aoskanft nnd ProzeBkoplen nleht geben, da er steh
nldit mit dem TemplerprozeB belafit hat; hat aber dea Ab-
gesandten einige Punkte mitgeteilt, Yreshaib der bwuMstbe
TeraplerproseB angefoehten nlrd. Poltieis (1808) Februr 1ä.
Fraler Gaufridus de Ablusiis ordinis fratrum Predicatonim
Inquisitor heretice pravitatis in regno Francie et specialiter in
partibus Carcassone a sede apostolica deputatus . . . Zelus fida
Christiane excellenciam niaiestatis vestre r^alis induxit, ut
iniuriam Ihesu Christi, pro humano dudum genere cnidfigi",
contra cruciferos crucilisum eundem suis perversis actibus et
nephandis cnicifigenles iterum vindicaret, eosdem ad requisi-
cionem fratris lohannis inquisitoris super crimine memorato in
regnis et ten-is vestris auctoritate sedis aposlolice deputati Tem-
plarios cruciferos capiendo, demum pro commissis in perfidia
detestande sue heresis punitura, cum ipsorum heresis maiestaü
vestre vel ipsi inquisitori cognita fuerit et detecta. Circa cuius
detectionem ipse inquisitor proponit procedere, sicul nostri
inquisitores in regno Francie processerant. Ad cuius informa-
cionem habendam ad me et alios inquisitores Francie karissi-
mos fratres Bernardum et Symoneni, exhibitores presenciuni,
celsitudo regia deslinavit. Verum cum rae et inquisicioniä
negocium hereticales de Carcassesio et Albigesio in Romana
curia diu f> tenuerinl et adhuc detineant impeditura, dominacioni
vestre presentibus manifeste, me in Dullo circa Templariorum
negocium processise, unde nee copiam processuum inquisiton
a Doch wohl crooifixi zu setien, b Hier folgt wieder lllw
flüssig me.
izecy Google
Nr. 61. (1308) Febraai- 17. Nr. 62. (1808) Febrokr 17. 91
possum mittere, cum nullos fecertm super n^ocio preübato.
Fratribus tarnen prefatb aliqua reseravi, ex quibus nonnulli
conanlur Processus habitos impugnare, ut eadem valeal inqui-
sitor in suis processibus declinare. Geteruni suppono, quod
illustrissimus princeps dominus meus, dominus rex Francie, qui
zelo fidei orthodoxe succensus oniDes huiusinodi cruciferos sui
regoi carceri mancipavit, talia vero c vobis destinaveril vel
destinet, que suFßcienter inquisitorem poterunt infomiare . . .
Datum Pictauis XllII. kalendas Marcii.
Dictos autem fratres ß. et S. non fuit utile diucius deti-
neri, cum nichil aliud potuissent morando amplius reportare
et dilacionem negocium non requirat. Et credo, quod regalis
providencia corum diligenciam et festinum redilum approbabit.
Barcetoaa, Arobiv, CKD. Nr. 2838. Or. Psp. Ssp. Über den Inquiu-
tor Ueoffroi d'Ablie und seine Tätigkeit vgl. Hiet. Litt. XXX, 416-421.
Von einer beaotidoreit TfttigkeiL duaselben im Tempterprozeß, wie in neucror
Zeit von verschied etieu Seiten behauptet worden ist, knnn also keioe Hede sein.
62. Fiater Petras de Biefieaas an Kitnli: Jajme IL: Empbn^ des
kBnif liehen Schreibens, dem DomlnikMier BemtirdnB de Boxadoe
beiUgllch des flranzdslgehen TempIerprozesECB AufklSrans zn
^ben. Dem Ordensgeneral nnd dem Kxnien Orden schien es
aber ;nt, far kein Wort darUber zu rerlieren iregen der dem
Orden drohenden Gehhr. Poltiers (1308) Febnmr 17.
Recepi literas, quod " fratri Bernardo de Boxados niisso a
fratre lohanne de Logerio in vestris regnis inquisitore heretiee
pravitatis, ut de Bomana curia informationem plenani super
crimine, de quo Templarii increpantur, reportaret, mandantes,
ut eidem fratri Bernardo prestarem consilium, auxilium et
iuvamen. Et seiatis, serenissime domine, quod statim habito
coosilio cum inquisitore, cui literam similem mitebalis, et cum
alUs fratribus sapientibus et procuratore ordinis et niagistro
Visum est omnibus, quod non erat verbum de ista materia
faciendum, propter quod[d]am periculum, quod poterat ordini
inminere; et debebat predictus Trater Bemardus reverti ad
inquisitorem cum informatione, quam Tholose babuit et etiam
c So Or. a So Or. Der Satz ist falsch aber verständlich kon-
izecy Google
92 Briefe, Beden und QnUcht«D.
Carcassone, quia non posset hinc reportare aliam pleniorem . . .
Dat. Pictauis XIIII. kalendas Marcü.
B&rcolDDH, Archiv, CRD. Nr. 2tJ39. Or. Pap. Ssp. Über di« B«dra-
tnng dieses Schreibens vgl. Darstellung
6S. KVdI; Jayme 11. an Pblltpp d. Sfh.: Sendanr des Domlilkum
FasctaasluB TOii Toaloiue, um AnrklSrnn^ ttber den TemplN^
prozeß zu erlangen. Xstiv« (1307) 8 Febroar 18.
Excellenti et magnifico principi Philippo Dei graciä
Francie regi illustrj karissimo consanguineo nostro lacobus
eadem gralia rex Aragonuin . . . Certißcari a vobis super
Templarioruin negocio affectantes magnificencie vestre religiosum
fr. Paschasium Tholosanum de ordme Predicatorum exhibitOTem
presencium de intencione nostra super hoc plenarie transmitli-
inus informatum. Placeat igitur serenitati r^e dicti fratris
Paschasii relatJbus super isto fidem credulam adhibcre ac
euiideni ad presenciaiii nosttam remittere quam cicius utiliter
expedituin. Dat. Xative XIII. kalendas Marcii anno domini
MCCCVII.
Barcelona, Arcbiv, Reg. 2!)1. f. 113 v. Es fnigt der shIvus conductus
pro fnitre Paschasio. loh schließe hier noch ein Schreiben des Inquisitors
von Toulouse an; lllustri domiao ac magnificD principi Jacobo Dei pncu
regi Aragonum frator Ber. de ardine Predicatorum Inquisitor Thalosums
post regnum presentis seculi regnum celi. Vestras recepi litterss k^W
Tholoee die lune post feetum panficacionis beate Marie Virginia ') pw fn-
ttetn Bcmardum de Bosadoa viaumqne fnit tnichi consulcios atqne bonnm,
ut ipse inde ultra procederet usque Pictaui[u]m, ubi cercior fieret de hits. qse
cauaa et ratio sui itineris exposcebat. Factnmque est ita, sicut ipse referre
poterit vive vocis oraculo vestre regio magestati. Ego quoque resnip^
fratri lohanni inqnisitori per enndem inzta vestr»ruin continenciaci littin-
tnm, quod viBum est rescribendum. Modicum id, quod sum, spontanenm et
devotum me offero regiis vestris beneplacitis et mandatia. Bex regom vm
oustodiat in regnu suo, Dominua Ihesus Christus. Datum Tholose di« lune
in camiprivio ". CRD. Nr. 2859 (Or. Pap. Ssp.).
Kl. (Amald von Vlllanora) an den König Ja;me II. tob Aragoal«:
Sendet Abitelirin eines Briefes au Clemens Y-, worin er Hk Sd-
') Am b. Februar ISOä.
izecy Google
Kr. 63. (1307) 8 Febnisr 18. tJr, 64. (1308 vor Febroar 19.) ÖS
nendlgkelt raerglxeher AnBrottung der Tom Vtgt Abneiehen-
den Iwtoit, anderfroelt« aber anch daraaf hiaireint, daß der,
der HO den Fel^nbaun follen Behe,'irenn er an der Spitze
stehe, Ihnllehes befürehten mflwe. (1.%M vor Febrnar 19.)
Transumptum litere directe ad summum pontificem posl
responsiones ad regfm Francie.
Scio, quod Christi vicario convenit principaliter, ut in zelo
Moysi et Finees tarn vi(i;i!anter quam constanter exterminet,
quicquid in populo christiano palam repugnat ewangeiice veri-
tati. Nam proprium ipsius oficium est: stare') super speculam
domiui et perspicaciter intucri, quid in stattbus aut quibus-
cunque collegiis et illornni precipue, qui ductores sunt aüorum,
vexillo religionis aut prelationis auctoritate seu verbo preconii
vei doctrine, discedit a Iraniite salvatoris, cuius efigiein vicarius
ätio ministerio debet seinper eiiprimere certosque labssus rnaxiine
notorios cum tanto fervore con-igerc, quod universsi congnoscant
eum non solutn fore ciistodem auctoritate set amatorem inte-
meratum apostolice sanctitatis, circa quod, si negligens fuerit,
indubitanter est ficulnea -) slerilis et radicitus abscindetur.
Que vero pependerint in eadem. non solum deicientur ad terram
set, quemadmodum malodicta Heus a domino aruit, in mo-
mento sie admirantibus populis et Deuni laudantibus velut
sotnpnium evanescent. Kt qui videt suo tempore sterilem
fkutneam lam abseindi et sublimen (?) de culmine ruere, pro
certo est dementatus, si, cum in apice steterit, ex causis simi-
libus ruere non Corniidat. Si tarnen uti voluerit prudencia,
quam exeniplo docuit magister tidettum, quando suos tidcles
interrogans aijt primo: Quem ™) me dicunt esse lioniines? deinde
secundo: Vos autem, quem me esse dicitis? caute scrutabitur
cum devotis. quorum sincoritatem adulacio non corrumpit,
quäle sit commune iudiciuni, qualis etiam comniuniter iiiotus
sit animorum tam erga ficulneam quam erga pendencia in
eadem, taliter quod, nisi lippus exliterit, prospiciet absqtie mibe,
quid expedit utrorunique saluti. Simulque intelii^iet verhum
gerne Schrift: De ndventa Antichristi.
•) Lnkae, 13. 7.
") HArkna, 8. 27.
izecy Google
94 Briefe, Reden und GaUchten.
Spiritus exortantis, cum dicit ') : Qui habet aures audiendi, aa-
diat! Congnoscct insuper, quod facit mulierem castis^mam
de scorto fallaci et impudicissimo. Procul dubio divine laudi
celebre tribuit incrementum, et si de medio populorum mures
ac lupi et colubri et scinifes et scrabones pellantur in sempi-
ternum, perpetue consolationis g^audium in vivenlibus (i:eneFatur.
Que scribcre co^or idcirco, quia negligentem et ea sper-
nentcm, qui habitat in celis, irridebit velociter et dominus
subsannabit eum repentino iiidicio. Quapropter profundis opto
suspiriis, ut ille, qui dixit^), se nichil aliud tcIIo scire, nia
Ihesum Nazarenum et hunc cnicifixum, iterum alloquiitur
mortales et suam scienciam imprimat universis.
Barcelona. Archiv, Templarioa 56. Langer StretfeD Pap. mit Siegel
AIbo Original, d. h. besiegelt« Abschrift des an den Papat gesandten Stflcfce».
Bflckaeite : illnetri domino regi AragoDum. Von derselben Hand wie das
uaclifolgende StQck. Vgl. die Anm. Es ist kurz vor diesem gescbrieben
nod deutet aicher auf die Templer hin, wie auch schon der Hinweis anf deo
Brief an den französischen KOnig bekondet. Den Hinweis anf den Eifer
des Moses und Phinoes gebraucht in der Templerssche auch Pietra Duboii.
6&. (Anuüd Ton TllUuova) an KSnig Jafme U.:
Briefes. Einen iihnllehen habe Ihm Philipp d. Seh. ^esaadt
Er habe erwidert, daü, wenn das Templererel^ls anefa staun-
erregend sei, noch stannenerregender die Gesantlag« der Cfa^
stenheit seL Dort geheime Apoetasle, hier VbatUehe, btm-
Aen bei den F(lr8t«n, die riel verabsebewugvwlrdlfer sd nd
schwerer gestraft würde. Den S«ptenber Torigea Jahns hakt
Gott znm Beginn der Referm seines Volkes bestlmnit ; alt dm
tlelueren habe er begonnen, bald folgen die greSerm Aptstaka.
Bei das Gewitter beim Sturz der Templer groß gewesea, W
werde das kommende unTergieiehtieh grtfDer werden. Die Vir*
achter seiner Auffassung würden beetrafl. Etrzlleh habe ff
dem Papst ein seharfes Schreiben gesebickt. Marseille (UtC)
Febmar 1».
Domino suo karissimo servus inutilis tani creatori quam
croaturis manuum oscula cum salute. Quia consanguineus
vester, illustris rex Francie, nuper scripssit michi stilo amiüi
'} Mattb. 11, 15 u
') I Kor. 2, 2.
izecDy Google
Kr. 6&. (1808) li'elbniar l6. Ö&
quo scripsistis >), rescribo vobis similiter et multo apertius.
Scpipssi enim, quod, licet id, quod emersserat apud eum, vi-
deretur ei valde stupendum, tarnen si Teilet recto et pleno
iuditio contemplari cristlanonim " statum universalem, incom-
parabiliter senssibus eius occurreret maior Stupor, precipue si
titulum christianitatis veUet ad sunm'' ori^nem retorquere;
videltcet Ihesum Christum. Nam si velit attente meditari, quid
ipse docuit verbo, quid et monstravit exemplo, qualia quoque
beneftcla et quanta fuerit operatus ad imprimendant veritatem
doctrine sue, congnoscet indubitanter, quod christiani per sin-_
gulos Status palam vita et moribus et afectibus Christum abne-
(rarunt, cum per vias ei contrarias in conspectu cunctorum
incedant, delicias et divicias et honores istius mundi cum
altitudine cordis et ferrore querentes et amplectentes non minus
quam barbari vel pagani. Et in omni platea et statu cande-
labram huiusmodi perverssitatis est positum, ita quod in toto
corpore christiani collegii a planta pedis usque ad verticem
non solum vivit, set regnat et imperat talis apostasia. Ut
autem de ceteris levius iudicetur, placeat de regibus contem-
plari, si que[ru]nt ea, vel promovent, que sunt Christi, scilicet
ut ad honorem eius et sue religionis promocionem studeant
populum eis snbditum exemplo edificare, sie scilicet, ut a sc
et suis domesticis omnem superfluitateni abscindant, et, quic-
quid vanitati soluni deservit, abiciant, si Itberos suos faciunt
informari ad Christi vestigia querenda et amp[lec]tenda ut' ad
humilitatem et contemptum omnis elationis mundanc, si zelo
iusticie contra persequtores et oppressores pauperum et debi-
lium excaadescunt, ita quod illis inimicari specialiter se osten-
dant et quod propriis sumptibus et lalmribus miserabilium
perssonarum iniurias propulssare non tardent, si vicinis et
peregrinis et cunctis ingredienlibus et egredicntibus servant
fidem catholice fratemitalis, ut indempnes in perssonis et rebus
et iuribus eos servent? Nain si reges fecerint hiis contraria,
certum est, quod illa non agunt ut christiani sed ut de facto
a So Or, b Or. raam.
') Du Schretboi Jafmes vgl. obes Nr. 56. Leider ist daa ähnliche
SchrriboD Philipps d. 9ch. wohl verloreo.
izecy Google
dS Briefe, tteden nnd Outochten.
negantes Christum et eius relii^onein. Que abnegatio cum sit
publica vel notoria, procul dubio magis est aboiiiinabilis in se
ipsa, quam ea, que fit occulte, nee est miniis stupenda quam
illa, nisi pro eo, quia magis est assueta communi noticie.
Supradicte vero apostasie christianonim notorie tanto sunt
magis abominabiles, quanto maiorem biasfemiam et illusionem
construunt adversus filium vii^inis, quoniam, qui predictrs
m'odis abnegant veritatem et sanctitatem sue religionis, eficatiii^
movent inlideles ad blasfemandum eum et ad respuendum.
quecunque de ipso dicuntur et predicantur, racionabililer ar-
guentes vel argumentantes, quod, s'i talis et taiilus esset Ibesus
Nazarenus, qualem predicant christiani, non Tacerent univpr-
saliter el palam, quecunque illi contrariantur. Ymo de facto
predicant chrisliani, quod ipse, qui docuit omnia terreoa de-
spicere, fuerit meiidax vel indiseretus aut Tatuus. lliudunt vero
turpiter, quia missas audiunt et sermones et in festis mulli-
plicant sonitiis campanarum et rasiones capitis et barbanim
■et induunt splendida vestimenta, set quicquid missis et senno-
nibus et sollemnitatibus festorum in moribus et afectibus ^1
contrarium, cotidianis operibus publice solleuinizant. Que btas-
femia necnon illusio semper eist in superioribus magis pestifem,
quia trahitf ad corrupeioneni multipliciter subditos, inter quos
ydiotas vel ignaros ad Infidelitatem propellit. Sicut legitur de
quodani principe publice adultero, qui cottdie missas audiebat
sollenines et crebro confitebatur, quod plebs communiter asse-
rebat adulterium non esse peccatuni mortale, cum eonim priii-
ceps, qui sepe confitebatur et magnuä eclesiasticus erat, non
cessaret publice fornicari. Similiter in alüs [subditijs est
cxemplnm superioruni nimis pestiferum. Cum igitur abnegacio
Christi, que fit oculte, constituat minorem eius blasfemiam et
minorem universsitatis corrupcionem, conskt, quod minus est
dampnabilis apud Deum ; set quia minus nota vel asueta, aaps
niirabilis el stupenda.
De tempore vero isto interrogatus, quid forte sentirem,
respondi, quod in Septembri proximo preterito cepit illuct
tempus, in quo Dens disposuit propter sue bonitatjs abissum
I' trahiit Or.
izecDy Google
Nr. 65. (1308) Pebronr Ifl. Sl
et lacrimas quarundatn personaram adherencium ei reformare
veritateni ewangelicam in populo denominato ab ipso. Set
quia veritas reformari non posset, »isi extirparetur mendaciuni,
propler lioc inciperet a deieccione illius et post a manifestatione
oculti, ut hiis, qui manifeste contempnunt eum, sit simul ad
terrorem et ad monicionem festine correctionis, cum experian-
tur eius potenciani facere iudicia repentina [de] latenti apostasia,
deinde ponet nianum in Üliisoribus manifestis, ita quod quanto
solimiores r tanto depressius incurvabunt. Et sie in omni statu
deiciet falssarios ewangelice veritatis, ad cuius custodiam et
promoctonem constituet homines despectissimos et quasi nior-
tuos huic »^ seculo. Per quos tanta et talia faciet, quod nullo
modo possent credere huius seculi amatores et vix et qni
diligunt veritatem. Nee amodo cessabit Deus e vicino facere
magna, quousque veritas documentorum et exemplorum Christi
luceat generaliler in populo christiano, sie scilicet, quod, si
magnum fuit tonitruum, quod audivistis in percussionc Tem-
plarionim, maius iocomparabiliter audietur in proximo. Deinde
multa alia vatde magna. Nee miremini, si a multis contcmp-
nitur id, quod denuncio, quia denunciacio est divine veritatis.
Non fiunt nisi propter electos, qui respectu alionim sunt valdc
paud. Set si recolitis, narravi quandoque vobis, quod sedi
apostolicc dixeram : me scire indubitaulcr, quod omnes illi,
qui denunciacionibus per me factis hactenus direete se oppo-
nerent, temporaliter a Deo confunderentur; et si perseverarent,
et etemaliter. Et iara festinanter accedit tempus, in quo {?)
illi, qui spernunt eas tamquam fantasticas «, connoscent se vere
fuisse fantasticos/ ... Et non sunt multi dies, misl domino
pape sagitas acerbissime perforantes cor eius '), st tarnen habeat
sensstim, ut cupio, quia si non habuit, renovabitur et auge-
bitur micbi dolor. Vos autem celestis agnus eustodiat et in
c Statt BnblimiMres ? <l linyc Or, e fastanticas Ot.
f Eid Wort fehlt.
') Wahrscheinlich das voranfgehende ächreib«ii, dna er dem KSnige
mitsandte.
Fink«, PapattDiD and [TntaTganE >le> TempUrorJsn». tl. 7
izecy Google
98 Briefe, Redeo und Gatachtan.
corde vestro fervere faciat sue passionis memoriam et splend«^
in opei{ibus et] exemplis. Dat. MassJlie XII. kalendas Marcii.
Adresse: Illustri doinino regi Aragonum.
BBri;elona, Archiv, aepenit. Or. Pap, Langer schmaler Streifen.
Siegelspuren. Der eigentümliche Stil und der sonderbare Inhalt — des
man einem Philipp dem Schönen ^egenOber eher als bittere Irool«
denten künnte ~ weisen anf Amttld von Villanova bin. Dieeslbeo Ideen
erscheinen in seinen andern, z. T. von mir in den) Buche: Ans den Tagen
BoniTaz' Vlll. verütTeDtlirhten Schriften. Zudem wiaaen wir, daßihni Jafmell,
HitteiluDg gemacht hat. In Marseille wohnte er viel. Die gleich erkenn-
bare Schrift, mit dem charakteristischen langen kleinen i, «eist eine kkine
Anzahl von Ortginalbricfen {auch der vorhergehende) auf, die Ich apltrr
veröffentlichen werde; sie alle deuten auf Arnald liin fch möchte di«
Schrift fOr seine Handschrift halten.
66. AragONMlBclie ProTlnEiatkonzllieii <in Tarragonn) in der Templer-
angelegenbelt. (1308-^-1312.)
I. Das erste Konzil 1308 b'ebruar ist schon oben erwähnt (Nr. 59,.
fn Reg 291 und in den CRD. ünden sich nur folgende Angaben Dber vier
spatere Konsilien, obwohl es in Tleg. 235 f. 46 in einer Gesandtschaft vom
•lahre 1311 an ClemeDS V, heißt iu Bezug auf die Abgaben der Ijischüf«:
Item habnernnt satisfacere de mandato eiusdem domini s. pontifieis
inquiaitoribus contra Tempisrios ad provintiam destinatis per seidocini
menaes et ultra dando octo Horenos pro qualibet die . . . Et pro negocio
Templariorum bis et pro snbsidio nntedicto semel in anno habnerust pro-
vinciale consilium celebrare non sine maKimo honere expenaarum.
II. Jacobus . . . ') custodientihns in locis dominacioni nosb'e snbtertis
ft'atres ordinis milicie Templi salutem etc. Significamus vobis venerabilf
consilium, qnod fiiit in civitate Tarrachouensi proxime celebratum, Dobis
noviter rogando ecripsisse, ut, quia, licet inquiaicio super hiis, que impo-
nnntur dictis fratribus, facta fuerit de mandato domini pape, hoc tamt».
quod eis imponitur, an eit verum vei non, nondum est per aenteDciain de-
claratum, propter quod non est eis tahs capcio facienda, ob qaam poK^
eis mortis vel infirmitatis periculum imminere, deberemus fratree predidoä
a compedibus sive ferris, quibus de mandato nostro custodiuntur, he«*
libcrari, dum tamen alias possint tute absque fuge pericnlo cnstodiri . ■ -
Befiehlt, so zu verfahren und zuvor sie zu vereidigen. Barcelona ISIC
Oktober 20. f. 284 «.
III. Erzbischof Guilelmus von Tarragona an Jayme 11.; CelsitadiiiB
vestre litteris inter cetera continentibus. ut vobis significaremus dieai, tpt
snfficeret Templarios esse Terracone, cum diligencia intelfectis, ad ipsanrm
contenta ducimna respondendum, uos deliberacione auper ipsis plenarie bi-
') Nicht ganz korrekt gedruckt Pmtz S. 352.
DigmzecDy Google
Nr. 68, (1308— 1S12.) 99
Iniiwe, qaod a die date presentis littere &d quindecim dies sd longina Tem-
pUrti sint TerracoDe, cum ultra non pouet absque magnia periculis, dampnis
et samptibus tocine concilii prorogari. Quare veatre regle niagestati diem
predictam ducimns intimandam. rogantee maf^ifioentiani regiam, ut ipsa di«
dicti Templarii sint infsllibiliter Terratvone. Uli vero debiles et inljrmi, qni
venire non poBsent sine magno cnrparia periculo, non mittaotQr. Dat.
Tcrrvcone pridie kalpndss Marcii aano domini MCCC decimo. CKD.
Nr. 3831. Die Anfrage dee KSnigH iat vom 18. Febrnar (1310) 11. Reg.
291 f. 293 T. Weiaang an alle Kuetoden der Templer, sie innerhalb der
Frist zu senden (1310) 11 Mttrz ö. f. 293. ')
IV. Jaynie 11. an 6. . . . Terrachonenei archiepiacopo necnon episcopie
peterisqne prelatis congregandia npud Terrachonam pro concilto inibi rele-
brande salntem etc. Saper expedicione et decisione negocü inquisicionia
Templarioram terre nostre apud vos iam alias ad instanciam magietri et
atloram fratram Templnriarnin predictomra maminimus precibus institiase.
Nddc vero intellexinma, qood, licet in concilio per vos apud dictam civita-
t«ni Terrachone novissime celebrato inquiBicio facta contra dictos Templa-
rios fuerit recognita «t eciam pnblicata : attamen ipeius inquieicionia nego-
cium in dicto concilio decisiunem aliquam non anscepit, set in celebracione
alterimi concilii per vos in proximo celebrandi extitit reservata. Cum nute m
dicti magister et fratres a Qobia aupplicando ioatanter pecierint. ut super hoc
vobis scribere dignaremur; ideo patemitatem veatram idcirco rogamus
attente, quatenas, in qtmntum insticie tramites auadeant, saper decidendo
saprodicto negocio seciindum formsm et potestatem a aede apoatolica vobis
traditnm operani, quam poteritia, impendatis, ut in dicto celebrando concilio
per TOS fine debito dccidatar. Dat. Morelle III. nonas Hau a. d. mill.
CCC undecimo. f. 297 v.
V. JaTme tl. im Berirandns de Valle : . . . Quillelmus Terrae hoDenais
archi«ptae«pu9 a nohis noviter postnlavit, ut faciamas addoci seu venire ad
locam de Monte albo vel de Barberano aingalarea peraonas, que fuerunt de
ordine Diilicie Templi quondain, quaram personarum preaencia est in pro-
vincisli concilio, quod in instaati feato beati Luche in Terrachona celebra-
bitar, neceasaria. Propter qaod scribimus per litteras nostros personia sub-
acriptis teneutibns snb custodia dictas personas. ecilicet nobili Petro Üui-
lelmi de CaatUione'], necnon .lacobo de Turricella"), Uernardo de ?{«lluncje*),
Stephono de Roda "), Mascharoeio Garidelli '), Petro de Cardona '), Btmardo
■} Diese Weisung erwähnt Protz S. »53.
*) Nach früherer Angabe in Saragossa.
") In Aschone.
*) Bainlns generalis regoi Valencie.
*) BaiiÜDS gen. r. Arsgonie.
*) Nach frtthem Angaben in Tortosa.
') Tn Qranyena.
., .„Google
100 Briefs, Reden nnd Gutachten.
de Solerio '), P. de Spallargiia '), Petro de Martorello '), G, de SoUais'l
et Dominico Vioea ') nt omnea persopaa, que fuerunt de ordine supradido.
sub eorum custodia existentes ducant seu rooduci facUnt in contineDti tA
loca prcdicta de Hont« albo vel de l3arberano . . . Quocirca volamoa, ...
qaatenua, si iiliqui ex predictia, qui fuernnt de ordiuc aupradicte, anat mb
cnstodiA Bliqaonim aliarum, . . . provideatia taliter, qaod . . , ducaotar ad
loca predicta . . . Dat. Herde nouas Octobris a. D. HCCC XII. f. 322 t.
Jayme II. an denselben "]: Cum in Terraohonenai p«Dcilio proittne
celebrat« fnerint de maodato domini aammi pontiSris per revereudam ardii-
episcopnm TerracboDensem ipso approbsnte concilio ordinat« pmTJsiaiKS
fratrum ordiiiia quondam milicie Tempil predlctl, prout in ordinacione ipu
lacius continetor, fueritque etiam ordioBtum, qaod fratres aupradicti collo-
centur in locis, que fuorint dicti ordluls, iuxta diatinceionem et fonuam In
ipaa ordinacioiie coDteotaiii, idcirco dos voientes omnimode in premlGsis
omnlbuB aatlafacere, nt tenemar, vobis, qnanto posanmns, expresalaa dicimnä
et mandamaa, qnatenus visis presentibos . . , faciatia, quod da bonis ordiaii
quoadam predii^ti, iion obstantibus aliquibna aasigDacianibuB per noa aopcr
eia factia, provideutur aub farma in diclo concilio ordinata omnibua et sia-
gulia peraonia fratribna otdinia quendsm aupradicti, ualcnlqae eanuu, vide-
licet in qaantitate sibi racione provisioois sue coostitata aire tajtata, proat
iiide unaqueque peraanarum dictorum Fratruni per litterani dicti archiepisci^
suo aigillo aigillatam fecerit vobis fidem. Faciatiaqne in coatinGDti penoa^
ipsas collocari in domibus, quns dictae ordo quandam habebat ioila diatiac-
cioneni et ordinacionem concilii prelibati : sie tamen, quod domaa ips^
proptor dictam colloceclonera non desemperentar per vos aeu illoa, qui ipsis
pro Dobia tenent, aet quod de eia peraanis predictia tradatur aliqai pan.
in qua habitare decenter valeant et morari : taliter facientes, quod ob deffec-
tum preinissorum fratres quondam predictos non oporteat fieri vaf:abundos
nee Blit«r vivere, quam deccnt et ordinatum est in conailio aupradicto. nti;
tuidinmaa etiam ipaos vel eorum aliquoa de predictia corani nostra preofoci*
conquerentes. Dat, Exee VU. kalendas Decembris a. d. MCCCXtl. f.2S-y'-
KT. Fr. Berengrer de Sont Just, eoroanador de HIravet, nn den »ri «4
dispret Ihirc Exemen de Leiid« honrat mestre In AnveitM;
Xaohricliten Yom (;re[tmeist<'r. (130S) Februar 21.
Sans som la Deu mer^e et ab gran dolor de cor del
vostre trebay! et dels altres promens, Lo mestre del Temple
als altres frares dol regne de Fran^a dien, que son deliures, et
*) Nicht naher bezeichnet.
') Ezpensor domua regio (in Barcelona).
') In Cautavieja.
*) civis DertuseueiB.
') Habitator loci de AachoDe.
*) Pmtz S. 354 ein kleioes StQok.
izecDy Google
Nr.67. (1308)Febr.27. Nrf«. (1308) Febr.28. Nr.ö9. (ISOSi.d.eret.Moo,) 101
^o que hom los metia sus, es trobat en mon^on^a. Darüber
hätten sie bestiinmte Nachrichten erhalten . . . Escrits lo di-
marts abans de Carnestoltes.
Barcelona, Archiv, TempUrios. Or. Pap. Ssp.
68. Bisehof Petrus Ton Leridn an König Jnyme IL: EIu Templer aus
HomoD, Titltt einen dem Blxcbor beß'euadeteu Ritters, ftei unter
l^irlKsen BedinKoni^n bereit, zum Köni^ zu komuieQ and alles
Über den Templerorden uud irlc man Houzon einnehmen könne,
nttintellen. Lerlda (130S) Februar 28.
Noveril regia celssitudo, quod quidani frater miles de
ordine Templi est in castro Montissono, qui habet qiiendani
avunculum militem secularem, qui avunciilus est familiaris amlcus
noster, et quodamodo de domo nostra; et ut nobis relatiim
est per istunt militem secularem, ille alius l'rater miles nepos
suus dixit sibi, quod, dummodo ipse possei secure ire ad vestram
presenciam et quod sibi non imponeretur publica penitencia
nee talis, quod cederet ad oprobrium seu inTamiam sui, propter
quod ipse vel alii de genere suo vituperari essent seu aliqua-
tenus diffamari, ipse simul cum avunculo suo predicto ad pre-
senciam celsitudinis vestre personaliter accederet et diceret
vobis totum, quicquid ipse seit in factis Templi, et resipiscerel
et reciperet sub predicta forma penitenciam salutaretn. Et
insuper hostenderet vestre magnitudini , qualiter infra breve
spacium temporis possetis habere castrum de Montessono . . .
Unde videat vestra serenitas, quid sibi expediat super premissis,
et nobis rescribat super hiis et alüs, quicquid sibi fuerit com-
placendum . . . Dat. Herde III. kalendas Marcii.
BatcalonH, Archiv, TempUrios Nr. 6ä. Or. Pap Ssp. Bischof Petrus
war, wohl wegen seinen frOhern Streitigkeiten mit dem Orden, Rin heftiger
Templergegner. Der König schreibt ibm : Concedimua, quod dictas Tem-
plarina ad nos tot« venire possit. Schickt ihm litteram guidatici. Valencia
(1307) 8 Harz 8. Reg 291 f. 114 v.
69. Ein«« Un^nannten [yo^ret!],BeuntiTortung Terwhiedener Fra-
gen : 1) Was von den necbKelndeii CeslUndnlssen des firoß-
melsters lu halten sei ! 2) Ob der Kern der Templer-Professlo
(beim Eintritt in den Orden) verderbt sei ! 3) Ob den Templern
ein Terteldlger zu stellen sei i i) Ob, falls olnlKe Unschuldig
fefnnden wUrden, der Orden besteben bleiben solle I (1808 in
den ersten Honateu.)
izecy Google
102 Briefe, Reden und GutitchteD.
Ad primani questionem, qua querJtur: Cum oiagister
Teniplariorum semel publice sit confessus se fore reutn in hiis,
de quibus accusatus fuit, et postea dixit se hoc confessum fore
metu pene, et tercio, quod prima confessiu fuit vera, et forte
adhuc varie respondebit, qualiter sit contra ipsum agendum,
respondoo siqiiidem, quod secundum iuris canonici regulas ot
civilis, et prout ostt-ndit ratio naturalis, nimis est tndlgnuin, quod
illud, quod quis est palam et publice confessus, proprio yaltal
lestimoniu infirmare. Constat autem, quod dictus magisler
priuio fuit confessus errores suos inquisitori heretice pravitatis
sponte, presentibus multis bonis personis, ac postea diebus
plurimis perseverans coram eodem inquisitore, pluribus reli-
giüsis ac universitate Parisiensi presentibus cum lacrimis suum (!)
ordinisque sui confessus fuit errores palam per modutn senno-
nis, duobus mensibus et amplius postea perseverans, ab inicio
plangens verecondiam temporalem peciit aliquando, ut torque-
retor, ne fratres sui dicerent, quod eos libemliter destruxisset.
Responsum fuit ei, quod ipse testes habebat palam contra
eum deponentes, propter quod torquendus non erat; nuUus
nietus fuit ei Ülatus. Vanus timor pene figure non poluit ho-
minem sie constanter inducere ad talia confitendun). Cutii
igitur testes habeat contra se propriamque coofessionem tociens
iteralam, in qua tanto tempore perseveravit, cum insuper tot
aliorum Teniplariorum occurrant testimonia, per quos ntiis llle
dampnatus Teniplariorum clare probatur, sit autem impossibile
inagistrum ipsum ordinis talia ignorasse, nemo sane menlis
dubitare debet, quin errorum precedentibus confessionibus cum
tot probationibus aliis concurrentibus sit standum contra eum.
Nee mirum, si postmoduiii variet. Est enim secretum Dei iu-
dicium, ut tantarum Christ! bla[s]femiaruni niagister, qui tantis
temporibus male vixit. tot alios ad sectam traxit danipnatam.
remanere non debeat, quin ad exemplum in hoc seculo punia*
tur, nee enim sine scandalo facile posset ecclesia talis hominJä
misereri. Quod est similiter dicendum in fratre Hugone de
Paredo, qui mille fratres et ultra noscitur ad heresiin dampna-
tam traxisse, et de similibus. "
a Dano folgt von der korrigierenden Ud. mit Zeichen ~ : Sicot enioi
cerroB footee, nie totns popuIuB uatolicua ezpectat (?) videre dictenun Bigi-
ciorum vindictsm. Es läßt sich nicht festatellen, wohin dieaea m setzen ist
izecDy Google
Nr. 6». (1308 in den eisten HonsUn.) 103
[2] Ad aecundara queslioneni, qua queritur, utrum essen-
cia professionis eonim censcri debeat esse corrupta, que talis
est : iura servare statuta ordinis et secreta ! Hoc facto inter
secreta exigitup, quod professus abneget Christum ; Respon-
deo, quod, licet iustus, ubi non vere dubitat, ad veritatem fir-
mandain sepe per moduin dubilacionis faciat questionem de re
certa tanquam de dubia, et hoc modo possit esse catholici
questio supradicta , tarnen , qui diceret talem proressioneni
tenere, quominus sit prorsus essencia vel substancia eius cor-
rupta, vel qui vere super hoc dubitaret : non esset bene firnius
in fide. Nam ut scriptum est : Dubius in fide inßdelis est.
Inter cetera vero corruplam dicte professionis essenciam
seu substanciam esse ostendo multiplici racione. Pnnio proptcr
profitentis errorem in subslancia obligacionis et contractus
errantis. Gertum enim est, quod omnes, qui ingrediebantnr
ordinem supradictum, ante ingressum intendel)ant et credebant
ordinem illum esse catholicum et societatem fratrum et colle-
girnn esse ad Christi servicium solmn Tundatum et secreta or-
dinis esse licila. Cum igitur ipse ingrediens se tali collegio
conferebat, cum obttdienciam promittebat, quod est principale
omnis professionis, ut Christi collegio, quod est pocius Anti-
christi, errabat per facti ignoranciam in substancia contractus
ipsius, quo ad statum coUegii, cum quo contrahebat et cui se
ligabat, errabat et in substancia obligationis, quia pro Christi
obsequio se oöerebat, cum tarnen collegii esset contraria in-
tencio. Se namque dedicare Deo credebat, se dyabolo dedica-
bat. Item iurabat se servare secreta, que credebat licita in
sui essencia, que erant illicita.
Secundo probatur idem alia racione: In omni enim con-
tractu ea, que inter contrahentes iuxta conlractum principale
aguntur, inesse videntur, hoc est intus de substancia con-
tractus esse et formam dant ipsi contractui secunduin iuris ra-
ciones. Cum igitur in proposito post professionem, quam
Tempiarii faciebant in continenti, hoc est antequam diverterent
ad alios actus extraneos, iuxta ritum suum oportcbat eos
Christum n^are aliaque turpia promittere et facere: perindc
est, ac si in precedenti professione id principaliter ageretur.
izecy Google
104 Briefe, BeiJen unil Gutachten.
Tercio probatur idem alia racione: Videnius cnim in
tnatrimonio carnali, quod, si condicio turpis adicitur, que ät
contra bonum matrimonii, hoc est, propler quod matrimontttta
introductuni est, non valct matrinionium et tota sutstancia
matrimonii est corrupta ...'), Quarto hoc idem ostendo : Ubi
namque mc tibi Obligo tut^i ex causa, ut occidas homineia vel
aliud tlagicium committas, tota obligacionis subslancia nulla
est . . .
[B] Ad terciam questlonem, qua queritur : An sit dandus
deffensor in hoc nefrocio, respondeo, quo ad personas singu-
lares certum est, quod non. Nee enim interrenit proeurator.
Set quo ad totum ordineni si procederetur per viam accusa-
cionis directe et per viam ordinariam, postquam magister or-
dinis est impeditus ex facto proprio, videretur prima feicie
debere dari defTensorem : set hie non est ita. Nee enim accu-
sacio instituttur nee litis ordinacio, set es deposicionibus in-
numerosorum Templariorum claret ecciesie de ordinis corrup-
tela. Rex Francie*), peisone ecciesiastice ac totus populoa
huius regni vident tarn fetidum coll^ium, in quo sie Christus
offenditur, clamant ad dominum, non accusando, non iudicium
aliquod instituendo, sei ecciesiam Romanam sollicitando, ut
corpus Christi fidemque catholicam deffendat contra perödos
illos, a tanta labeque purget ac toliat scandalum ecciesie. Non
ergo ut accusator vel partein faciens litigantis rex loquitur,
set ut Dei minister fldeique deffensor et pugil clamat ecciesie,
ut subveniat, filius patrem excitat dormientem ^, ut contra
fures donium domini fodientes vigilet, sicut ecciesia catholicos
principes requirere consuevit. Cum igitur ecciesia requirit
priticipes, non est accusacio, et cum princeps catholicus requi-
rit ecciesiam excitando, non est accusacio, set ecciesie vulnera
Christi ostendit, ut sanet et carnes putridas de corpore eccie-
sie expellat. Quid ei^o facit ecciesia? Descendat, utrum cla-
mor opere compleatur, cum casus est dubius. Hie autem iam
') Dieser und der folgende Ponkt werden dann weiter inagefBliri
ohne histerische Begründung.
'l Man vgl. hierzu die Stelle : Rex c&tholicns luw. im Stück Nr. XXIS
der Noticea et extralta des manuscripto XX, 2 p. 182.
') Daselbst p. 186 : Non vos igitur Uneanl torpor non sompons.
izecDy Google
Nr. 69. (1808 in den ersten Monaten.) 105
dubius esse non potest. Nam per tot deposiciones Teniplario-
runi, licet') non ad linem ordinis dampnandi sint reccptc'',
liquet ecciesie ordinem Jllum esse pravum. Hec videt ecclesia,
que sine omni accusatore ex se tenetur perquirere ; iani evi-
dencia rei nequiciam ordinis demonstrat. Ad quid ergo dabi-
tur deffensor, nisi, quod absit, ad Teinplariorum defFendendos
errores, cum rei evidencia reddat rem notoriam! Pretqrea
ecclesia ipsa locum obtinet'' dcffensoris, si vidisset, quod locus
passet esse deffencioni, cura tarnen nullus sit.
Preterea ubi namque reperitur de Nestoriariis c veJ aliis
sectis hereticorum otim dampnatis, quod locus defTensionis da-
retur sectis iliisi' Postquam igitur liquet ecciesie de heresi
Templariorum, qualis defTensio potest locum habere vel flgiira
iudicialis servaretur? Absit!
Item ecclesia contra totum ordinem per modum iudicii
non habet procedere set per niodum provisionis. Videt enim
ecclesia tot fratres illius ordinis errorem prapriuni esse con-
ressos et ritum ordinis danipnaturn ostendentes, quod inipossi-
biie est illum ordinem posse deinceps proficere nee remanere
sine scandalo tocius ecdesie. Ämoveat ei^o scandalum, festinet
ad hoc ecclesia! Tantum est enim scandalum, quod sine nior-
tali et gravissinio periculo sui et aliorum ecclesia Romana non
potest amplius differre, quominus tollat hunc ordinem sie scan-
dalizantem totam Dei ecciesiam. Mora namque eciam modici
temporis est intolerabile periculum allatura ! luxta illud ^) :
Si oculus tuus scandalizaverit te etc.
Item videmus, quod in conciiio Lugdunensi Gregorius X,
propter pluralitatem religionum per provisionem propter modi-
cum scandalum, quod non erat contra fidem, plures ordlnes
amovit de medio ecciesie nee fuil ibi deffensio vel strepitus
iudiciarius aliquis observatus. Quanto ei^o magis in proposito
ecclesia cernens et vit^ens scandalum ecciesie debet talem or-
dinem ex se tollere ? Nam deinceps propter multorum Tem-
b recepti. c So Abschrift.
') Hier auch wieder die Fiktion betont, daß die Untersuchung nui;
gegen die eiozelneo Templer, nicht gegen den Orden stattfand.
'] Mftttb. 18. 9.
izecy Google
106 Briefe, Reden und Gat«ohten.
plarioruni enorGin, esto, quod omnes forsitam non peccasseiit,
totus ordo est notorie in abhominacionem et in scandalum
loli mundo.
[4] Ad quartam questionem, qua queritur: An, si aliqui,
licet paiici, reperiantur innocentes, ulrum sit in eis tolus ordo
firmandus vel deffendendus ? Respondeo : Difficiie esse immo
quasi imposstbile inveniri in eis aliquos innocentes, quin ei
conversatione vel alias fuerint conlagione percussi; presutnpcio-
que gravis et violenta est contra otnnes, nee quisquam ex eis,
quamvis per tormenta vel alias confileri non vellent nee forte
testes contra eum extarent, utpote mortui sunt vel sunt ior-
sitan pertinaces cum eo, non ideo sequitur, quod innocens
probetur, cum gravis presumpcio sempcr vigeat contra eum.
Semper eciam esset petra ') scandali et abhominacio cuilibet
catholico eum videnti. Quomodo ei^o in talibus posset re-
manere religio vel firmari, non potest videri . , .
Item maior pars eorum peccavit, ut per confessos iani
ex Omnibus quasi regionibus *) et ex magistris eoram iam ii-
quet. Et ad universitatem dampnandara sufßcit, quod maior
pars peccaverit, maxime cum illi peccaverunt, per quos ipsa
universitas regebatur . . .
Item, videmus, quod propter detestacionen) criniinis.
propter delictum plurium tota civitas et congr^acio destruitiir,
licet plures in eis fuerint innocentes, ac propter ddictum unius
tota cognatio, quod in divina pagina reperitur, propter pecca-
tum ydolatrie contra fidem et propter peccatuni Sodomie, qutt-
rum utrumque in Templariorum ordine comniittebatur, immo
statuebatur pro ritu , . .
Preterea, qui remanerent, semper essent in scandalum «-
clesie Dei et in abhominacionem, propter quod ecciesia sine
gravi peccato et periculo animarum scandalizancium talem or-
dinem firmare non potest. Nee est aliqua necessitas vel uü-
lilas, que ex hoc aliquatenus sequeretur, si ordo firraetur;
Quare secundum iuris divini et humani regulas talis ordo ür-
man non potest nee debet in paucis, immo nee in pluribus.
■) I Petr. 2, 8.
') D. h. Dach der guizen Deutung des Stückes doch n
oy Google
Nt. 69. (1308 in den ersten Monaten.) Nr. 70. (1308 Februar.) 107
qu) es ilio ordine reitianerent. Si enim ab esu carnium
abstineo, ne fratrem scandalizeni, pro quo Christus mortuus
est secundum apostolum ac omnia, quecunque sine peccato
mortali possunt obmitti, sunt propter vitandiim scandalum di-
initenda nee secundum iuris di?ini ac humani regulas scanda-
lum est Qecligendum, nisi iibi sine salulis eterne pcriculo vitari
non polest : Hie auteni vitari potest sine periculo, ymnio sine
periculo et scandalo totius ecclesie talis ordo remanere non
polest.
Parü, Arch. Nst. J. 413. Nr. 37. Qleichz. Abschr. Perg. Anf der
KflctcBeite von der Hd. das Schreiben»: De facta Templariorum. Der SchlaS
VOD : Si enim «n ist mit blnsaerer Tinte von anderer Hund geacUrieben, die
auch die Korrekturen und Ergänzungen gemacht und Ähnlichkeit mit dor
Hnnd hat, die das Konzept zur Bede Plaiaiana in Poitien schrieb. Der
erste Teil bia \2] gedr. Prutz, Entwickelung und Untergang des Tepipler-
ordens S. 345 f. Die DaHening ergibt eich aus Nr. I uod 3. In Nr. 1
wird darauf hingewiesen, daß der Uroßineiater bei seinem Geständnis vom
Ende Oktober duohna mensibus et amplius heharrt nnd nun schon wiediT
gewechselt habe; das weist anf den Anfang des Jahres 130S frOhestens,
sicher auf die ersten Monate 1308 hin. In Nr. 3 wird verlang, dafi dar
KSnig deu schlafeuden Papst werke und ansporne zum Vorgehen gegen die
Templer. Das pa&t ebenfalls fDr die Zeit der ersten Monat« 1308, dagegen
nicht mehr nach den Verhandlangen von Poitiera 1308.
70. Annagen In Soehen der Templer an die Universität Paris: 1> Ob
die neltllebe G«wnlt gegen notorlKrhe Ilfiretiker alkln rorgehen
iarCi 2) Ob die offenbare Schuld der Templer Jeden Voi'zug
und Jede Priflleprierang derselben veralehtot .' 3) Ob man bei
den 500 GestMndnlssen noch nur ireltere ivartcn rnttNae i 4> Ob
die NIehtgestAndIgen nir Entboltken zu halten seien i 5> Weun
«■eh eine Auuihl Unüchnldlge seien, ob trotnlem der Orden zu
Terwerfen sei I 0) Ob der Landesrdnit die Templerg Uter kon-
firalercn kuin ! 7) Wer nnf Jeden Fall die Verwultanir Knnttebst
bnbeC <130R Febmar.)
In prosecucione n^ocü Templariorum tarn quo ad per-
sonas quam ad bona occurrunt dubia, que scqunttir.
[I] Primo causa namque (idei dupiiciter pertinet ad ec>
clesiam : imo modo fidein predicare, populum instruere; et si
quid dubium circa fidem occurrat" aliquibus seu inter aliquos
errantes vel alios, ad ecciesiam pertinet cognicio et decisio.
a occurrerit B.
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108 Briefe. B«den ood Gutachteo.
Item alio modo, ut, si quis contra fideni conimittat, contra
talem '* sacrilegum ad finem spiritualem penilencie ac reconcilia-
cionis procedat, si peiiitenlem et obedientem reperiat. Vel si
contumacem in pertinacia vel relapsum post abiuracioneiii
eiToris, de quo non est presumendum eum stare, qui sie egit.
licet lugens et dolens, ecciesia tales contiimaces vel relapsos
dimittit curie seculari. Non eos iudical teniporaiiter nee con-
dempnat, immo pro relapsis errorem iterum agnoscenlibus
orat, contra quos cuna secularls vires sue potestatis exercet.
Circa hoc autem nemo dubitat.
Sed occurrit dubium ex eo, quod iuxla legis divine prt-
ceptum princeps seoularis vel populus iurisdictionem eiercens ■■
audit per horeticos vel scismaticos vel alios inüdeles nomw
doniini blasfemari fidemque catholicam exsuflari«', si hoc fiat
palam, vult contra eos ex iurisdtctione sibi commissa vires
exercere iusticie, vel si factum non est palam, valt super facto
contra Dcum et fidem commisso, ut sibi nunciatur f, inquirere,
et si reperiat crimen de facto commissnm, nuUo iuris dubio
super flde catholica oecurrente, vult contra violatorem talem
exercere iusticiam, ut ceteri llmorem Iiabeant; nisi iusticiam
exereeat, videt scandalum generari posse: Utrum ergo sine
aliqua requisicione ecclesie vel cuiuscumque teneatur, ad hoc
vel sibi liceat, queritur, an per novum lestamentum sit eins
potestatis secularis restrieta auctoritas, ut, nisi ad requisido-
nem ecclesie, non debeat interponere partes suasV
[2] Secundo in Templariorum negocio, ubi quasi una
secta dampnata tam horribilis, tarn abhominabilis plurium ia-
venitur, propter maius periculum princeps temporalis magis
modo pretacto iusticiam debeat exercere ad tantam pesteni
heresis extirpandara ex suo officio, an eo, quod dicti Templarii
ordinem religtonis se teuere dicebant, manus princlpibus sH
ligata, ut contra eos procedere non possint, nisi ad requiacio-
nem ecclesie? An reatus sie probatus, sie clarus per tanti
numeri Templariorum confessiones f, omnem dignitatem ei-
cludat et Privilegium maxime, quia erat militum collegiuni, non
clericonim principaliter ?
b Fehlt A. e exercet B. d ezufBaci Ä. # B Donciulir.
f coDfessionem B.
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Nr. 70. (1808 Februftr.) lOd
[3] Tercio cum quingenti Templarii et ultra in diversis
partibus constitiiti per regnum Francie circuitum fiierint erro-
rem dicte seete coiifessi necnon magister illius et niaiores: An
ergo contra totum ordineni probacio sufficiat, ut tota falsa
religio sit dampnata vel sattim dampnanda, maxiine cum con-
fitentes predicti ac in singulis partibus dicti regni.confessionem
aliorutn et confessionis muduin ignorarent, an expectare opor-
teat, quod similiter in r^nis aliis sint confessl, ut talis religio
sit dampnanda vel pro dampnata habenda?
[4] Quarto cum in ingressu fratris cuiuslibet posl pro-
Tessionem conimuDem Taclam palam Ingrediens a recipiente ad
partem occulte traheretur, duobus vel tribns solum presentibus,
ubi apostare contra fideni cogebatur et sie sunt plures, contra
quos probari non potest, nisi sponte confiteantur vel ab eis
extorqueatur veritas, quia, qui presentes in corum rocepcione
fuerint, decesserint : An si nullo modo possit a talibus veritas
cxtorqueri, pro catholicls sint habendi et recipiendi?
[5] Quinto, si forte lale.i non confitentes et crimen ne-
gantes, contra quos probari non potest, sint X, XX vel XXX
vel plures : An in eis ius vol status dicti ordinis remanere de-
beat? An per tot alios testes deponentes contra ordinern ordo
huiusmodi reprobetur?
[6] Sexto queritur de bonis, que dicti Templarii in com-
muni tanquam sua propria possidebant, ex causa huiusmodi
dcbcant principi.'/ confiscari, in cuius iurisdictione constituta
sunt: An ecclesie, an Terre Sancte negocio, cuius contempla-
cione bona illa Ulis coData vel alias quesita fuere, sint poclus
applicanda V
[7] Septimo si forsan ex iure vel devocione principum
Terre Sancte negocio appHcentur : Ad quem disposicio, rcgimen
bonorum talium vel admlnlstracio debeat pertinere, an ad ec-
clesiam, an ad principes maxime in regno Francie, ubi omnia
bona Templariorum ab antiquo in speciali domini r^is et ''
predecessorum suorum garda et custodia fuisse noscuntur?
Paris, Aroh. Nat. J. 413. Nr. 81. Zwei gteicbzeitigB Abschriften A
and B. Auf dem eineD EUemplar; Articuli qoestionum in negocio Templa-
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HO Briefb, Reden und Ontacbien.
riorom. Die Antwort auf dieae Punkte gftb die Farieer UniversiUt un ^i.
März 1808. (Vgl. Deniflc u. Chntelain, Chartularium universitatiB Parisien-
sis II Hr. 664.} Da die UniverBitat sich wegen der langem Veriügeninir
der Antwort entschuldigt (et magnitudo negocii et quorandtun mMorum
Dostrorum abaencis coDipnlit noa tardius debito reapondere), sn darr die An-
frage wohl sicher io den Februu' gesetzt werden.
71. Bernard de Baynuls nn seinen Bruder Aman, EontHr raa Gar-
de.vue: Xaehrfcht«D, ditß dte beiden zn Philipp d. Seb. fce-
sandlen KardlnUe wieder umkehren nnd bei Strafe des Inter-
dlkls die fberenbe der Templer fordern mnBIcn: daß der Gro8-
melKter und 250 Brüder r»<t«ndeu liätten ; daO die 10 reo Cle-
DieiiN y. ernannten Knrdlnllle dem Papst erklSrt, sie hlltrn
bisher eefflnubt, daß der Pa|)st Herr der ^nxen IVelt, Aber
KSnIgre und KulNer erhaben ttel nnd nnn KtUien sie, diiB der
Ki>nlfr T«u Fninkreieii Über ihm stehe; sie könnten Ihn daher
nieht filr den Papst nnd sieh nleht nir KardlnUIe halten itepen
seiner Xnch^eblKkeit ^frea Philipp d. Seh. in der Tnapler-
saehe; ireltere Naohrichteu Aber die angebliche PrellasRaaj: der
Templer nnd über dfe Besetznng von Masden. <130S Frfl^abr.l
AI niolt lionrat et discret religiös frare Arnau de Baynuis
comaiiador de Gardeyn ßeriiart de Baynuis camarer de Cornela
salulz eil nostre senyor Deus Ihesu Christ, Primerament,
seynor, vos pregam, quens perdonetz ... Sapiatz seynor.
que, can nos fotn en Roselo, comta a nos en Volo, quel rer
avia aut misage, que aquels cardenats, quel papa avia trameses
al rey de Fran^ha, que eren vengutz, e com foren prop de
Bordeu '), Io papa sabe lor ardit, quel rey de Fran^ba noli
Tolia retre los frares del Temple, et trames los misage, que
sen tornassen ves Io rey de Franclia et que li dixesen de pari
del, quels los retes et si fer no volia, que posasen entradit ael
et a tota sa terra. Et com aquestes paraules agren cor^t
tro VIII dies, veiigren ne autres, quel maester mayor avia
confcsat ab CCL frares tots aquels capitols, que contra ?osal-
tres son posats, eser vers, et daso corec gran iMimor per tota
nostra terra.
Et apres asso no avia pus de catre dies, can aquestes
letres foren feytes, Ions avia comtat hu escuder del bisbe Deine,
') Irrtam. Ea muß lieiSen PeyteuB oder ähnlich.
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Nr. 71. (1308 FrQbjahr.) 111
que X cardenals, quel papa avJa feyts, hungfan sen vengren ael
e dixeren li, que no cresien, que fos apostoli, ni cresien, que
el los poges auer Teyls cardenals, per que eis totz enseiiips li
retien lors capels. El papa encontinent vol saber, quäl era
la rao per que eis se movien et eis dixereti, quo eis eren
sc . . . tz, que lostemps la postoli era aut seynor de tot lo
mon et sobre reys et sobre emperadors. Et ara veyen, quel
rey de Fran<;ha era sobre el et que a gran sobierbia et a grau
ergol del rey de Fran^a et contra dret avia sufert et suferia,
quel pus honrat hordo dpi mon se desFeses, Per que eis no
volien eser sos cardenals, si el no prenia altre consel al feyt.
Et en continent lo papa trames ab co[n]sel lur II legatz cardenak
at rey de Fran^a, que el li manava et li disia en vertut de
sancta obediencia e sutz pena descomenicacio, que el li tra-
meta totz los frares del Temple. Car el deu fer la enquesta
contra eis. Et ayxi no sab hom, que sera encara del feyt.
Apres asso am disia hom en Roselo, que totz los frares
del Temple eren sout/., mas nou oym dir anul hom per sert.
Mas enipero oym dir a un lioin de palau, qui a nom lohan
Reus, qui ara era vengut de novel de Mirauet del comanador
del Mas Deu, que, abans que el partis de la, era sout lo
raaester vostre en aixi, que podia anar de fora ab guardes.
Daso V03 ne sal)ets la Verität, mas nos nagem gran plaser,
can el nos o comta.
E ayxi les noveles avem nos ades bonos, ades auls.
Deus per la sua pietat y do bon consel. Item sapiatz, seynor,
quel rey de Malorche no ses emparat del Masdeu, si no daytani
quo EI dies ans de Nadal alehus « de cort dixeren al rey,
que alcuns frares, qui eren al Masdeu, robaren lo Masdeu,
per'' el nou devia soferir, per so cor lo comenador no era en
la terra. Per quel seyor rey trames en R. Sauian al Masdeu
et que escrisques, so que y fas per el metex . . . c X o Xll
frares al Masdeu et II cavale[r]s: Frare Guillem de Tamarit,
laltre noi conec. . . . Fom en Roselo V o VI vegades al Mas
Deu eis frares entren a Perpeya sens tot reguart.
a Statt alchnDB. b Statt pero? c Dos Folgende Bchwer
voratfin<nipfa, AnbnDpfung : K« fnnden sich da . . .
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112 Briefe, Iteden aud Gotachtea.
Barcelona, Archiv, Templaries 19. Or. Pap. Ssp Von derselben
Hflod wie die zwaitfolgende Numnier. Der Schreiber gehört den Templern
nicht nu. Trotz der guten Quellen sind die Naclirichten nur teilweise tit\ttif.
Üher die üedeutung der angehlichen Rebellion der Ciementiniscbeii KllT>linitl^
imd aber die Kdckseudung der Legaten nach Paria vgl. Daratellung.
72. Der Komtnr von Garden; an dem Komtnr tou AMhe; In Meuoi
sind alle uresnad. TTeni^keiteu fehlen, f bersendnufr einex Brie-
fes. Anf dem PrOTlnzlaikonziJ in Tarmiroua ifrlffen mekrere
BisehSfe den KSnIg irefcen der Templer an. Sendnng »on rler
Teniplerproknmtoren tuie Konzil. (UtOK Frlibjahr.)
AI comanador Daijquo de part lo comanador de Gar-
deyne salutz et bona amor per totz temps. Fem vos, seynor.
saber, que la Dcu mer^e iios et el castella et Tray Dalmau de
Temor et tots los prohomens el eis frares, que soni en to
castel de Montsso, som sang et en bon estament, Axi matcs
lo castel el la villa. Novellas no y a, que nos puxam fer saber,
si no que el canierer de Corneylla ginna noätre ens ha feyt
saber moltas novellas, las quals podrelz entendre per la car[(a]'),
que el nos traniiso ", la quäl trametem nos a vos. Pregam vos.
quens fa^als saher vostra salut et vostre bon estament, de
vostre castel et de vostra cornpayna. Et si nullas« novellas
sabetz. quens la fa?atz saber. Un fil de cavaller, que esta [al
Montsso, trames lo castella a Valencia, cuydan que larquebisbe
et eis bisbes hi fossen. Et troba y lo bisbe de Vic et d de
Caragoga et el de Tortosa et molts de rics homens. Los quals
tots en senis affrontaren regeament lo rey et segons que eis
nos fan saber, penssan se, que nol volgre aver comen^al et
tratneteren nos conseyllan, que en totas guisas ti-ameteseni
procuradors '' per nos aquest consili a Tarragona, per quens
som axi acordatz et avem hi trames IUI procuradors, los quals
denianen et rahonen lo dret del Temple.
Adresse: AI comanador Da^quo.
Barcelona. Archiv, Templarios Nr. 19. Or. Pap, Ssp. Der Absender
iet Amald de Baynnk Vgl. vor. Nr.
a So Or. b procuradoa Or.
') Der vorhergehende Brief.
izecy Google
Nr. 73. (Iä08 FrUlijnhr.) Nr. 74. (lS08) Mira 11. llä
73. BatsehlXfe eimes ÜBgeBannten ßr die araKoneshehm Templer:
Durch Tertranengwttrdife PergOnllcfabeiten solle der KOnl; eine
^recht« UnterBnehnn^ ^efen sie Hhren Uasen. Aber es sehelne,
äa& nun die Withrhelt nicht wolle. Yorsehlag', die Bar^R zu
übergeben nnd Sieherheft zn reritui^n, aber Rnders als In
Ftwikreieh. (1308 FrttlO^r.)
Ami seria vigares, sal milor conseyl, que vos altres per
lelres o per missutges degessets suplicar et reqiierir al senyor
rey, que per occasio de la falsa inquisicio, qui es cstada feita
eontre vostres friu'es en Fransa, no volges vos altres deseretar,
maimenar ni destroir; et que li plages, que per persones riig-
nes de fe fos feita inquisicio daquelles tnalvades errores eontre
vos altres, aixi com fer se d^es segons Deu et rao. Et sis
volia, leugarement sen porla certificar ab gran res, quen trobara
en sa terra, qui son exits de vostre orde per diverses raons
que ha, ni qui son seglars et en orde. Mds semblam, que el
eis altres per cobdicia mas que per justicia son obc^ats et
que no volen saber la Verität. E enaos que vostres persones
ne fossen en peril, semblam, que H degessets desetnparar los
castels, pus tan gran enueya li fan, e queus donas vostra vida
e fos vist vostre dict, aixi com fer se deu, mas no a costum
de Fransa. . . . Deus, qui tio sei desemparar los jusls, vos empar
t'us conserve en justicia. E ja quant aquells malvats crims no us
cn vos altres de misericordia, mas tan solament de justicia.
Barcelona, Archiv, Templarios Nr. 12. Gleichz. Ausrertigung mit
Verschicknngsschnitten, ohne Siegelspur uod ahne Adresse. Von derselben
Hand wie die Nr. 71, also wohl vom Kämmerer von Comela.
(1. Bischof Petms von Leridn an KOtiig Jafme tob Aragonleu: Hit*
teHung eines Schreibens seines Froknrators Hn der Kurie über
die Flncht des päpstlichen GroQhKmmerers, die Gerangenschaft
der pSpstliehen Kftmmerer aus dem Templcrorden in Poltien;
groile Anb-egnng des Pupst«M darüber und ErkiXrung Im Kon-
ristorlam. Ostern trHrde die Kurie nach Paris verlegt. Lerlda
(1308) Hin II.
■ . . Noveril serenitas veslra, quod die domtnica secunda
quadragesime ') recepimus quandam literam a procuratorc
') Am 10. MArz 1808.
Finke. Pupsttnni naU tlntergcnug dm Teniplaiordens. II. 8
izecy Google
114 Driefe, tteden und Gntitcliteil.
nostro, quem tenemus in curia domini pape, [in] qua int«'
alia continebantur ista, que secunlur:
Noveritis, reverende pater, quod tempore, quo omnes
Templarii fuerinl capti in regno Francie, cubicularii domini
pape ob reverenciam ipsius remanserunt capli Pictaui". Et die
niarlis '), que fuit idus Febroarii, de nocte cubicularius major
Lombardus *) aufugiit et hospite insalutato recessit. Et sequenli
die cum dominus papa hoc scivit, Fecit vocari omnes cardioaies
ad consistorium in hora vespenim et dixit eis, quod muitum
dolebat de fiiga istius falsi religiosi et quod ipse petebat'),
quod omnes Templani adducerentur ad capcionem ipsius, et
quod rex Francie et alii principes mnndi posseut dicere el
atlegare, quod, si unum non poterat custodire, qualiter cuslo-
diret duo milia. Et ibidem excommunicavit omnes scientes el
occultantes ipsuni, nisi infra certum tenipus revelarcnt sibi.
Et mandavit cardinalibus in virtute sancte obediencie, quod
tacerent ipsum inquiri per hospicta sua et per alia loca, de
quibus eis videtur. Dixit insuper, quod non crederet aiiquis.
quod ipse esset fautor huius rey, yinmo erat paiatus dare
iocalia decem niilium florenonini, cuicunque^ sibi dictum fra-
trem revelaret.
Hoc vestre dominacioni scribere curavimus, prout per
dictum procuratorem nostrum nobis fuerunt intimata. Dicebat
eciam nuncius, qui aporiavit nobis literam, quod post festum
Paschatis *) debbeat curia transferri Parisius, prout in curia
communiter dicebatur . . . Dat. Herde V. idus Marcü.
UttrceloHA, Arohir, Templarios Nr. 4. Gr. Pap. Sap.
75. Leget F. an Bernart F. In Vallon» t«llt aber die Tempi» vH:
Nach Übersendung des Iiiqnisltlonsprotokolls durch Philipp d. Sfk-
schickte Clemens V. 2 KardlnMc ntieh Parin. Infonnicrt im
geheimen Rat nnd den Inqutttltoren kehrten dt heim. Xvt Ot
Fra^ des Papstes, ob ste die AnssHgen tob den Templen selbst
a So Or. b So nnch dem Katalanischen konatniiert.
■) Am 13, Februar 1808.
*) Doch wohl OliveriuB de Penna.
') D. h. er habs verlangt, daß alle Templer ihm Dbergri>eB «fitda.
') Am 14. April 1308.
izecDy Google
Nr. %. (läOS FVshjalir.) Il5
bitten, erkllren aie: Nein, betonen hIkf die GlaubwBHlglEelt
Ihrer Keniren. Der Papst beauftraKt sie. In Paris, wenn die
Sache wahr nnd die Templer In ihrer Hand seien, die Sentenz
in sprechen; den (iestAndliren Hoile rerziehen nnd ela neaer
Orden tlr rie gestiftet werden. Philipp d. Hch. befiehlt die Ans-
lleremnK des OntfiaeisterB nad rieier Templer. Der Groß-
■eister Terapricht nsehmallKea, Sffentllches Geständnis, wider-
ruft aber, unter VorzeifinK seines zerfleischten KSrpers, alle
AufisOKen. Die Kardinäle und später Clemens T. wollen trotz
Drohung Philipps Jetzt kein Urteil Wien. Frellassnnir zahU
releher Templer in Frunfereleh. Philipps d. Seh. Befonn-
prt^rumm in HO Artikeln: Gründung eines einheltileben Ritter-
ordens, dessen Hunpt er naeh N'iedeFlegimg' der flvnzSsiseben
Krone wird mit Titel: K9alg tou Jerusalem; nach ihm Immer
ein n^onzSsIseher Prinz ; Einschränkung des Auftretens und der
AntiKsben der Erzblsehtflt und BischSre, der Tersehiedenen MUnehs-
orden und Übergabe der CbersehOsse an Ihn tHr das h. Lund.
Alle Kitnl^ dieses Ordens sollen bei 4er Fapstwahl t Kardinals-
stlmmen haben. Verbrennang der Gebeine Bonlfaz' VlIL An-
dere Mafireireln Philipps für Frankreich. <1.3m Frühjahr.)
AI molt aniat e honrat en Bernart F. demi en Lt^ct
F. jerma vostre salutq e bona amor. Fem vos saber, senyor,
que per letres, queus trametem el leny den Gaillart vos avem
escrit, 90 que sabem del fet dels Temple[r]s. ') Mas per ?o que
aquestes letres avyetc,' enans, que non esliguesset^ cn anssia e
com avem entes sertanament lo fet, devet^ saber, que, com lo
rey de Frant^a ach trames al papa la inquisicio dels Templers,
lo papa Immes II cadernals a Paris per saber serleiiital del
fei. E com foren a Paris, lo conseil del rey de Franga e eis
enqueridos 1 dixeren tant als dit^ cardenals, quels creegeren,
que fos Verität. Et ab la confessio daquels tornarensen al
papa. E demaiials: Ävetg ho vos altres entes de boca dels
Templers? Eis dixeren: Senyor, no. Mas a^o es cert s^ons
dit del b niaestres en teologia e de doctors e de misers en leys
et de corials del rey de Frani;a. Sobre atjo lo papa tench
consistori e volch, que fos dada sentencia contra los Templers,
a So Or. Dafi ea sich hier um die Inquisitoren handelt, ergibt sich
aus dem ganzen Text. b So Or.
') Leider ist dieses Schreiben nicht unter den Tempi erbriefnn.
8*
izecy Google
llft briefe, tuim und Qnbtctiteil.
si axi era, com aquels li avien du, que fos verilat. Esters
que volia, que tott; aquels, ques penedissen de lur error, coiii
y fos, que si denianaven misericordia, e qiie volguessen obevr
lo papa, quels fos perdonat e que tomassen en lurs possesäion^
f. que aguessen rf^ia novalla e fossen a serviu de la Santa
Terra doltramar e fossen del orde, quel rey de Fran^a Tolia,
^o es assaber, que totes les hordens de Christians, que äen de
Cavailleria ne porten armes, que tot sia un orde, el rey de
Franga renunda a seu regisme e toI esser cap del dil orde,
as) com davail se contendra. E sobreago los dits II cademals,
go es lo Cardinal de Beers e el cardeoal de Ber^unya '), que
son cascuns de casa del rey de Frani^a, anaren a Paris per
donar la sentencia. Esters agren manarnent del papa, que do
doEtassen sentenda ne enantassen contra ells, tro quels los
tenguessen en lur poder, et que sabessen dells, si era aii
Verität, com lo rey de Franga deya ne son consell.
E com foren a Paris, veeren se ab lo rey de Franca e
donaren li les cartes, quel papa li Irametla. ^) EUo rey de
Franga mana, que los Templers fossen liurats als dits cardenalf
e liurals hom lo Maestre major e molt<^ daltres frares. E coni
los agren retes si en lur poder, demanaren al Maestre, si era
Verität go que eis havien entes, quel liavia confessat. Et el
respos, que era Verität, que eil que avia confessat et que
encara confessaria molt major error, si tot lo pöble && aju^t
e quel feessen ajustar tot lo pobol de Paris, richs e pobres, et
que davant luyt el confessaria molt major error. Eis caidenals
dixeren li: Gert ago sera major merit e vos ne devetg trobar
major misericordia. E de present feeren ajustar tot lo pobol,
e com la esglea fo plena de les gent;, hom feu venir lo Maestre
ab tro a XL frares e Teeren pugar lo Maestre en un cadaJal,
axi com si degues preicar. E com fo lesus, dix: Smyors, tot
Qo quel conseil de Franga vos a dit, que yo e tots aquesic
frares Templers, que axi son, e dalti-es rooltg an confessat,
') Berengarina Fredoli, tit s. Nerei et Aefaiilei, {rDher ep. BilMTeifii>
nnd Stephanos lie Suiey tit. a. Cyriaci, frflhur ViMkanrier Philippe ä- 3A-
Dar Beiname ,Bnrgund* iat souat nicht gebräuchlich, aondeni Brngeun.
*} Von dioaera Scfaruiben fehlt jede Spar.
oy Google
Nr. 75. (1808 Frübjalir.)^ 117
es Verität, que nos avem tot confessat. E desabrigas lo man-
teil e despuillas la gamatxa e ac ja descusida la goDtUa per
los costat^ e per los bra^os e vos descobrir davant totes les
gens e dix los: Veus, senyors, quens na fet dir ^o qualse an
volgut. E va mostrar los brasos, que tot^ los ach trencat^ e
descarnat^', que parech, que atans (?) fos escapatt;, que noy ac
romas mas los os&os eis nervis, que tota la cam e la peil ne
fo levada del esquena e del ventre e de les cuxes. E dix;
Senyors, en axi com veet(; mi apareillat, axi son tot^. los altres
sens colpa, que no placi a Deu ne madona santa Maria, que
la horde de) Templc auch agiies sino bo hordenameht. E con
los cadernals viren la gran error e la gran malvestat, ploraren
fort t^rament, que no podian res dir. E et conseiil del rey
soptavals, que eis que donassen la sentencia, quel papa avia
tnanada dar. E eis resposeren, que no plagues a Deu, que
eis dixessen ne fessen res en contra aquels, qiie colpa no avien.
Sobra^o los enquisidors ab lo dit conseil agren paar, que nols
envengues gran daß, et'' tornaren pendre lo maestre ab toU
los altres Templers.
Eis cardenals tomarensen al papa, als noy sabem. E com
lo rey de Fran^a, qui sen anava a Peyteus al papa, sabc a^o
damunt dit, axi com sen anava, el sen torna atras II jomades
e a escrit al papa, que el dega condempnar los Templers e en
cos e en aver, aino que el fara del et dels cadernals ^o que
liom devia fer deretges. E el papa diu, que ans que a homens
itistg no donara colpa, ania mes morir que viure ; que com
colpa aguessen, pus ques volguessen penedir e estar en bon
estament, que el los perdonaria eis tomaria en lurs possesions
eis daria regia bona e soficient.
Item vos fem saber, quel rey de Fransa demana al papa
LXXX capitols. Älcuns vos ne escrit us e enviat per lo leyn
den Gaillart, per que ara nous escriu. Noslre senyor per sa
mer^e los don bon conseil, que en gran anssia e en grans
maraveilles fan estar tot lo mon. Mas ades es bon senyal,
que comunalment tot hom diu, que a grant torl son presos
et axi ,Teu de gent^ veu es de Deu." Et encara es bon
c que ells AbB^r. Vorher lees geos Or. it et fehlt Or.
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118 Briefe. Raden und üutaclitcn.
senyal, que en Carcasoiia e en Aygiaes-Mortes e en inoll; dak
des locs del rey de Fran^ los a hom desferral?.
A^o'' que es escrit datiiunt aguem primer. Et deviem
aver a^'O que es escrit davail priino, segons demostra lescrit
damunt. Et en mons ya concnrdan se la I ab laltrc. Mas
per <;o que tot ho sapiati;, trametem vos o tot. Fas vos saber,
quel rey de Fran^a deniana al papa, que totes les hordens de
Cavaillcria ne que porteu armes, axi com Templers e Espitalers
e moltes daltres ordens semblans a aquestes, sien 1 orde e el
que renuncia al seu regisme e eretan son fill e deiuana, qne
el sra cap del dit horde. Iftem sapiats]/', que de pus que les
letres, queus trami's per Barchinona, foren fetes, na ej'l audes
II, en que li feren saber aqiiella rao metexa, e diu, quel re}*
de Frani;a demana, que el sia apellat rey de lerusalem e que
el sia cap del dit ordc et quel orde aja ooni : Orde de la
cavailleria de leiusalcm. E assci avia el tractat, depuis que
la regina de Fransa mon et lo Temple contrastavali mes que
los altres hordens, e per aquesta honta als mesos enso, oi
que son, per donar a conexer, que el pot fer so ques vol e
a poder de Ter be e mal e vol se tot lo mon subjugar a sa
ma. Encara demana al papa, que tot^ temps lo cap del dit
horde sia iil de rey de Franssa. E si tili noy avia, quel rey
de Fransa hi pusca metre, qui eyl se vulla et tot^ lemps sia
apeillat lo cap del horde rey de lerusalem.
Encara demana ai papa, que negun arcabisbe ne bisbe
ne negun prelat de sancta esgleia no gos aver mes 1 coiupa'
nyon e II preveres e II escuders, e quels sia dada renda sofi-
cient a lur necessidat; el sobre plus sia donat al rey de leru-
salem a conquistar la Sancta Terra Doltramar, Encara de-
mana, que monges negres e monges blancs e canonges reglws
nenguna 9 orde semblanl aquestes no gosen exir de lur monestir,
sino per confessio o per preicar, com hi sien apellats, e que
de lurs rendes les sia dada lur necessitat e que no goseu tenir
besties ne escuders e quel subre pus de lurs rendes sia dat al
dit rey. Encara vol, que frares Menors et Preicadors e totes
altres hordens semblans no yscan de lur claustra ^o per
« Bis: o tot fehlt Abachr. f Loch. Ergänzt aus B. g Alacbr,
De neng.
izecy Google
Nr. 75. (1308 Frtthjahr.) 119
la rao damunt dita, ho lurs procuradors, que puxen anar a
captar a lur necessitat. Encara demana, que neguti clergue
ne ncgun altre no gos aver canongia ne capeillania, si continu-
anient tots jorns, que sa sia, no canta en sa esglea e que li
sia dada renda solament a sa necessitat, el sobre pus sia ala
Sancta Terra a conquistar. Encara demana, que el e tots cels,
qui apres de) vendran, que seran reys del dit orde, E^en veu
en elteccio de papa e que )a lur veu vaylla per IUI cardenals.
Encara demana, que la hossa de papa Bonifaci sia cremada.
Molts daltres capilols demana, que dien que son ben LXXX,
los quals demana al papa.
EI rey deu esser ara a Pascha al papa e veusl com se
vol subjugar tot lo mon. Et si fort se \ol, tot ho acabara,
que el papa no fa, sino so que eyl se vol. Nostre senyor per
sa beneita merce hi do bon conseil, que en gran tribulacio fa
eslar tot lo mon.
Tlem vos fas saber, que be a I ayn, quel rey de Fransa
afora per tota sa terra tot? vivers e totes robes e totes viandes
e totes besties e comunament totes altres coses, que a servi
dorne fossen, e mes les coses a tan poc Cor, que totes coses se
venien mes dabans la nieytat : c eyl cuydava esser deu, ques
cuyda, que so, que el man, sia feit; e axi les gens non an
pogut tenir son manament, ans venien e compraven axi com
se sollen. E eyl ara noveilJament ha dat an Carles son frare
la inquisicio de tot son regne e tots cels, qui an passat son
manament, que sia ponit en la pena sens neguna merce axi
lo comprador com lo venedor e noli cal, sino que prena tot
son regne, que totg son caygut? el ban e axi vol destroyr son
regne. E si a Deu plau, vendra sobre eyl desta rao. Hi son
venguts Uli o V coreus a Monpesler, si que la ßra na valgut
meyn.
Adresse: An Bn. Ff. a Mallorques. Darunter: dari debet.
Barcelona, Archiv, Templarios Nr. 1. Or. Pap. Sap. Vod diesem
Stock existiert eine gleichzeitige Abschrift [Nr. 1 b), io der die Namen des
Empftngers nnd Absenders, sowie jede Spar, die auf sie hinweiwD kSonte,
ausgelassen aind. Die Abschrift hst sehr viele Buchstab enAnderun gen.
Über die Bedeutuag dieses Stockes, das in den ersten Monaten IS08 ab-
gesandt sein muß, vgl. die Darstellung.
izecy Google
120 Briefe, Reden und Gutachten.
76. Berengror de Coria nn ESnl^ Jn; me II. von Antonien : T^rtait-
langen mit Käst«]! Cantarieja; Sendonf Ton 2 Fenoncn n
J»jme. QroBe Not daselbst we^n WasBermaBKels, Cberai-
strengnng:, engster Einschließung; Zirietraeht unter denTenf
lern. Cantarieja (130») April 5.
Hombres de Moriella han tractado composicion entre el
tinicnt lugar de comanador eti Cantavieja et los hombres de
pie, qui üon cn el castiello, et mi en esta tnanera, que los
del Castiello, seyendo muy nialtreytos, segunt que tos sabredes,
han esleyto II homhres, qui van a vos per complir lo que vos
tnandaredes ... En el castiello todos, quantos sqq, estan en
grant cuyta en muytas de maneras: primerament, que no han
agua sino la que Dios les da dcia pluvia et aquella agora es
muy pocha et ya podrida ; la secunda, que son niuy cerchados
e muy apretados; la tercera, que havemos feytos UI jenyios
et mutchos castiellos et mutchas gatas et otros genyios de
fusta de diversas maneres, de les quales se tienen ya por muer-
tos et por perdidos. E per est costrenyimiento ha entre ellos
grant discordia et grant variedat, si que los pehotnes se soa
apoderados del todo de los frares. E yo veyendo, que dentro
V tio VI dlas todo» los genyions . . . seran acabados, he soßrido,
que a vos puedan hir aquestos dos messatgeros del castiello . . .
Empero que nos no los lexentos exir fueras del castiello ni
enirar viandes ni agua ni otros acorrementos, mas que sean
cerchados, quanto mas podamos, e nos que fagamos todos
nostros genyios et nostras bastidas et nostras fuergas et noslras
lavores, que havremos de Fazer . . . Dat. in Cantauella nonas
Aprilis.
Barcelona, Archiv, Templarios Nr. 30. Noch am 3. Juli schrübl der
stellvertretende Komtur B. do Galinera an Haduna Berengorona de Eoten;*
voll Hoffnung : Totf frares esser sana et alegraa et plaurieos saW vostn
bona sanitat. Berenger de Coula, procurador del ray, nos te uatgalo >^
la ost et combaten nos to9Z dies regen el fort ab gins et ab tota ras, qne
dan nos podeo fer de nuyt et de la diu. Nos som «a tal manera ■pparelliti
dintre lo castell de tot 90 que mester avem, ab molt bona compujs i'
valent. qui ea ab nos, et avem molta vianda, si que ab la volontat de Dnt
Ibesu Christ et ab noatre bon dret, quens ajudnra, dos salvarcm lo C3^
al Temple: Dimecres apres aent F. de Juyn,
Or Pap. Templarios Nr. 9. Die BeBtflrmuDg begann um deo 1^
Milrz Heg. 291 f. 60.
izecDy Google
Nr. 76. (1808) April 5. Nr. 77. (1308) Apnl 5. ISl
Am 26. Juni war der KSnig. der fratrem et conBiliirium nuBtrum
Jacobum Pehi pro e;tpcdicioDe obsidinnis hierhm gpaandt hatte, eriOrnt
aber : rictanlia . . . inmiaBa in csstro de Cantauetula. Reg. 291 f. 79.
Schon einen Monat spHter hören wir von einer Mitteilung an den
König per amicos fratris R. de GallinerÜH coniendat«riB Cantavetnie, quod
fratres ee libeuter in pome noatro miterent, prout magister eorum et alü
fratres Templarii apad ValenrJani in noatra custodia detinentur, Soll aua-
geftthrt werden. Valencia 130S Augast 12. f. 90 *.
Fr. K. d« GaDinera und die andern tn CantavieJA: apres de molts
tractaments Ahuts entre eis et entre el nohle R. de Cardona haben Über-
gabe der Borg an den KQnig dnrcli den atell vertretenden Heister K. ^a
Giuvdia beacbloaaen und bedingen n. a., daß sie nicht schlechter als die
andern behandelt wQrden. Der König sagt zu, nur will er von R. 9a Guardia
nichts wiaaen. IS08 Augaat 19. CKD. Nr. 3306.
Die layei, die den Templern in Cantavetula geholfen, erhalten Ver-
zeifauDg. 1303 August 22. f. 12S.
Veneicbnie der Namen von 60 Nichttemplero, die aua dem Kastoll
gingen. Templarios Nr. 60.
Ich fllge hier noch einige Notizen ober andere Burgen hiniu: Cast«llot
ist um 6. Hftrz ISOd eingescbloaaen |Reg. 291 f. 60).
Bartholomeo Tarini supraiunctario Cesarauguatano : anpra oegociu
obsidionis oastri de Castelloto. in qua proaidetis. Kann trenga schließen
mit Vorsicht. 1S08 Oktober, f. U2 ".
Super negocio costri da Castelloto : Abführung der Templer. 164 v.
Befiehlt B. Tarini : quatenos Sarracenos, roncinos et sUa animslia
in Castro Castelloto exiatencia vendatis. exceptis armia, iocalibua, libris.
AbfObrung mehrerer BrDder. 180S November 2. f. 167 f.
Caetmm de Podio regum schon besetzt. 1308 Juli 15. f. 120.
Lieferung deasen; quod necessariam exiateret ad expedictonem obsi-
dionis caatri de Vilello. 1308 Angnet 24. f. 92.
Comendator von VÜello erhalt Geleit. 130S Oktober 19. f. 154.
Fr. Bartholomeue da \'illafrancha Übergibt Vilello. Nsch Valencia mit
3 TemplerD gefQhrt. 1808 Oktober 24.
77. KVnlg J«7rae D. ae 6. de Cerfto, Bi^slas fon TortoM: In kUr-
M8t«r Zelt habe In Tortosa ein geirlBser Tria ein großes SohllT
herstellen lassen, das bereits In Porto Farngw sei. Da Ver-
dacht sei, dafi steh darin fluchtige Templer oder nndere sam-
melB wtrden, befiehlt er Ihm sorfflUtlgste rberwoehnng. 1306
April 5.
G. de Cerelo baiulo Dertusensi etc. Intelleximus, quod
quidani cognommatus en Tria, qui niorari consuevit in Panis-
cola, festinanter infra XII vel XV dies fecit construi et perfici
quendajii magDum lembuiii in Dertusa, qui lembus, ut dlcitur,
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182 Briefe, Reden and Gutachten.
U8l, jam in porlu Fangos: Verum cum ex feslinacione liui'us-
mudi suspicio habeatur, ne forte TemplarÜ vcl alü in contemp-
tum nostri sc in diclo lembo recolligant causa recedendi de
terra nostra, dicimus et mandamus vobis sub pena nostn-
graeie, quatinus in continenti visis presenlibus diiigenter modis
Omnibus, quibus poteritis, certificetis vos super prediclis et
custodiatis et custodiri etiam Taciatis cum omni diligentia, qua
poteritis, tam de die quam de nocte, ne aliqui Templarii vel
alii in nostri dedecus seu contemptum se in eodem lembo
recolligere vaieant et exire de dicta terra nostra, providendo
super liiis, tam in caucione recipienda a diclo Tria quam aliis
modis Omnibus, quibus poteritis, ne forte, quod absit, scandaluiu
aliquod seu sinistrum inde posset ex improviso aliquatenus
evenire . . . Dat. Valencie . . . nonas Aprilis a. d. MCGCVIll.
Interim autem facialis dictum lembum custodiri, douec super
hiis certitudinem habealis.
Barcelona, Archiv, Reg. 291. r. Sbl.
TS. Zwei zum Teil gleichlautende Brielt eines ün^nannten an die
Komtare von (ianleyne und Aseho: Mlttellnng des Eardlials
Tou Beziers, der die Tein|tlersaeke K'^'^hrt habe, daß der Orien
aufgehoben nerde. äuOerun^r des FapsteH Im KonsistoriM-
VeniiiinmIuRg In Tours. Fn^en Philippe d. Stb. an die FariHfr
Ünlvenitilt. Philipp beherrsche den Papst tSIII^. (130^)
April 21 0)'
Im 2. Schreiben wird noch anf die Sendnns Bnmonets if
Cnrdona an die Hra^Dnesisclien Templer liIngvirieseD nnd nr
frtiBten Vorsicht gegrenUber den Ventprechnn^n des Papst»
gemahnt. Der bedeutendste Knrdlnal habe an der Karle p-
rat«n, die Sache blnzuziehen, bis entneder der Papst edn
Philipp sterbe. Dann bleibe der Orden bestehen. <1S06 Frlli-
Jahr.)
A. No" sens dolor de cor ni ab poca turbacio vos fa^
saber, quel divendres apres Pascha •) vengren letres a mon
seynor^) de! cardenal, qui fo bisbe de Besers, qui ha menal
n B beginnt; Fas vos saber, ;ar amic, qne mon seynor.
') Am 19. April 1308.
-| Wohl der KOnig von Mollorca.
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Nr. 78. (1308) April 21 {!). (1308 Frühjahr.) 123
tot vostre feit'): en Ics quals entre les altres coses li feu sabcr
breuinent, que vostre orde sera cassat et desfeitj mas quc
encara de les persones ni dels bens no era res ordenat; mas
que eil breu sen devia ordenar qo quen seria, Encara lia feit
saber son procurador, quel papa tench concistori la setniana
Santa et avia consey] dalcuiis feits ab los cardenals. El papa
que dix en aquel concistori: Obs aurieni a ordenar dels bens
dels Templers. E rcspos en lohan Monge cardenal: Pare sant,
primerament corendria a ordenar de les persones e puix dels
bens b. E aixi no sen dix ni sen feu als.
Daltrai^ part an feit a saber a mon senyor, quel rey de
Francs ha manat conseyl a sent Martin de Tors a XV dies
apres Pascha a tots los prelats et barons de sa terra et que
de quascuna ciutat o vila hi aga II prohomens<'. E aqui el
deu aver son conseyl et acort, que fara de vos altres ni de
vostres bens. E diu hom, que fara cremar los osses de papa
Bonifaci, que ha feits« emblar. E diu hom encara, que fara
daltres novitats.
Encara us fas a saber, que ha feit disputar als maestres
a Paris, si pertayn al princep o ala esglea de fer inquisicio
contre eretges; encara sils pot per si condampnarf; encara si
la confessio de 0001/ Templers abasta a condampnar tols los
Templers del mon, o^ si cove, que per les altres parÜdes del
mon ne sia feita inquisicio; encara si el pot ordenar dels bens
dels Templers. E no sap hom, quen an determenat, mas creu,
qne la determenacio es et sera aital com el volra'. Pus cl es
rey et papa et emperador! Car tot io mon sap, quel papa
no es negun et que el fa tot ^o ques vol del papa et de la
b B fugt hinzu : El psps respos que farieo bo, sil rey de Fransa era
vengut. c Dies bei B hinter dem folgenden Abschnitt; einige WQrter
geändert. rf B kurz; et nniversitata. e A bat vorher ein unvet-
ständlicbes Verbam. f B dazu: nils bene aqui deven esaer contjacato.
fr B: cincena. Richtig, h Der folgende Teil dos Satzes nicht in B.
1 B allgemein ; Maa loa reys ele aoynors ailal conse^'l troben com ein volen.
Das Folgende fehlt dann B.
') Er war ak Gesandter des Papstes bei Fbilipp d. Seh. Ende 1307.
Von seiner sonetigeii Tätigkeit in dieaer Sache wiesen wir wenig.
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124 Briefe, Roden nod Gutachten.
Daltra part, qui es cosa molt maraveylosa, los reys eis
princeps et eis seynors quil obesexen atxi com emperador o
seynor, enaytant que an deseretats et malmenats vos altres per
exempli del; car no parreria ver scmblant, que, si el per cm-
altati; de turmens o per promeses o per altres raalicies o Tal-
setats fa dir ni confessar falsament als Templers de sa terra
coses, qui no farien a creure a nuyla creatura humaoa ni
racionabia, que per a(;o los altres reyes et princeps se d^essen
moure contre sos naturals: Mas que aixi, com Ter se de^
segons dret, que fos feita inquisicio contre vos altres. Ei si
erets daquells fats crinis colpables , quen fossets punits. la
sia, que ala e^lea, si no fos viduada, pertanges dencertar et
punir. E semblam, que nostre seynor, si aquestes coses sofer,
que vuylla abismar la crestiantat; maraveylloses coses son e
terribles. Deus, qui ho te tot en son poder et es sobre tots,
hi veya ey meta bon conseyl. Escrita lo dia de Pasquetes {?).
Auf der Röckseite: AI seynor frare Amau de Baynuls eoma-
nador de Gardeyn.
Uatcelona, Archiv, TenipUrios Nr. B. Or. Pap. Verscblaßachnitte.
aber keine Siegetepur.
B. In Nr. 2 fehlt der Schluiaabschnitt des vorigen Stückes,
dafür steht hier: Encara vos fas seynor a saber, quel papa
tramet lo noble en Hamonet de Cardona als &ares, qui tenen
en aquexes partides los castels. Et an me feit a sat>er alcuns
nieus amtcs de Paytou, que la missal^eria es aquesta, que si
et totes lurs coses meten sots garda del papa et quels majors
de vos altres amen ab giatge al papa et quel rey Darago ces
et sobresiga danantar contre vos altres. Empero an me escrit
alcuns, queus gardets saviament, que per paraules dobles ni
promessions del papa puxats esser destioits ni decebuts. E
an me feit a saber, que si us podiets tenir ni deffendre una
pe^a o temps, quel papa seria confiis et ab lo rey de vos ni
dels altres nuyla cosa no poria ordenar, et entre tant si lau
dels moria, lo Temple romandria en son estament E aquells,
qui a^o man escrit, an me feit a saber a gran secret, que ai;o
lur es estat dit per lo maior cardenal de la cort. E aixi no
son cert, sil dit R. es en aquexes partides ni qui es la missat-
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Kr. 78. (1308} April 21 [?). (1308 Frühjahr.) Nr. 79. (1308) April äl(?). 1^5
geria nil recapte, queuä aporta. Mas en gran peril mes vigares
que äia vostre feit et vostre estament, si Deus doncs noy obra.
Et es niester, que quäl que cosa fagats, que ho fa^ats saviament
et discreta e ab consejl et deliberacio plenera.
. . . Aquestes coscs sien secretes. E fcts les asaber a
frare R. Manats me tot go queus placia. Eiters man feit
asaber, quel papa per rao daquesta missatgeria ha feites gracies
e grans promessions aii Ranionet.
Adresse: AI seynor frare Berengar de sent Margal comanador
Dascho.
Nr. 2. Or Pap. Ohne Ssp. Veracfalafischoitl«. In einem Briefe des
R. de sen Msrsftl an seinen Bruder lt. de »en Harsal , Komtur von
Aaoho, heißt ob vom Papst«; qael rey de t'ranaa lo forsa de dar la sen-
t«ocia, und weiter: E avem paor, qao la sentencia no vengua contre tos
autres per ao cor lo rey de Franaa es seyor del papal Item mes tos fem
aaber, quel rey de Fransa diu, qae eil a la osaa del papa Bonifaci e quo
I* creuiara ans de Pnntachosta malgrat del pspa o szi ae conta. Der Brief
ist nnter einer Deckadresse eines Kanonikus A. in Tortosa geschickt. Tcm-
plarius 34. Der frare R. ist wohl U. 9a Guardia.
79. Bernart CMpiiJalea «1 Kiliiig Jajme U.: R. ^«Knardfn hat Ihn
wMerholt gesagt, daU sie sieh aehenen, rieb zu ei^ben, well
sie den Pafat In 1er Oewnit des rrnnzVdMhen KSnlgs g'Unben.
Bei der AnHeeeuhelt des Königs In Tortosa mttchte R. gern mit
Ihn sprechen nnd Ihm zu einem ehrenvollen Ausgange In der
Templersaebe verhelfen. Die Templer von Hlrnvet ei^beu sieh
gern, hüten nm eine Qesandtsehaft des Königg nnd tou Ihnen
zum Papxtt um festzustellen, oh er die Entscheidung gegen sie
f^l nnd nicht imeh Willen Philipps d. Seh. gelUllt; ivenn
crsteres, dünn noilen sie sich ergeben, ivenn letzteres, möge
der KSnIg sie schützen. Sie versprüchen der KOni^n ein gn>-
lies Oesehenk. Mlravet <190S> April 21 (i>.
AI niolt alt seynor et molt poderos rey Darago en Bernart
Cespujades veger de Tortosa et dela Ribera Debre . . . Fas
sat)er, seynor, que Trare R. (Jagaardia ha parlat aleiines vegades
ab nii, que eyls per ago son dubtans de venir en vostre poder
per (;o dien, que lapostoli es en poder del rey de Franaa e
azi con a hom pres; e Tals paor, quel apostoli no don sentencia
a volentat del rey de Franga. E sobre a^o laltre dia, con so
deia, que vos seynor deviets esser a Tortorsa, frare R. parla
izecy Google
ISA Briefe, keden nai OuUchteü.
ab mi e pregam fort curosament, que yo que vengues a tos,
que fos vostra merce, que vos que volguessels, que Trare R.
que pogues venir a vos salvu e segur, que eyl vos diria coses
e tractaria, que vos esiriets daquest feyt del Temple ab major
honor que nengun princep e ab j^rac del apostoli. Aytan hv
parlaren me aicuns frares, que son el casteyl de Mirauot, que,
si vos veniets deves Tortosa: que yo quem degues veer ab
vos e queus degues pregar de pari deis, que vos en lur dret
los fossets favorable e que eyls poguessen nianlevar de tos per
lurs amics o en aitra manera. que vos veessets, que s^nt
vos fos, que tota ora, que vos ios volguessets cobrar, que
Lornassen en vostre poder; e cod la sentencia fos dada per la-
postoli, sils venia cerl, que anas I inisatge vostre ab I misalgc
lur, en que oyls se poguessen fiar, e si lapostoli deya, quo eyl
agues dada la sentencia per dret e non per volentat del rey
de Fran^a, ans que la dava ,de certa sciencia*, que eyls lor-
narien en vostre poder e estarien a la dita sentencia. E si
lapostoli deia, que avia auda a dar la sentencia per volentat
dei rey de Franga e non de certa sciencia, que eyls que " . . ■
justicia e que fossen mantenguts per vos. E per les raons
damunt dites queus darien Mom^o o altra cosa, que" ...
amassets, que valgues Mon^o e mes a avant. E que darien
a madona la reyna ia cabella de la sal, que an a P '' . . . que
dien eis, que val entro a XXX milia sol. Et a^o ferien fermar
al niaestre major, 0 si amavets mes diners, queus darien aquels,
que poguessen. E axi senyor fas vos asaber per^o con eyU
van a vos, esta bien, que sapiatz ^o, que eyls man partnL
Fetes en Mlravet digmange XXII Jörns de mes Dabril.
Barcelona, Archiv, Tomplarrns Nr. 31. Or. Pap Ssp. Im Dtdnm
Steckt ein Fehler. Am '^. April 1303 war Hontag.
80. Ruimnnd i^ OiirdU un KSnlf Jafmc II.: Will der KSnii: Ihn
Bui^n, so wird «las viele Opfer kosten. Lieber wollen de dir
Krone des MartyrioniK, als ehrlos zu Ihrer und liirer Freaade
Scbande leben. Mlravet <lfWS) Apiil 3t.
n Fehlen iwei WSrter, b Die der KSDigia versprochMiMi S*l^
einkOnfte stammen wolil aus Poniacoln.
oy Google
Hr. 80. (Iä08) April 24. Nr. S1. (ISOS) Uai 5. l^f
... Si ') vos, senyor, per for^a voietz aver nostres per-
sones eis castels , en que nos ara som , es et sera consu-
mament de persones et daver. Et no es segons lo manainent
del senyor papa, qui no mana nos combatre ni ociure nils
bens, que vostres ofßcials tenen, que no mana vendre ne dis-
sipar ni portar a altre pari. Les quals coses se Tan per los
fiitx ofRcials vostres ... Et sert sia a vos, senyor, que nos
volem mes morir ab Corona de martiry, que no viure tostemps
ab desonor de nos et de totes nostres amics. Car si inorrini
per aquesta rao en derenent nostres persones, morrem sens
tort et sens colpa, que no tenim a Deu ni a liomens, axi com
aquels, a qui hom ha alevat Tals crim mal et falcament et
contra Deu et contra rao et contra tota veritat. Et axi los
sancz cantaran per nos en gloria: Isli sunt, qui venerunt
ex magna tribulacione et lavant stolas suas in sanguiiic
agni . . , Dades al castel de Mirauet, diniecros ans do la fesla
de sent March.
Elarcelonn, Archiv, Templarios Nr. 75. Or. Pap. Ssp.
SI. EId ün^iuuiBter ui den Kontur von Anoho: Vrrlefmng der Tor-
HunmlanK von Tonn anf einen andern Termin. Die Lafre des
OrdeoH sei verzweirelt. Die Personen dürften tu einen neuzn-
grttndenden Orden treten. Doeh flaubt Schreiber eher an ein
Wunder Gottes als an deu Cntergnu^ des Ordens. Perplgnan
(!»»> Mal )>.
la, seynor, vos e feit a saber, en quel manera lo rey de
Fransa avia asignat dia a tols los barons e prelats e universi-
tats de sa terra a avcr ab eyls conseyl e parlament en la
ciutat de sent Marti de Tors a III setnianes apres Pasclia *).
Ara lia vengut novel, que ha etongat aquell dia e conseyl e
tot hom aibira seil tot ben en aytant, que troba aicun embar-
gament. [YoJ tem aIcun peril, qui lin poria venir, si faliia
^o que avia en volentat de fer: de deffer e cessar vostre orde
') Vorher gebt die Erwähnung der Gesandtschaft Garrigaus wegen
eine« Qeleitsbriefes für ihn, dar in der aicfaem Form nicht zu erhalten war.
So laBflcn die BrOder ihn nicht gehen. Wollten den BeBchlDaaen dea Papstes
über die QOter folgen, aber konnten nicht, da sie gefangen seien.
') Vgl. die vorvorige Nr, 78.
izecy Google
1^8 IJrief«, Red«ii und (lutachteu,
e de cremar los osses de papa Bonifaci. E per aventura tem
se " ... [Kr]an escandol no lin segis e sobresen en ^o que
avia en voleotat de fer, e brcument tot honi te per desperat
voslrc feit, quel orde roinanga en son estament. Mas quant
a les persones diu hom, quc avets licencia dintrar en aqnd
orde, que entenen a fer novel o en altre. Mas yo no paix per
nuyla res creure ni pensar, que a?o sofira nostre senyor e he
esperaiisa de tot en tot, que el, qui es sobre tots poders, lii
fara iniracle ey metra conseyl. E si tots los homens del mon
[tine]n vostre feit per perdut, no creuria, que la gloriosa, a
honor de la quäl vostre orde age comensameut c deu fenir,
soffirs tan greu cosa. E conseyl vos aitant, com puix ni sc.
queus gardets eus tingats aytant com porets be e saviament . . .
Ihesu Grist, qui ajuda a sancta Suzanna de ses anguxes el
Irebayls, vos aiut eus confort. Estcrita lo prinier dimenge de
Maig a Perpeyna.
Adresse : AI seynor frare Berenger de sent Mar(,'al comanador
Dasco.
Itiircelona, Arcliiv, Templarios Nr. 35. Or. Pap. Ssp.
m. Ell P. do Queralt an KSnlg: Jayme II.: VerhandlnngHi mU 4ta
Templern tn Miraret. Sie ngren steh Jeder Bestlmmaif, Ar
der Papst mit Rat der KardlnRIe trint, Aber sie nad Ibr« Be-
sitz; nur In eine Yernrtelluns als HRretlker werden sie ole-
mala einwilligen. Geseu dieses Terltreehen irDrden sie äth Ttt-
teldigen nnd In Ihren Kastells sterben. Sie wollen In Ihrn
Bur^D DDter Beiraehna^ kStüglleber Truppen bleiben, tieuw
Feststellnns dessen, was sie als Lebensunterhalt TerlaaffB'
Hora (ISOS) Hai 10.
Dijous mati IX dies anatz de Maig fom a Mirauet. Eüin-
tost parlam ab los frares e , . . largament a frare R. qa Guardia
totes les coses, per les quals ereni vengutz a ells, segons que
TOS senyor sabetz. E aquell dia matex apres dinar lo dit &are
R. e el comanador de Mirauet e el comanador de Granyena e
el de ^:ar^ossa, ahut conseyl e acort, an respost a les dites
coses, segons ques segueix: Primerament, que estaran a tota
ordinacio del senyor papa, la quäl se fassa dells e de Iure
(t J-ehlt 1 Wort.
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Nr. 82. (ISOS) Mai 10. 129
bens ab conseyl dels cardenals en axi que, si ordona, que lur
orde sia deffel o que sien daltre orde o en qualque altra
manera eil ordo dells, queti seguiran : saul en I cas tan sola-
ment, go es que, si el papa ordonai-a o condcmpnara ells per
eretgia, que a acn no consentrien per res. Car dien, que per
res no atorgarien de esser erelges, ans defenen se daquest
crim G motrien lotz en Iure castells. A la quäl cosa, senyor,
es semblant a nos, que vos pugatz consentir. Gor si en aylal
condempnacio venia lur fei, serietz a lemps axi con ara de-
vantar contre ells e que per aquest punt nos pcrdes aqucst
Iractantent. lten»> senyor, an atorgat destar en lo casleil solz
guardes vostres, qui esiien fora el castell en les bastides e en
aquella manera que miis puxen, e quen hi estien tantes, con
vos vulatz, en ajtal manera, que puguen cascun dia aver re-
frescament per liirs diners, aytant con najen mester a lur obs.
E dai^o, senyor, es semblant a nos, que vos pugatz atorgar,
que cascun dia puxen aver V soldades de pa a obs deles
frares e VI a lur beure, tan solament, si de inellor sen venia
en la vila o el reynat, que ells no an el castell. E cncara
carn frescha tots dies aqucIla que moster aguessen. E tot
atp'o aguessen a penilrc per ma de les vostres guanles. Item
nos som avengutz, que, si ut^gun frare o frares volien exii- del
castell e volien reniar esles covincni^ies, que ells nols gosassen
reebre ni deffendre, ans les vostres giiardes los poguessen pcn-
dro en tot loch e encara a la porta o prop lo mur dcl caslell
e ells que nols nc defessen. E entenen en esta condicio tolz
los altres castells, qui son establitz. Quant a la segurtat, que
ells fassen sobre estes coses, dien, que faran tota aquella se-
gurtat, que vos, senyor, vullatz, la quäl homens dorde puxan
fer. Per que, senyor, sia vostra merce, que encontinent ajan
vostre resposta sobre totes les dites coses, En axi que, con
seran tomatz a Mirauet de Montqo, on sen anan per aquest fet.
ajan raabut (?) vostre ardit. Encara quens fassatz saber, si les
guardes, qui comandran sobre ells castells, si scran deles hosts
aquells qui mester hi sien, o si y romandrien liomens de
louger a sou vostre. Feta en Mora divendrus X diotz anatz
ilc Maig.
Finke, PamCtam und Untergune des TomplerordAii*. II. Q
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180 Briefe, Etedeo and Gutachten.
UarceloDB, Archiv. TemplarioB Nr. 37. Oc. Pap. Ssp. Der rnlet-
liüniller orhielt 5. Mhi die Genehmigung, nnch Miravet und eventuell mit
1—4 frntres narl) Monzon zu gehen. R«g. 291 f. 114^'. Kf w&r aoeb iV
nandter zum Vieiiner KoDzil. Der KOnig gab darauf folgende chfirakt«ri-
Bliaclio Antwnrt: Kespanem, que a. papa tan solament ai>brel eaa de li
suxpicio do la heretgia et de la infnmia prega dos, qne tuts Im Tempirra
rt los bens Iura prejDjguesaem. Per qae noa non podenl reebre ;o qae ti»
Bou nvcts eacrit. cor eeria uontre la requestn del papa. Devets aaber, qv
In <;ontun]acin es Tort preu a ejls et pfrilo»a, cor per aqnela podrien «es«
condempnata tot ani, com ei Terdaderament eren aytals, com faom diu. K
en^'o quo deyts, que ella estarien a b;i> quel papa feya ab conael deb rar-
denals. vos dejm, que ne a clls fa adir no a noa <i reebro Hqaeata condicio.
quel papa ple pod^r et loc de Deu te en terra et pei ai pot fcr les coan.
JHi,'ia que veciD tot dia, que <;o que eil fa et magomient loa grana fets fsr
nb CDUsela dela cardeimls, per que dos a^o en negunn manera en eondkis
HO metrieni. Dat. ValeDcia XVI kelendaa Janü anni prodicti. [1308) Htl
17, Reg. 2H1 f. 105.
Xi. Bei einer CeKandlsebaft des Johannes Borgnndl nnd des Lipu
Sanell de Lnnn nuch Fraiikretch In Sachen de« Viil de .4nM rr-
hielt lelzlerer den Auftrag bezüglich der Templer Philipp de*
SchUneu EU sagen: Jayme danlit Htm fUr «eine Hlttellong, dafi
er Über die Gflter der Templer persSulleh mit dem Papste nr-
linndeln, die Ehre Jaymea (In dieser Stehe) ^le die selnige rtr-
teidigen nnd ttpSter anstttbrlieh berlebten irerde. (1308) Hai iS.
Aquesta es la informacion per el seynor rey Darapon
(Inda a Lop Snnchez de Luna de lo que el solo dcvc decir al
roy de Frani^a sobre el feyto deles Tempieros.
Deve decir con buenas palavras al rey de Fraiiija el dito
Lop Sanchez, que, coino el senyor rey Daragon le enTiasse a
el sobrd l'eyto de la vayll Daran, inandote quel dixiesse aque-
slas palavras: Com el dicho senyor rey Daragon entendido
complidanient lo que el respondio per su letra ^) e per el
roli^ioso fiay P. *) Tholsan de la orden deles Predicadores,
que el dilo rey Daragon lenvio sobre el feyto de los bienes
de les Tempieros. En la quäl carta e aun per el dito frayre
le envio a decir entre las otras cosas, que eil por tractar sobre
esto con el seynor papa devia venir a eil personalniont. E
quo defTendria e guardaria la hoiira e lestaniineto del rey
■| Der Brief fehlt.
') PiincliasiusV
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Nr. 8S. (1308) Mai 18. Nr. 84. (1808) Mai 25 -(1309) Mai 17. 131
Daragoti assi como el snyo en todas cosas segunt su poder.
E quel faria saber lungo todo lo que se faria e se ordinaria
aqui. Las quales cosas el rey Daragon muyto agi'adesce a)
rey de Fran(;a e tat respuesta esperava el del ...
Barcelona, Archiv, Reg. 335 f. 237 v. Vgl. zu dieser Gesandtschaft
auch J. Petit. Charles de Valois p. lU, 115. 885.
Kl. NoUzen znr Gesehlehte der Belngernng und Cber^be Ton Mniixou.
(1308) Mal 3r>-(13m) Mitl 17.
Bischof Martin von Hueaca an König Jaymc II. : Artaldus de Tiuiin,
giiliernator Aragonie, homines OHcensts ecclesie ... ml eimdum in exerrituin
aive hoat sopor raatrum Montissoni compellit fortiter. Bittet seine f.enti',
wio bisher, zu verschonen. {1308; Mai 25. CRD Nr. 118.>8.
Simon de MoKna an Jayme II.: Man mUsso mehr die frares de^treyer.
Er wisse, daß Modzod nicht a «acut et lanza genommen werden kilnne. Ahm'
es sei auch keiner da, der gut aufpasse. da& kein refreacament liinein-
gelange. Me diu lo mahester dels geyns, quels guyns vagaven ot estriven,
per quan iiols svia hen qui parar ni servir. (1308j Juni 28. CRD. Nr 3572.
Befehl des KUnigs: Ingenia in ubsidione Moutisanni cxist^nciii et
minus provide custodita cnslodiantnr cum diligencia, (1308) August 18.
Reg. 291 f- 91.
Scripterem poreionis dumua nostre BeiDardum Rodera non habcns,
de qua posaunt solvero aalariuu uniua menais magistroruin exiaU-nciuni in
ubsidione Mnotiesoni, rogat, qunteiiua miiluet de sm> diio milin st<l, .Inrc
August IS.
I*. del Maa Ober die Belagerung; ÜrTißo der Wurfsteino uhw. Monziin
September 11. Templarios 8.']
Für fr. Dalmacios da Thimiir und Bernart de Fontibus wird guidnti-
cum erheten: ita quod nos scriberamus eis, ut ad mos veiiireiit . , .. qimd
aiib predicta forma nullatenus concederemua. (1308) September 2ß.
An P. Marci : Zahlung den marinariia, quos . . . G. Adronerii [mn-
gister iogenionim] de Barcbinona apud Muntemaunum erat ductunis pro
directione et aervicio dictorum ingeniorum. (1306) September 23. Reg.
291 f. 142.
AnJacobusGgidii eampsor in Pampelona: Dringende Sendung eines nin-
gisl«r ingeniorum für Belagerung Monzons. Dezember 13U3. Heg. 291 f 1K4
An fr, Bercngar de Bsiuis u. a. Templer in Monzon: Sendung de^
Admirals Bemardns de Sorriano und des tiiesaurnrins 1'. Marci. Reg. 2!ll
f, 190 V.
Aufforderung der Einwohner von Haeeca zum Zuge gegen Monzon.
(1308) 9 Januar 23. f. 194.
') Vgl. Forderung an Lerida, 300 Mann gegen Mnnion zu acbicken.
1. September. Prulz S. 351,
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182 Briefe, Reden und GutacbUn.
Seit 1309 Febmar I. — IO. weilt J&ytao li. in Uonzon ; viele Auffor-
derungen zum Kampfe. Iteg. 991 f 300 v.
An Artaldua de Lnna: Darf mit Modzod verhandeln. (1309) Hai 17.
NoB Ja. etc. Cum preeenti carta noatra volumns et canceditnna vobis
fratri Berengario de Pulcrovisu, fr. Dalmacio de Timor et fr. A. de Btnynlä
et alÜB fratribus TempIsrJis in Castro Montiaaoni nunc aaBJatentibus, qaed, li
forte ordo Teinplariorum ad etatuiii redierit asauetum, in quo er«t ante pnt-
cessum factum contra vor et alios frntres ipsius ordiuis, dos in eo casa
rcetituemus vobis nut ordini Tempil ciistruni predictam MontissoDi. Harre-
lona Mai 17. leb nehme hierzu auher der cbronologischen Reihe:
Sü. Sene TonehlXge des KUnigH fUr die Ubei^abe Ton Honion. (1309
Tor Hai 17.)
Esto es lo quel senyor rey atorgo a don Arial et a don
P. de Queralt, que faria e milloraria a los capitoles, que ja
avia dados. .
Primeranient que atorgava de embiar al papa un rieh
homne, si convinent se podia trobar ala dita mandadria, e sino
de embiar hi I cavallero o II honirados e fer todo su poder
endre^at, como el maestro con IUI o V freyrfis e un savio o
II vayan delant sa presencia salvos el seguros de ida, de
eslada et de tornada, a mostrar de su dreyto, tro que sean
tornados a la preson de! senyor rey, e que estos freyres. qiii
iran con el maestro, sean esleydos por los freyres del casliello
de Mon^o.
Item que todas sus joyas, que son dentro el casUello Je
Mon(;on, e diners e arnes de sus cuerpos sea[n] puesto en rtiaoo
de fiel deyus tal condicio, que, si el papa los demandava al
rey, que el fiel las rendiesse a! rey, por que las podriesse
tomar al papa. E encara si la orden del Teuiple se deslada,
que aquell fiel las riende al rey. Pero si la orden del Temple
fincava en su estado, quel dito fiel sea lenido de tomar lo
todo a cadauno dellos freyres.
Item que atorga el sennor rey, que aquellos freyres, qw
don P. de Queralt et don Arial terran por bien, que puedan
tener sendas bestias mulares pera su cavalgai*.
Item al feyto del turment dize el senyor rey, que no es
suyo el poder sino del papa, pero prometen, que fara todo su
poder en escusar ne a cllos et a lodos sus naturales.
oy Google
Nr. 85. (1309 vor Mai 17.) 138
Item al Teyto de oyr sus oras et el sagramenlo de )a
eglesia dize el senyor rey, que no es suyo el poder ni viene
a eil ... 1).
Item atorga el senyor rey, que de la moneda, que dentro
CS, quen pueda prendre cadauno algfuna quantita convincnt por
a sus necessarias a conoximento de don Artal et de don F.
de Queralt. Et que les sea perdonado toda ren, que ayan feyto
ni dito, de que estos feytos conien^aron *),
Item al feyt de los solares, qui son en el castiello de
Mon^on, el senyor rey lis perdona toda ren . . . Sean pagades
sus soldadas . . .
E en [las] mismas condicions . . . se entiende freyres
legos del castiello de Chala[me]ra ^).
BarcelonH, Archiv, Teraplarioe Nr. 59. Gleichz. Streifen Papier. Der
Originalvertrag von tS09 Mai IT befindet siuii unter den Pergaminos
Kr. 2653.
Ich hebe «ns der etwas ausfshrlicheren Fasanng bervor: &) Den
BrOdem bleiben : Inre joyea, co ea saber taaaee et cuyileres dargeot et anells
et libree ßomans et altrea jojee menudes. Et dela lurs dinera ... et robes
de tits . . . indes les amee o armadurea Iure et tote los Htnes de Inrs cnr-
pes. (3) I.es nrmadnrea del castell et vexella et tot aparellnmeDt dalberch
ab carta publica sien comenndes a aquell, qui t«ndra lo castell. (4) Geld-
entachsdigung. (5) AI fet de tunnent promet don Artal en uom del senyor
rey als dits frsres, quel dit senyor rey fara tot son poder ns«. (8) Alle
UHcnnden, die die BrOder nnd Laien haben mflseen, sollen frei von Abgaben
sein. (10) A cavall o a peu se pnsquen nnar. Dia guardes dQrfen sich in
nicht« mischen, abgesehen von der Bewachung. Dann folgt die Verteilang
der Templer anf die verschiedenen Bargen.
,E nos frare Beringer de Hell Tis, fr. Dalmau de Timor, fr. Aman
de Banyola et fr. Bemart de Bellifent en nom nostre et de tots los altros
frares eatanta en lo dit castell de Hunt^o atorgam a vos dit noble don
Artal de Lnna en nom del dit senyor rey, que lo dit senyor rey o vos o
altre en loch dell conplen a noB lo avinen^s darountdita. Nos ancontinent
iinraTem a vos poderosament lo dit castell de Muntfo segons la ordinacio
del senyor papa el que sia en poder del aenyor rey, segons quels altrea
castella et bena del Temple son en son poder perla ordinacio del dit
') Will mit den Bischöfen darüber verbandeln.
*) Eh folgt ein Kapitel Ober die idendos*.
') Eine Anzahl Funkte stimmen inhaltlich mit den Kapitulationa-
bedingungen von Miravet flberein (oben Nr. 58), doch gibt es auch einige
ebarakterietische Unterschiede.
izecy Google
134 Uricft', Rodop un<1 Uutuuhteii.
üuiiyur piipu et inutreni DOBtrca pursonea cn vostro poiler on iiom dcl soiijor
rty . . .■ IX. kHlcndaa Junü n. d. mill. CCUIX. NotariatanatnimcBl mit
doD Hnndzeicljen der Templer.
H>. JohnnneH Bai^nndi an KOnl^ Jajine 11.; Ankanlt PMllppsd. Srb.
In Poltiers. BegrllBuDfsrede des Papstea : BUcbbcbr naeb Rom
niid Kreuzzugisplau. Dauer des AnTenlli altes des KSalg«. Y^
■norditngr Albredits 1. Uninl^ltebbeit, deu Papst za sprccbta.
Poitlers (i:tON| Hnl 2«.
Rfx Francie iiUravit civiliileii) Pictiiuensoiii hodic et ali-
qui prelati cum eo et barones" ... et procuratores vei sinditi
loronim insigiiiuni terre sue. Papa inullum grale recepit fum
et in ipsius rt'gis et cardinalium presencia dixit, quod (?) gau-
dobat de eins advenlu propter diio signanter: Prinio quia ipsc
iiilüiidcbat irc ad setlein »uam, sciücet Romani, uiide ante re-
cessum suuni desideraltat euni videre prcsencialiter *. Secundo
quia ipse rex veniebat propter (V) negocium Terre Sancte, quoii
multum erat cordi eidem regi. Et tunc ipse papa iiiteiTogavit
ret^eiu, si erat tta, qui respondit quod sie. Et istec ... priii-
cL'ps fuit effectus proposicionis pape.
De mora rcgls, [quam] hlc contrahet, nescitur, sed cre-
diUir, quod non sit brevis, njun [vacancie?] indicte sunt in
audioncia causarum et in audiencia IJtterarum a die . . . pre-
torita usque ad quindecini dies pust festuni lohannis Baptiste
se(]uentem, ita quod niulti curialcs, qui eraiit bic pro causis<' . ■ ■
de domibus suis, ut ibi recipiantur regalcs.
(De repc] Aiamannie iam vobis, serenissime princep?.
scripsi, qualiter prima die preseiitis mensis Madii fuit inttr-
fectu-s per nepotcm suum carnalem . . . Die . . . proxime piv-
tcrita fuerunt octo dies, quod, cum papa equitasset, disi ci.
IquodJ, sicut ipse stiebat, hahcbam verba ad eum ex parte
ccl^itudiiiis vestre. Dixit miclii, quod redirem ipsa die posl
prandium, quod feci. Et per queridam domicellnm mandavil
inicbi, quod redirem in crastinum, quocl ... et feci. Et in
ipso cTitstino, cum ipse deberet equitare, videns [mc] vofuvit
me et excusavit se propter multiplicitatem n^^ciorum, quia
me non audiverat, sed dixit michi, quod redirem iii craslinuni,
.( Ein Wort fehlt. I. 01> statt pereooaliter ? -■ Zwei Wut-
tcr fehlen tl 3-4 Wörter fehlen.
izecy Google
Nr. 86. (130^) Mai 26. Nr. 87. (13U8) Hfli 29. 135
scilicet die doniinica . . . Redivi ipsa Hie dominica et die lunc
et pluries post et iiondum sibi locutus sum. Dat. Piclauis
(^doinin]ica post festum ascensionis domini.
Barcelona, Archiv, CRD. App. gen. Nr. 83, Or. t'ap. Sep. Eine SHtf
ist vollständig abgefault. Der Brief nber die Ermordung; Albrocbta fehlt.
H7. Eitnnrf zm der Etede ^Tllhelm« ron Flalslans ror dem Papst« Cle-
neBK V. In Foltlers. (1308 Tor Hai 29.)
In Dei nomine amen. Chrislug vincit, Christus lügnat,
Christus imperat!
Post illam universalem victoriaiii, quam ipse dominus
Ihesus Christus fecit in ligno CTUcis contra ostem antiquum pro
defensione ecciesie siie et umani generis redeinpcione, qui
regnat et imperat et pre aliis antonomasice et per excellen-
ciam meretur dici et nuncapari rex: tum quia fillus regis re-
gum, videlicet Dei patris, qui est et Tuit et eiit in eleniuni
et ultra" rex cell et terre, rex regum et dominus domiiiorum,
tum quia incamatus et natus de Maria vii^iine, niatre sua,
que et ipsa ex rcgali Tuit orta progenio, cui nuuquam fuit
regina reperta similis nee in posterum habebit sequentem. Et
eciam iinperator, quia omnibus sub solc existentibus impcral,
angelis etiani et bonis et malis spiritibus, omnibus eciam clc-
mentis et a nemine imperatur. Non fecit ahquam particularem
victoriam contra inimicos sue ecciesie et fidei'' . . ., ita miram
et magnam et stranuam(?), ita utiiem et necessariam, sicut ledt
noTissime hils diebus per ministros'^ ... ad hoc in perßdiorum
Templariorum negocio mlraculose, detegendo eorum pravitatern
heretioam in animorum ipsorum periculum et subversionein
fidei et destruceionem ecciesie diucius exculcatam.
Ad manifestandum igitur predictam victoriam vnbis,
pater beatissime, qui estis urbis et orbis universalis episcopns,
vicarius spiritualis in terris summi presulis Ihesu Christi, ac
fratrJbus vestris, qui sunt columpne ecciesie sancfe Dei ac per
vos et ipsos omnibus Christicolis dominus noster Francie rex,
dicti r^s lesn Christi in regno suo temporalis vicarius totus
R Es folgt QberflQasig reguin (Vi. h Fehlt ein scliwer lesbares
W<Hi. c Fehlen zwei WBrt«r.
oy Google
136 Briefe, Reden und Gutachten.
et integer, id est, cum omnibus membris suis prelatis, capilulis,
toto clero et ecclesia, baroDibus et militibus, communilalibus
et fidelibiis populi regni sui ad vestre sanctitatis venerabilcra
presenciam, predecessorum suorum inherendo vestigiis, Romane
ecclesie matri sue et cedi ^ vestre debitani et consuetam reve-
renciam exhibendo, non intendentes ipse, eius prelati, barones
et populi partem accusatoris, denunciatoris, instructoris >el
promotoris in figura iudicii contra quemquam assmnere, set
ut fidei catholice zelatores, defensores ecclesie, murus lenisalem
et'' purgatores heretice pravilatis vobis dicte victorie nunciarc
et ehisidare nmteriam atque forniam.
Fuit igitur dicta victoria in belli ingressu orrenda et ter^
ribilis, in eins progressu iocunda et mirabilis, in eius egressu
dilucida, not[oria] et indubitabilis. Nilque aliud restat agen-
dum, nisi quod in eius execucionis effectu per vos, pie pater,
et alios, ad quos pertinet/" . . ., et oportunis adiuvaturC:').« re-
mediis, ut, per qua ^ Christicolis nescientibus publicetur et de-
claretur omnibus popults.
Onenda luit doniino regi et aliis Christi ministris et ter-
ribilis ab inicio propter quatuor: primuin propter condicioneni
pei'sonarum denuncianciuni, quia parvi status erant hoinines')
ad tani grande promovendutn negociuni.
Secundum propter inagnitudinem et immanilatem (y)i
divicias et potencias, statuni religionis delatorum et hiü ad-
herencium.
Tercium propter inunianitatem ' criminum, ex quibus, si
vora erant, dlvlna et liumana subvertebatur natura.
Quartuni propter dileetiotiis, tidelitatis et devocionis vin-
cula, quibus erant domino regi utpote suo principali patrono
et doniino temporali adstricti; et quia dominus rex proseqHe
batur eosdem et sui predecessores fecerant speciali gracia et
d So Konzept. e Konzept se. f Dos Folgende leM i'l>
abiuts. Ein Btichatabe vorher fcblt. 1/ adiuta. Das t ist unteqiangk'rl.
/( Su Konzept. i So eher ala immanitas. Vgl folg. Nr.
') Eine auf^llige Abweichung von der Rede. Nach Job. Borgnai
(vgl. folg. Nr.) hat PlaiaiaDB sicher nur Ton einem VerrSt«r gesprochen.
izecDy Google
Nr. 87. (1308 vor Mai 29.) 137
Tavore et pre aliis relit^iosum porlantibus Iiabituni pcculiareni
confldenciam habebat de ipsis.
Super hoc primo narretur totus processus regis ab inicio
infomiacionis secrete per eiim factc el postea per inquisilorem
et maturitas conscilii sui facti apud PonLisaram usque ad tempus
Ordinate capcionis eoruin.
locunda et mirabitis : Primo quia Deus tales huius victorie
elcgit ministros, qui non querunt in bis, que sua sunt, set que
Christi, abicientes a se oninem eupiditatem et vanam gloriani.
Et hie dicalur regis intencio et ordinacio super bonis. Alius
enim vJvus aiisus non fuisset agendi rem tarn grandem ; et ipse
propter multa tenetur ad hoc, potissime, quia in coronacione
iuravit,
II quia Christus videtur niiraculose egisse, ut vos de
regno Franc ie Petri successorem assumpsil vosque in regno
predicto presencialiter cum curia vestra^ adesse cum rege a
clomino electo et benedicto pre ceteris ' . . . et ipsum vobid'" . . .,
ut utriusque virtus siniul unita constanter debellaret pro ipso.
III quia omnes primates ceierati ordinis ex diversis mundi
partibus sub alterius cause velamine in dictum rcgnum de pre<
niissis subituros aduxit iusticiam.
IUI Quia magisler cum omnibus aliis primatibus ante
capcionem eorum excusando se regi ipsi et legende errores,
quantum poterat, et exprimendo iura{?) et secreta eoruin ex
lionere suo aliis presentibus et consencientibus confessus fuit
heresim manifestam adversus sacraraentum clavium et confes-
sionis sacramentalis.
V" quia in capcione eorundem aliqui ex eis metu crimi-
num sibi impositorum desperati de Christi misericordia laqueo
se suspenderunt, alii se occiderunt, alii se precipitaverunt.
VI" quia uno eodemque tempore omaes paucis exceptis
in diversis r^ni partibus per omnes bailivias et genescallias
h Folgt wieder: in regno predicto. / Fehlt ein Wort. Die
Stolle: n domiuo— ceteris ateht Übergeschrieben und scheint dem Sinne
nach hierhin zn gehören. Dem Zeichen nach eher nach ipsum zu setzen.
•1 Hier folgt eine S4:hwer deutbare Stelle von zirka 5—6 VVOrteni.
izecy Google
13S Briefe, Reden and Gutnthteii.
predicta confessi fuerunt spontanei, pro tiibus partibiis '), absquL*
quod unus sciret de alio, et oniiiium in substancia arÜculonJin
est Concors confessio nee iiiterrogabantur de certo nee Uli.
qui cratit in una baiüvia vel senescallia sciebant de aJiis.
Item maijister in publice sermone coram univeR-ilate
Parisiensi.
Ilem ille de Usecia et ille de Carcassona et multi alii
per aperta miracula.
VII" quia fuit in eis taui diutinä perseverancia et cepiusnunc
cüi-ani episcopis, interduni coram officialibus eorundem et aliis
viris religiosis et coram clero et populo eoruin iterato « confe^ao.
Quidain aotem post confessionem spontaneam et cepiui
coram diversis per magna intervalla septimanarum el mensiuni "
et perseveracionem diutinam revocaverunt eosdem collusioDe/'
habita super hoc inter eos, ut noverunt domini cardinales itiissi
Parisius et conlorlacione recepta per nuncios et literas aliquo-
rum, que suo loco et tempore delegentur, quorum quidani
magni in liac curia dicuntur fuisse. Et corrumpti suntC:*) pec-
cunia, all! aliis inorriinatis motibus, qui penam fautonim liere-
ticorum possunt merito formidare.
VIII" quia post confessiotics generales concordes omiiiimi
alii post multa tempora spontanei enormiora confessi sunt.
Et Ille dicatur illud, quod Uli V* confessi fuerunt coram archi-
episcopo Senonensi et ilü XXX coram episcopo Mastieonensi
et unus de illis V* in illa confessione perseverans in inoriis
arliculo migravit utinam ad dominum.
Stetit dilucida et utinam indubitabilis.
Primo quia per testes convicü'/ quam plures et superatus
est ordo.
Secundo quia confessi tot confessionibus, quod rem fadunl
notoriam.
Tercio per famam publicam, quia est conimuriis tociuä
regni, ymmo tocius mundi, contra ipsos aclaniatam.
II 8u Konzept. Ob atatt iterata? n Hier folgt itoram. ^ S>
Konzept. Ob statt coHocutioae ? ff EigeoUicb convincti.
'l So steht dentlich dn. Dhs weiat doch auf die verachiedEnen ^f^
izecDy Google
Nr. 87. |1308 Tur Hm 29.) 1S9
Qiuirto quia Dcdum est iiotorium iuris, yiiiino notoriuiii
l'ucti apud onines homities.
V per instrumenta publica et sc-ripturas aulenlicaiü sigillis
autcnticis sigillatas.
VI per rolacioneni indubitatam tanti et tarn catholici priii-
cipis, in bac pnrte Cliristi ministri, cui in [hi]s, que Hdet sunt,
debet credi.
VII" per relacionem tantorum catholicorum pontißcum '■,
(jui pro se et tota Gallicana ecciesia hec prolitentur nolorie.
VIII" per aclamacioneni tantorum barununi et {jopuloruiii
Jiuius regni.
Presunpcionibus ortuni habentibus et diversis indiciis
perspicuis et vcrisitiiilibus coniccturis, que per se siniul iunclc "
sine aliis presedentibus rem indubitatam Facerent:
Primo prenunciavurunt hoc populi a tempore, quo de
contrario non extat memoria, quod in sccreta i-ecepcione oorum
aliquid illici(un) committebant et de hoc probabilitpr ab oui-
nibus babebantur suspecti publice et notorie.
Secundo quia ep[iscopis] Romane ecciesie sccieta ordinis
sui non revelabant.
Item quia de noctc faclebant c<\pitula et convcnticulas
.suas, qui mos est hereticorum, et qui male egit, odit luccm.
Item a fructibus eorum cognoscere possumus eosdetn,
quia per defectuin ipsorum Terra Sancta dicitur perdita et
pacliones secretas cum Soldano cepius dicuntur fcclsso iiec
ospitalitas nee etemosina nee alia opera cnrttatis liebant In
domibus eorum. Totum intentum eorum erat jn acquirendo
et litigando et iurgiando et ita promittebant se facturos iure
vel iniuria, ut reperitur per deposiciones quorundam.
Item quia alÜ capti, ut suspectt de hore.^i, et accusati
fregerunt carceres et alü citati non venerunt; et aiii iu:^.si capi
eciam per Romanum pontificem aul'ugerunt. Quorum quidam
sunt latrones in silvis, alü doprodatores viaruin, alü occi^orcs,
alü minantur mortem gladio vel veneno iudicibus et ministris
huius negocii.
f So nur zn lesen, n iucte. Vorher perätipiciia stHtt per-
izecDy Google
140 Briefe, Reden und Gutachten.
Itein io multis mundi partibus muniebant castra contra
ecclesiani et executorem eiusdem, subtraxerunt bona et dila-
pidaveioint, consumpsenint eadem, etiam vasa sacra.
Item nulli vel pauci eciam de hiis, qui estra regniim
Francie habitabant, optulerunt se pui^aturos, licet iussus '
universalis emanäverit ab hac cede, quod omnes tamquaro
suspecti de heresi capiantur, ymmo multi in regnis Ispanioruin
comorantes ad Sarracetios se transtulerunt omnino ').
Ex predictis igitur necessarie concluditur, predida fore
notoria et dilucida et indubitabüia, luce meridiana clariora nee
de cetoro posse vel debere ab aliquo, qui sit verus catholicus
et velit favoris heresis evitare periculum, in dubiura revocari,
nedum rebus manifestatis a Deo miraculose, ut predictum est,
per predictum christianissinium principem et predictani Galli-
canain ecclesiam, barones et omnes populos dicti regni. Ymmo
et si bnitum animal hoc ita darum et probatum differret, non
esset ulterius disputandum. Ita est favendum cause fidei et
specialiter per Romanum pontificem, cuius cause omnia iura
favent et in ea omnes regule iuris faltunt. Nee est curanduin,
quomodo aiit qualiter aut coram quo, dummodo veritas ^t
reperla, ut est, et maxime per Romanum pontificem, qui so-
lutus est iuribus.
PATifl, Ärdi, Nat. J. 413. Nr. ST. KouKept Papier 2 BU. mit vielen
KorrektureD. Zuweilen eubner leebar. Ob von Nogareta Uaodl JflDgero
inkorrekte Abschrift liegt bei.
88. Johannes llnrgrniidl nn HVtäg Jsyme 11.: HItteilan; der Bed«
Wilhelms von Plalsians, des Ei^blschob von Narbonne, des En*
blschofä von Bonrges niid der Vertreter der venehledenen S)life
sowie des Papstes Clemens V. im Konslstorlnm In Foltlers »■
2». HoL PoltierB (1308) Hai 30.
Excellentissinio et niagnifico principi domino suo, domino
lacobo Dei gracia regi Aragonum, Valencie, Sardinie et Gorsice
comitique Barcliinonensi ac [sancte] Romane ecclesie vexillario,
admirato et capitaneo generali suus in Romana curia proeura-
t So Konzept.
izecy Google
Nr. 88. (1808) Mfti 30. 141
tor lohannes Bui^undi, sacrista Maioricensis et canonicus Valen-
tinus, inter consiliarios eius [ininijmus, sn ad eius manuum
oscula cum subieccione debita genuflexum. Noveril vestra
regia celsitudo, seretiissime priiiceps, quod die mercurii, que
fuit IUI. kalendas lutin, dominus papa ten[uit] consistorium
publicum cum cardinalibus in aula regia, in qua consueverunt
sedere auditores sacri palacii, sed rex Francie tenet eam nunc.
Et- in consistorio ipso fuit prcsens ipse rex Francie cum baro-
nibus [suisPJ aliquibus, quia non sunt hie multi, et cum pro-
curatoribus et sindicis tarn prelatorum quam capitulorum ot
conventuum quam baronum quam etiam et civitatum et locorum
insignium. Fuerunt etiam ibi präsentes aliqui de Francia et
aliunde, qui secuntur curiam et omnes officiales curie et deinde
clericoram ei laicorum innumera multitudo.
Surrexit auteni in ipso consistorio pro parte regis Francie
dominus Guillelmus de Plasiano ^) miles et doctor legum et
slans pcdes supra quoddam scannum proposuit nomine et pro
parte ipsius regis contra Templarios incipiens sie: Glirislus
vincit, Christus regnat, Christus iniperat! Et prosequens hoc
tlicma dixit, qualiter dominus noster Ihesus Christus magnam
victoriam obtinuerat teinporibus istis de ininücis suis, qualis non
fiierat a tempore passionis sue citi-a. Ft post aliqua circa hoc
dicta subiunxit sie : Pater sanctissime ! Rex Francie non vonit
pro negotio isto ad vos sicut accusator nee sicut delator nee
sicut denunciator nee sicut instrurtoi- nee sicut partem faciens
sed venit ad annunciandum vobis gaudium magnum, quod est
omni creature de victoria isla. Que quidem victoria Tult
orrenda' et terribilis in ingressti, fuit iocunda et mirabilis in
progressu, sed et fuit notoria et indubilabilis in ^ressu. In
iugressu quidem fuit orrenda ot terribilis propter tria, videlicet:
propter parvitateui deferentis, propter magnitudinem detatorum
et propter enormitatem flagitiorum. Quorum quidem trium
consideracio et si fecerit, quod rex ad statim credendum non
moveretur, nichilorainus tamcn zelo accensus fidei et igne sancti
*) Man vgl. Aber ihn besonders Le HayeD Age T (1892) |
'M dieser Kedc nnßer dem Konzept in vor. Nr. den Auszug i
s Albani (RislinngFr) Ann. regia Edward! priini p. 492.
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U2 Briefe, H«den und OnUcliten.
spirilus inflaraatus noluil delala totaliter non credere, sicut nee
expediebat. Sed super ilÜs voluit cerliorari et proswutus psI
tunc idem dominus Guillelnius de Plasiano, qualiter U, t|iil
m'fiotium isttid detulit et revelavit r^i Fraiicie homo eral parve
conditionis habito respectu ad ipsos Templarios et audilo'} eo
rex Fraucic locutus fuit inde domino pape, dum adhuc esset
Liigdiini, et postea locutus est inde sibi ilcrum, dum essel
bic, modo erat annus, et aliquando per nuncios suos. El in
negotio isto processum fuerat auctorilate lilterarum ipsius
domini pape*), Postea locutus est de magtiitudlne dclatonim.
id est Templariorum, quaiiter magni et multum potentes eraii(
in ecciesia Del. Deiiide expressit iinmanitalem seu enortnitatem
fln^itiorum vel errorum iliomm, recitando, quaiiter ipsi ter
ncgabant Iliesum Christum esse fdium Dei, et ter spuebant in
oius imaginem, et viciuiii sodomiticum inter sc beere dicebanl.
quoddam ctiam idolum ostendebatur eis, qui reputabantur bonl
inter eos, et illud adorabant. Et postquam de hjis locutus c><
idem dominus Guiilelmus, seriöse prosocutus est, quaiiter victoria
illa, de qua predlxil, ftiit iocunda et mirabilis in proüressu
proptcr tria, videlicet propter Dei providentiam eligentem mini-
strum, propter Dei clementiam providentem magistrum, et
propter Dei sapieiitiam ordinantem processum. Dei Providentia
elogit ad hoc negotium ministrum scilicet ri^em Francie, qui
in regno suo est Dei vicarius in temporatibus, et certo nullus
ad hoc uiagis idoneus inveniri potuisset. Nam ipse est prineeps
devotissimus et cliristianissimus, potentissimus et ditissimus.
Undo taceant illi maledicli, qui volentes ipsis Tempiariis Tavere
in errore suo, dicunt : quod rex motus est ad isla propter ava-
ritiam et cupiditatem bonorum illius ordinis. Gerte non ei
cupiditate motus est, quia satis babet et ultra quam aliquis
princcps christianus. Prelerea bona ipsa Templariorum eom-
misil certis pcrsonis fidelibus, non officialibus suis, qui extra
rationes suas illa custodiant, ut expendantur in passagio Terre
') Hieraus scheint docti hervorzugelien, daß zwischen der EnthnllDic
Eaquins von Flnyinn und der Mitteilung an den Papst nnr ein icOnfrrr
ZwiBcbenrauni liegt, dft& h)so die Bnthflilung 1305 stattfand. Vgl. Dv-
stellung.
') DngejtPn protestiert der Papst in seiner Rede,
izecy Google
Nr. 8S. (ISOS) Hai 80. 14S
Sande, pro qua data fuerant. Licet enim ipso forte de iure
posset ea sibi Gonfiscare, noti vult tamon, quod intentio suorum
progenitorum, qui ea dedenmt conteinplatione Terre Sande,
frustrarelur, sed quod in illo negotio expendantur. Non ergo
ex cupiditate motus est rex sed zelo fidei. Unde si dominus
Karolus frater suus vel filius regis, qui ibidem presentes sunt '),
aut rex Nauarre primogenitus suus essent tales, quod Dens
avertat, idem Tecisset et facerel de eis,
Dixit postea idem dominus Guülelmus proponens, qualitcr
Dei dementia providit ad hoc negotium niagistrum sdlicet
papam, Christi vicarium in spiritualibus, non undecumque, sed
de isto suo regno gloriosissirao scilicet regno Francie imo
Francorum, ut loquar proprius, oriundiim, et ex quadam Dei
ordinatione moram ibi cum tota sua curia contrahentem. Si
enim papa fuisset ultra montes, rex presentialiter euni videre
non potuisset. Si per nuncios negotium istud habuissel fieri,
niultum potuisset difTerri. Deinde dixit idem proponens, qua-
liter Dei sapienÜa ordinavit processum, Nonne a Deo factum
est, quod magister ordinis cum maioribus et quasi omnibus
fi-atribus suis ultramarinis [ex] aliis causis venerat ad partes
istas et inventus est in regno islo? Certe a Deo factum est
Iioc, ut facti veritas darius elucesceret. Ipse enim magister
sponte et sine tormentis omnia confessus fuerat et sicut ma-
gister tarn pro se quam pro aliis; inio et antequam capcretnr,
cum presentirel, que rex faciebat, veiiit ad eum et in presentia
aliquorum de consilio suo volens excusare se et ordinem suuni
dixit verba, que, s[i] fuissent premeditata, tarnen« . . . Iieresim
sapiebant aperte. Explicavit enim aliqua de statutis sui ordinis
et inter cetera dixit, quod fratres aüquaudo propter timoreni
pene eis i[np]onende noiebant eorum peccata contiteri et ipse
in capitulo absolvebat eos, cum tamen sit laicus et daves non
liabeat. Fratres etiam multi sine tormentis confessi sunt errores
[de?J negatione Christi et aiios, et aliqui post tormenta. Tarnen
aliqui, postquam confessi fuerant, errores pre<iictos negaverunt
a So Ol-. Dann fehlt ein Wort.
') Wahrscheinlich Philipp, mit dem Beinamen Le LoDg, der damals 15
.InhiT alt war. Doch erwähnt sein Biogrnph I'. lichugeiir p. 11 nicht« linvon.
izecy Google
144 Brinfn, Reden wai GuUchten.
eos. Et linde istud processerit, bene seit rex. Natn per aliqiios
de eccicsia ista [fuit] eb signincatnm, quod starent Tortes, quta
favorem invenirent hie. Et bene seitur, qui sunt isti fautoi^
eorum et qui receperiint munera eoram et veniet hoc in lu-
cem '' , . . qua.
Post hee prosecutus est idem proponens, qualiter TJcloria
illa, de qua predixit, fuit notoria et indubitabilis in ^ressu.
Erant enim notorü errores illius ordinis omnibus modis, qiiibus
aliquid polest diei notorium iuris et'- notorium Faeti säve per-
manentis sive actu transeuntis vol alterius, sicut distineuunt
domini legiste de notorio. El quidem notorium erat de pre-
dictis per eorum conl'essiones, Confessus enim fueral mi^^er,
ut dictum est, et confessus fuerat ul maxister videlicel tarn
pro se quam pro aüis fratribus eiusdeni ordinis et pro ipso
ordine. Confessi fuerant et ipsi fratres et Parisius et in diversis
partibus regni una septimana '), ita quod propter distantiam
locorum ilii non poterant scire confessionem istorum et laitiai
idem confessi sunt. Preterea eum interrogabantur, non eipli-
eabatilur eis capitula vei errores, et tamen ipsi illos explicite
coiilitebantur et invente sunt confessiones esse eedem in effeclu.
In senescallia etlam Bellieadri, cum capti fuissent omnes, qui-
dam fraler de ordine Minorum voluit loqui fratri suo camali,
qui erat Tcmplarius. Et cum illuni ad dicendara veritalem
verbis sanctis insligaret, ille nolutt verilatem eonfiteri, et lunc •
intumuit Collum ipsius et aversa est faeies eins et spuniaviL
Tunc frater Minor m^is institit et illc confessus est totaliter
verilatem. Et sie Collum et facies stalum prisünum recupera-
verunt. Deinde omncs alii fratres, qui ibi erant Templarii,
sponte omnia sunt eonfessi. In diocesi etiam MasticoDensi
cum pQSt eorum captionem et confessionem quidam fratres
dixissent epjseopo Mastieonensi, quod volcbant ei con&teri, el
ipse diceret, quod non audiret eos de confessione sacramentali
b Ungeffibr 8 WSrter feilten. r Folgt wieder qnibns poteat dici.
') Ist dieser Satz wahr, so kann es eich nur um Geatindniwe vor
den kSniglichen BeBmten bandeln. Mit dieser Stelle stimmt eineAaßeniD^
Philipps, wonach am 26. Oktober 1307, stao 13 Tage nach der tiefioj^«'
nähme, nlle Templer in l'nria gestanden liütten. Vgl. Nr. 31.
izecy Google
Nr. 89. (1308) Mm 30. 14S
sed iudiciali, tunc ipsi fratres confessi suat, quod, cum die
veneris sancta de mane propter vere<;undiam populi in quadam
tilia ecciesia crucem adorassent, posl exitum populi posuerunt
cmcem in terram et ininxCTunt super eam et alias dehonesta-
verant et conculcaverunt in terra. Noloriuni etiam erat et
indubitatum de predictis per plurium testiuni depositiones.
Multi eiiim inventi sunt, qui fuerant Temptarii ot testificati
sunt de predlctis, de quibus multi erant profes&i alium sanctum
ordinem et in illo Deo serviebant. Reü etiatn in diversis par-
tibus regni sui ordinavit, quod aliqui, bene XII numero, intra-
rent ordinem illum et audacter facerent, quicqutd eis diceretur
et postea exirent. Qui predicta omnia testificati sunt esse vera.
Multi etiam, qui conversati sunt cum eis, testificati sunt hoc.
Preterea de isto notorio testificatur hie in aninia sua rex
Francie, cui soll In hoc casu credendum est, sicut et lohannes
papa credit imperatori, ut habetur in illa epistola: Inter ciaras,
c. de suma trinitate et fide catholica ')■ Set ut in ore duorum
vel trium stet omne verbum, testificantur et de hoc notorio
prelati et capitula de regno Francie, testificantur el coinites
et barones et testificantur omnes populi de regno ipso, quorum
omnium procuratorcs et sindici sunt presentes. De isto in-
super notorio sunt presumptiones clarissime, videlicet de secreto
illo, quod nullo modo revelare volebant, et quia capitula sua
semper de nocte tenebant, scilicet in primo sompno el quia,
ut communis habet assertio, propter factum eorum Terra Sancta
perdita est, et quia in Hispania converterunt se ad Sarracenos
et cum eis impugnant regem Aragoiium.
Palet ergo, quod victoria ista est notoria et indubitabilis.
Quid ergo restat, pater sanctissime! Gerte nil ahud nisi de-
claratio vestra. Religio enim illa ex se dampnata est. Unde
non est opus sententia, que condempnet ülam, sed sententia
opus est declaratoria, videlicet que declaret rellgionem illam
esse dampnatam. Et ideo rex Francie et omnes prelati capi-
tula, barones et omnes populi totius r^:ni Francie, qui coram
vobis, pater sanctissime (^ . . ., ei quidam presentialiter, quidam
d Fehlt ein Wort.
') Dm Zitat igt ongenna.
inke, Patnttam nnil UntergHng (Im Templaro
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146 Briefe, tCeden und Gutachten.
per representacionem videlicet per procuralores et sindicos suos
instant, supplicanl et petunt, quod sine solennitate iudicü t\
reiectis caviilationibus ba '■ ... alisque dilacione et torporp
ncgiigentie procedatur in negolio isto. Istud eoim aegoliuni
celeritateni requirit et nötigere non esset aliud, nisi favere ei^
et in suo errore fovere. Unde cum omni celeritate procedali>
deckrando per sententiam vestram, quia hoc ad vos solum
spectat, religionem illam esse dampnatam. Et laxetis manus
inquisitorum regni Francie, ut contra singulares pcrsonas ipsius
ordints possint procedere iuxta formam culpe eos condempnando.
Non enini omnes sunt in eadem culpa. Quidani enim sunt
relapsi, quidam coacte confessi, quidam vero sponte confessi
ot peiiitentes, cum quJbus niitius erit agendum, cum ecclesia
non claudat greniium redeunti. Sunt et aliqui sine culpa, non
tarnen totaliter sine culpa, cum non debuissent isla celare vel
tolerare sed sunt in minori culpa. Et isla, pater sancte, sicut
dictum est sine omni dilatione liant! Alias rex non possel
dissimulare, et ubi ipse dissimularet, non dissimularent barone«.
et ubi barones dissimularent, non dissimularent hoc populi
istius regni glorios), quin ipsi tantam Ihesu Christi iniuriam
vindicarent. Nee enim rex propter guerram, quam habuit f.
tantum laboravit, quantum pro bonore ecclesie laboravit in
refrenando genLes sui regni, que auditls istis contumeliis, istis
blasphomiis et istis inluriis Ihesu Christo illaÜs insuigebant et
volebant in ipsos fratres Tempil irruere alio iudlcio non es-
pectato. Sed rex adhibitis totis viribus hoc cohibuit propter
honorem ecclesie, cuius ipse est devotos filius. Et certe, pater
sancte, non displiceat vobis, plus deconstat ecclesia Del regi
Francie quam vobis. Nam multi progenitores sui, reges Fraocie,
fuderunt sanguinem suum pro fide Christi et ecclesia Dei, et
ne remota queramus exempla, avus suus sancte memorie sanctus
Lodouicus morLuus est prosequendo negotium exaltationis ßdei.
Rex etiam Philippus, pater istius regis, mortuus est in servitio
ecclesie. Barones etiam et populi istius regni pro ecclesia Dei
fuderunt sanguinem suum. Et in predictonim r^um et aliorum
sanguine exaltata est el radicata ecclesia Dei et etiam fundats.
r Fehlen 2 Wörter. / hsbuerit Or.
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Nr. 88. (1308) Mai 30. Hl
In isto etiam gloriosissimo regtio viget Studium divine sapientie,
videlicet theologie, per quod tota Dei ecclesia illuminatur. Cum
ergo res, prelati, barones et omnes popuü istius regni instent
pro celeri expedicione istius negocii, pater sancte, piaceat vobis
illud statim expedire! Alias oportet qos vobis loqui da alio
lenguagio I
Hec fuit in suma propositio facta nomine et pro parte
regis Francie per dictum Guillelmum de Plasiano, sed tarnen
in vulgari. Post quam propositionem surrexit archiepiücopus
Narbonensis ^) et assumens quandam auctoritatem de Madia-
nitis, qui pervertebant Israel, comparavit illos ipsis Madianitis
et prosequens de ipsoruni Templariorum errore dixit, quod
perversior heresis nunquam fuit. Nam et si aliqui negavertnt
et negent Ihesum Christum fuisse Deum, sicut fuerunt aliqui
heretici et hodie sunt pagani, tamen dicebaiit et dicunt illum
fuisse prophetao) et sanctum hominem. Sed isti negantes eum
esse Deum dicunt et mentiuntur eum fuisse pseudoprophetam.
Allegavit etiam, quod facientis culpam obtinet, qui manifesto
errori negligit obviare, cum possit, et quod istud signanter in-
telligebatur de prelato, qui obviare poterat et corrigere. Con-
clusit pro celeri expeditione allegans pericula, que ex eorum.v . . .
provenire poterant et inducens exeniplum de scintilla Arrii,
que orta est in Alexandria, que, quia in continenti non fuit
extincta, crevit in maximam Iflamjmam, que quasi totum mun-
dum accendit.
Post hec surrexit frater Egidius archiepiscopus Bituri-
censis '), qui est de ordine Heremitarum et magister in theo-
ic^a, nalione Rumanus et incepit sie: „Nunc flens dico de
inimicis crucis Christi" et proseculus est et conclusit sicut
Narbonensis archiepiscopus, licet per altera verba. Et isti duo
arcbiepiscopi litteraliter proposuerunt.
Surrexit postea quidam pro baronibus, deinde quidani
civis Parisiensis pro ling[u|a Gallica et quidam civis Tolesanus
g Fehlt ein Wort
') Äegidina Aycelini, der Vorsitzende der sp&teren päpstlichen Unter-
ichangBkon
') Der berUtmte Aegidine Coloona.
10*
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14d Briefe, Reden nnd Gatacliten.
pro Tolosa et Montepessulano et tota lingua Occitana ; et pro
expedictone istius n^otü in vulgari supplicavorimt et quoil
nullo modo dilationem sustinerent').
Post hec dominus papa incepit de Arnos propheta hoc
thema : Odile ^) maluni, dil^te bonum, in portis constniite
iudicium. Et illud prosequens dixit, quod Deus odiehat malos
et diligebat bonos, unde de personis duorum, alterius reprobi
et alterius boni, dicit per Malachiam prophetam : Dilexi ^) lacob
et odio habui Esau. üt prelati ergo, qui vicem Dei gerunt
odiant malos et diligant bonos, precipitur in themate proposilo.
Quod quideni preceptum et st ßat generaliter ad omnes pre-
latos, specialiter tarnen astringit supremuni prelatuni, videlicet
siimuni pontificem, qui est Dei yicarius,
Dixit igitur papa: Nos, qui licet imineriti locum Dei tene-
mus in terris, debemus odire raalum cerle et odimus, et debe-
mus diligere bonum, sicut et diligimus. Sed sequitur in pro-
posito tiiemate: In*) portis constitnite iudicium, ut oslendat
nobis dominus, quod istud debet fieri cum constitutione iudicri,
Ipse enim, et si omnia sibi essent aperta, dixit tarnen de
Sodomitis: Descendam ei videbo, si clamorem, qui venit ad
me, opere compleverint. Descendil itaque per angelos et sicut
dicit ibi gloria : Hoc fecit dominus, ut instrueret, qualiter debent
hü, qui aliis presunt, procedere. Finaliter dixit, quod usquoque*
Tuit papa, non habuit plures nee multum notos fratres ordinis
Templi, quia in partibus suis non consueverunt mulLi nobües
intrare ordinem illum . . . Sed postquam fuit papa novit plures
et dilexit ordinem et illos tamquani illos, quos credebat bonos.
Si tarnen tales sunt, quales dicuntur, ipse odit et odiet ece
ita, quod, quando constaI>it ei ut iudici de eorum erroribu?,
ipse procedet contra illos taliter, quod erit ad honorem Dei et
h So Or.
') Statt der in der 2. Vita Clemens' V. erwähnten Septem anngaita*
ex parte regia et regni (BnlaziuB) Vitae pap. Ar^n. I, 28 erscheinen bitf
nnr sechs.
') Amoa 5, 15.
") Malachiiis 1, 2.
') Arnos 5, 15,
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Nr. 88. (1308) Mai 30. 149
ecciesie sue et ad exaltationem fidei et totius christianitatis.
Et obtulit se et fratres suos cardinales ad hoc faciendum cele-
riter et breviter, non tarnen precipitanter sed cum illis hones-
tate et maturitate, quibus decet eccleslani Dei. Deinde ideni
dominus papa, postquam hec in suiunia dixJsset litteraliter,
locutus est in vulgari repetens vulgariter in suma, que prios
dixerat litteraliter. Et demum subiunxit, quod ideo, quia ali-
qui forte bene et aliqui forte iioti bene intelligereiit aliqua, que
coram eo proposita fuerant, »cum non omnes eandem discre-
tionem hat)erent, idcirco declararet ea eis et dixit, quod Tenim
fuerat. quod rex iam Lugduni de negotio isto sibi locutus fuerat,
sed ipse papa respondit ei, quod non credebat, quod lales
essent ipsi Templarii. Locutus fuit et sibi postea in civitate
ista Pictauensi, quando fuit bic, modo est annus. Quid sibi
responderit, non recordatur, quia non tantum locuti fuerant de
hoc, quantum esset Ire per aulam istam. Dixit de aula, in
qua erant. Magister etiam lofFredus de Plexiaco, notarius pape
et clericus ipsius regis, aliqnando de hoc locutus fuit cidem
domino pape ex parte ipsius regis. Seit tarnen papa, quod
nunquam processum fuit in illo negotio per regem ad captionem
illorum per litteras ipsius pape. Bene credit, quod inquisitor
habebat litteras generales predecessorum i suoram super In-
quisition is negotio.
Dixit postea ideni dominus papa, quod ecclesia ista fun-
data fuit in sanguine apostolicorum, primo in sa'nguine Christi,
deinde in sanguine apostoloram et etiam apostolicorum, qui
per quadringentos enim annos, videlicet post passionein Christi
usque ad tempus beati Silvestri (r')'' . . . serint ap^ . . . non
receperint martirium pro Christo: Apostoli etiam aliqui suspensi,
alii decollati, aiii aliter interfecti fuerunt. Ipse etiam dominus
noster Ihesus Christus, in cuius sanguine fundata est ec[clesi]a,
primus sumus pontifex fuit. Et licet dictum sit, quod plus
deconstat ecclesia r^ quam ipsi pape, dicimus, dixit papa,
quod, quantum est pro persona ßoslra, non multum deconstat
i[stu]d; quantum est in evidenti, quia semper et per diversos
Status honorem habuimus et habemus ab ecclesia et in ecclesia
I Doppelt Or. k Fehlen ein paar WSrter.
izecy Google
150 Briefe, Heden und Gutachten.
Dei, iion tarnen sine onere. Nani ista, que exterius apparent
in vestiiiientis [et] alüs, et si sint pulcra et preciosa, noii
tarnen multuni delectant nos, cum multum habeant onens in-
trinsecus. Et dicimus etiam, quod tantuni deconstat nobis
ecciesia, quod pro catholice fidei defensione sumus parati subire
mortem et pali marlirium. Non dicimus, quod pro qualibel
iniuria facta ecclesle veilemus mori, absit enim hoc, sed pro
defensione fidei utinam placeret Deo, quod nos pateremur mar-
tirium et istam gratiam faceret nebis Deus!
Post predicta dixit papa: Nos non credimus [et njunquaiii
credidimus, quod rex Francie rootus fuerit ad rsta ex aliqua
cupiditate sed habemus pro constanti, quod zelo fidei motus
est et patet ex hoc, quia, sicut propositum est pro eo, ipse
non intendit sibi appropriare bona eorum, imo vult, quod ad
dispositionem ecclesie ponantur in negotio Terre Sancte. Hoc
„de dispositione ecclesie" non dixerat dominus Guillermus'.
Finaliter obtulit sc idem dominus papa, quod ipse et fratres
sui cum debita honestate et servata istius ecclesie maturitate
parati erant celeriter in negotio isto procedere, et quod ipse.
qui vicarius est Christi, magis tenetur ad hoc quam aliquis
alius. Demum dedlt indulgentiam quadraginta dierum duraturani
per annum pro qualibet vice, qua quis, semel tarnen in die,
dicerel quinquies: Pater noster et septies: Ave Maria, quod
Deus daret sibi gratiam procedendi in isto negotio taliter, quod
esset ad Dei honorem.
Et ista fuit in suma effectus propositionum et responsionis
predictarum, licet non onmia sim eo ordine prosecutus, quo
dicta fuerant, sed aliqua, sicut ea recordabar, alibi quam dicta
fuerint, posuerim. Nichil tarnen in substantia mutavi, quantum
michi sufficit memoria. Altissimus personam veslram magnili-
cam, prinoeps serenissinie, diu conservet cum incremento glone
et honoris. Dat. Pictauis III. kalendas lunii.
Barcelona, Archiv, Templwios Nr. 41. Or. Pap. mit LOchero, «if
beiden Seiten beschrieben. Nnr ein Bchmaler Streifen fDr Adresse ond Be-
eiegelung frei. Konzept fQr die Rede Plaisiuia vorige Nr. Einige. Stficii?
aus den Reden Plniaians und des Papstes in schlechter Kasaang gedr. in
Ann. mgis Edwardi I. fr&gm. lU. (Cbron. mon. s. Albani p. 492—7).
l Dieser Satz darüber ubiie genaueres Zeichen.
oy Google
Nr. 89. (1808) Juni 36. 151
f^. It. de Ciuiet nn KSnl; Jajme II.: Er Hpraeh nm iä. Juni It. ■;«
(•ardin uud die Templer in Hiruret, die treu Ihrer Ehre und
Ihrem Ord«n bleiben, >her dem K6nl|r mehr nttt sonst einer un-
liBnsen. Bittet den RSnlg um Hilde fltr sie. R. g» Gardla
lasxen seine Geflhrten nar zum KSdI^i trenn er Tttlllg sleheru
Geleltabrlef, auefa fetvu die plipstllehen Bullen hat. MtraTet
(180S) Jonl 28.
AI moit alt et molt poderos monsenyor en lacme per la
^acia de Deu rey Darago ... dal vostre humil en R. de
Canet . . . Fas vos saber, senyor, que diniartz en lendenia de
sent lohan yo fuy a Mira[uet] et viu frare qa Gardia eis frares,
qui son al castel et parlani ab el et ab eis et veeni, que la
volentat et lenteniinent dels e.s, que en totes quantes coses
per eis se pogues Ter ni dir guardan la honor de lurs persones
et qo, que pertuyn a lur religio, a que eU no poden falir, que
en totes altres maiieres, que negunes gens poguessen portar
a senyor honor et reverencia et teinor et ainor, que eis la
poilaran a vos e la porten sobre totz los altres senyors del
mon en totes coses. Et pus eis, senyor, sasenyalen da questa
raho enves vos entre tot^- los altres, qui son en vostra senyoria,
seria bon exempli als altres (rares del Ternple el a totes les
altres ordes et a totes les altres gens, qui son de vostra senyo-
ria, que vos senyaladainent vos eomportasselz enves aquestz
benigne et misericordios en donar a eis refrescament et pas-
sament en aquesta tribulacio, en que son ni en que estan,
majornient com eis non esperen daltra part, sino de Deu et
de vos. Et sobre totz los altres frares R. ca Gardia es dai,o
aytant savi, que cert sia a vos, senyor, que yol veg denteniment,
que diu, que per mal, que vos 11 feessetz, que el non mu-
daria son enteninient enves vos en nula re, que fos bonor ni
satisfactio de vos. Encara us fem saber, senyor, que avem
parlat ab frare R. i;'a Gardia del fet del vostre guiatge et el
bans respost, que et mon no es nul senyor, a qui el tant se
Gas com a vos, ni qui e! tan gran volentat aja de veer com
TOS. Mas lenleniment dels frares de Mirauet es, que eis no
soferrien, que el se partis dels per anar a vos, scns aver de
vos aytal asegurament et guiatge com ei jaus ba demamat, so
es a saber, senyor, que no contrastant lo manament, qui es
en la carta del senyor papa, qui diu, que prengatz los frares
izecy Google
Iii2 BrieFe, R«den und Gatacbten,
de) Temple, ni negun altre cas, que nul hom pogucs dir iii
posar no li pogues venir contra, que ans sens tot dupte ilel
mon, que el pogues anar a vos et estar ab vos et retorna<
al castel de Mirauet saul et segur a tot bon enteniment el
sens tot embarganient et sens tot contrast, que nul hom tm li
pogues fer en neguna manera. Et axi senyor si a vos plau.
que aytal asegurament li fa^atz, trametessetz It vostra carüi
ab vostre s^el pendent . . . Dades en lo castel de Mirauet
dimecres apres la festa de sent lohan Baptista.
Barcelona, Archiv, TempUrioa N>. 61. Or, Pap. Ssp. Auf der RDft-
seit« unter der Adreaae von Kanzleiband: Noiuit respondare! ID. h. der
KSnig.) R. de Canet war ein Verwandter Keitnands, über eine sieh an
diesen Besuch anluiDpfende Qeldgescbichte vgl. Nr. 99.
90. JohanneH Biirgnndi an KSnig Jayme II. : MttteUung des Karitub
von Ueziers Ulier den Plan des Papstes, Uberallliln Blsehtre n
senden, die mit den Ordinarien die Tenpleruntersaehnn? rahrcB
»olleu. Abaehwtlrung und AussUhuung: mit der Kirche ron aekr
als 50 Templern vor vier KardlnHIeu. Pottters <1308> Jnli 11.
. . . NoTerit vestra regia celsitudo, quod heri, postquant
alias litteras, quas per presentium portitorem vestre r^e niaie-
stati mitto^), eidem portitori dedissem, dominus cardinalis Bitter-
rensis dixil michi, quod dominus papa, et si non ligasset in
negocio Templariorum manus ordinariorum et inquisitorum,
nisi in regno Francie, et sie nee solvisset aJibi, nisi in diclo
regno : tanien intencio sua erat mittere et adiiingere ordinariis
aliquas bonas personas, nedum in regno ipso sed eciam io
aliis regnis el terris. Et sicut verba ipsius domini cardinalis
sonabant, dominus papa intendebat mittere episcopos aliquos,
qui simul cum ordinarüs contra singutares personas inquirerenl
et demum per se inquirerent super statu ordinis. Unde, sere-
nissime princeps, non expedit, quod episcopi vel inquisitores
procedant in regno vestro, donec de personis illis sit per do-
minum papam ordinatum.
Preterea noveiit regia magnitudo, quod heri in ve^ris
fuerunt in domo domini cardinalis Prenestini domini cardinales
Bitterrensis, Brugensis et Neapolitanus et in presencia ipsonim
') Dieeea Schreiben fehlt.
oy Google
Nr. 90. (1308) Juli 11. Nr. 91, (1308) Angust 1. 158
quatuor cai-dinalium fuenint ultra quJnquaginta fratreä ordinis
inilicie Tempil, quidam preshiteri, quidam milites et quidam
servientes sive „sirvants" «, Et ibi iuxta formam in iure aciip-
ta;n abiuraverunt beresini iliam signanter de abnegacione Christi
et petentes absolucioneni absoiuti sunt ab excominunicacione,
qua ex hoc ligati erant, per dictos cardinales iuxta formam
ecciesie prestito iuramento, quod stabunt pene et penilencie
eis per sedem apostolicam iniungendJs. Et reconciliatl sunt uni-
tati ecciesie. Et dictum est eis, quod, cum ordo adhuc damp-
natus non sit, quod interim portent et barbas et mantellos
suos, si volunt. Dictum est eciam eis, quod possint confiteri
et recipere ecclesiastica sacramenta et audire divina officia,
cum sint reconciliati ecclesiastice unitati; non tarnen per abso-
lutionem et reconciliationem predictas liberati sunt a custodia
solita . . . Alia non sunt innovata. Dat. Picta[uis] V. idus
lulii mane.
Barcelona. Archiv, CRD. Juli. Or. Pap. Ssp.
91. BlBchoF Peteras roii Lerld« an KSnig JayDie II. ron Araf oulen :
('ber die Belaerenmir tou Monzun. Uneinig'kelt der Templer.
ElnkUufte der Kustellauel Monzoa. Sußemn; KSuif Peters III.
Über den Wert der Barg. Lerldtt (1308) Aufiut I.
. . . Noverit vestra serenitas, quod hüs diebus exivit qui-
dam homo de Castro Montissonl, qui retulit nobis, quod ille
bos, qui trahebat de exercitu versus castrum predictum, fecit
et intulit multum malum in dicto castro. Et si non esset tur-
batus et continuasset trahere, datnpna et mala, que fecisset,
essent talia, quod üb de castro sustinere diu minime potuissent.
Dixit etiam nobis, quod fratres inter se habenl diseordiam:
videlicet castellanus facit partem unani cum aliquibus fratribus
et frater Dalmacius de Timor cum aliquibus aliis facit aliam
partem, et quod esf" magna dissensio inter eos. Unde quia
illi de exercitu et qui stant extra, ignorant ista, ideo predicta
vestre dominacioni curavimiis intimare. Insuper significamus
exceUencie vestre, quod dictum est nobis per aliquos, qui
sciunt in redditibus Montissoni, quod tributa ei censualia Mon-
a Eber Beriante. b ex Or.
izecy Google
154 Briefe, Reden und GnUchtea.
Ussoni et castelianie ipsius, illa solumodo, quo fiunl in pec-
cuiiia, ascendunt ad summam XL vel quinquaginta inilium soÜ-
doruni qiiolibet anno, absque deciinis et reddiUbtis vini, oley,
ciirnium et aliorum, que in peccunia non solvuntiir et in veri'
täte non debent modicum reputari. Preterea esset necessariuni.
quod statim post festiim sancte Marie Augusti ordinaretis, quod
aliquis daret seu locaret hereditates, possessiones et terras
baiulie Montissoni ad certam partem, videlicet ad mediam,
terciam vel quartam, secuiidum quod posset vestram condicio-
nem facere melioreni, alioquin in anno futuro parum habebitis
ab ipsis possessionibus sive terris. Et quia intendimus, quod
ca&trum predictuni penes yos debeat totaliter remanere, cum
iani audivimtis a serenissimo dotnino Petro clare memorie patre
vestro. quod comes Barchinonensis, qui tale castrum et tales
redditus dederat fratribus Templi, erat senex et decrepitus et
extra menteni, quando predictam donacioneni fecit, et quod
non poterat facere in preiudicium regni et quod ipse intende-
bat peticionem facere super ipsis, et quia placet nobis utilitas
vestra sicut propria, novit dominus: ideo predicta vobis scri-
bimus . . . Dat. Herde kal. Augusti.
Barcelona, Archiv, Templarioa Nr. 6. Or. Pap. Sep. Einige Wocb«
darAuf starb der Biechof.
92. Johannes Bnrgundi an KSnig Jayme 11. fon Arafonlei: Die Ritt
Phill|ipB d. Seh. besehlirtlgrteu den Papst, der am 12. AafKl
Poitlers Terließ. Abreise der KardlnXle naeh Chlnon. HehrtR
Konsistorien In den letzten Wochen : EmeuRungreu. PnbUkatlM
des Kouills von VIenne. Klagen der HosplUliter. Vakaaui
der Kurie. PnbllkHtlon 9:treier Bullen gegen die Templer, ii-
kUndlgung des Prozesses ^gen Bonlfaz Vlll. Geldferspreeb»
an die armenischen Gesandten. Nachrichten ron Cjpera IWr
die PlJbic des Sultans und dte Gefangennahme der Tem^er.
Bclirelber nird zum Beisitzer Im aragoneslschen Templerpreiefl
ernannt werden. Poltlers (1308^ Angnst IS.
Ebjcellentissimo . . . domino lacobo Dei graüa Aragoiium
regi . . . suus in Romana curia procurator lohannes Buigundi.
sacrista Maioriceiicis et canonicus Valentinus . . . Litteras cei-
situdinis vestre per Gaufridum cursorem vestrum latorem pre-
sentium recepi, serenissime princeps, in vigilia beati lacohi
apostoli proxime preterita. Recepi etiam et duo niilia Turo-
izecy Google
Xr. 92. (1308) August 19. 165
iiensium argreitti, quos vestra regalis munificentia per lacobuni
de Podio inichi mitti mandavit. Posl cuius quidem cursoris
advenlum nichil de rumoribus curie inagniiudini regle signiUcarc
potui hactenus, eo quod infra duos dies tunc me febrilis arri-
puit inrirniitas, de qua et si per Dei gratiam nunc curatus
sim, nondum tarnen sunt plene viribus restitutus. Domino
autein sumu pontiüci nondum, serenissime princeps, loqui potui.
Nam post recessura regis Francie remanse[runt ] hie eius con-
siliarii aliqui videlicet archiepiscopus Narbonensts, Guillermus
de Plasiano et quidam alü, qui plus quam rege presente tenu-
erunt papam in r^is ipsius negociis occupatum usque ad
ipsius domini pape recessum, qui die martis proxime preterita ')
hinc recessit et ivit apud Legusiacum. Eritque in locis circa
civitatem Pictauensem ad quatuor vel qiiinque leucas usque
ad reditum dominorum Berengarii Bitterrensis , Stephan!
Br[u3gensis et Landulfi Neapolitani cardinalium, qui die nier-
curii proxime preterita ^) hinc recesserunt missi per papani ad
quoddam castrum, quod est hie prope ad XVI leiicas vel circa,
ubi magister Templi et aiii magni preceptores, quorum inqtii-
sitionem papam sibi specialiter reservavit, detinentur et iverunt,
ut dicitur, ad inquirendum cum illis.
Die sabbati post festum beati lacobi proxime preteritum ")
venerunt ad papam missi per regem Francie et sequenti tunc
die lone i-ecesserunt comes sancti Pauli et Sarrandus de Me-
reymo camerarius ipsius regis. Ad quid, nescitur, licet com-
munis habeat opinio, quod portaverunt hinc dispensationem
pro ipso rege, quem dicunt gentes velle contrahere matrimonium
cum nepte comitis quondam Ättrebatensis, filia scilicet domini
quondam Petri (?)a, ipsius comitis tilii, que et soror est uxoris
comitis Fuxensb. Interrogavi tarnen aliquos super hoc et
dicunt michi, quod nichil est. Fuerunt hie autem a dicto
tempore citra aliqua consistoria publica, in quorum primis
n Von filia bis hier unBicher, weil Imlb «bgorissen.
') Am 13. AagUBt.
'] Am 14, Augnst zum Verhi3re nach Chinaa.
») Am 27. Juli.
izecy Google
156 Briefe, Reden uud Gutachten.
papa publicavit aliquas provisi<Hies. Nam episcopum Albien-
setn '), quem ab adminisiratione sui episcopatus alias suspen-
derat, transtulJt ad ecciesiam Aniciensem; dominum Bertran-
dum de Bordis ^), ipsius domini pape camerarium, prerecit
ecclesie Albiensi; et dominum Pelrum de Sabaudia nepotein
comitis de Sabaudia prefe[cit] ecclesie Lugdunensi. Et quas-
dam alias provisiones fecit et publicavit et episcopatum Appa-
miensem diffinitive et de plenitudine potestalis restrinxit mul-
t[mn].
Dixit postea idem dominus papa in sequentibus consi'
storiis et publicavit, quod futurum concilium generale celebraret
Vienne, ut rex Prancie, qui istud negotium contra Templarios
promoverat, posset ibi Interesse. Et multa circa eiusdem regis
magnitudinem et comendacionem dlxit. De tempore antem
dixit, quod a futuris kalendis Octobris ad duos annos.
Publicavit etiam, quod curia esset iterum Auinione, ubi
in Icalendis Decembris proxime futuris audientia resunieretiir.
Die veneris vigilia sancti Laurentii^) in consistorio publico fuit
pro parte hospitalis sancti lobannis Iherosolimitani propoätuni
contra collectores decime vobis, serenissiine princeps, concesse,
quod exigebant et extorquebaiit a fratribus sui ordinis decimam
pro parrocbialibus eccleaiis, quas tenent. Papa petiit, si habe-
banl de hoc peticioneni, et cum illani exhiberent, papa man-
davit, quod traderent eam doniino lohanni Monacho cardinali-
Quod et factum est et tuit in contineiiti michi significatuiD'
Quod cum audivissem, misi ad dictum domiDum cardioalem,
ad quem occasione inflrmitatis ire non poteram. Et pecü,
quod me non audito non procederet. Postea iterum miä et
ipse auditis racionibus hinc inde dixit, quod referret in con-
sistorio. Credo tamen, quod nichil inde ultra factum sit, eo
quod non exhibui tenorem concessionis dicte decime, [quam?}
habebam. Ipse tamen cardinalis videtur potius pro parte alia
declinare, videlicel quod predicte ad solucionem dicte decime
non teneantur.
') Beraardue de Caataignet, gpSter (1317) Kardinslbiscbof v
*) 1810 Kardinal.
') Am 9. Angaat.
izecDy Google
Mr. Ö2. (18pe) Anpiüt lö. l5*?
Post hec die lune tunc proxiirie sequenti ') fiiit iterum
consistorium publicum et papa indixit vacaciones usque ad
primatn diem iuridicam post octabas epiphanie et quod tunc
audiencia resumeretur tarn causarum quam litterarum Aui-
nione. Et hoc ex causa prorogabat usque ad tunc, licet alias
dizisset usque ad kalendas Decembris. B'uerunt etiam ipsa
die lune lecte et publicate in audieniia litterarum et in sacro
palatio et postea affixe hostiis cathedralis ecclesie sancti Petri
due apostolice littere contra Tfimplarios, quarum transsump-
tum una cum pres[enUbus mitto? regie]* maiestati, prout pre-
dicta omnia per eos, qui fuerunt presentes in dictia consistoriis
intellexi. Ego enim ire non poteram. Sequenti postea tunc
die martis recessit hinc papa et est Ligusiaci, ut predixi.
Unum non obmitto signlficare, quod ipsa [die] lune in consisto-
rio publico dixit papa sie: Multa, sicut alias audivistis, gravia
proposita sunt coram nobis contra dominum meum dominum
Bonifacium bone memorie. [Et] quia iusliciam negare non
possumus, signidcamus vobis, quod prima die iuridica [post]
instans)^ festum purificationis beate Marie nos et fratres nostri
incohabimus '' procedere in diclo negotio, quantum et prout de
iure fuerit.
In alio etiam consistorio publico fecit vocari nuncios, qui
erant hie ex parte regis Arraenie et dixit eis: quod ipse in
succursum eorum dabat trescenta'' niilia florenorum auri' et
rex Francie centum milia pro certo numero equitum, peditum
et galearum. Credo, quod hoc dixit propter illa quadringenta <'
milia florenorum, quos ipse et dictus rex dant magislro hospi-
talis pro tenendls certis equitibus, peditibus et galeis in ultra-
b Ällea dieses fehlt. f instas Or. d So Or. e trea-
centoB, sp&ter Ulos qaadriDgentos Or.
') Am 12. Angaat. Die beiden hier genannleD Gallen, deren Trana-
sumple Dtcht mahr bei äieaem Schreiben liegen, sind ebne Zweifel Rep.
Clementie pape V. Nr. 3584 nod 35B5, die Zitation der Templer im allge-
meinen und der Cjpriachen im beeondem vom 3. Ängust. Darin helM es:
Hembranaa citationem continentea eandeni in maiarie ecclesie Pictauen.
appendi et afEgi hostiis . . . fHCJemua,
oy Google
iiS Briefe, Uedea vmA Gutachten.
mariois partibus, ut alias scripsi plenius '). Litterc ^) venerunt ex
parlibus ultraniarinis ad dominum papam a domino de Curco et a
dominofrieTyro?], quod soldanus annavit contra christianos octiia-
girtta f^aleas. Scripserunt etiam, quod omnes Teniplarii [in pai-t]ibti^
illis Cipri capti sunt et ad obedientiam pape. Hec »(mificavil
dominus papa cardinalibus per referendarium, qui et cardinalJs
est. Multociens a festo beate Marie citra ") ivi apud Lugusiaciimf.
ut possem loqui domino pape et non potui. Dixit tarnen
dominus papa hodie domino lohanni Monacho cardinali, qui
de hoc sibi loquebatur, quod ego sequerer eum cras. \aiii
recedet de diclo loco et ita intendo facere. Negotium Templa-
riorum in terra vestra, serenissime princeps, sicut ntiper lüxÜ
michi dominus cardinalis Bitterrensis comissum est per dominum
papam dominis archiepiscopo Terraconensi et episcopo Valentiiio
et nichilominus adiunget eis atiquos, quos i)inc mittet inter
quos, ut michi dixit, ego fueram nominatus. Adhuc tameii
nullus milUtur, sed, ut credo, cito mittentur. Expeditis negotiiä
vestris, serenissime princeps, vel habita super eis cerla respon-
sione a domino papa intendo ad celsJtudinis vestre presentiara
accedere, quia multum longe sunt vacaciones . . . Dal. Pie-
tauis Xini. kalcndas Septembris. Abbas Montis Aragonuiii
impetravit iitteram de simplici iusticia contra Andream Peiri,
nominans eum canonicum Oscensem, sed habui caucioncni,
quod non conveniatiir ratione officii. Dat. ut supra.
Bftrcelonn, Archiv, Templarios Nr. 42. Or. Pap. Sap. Stark ia^-
lüchert
') Auoh dieser Brief wie so viele andere des Johannes BnrgnCHli
scheint verloren zu sein.
') Audi Clemens V. erwähnt io seinem Sclireiben vom 20. Aiig<i«i
1308 an Philipp d. Srh. neben dem Schreiben des Anianricns von Ttui*
einen Brief des berühmten Amieniere Haython (dominua de Curco). V):!
BaluEius, Vitae pap. Aven. II, 108—106. Aber auch hier und in derHu^
Schrift 10919 fehlt das Schreiben HayUione.
"1 D. h. vom 15 August nn.
izecy Google
Nr. 9S. 1306 Septemb«r-I312 Vebruar. 1S9
9& Scbrelben noi Sotlsen iber die (icriHsenieliAft der arAKODeslschen
Templer ITtOS September -1312 Februar.
B«rehl: Deo Templern in Alfambrft an drei WoDheDtagea carnes
arietioae la geben: 24 Personen anuin nrieUin. Amlerea Fleiecfa an diesen
Tagen nicht. Si aliqoi ipsorum aliaa carnee edere voluerint, detis eis alias
camPS eqnivalentes . . . Detis mIüs diebus, quiLus carnes non comedont,
□va et raseoB vel pisces. Die, qua ova et caseos comedent, non comedant
pisc«s. Anstatt Eier and Kilse such tres denarios Jaccenses; an Fleisch-
tagen 4 den. Valencia 1308 September 19. Reg. 291 f. 134.
Rnmon de Galliners, G. de Muntornee, Rainon Danglerola '), cavallers.
nncl die andern Templer von Cantauetnia sagen in einer Bittschrift an den
König : 6. dez Torms will ohne künigliclien Kerehl nicht geben : camises ne
bragnas ne Rabats; ni darie I diner allavar nostres drape und andere Reinlich-
keit; er gibt jedem nur: uns gonella et un inantell et iina guarnacba, Quan
isquem del castejll, isqaem despulla;. que no aviem nulla rea que vt-stir.
Diu, qne DO darie a (09 aus altraa et als XV guardes sine HI quarters de
vi lo dia et qne neos darie salsaa ni candeles ni culues; no sofFerrie, que
nnita nltra preasona estiguea ab dob sino aquells XV guardes. Es aenblant,
que nna preeona que sportas ajgua et lavas les escudells qne mesler hi
foa *;. Templarios 7. Befehl des Königs, ihnen Erleichterungen zu ge-
währen. Zeit? Daß ihnen Kleidung durch B. de Conia gegeben werden
soll. Befahl vom 16. September 1808. Reg. 291 f. 133.
Ad Artald de Luna: Templarius, qui dictum csstrum [Picsmon^oj
tenebat, non detinetur sab custodia, immo incedit, ubiqiie vult. . . . Mira-
mur de vobis, nam, prout scitis, iuxta ordinacionem . . . pspe . . . non
posanmus nee debeniue ueque vos debuistis vel potuistis latud aibi concedere
utio modo . . . MandamuB, quatenu» dictum fratrem, ut cnriatius poteritis,
tarnen aub diligenti custodia esse facistis . . . (^eUa XVI. kalendaa No-
vembris 1308, Reg. 291 f. 1!>2''.
Berengarius de a, HarcJali, olim comendator de Azcbone bat instan-
tissime, quod poaeet venire in camera, qua consuevit iecere in Castro pre-
dicto. Gestattet und Befehl ihn und die BrOder: benigne ac favornbiiiter
trsctetis. 13Ü9 April 1. Reg. 291 f. 220«, .
An Mascharasius Garidelli, Verwalter der Templergfiter: Responde-
mus, quod volumns adhnc per vos secreto Jnquirl de ipso facto, specisliter
de infirmitate parelitica, quam scriptis (!) habere fr- Berengarium de s.
Insto. Et inter alia poteatis jnquirere secreto de phiaicis, qui curabant de
eo, quoniam. ai talem intirraitatem habet et habehat, verisimije est, quod
phtsicos consuleret in cura sun et credimus, quod cssent de civitate Dertuse.
') Auf Bitten seines Vaters, des nobilis vir Galcerandus de Angnlaria
in Garden; untergebracht. 1309 Mai.
') Auch Reg. 291 f. 147 gewährt der KGnig: uuam mulierem pro
aportanda aqua.
izecy Google
160 Briefe, Reden und GntAchben
. . . Volnmus autem, nt interim dictns Berengnrins JD cotcots toneitiir . .
DHrceloiia'lS09 April 26. Reg. 291 r. 225
An ßernflrdoB de Spelluncis; baiulo regni Valeiicie geDerali eU. -
Prideic per aliBm litterain noHtrani vobia directam dat. Valancie X. kil
OcUhris n. d. MCCC octavo ordiflasse recolitnus, qaod in custodia fratnini
Tempil. quoB vobis cuatodiendaa comisiinua, tensretis coatinue viginti q<i>>i-
que cuBl«dPS . . . t'ostinoduni aatem nrdiaRvinins, ut cuatodes predicti re-
mnverentur ab ipsa custodia, exceptis duobus pro decem fratribt» toUd-
qaendia. Nuper vero rerepta a damino summa pontiGco littera super np-
cione et custodia de peraonis dictomm Templariorum in noatro oiiatentibn»
ilominio faciendis vobis per aliam litteram sigillo noatro secreto si^illatam
mandaviniuB. ut Templariaa predictoa sub vestra custodia aaaigaata« si<
custodiretis sullicitiiT, quod. cum nox a vobis reqnirereinus eosdem, nobi^
aut cui mandarenina ipaos tradere valeretis . . . MandainaB, qoitenos in
custodia fratrum predictomm teneatis continue viginti qiiinque costodfti
iuxta formam in pretacta oostra prima littura expreasatam. Valpucia 13<>^
Juli 17. Reg. 291 f. 258 v.
An Biachof Foucius von Lerida; Patcmitati vestre credimne e3.4i-
certum, fratrem Dalmaciam de Timor, fr. Berengariam de l*alen> visu rl
fr. A. de Banyuls, Templarioa da Castro de Monso. veatre diocesis, eiivisse
et in posse noatro venisse, quibus postmodum pro aliquibua nobiscam ei-
pediendis apud Valenciam ad dos venientibus ftc voleatibna redire ad frt-
fatam dioceaim vestram. iuquisitores, qui in civitate Vnleiit existehaal.
voluerunt prefatoa fratres remanere et ibi examinari debere : cunique prefili
frntres ibidem examinatl fueriot per inquisitores predictos et etiam fratrM
Templarii, qui sunt in vestra diocnai, iara examinati existant, ad supliracio-
nem et peticionem dictorum trium fratrum coDaidernntea, quod ipsi priu»
in dicta vestrn diocesi capti eziatebant et cuatodiebantur. quodque etiim
piopter multitudinem aliorum fratnun Templariorum, qui in hiis partibss
propter paucitatem bonorum Templi non posaunt in hüa psrtibsa
Q decenter, ordinavimus ipaoa ad vestrnm dioceBim, ubi releoti tot-
runt, deatinandos . . . Valencia 1310 April 4. Jayme II. schreibt zugleitb
an die 4 Inquisitoren, dem llischofe dieses zu empfehlen. Keg. 291 f. 271.
An den Ganeraladminislrator : Soll kranke Templer mit ,.exerapa w
medicinia* versorgen. Die 2 Templer, die zur Belagerung von Almerit jt
gangen waren, sollen gleich den andern behandelt werden. 1310 Hai '^'
Reg. 291 f. 275 V.
f. 277 V. Super restrictione captionis Templariorum.
An Bemart Desplugnes balle general dal regne de Valencia : ,CDn
no9 . . . novellament siam requests per los inquiBidora, . . . qua dejaai
restrenyer la preso dels dits Templers et de fer los guardar ab major dili-
gencia, quo no eon estats guardata tro a9i, e ajam ordonat per tal, qiw ea
im dia ae fafa per tota nostra terra, que en lo^dia dela festa de eancta Maria
Magdalena, qai ara ve, ... sia fet per res et per loa altres gnaidadon
dels Templers qo, que noa manam dejos: per <}o deym vos ena mauan n
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Ht. 98. 1808 September -1312 Februar. iGl
pena de core et de brns, que voa ea k) dit dia . . . reatrengata h preao del
tnaestre ot dela altres Templers . . . ferran aqaells et en altres guiaea gnar-
dau los ab tanta cura, . . . qae tota bora qae noe loa voa demanem, los
DOS pngata retfe . . . Dada en Darocha V dies aoats dal mea de Juliol . . .
HCCCX. GleiehlBDtend an C. de Cardona, batle de Ceruara.
. . . Eidem. Fedi vor aaber. qaeas trainetem dins «questa tetra altn
letra noatra aegellada ab noatre legoll, en la qoal tob fem manament dnlcan
fet fort secret. La qoal letra volem eua manani, aots pena de noatra grs-
cia, . . . qae eu neguna manera nu la obraa, ana la teoita be amagada et
Bficretament tro al dia dela fe^ta de sancta Maria Magdalena, qui ara ve,
qui es en aqaest prewnt mea de Juliol . . . Dada ut aupra
i(iinliche Weiaungen gehen nach Barcelona, I.erlda, Oandeeia, Canta-
viaja, SaragoBM. f. 277 v f.
282 ProTJsio facta per d. regem anper diaferrandis Templariie, pro
qnibns aatiadaretar.
Die mercurii II. idus Augusti a. d. mill. CCC dMimo äeraldua de
Aqailone promisit raichi BerDUrdo Haioris ecriptori domini regia ac notario
publioo nomine domini regia atipolanti et recipieati aub pena mill. inorbe-
tinorum AlfoaaiDorum, qoad fr. Jacobus de Ulugia ord, milicie Templi anie
pedibua Tel alienia non ezibit abaqne voluntnte domini regia caatrum de
Qrwiyena. Et ai faceret predictna Qeraldns, in continenti incidat in dictani
.Eadem die Jacobas de Copons miles sab pena mill. morbet ... pro
fratre Geraldo de Copons . . .
Ja etc. fideli auo P. de Cardona baialo Cemarie , . . Cum pro parte
fr. Jacobi de Olugia et fr. äeraldi de Copons Templarianim, quos vos de
mandato nostro captos ac ferratos tenetis in compedibua ferreis, eit in posao
noatmin aaaeearatum, qiiod ipai ania pedibua vel alienis non exihnnt extra
caatmm de Granjena abaque voluntate noatra. idcirco vos di;imu9 et man-
damua, qnatenas recepto prius ab ipais Iratribiie et eomm utroqne iuramento
et botnagio . . . nomine nostro, qnod ipsi non exibunt extra dictum castrum
abaqoe ooatri voluntate, qnod si fecerint, qnod eo facto in continenti easent
pro convictia et confesaia de crimjne, qno difFamantur, heretice pravitatis :
et asBimili recepto a cnatodibos . . . iuramanto de cnstediendo bene . . . dictos
fntrea, de qnibus premiaaia ad etemam rey niemorism fHciatis tieri publica
instrumenta: hiie faetis . . fratrea a eompedibus ferreia libcretia, tsnendo
ipsoa raptos cum illis cuatodibas, qnibus antea tenebatia . . . Dat. Herde
II. idna Angoati a. d. MCCC decimo. Reg. 291 f. 282.
Ähnliche Bflrgschaften am 17. Angost 1810;
«00 roarcamm srgenti fflr fr. Berengarioa de Pulcro vian (Bellvcei)
Dalmacius de Timor (Gardeny)
R. de Angniaria (.Corbins).
roille morbetinorum auri fQr fr. Bertrandns de Ribea sltea (BeÜveer)
A. de Banynlls
R. Dontinyena
Vinka, PniHttiim an.l UnuitgKug .leg Tomplarur.lsii». II. M
(Gardeny)
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fOudrayl
162 Briefe, tteden nnd SutoeliteD.
mille morbetinnnim sori lUr fr. Bertrandna de Villalongft
iJersDg. de Podio
Bertr. (n Cirern
Petrus de VillagTftnadft
Bereng. de Podio viridi
BerDitrduB de Forqnes
Bemardns dee Pujol, frater
capeUanus Tempil
Bartholoineue de Villa francha (Valencia)
A. de Siscar (Barohioona)
Galcerandna .de ADinione (VaJencia)
Bereng. de ülmia (Alfombre).
Borgen sind o. a. P. de (jneralto, Otto de Hontecatheno. Reg. 291
f. 282— 28S. Mehr Templer sind nidit genannt. Wie die Ansvahi g^
troffen ist, vermag ich nicht xu erklären. Alle Ritter aind es nicht and dl«
genannten sind anch nicht alle Ritter. Einige Tage vorher schreibt Doch
Bemart fes Puyades, da£ er am Magdalenentnge (22. Juli] die bisher tdd
G. de Zeret bewachten Templer in Empfajig genommen habe: Mis a caecnns
dels tnrfio bons grilona et ordone, que tota loa -frarea jagesen en 1 cas»
et ach B fer privada en la cassa, qne non i avia,, et totes lea finesIrsB de
la casaa ab bonea tancaduree, quis tanquen ab clau . . . Dicmenge 0 die
anti Dagost (ISIO). Der Befehl für eins allgemeine Befreiung von den
Fesseln auf Verlangen des Provinzlalkunzils am 20. Okt. 1810 f. 284'.
Vgl. Pmta 8. S52.
Bsrnart des Plugues ao Jajme II.: Reebi una carta voetra, en la
qua) me manata, que ferraa les frarea del Temple. Lo qntd manament . . .
compli, encBia qne fui [en] tcts aquelea locbs, qni en les cases del TecapU
eon. Per los quals a mi fo seinblant. que dan no pogneesen fer, fo es, qne
alnuD frare sen pognes exir. La quäl cosa yo, sonyor, no creu . . . pei
que, eenyor, loB frarea son fort be guardata. Ära, 8«iyor, de pochs de dies
. . . bI maestre del Temple son imflades les cames ey feit venir metges et
finalment an me dit, que, si nol fa9 desferrar, que eis a la malantia, noii
porien dar consejl, car tanla de cura eis no fanen a Ib malantU, qo'
aytant ames no sfollassen les ferres. Per que, senior, lo dit maestre ai*
reqnest et pregat, quel fees desferny, per ^ quela metgaa li [poguen] dir
conaeyll a la dita malaltia. On yo, aenyar, veen lo manament, qni per
vos ea estat ami sobre lo feit tan expree, no men son volgut plealr sen
licencia vostra. Per qne, senyor, clam merce a la voatra aenjoria, qaeoi
placie, quem scriure fo, que vos tingata per be. que fa^ en aquast |feit],
encara ai altre cas de malaltia aesdevenle en los altres frarea, si men go-
saria pleuir de desferrar, tro fossen guarits . . . Feita en Valencia XIS
dies en Agost anno domini MCCCX. CRD. Gr. Pap. Sap.
Erzbischof Gullelmus von Tarragona an Jayme II. : Supplieavit nobis
religioaus vir, irater Eximinus de Lenda, magiater orditüa milicie Tempil,
quod, com locus civitatis Valentie, in quo csptns et sub custodibus teneba-
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tlr. 98. 1Ö08 SepUmber-1812 FobmaT. I«3
tar, aibi oon competeret. cum infiimitaB eum longo tempore gravaverit, eic-
qae modo, ai aA dictam redncaratur civiUtem, corporis timeret periculum r
eicelleocie vestre, ut eandem magiatrum cum daod^cini de illia fratribua,
qaos BemArduB de Speluncin Valentie et Alfambre tenebAt, quos ipae mst-
guter UBnmere voluerit. ad locum de Orta dignaretur tranaferre, ibidem sub
c»tia cnatodiboa moratarum, Bcribere dignaremur. Nos eiaa supplicacionibns
anaaentea . . . mageatatem vestriim deprecauur, qaat«nna placeal vobis
eundem magiatmm com dictia dnodecim fratribus ad tocam de Orta trana-
ferre predictum et oisdem provideri facere ibidem . . . Dat Terracone IUI.
. idus Jtmii iISll). Templarioa Nr. S4. Or. Pap.
Die Antwort dea KQniga vom 18. Juni 1311 aoa Huesc« laatet xu-
»timmend. Wie Hascaroa Garideyl an den König am 2S. Juli schreibt, sind
der Meister, fr. P. de Vilalba, fr. Oil Ferif abat Dalcoleja, mit königlichem
Schreiben, eie nach Orta zu rohren, angekommen. Er brachte sie bin; dt
Kommandant wies aie ab. So mnfite er sie in einer albeich nnterbringei
WAS tiglich II sol. Jacc. koate. Er nahm die befohlenen Uiener fdr sie; it
maestru ist krank; Arzneien, Koch, Frauen zum SpHlen usw. CRD. 4157.
Templarii in ToraaBa; .Pormitatis ire per totnm spacium dicte
mus.* De»mber 1810. f. 290*.
An den Generaladministrator : Cum noa ciertifieari velimus de nu-
meio omnium frktram Tamplariorum, ^ni capti annt et cnstodiuntur, tarn in
legno Araganie^quam in Cathalonia, et in quibus locis existunt, et de no-
miuibiis eoramdem et etiam de numero omnium custodum et serriencium
dictis Templariia , . . mandsmos, qoatenus de predictis omuibns nos . . clare
et liquide informetis . . . Dat. Algezire Tl. idus Decembria a. predicto
(1310). f. 291.
Saper hcto reetriccionia capcionis Templariorum:
Jajrae II. an G. Oulomarii civi Barchiaonensi — und die Aufseher
der andern Templergenngniase : Mandamus, . . . quatenus . . . viais presen-
tibns . . . ponalis in compcdibue ferreia omnes fratrea Templarios, quoa
t«netis in vestra coatodia, ut eecurius custodiri poasiut . . . Barcelona 1811
August 16. f. 805 ".
An curia et vicarios llerdensis et Pallarenais : Mandamoa, . . . qnate-
nos viais preaentibus vos peraoualiter adducatis ad noatram presenciaiii
■päd Barchinonam aub decenti custodia fralies Temptsrioa inferius notatos,
in vestra custodia existentes: videlicet fr. P. de Villagrenadn et fr. K. de
Ontinyena, milites, ac fr. Bemardum de Bellissen, fr. G. Dalbio, fr. SaluS'
torem de Angularis, fr. Q. Bardoyll, fr. P. Lanem, fr. P. de Campo rotundo,
fr. P. Sonjery, fr. P, Sanf, fr. Bn, de Rouira, fr. G. de e. Hartino, aer-
neutee . , . Barcelona 1811 August 18. f. 806.
Similis fuit misaa MaechuoBio Garidelli civi Dertusensi, . . , ut in
continenti adducat . . . firatrea Templarios subsequentea, quos tenet in eiua
custodia, aeilioet fr. Berengarium de Tamarico, fr. Bernardum de Hilars,
militea, ac fr. Berengarium 9a Corbella, fr. Jacobum de Conflent, fr. P. de
Bnbegal {% fr. Andream Joffre, fr. Rodericum de Lenda, fr. G. Qescret, fr.
11*
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164 Briefe, Reden ond Outachten.
Bartfaolomeum des Hör, fr. Dominicum de CMwlibm, fr. A. Pncallnfll H b.
Hurcbum Adarroni, earvtenteg. Dst. ut eupra. f. 806.
An G. OuloniRrÜ '); ... MaiidArnns Tobi^. quatenne visJs preaenb'bns
removeatia a cuatodia fratrum in vestro poaae exietencium oinnes scnttSerm.
qui ibi sDnt pro cDstodibua aasignati, et assignetia ipaia fratf Uma inter dnue
unum ooatodem ... et singulia noctibus ponatis eoe in nliqaa volts Ren ii
tutiori loco domoram. nbi naoo aant ... Et si de die spacisri volntrini.
enot per dooios inferiorea . . . Barcelona 1311 Sept. 23. f. 306.
Jacoboa etc. nobili et dilecte H . . erach ') de Osera etc. Vaatna
Tepepinna litteraa inter altn contlnentea, qaod frater ii. de Claromonte, qni
cum aliia Templariis sab custodia nobilia Petri Gnilelmi de Caatilione riri
veatri apad Ceaaraugnstam detinebntur, diem clauaerat extremum et cmn
ipsum nondum traderatis (1) aepulture, Buplicastis nobis. nt, quid aaper hoc
facere deberetia, vobis per nosttAa littoraa aignificare dignareninr. Ijnin
Vobis dieimiia et mandamus. quatenua dictum Templariuin in aliqno lor«
extra cimiterinm sepelirr faciatis. Dat. Barchinune VI, idua Septembris t
d. MCCC ondeeimo. f. 308.
Scutifeto ena Jacobo de Turricells aalntem etc.*). Intellexinnu n
parte fratris Berengarii de a. Marciali, . . . qnod ipae a vobis minus dKCD
ter tractatni' et sibi tedia et gravamina infenintur. Verlangt Änderung:
wie die andern Templer favorabiliter pertrnctatnr. Calataynd (1811) 12
Februar 4. f. 816.
M. Zwei Briefe des Templer« Jaeme Gurlgnns iin KSnlg Jajne II. :
I. IM iii§ Mliwet geßohen. Seit seiner Aniresenlielt beim Khle
iKargiroliiiteii Ihn die Templer mit Ausnahme des E. (iaidla.
neu er nlcNts erreicht und seine Saeben suFflehbehomtnen hattf.
Sendet ihm die mitgenommene SuppUli der Templer ■■ dm
Papst und andere Urletle. Hat den Orden Terlassen, Ist gut
Laie und will nicht zurBek; die Templer wflrden Ihn omkomBCa
laasen. Bittet dringend nm eine VenorguuK- Stadt Xlranl
(130S) September 10.
II. Jncme Garrigana Bebildert nuafUhrlleti seine Pluefat ans Kasiril
Xlraret dnreli die [lorquerta howie den mlßglQckteu Vcrsirk.
seine Saelien herunter werfen zu lassen. VermnlassDug a. ■. Isl
aneb die über Jayme sieh unfrenndlieh Inßemde Supplik ni
den Papst, die K. v^ Gardla gezwungen abgefaßt. Resckvin
den KSaig, der ihn ans Hißtraoen hat In Elsen legea laswa.
Ihm zu glauben und Ihn nicht Terzwetretn in lassen. (1^^ ""^^
September 10.)
') Vgl. Prnt7 S. 358. So *n lesen,
') Zwei Buchetaben fehlen. Durch b ein AbkOrznngsstrich. Bei Pnili
S 353 ist es ein Mann. Der Name des gleich darauf genannten vir vietrr
jst (im Genitiv) : Petri Guilelmi (Pmtz Fi Ci).
') Ganz Prut^ S. 354.
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Nr. 94. I. (1308) September 10. II. (1308 nach September 10.) 16S
I. Frare Jacme de Gairigans, que fuy frare del Temple , . .
Fas TOS a saber, que axi, com yo reeotnte a vos laltre vegada^
quan fuy a Valeacia ab en P. Martini;, que, dopus lo primer
viatge 1), que yo flu a vos a Valencia et vos, senyor, ab la
vostra merce me retes ein fees retre la mia roba et arnes,
que yo avia comanada an Not de Monchada =}, ang depuxes
los frares del Temple, qui son en lo castel de Mirauet, salvant
frare R. (;a Gardia, no han aut si no tot mal pensament enves
nii. Car toLa hora son pensat, que per algunes paraules, que
vos aguessetz empreses ab mi contre lur feyt, vos aguessetz
retuda a mi aquela bona de roba. Et encontinent nie feeren
avalar del cap del castel et puxes me feerea moltz enugs et
per aquela rao yo ane a vos laltre dia, pensan, que, pus yom
mostrava axi tot vostre et queus digui la verltat de totz les
nostres afers, fort bem cuyde yo gran grat " senyaladament tro-
bar ab vos, mes que no fi segurament, mas com que fos, nous
plac adoncs fer anii co que yous demanava, jas fos go, que
no eren tan grans les giacies, que yo demanava, que no fossen
bell de soferir, senyor, a vos. Ära depus yo fuy lomat al
castel de Mirauet et aqueles frares veeren, que yo nols porle
nul recapte de n^una daqueles cose.'^, que eis soplicaren a
vos, senyor, tantost dixeren, que yo era anat avos per mal
deyls, salvant frare R. qa Gardia, qui es tot de vostra pari.
Et totz los altres son contraris et de molt mal volentat enves
vos . . . Semblavam, que yo fos en mig dels diables dimfern !
Et axi entre aquest mal, que ab eis sofcria, et la paraula, que
vos senyor me digues: que nul temps daquiavant lo Temple
no seria Temple, e que acjo yo creegues fermamcnt et encara,
que avem entes per cartes, qui son vengudes de Payteus, que
frare Oliuer de Pena *), qui es cucibulary del papa, et be LX
') Diese Reiee fand im FrQhjabr vor B. Marcus {2ö. April) statt, wie
R. (ft Oardia in einem Briefe an den Küolg schreibt, am einen ßeleitsbrief
fflr R. 7a Gsrdia zu erfaalteD.
') Einer der einflußreichBten Großen nm Hofe, Verwandter der spfttern
KSnigb Elisende.
'1 Das ist wobl das erste Mai, äa& suf ein GeatBndnia dieses Templers
hingewiesen wird. Vgl. Qber ihn Darstellung.
oy Google
166 Briefe, Reden uod äaUcbton.
frares del Teniple, qui an confessades aqueles maladictioDs.
que hom diu dels frares del Temple, et encara que yo sabes.
que a^nes cartes fossen feytes et una soplicatio al papa'l,
qui senibla ami, que era feyta contra la vostra honor, co es
que nul hom, que sia vostre natural, se dam ni meta sobfv
vos davant lo sant pare apostoü negunes coses males ni que
foi;en contre la vostra noblea ; et yo agues laltre dia proines
a vos/-[senyor, que en calque part de) mon, on yo fos daquj
avant,5.estant yo frare del Temple o no frare, que yo nuls
temps no soferria nules coses, que fossen contre vos ... per
totes aquestes coses desus dites yo agui inolt gran volentat.
quem partis de la lur companya emper toslemps. Et axi com
eis agren apparelades lurs cartes per trametre, yo fi en tal
manera, que les agui totes, et de nit exi men et vengui meo
en la villa.
... Et *) axi, senyor, trametem vos aquela soplicacio. qui
anava al papa et letres, qui anaven al senyor rey de Malor-
que et al bisbe de Vieh et an ß. de Canet et an R. Sauina '}.
Et axi, senyor, yo dam merce humilment axi caramenl
com pusc ni se a la vostra alta noblea, que vos . . . ajat;
bon esgart enves mi . . , Car yo, senyor, ab Perm cor me son
partit de la companya dels frares del Temple et lur -he leial
tot lur habit et tot lur orde per tostemps. Car ab que yo
volgues tornar aels, <;o que no faria, ans me metria I coltel.
Costuma es de lorde *), que tot frare, qui sen partex et Jau
II nitz de fora et sen porta espasa ni coltel darmes, ni diners
ni nuls altres bens: que aquel aylal ha perdut lorde p«^r
tostemps. Et encara si el tot a<;o vollen perdonar a ml, yo
encara' noy tornaria per nula res del mon. Cor eis son ara
') Dtia kann nicht die an den Pnpst geriehtet-; Snpplik. die Itenavidn.
Crdoica de don Ferrando el IV Bd. II. 617 abgedruckt hat sein, denn sto
trägt das Datum des 2S. Oktober. Jacme hat ja diese und andere Schrift
atOck« mitgonommen und erat spfiter haben dann die Templer eine d«ii'
Supplik abgesandt.
') Vorher eralhlt er, dafi er sofort an den Veger B. ces Pujaded t;f-
schickt, der auf der hastida war und sofort zn ihm kam.
') Von den letztem Briefen ist keiner Tortianden.
', Vgl. K. Kömer, Die Templeiregel. S. 7&, Nr. 262.
izecy Google
Nr. H. I. (IS08) September 10. U. (1808 nach September 10.) 167
tan indignatz enves mi per totes les coses de sus dites, que,
si eis nuyl temps me podien tenir a qualque cscusa, cert sia
a vos, seDyor, que eis mc farien morir a mala mort, car fort
son gens cruel et ab poca nierce. Et especialment Serien o
ami, per go cor axi he eis desemparatz et men som vengut
a vos. Et axi, senyor, pus vos deytz ami, que lorde es des-
Teyt, et encara per be que tomas, 90 que no creu, que faga,
et pus yo he portades aicunes armes, ^'O es espa^a et I colte)
et entro a XX libr. de Bargalones, que yo ja mavia: yo so
ara tot axi con home seglar; o pusc esser clergue, que yo ja,
quan intre en lorde, avia corona et acolit et un graus. Et
axi, senyor, per totes aquestes raons desusdites dam vos uierce,
que per nula composicio de castels ni daltres coses, que eis
TOS permetessen, que vos nul temps no vullatz, que yo pusca
venir en lur poder. Car de. m. vides yo non avria una! Ans
vos clamaria merce, senyor, que pus que axi es, que fos la
vostra merce, quen aicun loc del regne de Valencia o de Cata-
lunya, que vos me donassetz alguna cosa, de que pogues aver
vida covinent; o quem feessetz donar alguna cosa de que
pt^ues passar mon temps. Et que men lixassetz anar qui-
tiament: car yo daqui avant no son frare del Temple ni en
habit del Temple no so vengut en vostre poder, que ans o fi
ab barba rasa et ab ma corona et ab una gi-amasia vestit ') ■ ■ ■
Si tant es, senyor, de la niia bona aventura, que vos nom
volguessetz atorgar ni fer n^^na. deles damont dites coses et
que de tot en tot me voiguessotz aturar per nc^una rao del
mon, almenys vos dam merce, quem fagatz tanta de grada,
que yo que pogues estar a Alcorras empoder den Micholau (!) de
seot Climentz o al castel Dajabut empoder daquel, quil te ;
o empoder den Gombau de Monlor a les Avelanes, qui es
porter major del Infant et sens tota prezo et sens tota garda . . .
Empero sia cert avos, senyor, que la dita soplicacio del
papa ses feyta contra la volentat de Trare R. ?a Gardia, car
si be aquexes letres se van en son noiii, mal son grat nac a
fer tot ^o, quen fe.
') Dann folgt, daß er ihm Ober die maladictions nicht mehr sagen
könne, ala er schoD in Valencia geten habe.
izecy Google
168 Briefe, Uei]«n und Qutachten.
Nosti-e senjof Ihesu Christ per la sua misericordta vos
do Tida et saiut per lonc temps et victoria de totz los vostre[s]
enemics, axi com lo meu cor o desiga. Amen. Dades en la
vita de Mirauet, dimartz apres la festa de sancta Maria de
Setembre.
Barcelona, Archiv, TemplariOB Nr. 74. Or. Pap. S*p.
II, A la real mayestat del molt alt e molt poderos moii-
senhor lo rey Darago soplique humilment e ab gran dolor e
trencament de cor fhire lacme de Gairigans, que fo comaoador
Dajabunt '), que sia la vostra merce, senyor, que vulatz enten-
dre les paraules, ques seguexen daqui enjos. 0 senyor, molt
excellent, ara pusc yo dir, que es veritat la paraula, que dia
David en I vers del psalmy, ^o es : Boiium est sperare in do-
mino quam sperare in principibus. Car axi, senyor, com vos
sabes, encontinent que yo fom exit del castell de Mirauet, yo
US traines una letra ^), en la quäl vos Gu a saber tota la
veritat de mon feyl: ^;o es en qua! manera ni per quina rao
yo men era exit, per lo mal solas, quels frares a roi avien per
la gran sospita, que en nii avien per vos, depus que vos agues
a mi retuda ma roba e mon armes e ara ja mes, quan yo
ane a vos, que vos en vostra carta nomenadament demanas
mi, e quan yo fuy vengut de vos e eis veeren, que vos nois
volgues atorgar neguna de les coses, que eis vos aguessen de-
manades en Jur soplicacto ^. Adoncs agren eis molt malvat
pensament enves mi, que dixeren, que yo no era anat a vcb,
sino per gran lur dampnatge e del castell, salvant R. ^a Gardia,
qui non avia nul mal pensament. E axi yo duptan me dds,
que nom feessen I avol joc, volguim partir de lur Company» e
volgui mes estar a la vostra bona merce que ala lur. E isi.
senyor, quan yo senti, que eis vollen trametre aquela soplicatio
al papa, quem sembla, que fos contraria ala vostra honor e
remembram, com yous avia pronies, que nul temps no con-
sentiria a nules coses, que fossen contra vos e pen^aie per
') Der Ort wird Dicht in dem Yerzeichnis der Tempi erbeuitiDiigeD
fOr das Kapitel des Jahres 1307 geoannt, also wohl sehr klein. Vgl. fot. !^
') Die vorige Nr.
*) Vgl. Schreiben des P. de Queralt vom 10. Mai 1S08.
izecy Google
Nr. 04. I. (1308) Septtwiber 10. II. (1808 mch Soptember 10.) 169
a^o yo degues aver gran grat e gran be e honor de vos: la
nit, que yo senti, que eis la devien trametre per alcun mis-
satge, quel cambrer avia percassat, yo flu tot mon poder, que
aquela nit que yo fees la gayta ab lo cambrer a la porqueria.
A^ es un loc fora tos murs del castel, qui esta sobre la vila
de Mirauet; e ja era lo sol post enans, que yo sabes, que
aquela ait lan deguessen trametre. E enconUnent que yo o
senti, pregue lo cambrer, que el pr^as a frare R. <;a Gardia,
que yo fog son companyo aquela uit a la gayta de !a Porque-
ria. El cambrer Ion pr^ua e el li o atorgua ■ ■ ■') E axi el les
me livra, cor el no tenia nii en sospita de vos ... Et axi,
senyor, yomen avale a la porqueria ab la soplicatio e ab totes
les cartes ligades e nies les me al sin. E quan yo vi, que nul
hom nom fon de costa, yo lixe tot mon ames e avalemen
tot gint entro a la primera casa que trobe dun Sairay e dixi-
li, que yo men anava al veger vostre e que el quem acoin-
panyas entro a casa den F. Martini«;. El sairay o fe. E en-
continent que yo fuy a casa den P. Martini^-, yo traniis I
missat^e al v^er a les bastides, que li flu a saber, que yo era
en casa den P. Martinig e axi metex tramis altre missatge an
Vayltorba, qui te la vila de Blora, que li flu a saber, que yo
era en casa den P. Martini^ e quel pregava, que el cornas un
poc una botzina, car yo avia lixat mon escuder en la cambra
e avia li dil, que, com yo seria en la vila, quen Dalmau de
Vay[ljtorba li faria senyal ab I botzina e adonch que el encon-
tinent pensas de gitar la mia roba an Vayltorba, car la cam-
bra, on yo jaya, era sobre la vila, que te en Vayltorba e el
que sen avalas ab una corda. E enans quen Vayltorba agues
feyt lo senyal de la botzina al escuder, los frares saberen per
lo cambrar, que yo men era anat e corregren a la cambra e
frare R. (a Gardia pres tot mon anies e puxes lescuder meu
a II o a III dies apres. E que, ago feyt, fugissen e veno sen
tot dret al veger, enans que parlas ab mi e en presencia de
tot hom el lo demana del feyt e lescuder li o atoi^a tot axi
') Schreiber schildert, wie er des andern vorausgeschickt und er die
Dokumente Ten C f« Ijardia ebne B«denkeD erhftit. Cor el les avia fejtes
eacrinre a mi. Dsno betont er nochmals, daß der genannte Templer die
Supplik nur geiwongeu gemacht.
izecy Google
170 Briefe, Reden, und Gutachten.
com yo li o avia dit. Apres a^o feyt yo ab volentat del veger
trames un escrit a fi-are R. (,'a Gardia, quel pregava, que retes
alguna parlida de la mia roba del lit e alscuns libres. E el
fe men respost per un escrit, lo quäl yo us txamet, per yo que
vos lo vejatz per certificar vos, senyor, del raeu feyt, si vos per
Dula rao y devetz aver nula sospita si no bona. Et eacara
que en conttnent, que les frares saberen, que yo men era
exit, cridaren de totes partz a les gayEcs noslres de fora: 0
vos altres gaytes de fora, sapiatz, que frare larme de Gairi-
gans sen va e ara, ara sen exit de la porqueria! Cerquat
lo be per la vila e per los camins! E totes les gens se aira-
vataren ", que encaira no sabren mes, si no lo veger en P. Mar-
tiniQ en Vayltorba: car nos avieni acordat, que nul hom noD
parlas, per rao que lescuder meu pogues aver gitada la mia
roba an Vayltorba. Was los frares o sentiren abans e cridaren
e axi no poguem aver gens de la roba. E axi, senyor, yo, si
inajut Deus, entenia per a^o aver de vus gran grat e be e
honor. Et ara vos, senyor, s^ons que yo he entes e rist.
avetz auda sospita, que yo ayo aja feyt per inaestria e ab
consey] dels frares de Mirauet e avetz me feyt pendre e metre
eil feirest a gran tort e a gran peccat ! Car si yo en aquest fejH
he res feyt per nula maestria ni per assentiment ni per conseyl
de nula persona del mon, si no per lasentiment del veger
vustre e den P. Martinii; e den Vayltorba e tot a eatenimenl
de fer a vos, senyor, piaer e profit e honor e que vos me de-
guessen molt grac servir : Si per altre enteniment yo hi e res
feyt, yo clam nierce a nostre senyor Ihesu Christ e a madona
sancta verge Maria o a tota la cort celestial, que la yra lur e
de vos et de totes les criatures, que Deus a formades eo
terra, caja sobre mi en aquest segle e en laltre. On yo,
senyor, humilment e ab lagremes clam merce a la vosUa
benignitat e pietat, que gitets tota la sospita aquexa de vostre
cor, que avetz auda de tili. Si yom trobava ara defalit en
vos, yo seria desesperat per tos temps e de totes les persoDis
del mon ... Si us capteniez be de mi, yo creu, que molts
dels frares de Mirauet e de Monso vindran y vos e vostre
a Statt arreliRtar. b StaU feires. c So Or.
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Nr.H. I. (1808) Sept. 10. n. (1808 d. Sept. 10.) Nr. 95. (1308) Sept. 27. 171
poder, sils YOÜetz tenir a Gardeyn. la sia aco que yo nul
temps no volria esser en nul loc en lur companya, car no
avria ja mes be ab eis daquiavant. Senyor, ctam merce, que
lam ejatz'', oar 1o veger ei batle de Tortosn saben, que tot a^'o
de susdit es Verität lialment. Axi Deys« e vos aiut a mi!
TemplarJM Nr. 88. Or. Pap. Sap.
95. Philipp d. Scfa. sn KSniff J^rnic II.: (Xacli GrOrterunp der Vei--
h«ndinng:en mit JajmeB Geoandten In Poltlers Über die Strelt-
m^e de« VhI Dftnin) srhildert er die ErgebnlMe der Templer-
nnterguehun^n lii Folllen and Chlnon. Longrpont-snr-Orfe
U308) September 27.
. . . Sane saper negocio üdei perndiam Templariorum tan-
gente notum excellencie vesti-e fiat, quod sumnius pontifex Proces-
sus contra eos habitos in diversis partibus regni nostri per preia-
tos et inquisitores heretice pravitatis cum suis fratribus plene vi-
dit et diligenter inspexit, ac insuper ultra sexaginta Templarios
milites, presbiteros, preceptores et alios, qui magne fuerunt
auctoritatis in ordine suo profano, prius per cardinales plures,
subsequenter per se diligenler examinare curavit: ac iidem
Teniplarii en-ores, quos in primis inquisicionibus confessi fuerant,
fuerunt plenissime, primo coram cardinalibus, secundo [coram]
papa, tertio in consistorio palam confessi nee non magistrum
majorem eorum, visitatorein geneialem in regno nostro, Cypri,
Normannie [duc|atus, Acquitanie preceptores et quosdam alios
summus pontifex post suum recessum de Pictauis per tres
cardinales, quos misit specialiter, fecit audiri, qui plenius quam
prius fuerunt dictos errores sponte confessi, dietam heresim
soUempniter abiurantes, ut et alü Templarii similiter abiurarant.
Mittereque dLsposuit summus pontifex in instant! sollempnes
inquisitores ad vestrum et alia regna pro complendis in prefato
negocio tarn contra singulares personas quam totum ordinem
sollempnes personas" vestre cotsitudtni ac ad ceteros principes
dirigendas pro negocio memorato. Que vobis significare cura-
vimus, ut Interim ad capiendum et custodiendum personas
Templariorum illorum, insuper et bona ipsorum, ne disper-
gantur, set Terre Sancte negocio reserventnr, ut Christi pugiles»
d Statt lyafcs. e So Or. a So Äbechrift.
izecy Google
Briefe, Reden und Gutachten.
ferveiiter intendere debeatis. Datum apud Longuiii Pontem
prüpe Montem Letherici die XXVII. Septembris.
Barcelona, Archiv, CRD. Nr. 4108. Gleichz. Abschrift Pergament
fW. Bereiter de S. JiiKt, Komtur rou MlniTi;t, au KSnlg i»jiM II.:
EriHBert Ihn an die meinem Vater, Binder nnd Ihm ^eleliitetei
DieuKte der Templer, bltt«t Arnald von Vlll«iiora an oie ih
erinnern, erKnebt um NahmngNmlttel fUr Sflravet und Kendft
Ihm allerlei f;e«chenke. HlrsTet (1308) Oktober 18.
AI tnolt alt et niolt poderos senyor en Ghnst en lachme
per la gracia de Deu rey Darago . . . frare Berenger de sent
tust conianador de Mirauet et de Tores besament de maus e
si metex ab tota quanta pot revereiii^ia et honor. Suplicani
senyor, ala vostra senyuria axi com ha pare et ha senyor,
que siats renienbrant, senyor, dels trebayls et dels perils, que
nos avem soferts per lo senyor rey en P. et per lo senyor rey
Nanfos et del trcbayl, que a?ein sofert per vos, Eus renieni-
bre, sius plau, com vos, senyor, nos diges, si nos aviem
niester mestre A. .de Vilanoua et nos senyor vos digem, que
estaveni en dieta a son consel. Et prech a la vostra senyuria,
senyor, que vos ii diriets, que pensas be de nos, hon nos,
senyor, som el castei de Mirauet et no podem aver vianda
fresqua, que ha nos sia bona taut quant mester nos seria;
et aygua de (jafarey, que no es ha nos sana; perque senyor
suplicam et clamam mer(,'e ala vostra senyuria, que manasels
al veger de Torlosa, ho ha aquel, que seria en son loch ha
Mirauet, quens en lexas pendre et auer tant quant navriem
niester ha nostra persona de carn, ho de galines et de vi el
de cnynat vei-t: E si mes, senyor, nos en donaven, nies vo;
avriem qne grayr tots, ... Et nos, senyor, som tot vostre . . . el
serem, mentre vivam. E nos, senyor, per amor, queus membre
de nos, trametem vos per lo portador de les letres II anels dor
et son les peres de safir e la hu es enquastat en branques et
es tot redon. Et fem lo ja fer cientment per donar a vos et
1 poma dambre et es guarnida dargent ab perles et va lol
en I cap<;a, El present, senyor, es poch et noy gosam nome-
nar madona la regina, quey ages part. Senyor, sius piau, ajau
izecDy Google
Nr. 96. (ISOS) Oktober lg. Kr. 97. (1308) Hovember -Dezember, lli
pietat de nos. Cor ^o que hom nos met sus, es gran fakia
et [wdets hy aver concien^ia, per quens podets mils aydar.
Cor nos el castel sotn lots temps a voslre servi. Escrita Jo
dia de sent Luch ha Mirauet.
Barcelona, Archiv, Templariod Nr. 19. Or. Pap. Sap. Dsb StOek ist
voi- Einonhrne Miravets und der UertiiiRennRhnifl geschrieben, denn Simst
hatten die Templer keine Geschenke mehr nnbietcn kennen. Die intor-
»»iante Notiz fiber Arnsld von Villanova zengt wieder von dem großen An-
H^ben des eigentDmlicheu Mannes. Der KOnig antwortete am SS. Oktober
1308 (vgl. Druck bei Prutx S. 351}, daü er sich der geleisteten Dinge wohl
erinnere nnd gern seinen Willen erfQltte, wenn er mit Ehien kSnnle. Kr
kann ihnen nicht zu Httife kommen, wenn sie nicht tan, was er Bernard de
Libiano aufgetragen hat. Die versprochenen iocalia kann er unter diesen
UmstAnden nicht annehmen. Er erinnere sich, daS er unter andern Ver-
h<niasen früher solche Geschenke von ihm genommen habe
97> YorsehlHKe R. ;« Gardias fUr König Jajine II.: Erlunernn; an das
TerkUtnls der Templer Aragonlrnsi zn Ihm and Bitte um Bchutz
Ihrer Güter. Betonang, dai In Poltier» Im Konslftorlnm der Papst
erklärt, Pbilipp d. Seh. and der IuqnlHlt«r hKtten keinen Anf-
trag zum Yorgehen rou Ihm gehabt und daB die GefaDgenuahme
der Templer ihm am meisten TerdrnB bereitet. Deshalb seien
die SchHdIger des Ordeus zur Entiwhlldlgiiug rerpfliehtet. Ab-
sendnng eines TemplerN mit kSnigiieher Geuindtsehaft an den
Papst. Hauptpunkte des C bergabe vertrugen : Gar keine oder
nl^llehst geringe IVaehe, ^eie Ansehafftaug ron Leben itmitteln
und Kleidern nnd Sorge filr Ihre Pferde« freier Ansgung oder
Aasritt In bestimmten Grenzen, Sorge für den Tempi er meUter
U8W. (130K) Xorember — Dezember.
. . . Que lo senyor rey per sa boiita el per sa gran ini-
sericoi'dia vula nver esgardament envcs el et enves los altres
frares, qui son ses natui-als, . . . que no li placia, que sien de
pejor coßdicio los frares del Temple en la sua terra, que en
nula altra part del mon, que nos ojani oit ... almenys les
bens det Temple son conservatz et no destrovitz a lorde ni al
servij de Deu, que, quan quol .senyor papa aja declarada la
Verität, los bens del orde seran retornatz en lur bon estament.
Et no par, que negu rey ni princep del mon ne sta pus tengut
al orde del Temple, que es lo senyor rey ... Negu senyor
de terra no pot dir, quels aja melors ni pus naturals, que cl
log lia.
izecy Google
174 Briefe, Reden und OntachteO.
Et majorment, con es cert al senyor rey, quel senyor
papa en plen eonsistori et en la presmcia del rey de Franca
et de molts prelat?, et moltes daltres bones geos, qui en aqiiol
loch eren present^, lo dimecres ans que Qinquagesima ') a
Payteus dix, quel rey de Franca ni lenqueridor no aren null
temps audes cartes dell, que eis deguessen fer nul enautament
ni £^reuviament contre los frares del Teniple. Ans dix, que
de pus que era estat papa no encara dabans no era estat
tant despagat de nula res, que el hagues oyt, com era ie la
prezo dels frares del Temple. Et axi no apar. que negun rey
ni princep det mon ni enqueridor ni nula altra persona pusc
aver auda carla contre los frares dei Temple de consentimenl
ni de volentat del senyor papa, pus quel rey de Franca, qui
es estat cap et come[ij]sament daquest feyt, et qui mes de favor
troba ab lesglea ne ia na auda. Et com les frares del Temple
reeben aquesta iniuria a gran tort et a gran peccat, par ver,
que segons Deu et segons anima, que de totz los dampnatges.
qui a eis son donatz, son tengutz de peccat de restitucio aquels
quil lur fan. Et que mes de mal fan a eis matex, que no
fan als frares del Teniple, car ds fan mal als ditz frares en
lo cors et en laver et fan mal a eis mateis" a dampnacio de
la lur aninia, qui es molt pus cara cosa a hom sens tota
coniparacio, que no es lo cors ni tot laver del mon.
Per que esgardan les coses damont dites enten lo dit
frare R, (;a Gardia, que monsenyor lo rey Darago ab tota
L'ura et ab tota diligencia deja esser ajudador et valedor als
frares del Temple en eis esser deliures daqUesta pe^cutio^
qui es de tan gfan necessitat a eis daver remey en manera,
que eis per el sien deliures daquesta tribulacio de tot eu tot
El ai;o par justa cosa, que el yvagosament <■ deja tractar el
procurap ab lo senyor papa et en totes altres maneres, quelä
ditz frares del Temple sieu per el yvas'- deliures daquesta tri'
a So Or. b Statt peraecotio. r iv&raoBainent aoä *Tilt
bedeuten rasch.
*) Quinqasgeaimii, doch Pfingsten? D«nn stimmt das Datmn: 39.
Mai. DcD zweiten Satz keonoD wir sonst nicht. Unmöglieh ist es oicbl.
daß der Papat sic}i so geilu6ert hat.
izecDy Google
Nr. 97. (1S08) HovemW— Dezember. 175
bulacio et que el vula donar loc et favor a eis, que eis hi
pusquen trametre et enviar alcuii frare de! Temple en alcun
ältre abit, que no sia del Temple, qui pusquen anar ab aquels
niisatgeres, que el senyor rey hi volra trametre. Et en aquest
endemig, que sia merce del senyor rey, que el los vula tenir
en la manera, de quel senyor rey ha eslat ja request de part
dels per en P. de Queralt i).
[1] Co es a saber, que placia al senyor rey, que vula
esquivar tos dons et les messions als frares del Temple, qui
eis et tot lurs bens sons seus et en sa garde et en sa comanda.
Et asi quels aseguran al senyor rey per rics homens de la
sua terra o per cavalers o per ciutadans en manera, quel
senyor rey ne sia ben segur, quels frares del Temple, qui vuy
son per los castels, no sen figiran ^ a nula part ni sen partiran
sens volentat del senyor rey. Et axi que nutes gardes no
covengues tenir al senyor rey per los ditz castels. Et si a<,-o
lo senyor rey fer no volia, que almenys, que les gardes fossen
tninpoques, que la messio agues esser leugera.
[2] Item que si tant es, que el senyor rey volgues tenir
alciines gardes per los castels, que sofris, que missatges po-
guessen trametre los uns als altres o al senyor rey matex
ho al senyor papa, ho la on veessen, que prolit pogucs esser
iil^i ditz frares per aquest cas.
[3] item que los frares, que vuy son per los castels,
pusquen aver per lurs diners refrescament de viandes, axi com
carn h-esca et pex el ous et formatges et pan et vin et fruyta
t'l altres coses abantament de cascun dia covinentment . . .
[4] Item si <■ ... de viandes sera trames als ditz frares
per alcuna o alcunes persones, que pusquen aver.
[Ti] Item que lurs besties pusquen anar abeurar saWa-
nicnt als abeuradors acostumatz dels ditz castels . . .
[6] Item quels ditz frares pusquen anar deportar a peu
0 cavalcan Tora la porla dels castels entro aquels locs et ter-
iiies, quel senyor rey lur faria asignar covinentment. Et aquels
frares de Mirauet, que poguessen cavalgar entro ab Macaneyt
b StaU fngiran. c Kehlt I Wort.
'J Vd, den Brief vom 10. Mai Nr fi2.
izecDy Google
196 Öriefe, ß«d«D und Gutachten.
o aytant despay com aquel es, cor en aquels loes nols veoria
nul hotn estrayn; cor tart ne passa niil honi.
|7] Item que si han necessitat de roba de vestir, quen
pusquen comprar per lurs diners.
[8] Item soplica lo dit frarc R. per si et per tots lo^
altres frares del Temple, que sia merce del senyor rey, que
lo maestre Darago sia donat amanlevar per ostatges aicun ti
alscuns frares del Temple o per fian(;es dalscuns rics hotnens
de la sua terra, per ^o que el pogues mils tractar et procuiar
ab lo senyor rey sobre aquests nostres afers del Tempie, cor
el na lo poder o pot Ter mils que negun altre.
Barcelona, Archiv, Templarioa Nr. 79. GleichEeitige ADBrertigung
Blatt Papier ohne Siegel. Noch ein Schreiben richtete R. de Goardia u
den Kßnig am BO. November nach einer Unterredung mit Benuird de LibiaiiB.
In beweglichen Ausdrucken bittet er nm Gerechtigkeit nnd HDIfe (Templa-
rios 70), Der KSnig, damals in Saragossa, sagt ihm eine Audienz in Lendi
zu und will aeinen persönlichen WOnachen geAUig sein. Reg. 291 f. ISö,
Am 6. Hllrz 1S09 gestattet er ibm: possit residere et esse, quocnnqne Imo
terre noetre duxerit eligendum. Han solle ihn nach Bsrcelonn: in qna, ol
intelleximns ebtat esse , . . aub decenti custodia bringen lassen, f. 211
Nach f. 242 " war R. de Ousrdia vom Könige von Msllorca erbeten. Jayme II.
schreibt an den pHpat, er mOge bestimmen, R. sei lange Komtur von Maadtn
gewesen. 1309 Juni 6. Die übersiedlang ist erfolgt.
SK. Ontleni de Cei-et nn Bemart Atci-m: Anbuntt der Templer rai
Mlimret lii Tortoea. Zahl. Aublthlnn^ elnlfer Kostbarkeiten
ans der Übergebenen Burg. Klage der Templer über seUechlf
Behandlung. Tortosa (1308) Dezember li.
AI honrat e molt savi en Bemart de Auerso escriva del
senyor rey de mi Guilem de Ceret ... Yo escriu al senyor
rey de la venguda de gran partida deles frares del Temple.
qui eren a Mirauet, a Tortosa segons que veurels esser con-
lengut en la letra, que tramet al senyor rey. E si per ayen-
tura lo senyor rey no tenia per be, quels dits frares est^en
en lo casteyl de Tortosa, prec vos, que per vos ne sia escusat.
que ^^o que ne feyl, e feyt per manament den Bn. de Libia . . -
Entre frares e lurs homes e les guardes ab frare Iachme(:-I
-Garrigans fon LXIII persones . . .
Enlre les altres coses, que son estades trobades ea lo
casteyl de Mirauet es un beyl codi en Komans e II libres gran*
izecy Google
Nr, 98. (1308) üezember 12. Nr. 99. (1308) 9 Janaar 3. 177
de viblia e 11 libres de Papia ') e molts allres libres bons, el
ferro duna lan^a de! comte de Barchiiiona, qui es axi beyl e
dar, que sembia, que ades sia estat fobril e no fo anch fobrit,
depuys que fo en lo dit casteyl. E es y )a capela de frare
Berengar de sent lust, qui es asüats beyla. Tota la moneda
e largent, que a ades si es trobat, pot nmntar entro a LXX
milia sol. de Barchinones . . . Scrita en Tortosa digou3 XII.
dies auts de Decembre *).
Zettel : De instancia de frare lachme Dolu^a e de frare
R. Oliuer fai;' a vos saber, senyor, que eyls e eis altres frares
se tenen molt per agreugats dalgunes co^es. que hom lur a
preses de lur roba e de lur ames contra lordonament feyt per
lo senyor rey . . .
BftrceloDa. Archiv, Templarioa Nr. 33. Or Pap. 8ap. Über die Bdclier-
snniDilungen in den TemplerburgeD änilen sich eine Reihe Notizen in den
Tetnplerpapieren. Vgl. auch die Darstellung.
99. EOnig Jajme I. T«n Hailorca an KOnlg Jajine II.; Emphng seU
nett Biieres mit RUekfordemnff Ton SOO Gulden, die R. de Vn-
nct» bei seinem Besnch tn MIravet Im Sommer 1308 von Meinem
Oheim B. ^ ßardln nlder sein Wort erbalten habe. ErblBrnng
dee B. de Cuneto, daß er das Geld s«hon IVeibnaehteu läOT,
als er noch keine Zusagen iremaeht, fUr Aoflgaben tui der Knrie
im luteresse der Templer erhalten und rerauNgabt habe. Per-
pignan (1308) 9 Jannar 3.
lacobus rex Maiortcarum, comes Rossilioiiis et Ceritanio
et dominus Montispessulani . . . Recepinius litteras per pre-
sencium portitorem, quJbus nos requirebatis et rogabatis, ut
vocato nobili R. de Caneto mandaremus eldem ac faeeremus
cum eo et eum eclam compelleremus, quod vobis restitueret
et ad curiani vestram indilate transmitteret tiecentos floreiios,
quos transgrediendo inandatum et voluntatem vestram et contra
promissionem vobis iactam expresse in Castro de Miraueto a
') So ziemlich deutlich zu lesen.
*) Am selben Tage kommt von Uascbaros Garidej^l eine genauere
Angabe der Oeldpoeteu nnd wo sie lagen ; dann einiger Silbersachen, die
rerkanft wurden. Die beiden bibelvolnmina sind in Tortosa und schickt er
sie wegen der Koatltarkeit nicht. Nr. 32.
Finka, Papittnm und Untergang des Templerordena. II. 12
izecy Google
178 Briefü, Reden nnd OnUchten.
fratre R. de Guardia receperat et eitrazerat de Castro predicto,
prout ad vestnmi noviter dixistis pro certo perrenisse auditum.
Ad que sublimiiati vestre respondeotes noveritis nos fuisse
locutos de premissis cum diclo Dobiii R. de Caneto, qui de
predictis se excusans confltetur verum esse, quod hoc anno
circa festum nativitatis s. lohannis Babtiste de lunio fuil in
vestra presencia Valencie pro negoliis nobilis comitis Pallariensis
et aliorum amicoruni suorum, et tunc obtinuU a vestra magni-
ficeocia veniam, ut dictum castrum de Miraueto ingredi posset
et loqui cum patruo suo fratre R. de Guardia, promisäone
vobis requirenti facta prlmitus, ne de dicto casti-o aliquid ei-
traberet aut secum portaret. Et extunc a dicto fratre R. nichil
babuit nee de dicto castro abstraxit, ymmo dictam promissio-
nem vobis factam inviolabililer observavit et fuit in firmo pro-
posito observandi, honore vestro et reverencia semper salvis.
Dicit tarnen fore verum, quod iam ante circa festum natalis
Doniini tunc proxime prcteritum fuerat in vestra presencia pro
negocio Templi et specialiter pro dicto patnio suo et eunda
ad vos et eciam in regressu fecit transitum per dictum castrunt
de Mirauetu et locutus fuit ad votum cum dicto patruo suo,
nulla licencia petita vel obtenta, cum non esset tunc necesse. eo
[quod] quibuslibet volentibus absque aliqua prohibicione licebat
ingredi dictum castrum et loqui cum Templariis indifferenter.
Et tunc dictus frater R. rogavit eum instanter, ut de n^ocio
Templi curaret et intromitteret se cum doniino papa et aliis,
prout sibi expediens videretur et posset cum bona consciencia,
et pro negociis Templi et specialibus dicti fratris Rainiiindi
ipse tradidit dicto nobili CCC florenos, quos circa dicta n^^ocia
dicit se expendisse. Et tempore recepcionis huiusmodi CCC
florenorum nullum habuerat mandatum aut prohibicionem a
vobis nullamque promissionem fecerat de non extrahendo ali-
quid de Castro predicto. Et sie dixit se nichil fecisse contia
voluntatem seu mandatum vestrum. Quare videtur, quod de
premissis debeat excusatum haben. Et de biis, ut dicit, se
excusat plenius per suam Itteram sublimitati vestre. Dat. Per-
peniant tercio nonas lanuarii anno domini M^CCC" octavo.
BarcalotMK Archiv, CRD. 3U6. Or. Pap. Ssp. Nr. 3144 ist die Er-
klfirung des Rittrra nn den K<lnig Sie Isutet ftwna schrofTer «nd bpfconiW
izecDy Google
Nr. 99. (1308) 9 Jwrnar 3, Nr. 100, (1309) Mtei 1. 179
besonders, daß er alles Geld aasgegeben habe. Freitag nnchN«ujahr( 1308] 9.
Or. Pap. Xr. 4550: Im Jahre 1312, aU Jaknb von Mallorca und R. de
Oaneto gestorben waren, komint KOnig Jayme auf die Sache zurllck. Kßnig
Sancho antwortet, daß die Rechnangeo erg&ben, daß alles nn der Kurie im
Interesse des Ordens auagegeben sei, abgesehen von SO Pf.; die seien an
die kSnigliohe Rechnung der TemplorgQber in Roasitlon abgeführt, Or. Pap,
100: Bemart Henagaemi an den (gefangenen) Temi»lermriittrr und
den Kontur von CantaTleJa; AnüingH Trar wehr Freude Über
die Ankunft des päpstlichen Legaten In Honzon ala spHter, dii
er inr han, um Bnrg und BrQder In Enp&iug zu nehmen. Er
zeigte ihnen Ihre Supplik an den Fnpst und die päpstliche Anf-
forderang znr Übergabe. Die BrUder llefien a. a. Bemitrt kommen
zur Frlining und Beantwortung. <fetzt sahen sie Ihr Ocsehlck
ein nnd e« galt nnr die Frage: Wem sieh übergeben I Dem
Legaten oder dem KSnigl Sie konnten Tom Legat«» keine
klare Antwort auf Ihre Fragen und keine Erlaubnis, mm KSuIg
zn senden, bekommen. Sie lehnten darum f hergäbe an ihn ab.
Der Legat relnt enlrttstet ab. Der kfinlgllohe GouTemeur und F.
Bojl verhandeln Jetzt oud haben Ihn, den Schreiber, nicht wel-
ter mit den Templern rerkehren lassen. Traurige Lage In Hon-
zon, Tiele Kranke, ohne Medizin; ein Teil des Kastells Hegt In
Rninen. <I309) März 1.
AI seynor maestre et al comanador de Cantauella aniics
et seynors corals Bernart Menaguerra salutz et" . . . lagriniosn.
Faz TOS saber, seynors, de la veagmla del legat aguein goya a
comen^ment major, que no avem auda on la flnament. Car
cuydavem aver recapte pera tot, et ara non aveni recapte pera
res. El, con jause feyt saber en altres letres '), no es vengiil
sino per lo castel et frares, qui son a redre. Fo a Monso et
parla dels letres e mostrals una carta segcllada, quels frares desta
terra avien tramesa al papa, en que li fayen saber lo mal
estanient, en que eren, eis setges eis combatiments dels castels.
Et clamaven li mer^e de remey et de consel. La quäl fo
dada a Mirauet lo dia de Simonis et Inde'}. Et niostran altra
del papa . . . a totz los frares desta terra, en que faye men-
a Ein Wort fehlt.
') Liegen nicht vor.
') (1308) Oktober 28. Die Bullen in Bonsvides, Crönica del rey Fer-
nando. B. II. p. 629 ff Vgl. auch Reg, Cletn. V. Nr. .'.(112—17.
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180 Briefe, Redeo nnd Gotachtea.
cio de la letra, que avie reebuda et quels enviave lo prior
de Ca(,'a per aquesta rao. Et que sis volien rcdre a el per
nom de la esglesia, que o feesseii. Mostrals en altra del papa,
en que faye de tot ago mencio et asi, que li manare, que
vingues en esta terra el que requeris als frares, ques redessen
si eis castels et lurs bens en man del dit prior per man dela
egiesia. E si fer o volien los frares, que reebes et ho con-
servas tot. E axi requeril», que redessen ael s^ons lo dit
entenanient. Eis demanaven translat et acort et que poguessen
aver alcun savi* el escriva, per^o cor son lecs el no enlenen
lo laÜ et volien aver acort, que ^ . . . no poguessen. Trame-
seren an G. Calbel et ami.
Et anam la et aguem licenc[ia] dentrar en lo castel Iota
hora, quens volguessem, tro la resposta fos feyta. E axi enlram
el caslel et a sen louan, parlani ab los frares et veem les ditcs
cartes o traslat c . . . qui ac molt parlat et traclat. Et fo en-
tcniinent de tots quantz erem, que pus tro a?i avie hoin duptal
del entenimenl del papa, que dagi avanl noy avie duple, pus
legat hie avie trames. E que per ma del legat o per ma del
seynor rey, qui per letra del papa avie pres et agut tot lo
romaiient, covenie, quel feyl preses aHinament, si »o serif
mala presumpcio del crtm et mala fama et gran carrech el
que breument que la volentat del papa fos complida. He
que Irias hon, quäl valrie nies de redre al legat o ai rey.
He axi los frares veseren se ab lo legat, ans que poguessen
aver Ünal acort.
Et demaneren li, queyna captinenga, sis redien a eil.
cuydave fer del castel et del estainent et provisio dels? Respi^
los, que ago nois dirie, tro ques fossen reduts et que pensai
sc podien, que lan farie bona. Eis frares agren ja major
sospita contrariosa. En moltes maneres lo assagiaren tres o
Uli dies, quels obris alguna carrera clara et no ho « , . . Puix
pregaren, quels alongas temps a la resposta tro a Barcelona,
hon dels hirien II o III ab lo legat ensemps et la respondiieD
li devant lo seynor rey, per 50 que entetiien fer respost, Av
que lo rey el legat serien pE^ats. E a^o noIs volch atorgar.
b aaia Or. c Ein Wort felilt
oy Google
Nr. 100. (1809) HSrz 1. 181
E axi los frares acordadament ab nos altres veseiis, quel papa
avie feyt lo dit manament al rey, pe[r]^o ha o avie feyt aquel
ordonatnent, quel rey preses los Trares eis bens et no podien
escusar, que per aquesta carta dellegat no sabessen, quel papa
a sabut tota hora aquesU feyts et que per una ma o per
altra covenie änalment de redre, . . . guardans, quel poder de)
l^at ere poch et quel feyt de redre al legal ere posat a vo-
leiitat dels frares, fo finaltnent acordat, que fesesen resposta
al l^at e feseren la eii aquesta manera cubertament : . . . Con
lo papa agues el trames et no aportas nionicio, requisicio ni
manament spres, mas solaincnt, ques redessen a el, si redre
si vollen; e duptans de lur estament et de la captiuen^a dels
et del castel, que nols ere vigiares, que deguessen redre ni
Uurar a eil. E axi que nos redrien a eil, ans sofferrien tant,
com p[odi]ei], los mals et trebaylls, que soferien, tro que Deu
el papa hi metes major remey et conseyll. E a^o se raet tot
cn carta. E dixeren 11 fora carta, que, com lo papa en Teyts
grans et pochs agues acustumat de Ter expres manaments o forts
[e]dites o requestes et en aquest cas tan fort non agues feyt,
que avien fe, que no ere volenlat certa del papa, que volgues,
ques redessen al dit iegat, mas que per Ventura, per impor-
tunitat o puxal daicuns aquestes cartes avie trameses. E axi
lo l^at fo [despagatj; car lo Feyt no vench a sa volentat.
E tomesen en sa terra. La dita resposta fo feyta digous
derrer de Febrer. El divendres mati isque lo Iegat de
Montso. A aquestes coses foren tota hora lo governador et
en P. Boyl per lo seynor rey. E enteniem, que, sis ledesen
al Iegat, quel di ... t '* en continent ho liurare tot a eis per
lo seynor rey; per que los frares an feyt esta resposta et no
an TOlgut tocar sa volentat deves lo rey. Mes son en cor,
que, pus axi es que troban ab el covinents indicions, com
myllors puxen, pus Ueus tant trigue de soecorrer, ques livren
al rey . . . E axi en G. Calbet et jo partim de Montso lo
divendres a mig dia et lexam los frares . . . (^ per tots en la
Corona, qui seren tancals en una casa ab lo governador et ab
en P. Boil') en estrets tractaments, hon vim, ques feercn
') Einer der enteo BeamUn Juymee, oft zu Gesandtsohaftoa verwendet.
Digitizecy Google
182 Briefe, Reden und Gntaohten.
metre papcr et tinta, et en P. Boil nil governador nens volgren
sofTerre, que pariassem ab aquels frares iiin prcnguessem co-
miat, ans lo[r] asien dit, quens en crem anats ves Leyda. El
axi noy poguem i^aber en als et vinguem nos en. Placie a
Deu, quels feyts puxen venir be ! ... Dat. lo primer dia de Man-.
A Monso a malaltes nioltz si frarea, si conipaynes . .J
Vi non ha punt, sino poc, per et misses et a malaltes.
Blat an molt et oli et sal et ley < et legums. Lo castel es fort
gastat f et trancat per les [enjguyns, si que la obra sobrel celler
et la casa del capitol [et] ta enifermeria tota es quaix derrolat
et espadela^^at, que dolor es qui o veu !
Pus esta letra fo feyta, entis per I escuder de frare P.
de Lobera, que venie de Monsa, que el avie vist ara dissapte
mati, que isqueren del castel de Monso Steue et Berlolorneu
escuders del castella et pus de XV. lioniens seglars. E axi
les compaynes suyen totes et no volen soferrer et falexen al
milor. Coman nie, sejTiors, en vostra gracia et de totz los
altres frares de vostra compaynia.
Adresse: AI seynor niaestre et al comanador de Cantauella
a Valencia. E si ops es, sien liurades an G. Dales
capellan caiitant en la capella del Teinple de Va-
lencia, que les lo do.
Bdrcelona, Archiv, Templarioa Nr. 80. Or. Pnp. Ssp. Teilweise b*-
scbädigt; meist Löcher fUr 1—2 Werter. 8ea Jovan ist inv. cap. (24. Febr.).
101. Ponz hiebe ile Leida et en Bern&rt dex Fonollar an Ktalf
Jay me II. : Ein dem Küaig befrenndeter Kardiniil riet mr
grOfiten Varolcht wegvii Clwrgube der TemplergHUr an dn
Papst, dfnn der Künig von Frankreich wolle sie In allen Uf
dern für «Inen seiner Söhne, der KVnIg von Jerusalem wirdr-
Der ensUsehe Küalg und die Barone hatten Übergnbe ahgt-
lehnt bis znr EntNcheldnnr Über die Templer. Glnigrc KardlaÜe
liMlten die Templern tlHrc fflr eine Torheit nnd nirehten Sebudf
(Hr die Kirtthe. Verhandlnn^n mit den Hospltalltem. BItr-
sneht Philipps d. Seh. Xiigam (1809> Hirz 16.
. . . Ala vostra altea, senyor, fem saber, que, con fom a
d Das Folgende scheint zu besagen, daß es ao verechiedenen Din^n.
besonders an coses mediciimlB (elilt. r Ob leny ? f caslaa Or.
oy Google
Nt. 101. (130U) Hfirz 10. 133
Auinjo, visitam alscuns cardinals, qui aqui ereo ia. £ alscun«
dells, qui es vostre amich, dix" nos en gran secrel, que nos
fessem saber a vos, senyor, queus deguessetz guarciar en de-
liurar los castells nels bens del Temple et que ans que [los?]
deliurassets, volguessets saber, senyor, en quäl manera ordinaria
lo papa dels dits bens; quel rey de Pransa cercava, que tots
les bens del Temple, en qualque terra fossen, fossen dun seu
All, qui fos rey de Iherusalcni. Et que a^o, si venia a aca-
bament, seria gran minue et dan de tots los princeps del nion,
e qualque cosa lo papa vos hages escrit o daqui avant vos
escrius sobrels dits bens, consellavaus, senyor, que en bella
manera et ab belies paraules o alargets, tro veJa hon dels
reit£ que sera. Encara dix aquel cardenal, quin respost havia
fet al papa lo rey Danglaterra et sos barons, i,-o es que non
deliurarien res dels dits bens, ans vollen veher et saber per
cert, sils Templers fossen jutgats per heretycs ; e sin eren, que
ab Tolentat dels reys et deles (!) princeps et dels barons, qui
dats les liavien los dits bens, seria ordonat daquels a serviy
de Deu contre los enemichs de la fe. E sils Templers no eren
colpables, que trobassen toi lo lur. E axi, senyor, es mester,
queus detats guardar en nquest feit, que a negun rey noy
haviia mayor perill ')■
. . . Molts son en la cort generalment, qui entenen, quel
viatje dels Templers sia va, e alscuns kardenals nos han dit,
queu tenen en gran foiia es dupten, que la esgleia el papa
non venguen a vei^onya. Alscuns na en la cort, qui son
atnichs dels Espitalers, qui secretamcnt nos fan parlar, que
nos deguessem dir al papa, quel castell Demposta fete'' la ajuda,
que deu fer als Espitalers, ara a vos, senyor, en aquest viatge
de Granada*). E no es enteniment nostre, senyor, quo nos
ne parlem, quel papa ... creu, que volrets quels Espitalers
vos servesquen en aquel viatge, que per ^o han haut de
Docb negen des Spateren Singular.
') Eb folgt daun sin Hinweis ouf frflbere Korreapondenzen UDd auf
die Venezianische Streitaache, in die sieb Jayme zum Arger des Papstes zu
Uimsten der Republik eingemiecbt hatte.
^ Ea handelt aich nm die VorbereitnngeD dee Zuges der Aragonesen
ood KastiÜRDer gegpn Urannda 130».
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184 Brisfe, Reden und Oatachten.
vostres predecessors (;o que han. Alscuns kardenals dos han
dit, quel solda sap lo viaige dels Espitalers et que fa fort
gran armada '). Lo papa nos ha feit deinanar an R. Ac Despett-).
si escrivim a vos, senyor, sobre les Instructions doltramar et
nos diguem li, que tantosl, quel papa nos o dix, hi enviaiu.
Messer lolian Gabazole, senyor, nos ha dil, quel senyor rey
Karies deu vcnir el duch a Auinyo. Segons quo per cert. nos
dien, lo rey de Franza ha gran gelosia de les visles, qui son
estades entre vos el rey de Castella, et dela armada, que vos,
senyor, fets. Comanam nos senyor en vostra gracia, ne manat^
a nos zo, queus placia. Dat. a Auinyo X dies dins März.
BarceluDa, Archiv, Templarios Nr, 24. Or. Pap. Ssp.
102. Bemalt des FonolUr an KSulf Jayne IL Ub«r die GeUwiri-
schaft der Kaiialen : Hohe ForderniiK IHr die BbUcb. GrU-
»cnduDf nötig, damit die Smhen nicht nneriedift bleib««.
Otwt«ll Jamphilaz leiht nieht. Die 8 Portiere nnd üe 6
Kammerherrn Terlanften Geld, sonst wUrde Ihm nnd dem Blsrhaf
der Zugang zvr Knrie vergperrt. Nur ner Geld hat, kuii wla
Ziel erreichen. Beispiele: Elekt Ton Tarragona, YlAt tm
Clnny. Avlgnon (1S09) HHrz 13.
De la carta de la dispensacio et aquela de la decima . . .
demanen los escrivans de cascuna C. florins et io ab lo
bisbe enscmps havem feit parlar an R. Ac Daspeit, quen parle
ab los escrivans et ab lo vizcanxelier. Et an nos feit respost,
que aquest es gran feit el entre grans persones et que ben o
ha ops. Penssats, que costara, con les cartes sien en grossa,
encara con la carta de la decima ne les aib'es gracies sleii
atoi^ades, quttnt costaran los escrivans; que ben creu, que per
lo papa nos demanaran res.
Sapiats senyor, que alscuns cardenals, qui son vosires
amichs, nos dien ens corissellen fort, que cuitetn daver la carta
de la dispensacio en totes maneres, et aquela fare io tot iDon
poder daver, sin sabia metre penyora totes quantes besties hie
he. Et es mester, senyor, que vos hi tremetats recapte, que
les cartes ja atorgadcs et aqueles gracies, que esperam, quens
'] Die Hospitatiter begannen damals ihren kleinen Krenzzng.
') Ein efter genannter Spanier an der Kurie.
oy Google
Nr. 102. flS09) MBrz 13. 185
sieD atorgades, no rotnanguen nes triguen per pocha moneda.
lo, senyor, lie parlat ab cnisser Caslell lamphilaz Dauinyo,
qui ha fet s^ons que he entes äon prou ab vos, senyor, et
ha tenguda nioneda vostra, que eil que prestas a aquestas
cartes a trer- Et eil diu, que nou pot fer. Creu, que duptes
de mi, per go cor non he carta vostra. Encara senyor los
porters det papa, qui son VIII, eis donzels de la sua cambra,
qui son VI, han demanat al bisbe et ami e una e II vegades,
quels donem e nos passam los ab belies noves e inolt des-
vergonyadaraent queren nos ho et an nos tremeses molts
missatges per Nesplugues>) procurador vostre, -que, si nols
dam, que eils nos empatxaran lentrar de la cort ens en (aran
vergonya! E jo, senyor, ans que azo no sofTerria nespararia
I dia de laq[u]i, son denteniment, quentretots do D tomes dar-
gent et creu, quen tendran en pochs lo bisbe, quils havia dada
paraula, quels daria D tofoes. Am diu, que nols daria diner
nc meala, que bastali, queic viva ab zo del seu.
Siats cert senyor, que la rnaior fedea et mayor descomu-
nalea es lo fet de la cort, qui anc Tos per. nuls temps. E
totes les gens, qui hie son, ne criden, que null honi noyc pot
fer, per gran dret, que haia, ne per merce ne per caritat, res,
si diners no ha *) . . . E creu, senyor, segons que he entes
per lelec, que ans i-enunciaria al archebisbat, que no vol desfer
la esgleia per totstemps ne per[dr]e la anima! Be hie ha
LXX elecs, qui tots estan a juy de Deu o de diables ! Que
de sol labat de Clunyeeh, qui es elec en concordia, volen haver
CG mill. florins. Sia vostre merce, senyor, que cuitets de dar
recapte ales carles . . . Scrit a Auinyo XUI. dies dins März,
ßarcelonii. Archiv. CRD, Nr. 10952. Or. Pap. Ssp. Die Hoffnung m(
baldige Erledigung ihrer Geech&ft« besoodorH der Urkunden trog aie. Noch
Im April ma&te Keroart dee Fonollar schreiben mit einer charakteristischen
BemerkoDg Aber den EinfluB des Kardinals Raimund del Got: Per aicun
dearahonanieDt, quel papa hs baut, eil nona poch fer respost. Et volch,
quel senjor en R. del Got nos fees respost et quena deliuras, E tota lo9
'l Der Prokurator des KSoigs an der Kurie Petrus de Spellunie.
') Der Elekt von Tarragona solle 20000 Gulden zahlen. Es Ist
Gnilelmus de Rocaberti ; Jassia - - heißt es weiter — - quo uos per part
vostre li aydani aitant, con podem. e valren hi poch, pu9 diners bi corten.
izecy Google
186 Briete, Eednn und GutachtäD.
nifera de la corl, senyor, venen en poder den R. dal Oot, 3i que h» Unt
affer, que do pot dar cap ala mfutat dele affera, E)t ab gran trebayl et
atTan havcm feit tant que las cartes sod en grosaa. Et vuy devem les haver
6 hau se a moatrar al papa e puis bollar . . . Scrit a Aaiujo III djea *
exidtt Dabril. Nr- U842. Or. Pap Bsp
103. KtlnlK Ja}me II. an Papfit Clemena V.: Berielit Ober ttm MiB-
IbKen der UesandtNchsIt d«s Priors t<hi Casdaao U Mooim;
doch ist haiaigi! Ubergiibe zm erholTeD. <130S> 9 MIns 11.
. . . Vestre itaque sanctilati leccione presentis epistole notum
sit, venerabtiem virum Bertrandum prioretn de Cassiano, capel-
lanum veslrum, dilectum consanguineum et consiliarium nostrum,
jam Duper nostratn presenciam adivisse in nostrisque manibus
vestrum rescriptuni apostolicuni assignasse, quod nobts pro
negocio fratrum ordinis Templariorum in terra nostra existen-
ciuni obsessorum vestra clemencia destinavil. Nos autetn . . .
dictum priorem in negocio huiusmodi dirigentes eidera asliümus
consiliis et auxitiis oportunis, iit vestra provisio plenum ac
integrum assequeretur eßectutn. Sicque personam de consilio
nostro notabilem apud castruni Montissoni, ubi solummodo
in regnis nostris Templarii tenentur obsessi, aliis iam Templa-
riis, exccptis in diclo Castro Montissoni et in alio parvo Castro
Chalamera vocato, quod est de teniniento castri predicti Mon-
tissoni, de quo parvo Castro non curavimus, quia habito Castro
Montissoni habebitur et illud, existentibus, in posse nostro
deductis, cum dicto priore transmisimus pro dicte vestre pro-
visionis effectu: dicte persone de consilio nostro, quantum
potutmus, districcius precipientes nee minus nostris ofßciatibus
in dicta obsidione pro nobis agentibus expresse mandantes, ut
omnia quecumque facerentur pro expedicione negocii supra-
dicti a vestra clemencia ordinati. Et inter cetera, quod dure
tunc tulimus, Jaycis intus dictum castrum in auxilium et favo-
rem Templariorum existentibus, qiii facta publica preconizacioce
iussu nostro, ne faverent Tempiariis, ob inobedienciam au)is-
sionem seu penam corporuiri et bonorum incurrerant, penam
predictam remisimus, si a Templariorum auxilio recederent pre-
dictorum, quod facere ducti diaboiico spiritu recusarunt. Qua-
liter autem Templarii sepefati in sua perßdia persistentes apo-
stolicis nionitis, requisicionibus et provisioni paruerint . . -,
izecy Google
Nr. 103. (1308) 9 Min 11. Nr. 104. (1309) März 22, 187
supradictus capellanus vester, qui in hiis omnem prorsus curam
et soHicilam diligenciam pro posse, ut aliquis exhibere posset,
exhibuit, quique ad pedes sancUtatis vestre regreditur, sei-iosius
enai'rabit. Denique vestre bealitudini iiotum fiat, ^entes nostras
adeo dictos Templarios ... in diclo Castro Montissoni con-
stricte tenere obsessos . . ., quod impossibile creditur, quia inira
brevis temporis spacium in manu regia vi vel gratis venire
cogantur . . . Dat. Barchiiione V tdus Marcii anni predicli
(miilesimi trecentesimi octavi).
Barcelona, Archiv, Reg. 291 f. 213*'.
IM. Pelros de Spelluuels an KSnl^ Jayme II. von Ara^Dieu: Be-
sUltlKDiig dM Ulekten von Tarra^oav nus besonderer Rflcksiebt
auf den KSnl;, in detsaen Reichen die Klrohe die grVßte Frei-
heit genlefie. Bede ein« Templers, der alsbald ^ehngen gesetzt
wird. Avifnon (lUm) HHrz ^
Petrus de Spelluncis, vester haniilis et devotus procurator
in curia summi pontirßcis . . . Die sabbati, que computabatur
uodecimo kalendas Äpriüs, dominus papa tenuit publicum
consistorium et confirmavit electionein domini electi Terra-
conensis. Et inter alia proposuit, qualiter in forma electionis
predicti electi fuerat erratum. Ex quo posset de iuris rigore
eieccio viciari. Verunlamen, quia vestra regia magestas in-
stanter rogabat pro eo, ideo de plenitudine potestatis ipse
suplebat defTectum forme eleccionis predicte. Et subsequeiiter
comendavit vestram regiam celsitudinem de fidelitate, devocione
et tusticia et inter alia exposuit, quod sibi constabat, quod in
aliqua parte mundi iura el libertates ecciesiarum, monasterioruni
ae personanini ecclesiasticarum plenius non servabantur, quam
in regnis ac terris iurisdiccioni vestre subieclis. Ex quo
Homana ecciesia tenebatur vestris precibus condescendere et
vestra bene placita favorib gracia prosequi ampliori,
Post hec quidam Templarius ineepit proponere aliqua
ex parte Templariorum. Et cum dominus papa percepisset
ex verbis suis, quod ipse erat Templarius, protinus mandavit
ipsum capi et poni in vinculis, quod factum fuit. Et ita nes-
citur, quid intendebat proponere, cum pauca proposuisset verba
Romancto in ydiomate Gastellanorum.
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ISS Briefe, Reden und autachten.
Alia nova noii sunt relacione digna. Reverendus pater
dominus Iterdensis üpiscopus et venerabilis Bernardus de Fonol-
lario ambaxiatores vestre dominacionis, feliciter Dei grada
negocia ceiaitudinis vestre expedicrunt . . , Dat. Auinione un-
decimo kalendas Äprilis.
Barcelonn, Arehiv, CRD. Nr. 11042. Or. Pop. Ssp.
105. B. Arm an lad, Faxenül» et RathenenBln eomeK an KSnl; Jafnell.: .
Erkundig sich Über den Elnbll de« Köb)^ tod Granada !■ «da
Gebiet mit Hflire r»ii Juden nad ap<HtBBlert«n Templern. Stdil
Httife setner Freunde flir Feldkrieg In AnBsiehl. (1309) (?) Mal ä.
. . . Carissime domine! Nuperrime intellexi, quod rei
Granate cum ingenti Sarracenorum, ludeorum et Templariorum
nunc ad legem Sai-racenam conversorum multitudine cum ariiiis
regnuni vestrum intrare et dampnißcare proponit: inde cnm
vestrum honorem sinceriter desiderem et comodum et graviter
de contrario, quod Deus avertat, condolerem, audaciam assurno
maiestati vestre scribendi eiciem supplicans cum affectu, qua-
tenus mich] certificarc dignemiiii, si verum sit ... Pro bono
nairique facio et quia eciaiii cognosco nonnullos potentes, qni
cordi honorem vestrum habent, quique vobis in iiecessitatibus
libenter assisterent ac de quorum sine dubio subsidio gaudere-
lis, et qui fortassis in subsidium vestrum irent et ego eciarti
istud procurarem toto posse, si sciremus, quod contra regem
predictum per viam debellandi vel conflicü procedere debwelis.
Verum si contra ipsuni deberetis procedere per viam guerre
guerriote fortalicia vestra muniendo, se potentes predieti ad
partes vestras non conferrent, nam vobis in illo casu modicum
proflcerent gressus sui ... Datum V. die Mail.
Bwcelona, Arohiv. Templatioa Nr. 28. Or, Perg. Ssp. Auf den Cb«-
kitt der Templer zu Arn SHmzeueii weist das Eoniept der Rede PlaieUne
in Poitiera 1303 hin.
106. Antnort Clemeus' V. anf Tersebiedene Sehrelbcn PMIlppe d. Set-
Unter ZnrUekwehuuK des Vonrurfes der Unhiariieft In fMlKR
Itehrelben und der atwfohtllchen VerMhleppunK der Templer-
auKeleEenhelt, irodurcb hllBliche Gerflehte Aber die Venreadu;
der Templerfüflter und Gefahren fllr die Erledlfing; d« Fr*-
zesees entstanden seien, gibt er eine Belhe von AnfUinafCi
izecy Google
Nr. 106, (1809) Mai 6. 1Ö9
in Form toi ZKEeatlndnlggem an die Wttasehe des ESnigs Aber
die Art und den Ort der frauxiffducben Templerinqufsltlon, Über
die VertTmllnn^ der Uttter, Über die AbMndaiiK Ton Inquisitoren
in die andern LHiider, Höhe der Uesoldnu^, Heranilehun; der
FOnten zn den Ansgiiben luir. Ari^on (1309) Hat 6.
Clemens episcupus servus servorum Dei carissimo in
Christo filio Philippe vegi Francorum illustri salutem et apo-
slolicam benedictionem, Prodierunt ex afHuentia reverenlie
filialis, quam ad Romanam ccciesiam matrem tuam et perso-
nam nostram sicut benedictlonis filius habere dinosceris, lit-
lere '), quas nuper nostro apostolatui transmisisti, in quibus
zelum et fervorem multe fidei in te novimus residere, quas
leta mente reeepimus earumque seriem et tenorem vidimus
diligenter. Continebant siquidem littere supradicle, quod, dum
adhuc Pictauis residenciam faceremus, ütteras apostolicas, per
quas manus prelatorum et inquisitorum regni Francic in pro-
cedendo contra Templarios per nos relaxata fuerat-), lue cei-
situdinj miseraraus, dando certum modum procedendi per illas
contra singulares personas Templariorum ipsorum, quibusdam
personis eorumdem exceptis, quodque postmodum per dileclum
lilium magistrum Flugonem Geraldi "), capellanum nostrum, ad
prcsentiam tuam necnon et ad prelatos eiusdeni regni, pro
dicto negotio exequendo salubriter congregatos *), certas ütte-
ras miseramus et specialiter litteras, per quas contra singula-
res personas predictas inquisitionem huiustnodi Reri mandaba-
muä, et quod prelatis eisdem et atiis, attendentibus diligenter
verba litteranim ipsarum, in eisdem primis et secundis ütteris
super pluribus articulis earumdem, ex quibus verisimiliter po-
terant iminere pericula, nisi clare et tute procederetur in ipsis,
orta fuerat materia dubitandi. Ad que regie magnitudini le-
spondemus, quod diligenter considerantibus tenores litterarum
ipsarum notabilis seu periculosa varietas vel dubietas rationa-
') Dieser Brief ist unbekannt.
*) Gedr. Coli, des doo. ta^lte. HäUnges histor. II. p, 418—428.
') Vertrautet Clemens' V, und oft zu Legationen verwandt, unter
Jobsnn XXII. als Bischof von Cahors gefangen nnd getütet.
') Darüber war bisher nichts bekannt; auch die päpstlichen Briefe
kennen wir nicht, wenn es nicht die vom 12. August 1S08 sind. Vgl. auch
Baluse, Vitae pnp. Aven. 11, 141.
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190 Briefe, Reden und antachteii.
bilis, ut videtur, non poterat exoriri, sicut in huiusmodi re-
sponsionibus nostris, per quas ad singula duhia respondemu.':.
plenius lua celsitudo poterit intueri. Significasti etJam nobis
per litteras supradictas, quod, licet Processus huiusmodi per
nos cum »laturitate multa, ut decebat, assumpius extiterit ei
Pictauis salubriter ordinatum, qualiter tarn contra singulan?!
personas ordinis supradicti quam contra totum ordineni ipsum
procedendum et agendum existeret, parum tarnen erat in efTectu
secutum, nee videbas, quod commissarii in huiusmodi negotio
deputati, ut expedierat, informati fuissent vel eciam destinati,
sicque tempus currebai et parturire poterat, nisi per nos oe-
curreretur salubriter, tristes et periculosos eventus, quodque
iam mala gravissima ex eadem mora fuerant siibsecuta. Multi
etenini Templariorum ipsorum, qui reatum eorum fueraiil
sponte confessi, intuentes sie ip»um differri negotium, ad de-
sperationem deductl, de misericordta ecciesie ditSdebaut; alii
vero revocabant confessioiies easdem et in errores pristinos re-
cidebant, quodque propter moras et diiationes prefatas contra
nos et tuam magnitudinem populus clamabat et etiam mur-
murabat, dicentes quod nee nobis neque tibi de.negotio huius-
modi erat eure, sed de preda bonorum, que Templarii possi-
debant. Super quibus per nostram petivisU diligentiam provi-
deri. Et quia dicta puncturas et pericula sentiebas, illa ad
nostram reducebas memoriam, cum er^a nos fidem dehitam
servare non crederes, nisi hec, que ad tuum auditum pervön-
rant, ut circa ilta honorem nostrum custodire possemus, quem
tu defendebas et proponebas tueri, nostro apostolatui nuntia-
res. Ad que, et primo videlicet ad id, quod moram ^el lar-
ditatem huiusmodi potest contingere, tibi duximus responden-
dum, quod nulla mora vel tarditas ex parte nostra interveoit
in negoÜo memorato, sed semper cum summa sollicitudine pre-
fatum negotium continue fuimus prosecuti, et, quamvis de
Pictauis veniendo versus Äuinionem in itinere constituti per-
sona nostra pressa debilitatibus diversis extiterit, dictum tarnen
negotium per nos ac dilectos filios nostros Berengarium sancto-
rum Nerei et Achillei, Stephanum sancti Ciriaci in Teniiis
tituli presbyteros et Petrum de Columpna sancte Romane ec-
clesie diaconum cardinales, quos fervidos tu! honoris noviiiiiK
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Nr. 10«. (1809) Uai 6. I91
zelatores et ad dictum negotium multtpliciter afßci ab experto,
nbsque omni negligentia extitinius prosecuti, deputatis nichJIo-
minus cardinalibus ipsis quasi omnibus curie nosLre scriptori-
bus, qai omnibas preterniissis ad expeditionem litteraruni ne-
gotium contingentium supradictum intenderent diligenter, quam-
vis dicte tittere propter niuttitudinem et diffusionem ac varieta-
tem ipsarum, pro quarum expc-dictione cum omni diligentia et
efficacia extitit latniratum, nequiverint cilius expediri '). Coin-
missarii quoque in eodem negotio deputati, quantutii ad nos
pertinet, expediti fuerunt et iamdudum fuissent ad prosecutio-
nem eiusdem n^otii destinati, sed id accessum retardavit Ipso-
rum, quod aliqutbus ex fratribus nostris, amicis tuis, scriptum
de Parisius exlitit, cum adhuc essemus in partibus Tholosanis,
quod aliqua dubia corrigenda iminebant et etJam declaranda
in iitteris antedicUs. pro quibtis corrigendis et declarandis
e vestigio regii erant nuntii transmittendi et etiam prelatorum,
quorum quidem dubiorum et nuntiorum missio ultra spem et
debitum extitit retardata, propter quod causa non est, ex qua
ecclesie prefate vel nobis negligentia vel tnrditas in huiusmodl
riegotio valeat imputari, nichilque, quod desperationis de mise-
ricordia ecclesie prelibate materiam ministravit vel rovocandi
confessiones predictas ac relabendi in rrrores pristinos aliqui-
biis ex Tempi ariis memoratis occrasionem debueiit prebuisse,
cum nichii in negocio ipso innovatum nichilque neglectnm ex-
titerit, sed potius cum omni sollicitudine et diligentia continua
et attenta habita fuerit prosecutio negotii supradicti, nee est
etiam, unde populus contra nos de preda bonorum Templaiio-
rum predictorum valeat murinurare, cum de bonis ipsif ad
nos nichii umqunni pervenerit, nisi modica bona mobilia de-
posita penes eundem Berengarium cardinalem, quc ad sumptus
et expensas cardinalis eiusdem et eliam predicti Stephani
cardinalis pro snpradicto n^otio Templariorum ex parle
nostra transmissorum in Pranctam ad celsitudinem regiam
sufficere minime potuerunt, immo pro ipsius feliciori expedi-
lione negotii non leves sumptus meminimus subiisso ac suinus
'} Auch bierio liegt ein Beweis, dnfi ilie daa Detam des 12. Augnst
1308 tragenden SchriftstQrke nrat viel epnter uusgercrtigt worden sind.
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lEß Briefe, tleden und Outacbten.
subire parati, secundum quod ipsius negotii qualitas requirere
polerit in futurum. Preterea scimus, carissime fili, quod huius-
modi series litteranim ex puritate sincere devotionis, quam
ad oandem ecctesiam et nos habere te novimus, emanaTJI.
Scimus, quod ex ma^no dilectionis afFectu, quo ei^ personam
nostrani fervere dinosceris, que per easdem scripsisti Ütteras.
processerunt. Scimus etiam, quod uostri honoris int^rilas,
quem immaculatum servare desideras, ad illa scribenda te spe-
cialiter invitavit et induxit zelus fidel memorate. Gaudemus
etenim, quod digna nobis retributione respondes, cum Id medio
pectoris apostolici sit constituta preparalio sedis tue, tuumque
honorem et statum paternls affectibus cupiamus. Adjecisti
etiam in lilteris supradictis, quod prelati, qui convenerant nuper
Parisius, aliquos articulos super diclo negotio dubitationes ™-
rias continentes noslro apostolatui transmittebant '), tuque ipsis
articnlis alios adiunxcras similes, quos nobis sub tuo contra-
sigillo duxeras destinandos, ad quorum aliquos, qui potueruni
per nos evestigio expedirl, statim plene duximus responden-
dum, ut in predicto negotio citius procedatur; super aliis plena
doliberatione prehablta celeriter responsuri. Super eo aulem,
quod dicti prelati, videUcet quod littere apostolice super inqui-
sitione facienda contra ordinem supradictum in Lugduoensi,
Burdigalensi et Narbonensi provintüs non fuerant destlnate.
querele causam habebant, excellentie regie respondemus, quoii
littere omnes ad easdem provintias uniformiter füerunt con-
fecte, sed ipsarum provlntiaram littere pro eo apud sedeni re-
manserunt eandem, quod dilecti filii magister Matheus de Nea-
poli,' notarius noster, et Magalonensis ac Tridentine *) archi-
diaconi eccleslarum per nos ad Inquirendum in dictis provin-
tüs contra prefatum ordinem deputatt, qui erant de curia abs-
que ditatione quaUbet recessuri, deferre debebant, quos statim
cum eisdem litteris transmittemus. Ad illud autem, quod pe-
tebatur a prelatis eisdem, quod, cum maior pars Templariorum
regni tui Parisius, aut in Senonensi vel Turonensi prorintüs
') Diese Stücke fehlen.
') Diese drei PrAlaten erscheinen auch beim großen Pariser Pnaefi
9 imd 1810 als die T.eiter neben den Bischöfen.
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Nr. 106. (IS09) Hai 6. läS
leneretur, eis videbatur expediens, quod processus Jnquisitionis
liuiusniodi deberet in dicta Senonensi provincia inchoari, tibi
diiximus respondendum , quod de nostra vokinlate procedit,
quod iidem prelati circa hoc agant, quod utilius in eodem ne-
gotio viderint expedire. Super alio autem, quod sepedicti pre-
lati petebant, quod eisdem commissariis mandaretur, ut statim
ad dictam Senonensein provinciam sp. conferrent, respondemus
quod de beneplacito nostro procedit, et iam districte manda-
vtmus,'quod sine dilalione ad dictam accedant provinciam,
pro dicte inquisitionis nt^otio prosequendo. Petebatur etiam
a prelatis eisdem, quod in eadem provincia Senonensi vel alibi,
ubi dicti Templarii detinentur et ubi prelatis et commissariis
sepedictis magis expediens videretur, inquirere et probationes
recipere possent ab oronibus, quos invenirent ibidem, quamvis
per litteras apostolicas eis missas oporteret ipsos ad alias trans-
ferre provincias, quod necesse ipsis minime videbatur, non
obstante, quod in eisdem litteris apostolicis super hoc directis
aliud continetur: ad quod respondemus, quod id fleri volumus,
prout a prelatis petitur supradictis Ceterum habebat quedam
alia diclorum prelatorum petilio, quod Üdem prelati, si expe-
dire viderent se ad alias debei-e transferre provincias, sc divi-
dere possent, ita videlicet, quod duo ex prelatis ipsis cum uno
vel duobus ex aliis commissariis supradictis per se super con-
tentis in eadem commissione in una tui regni parte procede-
rent et alii duo ex prelatis ipsis cum uno vel duobus ex eis-
dem commissariis per se in alia parte dicti rsgni suos Pro-
cessus facerent et haberent: ad quam quidem petitionem tali-
ter duximus respondendum, quod post diversas collationes lia-
bitas cum venerabili patre Penestrino episcopo et dilecto filio
nostro Raymundo sancte Marie nove diacono et alüs cardina-
libus supradictis, quos novimus tui zelatores honoris et ferven-
ter afßci ad expeditionem negotii antedicti felicem, nobis et
ipsis non videtur expediens, ut propter periculum, quod pnsset
dicto ni^otio imminere, fiat divisio supradicta et precipue propter
contrarietatero, que posset insurgere ex diversitate inquisitio-
num divisim per eos in eodem negotio habendarum. Nam si
aliqui ex eisdem inquisitoribus in una parte ununi, et aliqui
in parte alia, quod absit, aliud invenirent, periculosa diversi-
Finkfl, Piiuttnin iiii.l UntarKiina .Ica TBmi.TernrilBn». ir. Wi
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194 Briefe, Reden und GntacliUil.
las, ex qua deperire posset quamplurimum n^otium Christi
et fidei, sequeretur: Uimen si tibi, quod divisiiii, ut premilti-
tur, procedere possint, videtiir, omnino parati erimus in hac
parte condescendere votis tuis. Porro sub contrasigillo tun
quandam cedulam infrascriptos contineiitem orticulos dcstinosti,
cuias quidem cedule lenor talis est:
Hü sunt articuli, qui dubitationem inducunt ac perplexi-
tatem in Templarionim negotio, super quibus est per sedeni
apostolicam procedendura. Primo, super articuüs in litteris
prelatorum, qui iiuper convocacioni seu congregationt de eis
facte Parisius affuere, contentis, qui gratia brevitatis iiic non
repetuntur. Item litterarum apostolicarum tarn earum , qae
prius nobis per nuntios nostros, quam earum, que secundo per
magistrum Hiigonem Geraldi archidiaconum Pelragoricensem
pretatis, qui Parisius conveneratit, misse fuerunt per sanctita-
tem vestram, varietas atque diversitas plures pariter dubietatcs
et inexorabiles exitus quudammodo n^otii possint inducere
modo quocumque, ex quibus posset, ut plerisque videtur, peri-
cHtari negotium. Expediens igitur videretur per sedera aposto-
licam de forma clara et utili, per quam prelati procedere dt^
beant, provideri, que comprehenderet, que utiliora sunt in utris-
que litteris siipradictis el ad expedicionem Tacilem et celerem
negotii tendentia, reiectis verbis omnibus litterarum ipsanim,
que dubitationem vel difficuitatem negotii possint inducere
modo quocumque, et hec forma mitteretur clara et lucida oe
dum prelatis regni Francie celeriter sed et prelatis alioruni
regnorum. Si namque in regno francie, ubi liquet de ne^
tio, tot perplexitates occurnint, quid erit in alüs, ubi non li-
quet? item, cum Templarii cerLum doraicilium non haberenl
sed transferrentur de loco ad locum et nunc maxime in hof
regno per diversas ballivias et senescaUias capti ten[er]enlur
plures diversarum diocesium, qui non possunt comode duci ad
suos diocesanos, providendum esset, ne per hoc inquiäüonis
negotium retardetur. Item, cum vestra sanctitas iuxerit ...')
'I Der ftngcdeatete Satz Ober die nicht von den Inqaiailoreo *»^'
aber von den PrUlnten Exaininirten ist bier nicht ganz klar; völlige Klar-
heit gibt der Iet;Ete Snti: S. 198 nnten.
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tfr. 10«. (1309) Mai 6. 195
Item, cum super omnibus articulis per vestram santitatem " missis
iiisseritis inquiri, cum quibus prius non fuerit inquisitum, cum
eis vero, cum quibus inquisitum fuit super certis articulis, non
super eis, de quibus fuerat inquisitum, occurrit dubium : plures
enini es eis, qui prius confessi fuerunt suos errores, videntes
Prorogationen! negotii et ex eis falsis sugestionibus '> et variis
proniissionibus, q«e fiunt eis vel facte sunt verbis et litten's
aliquorum, spem sunientes a confessionibus resiliunt, qui prius
errores sponte confessi fuerant el abiuraverant. Nisi ergo
denuo inquiratur vel sciatur, quaüter perseverant super eis,
que confessi sunt, vel qualiter contra taliter diffilentes proee-
datut- et provideatur, plures dubitabunt; licet iura satis forte
declarent, propter diversas tarnen opiniones plures dubitationes
occurrunt. Preterea quid prelati facient contra pertinaces, cum
omnes, etiam qui confessi non sunt, sint vehementer suspecti,
plures dubitabunt, nisi per sedem apostolicam sit provisum et
prelatis scribatur, quid agere debeant super istis, maxime for-
midolosis, si qui essent. Item de illis, qui confessiones sponte
factas revocant, et super similibus est per sedem apostolicam
providendum. Item adverlat vestra beatitudo, ne in provincia
Burd^alensi specialiter aliquid tangens negotium disponatur,
nisi id, quo pro aliis regni provinciis disponetur. Esset enim
absurdum nee bonum aliquod, sed pocius confusio sequi posset
Item cum Pictauis fuerit ordinatum super bonis Templi tra-
dendis curatoribus specialibus per prelatos et per sedem apo-
stolicam ordinandis, qui bona huiusmodi nomine Templi ad-
ministrabunt, in Htteris predictis missis nuper prelatis modum
contra Templarios procedendi continentibus aliud exprimitur,
videlicet quod nos in manibus sanctilatis vestre et ecclesie po-
suimus ipsa tmna, cum tamen nostra non fuerit üla intentio
nee littere nostre testantur '', cum bona fratrum, ut plerisquc
videtur, Templi fuerint et in manu Templi, ut speratur, re-
manebunt pro n^otio Terre Sancte, licet totus Templariorum
ordo dampnetur, nee manus nostra fuit apposita in bonis pre-
dictis nisi causa custodie. Et, pater sancte, si gentes audirent,
quod in manibus nostris ponerentur bona predicta, scandali-
•• So Or. b So das Or.
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IM Briefo, Reden und GntAoliteil.
zarentur, licet qao ad protectionem in nianibus vestris «t ec-
clesie sint omnia bona Templi et aliarum ecclesianim. Quare
placeat vestre satictitati super hüs advertere in litteris, qiias
ad diversas partes mittetis. MuUi enim sunt principes vel po-
tentes, qui verba lilteraruin apostolicarum non accepta habe-
bunt, nisi placeant eis. Item placeat vestre sanctitati loqui in-
quisitoribus, qui mitlentur ad alia regna, cum quibus loqui
comode pDteritis. et eos sollicitare et animare necnon instruen-
in agendis. Est enim necessarium. Alias ascriberetur , licet
falso, ros negligere, quod amatis. Quicquid autem fieri potent
erit necessarium in hac parte. Item, pater sancte, cum m^ia
deliberatione nominati vobis fuenint, ut intelleximus, pro dteto
negotio niittendi *), Non placeat ergo vobis eos niutare nlsj
pro necessitate inevitabili ; mutatioiies enim dilationem et foHc
dampnum malus prestarent; nee quis catholicus, dum tanicD
sanus in persona, quominus kborem susclpiat, debet apud to>
in tam caro fidei n^otio escusari. Item , advertat veslra
sanctitas, quod expense sufflcienles iusla conditionem et statum
eoruDi taxentur iilis, qui mittentur ad alia re^na pro n^tio
memorato. Intelleximus enim , quod parve fuerunt eis ta-
xate, quod solum, pater sancte, posset totum negotium impe-
dire, quin irnmo graviores longe expensas eos oportebtt subirc
in aliis regnis, ubi pluribus familiaribus et equis indigebant ac
etiam aliarum persouarum conductu pro securitale persona-
rum suarnm. Essent enim in periculo, nisi seniper essent in
conductu potentum. Super quibus habeat vestra sanctitas pro-
videre. Item, ut intelleximus, vestra sanctitas disposuit dicto*:
inquisitores mittendos expensas recipere ab ecciosüs r^noruni.
ad que mittentur, certis regnis exceptis, in quibus reciplent
supra Templum, in quibus bona Templi sufficiunt. Sed ad-
vertat vestra sanctitas, si pnncipes et alii potentes bona Templi
in manu sua habentes obedient super istis, taliterque veWüf
disponere, quod propter expensarum defectum fidei n^otiuni
perire non posset. Item excepistis a prestatione sumptuuiu
certos prelatos in Alemania, qui ipelius possent, ut videtur.
') Die Lint«, die im Pariser National arcbiv liegt, veröffeuUirW
ich untfii.
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ÜT. 106. (1809) Mei 6. 197
onus portaro et niagis parati sunt. Quare super hüs onmibus
paterna dementia disponere dignetur, ut Dei negotio viderii
expedire. Item mtramur admodum, patcr sancte, quod non
audivimus neque percepimus Ganctitatem vestram scripsisse ad
alia r^na pro rehabendis personis Templariorum nee mandasse
curatores gcnerales pro bonis adininistrandis nee aliquid simile
quo ad ista sed solum in regnis Francie et Anglie. Nisi enini
imiformiter in hüs regnis et aliis procedatur, non erit n^o-
tium, ut videlur, in tuto. Ex precedenLibus ergo et aliis, que
vestra sanctitas plenius videre poterit, perplexitates quaiiiplures
üccurrunt ac in futurum occurreiit. Super quibus habet pro-
spicere et plenius providere beatitudo vestra patema.
Ad quorum aliquos est per prcmissa responsuni et ad
nonnullos ex ipsis presencialiter respondemus, super aliis post
(icliberationcin celerem super ipsis habendam itlico responsuri.
Super eo enim, quod petebatur, si inquisitiones et processus
liuiusmodi ab eisdem prelatis extia suas provinclas et diocescs
iuxta continentiam litterarum apostolicarum per nuntios tuos
exhibitarum eisdem fieri poterant et haberi, excellentie tue
duxinius respondendum, ut non obstante, quod in litteris eom-
niissariorum ipsorum dinoscttur contineri, quod ad certas va-
dant provincias et ibi diligenter inquirant, ubi magis dicto ne-
gotio viderint expedire, inquirere possint, servatis tarnen atiis
articulis in dictis litteris compreliensis, non obstante clausula
illa, videlicet quod se transferant ad provincias niemoratas. Ad
illud vero, super quo dubitatur, scilicet an iteruni contra illos
dicti ordinis fratres, contra quos per nos et fratres nostros vei
inquisitorem seu inquisitores predictos inquisitum cxtitil, magno
magistro et maioribus preceptoribus ipsius ordinis reservatis,
super aliis articulis seu capituliä, super quibus fratres ipsius
ordinis interrogati non sunt, inquiri valeat per eosdeni, tibi
tenore presentium respondemus, quod non videtur expedire
utilitati negotii supradicti, quod iam examinati et contra quos
per nos et fratres nostros predictos extitit inquisitum, exanii-
nentur amplius vel inquiratur etiam contra eos, cum per ea,
que coram nobis et fratribus nostris dcposita fuerunt per eos-
dem, tute videatur poase procedi in ncgotio memorato, nisi
aliud pretendatur per eos, quod coram nobis vel ipsis fratribus
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198 Briefe, Reden UDtl Gnt«chten.
nostiis non fiiit allegatum, in quo casu, si prelaiis ipsis dili-
geiitius presentialiter inluentibus qualitatem et circunistaiitiam
negotii memorati aliud utilius et expedientius videatur, proce-
dant, sicut felici expeditioni eiusdem n^otii viderint expedire.
Adversus illos quoque, contra quos per prelatos vel inquisitores
ipses inquisitio facta est, si adeo suflücienter extitit inquisitum.
quod ad absolutionem vel condenipnationem procedi possil
ipsoruni, propter contrarietatem, que ex inquisitionibus djversis
posset insurgere, amplius inquiri non vldelur expedieits contra
eos. Alias tarnen iidem prelati et inquisitores procedere pos-
sunt super huiusmodi artlculo, prout viderint expedire, super
quo ipsoruni conscientias oneramus. Ad dubitaUonem autem
illam prelatorum et inquisitorum eorunidem, videlicet an contra
illos Tel pro eis, de quibus alias per nos extitit inquisitum, in
provincialibus concilüs sententia ferri possit, duxinius respon-
dendum: Certum est enim, quod de iure non possunt Ci-
plorati quidem iuris est, nee alicui venit in dubium, qaod
coram superiori iudice inchoata in inferior! iuditio leiminari
non possunt quomodolibet vel decidi, presertim coram Romano
incepta Pontißce, penes quem plenitudo residet potestatis.
Tarnen ne valeat intricari negotium sed felicius et facilius ex-
pediri, et presertim propter enormitatem tanti criminis et orri-
bilitatem facinoris, volumus, quod contra ipsos vel pro ipsIs in
eisdem concütis auctoritate nostra procedi valeat, prout de iure
fuerit in talibus procedendum, et si expedire viderint, proul
iustum fuerit, sententia proferri valeat supradicta, exceptis nia-
gistro et preceptoribus maioribus Francie, Normannie, Pictauie.
Provincie et Terre Ultramarine, quos alias nostro iuditio duxi-
mus reservandos. Ita tarnen, quod cause predicte, que na»
niovenl ad id concedendum etiam contra iuris r^ulam in sen-
tentiis seu difflnitionibus expresse ponantur. Super dubitatiooe
autem illa prelatorum ipsorum, videlicet, quod nos contra illo;.
contra quos per dietos inquisitores non extitit inquisitum, iusäi-
mus inquirendum et per prelatos eosdem et non per inquisi-
tores ipsos sit contra notinullos ex fratribus eiusdem ordinis in-
quisitum, tenore presentiuni responderaus, quod de iliis fratri-
bus dicti ordinis intelligatur, contra quos sive per prdatos aul
inquisitores predictos non extitit inquisitum. Ad illud auleiti.
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Nr. 106. (1309) Mfti 6. 199
quod dicitur, qiiod in provincia Burde^alensi du langatur de
negoUo supradicto, nisi prout in aliis provinciis de n^otio ipso
disponitur, respondemus, quod eadeni Burd^alensis et omnes
alie provincie paribus passibus ambulant, prout in litteris apo-
stolicis super hüs confectis evidenter apparet, nee aliqutd spe-
ciale vel singulare stutuitur in aliqua ex eisdein. Super eo
autem, quod predictarum litteraram tuaruni seu prefate cedule
series continebat, videlicct ... de bonis dicti ordinis curatoribus et
administratoribus . . . tradendis, prout in dicto articulo conlinetur,
respondemus, quod, licet quo ad facti substantiam nulta varie-
las vel diversitas fore noscatur, lilteras tarnen ipsas omnes per
dictos fratres nostros mutari mandavimus, prout extitit postu-
latum et inxta tenorem verborum tam in apostoiicis quam
regiis litteris olim super negotio raateriani contingente predi-
ctam, que confecle hactenus extiterunt, contenlorutn, sicut in
litteris, quas pro dictis Lugdunensi, Burdegalensi et Narbon-
iiensi provinciis destinamus, plenius continetur. Quod si forte
tibi placet, quod littere iam pro sex provinciis destinate, sint
modo simili mutande, remittantur et eodem modo, prout facien-
dum extiterit, mulabuntar. Ad id autem, quod petebatur,
quod nos inquisitores, qui pro ipsius inquisitione n^olü mitte-
bantur, informaremus et instnieremus plenius, respondemus,
quod diügenter et sollicite faciemus. ut decebit, iltos, quorum
presentiam habere poterimus coram nobis. Petebatur etiatn
per litteras seu cedulam antedictam, quod sufficientes ministra-
rentur expense inquisitoribus et personis pro huiusmodi negotio
destinandis; super quo nosti'am te scire volumus votuntatcm.
Moscat enini regia celsitudo, quod Stephane et Petro de Co-
lumpna cardinalibus supradictis speciahter et expresse coni-
misimus , quod mittendis pro negotio supradicto laxattoiieiu
augeant expensarum, prout viderint expedirc, et iam pliiribus
ex ipsis, de quibus visum est expediens, prout per eorum re-
lationem accepimus, sunt stipendia augmentata. Super eo vero,
quod in eisdem litteris seu eedula vidimus contineri, videlicet
per nos fuisse disposituin inquisitores pro negotiis transmitten-
dos eisdem [expensas recipere] ab ecciesiis regnonim, ad que
pro dicto negotio mittebantur, cerlis regnis exceptis, in quibus
volebamus expensas de bonis Templarioruin recipere predicto-
izecy Google
200 Briefe, Reden nnd GoUohteii.
rum, ad quas poterant bona ipsa sufßcere, quodque per ni»;
erat dJligentius adTertendum, si principes et alii potentes ad
inanus suas habentes bona Temptariorum ipsonim super hik
nostris iussionibus obedirent, super quo taliter vellemus di^w-
nere, quod propter defectum expensarum atiquem n^roünm
tidei noii periret: serenitati regle respondemus, quod scrJbimus
universis regibus et principibus, de quibus agitur in hac partt'
et in quorun) regnis bona dictoram Templariorum consistuot,
de quibus predictis mitlendis stipendia soivi debent, quod bona
ipsa administratoribus deputatis a nobis liberari facianl sne
mora,' qui postniodum administratores de t>onis ipsis prefatis
inquisitoribus debita stipendia exhibebunt. Et nichüominus ad
cautelam danius prelatis ipsorum r^norum per alias nostra;
litteras in mandatis, ut eisdem inquisitoribus de propHa pe-
cunia stipendia . . . persoivunt, illam de bonis Templarionim
ipsoFum postniodum recepturi . . . Tam prefatis regibus et
principibus quam eisdem prelatis mandamus dictas litteras pre-
sentes. Super eo auteni, quod scriptum nobis extitit, quod
nonnullos prelatos de Alamania exceperamus a contributione ex-
pensarum predictarum, tibi duximus respondendum, quod non so-
lum in Alamania sed [etiam] in aliis regnis et provinciis prela-
tos, qui propriis stipendiis iaborabant in inquisitione predicla.
a contributione expensarum ipsarum, de bonis videlicet meD*
sue dumtaxat, exemimus pro eo, quod laboraturi erant in ne-
golio supradicto et expensas maximas facturi pro ipso, nee con-
veniens videbatur, quod sie gravati ad faciendum expensas
alias gravarentur. Postremo scripsisti per litteras supradictas.
quod non audiveras neque perceperas nos ad alia regna pro
Templariorum ipsorum personis habendis misisse nee niandassc-
generales curatores pro bonis administrandis eisdem, prout in
articulo continetur. Äd quod tibi dusimus respondendum, qQod
in regnis et provinciis omnibus administratores et curatores in
bonis eisdem sunt per uniformes apostolicas litteras deputati,
quamvis ad iila administratores et curatores mitti nequiverint
speciales, sicut in tuo et Änglie regnis desünati fuerunt, masime
propter personarum defectum et turbationes partium aliquanirii
et ad expensarum onus nimium evitandum, propter quod non-
nulli prelati ydonei et administratores et curatores sunt bono-
oy Google
Kr. 106. (1809) Hai 6. Nr, 107. (1310) April 25 (?). 201
nini predictorum a nobis in singulis regnis et provinciJs depu-
tati. Super eo quidem, quod scripseras te non percepisse, quod
aliqui pro rebabendis personis eisdem inissi sint, scire te volu-
inus, quod inquisitores per nos ad hoc deputati repetere, reci-
pere et examinare habcnt eosdem et supei' assignatione facienda
de ipsis inquisitoribus memoratis regibus et principibus et uliis
universis scribimus per alias nostras titteras speciales. Volu-
nius igitur, quod prelati regni tui in prcmisso negotio proce-
dant iuxta responsiones supradictas nullo alio mandato nostro
super hoc expectato, ut negotium tiuiusmodi raciiiiis et celerius
ad finem debitum deducatur. Super itlis autem articutis, in
quibus nova nostra comrnissio necessaria erat, nostras patentes
litteras fieri mandaTimus, ut tutius in negotio procedatur, quas
eis etiam precepimus destinari. Datum Auinioue II. nonas Maii
pontificatus nostri anno quarto.
Paris, ArchivM Nationales J. 416 Nr. 19. Or. Perg. Bulle an Seiden-
schDDr. Abecbrift mitgeteilt ran Herrn O. ]ti>ave, Mitglied der erule deä
chartee. Eiaige StBcko des Scbreibeoa auf S. 19'2 f.. 197, 201 aiod ge-
druckt in dem von Hiclielet edierteD Prcicte des Templiers I. p. 8 (Coli.
des doc. inädita. 1 S*!rie, Hist, pol). Gin« Anzahl pBpstlicber AufklOrunfca-
Bchreiben erfolgten am 22. Mai 1809. Vgl. Kegg, Clem. V. Nr. 5063 bis
.-SOe?. 5073, 5074. 5075 j die beiden letzten vom 1. August Über die
sonstige Bedeutung des Stflrkes vgl. Daratellnng.
107. YitUI T»n VIUniiOTB an KSdI? Ju} m« II. : Croßp VenrliTung hei
Papst nud KardlnUlen iregen des ProzeKsm gegen Itonlfaz VIII.
XogNret und PtHtslans drHugeii. Tniisurverlelliaiig »n Infant
Johaiui. Fareht Tor neaem riterfitll. Uewaebung der Stadt.
Arfgvoii (1310) April & (.'>.
. . . Senyor '), neguna resposta final no he auda encara del
pupa ne he proposat " en consistori " ne enten, t|ue ho puga
fcr apres Vtll dies aenant, apres que la dada desta ietra To
feyta, per quel papa eis cardenals son en gran pensanient et
en gran tribulacio per lo fei de papa Boniffassi, que en G. de
a perposat — conatori Or
') Es bandelt sich vor all«m um Zehnten, wie ans d«o Unterhand-
lungen Vidals mit Clemens hervorgeht.
izecy Google
S02 Briefe, Kedeu und OuUchtcD.
Nogeret en G. de Plesia noii leven la man de sus; pero diusi'.
que daquest feyt se fai'a algun adob. Mas no he pugul encara
saber, quin seni. El papa vol et li plau, quel senyor enifant
don lohan fil vostre venga assi et que el !i fassa Corona. Yo
escrui largament a madona !a reyna sobret feyt del eoifaiit don
lohaii- Piacia us, queus fassats niostrar )a letra a madona la
reyna. Conianme, senyor, en vostra gracia.
(Auf der andern Seite:) La raho, per que yous lie tai-
dada esla letra, es estat pel rey Robert, qui nie ha agiat tota
liora. Feyta divendres XXV >) dies Dabri) en Auinyon.
El dituns ') apres la data desta letra deu respondre lo
papa an G. de Nogerot et 6. de Plesia, qui hie son per rey
de Fransa, et segons que enten, eis senten que nosen * . . .
Duptas hom, que non sia brega. El rey Robert fa guardar
en Auyon les portes et les altres lochs, que nul hom nov
entre, si eortesa no es, et encara aquels meoys d^u^nes. Ei
papa eis cardenals son en gran r^uart. Asso es manifest.
BaicelDiia, Archiv, CKD. Nr. 11232. Or. Pap. Ssp. Vgl. R. Holti
mann, Wilhelm von Nogwet. S. 188.
108. Fr. KayniundQs, Itlitchof von VHlencla, PetruK de S. CMiri*.
Prior de A.rinanlcl§, XemBUKeiulx dloccsISf Johannes Bn^ai'ii
sacrist« ecc]e»)e Hatorie«iiHl8 und Bemrdus de Podio BastNlN
cauoniens Reatinai« an Kbnig' Jajme IL : Beendlgmig der Te«plrr-
Inqnhltiaii Id Aragontcu; Beginn In Hallorca; Bitte um swf'
ntltJ^te Bewachnn^ der Gefangenen. Valencia (1310) Jall 11-
. . . Habito inter nos onnies, serenissime princeps, colii)-
qaio ot ti-aclatu super hüs, de quibüs nobis episcopo et sacrislt
prefatis per nos Rerardum et priorem predictos verba et iilteras
transmisistis, concordavimus et pro direcciori via inquisitionuiD
contra ordinem milicie Tempi! et contra magnum eins precep*
lorem Ara^onie ac contra singulares personas et fratres eiusdei«
ordinis in Terraconensi provincia nobis per sedem apostolicam
l> Fehion 1—2 WUrter.
') Maate 24. April heißen.
») Am 27. AprU 1310.
izecDy Google
Nt. 108. (1310) Juli IS. Nr. 109. (ISIOV) August 'il. 203
comissarum, sinml in hoc convenimus, eundum esse nunc de
presenti Maioricas per nos priorem, sacristam et Berardum pre-
dictos pro comniissis nobis inquisicionibus inibi faciendis.
Verum quia pro inquisicionibus istis iam quasi totam Terra-
conensen provinciam circuivimus et in illis, quandoque omnes
simul, quandoque aliqui nostrum adeo processinius, quod, quic-
qaid in ipsis per noä expedienduni restat, sub brevitate tein-
poris poterit expediri: merito serenitatem regiam, licet iani
super hoc cautam, ex superhabundanti tarnen äotlicitamüs et
super dictomm fratrum custodia incaulamus, eidem suppli-
cantes humiltter, quatenus iusta requisitionem per aposlohcam
sedem iam pridem litteratorie magnitudini regie facta m sie
fratres dicti ordinis in locis tulis sub lida custodia tenert facerc
digneniini, quod vel << exJberi vel Tcrraconam seu ad atium
locum duci eos facere possit celsitudo regia, quando et quotiens
fuerit super hoc l^itime requisita . . . Dat. Valentie IH idus
Iiilii anno doniini millesimo CCCX".
Barcelona, Archiv, CRD. Nr. 3907. Or. Pap. Alle 4 Siegel ab. Die
b«iden letztgenannten InqntBitoren hatten sich nach Schreiben Jaymea vom
3. Jnli mit diesem besprechen. Der König ermuntert zum Weiterarbeiten in
eiuem negocinm, quod divinum servicium vehementer tangit. Reg. 291 f. 276.
lOB. D{e sragoneslschen Templer an König Jajme II. : Nach einer
warmen Apologie Ihreu Ordens und seiner OUeder, tou denen
so viele ihr Blut Kr ChrlMtns vergossen, bitten nie den KVnIg,
da der Erzbischof von Tarragona naeh der plpstllehen Welsang,
flberall zn nntennchen und zd dlxpensieren, die Inquisition voll-
endet nnd iteln Provlnzlftlkonzll naeh ToiTagona anr 1. Sep*
, tember znMmmenbemren hat, Ihnen, seinen Untertanen, Ge-
reebtlgkelt zo veFsehaffen. Mehr verlangen nie nicht Valencia
(13100 Angnst 27.
AI molt alt et molt poderos, senyor, en lacme per la
gracia de Deu rey Darago . . . lo niaestre et lots los comana-
dors el frares de la cavaleria del Temple de tota la vostra
senyoria besan les voslres mans. Senyor, nos recomanani oii
la vostra gracia. Ben sab, senyor, la vostra gran altea los
grans mals e la gran tribulacio et la gran persecucio, en quc
a So Or.
izecDy Google
2M Briere. Roden und GutachUn.
la religio de la cavaleria del Temple es posada a grau tort et
a gran peccat et a gran perdicio de les aniines daqueles per-
sones, qui aquesta tan gran injuria et offensa lian feyta a
nostre senyor ihesu Christ et a la sancta mare esglea de Roma
et a tota )a cliristiantat, per so, senyor, cor sens tot duple
la dita religio es salva et quitia et sciis nula colpa, qut> no
ha de neguna daqueles maladiccions, que irijuslament son
«Stades posades ala dita religio. Et nostre senyor Ihesu-Christ,
qui CS Verität, sap be, que nos som lials cliristians et [versj
catholics et ben creeiis en totz los segramens" et ordonamen:;
de la sancta mare le^lea de Roma. Per que, senyor, en nul
cor de lial Christian no devria ni deu esser pensat, que en
la nostra religio aja sino tot bon christianisme. Et qui vol
pensar tantz nobles et honratz barons et cavalers, qai son
estntz en la nostra religio, et quantz son estatz sens nombre
los frares del Temple, qui per la fe del nostre senyor Ihesu
a exalsar et a mantenir et per la sancta esglea de Roma i'f
per exalsament de tota la christiantat han perdut lo cap et
escanipada lur sanc et moltz. que son estatz irortz en les
cruels presons '' dels menys creens de la fe de .'.le^u Christ, dels
quals frares del Temple hi a autz moltz, .a ,ui los euemics
de Ihesu Christ deyen, que, st vollen renegar la fe de Ihesu
Christ, que eis lur darien vida honrada et los ditz frares volieu
nies' perdre el cap o pendre altra cruel mort, que no vollen
reneguar '' la fe de Ihesu Christ. Et qui ben volia pensar,
senyor, en les obres et en los feyts dels frares del Temple,
cert es, senyor, no semblaria, que nuyl mal lur d^ues hom
aver feyt. Et axi, senyor, com vos sabetz, lo senyor papa
ordona, que per tota la christiantat fos feyta inquisicio sobre
el feyt de la nostra religio et feyta la inquisicio, que fos liurada
a cascun arquebisbe dels frares de son arquebisbat et aquel
arquibisbe <', qui la inquisicio auria reebuda de son arquebisbat,
que en continent nianas concili general et ab conseyl de son
concili lo dit arquebisbe pusca dispensar sobre les persones
dels frares del Temple, qui seran en son arquebisbat, se^iis
que trobara en les inquisicions dels ditz frares; et ara la iii-
/i Statt sagrainens. b Or. preons. c So hier.
izecDy Google
Nr. 109. (1310?) Aagnst 27. Nr. 110. (ISll) Juni i>. 206
quisicio dels Frares del Temple de tota la vostra senyona si a
acabada, et segons que avem enles, larquebisbe de Terra-
gona aja manat son conciti genei'al et asi^rnat a Terragona a
celebrar aquel lo primer dia del mes de Setetnbre primer
vinent et nos ajam major fe et major esperan^a en la vostra
ajtida, que en nula persona del mon, axi con hom ta deu aver
a son bon senyor natural, car nos totz som vostres naturals,
clamam merce, senyor, huniilment a la vostra alta .«senyoria,
que TOB per honor et per reverencia de nosire senyor lliesu
dirist et de madona sancta Maria ajudetz a nos e( a la
loligio del Temple a mantenir a nosire bon drei, et queus
placia, que preguetz larquebisbe et tot lo consili de Terragona,
que eis deliuren lo nosire Teyt en manera, que Verität et dret
et rao et justicia hi sia observat. Car nos no demanam altra
eosa! Dades en Valencia digous apres la festa de sent Bar-
tholomeu.
Burcelona, Archiv, Templarioa Nr 54. Or. Pap. Ssp. Dip TtLlireRKPit
fflr den KoDxUabegitiii 'Zwingt, an 1310, nicht 1311 zn denken.
1 10. Erzblschar Wilhelm Ton Tarmtronii »itd Bischof Riiimand toii
Tnlenfln l^i Köiiltr Jnymp U. von Ar»fr»nlpn: Aurit^lluiifr einer
Liste dessen, iras den ^ftinceneu Templem xn rebeu »el ; Bitte
»n den Künlg, »de zn beHUitt^eii iiad den kranken Templeni
.irzle zn Neiiden. ErNneheii, Urnen iremliß Anttrafc de» PttpHtm
die l'llter der Templer zn UbeirebeD. Tarrnirona (1311) »Innl fl.
. . . Exposuit nobis Bertrandus de Valle, quod circa pro-
visionem fratribus ordinis milicie Tempil tarn magistro, comen-
datoribüs, militibus, servienlibus atque custodibus eorundem,
quibus de mandato vestre celsiludinis providere teiietur, per
ipsum faeiendam, hec esset ordinalio et taxatio iusta et equa,
videlicet: quod magistro darentur diebus singulis duo solidi et
VI denarii, comendatoribus et fratribus militibus et capellanis
XVIII denarii et fratribus servienlibus XIIII denarii et custo-
dibus eorundem X denarii et fratri R. de Belloch, qui proptcr
infirmitatem pascere se non potest, duo snlidi: quid super hüs
nobis viderelur, ceilifficari queslvlt. Nos considerantes pre-
(lictam taxationem et ordinationem esse racionabilem atque
iiislam. .''ibi consuluimus, ut iuxta modum i>redi€tum ei.'ideni
oy Google
äOfi Brief«, Reden und Gutachteti.
ft^tribus et custodibus providerel. Quare veslram regiam
maieslateiii attentius deprecamur, quatenus dictam Ordinationen)
et taxationeni ratam et gratam habeates eandem faciatU in-
violabititer observari et fratribus infirmis in medicis et aliis
necessariis provideri. Supplicamus insuper vestre clemenctc.
ut iusta mandatum apostolicum vobis directum onmia bona
dicti ordinis, que ad manus vestras vel oFticialium vestroram
pervenerunt, nobis restitui faciatis, ut nos de ipsis dictam or-
dinationem faciamus, ut pretlicitur, observari. Dat. Tarracone
V. idus lunii anno domini MGCGXl.
Ilftrcelona, Ardiiv, CRD. Nr. 4093. Or Pap- Sap,
111. Sclirelbeii und Notizen U1>er die Folternni; der anwonesttirbfi
Templer aas Vt*g. äfti in Bareeloiu. Ton AngvHt Mk ßeienber
1311.
.Tayme II. tin Clemens V. ') ; Wird die Inquisitoren unterstützen; pi>r
quns inquisitores ftil eliciendum veritdtem Templftrios memoratue eadrm
Mnetitna questionibus poni iusait. 1311 August 19. Reg. 291 f. 306'*.
. . . Poucio . . . Ilerdensi episcopo eic. Vestram recepimna lilt«r*in
noviter nobis missam, qua vos rngastis, . . . ut fratroa Templi in terrig
Dostris ejtintentes faceremus adduci apnd civitAtem Herde, ut super eoran
negocio iuxtn. ordiiiacioanm domini pape possetis vestrum debitnm adimplere-
Unde Vobis reapondemus, qnod mittimus vobis literam. quam maDdwnns
universis et singulis dictoa fmtres pro nobis cnstodientjbua, quod fnUm
cosdem ad civitatem iam dictam ipsa de causa addurant, . . . proat per vn
et npiscopum Vicensem ') et inqaiaitorem per dominum papam super praci-
tate heretica in rogno Aragonie aasignatum vel duos ei vobis faerint r^
qnisiti. Videtur tarnen nobis expediens, ne ipaa de causa expense nimiinn
Augmententur, quod confessionem iliorum fratnim qui sunt Herde, primo
recipere deberetis, qua recepls faceretis vobis de aliis fratribus adduci . . .
Dat. Gerunde III. kal. Octobris a. d. MCCCXI. Reg. 291 f. SOS".
Jayme befiehlt seinem Qenersladmintstrator Bertrandna de Valle, dem
fr. Poncias da Hontecluso und fr. .lohannes de Lotgerio aus den Templri-
gOtem den Unterlialt zu schaffen. ISll beptember 80. f. 808'.
Jakob an alle Templerkuatoden : Cum . . . Ilerdensia et VicsmiK
episcopi et Inquisitor ... in regoo Aragonie conatitutos ... ad procedeodnni
in negocio fratrum Tompli predictoram . . . arcbiepiscopo TerrachonBBsi et
episcopo Valentino per . . . papam extiterint subrogati, befiehlt alle Templer
nach Lerida m bringen. 1311 Sept. 30. f. 309.
') Prutz S. 353.
') Bruder des Ramon de Gnardia.
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Nr. Ul. Von August bis Dezember 1811. 207
Au den Bischof von Lorida und die Inquinitoron : Super fachi Tem-
{tlnriomni Barchinone existeucium. quos peciistis mitti apnd Ilerdam, re-
sponderaus, quod iam misimua vobis . . . illos, qui questioiiibns positi non
fuerunt. Residnos vero non intBimus, quia per . . . archiep. Terrachonenaem
dt ep. Ynlentinum ordinatum fuit, qnod a dicta civjtate Dullateiius extro-
lierentur aliquibus de cauaja per eoadem anper eo afiaignatis et spMtnIiter,
ne cum aliis loquerentur ... Si tarnen . . . vultis, quod mittentur vobis,
sigoiticetis id uobis . . . Dat. Barchinone IUI. idus Oclobris a. d. M^COC XI.
f. 309'.
Dem curie Uerdeoei : Cum ep. Ilerdenais et fr. Johanuea de Lotgerio
ft fr. Poncioa de Monteelnso, inquisitores, ... ad mandatum domini pape
l)nb«ant fratres Tempil queationibns exponei-e et lormentiB, dicimuB et man-
dainua, qoatenus, quocieng inde per eoa reqaisitua fueritia, aaaietatia eiadem
epiacopo et ioquisitoribna . . . (Datum wie oben.) f. 810.
Oeneraladminiatratur aolt Templer nach Lerida bringen : excepto fr.
Ruyinundo de Bello loco, olim comendatore domun Templi Valentie, quem
proptcr niniiam infirmltatem. quam patitur, inibi . . . providimua reman<:n-
dum. Daroca 1311 November 9. f. 311.
Poncio ... ep. Ilerdenai , . . Veatram recepimuB litternm iiovitci'
Dobis missani . . . ReBpondernua, quod per litternm . . . mandamna Bertrando
d(> Valle . . .. quod aolvat sdarinTn illorum qaatuoT sagionum per vos et
fnifrem lobannem de Lotgerio et fratrem Poncium de Hontectuso naaigna-
torum Buper facto inquiaicionia aeu proceasus Templariornm . . , Dnrocn
1311 November 16. f. Sil.
An Oeneraladministralor Bertrond de Valle: Noveritia, quod . . . ep.
llerdensJB et . . . inquisitores . . . nobis per suam lilteram noviter auppli-
carunt. ut super quibusdam per frntrea Templi a nobis noviler petitia man-
ditremus ipais fraLribus provideri. Qusproptcr . , . mandainua, quatenus.
cum iidem fratres propter tormenta et alia eorum mala cura maiori indi-
geant asaueta, babitn conaideracione nd mala eorum, de bonia Templi . . .
providsri facialis fratribus ipais in peraonarum anarum, occaaione ipaiua
tormenti vel infirmitatnm. neccssariis tarn in habendis niedicis quam rebus
medicInalibuB quam aliia, prout vobis videbitur expedire, sie quod propter
deffectam necesaariorum dampnificari non valeant nllo modo. Volumus
etiam, . . . quatenus ordinetia, . . . quod magtater Templi habest duos cu-
Btodes, ita tarnen, quod non aint acutifferi seu familiäres sui . . . Man-
damus, quatenus fratribus Templi, quibua per nos ordinatum fuit dari quo-
libet die pro expensa octo denarjos lacc., detis et de ceteru dari faciatia
nnaqueque die cuilibet fratri decem denarios Incc, eo quia racione caristie
in terra exiatentis non anfficiunt eia VllI denarii supradlcti . . . Strenger
Befehl, ihnen alle« £u geben. Mandamua, quatenus super cuatodibus seu
servientibus tradendis dictis fratribns tormentis expoaitis provideatis pro
parte uostrn, prout vobis expedire videbitur, sie quod propter deffectum
servitomm vel alionim eis ner.easnriorum, ut predicitur, detrimentum vel
izecy Google
308 Briefe, Reden nnd Gntachtca.
calnmpniain non anstiDeant oUo modo. Dat, in Alagone IUI. noD*s Decem-
bris 0. d. MCCUXI. ') f. 813.
Demaelben: Com , . . ep. Ilerdensia et fr. [ohannes de I^tfceno ac
fr. Poncius de Monteclaaao "... dudc noviter monuerint noa per litteram
Buatn, at eoadem fr&troa sibi cicius mittere procoraromus. eo quja deposi-
cioDus Bau confessionea eoram per ipaos ad dominum papam et generali;
aaum concilium habent mitti ", . . . mandamna. quatenaa omni mora remaU
fratres Tentpli predictos Valentie exiErtentea adducatis in contineati ... ad
dictatn civitatem Herde . . . Pret^rua cam epiacopua et inquisitorea predicti
ordiuaverint confea~ionea aliorum fratram iam per eoa recaptas per qaendam
eorum clericum mittere dicto suimno pontifici et requlsierint nos uC eidem
clerico maiidemua in expenais ipaiua iCineria provideri. volumus, . . . qust^nn«
clerico iam dicto detis et aolvatia de bonia Tempil. Dat. Alagone IUI. nanaa
Dec. a. d. MCCCXI. Der Biachof halte mit den InquiBitoren proteatirrt,
daß es nicht an ihnen ISge, doä die Valeniianer Templer noch nirlit in-
quirjert seien. Dann beßehlt Jayme auf Wunsch der Inqulaitoren, da& dip
Templer in Lerida eine Zeitliing nach Gardeny kommen, f. itl3 '', 314.
112. JoliMiiiies Burgandl nii KÖnip Jaymf II. tob ArafOBim: fitn
die Änderung ivH Wortlautes der ZebntbuU». Clemens Y. Isl
wiederholt erkritnlkt, ivellt Jetzt In Caro nnd will niemand
sehen. Audi die fmiizi^lseben GeKandten wurden MihlltBlieh
nur Knr Kerei-enz zu^lw^sen. Selbst die In drln^nder Aife-
legenlielt nunesendeii Gesandten Kdnig: Roberts Kerdea «bff
wlesen. IHo elireneu Versnobe Jolinniis niiOlia^n. Die Au>e-
legenhelt der Templer^fller zieht sieb hin. VenexiMier Itvbr.
Naebrichlen nm Kaixer ii. a. Die „noTe et Insollte exaeclMes-
nir die Urlmudenexpedlernnfr. Avigvon (I3I3> Oktober li.
lohannes .Burgundi, sacrista Maiorkensis, cansÜiarius an
König lakob II.:
Litteras . , . quas super morte regis Clastelle doniino pape
mittitis et alias, quas super eodem miclii misistis die iovis in
vesperis, qua dicebaior IUI. kalendas Octobris, dum adhuc
esseni in Montepessulano, recepi et in crastinum inde recedens
fui sequenti tunc die sabbati Auinione. Ubi lohannes Lupi.
arcliidiachonus de Guarga vestreque r^ie celsitudinis in Ro-
niana curia procurator, fuit menum in continenti. Et inter-
rogatus a me dixit michi, quod note ille super concessa vobis
dccinia, que per doininos fratrem Nicolaum tituli ^ancti Eusebii
1 So Reg.
') Ein Stöfk Prutz S. 353.
izecDy Google
Nr. 112. (1312) Oktober 12. 200
presbytenim et Petrum de Columpna diacbonum caidinales . . .
iani prideni luerant ordinale, erant, mandate mutari, ita quod
iiec de obligacione nee de personal! iiegocii regni Granate
proseciicione per tos faciendis erat in notis istis aliqua menci
facienda. Sed quo ad liec duo puncta, sicut et ille regi
(.Pastelle facte fuerant, sie et iste fieri mandabantur. Et qui
dominus archidiaclionus de tenore istarum notarum non erat
totaliler certus pro eo, quod tenorem notarum regis Castelle
non viderat, ivimus ipsc et ego domintca in kalendis Octobris
apud Carpentoratum, et exinde ipse ivit Malausanam, ubi
vicecancellarius adhuc remanserat, et ibi procuravit habere
notas, quarum tenorem ego videre volui, antequam renirnnt
ad doniini pape presenciam, ad hoc, quod, si de personal!
proseeucione non fieret in Ulis mencio, sicut non fit in quibus-
dam, quas vidi, nee ego inde domino pape facerem mencionem,
ne dormienlem Teile exeitare viderer!
Ipse autem dominus papa fuit !am nuper, dum adhuc
osset in piioratu de Grausello prope Malausanam, itifirmus
aliquantulum et curatus postea recessit inde die lune, qua dice-
batur VII. kalendas Octobris, et venit ad quoddam castnim
vocatum Caro, quod inde distat per unam leucam versus Aui-
nionem, ubi aliquantutum recidivavit. Et licet aliqua vestigia
inftrmitatis remanserint, equitat tarnen quotidie de inane et
aliquando de sero fere per mediam leucam ad quoddam nemus,
quod est prope dictum locum de Caro, nee vult, quod aliquis
extraneus vadat cum eo nee compareat coram eo. In dicto
ioco de Caro sunt cum eo dominus Arnaldus de Pelagrua, qu!
etiam cum eo equitat, et dominus Raymundus de Fai^is, qui
ibi tnßrmatur, et dominus Bernardus del Gar[uo] cardinaics ')■
Solennes nuncÜ regis Francie, scüicet tres cleric! de con-
silio suo missi per ipsum ad dominum papani, fuerunt bene
tres septimanas in quodam Castro vocato Rocamaure, quod
est ultra Rodanum, nee potuerunt habere accessum ad dictum
dominum papam usque ad diem marti^, qua dicebatur V. nonas
') D. h. Zwei Nepoton und ein Guscogner. Die beiden letzten sind
bei der Promotioo ISIO ernunDt.
Finke, PHpiUnm nnil UnlergnnR tlei TemiileronlcnB. II. 14
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SlO Briefe, Heden und Gntscbted.
Octobris, qua voluit dominus papa, quod venirent in nonis ad
solam reverenciain factcndam, quod et focerunt, sed nichil cic
sua Icgacionc dixerunt, sicut dixit niichi dominus A. de Pelagnia
Cardinalis, et idern dixit michi dominus cardinalis Bitterren<^is.
inio rediverunt iiuncii ipsi ad dictum castrum de Rocamaurc.
Nuncii solennes Tuerunt etiam r^is Rott>erti, scilici'f
scnescallus Beliicadri cum alüs, qui die lune, qua dicebatur
VI. nonas Octobris, fuerunt in dicto loco de Caro et non po-
tuiTunt videre dominum papam, imo de consilio domini A. de
PelE^rua iverunt apud Auinionem, qui dixit se s^ificatunim
eis, quando locus esset. Et tamen, sicut dixit inichi dominum:
cardinalis Bilterrensis venerant pro urgentissiniis dicti regis m-
gociis, que ipsius regis et regni statum tan^ebant.
Ego autem, serenissinie princeps, dicta die martis, qua
dicebatur V. nonas Octobris, una cum diclo archidiachono de
Guai^ in nianc posui me in campis iuxta viani, per quam
cquitare solet, et descendentes de equis, cum inde transirol.
satis de ionge feciraus ei reverenciam. Sperabam quidem, quod
faceret interrogari, quis essent, sei frastratus sum spe mea in
hoc, quia nicliil inde fecit interrogari. Post hec loculus stii»
domino Arnaldo de Pelagrua cardinali, qui dJxit michi, quod
nullo modo tunc possim loqui dicto domino pape, sed con-
snlehat, quod inlrarcm Auinionem. ECt i^o dixi, quod, ex
quo aliud non poteram, si saltim sciret dominus papa, quoii
ogo essem ibi ex parte veslra, serenissime princeps, et quod
mandaret, quod vel Auinione vel alibi expectareni, istud quo
ad nunc sufficeret michi. Et ipse michi respondlt, quod nee
ipse nee alius audcret hoc sibi dicere modo; propter quod,
serenissime princeps, ego nichilominus sequentibus tunc die
mercurii et die iovis posui me in exitu dicti loci de Caro, sali^
prope viam, per quam est solitus equitare; et licet in ipso
transitu non rcspexisset ad nos nee ad quosdam alios, qui el
ibi crant pro negocio cuiusdam postulacionis facte ad quart-
dam metropolitanam ecciesiam in Ibernia, tamen postquam
transivisset (!), converlens se respexit et intenx^avit quendam de
cquitantibus coram eo, quis essem, sicut et idem postea diiH
michi. Et ita scivi ipsa die mercurii, quod ipse dominus papa
sciebat me ex parle vestre celsitudinis venisse ad eum. Et
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Kr. 112. (1812) Oktober 12. ^11
tta videns, quod ibi tunc aliud non poteram, ivi apud Maku-
sanani, ubi adhuc de mandato domini pape remanserat domi-
nus cardinalis Bitlerrensis et datis sibi litteris . . . nichil adhuc
sibi de secreta per vos michi comissa credentia exposiii, eo
quod de colica passione aliquibus diebus g^ravatus fortlter
[fu jerat nee adhuc ab illa totaliter liberatus erat.
Preterea negocium disposicionis seu ordinacionis faciende
per dominum papain de bonis, que fuerunt quondam ordinis
Templi in terra vestra et per [to]tam Hispaniam, vidotur, quod
recipiet aliqualem dilaeionem longiorem, quam vos ... crc-
derelis . . .
Die veneris proxime preterita . . . recepimus eursorem . . ,
cum litteris regits, quas super responslono Venetoruni doniino
pape tniltitis . . . Dicto domino pape lileras vestras preseii-
tare nequivimus, nt mandatis, . . . locuti fuimus inde diclo
domino cardinali Bitterrensi, qui petito tarnen inde secreto,
dlxit nobis, quod muttum placebat ei, quod non habulssemus
oportunitatem presentandi easdem, quia bene sciebat, quod
responsio domini pape esset de procedendo contra eos et tnm
super solvenda certa quantitate peccunie pro emenda et super
solucionum temiinis iam fuerat concordatuin. Sed quidani im-
pediunt, modo credit tarnen, quod si negocium illud vcniat ad
consistorium, maior pars cardinalium erit pro eis ...
De imperatore sunt hie nova, que communiter dicuntur,
quod est ad duo miliaria prope Klorenciam. '-
De domino papa nescitur, quando intrabit apud Auinlo-
ncm, imo dicunt aliqul, quod de anno Isto non intendit intrare.
Dominus Ferdinandus de Gastelia, filius domine Blanche,
qui et Trater est domini Alfonsi, est hie: audlta enim morlc
regis Castelle, in continenti venit ad curiani et fuit aliquibus
diebus in Carpenlorato et qula scivit se non posse videre do-
minum papam quoad nunc, intravit Auinionom. Dicitur, quod
venit ad proponendum et promovendum ius, quod frater suus
et ipse dicunt se habere in regno Castelle. Si verum est,
nescio.
Alcaldus, qui fuit bic pro rege Castelle, erat in Monte-
pcs^ulano, quando cgo inde transivi. Nunc au^pm cum vesli-
11*
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312 Briere, Reden und Qntechten.
bus lugubribus venit Auinionem. Et ut dicitur, intendit pre-
care, quod concessiones, que sibi facte fuerant pro r^e Castelle
quondam, iniioventur pro rege eius filio.
Archidiaconus de Guarga et ^o ad vilnndas expensas.
que ad nimis ascenderent, deliberavimus, quod super concessa
vobis decima fiat una litlera domino arcliiepiscopo Terraconensi
et eius siiffraganeis, quod eam colligant, quiltbet in sua dio-
cesi ') . . . Pro notis et pro litteris predictis nulla Tuit iniclii
tradita peccunia per tesaurarium vesirum, serenissimeprmceps.
nee eciam pro expensis ineis, nisi ad duos menses, de quibus
sequenti die martis erit elapsus uuus, et tum novit Deus, quod
ultra data slipendia me oportel de meo expendere. Dico pro
tanto, . . , quod propter pericula mulLa, que ex mora posseiit
contingere, expedit, ne pro defectu peccunie remaneal expe-
dicio litterarum predictarum, que tarnen fieri non potest sini'
peccunia; et sicut dixit niichi diclus archidiachonus de Guarga,
qui novit abreviatorum et grossariorum ac aliorum oAicialium
de curia novas et insolitas exacciones et scivit, qualiter se
habuerunt predicti cum alcaldo predicto, quod ducenti floreni
non äutücieiit pro predictis et alüs notis et litteris super in-
dulgenciis, de quibus mandavistis. Imo dixit, quod solum pro
notis et litteris, regesto et builis super decima vix, ut credit
probabiliter , centum quinqua^inta floreni sufficient. Tarnen
quando pro minori poterinius eas babere, procurabimus . . .
Dominus papa reccssit de Caro et est in quodani loco
citra vocato Sarria. Dominus cardinalis Bitterrensis est in
quodam loco cuiusdam nepotis sut prope Rodanuin , . . An-
dioncia causaruni et litterarum resumpta est et tarnen non «I
hie vicecancellarius . . . Dat Auinione IUI. tdus Octobris.
Barcelona, Archiv, CRD. Nr. 12842. Or. Pap. 3ap. Mit rieleo
LScIiem.
113. Instruktion Kr ViasI von VillnnoTm, Vii«kmnzler DslnseiMs li^
Pontonibns nttä Blttn- Bemnrdns de Fant«, Gesandt« h Cif
mens V. In Saeb«n der T«mplerg4ter Am^ontens. (ISIä) Ü
Juiuar 5.
') Es wcnicii niidi cinigo notwendige Driere liiezu gonanot.
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Nr. 113. (1312) tä JaDuar 5. 213
Schon 1312 vor Dezember WHr Vidal als Gcsnndter bratimiiit. Die
luslruktioD nir ihn Rag. 336 f. 154 -15». 158 v Schreiben au Vidal: Licet
vua ad dominam aummnin pontificem . . . accedere debereCis, qaia tarnen,
ut noDC DOTiter didiscimue ", dominum suinntum pontiGcem esse" discraeia-
tuin . . . Befehl, zum Könige zu kumraen. 1312 [I. nonas Decembria, Die
lostntktioD wurde Eerrioaen und nun die 3 Opuannten mit der Legation be-
traut. In der Instruktion heißt es zunBcbst, daß der Papst fUr den ersten
(ierichtstot; im Februar (ISIS) von ihm verlangt: Beweis seiner Rechte und
AnBprDehe au den Templerbesitz. Die Gesandten sollen die Gefahr einer
rnioD desselben mit dem Hospital itt^rbeaitx zeigen. Obwohl es inArngunien
Hoapitaliter gab, haben Jaj'mes Vorfahren die Templer ins Land gerufen
zur Verteidigung des Landes gegen die gens Maurorum. Die unio iat otfcn-
kundig gegen deu llerufungszweck , selbst wenn die Hospitaliter an die
Stelle der Templer traten. In dicta unione verearetur magnnm preiudicium
inri regio . . . propter nimiom eorum poteociam. Ita libere haberi non
puasent eervicia: FrDher eiferten beide Orden, dem KOnig zu gefallen; der
Grund nQrde negfallpn ; frDher wurden die Grenzen an zwei Stellen vertei-
^'S^j jetzt nicht, dii die Hospitaliter sich nicht teilen würden; frfiber gab
e« zwei Parteien iu curiia generalibus et consiliis et vistia regum et legn-
cinnibos per eos fariendis; frDber scbickten die Barone den einen l^ohn
liierhin. den andern dorthin : alles dieses falle weg.
Es werden dann ausgefQhrt: pericula et ecandala.
[I] Primo quod evidens est et iiotoriuin cuiquum aspicere
volenti , quod , si diie polestates cjistrorani et rortiLudiutim,
vassaKonini et reddituuin, quales dicti ordines hnbentur, in
i-^nis predictis venirent, tanta esset potestas, quod inde geiie-
rari posset maximum periculutn regi predicto, gentibus et terrU
suis, eo quia, [si] Hospitalarii vei eorum magister noilenl observare
lidelitatem ipsi regi, quod absit, esset in eorum manu, inducere
in terram dicti regis, quamcunque aliam potestatem vellerit,
nee posset eis inhiberi propter magnam oportunitatem, quam
inde habcrent, consideratis dictis castris et eorum Ibrtitudini-
bus, que tenerent in frontariis et aliis partibus regnorum dicti
regis tam per terram quam per niare.
[2] Preterea ubi dicli Hospitalarii et eorum magister dicto
regi vellent fidelitatem servare, ut tenentur, tanta essel potostas,
quam habcrent, Tacta unione predicta, quod ponercnt in scan-
dalo et controvergia prelatos, barones, milites et alios <le terra
dicli r^is, eo quia terras habereiit contiguas cuicumque . . .
a So Reg.
Digitizecy Google
214 Briefe, Reden und Gutachten.
[3J Et si forsan diceretur, quod, ex quo dominus suiimitu
jjonlifex iam procossit ad uniendum universaliter bona, que
dictus ordo Templariorum habebat, exceptis hiis, que habebat
in Yspania, esset inconvenieiis, quod fierel specialitas in boaU
ipsis: potest veraciter et racionabiliter responderi, quod propter
singularitatem condicionis ipsorum bonomm et terre, in qua
sila sunt, potest et debet in eis sinffulariter provideri ex causis
pretaclis, et quia est certum, quod plus habebant Templarü iii
regnis et terris dicti regis absque aliqua comparacione quam
in aliqua parte mundi, habita proporcione terrarum, et eciam
in aliis partibus tocius Yspanie Templarü non habebant tot
bona nee ita honorabilia. sicut in terra dicti regis, et etiam
est certum, quod in aliquo alio regno orbis terrarum non ha-
bebant tot fortalicia nee ita signata sicut in regnis regis pre-
dicti. Et sie idem rex magis quam alius debet prescriptani
unionem vitare et non sine causa timere, quod potest evidenter
apparere, quia Templarü in terra predicti regis fuerunt re-
bolles et restiterunl ac magis se deffendebant raeione fortitu-
dinum, quas habebant, contra eccJesiam Romanam et refeni
quam in aliqua alia parte mundi et fecissent amplius, si in
dictis fortalicits vietualia et alia necessaria habuissent ac ponau
potuissent. Et si processus, qui factus fuit contra eos, non
fuisset factus ex criminc heresis set ex alio criraine, adhuc
Torte capti non fuissent ipsi nee fortalicia sua, cum plures va-
litores invenissent et habuissent.
Preterea est certum, quod plura castra ex predictis fue-
i-unt data in feudum per predecessores dicti regis et alia aii
tidelitatem, de quibus racionabiliter disponi non posset in per-
sonas alias absque voluntate et assensu regis predicti *)-
Si vellet reducere ordinem sancti Saluatoris Montis gaudii
vel sancti Redeniptoris, neduni dimiteret expensas prediclas,
iraiiio etiam daret castrum suum de Muntesa ad servieiuni Dei,
ut nionasterium capud dicti ordinis fundaretur ibidem . . ■
') Der Papst niijge ein Kloster uilitäriacheo Ordens nnch Ari tdii
Calatrava errichten. Das künne dann dem Kloster Grandis ailva oder Forts
frigidus wie Calatrava unterworfen sein. Es solle Abgaben nach WaM<i
des Papstes an diesen zahlen.
izecDy Google
Nr. 113. (1312) lä Januar 5. 215
Dominus rex in predictis non movetur ex avaricia, ex
quo de diclis bonis aliquid non vult relinere, immo de suo
proprio paratus est offerre . . .
a) Modus autem per quem consentire possenl nuncü
unioni predicte, habet esse, ut provJdeatur periculis et in-
dempnitati regis et regni, videlicet ul ad providendum pericu-
lis rex retineat forüdicia omiiia, . . . que spectabaiit ad ordi-
neiTi quondam Templariorum.
b) Item quod omnes homines locorum, que fueruiit ordi-
iiiä Tempil quondam, prestent tidelittttis äacramentuin domiuo
rugi Ar^onum et suis successorihus . . .
c) Item quod dicli tlospitalarü ex titulo empcionis vel
ulio non possent habere bona stabilia ultra ea, que habebat
ordo Templariorum . . .
. . . Quod sattem dominus papa vellet concedere omnia
bona, quecumque Templum quondam iiabebat in regno Valen-
cie, monasterio noviter erigendo ordinis Calatraue, quod esset
iiiagjstratu! quodque esset subiectum inonasterio Calatraue,
quod est ia Castella, et dominus rex tractaret et procuraret
cum magislio dieti ordinis Calatraue Castelle, quod ipse et
suum capituUm concederet dicto monasterio noviter erigendo
omnia bona, que ordo Calatraue habet in regno ipsius regis
Aragonum vel laltem ea, que habent in ipso regno Valentino,
Et si forte dominus papa omni modo vellet facere unio-
nem predictam tt diceret, quod, ex quo propter predictam
unionem non intendit, quod fieret preiudicium iuri dicti regis,
quod propter alias raciones a predicta unione non desisterut:
possunt eidem predi{*.i nuncü . . . respondere, quod salvo ho-
nore sanclitatis sue icdum decel sanctitatem suam providere .
regibus et aliis principbus mundi, ut eis preiudicta non in-
ferantur, immo ex sua providencia apostolica et summa po-
testate infmita debet occjrrere periculis, si cognoverit proba-
biliter de facili ea evenire posse . . .
Recordentur etiani prelicti nuncü, quod, si dictus domi-
nus papa intenderet facere ptedictam unionem non obstantibus
racionibus propositis per eosi«m, dicant, . . . quod . , . non
consenciant nee consentire possent sine preiudicio et lesione
maxima dicti regis et onmium sihiectorum suorum unioni pre-
izecy Google
216 Briofe, Kuden und GutAchtcn.
dicte et quod dictus rex eani servare non intcndit, cur» de
facili possei esse destruccio tocius regni, iinmo in qiiantuni
nuncii possuiit, cideni unioni conti'adicunt et a dicta unione
nomine dicti regis et aliorum principum adherencium sibi appel-
ient ad successorein eius Tel concilium generale, ad Ülum vidc-
licet, ad quem de iure potius ftierit appellandum.
Barcelona, Aroliiv, Hag. 336 f. 154—166. Die folgende Apiillatun
bringt meist WjederholungeD.
lU. Johannes Burfaudl an KOul^ Ja]nic II. : Vei^hiedone Koystd*-
rten, In denen die Zehutbltte JH^me« beirllliii^ ^rlrd. An 36.
Jhduht wird Heinrich VII. zjan entenmal Kaiser genannt. Nrae
Erkranbnnf des Papstes. Avlgmon (1313) Febmar 8.
. , . lam celsitudini vestre, serenissime princefs, per
Guiltelmum de Clarano cursorem regium scripsi, qua.lter die
iovis, qua dicebatur IL nonas lanuarii, locutus fui doreino pape
et iuxta informattonem a maiestate vestra michi deiitam liisi
et in scripsis dedi ua, de quibus super negotiü re^i GraQale
l'ueram informatus. Post hec iterura die lune in feste b.
Viiicencii ') fui locutuä eidcm domino pape, et ^ue prius in
scriptis dt'deram, iterum dedi et dominus papa presente do-
mino Prenestino eprscopo cardinali, cum quo supa" hoc delibera-
verat, respondit ea debere per consistorium extediri. Et man-
davit eidem domino cardinali, quod ipse pet'ciones illas pOT-
taret, quando consistorium esset, quia non ir primo sed in st^
cundo vel tercio consistorio eas audiret et super eis ordinaret.
Ex tunc non fuit consistorium usque ad s<quentem tunc diem
veneris *)i in qno quidem secreto consistcrio imperatorem Ro-
nianorum nominavit imperatorem et diiit se eum habere pro
imperatore. Antea autem non nominibat eum imperatorem.
sed regem Romanoi-um, eo quod ante receptas Ütteras aposlo-
licas fuerat alibi quam in ecciesia btati Petri Rome corooalus.
Dicitur etiam, quod et in ipso secrrio consistorio dixil se con-
ccssisse civitatein Ferrariensem ref« Rotberto.
Sequenti tunc die sabbati fuit iterum consistorium pii-
vatum.
') Am 22. Januar.
') Am 26. Januar 1313.
izecy Google
Nr. 114. (1319) Februar 8. Nr. 115. (1S12) 13 Februar 14. 217
Post hoc die lune Ifll. kalendas FebruarÜ futt similiter
consistorium. Et dominus papa instigatus per dictum domi-
num Prenestinum , qui in precedentibus duobus consistoriis
eum super hoc sollicitaverat, dixit, quod bonum erat expedire
negotia i)la, quia diu fuerani in curia. Tunc dictus dominus
Prenestinus le^it omnes peticiones, cl cum omnes lej^isset dixit
ei dominus papa, quod iterum inciperet l^ere a capite et Üa
incepit a prima, que erat, quod concpssam vobis decimam pro
iiegoeio regni Granate per colleetorem, sicut eam colligeret,
vobis, sereiiissime prineeps, dari mandaret pro prosecueionc
dicti n^otii; et licet dictus dominus Prenestinus non niichi ex-
presserit, quid super hoc fuerit deterniinatum, tamen dominus
Tusculanus dixit michi, quod concessa erat, non per omnia,
ut petebam, quia non fuit concessa, quod daretur vobis, sere-
nissime prineeps, pro prosccucione dicti negotii, cum istorum
verborum inlerpretatio futurum tempus respiceret. Sed con-
cessa ftiit, quod daretur decima ipsa vobis dictum negotium
prosequenti nee de personal! prosccucione aliquid dicitur. Ipsa
dio nichil fuit ultra processuni, quia tarde erat. Dixeral tamcn
dominus papa, quod in crastinum in consistorio expediret ahas,
et mandavit dicto domino Prenestino, quod portaret peticiones
ipsas in crastinum. Sed quia ipse dominus papa fuit discra-
siatus, ita quod in ipso crastino, scilicet die martis III. kalen-
das Februarii, non tenuit consistorium, nee extunc nichil de
ipsis potuit expediri. Credo tamen quod in primis consistoriis
expedieotur alie. Alia nova, serenissime prineeps, non sunt
hie ad presens . . . Dat. Auinione VI. idus Februarii.
Barcelona, Archiv, CHD. Nr. 10624. Or. Pap. Sap.
115. Vidal, Dalmaelus und Bernardi» an KOnlf Jayine II. : Yerband-
lum^n mit dem Papste wegen der TemplerKtlter. Clemens T.
eriteniit die (ießiliren der Union an; ^lanbt aber, Ihnen begegr-
n«! za kKaneii nnd rerlan^ tou Ihnen Vorsehll^, sie von Ihin.
Sie Bilerhandeln mit dem Kardinal von BezierH, der Ibnen sb-
riU zn bitten, daB die Hospllallter lu Aragonlen keinen neneu
BealU erwarben. Das bSnne Jeder Kitnir, nie Pbilipp d. Seh.,
Terbiet«n. Die Kirehe, fefragt, würde nstHrlich widersprechen.
ATlgnon (1812) 13 Febmar 14.
izecy Google
218 Briefe, Reden nod Gutachten.
... In cmstino ') dominus papa tnisit pro nobis . . . Pro-
posuiniuä largo modo corani eo totum negotium. Audivit nos
multuiii benigne et graciose, et repeliit omnes rationes nostrai
et super hüs contulJt nobiscum, anultando rationes nostras,
sicut poterat, et dicendo, quod ipse habuerat consilium super
prediclis cum inaioribus perilis de mundo. Et licet super liiis
conferret nobiscum, tamen sine dubio concessit, quod periculu
per nos proposita imincrent vobis, si unio fieret, set ipse super
liiis volebat providere ... et quod super hoc nos. qui scieba-
uius veritatem uegocii, aperiremus sibi aliquas vias, per quu:
esset vobis provisum. Et nos diximus sibi, quod providen;
vobis de aüqua via tuta, sicut sibi videretur, spectabat ad eum
tanquam dominum et patrem . . . Noluimus sibi apenre aü-
quam viam set spectabamus ab eo, quia ipse dixerat nobis
inter alia, quod ipse sine scandalo et reprehensione magna noo
posset facere singularem provisionem in terra vestra de bonis
condam Templi . . . Finaliter, cum ipse cognosceret, quod noä
dubitabanius sibi aperire viam, dixit nobis, quod rediremus ad
doniurn et quod deiiberaremus inter nos ... Et sumus in de-
liberatione et proposito, liabito consilio et acensu (!) dominicar-
dinalis Biterrensis . . ., quod, si non possumus obtinere, quod
bona Templi assignentur uui monasterio ordinis Calatraue, vel
quod inde fiat novus ordo, quod propter pericula evitanda
provideatur vobis, doniine, de retencione castrorum cum soli-
cienti provisione et de fidelitate honiinum iuxta modüin pw
vos nobis traditum. Et ut iusticiam libere et sine obstaculo
melius servare possitis, habeatis eciam merum imperium in
Omnibus locis Templi condam, in quibus vos, domine, ipsum
non habeatis. Et dixit nobis dominus cardinalis Bitierrensis,
quod isla poterainus petere mulium racionabiliter et iuste, quia
in predictis tantum provideatur vobis et magnam utilitattHJi
'} Am 18. Ifebnur ISIS. Voriier Nr. 4468 teilen sie mit, M sie
nm 8. Februar zuerst Zutritt zani Papste gehabt und ibm ibre Mission us-
einanderge setzt babeu. Der Papst war sehr liebenswürdig und entscbaldiglc
sich mit seiner diacrasia. Deslialb habe er sie nicht frtther emptvf'
künnea. Dann besuchten aie — ut consuetum est ^ die Ksrdinile. B»
sondere gab ihnen der Biterrensis die Wege an, wie sie ihr Ziel erreklwi
könnten. (Pridie idus FebruarÜ.)
oy Google
Nr. 115. (1312) 18 Februar 14. Nr. 116. (ISIS) März 30. 319
inde habere non poteratis. Et adhuc voluinus petere, sicut
drximus domino cardinali, quod concedatur vobis, quod Hospi-
lalarii non possint de cetero adquirere vel habere in tota terra
vestra aliqua alia bona inniobilia iuxta formam per vos super
lioc nobis traditaiii. Set dominus cardinalis non approbabat,
quod hoc peteremus, ymmo videbatur sibi superfluum, quia
vos poteratis in terra vestra racionabiliter hoc statuere et pro-
hibere. sicut prohibebat rex Francie et ahi prlncipes in terra
sua. Et hoc sustincbat ccdesia. Et quod, si istud peterenius
ab ecciesia, nunquam obtineremus! Et ista, domine, debent
esse multum secreta, quia hoc dixil dictus dominus cardinalis
secrote propter magnam afTectionem, quam habet ad honorem
vestrum . . . Dat. Amnione XVI. kalendas Marcü anno domini
M-'CCCXII.
BarceluDO, Archiv, CBD. Nr. 4469. Or. Pap. Sap. Nach Reg. 337
f. 169 Brief des KfinigB haben sie dem Karilina) Bit^rrenais die muDimenta
und andere boatensionea gegeben - 16. Hin 1313.
IIS. Yilalls, Dalmacias and BernardnB an KSnig Jayme II.: Audlt-iiz
des stell vertretenden IIospItnlltergroliinelsterH bei Clement V.
HItteilunif des Fapttt«s, daß und nai-iim er Ihrem Orden die
Templer^t^r luilert habe. Dank des Hosplt4il1terH Ilir das <ie-
xehenk. Seit der Sebenkuu)r Kountuntlns an die Kirehe nel kein
frVfieres femaeht irorden. Sie wDllt«n die Güter at>cr nar ohne
Streit mit den Pttrsten. Avignon (läl3> MVltx 30.
Signißcamus, domine, vestre regle niagestati, quod die
mcrcurii proxime preterita ^) intravit curiam quidam frater
Hospitalis Teuthonicus»), qui est magister niayor Hospltalis
citra mare. Et venerunt cum eo sex fratres dicti Hospitalis.
Et eadem die mane non potuemnt videre dominum papam,
set fuit eis dictum, quod redirent post dormicionem. Et tunc
. . . ille frater Teuthonicus proposuit coram dicto domino papa
et dixit, qualiter magister mayor Hospitalis receperat manda-
tum ab eo, quod personaliter venirel ad curiam vel si comode
personaJiter venire non posset, quod mitteret aliquem de fra-
tribus Hospitalis, qui haberet plenum posse, ut ipse hat)ebat.
1) Am 28. Mtrz l.-ilS.
') Alberhis Alamannns nennt er sich in den Urkunden.
izecy Google
220 »riefe, Reden und GaUchten.
Et quod magtstcr Hospitalis- personaliter venire non poUiit
propter plura impedimenta, que ipse liabebat et sie mitcbat eam
cum pleno posse et quod erant parat! sequi mandatuni et vo-
luntatem sunm. Et tunc dominus papa recitavit eis, qualitcr
ipse univerat bona condani Tempil universalster ordlni Hospi-
talis et quod predictam unioneni noii fecerat propter aliquam
specialem affectionem , quam haberet ad ordinem Hospitalis
niayoreni quam ad alium ordinem, sei quia sperabat et iü-
tendebat, quod pi-edtcta bona melius expenderentur et expendi
poterant ad serviciuni Dei iuxta usum, ad quem erant depu-
tata, per eos quam per alios ordines iam institutos vel insü-
tuendos. Et quod non erat diu, quod racione dicte unionJs
habuerat nuncium a rege Franchorum, et quod bene conve-
nerat secum, set tamen quod adhuc super dicta unione babe-
bat aliqua tractare et ordinäre cum quibusdam , non nomi-
nando nos expresse nee alios, set flnaliter totura iret ad volnn-
tateni suara et quod redirent ad hospicia sua et slarent, quo-
usque miteret pro eis.
Et postmudum ille frater Teuthonicus respondit et reddi-
dit ei gracias pro magistro et toto ordine Hospitalis de magno
lioiiore et gracia, quam ipse Tecei-at Hospital! ex unione pro-
dicla et quod mayoreiti donacionem fecerat inde Hospilali.
quam fuisset facta per aliquom citra donationem, quam fa-il
Constantinus imperator occiesie Romane. Et quod placeret
Deo, quod ipsi possent expendere dicta bona et alia, que lia-
bebant, ad cervicium (!) Dei et iionorem ecclesie Romane . . .
Erant parati recipere predicta bona unita ordini Hospitalis, üla
tamen, que possent habere sine contentione et contradictione ali-
cuius principis, quia propter predictam unionem non intendebaot
habere contentionem cum aliquo principe, quia posset esse eis
magnum pericuhim et quantum ad bona unita et quantum atf
alia. que iam habebant, set quod acceptarent illa bona, que
dominus papa eis tradi faceret, sine aliqua bricha et conten-
tione. Et dominus papa dixit eis, quod ipse taliter ordinaret-
quod ipsi haberent predicta bona sine omni bricha et conten-
tione . . . Expensa nobis mltantur. Dat. Auinione II- talen-
das Aprilis anno domini millesimo CGCXUI.
izecy Google
Kr. 116. (I3I3) Man 30. Nr. lll (1813) April 6. Säl
Barcelona. Archiv, CRD. Nr. 4705. Or. Pap. Ssp. Nr. 4715 vom 11.
April berichten die drei: Haspitalnni, de quibuB vubia scrtpaimas, aunt hie.
Rt iit didtiir nobls. dedtnint inagnn t>ncenn<ii dumino pnp't- et nliquiliia <^ar-
tlinalihua. Et rcmsDent hie pro eadeni negocio,
117. VIdal, DmIdimIub uad BemardnR nn Kflnlfr Ja.vnic IL: »rhand-
luDffD mit dem Papst nnd ■( Kardlnilen. Der Papttt hat Hieb
mit ebemHllfen aragroneNtitcheii Templern beratcK asd «rbtXrt,
die Reehte des KSnl^ ge^enHber dem Orden seien R»rln^, tell-
nelse asnrpterl. Die Genandten bleiben bei Ihi-er Ansieht. Ber
Kardinal von Bezlers hat Ibuen erklärt, der Papst irUrde die
U«s|>It«llter zur HnldlRun; flr ihre Borgen Teranlastien, mehr
nicht, nenn die GeKandteu aiieb Mets an der Karle blieben.
Der Papst tue klerln nur, na» Phllliq) d. Seh. wolle. Weitere
Drohwort« des Papstes. Arl^non (1313) April tt.
Die Dominica proxiine preterita ') dominus papa misit pro
nobis et fuimus ante presenciam suam et erant cum oo qua-
tuor cardinales, scilicet Bilerrensis et de Perestrioo" et Aui-
nione ^) et de Pelagrua. Et dictus dominus papa in prcsencia
oorum dixit nobis, quod ipse plene deliberaverat super racio-
nibus nostris tarn super iure quam eciam super facto"). Et
invenerat, quod raciones nostre non valebant nee de iure nee
He facto, quia super hoc informaverat se cum aliquibus fralri-
bus condani milicie Tempi i, qui erant de terra vestra, et quod
invenerat cum eia, quod nunquam vos nee predecessores vestri
habueratis aliquod ins seu servicium in bonis condam Tcmpli,
nisi tantum cenas *), quas habebatis et recipiebatis vos et pre-
decessores vestri quasi per vioientiam et ipsis semper protestan-
tibus et rontradic^entibus et exercitum in hominihus Templi,
quem habueratis eodem modo, quando extranei intrabant ad
a So Or.
*) Ain 1. April.
*} Der apAtrre JuhnDncn XXII.
'■) Nr. 448^. Arn 19. Mut?. olT^nbarUn sie dem Papst ihre GrUiiite
gegen die Union, ihm und den 4 Kardinalen, aber nicht in iudicio sondern
extra iudieinm. In Nr. 4470 tadelt sie der KQnig wegim einiger dem Papst
zu offen gemachter Äußerungen.
*) Diese wichtige und schwere Abgnbe hat ein besanderes Register:
Cenanim im Aragon. Archiv.
izecy Google
iÜ Briefe, Reden und Gutschten.
invadendum terram vestram. Et sie ortabatur el rogabat nos,
quod nos non deberemus stare super Ulis remediis, que stbi
dederamus, quia redundarent in magnuiii periculum animaniin
nostraruii). Et quod propter predicta nollenms impedire Ordi-
nationen], quam Ipse inde facere intendebat. Et nos respon-
diinus sibi, quod salva ^acia sanctitatis sue rationes nostre
erant iuste et bone et quod \oe inde habueratis niagnum con-
silium et nos etiam mandato vestro cum multis et magnis
clericis taiii In curia quam extra curiam, sicut verum erat, et
potissime propter perieula, que erant evidentia et manifesta . . -
Et finaliter post multa verba dixit nobis, quod post aliquos
dies vocaret nos et tunc expresse diceret nobis intenlioneni
suani. Nondum tarnen super hoc vocavit nos, sei hoc ex-
pectamus de die in diem. Sciatis eliam, domine, quod in
crastinum nos ivimus ad dominum cardinalem Biterrensein ad
conferendum cum eo super nostro negocio. El ipse dixit no-
l)is, quod credebat, quod dominus papa respnnderet et dlcerel
nobis, quod ipse ordinäre!, quod mayor comendator Hospitalis
terrc vestre el alii inferiores comendalores, tenentes caslni
signata, facerent vobis et successoribus vestris sacramenlum
Hdelilates; el quod aliud nobis non faceret, si semper staremiis
hie. Et quod super hoc rediremus ad vos, ut haberetis in hoe
consilium vestrum. Et nos sunius intentionis, quod, si domi-
nus papa dicat nobis predicta verba, que dominus cardlnali:'
dixil nobis, quod nos dicamus sibl, quod per illam viam non
esset provisum vobis in aliquo nee qiiantum ad preiudicia nn-
eliam quantum ad perieula. Et propter hoc non iremus aii
vos, quia iam sciebamus intentioneiii vestram ... Et licet nos
dubitemus multum super verbis, que diclus dominus cardinalis
dixil nobis, quia dominus papa, ut communiter dicitur, non
faciet aliquid super unione, nisi de consensu regis Franchonim,
tarnen non speramus, quod finaliter velit rumpere negocim:»
nobiscum. Dixit etiain nobis, domine, predictus cardinalis mui-
tuni secrete, quod dominus papa dixeral, quod, si ipse dorai-
nus papa concordasset super dicta unione cum quibusdain
aliis regibus, quod non staret propter vos, quin faceret pre-
dictani unioneni et quod dimiteret conscientie vestre, si vellelis
retinere dicta bona contra ordinacionem suam ! Et isla, do-
izecDy Google
Mr. 117. (1813) April 6. Nr. 118. (1S13) April 16. 323
mine, scribimus vobis multum secrele, sicul esse debet, propter
periculum cardinalis ') • ■ ■ ^^^- Auinioiie VÜI. idiis Aprili;^
anno domini MtlCCXlII.
Uarcebaa. Archiv, CRD. Nr. 4710. Or. Pap. Ssp. BezDglich Her
AppellntioD schreibt der König am 1, April: Übt rorsitaD, quod vix c^redi-
mus. negocia aupradictu noo procedereot sc.cundam iDformscionem, quam a
nobia habetis. attameu nppellationem predictam nullntenus faciatie. Hfg 337
f. 171. Sie antworten am 11. April: Sie würden sowie so nicht ohne Be-
Tragen der sapientes an der Kurie appelliert haben nnd nnr ad cautetam.
CRD. Nr. 4715.
IIK. KVni^ Ja^me II. an Heine (-ewindteM In Arlfnion: Bedauert die
InSernnfren den Kardlnaln Ton Bezlent nnd die EntmiUeldaiie
de« PapateH. Collen ron Nloh erklHren, daß der KVnli; bei seiner
Analeht rerharre. Will der FapNt nnbedlnRt in (>DnHteii der
IIoHpltallter ontKelielden , xo aollen ale Audienz Im tieheliu-
koDMiHtorinni erbitten and ohne Appellation |»rot etil leren. Anßer-
dem Rollen »le naeli Uiildflnlien ein itlTentlieiies KonHlNtorlnm er-
bilten nnd darin unter Mlttellnuir Ihrer (ieaandtaehan |trote-
atleren, damit In der gtmMn Welt sein Reebt n-iderbnile. Bar-
celona (1S13) April 16.
. . . [Quo] dicta fuerunt serrete per cardinaleni Bilprren-
sem super facto Icgacionis, . . . doieiiius nimium, quia dominum
pupa non considerat dampna et pericula regni nostri . . , \'i-
denius . . , remedia et vias in intorniacione nostra contenta
totalitär fore rcpulsa. Attenlo igitiir, quod dictus cardinalis
Biterrensis. ut conlitietur in vt'stra littera supradicta, dixil vo-
bis, quod ultra fidelitatem comendatoruin Hospitalis dominus
papa aliud nobis non l'acerct, si sempcr slaretis ibi, et quod
super hoc rediretis ad nos et haberelis consilium nostrum, pro-
vidimus, quod, si . . . certum verbum vobis per ipsutn domi-
num papam datum fuerit, quod interim, donec responsionem
nostram liabuerit, ad aliud non procDdet, in hoc casu ei dica-
tis sicut ex vobis, qualiter nos cum maioribus regni nustri
iam deliberavimus et in ista deiibcracione lesidemus iuxta in-
rormacionem vobis traditatn, set, ex quo placet ipsi domiuo
pape, venietis ad no-s relaluri intencionem eius, ut nos respon-
deamus eidem, ul nobis vidcbitur respondendum. Kt hoc facto
'I Die Gesandten schlagen dem Könige ein liQnilniH mit Knatilien und
Portugal in dieser Angel egeniieit vor.
oy Google
324 Briefe, ßwieii nnd Qnlaclit«n.
omnes tres obtenta Itcencia ad nostram presenciam redealis.
Geterum si dominus papa diceret, quod oninino procedcrel ail
Unionen] faciendam in ordinem Hospitalis etiain secunduin iiio-
dum predictum, quem dictus cardinalis Biterrensis vobis dp-
texit et secundum, ' hoc precise licenciaret vos, dicendo quod
aliud super hüs non faceret vel aliud certum verbum secun-
dum dictam form am vobis non daretur, ut non procederet.
donec responsionem a nobis liaberet, in utioque istoruni ulli-
moriim duorum casuum volumus, quod petalis audionciam in
secreto consistorio et in pi-esencia domini pape et cardinalium
exponatis pleno modo legacioncm vobis comissam. Et si do-
minus papa retinuerit deüberacionein, expectetis responsionem
suam, quam vobis ßeri in consistorio requiratis. Et quando-
cumque precisa vobis tieret contra informacioneni vobis datam,
in utroque duorum ultimorum casuum predictonim protesle-
mini revereoter nostro nomine cum publico instrumento. al)S-
que appellacione tarnen, quod unioni de bonis Tempil quon-
dam in regnis et terris nostris situatts faciende in ordinem
Hospitalis nullatenus consentimus, irnmo dissentimus espresse,
cum Sit evidenter periculosa regno nostro et in preiudiciiini
iuris nostri. Salvetisque in protestacione ipsa nostra iura
univcrsa. Et nicbilominus consistorium publicum, si vobis ei-
pediens videbitur, requiratis, in quo legacionem vestram seriöse
iteruni exponatis et in quo protestacionem similem facialis, ut
per totum orbem saltem resonetiusticia cause nostre . . . Dat.
Barchinone XVI. kalendas Madii anno domini M^GCC" lercio
tlecimo.
Berengarius de Auersonc mandato regio. Puit ci lecln
et per eum correcta.
Barcelona, Archiv, Reg. 387 f. 171 v.
119. Vldal, DalmscinB nnd Bemardas an KVnig J^yme II.: Der Piptl
gab tlinen in Gegreuw&rt der i KardlnUe in der Templer^tw-
trnge eine Antwort (multuin arttHcIOHe et caliide), die id« ff
lielminhalten und nur dem Kttnl^ zb sAgen besehnOrei bhE-
tcn. So Ist die Saclie iinr^eseliobeu. Der Papst ^hl sab Lu'-
ATl^on (1S13) April 28.
Die martis proxime preteriti ') ■ ■ • fuimus ante presen-
izecDy Google
Kr. U9. (1818) April ölt. Nr. 120. |13!8) irfai 8. 226
ciam [pape] et erant cum eo illi quatuor cardinales, qui con-
tinue fiierant cum eo in procecucione negocii noetri, videlicet
Biterrenais et de Penestrino et de Pelagrua et Auinione. Et
post mutta verba dedit nobis responsum super n^iocio nostro
multum aiiificiose et callide. Ante tarnen, quod aliquid nobis
diceret, recepit iuramentuni a nobis, quod respontionem suam
null! diceremus, nisi vobis soli . . . Voluit omnibus modis,
quod cum respontione sua iremus ad vos ... Et sie, domine,
negocium prorogatur et interim dominus papa non procedet,
quousque habuerit respontionem vestram. . . . Papa intendit
nunc recedere de Auinione et ire äpud Castrum novum et
Stare ibidem familiariter et secrete per aliquod tempus et ire
postmodum apud Malausanam. Dat. Auinione IUI. kalendas
Madii anno domini mitlesimo trecentesimo terciodecimo.
Barcelona, Arcliiv, CRD. Nr. 4655. Or. Pap. Sap. Über den weitem Ver-
Inaf liegen dann folgende NachrichteD vor. Am 13. Hai an Vidal von Yilla-
nova : Nach seinem Briefe volle der Papst nicfat in den fete aecrete etwa«
tan. Daran) solle er heimkommen (f 171 ']. f. 172: Com antem predicti
YitaliB — and die andern Gesandten ~ rediiaaent. . . . venisset etiam com
eis discretns Poncioa R' ~ ob Roderici ? — camerarius Carcassonensie
missuB domino regi nostro per dominum papam cvm littera credencie, ipai-
que Uli retolissent in secreto domino regi ea, que fecerant cam domino
papa et ea, pro quibas dictoe camerarins miasas est, que tarnen dominus
rex non acceptavit: poat super ist« negocio dominus rex acripeit cardinali
Biterrensi. — (Daselbst.) An Kardinalbiacbof von Tnaculnm (der Biterren-
sia): Der Papst habe ihn bis Michaelis um eine Erklftmng gebeten, ob sein
Weg ihm gefiele; obwohl seine Gesandten daselbst nnd er selbst in Barcelona
dem Poncins gesagt: Nein! fragt er doch an, ob er Gesandte senden solle.
Dat. Herde VII. idus Angnsti a, d. MCCCXIII. f. 172 v ; An den Prekurator
Johknaes Lappi, arcbidiaconns de Qnarga: Obwohl er nicht glaube, daß der
Papst ohne ihn in Sachen der TempIergDter vorgehe, befiehlt er ihm eure
sfldola zu sein und zn berichten, da man Schlimmes munkele. Sei Gefahr
vorhanden, so mfige er den Papst bitten, die Sache aaf zuschieben, bis seine
Gesandten k&men. Dat. Barchiuone oonia Novembris IS13.
190. Tldal TOD THIanoTM un KUnIg Jajme II. Ton Aragonlen: Cle-
mens T. erkl&rt« ihm, daB er ihn tregen der Ennonlsatlon
Peters Ton Murrone uni einiger Stadien dazn in den nHehsten
Tagen nicht sprechen kVnne. Als Tldal am festgesetzten Tage
kam, bestellte er Ihn fSr gpHlcr. ATignen (ISIS) Mal 8.
Fink». Paprttnm oncl UntflrBttnR d«i Templetordon». IT. 15
izecy Google
286 Briefe, Reden nnd OotBchten.
... El [papa] respos mi:. Eii Vldal, disaple') primer vi-
nent yo he a uanontcar frare P. de Morro, per que denia, que
sera divcndres, he a estudiar sobre quest feyt alguna cov et
per la sollempnitat det offici yo aure assats de ma presona
treballat. Et tro al diraarts aenant yo no podre entendre
aespet^ar von. Mas lo dimarts yous fare demanar et vendrets
devant noä. Lo dilotns yo sabi de sert, que el partia lo di-
marts, que el mavia assignat, Dauinyo. Et tanlost ane a son
palau et traete, que poges aver sa vista et hacla, et con fuy
devant el' ans que li diges res. el me dix: En Vida!, per molts
afers, que yo he auts et per gran trebayl de ma presona
nous he pugut espeegai-. Per que aurets avenir a nos a
Castei nou. Et yo li respus: Sant pare, yo aure afer so qne
vos volets. Mas be son sert, que a Castei nou yo no aure
hon albergar . . . Seria a II legues o a Kl daquel loc el
assom respos et disme: que yo hi fos divendres*) gran mali
. . . Aviyon dimarts VIII. dies de M^.
Barcelona. Arohiv, CRD. Nr. 11466. Or. Pap. Ssp.
121. KSntit Jafme ü. an BlBchof Ponelus Ton Lrrida: D«r IHhnt
Templer BernardiiK de Foutibus, Jetzt StellTertreter des Alkaldr
Ton TuniK, Is-t füs Gesiuidter des Könl^ TOn TsnIh zn Ihm gf
kommen nnd muß sehlennlf^t li<<lmbehren. Da er dcduüb bMI
vor ihm ^mttß der pHpstlleben Verordnangr ersehelnen kann,
bittet er Ihn, einen tieittfllchen zu beanftraKea, vor irm n
M-hneli Keine Snehe erledl^n kUnne. Bnreeiona (13IS) Stf-
letnber 2S.
lacobus . . . Poncio . . . lierdensi episcopo Valuten) ele.
Patemilateiii vestram scirc volumus, Bernardum de Fontibus.
ordinis quondam Templi, comendatorem lunc de Oorberis qui-
que nunc tenet locum Aluaydi in Tunicio, venisse nunc ad nos
pro legacione regis Tunicii super quibusdam negociis celebribiis.
que inier nos el dictum regem convenit breviter expediri.
Qua occasione idem Bernardus de necessilate compellitur, ul
ad ipsius regis Tunicii presenciam conlinuo cuiudibel more
sublato dispendio vertalur. Cumque ex hüs causis prescripliK
'} ^m 4. and Ö. Hai.
') Am 11. April.
izecy Google
Nr. 121. 11313) Sept. 23. Nr. 122. (1S13) Nov. 26 {bis 1SI4 AprU). 221
Bernardus premissis n^ociis impeditus aote vos pro expedicione
sui negocii secundum provisionem apostolicam facienda absque
dictorum n^ocionim nimio detrimento nequeat comode compa-
rere: propterea patemitatem veslram afTectiiose rogamus, qua-
tenus velitis nostris precibus super expediciono huiusmodi dis-
cretis A. de SolerJo, utriusque iuris professori, sive Ä. de Cum-
bis, canonico Barcbinonenst, existentibus in domo reverendi
archiepiscopi Terrachonensis sive Galcerando de Barberano, ca^
nonico Barchinonensi, aut alü in ecciesia Barchinonensi comit-
tere vices vestras, coram quo dictus Bernardus facilius compa-
rere et expedire potent factum siium , , . Dat. Barchinone
IX. kalendas Octobris anno predicto [MCGCXIIIJ.
Barcelona, Archiv, Keg. 241 f. 50 v. Es folgt ein Schreiben Jay mes
in deraelbea Sache an dea Erzbischof von Tamgona, den er um seine Be-
fOrwortong angeht.
2S2. Legatloi des Enblsehofe Oaston Ton Tamtgroiui «n den PKpflt
n. ■. Ii Sachen des fintseheldes Über die TemplergBler in An-
fonlem. (1313) Noreniber 28 (bis 1814 April).
KOnig Jajme an den Erzbischof: Der Archidiultonus de Guarga be-
richte, dafi der Tascnlanas sieh sehr gewandert hübe, dsB Vidal von Villa-
novs xa Hichaelis nicht gekommen sei. Der Papst wQrde Dber die Qllter
schon bestimmt hüben, wenn nicht andere drllngende GeschAfte vorittgen.
KOrslich habe er den Archidiakon noch einmal beiseite genommen nnd ge-
sagt: Paps torbsbatar, quia nos non penDittebamns, quod ipse posset de
bonis dicti quondam Tempil in regnis et terris nostris consist«DtibDB Itbere
ordinäre. Der Prokurator hsbe aof die frühem Erklfirungen hingewiesen,
der Tnacnlanns aber gesagt; Dominum papa, quantum est in eo, habet ne-
gocinm pro condnso et intendit prononcisre et omnino contra nos. Der
Kfinig bittet den Enbischof fUr sich, als intimster Freund des königlichen
Haoaes, mit dem Kardinal zu sprechen, ninht offiziell, 1313 Dezember 4.
Reg. 837 f. 204 v, 205,
Ein paar Monate spttter achreibt der KQnig an den Erzbiechof: Er
habe zwei Briefe von ihm. Ein Zettel habe den Inhalt: In secreto signifi.
caatis nobis pspsm super facto bonomra Tempil non fuiese adhnc vobis
locotnm. Tnscalanos habe nnter anderm sich angeboten: Qnod si nobis
placeret, ipae et vos sine domino papa compnneretis inter vos et Hospita-
larios super dictia bonis. Auf einem sodem Zettel erkläre der Erzbischof,
da& es gut sei, jetzt andere Gesandte zu schicken, wse der König ablehnt.
Durch die frQhem Gesandten fuit quidem modus per ipsum dominum papam
expresaoB ' pro securitate nostra et regni nostit, qni es ordinacione ipsius
domini pape fait nobis per dictos nuncios in secreto relatns. SJcqne modnm
15*
izecy Google
226 Uriefc. Reden und GulacWii.
illum vobia retferre non posauinus, set pretibstoH dominus Tusculanua, qni
plene de illo informalus ••at. von inde . . . informabit. Dem Vitalia halw
der Pnpat dnn nenc Kloster in \'nleiiciH zngeetanden, das ICK) Mark jibrürh
den Hofipilalitem znhien aolle. Er habe beide VoTschlitge nicht sogenom
men. Dat. Valencie XI. kaleottu Maren a. d. MCCC tercb decimo <13I(
Febniar 19), E^. 337 f. 210v, 211.
13%. KSolff Jafmc IL an ErzblBcbof Gaaton Ton TarraKOB«; XaeJi-
iieht«B Ton der schwer» ErkrankDXK des Papstes. TalenHa
1S14 April 10.
Recepimus noviter litterain vestrani, quam misistis nobis
per quamque nobis significastis, sanctissimum dominum suni-
mum püntiflcfm gravem et fortem discrasiam habuisse, cuius
pretextu cum aliquihus cerlis cardinalibus, quia terra, qua est.
sibi non conipetit, versus Vnscnniam dlrigit gressus suos, Car-
penlorate curia reinanentc usque ad aliud apostoiieum manda-
tuni. Ob cuius discrasie causam et curie turbacionem nullus
Aiit loqutus nee vos curastis loqui domino pape nee alii de
negocio bonorum ordinis quondam Tempil . . . Dat. Valenrie
IUI, idus Aprilis anno domlni MCCOXIUl.
Harcelona. Archiv. Reg. 337 f. 219. Im folgenden Briefe wird knn
der Tod des Papatee erwähnt.
i'H. Aus einer t^hrlft, iu der enthalten iHt: qnattl eireelai' im|uUi-
eionJti bonerum Tempil re^nl Taleaete. (Untersnebnnr Bber die
VertTHltnnK des Templerlietilt^es.) (Zelt!)
Videtur inquisitnrihtis. quod Bemanjus de Libiano dpfece-
rit in sequentibus.
Primo tempore, quo fecit inventarium de bonis, que rp-
cepit in Castro de Peniscola, non fecit mensurari sal, qnod erat
in domo . . .
Item dictus Bernardus non dat in seriptis suis quedam
bona, qiie habuit ultra contenta in suo inventario. Que qui-
deni bona recuperavit per inquisicionem, quem fecit de nian-
dato doniini rsgis, prout dicti inquisitores postmodum invene-
ninl per librum inqutsicionis inde facte per ipsum Bemardum.
De quo libro non fuerat facta meneio per dictum Bemardum
ipsis inquisitoribus, quem librum vobis mittemus simul rum
aliis libris inquisicionnm.
izecDy Google
Nr. 124. (Zeit?) 229
Multe res et peccunia et retiquie, que fiierunl invente in
quadam barcKa, in qua fugiebat frater Petrus de sent Just,
comendafor Peniscole, optime fuerunt invente Juxta confessio-
nem ipsius comendatoris, qui predictas res secum asportabat.
Contra Bernardum de Spelluncis . . .
Item vendidit redditus de Peniscola per unnuiri pro X
milibus, quos anno precedenti vendiderat pro XIII milibus et
sie fuerunt venditi minus lU mili- sol. Et dictus Beruardus
dicit, quod habuit facere dictam vendicionem . . ., cum uiultum
indigeret peccunia pro provisione fratrum. Attamen ipsi fratres
dlcunt, quo<:l male respondebatur eis de provisione. Dabat eis
pannum ad induendum u sobremesa. Itaque pannus, cuius
uina valebat X vel XI sol-, mitebatur eis pro tresdecim vel
XIIII sei.
Item quod expense fuerunt facte immoderate in domo
Templi Valencie, quantum ad custodiam eorum, cum essent
continue comedentes de XX ad XXX personis.
Contra Petrum de Gilida", quod recepit CCL sol. a priore
Dertasensi et ipsos dedit fratri suo Templario de inandato dicti
prioris. Et ipsos CCL sol, non revelavit, donec Kebat inqui-
sicio contra eum per dictos inquisitores. Et Fuit in culpa, cum
esset preconizatum, quod, quicunque teneret de bonis Tempil,
deberet ea manifestare.
Item quod emit CCXCIIIl arietes a cpniendatore Penis-
cole tempore, quo iain inteliexcrat, quod fratres Templi capie-
bantup in regno Francie, ut est confessus. non tarnen aduch
capiebantur in parlibus istis.
Item est üima, quod est ditatus de bonis Templi . . .
Contra GuiDelmum Flore^- ... est fama . . ., quod habuit
unum farsellum raube bonorum Templi . : .
liarcelonft, Archiv, TempUrios Nr. IT. Or. Pap. 2 Siegeliestc Die
beiden Braten Verden in den Jahren 1308 und 1809 Öfter als Verwalter von
Templiirbesite gananiit. Die libri inquisicionnm fnnd ich nicht.
a Hit AbkOnangwtrtch.
oy Google
n. Aragonesische Gesandtschaftsberichte
vom allgemeineii Konzil von Vienne
sowie Antworten des Königs,
1311 und 1812.
1S->. InijtruktloDeii und Informationell fttr die Gettandten KSiür JafSf»
nii das Genersikonzll Ton Vienne : Tenpreehen, dem Papst? M
der Kirchenreform zn helfen; Erinnerung an die Zasagt des
Papstes betr. Schatz der Enge ron Gibraltar; Vrateile etoer
^trennten KrenKfobrt naeh Granada «nd Marokko sowie Pali-
stlna; Genelfrthclt Jajmes, den Papst anoh bei letzterer n
nntersttttzen ; Klagen Aber die derlei nxorati; Znsa^ derüater-
stUtznng der pKpstlleben Fordernngen in der TempierfragTi '^
weit die Personen In Betracht kommen; ^«hildemng der be-
Mndeni Stellung: Aragonlens In der OUterft«^; Ablebnaif elaer
Ansliefernng der Templer^ltter an die Hospitallter nnd Viasrh
naeh GrUndung eines nenen Kitterordens.
In einer besondem Infonnation irird die Xotnendl^Ht.
NUtzllehbelt nnd Anssicht eines Krenzzn^es naeb Graaada u»-
gelUhit nnd die momentane nlrtsehaftliehe nnd soziale i^ge
Granadas geschildert (1311) September S.
Con , . . senyor papa entena a ordenar en lo dit coiicili sobrel
fet dels Templers e sobrel passa^e contra Sarrahios e sobre
ia reformacio del stametit universal de santa esgleya: iassia
que en urde sia posat ala derreria lo fet dela reformacio del
stament universal dessudit, diguen aaquest primerament, que.
con tots los concilis fets sobre a(;o sien fets e agfen presa fori:a
per auctoritat dela santa esgleya de Roma, orden en aco (o
dit senyor papa, qm es cap e maior dela dita sanla e^leya, cu
que lin placia, c entant con lo tractament e consentiment de
part del dit senyor rey ha sia mester, los dits missatgers offiren
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Nr. 1S6. (1811) S«ptMDber 6. 2Sl
si aparejlats de tractar e consentir per pari del senyor rey,
segons que sera faedor •}.
Apres donada eleccio al dit senyor papa, de quäl dels II
fets altres, go es dels Templers o del passatpe, li parten priDie-
rament, si lo senyor papa eleg, que li parlen primerament del
passatge, mostrenli la brormacio, quel senyor rey ha feta *),
per laqual se demostra lar^ment, qual es lenteniment del
seDyor rey sobre a^: e quant es necessari e quant vol e
desi^ io senyor rey, que Ihesu Christ sia servil e la esgleya
de Deu bonrada, maiorment en lo temps daquest senyor papa
per enantantent faedor contra los enamicbs dela fe. En la
qual informatio es lon^ment la niBnera e eis lochs e les
rahoDS, per que es pus necessari e pus util fer lo dit enanta-
ment en unis lochs que en altres, e fassen lur poder, quel
senyor papa vega e entena la dita informatio . . .
Apres la enformatio de! conseyl general damunt dit, per
la qual appar, que a profit evident de la conquesta dels Moros
es necessari, quel regne de Granada no" sia levat: diguenjos
missatgers al senyor papa en special enformatio dela con-
questa del regne de Granada , quel noble en lacpert de
Castellnou % no per part del senyor papa, segons que dix,
mas axi com per si matex, esters ab licencia del senyor papa,
dix al senyor rey, que el senyor papa entenia tenir per 111
ans lo pas del estret ala sua messio e provehir ala guarda de
Tariffa e del munt de Gubaltari *). e a^o faria de la decinia
de' los rendes ecclesiastlcats dels regnes de Castelia e de Por-
tugal e ab algunes altres coses, quel dit en lavperl demana,
ab que lo rey de Castelia entras en lo r^ne de Grauada per
fer mal iina o dues vegades cascu dels dits III ans, e que
encara daria al senyor rey Darago la decima deles sues terres
n So itegietei atatt ne.
') Seine UDUrwOrftgheil unter den Papst in kirchlichen Dingen be-
tont der KSnig aaeh sonst in besonderer Weise.
*) Vgl. unten.
') Dieser phanlasievolle Sptuiier scheint efter seine Auftraggeber nach
aeinem Wunsche veratanden lu h>b«n
') SpSter, 13ir>, kam es zur GrUndung einur ki'rchlii^h- militari schon
Gesellschaft £ur Ausflthrang dieser PIftne.
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282 Berichte ubw. voro KtMucil von VieDoe.
per los diu III ans per aiuda deles niesaions dela guerra contra
lo r^ne de Granada . . .
Auria hi cncara altra via pus hoorada e pus profitosa
a) fet, e en la qual seniblaria mils, quel senyor papa ht teogues
les mans, ^-o es quel senyor rey entras personalmenL una ve-
gada lan per fer mal en lo dit r^^e. Ala qual cosa seriai
mester II inill. cavalls armats e V alforrats >) e a aquesl fet
aytant . . . posen los dits raissatgers en arbitri ... del senyor
papa, quant li hauria ops, e u a^o demanassen gracies copio-
ses al dit senyor papa . . .
Encara agen en memoria los dit missatgers, que, si per
aventura era acordat ßnalment per lo senyor papa, quel pas-
satge se faes en oltra mar e no de^a per Espanya, e sobre
a^o lo senyor papa volia saber dels missatgers, que hi Taiia
lo senyor rey: diguen al dit senyor papa la bona volentat e
acabat proposit, quel senyor rey ha de servir en aquestes fets
Ihesu Christ e la santa e^leya e el senyor papa ... E liasta
aaco aquesta i'esposta en general per ^o lo passatge doltramar
es lant gran fet e requer tanta dilatio, que be enten lo senyor
rey, que sen vega personaJment ab lo senyor papa . . . *)
Apres demonstren los raissatgers al senyor papa, si troben,
quels altres princeps o lurs procuradors entenen, qaen degen
parlar, en qua! manera se seguex gran embarch de iusticia per
los clergues conjugats la major partida, los quals no ab enteni-
raent de vivir clericalnient mes que altres lechs ans n^ociegoi
publicament, usan de tots ofßcis mechanichs, e per subterfuger*
pena a ells deguda per los crinis, que fan, prenen Corona, . ■ ■
que puguen esser puiiits per jutges seglars, ho almeyns que sl
faija algun temprament, com sen seguesquen molts escandels').
b Ob statt snbterfugir?
') Afoirado helQt; ohne Gepäck, leicht; wohl Gegeomti zur R«itsnj.
-) Es folgen nun andere politiache Dinge, zun&chst die Frag« der Er
oberang Sardiniens und Korsikas. Der König habe Gesandte an die ESoige
Robert nnd Friedrich geaandt, um ihre Aneichten zu hSreu. Dann di« oft
wiederkehrende q)aniBoh-fraDzOBi8che Streitfrage ^ea Val de Anta.
°| Es folgt dann, dafi schon in Hontpellier Jajne II. dem P>p<t«
seine Verwunderung ausgesprochen hatte, dafi kein Kstalottier oder AngoBcer
Kardinal sei ; empfiehlt dringend den Bischof von Valencia,
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Nr. 125. (1811) Sapt«mber 6. 833
Sobrel fet dels Templars diguen al senyor papa, que quant
ales persones dets enten )o senyor rey, quel senyor papa hi
ordenara e hi enantara s^ons raho e justicia, per que plau
al senyor rey v» quel senyor papa ne voira ordonar e fer.
Quant als bens, qui foren del ordc del Temple, enten lo
senyor rey, que, qualque ordinatio se fa^a daquells, aquell
senyor rey cobre e haia tes messions e dispeses, les quals ha
fetes per pendre e occupar a sa nia los bens, quel dit orde
havia an la sua terra.
E con segons les diverssitats deles donacions fetes en
diversses regnes e provincies del nion dels bens del Temple
(lega esser djversa la ordinacio en aquells bens faedor, lo
seoyor rey enten, que esguardades les condicJons e formes,
sots les quals les bens, quels Templers havJen en la senyoria
del senyor rey segons raho e iusticia, que tals sien les preso-
nes, les quals auran e tendran los dits bens, en les quals lo
seoyor rey e eis seus agen e puguen aver abtament aquells
serveys e Servituts e aquelles regalies e drets, tes quals lo
senyor rey e eis seus han hauts e custumats haver en )os
Templers, mentre tenien aquells bens, e que les dites persones
sien naturals del senyor rey, segons que eren los Templers,
dela sua terra . . . Per que suppliquen les dits missaigers al
senyor papa, . . . que, abans que eil orden dels dits bens,
vuyia escoltar lo dret e les rahons, quel dit senyor rey ha . . .
. . . Agen en memoria los dits missatgers, que les dits
beQS foren donats per les predecessors del senyor rey al oide
del Temple a defensio dela esgleya Occidental e a offensio e
impugnacio dels Sarrahins Despanya en temps, que la major
partida dela terra, que ara ha lo senyor rey, era en poder de
Sarreihins ...
Agen en memoria los missatgers, que, sil senyor papa
enlenia ordenar, que les t>ens del Temple, qui son en la terra
del senyor rey, fossen donats a algu orde de cavalleria fet o
faedor, que no consentissen en neguna manera; que fossen
donats al orde del Espttal, per tal com depuys no sen serviria
tan be lo senyor papa ne la santa esgleya no lo senyor rey
per lorguyi, que haurien, e val mes, que ara sien ab <^ que
han a servey dela santa esgleya de Roma e del senyor rey,
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884 b«ricltte uavr. vom KdsejI von Vienn«.
que si per superfluitat dels dits bens exien de maoera e de«-
conexien lo princep de ta terra. Encara que no consentisseii
en lorde Ducles '), com no sia eslament covinentinent ngkl
Mas si al senyor papa plahia, be consentiria lo senyor rey.
que fos Tet un tiiaestrat del orde de Calatraua en la terra
del senyor rey, lo quäl orde devala e es pres del orde da
(.istell, qtii es sant e bo, e per a^o viven en bona regia e
^anta. E quells [rares del dit maestrat visquessen sots )a dit»
regia, no einpero que fossen en res sotmeses ne a correeeio
e visitacio del niaestre ne dela casa de Calatraua de Castella.
mas que fos sotmes a correeeio e visitacio del covent de]
inonastir de Granselva o de Fontfreda ■) del orde de < istell. los
quals monastirs son honrats e bons e antichs . . .
Tenor Butem informationis tradJtc nuncüs supradictis super
tiicto guerre cegni Granate . . , Quod utiliiis sit intcndere ad
destruccionem inHdelium per diversas partes quam per unam.
Süquentibus racionibus apparere videtur.
Prima est, quia, quod a diversis partibus agreditur vil
expugnatur, facilius capilur vel invaditur, sie quando Sarni-
ceni viderent se agredi per duas partes, et tererentur et debili-
tarentur, quia non possent sibi mutuo prestare ausilium, ut
eonsueverunt facere ; et per consequens ad consumpcionem fa-
cilius pervenirent.
Alia racio est, quia niulto maior multitudo ßdeiiuni inci-
taretur ad devocionem, quando viderent fieri passagiuni quilibet
in parte sibi contigua et opportuna quam in parte reniota et
non opportuna et facilius ac possibilius possent sufticere sumptitus
faciendis nee haberent excusacionem tegitimam apud Deum et
homines, sicut si fieret passagium in parte distanti.
Tercia racio est, quia pericutosum est multas g^tes el
diversas et in ritibus suis quasi omnino contrarias simul coo-
gregare et sub uno principe gubemari, et si sub diveras priu-
cipibus, iam maior inconveniencia sequeretur.
') DieH Geraeinscbaft existierte nur io Spanien.
*l Grandiesitva und Fonsfrigidos, zwei der bekunnteatea Cisterciw-
BerkJöBter.
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Nr. 12e. aSll) September 6. 385
Quarta est, quta, s\ passagium per unam partem Irü-
tum fieret, impossibile esset victuaJia et cetera necessaria tante
multitudini posse sufTicere, sicut hoc iam in aliis passagäs est
probalum, ut in istoriis invenitur, quia inflniti occasJone huius-
inodi perterunt.
Quinta, quia quelibet pars quadam bona einulacione
conaretur ad proficiendum et siium proposituin cum perse-
verancia prosequendum.
Set quod expediat ante omnia Sarracenos de Granata
primitus extirpari, patet racionibus satis claris : propter negocii
facilitatem et ipsius necessitatem et evidentem utilitatein.
Propter facilitatem, quia iiulli sit dubium, quod, si domi-
nus papa voluerit faciem ronvertere ad negocium de Granata,
infra tres annos ad plus erit certissiine subiugata. Et esset
possibile infra duos vei unum, videlicet si devincerentur Sarra-
ceni in hello campestri in loco convenienti, ubi non pos[s]ent
confugere ad montana, sicut accidit, non est diu ').
Ad ordinacionem cuius negocii expediret, quod viginti
gatee armate continue tene[re]ntur in sti-icto de lubaltari, que
prohiberent, ne victualia vel gentes possent circa transferri.
Deinde r^es Ara^onum et Ca^telle non curarent piimo anno
obsidionem teuere, nisi blada, fructus et bestiaria devastare et
facere bellum campestre, si sc opponerent Sarraceni. Secundo
anno facerent illud idem. Tercio obsiderent loca, que eis vi-
derentur obsidenda, licet certissime teneatur, quod pauca erunt,
quia in isto medio tempore multa loca cupientur et se reddent
' dislrictu faniis, cum terra illa sit sterilis in maiori parte et
infinite gentes permaneant in eadem.
Quod sit summa necessitas, quod Sarraceni de Ispania
extirpentur, nimis palet, quia, quod fuit, esse potest, maxime
si in regno Marrochitano esset rex potens, ut consuevit ^). Iam
enim per iltam partem fuit tota Ispania subiugata et fuisset
in magno periculo temporibus nostris, scilicet regnarite Abenia-
'] Anspielung auf den Kampf des Jahres 1S09 bei der Expedition
Dach Almeria.
^ Bei der Legatiou des Jahres 1310 heißt es in der Rede des Bischofs
Fondiüs von Lerida: Bes Mmroclui, qui eet potentiBsinius, nun at comu-
niter fertnr, tontum potnat dictae rex, qnontum Soldflnus Bahilonie.
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SS6 Bericht« Uaw. vom Kotizil von VieoD«.
cob, niäi Deus, qut sua booitate cuncta providcl, iUuni iii
obsidione civitatis de Tirimt;« '), que novem iinhis duravit lau-
ter occupasset.
Quanta vero danipna eL dispendia atque opprobria äusti-
nuerit Ispania per Sarracenos regni Granate, valdc difQcile esset
scribere vel narrare. Set uiiuin non est ommiiteiidum, quia Te-
raeiter potest dici, quod inaius detrimentuni recipit hodie tides
Christi per Sairaceiios predictos quam per onmes alios liüius
mundi. Et hoc est propter adherenciaiii et commixtioDem.
quam habent continuam cum Christianis, et, quod est dolen-
dum, fertur a fidedignis, quod in') civifate Granate, ut»
morantur fere duccnta miiia personarum, non invenirentur
quingenti, qui sirtt Sarraceni de natura, quin aut ipsi Tuaint
Christiani vel habuerint patrem aut matrem, avum vel aviam,
proavum vel proaviam christianuni vel christianani. Et sunt
in regno Granate bene quingcnta milia, qui fidem calolicam
negaverunt et sectara Mahometicam insaniter asumpseruiil.
Et creditur tirmiler, quod in r^no predicto ultra trigiuta
millia Christiani tcnentur miserabilitei- captivi. Preterea utili-
tas pennaxima sequeretur, quod canes rabidi, qui non ^Inni
ferociti-'r sei turpiter diucius in vituperium masimuni univer-
salis ecclesie Ispaniam deffedaruiit, de isto aogulo extirpenlur
et recuperet suam heredilalem ecctesia sancta Dei . . .
Nee dubitet dominus somnius ponlifex, quod, quamdia
Sarraceni remanebunt in ispania, niaximum prestabunt irape-
dimentum passagio generali, quia nee bono modo de regibus
Ispanie nee eoruin gentibus poterit se iuvare nee equos etplura
alia, que in Ispania retipiuntur passagio necessaria, convenienler
habere.
Quod sit etiam utilitas negocü generalis regnum Granate
ante omnia subjugari, non dubitet aliquis sane mentis, quia.
qui fideliter et utiliter voluerit intendere ad vindicandum san-
guinem Ibesu Christi, si passf^ium habeat lieri per uoam vel
duas partes, per istam de Ispania ftet semper facilius, possi-
.') Jetzt Tlemeeeo, nahe der msrokkaDisohen Orenza.
*) IMeea Stelle scheint mir vor dlem ftlr dEe Geschiehte Ate Min^
lingnresenB von großem Intereaae zn Min.
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Nr. 126. (ISIII l^epUmbei- 6. iül
biliiis, utilius et cicius quam per aliam partem mundi, sicut
veris racinnibus apparebit :
Primo quia transilus multum brevis sicul unius fluminis,
in omni alia vero parte difficitis et remotus. Secundo quia
victualia in illa parte sunt in magna habundantia et equi et
arma et cetera breviterque sunt ad tale negocium necesatria.
Tercio multitudo gentium equestrium et pedestrium aptarum
et non delicatarum ad labores bellicos -^ustinendos et ad populan-
rlum et retinendum statin) terras, que dante Domino adquirentur.
Quarto quia tanta est habilitas passus et quasi sine omni
iabore et gumptibns respectu .tliarum parcium pro gentibu»
venientibus undecunque, quod, quantam terram capient, tan-
lam poteruni populäre et retinere sine detrimento et diminu-
cione exercitus christiani.
Quinto quia boni cuUoris est, cum campum segetis viilt
colligere, in illa parte incipere, que magis matura est, et deinde
per ordinem messem seclare. Sic in predicto casu re vera
pars occidentalis magis abta est ad subiugandum, quia est in
magna divisiom.' et notabili. Kt apiid Marrochium rex inutilis
omnino et ibidem a parvo tempore pi"opter guerras et sedi-
ciones, que inter eos fuerunt et sunt, gentes plurime consiimate;
quam ob rem in brevi prosperaretur dante domiiio in illa
parte exercitus Christianus. Et deinde procedendo versus
orientcm per maritimuro semper adhereret insulis Christianorum
scilicet Maioricensi, Minoricensi. Sardinie et Sieilie, de quibus
haberentur a^sidue yictualia et refrescamenta et gentes ad
Tortificandum exercitum antedictum et patrias populandas et
(lemum adquirendo posset ad Terram Sanctam auxiliante do-
mino perveniri.
Barcelona, Archiv, Hegiater 886 f. 63-R8, Schon ini Februnr 1309
hiMe der Bischof Ponciua von Lerida mit Bernart de F'onollario ala Ge-
sandlB bei ClemeDS V, in einer nuafUhrltchen Rede mit geeohlchtlichen ROck-
bti^en den Kreuziiug gegen Uranada mit Rücksicht auf das kommende
Konzil empfohlen. (Reg. 33,5 f. 25>^.i Es folgte der nicht aehr glackliche
»Mzug gegnn Almeria. lHl(t im Mflrz warb Vldal von Villanova »jeder
bei Clement V. (Reg. 335 f. 850.) Peraönlichkeiten und Zeit obiger Ge-
aandtechaft sind bestimmt durch folgende Notizen (Reg. 336 f. 571 : Legatio
comiesa nobili Petro de Queralto, Petro Bo;] nrngistro rationali et Gnillelmo
Onlonutrii indici curie ad dominum papam et ad intereHHendum rancilio ge-
nerali, quod nunc celebrare debet ipse dominus papn. -
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Ö88 beriobte usw. vani Konzil von Vienne.
Stmctistimo ne revereDtisainiD in Christo piitri ac damlno, domino
Clement! . . . pontifif^t lacobus Deigmcia rex A.raganum . . . pedum o«nda
beatorum. Cum iaxta exorUtionem vestram, pat«r Moctiseime, iam pridem
per apoatolicaa litteras nobia factam uniTersali concilio, quod proiinm cd^
brntari esUs, occnpati maltipliciter circa negooia regoi nostri peraanililer
neqiiearona adsMc, ecce qaod nobilem et diecretoa viros Petrum de ^ntnltu
niilit«m ^ retnim Bojl nostre cqrie rBcionalein magistnim ac öoillslmam
Oulomarti eiuBdem eurie iadicem, consiliarios et familiäres nostroa dilectos.
preaentiam exhibibireB, ad pedca eanetitatia veatre nomine et vice nostra
super Iltis et aliie plenarie mittimuB inforroatoa . . Dat. Barchinone ¥111.
idiia Septemlria flnno domini milleBimo CUC undecimo. Z» folgeo dun «M
Reihe Em pfehlungsach reiben an alle Kardtiiüle, Unter den folgenden Brieftn
ist der nncbetehendc interessant, Ansuheinend nabm Jakob an, dafi Kar
Gesandten König Heinrich VU. nnf der Reise treffen wßrden. Ob ioVieonP^
Jedenfnlla haben sie keine ZusammeDkaoft mit dem römiachen KQuig ge-
habt, Eicellenti a[c] magniffico principi Henrico Dei gracia Romanoro«
regi illustri lacobua . . . rex Aragonum . . . cam tiatate. Nobili et diwretia
viris . . . familiaribna nostris dilectis, presenciam CKhibitoribus, qaog ad . . .
summnni pontjtieem et ad intei'esaendum generali concilio destinamos, qn^
dam commieimus magniflicencie veatre pro parte uostra verbaliter eiponend*.
Suis igitor relatibus fidem velitis et placeat indubiam adhibere. Dat. Bar
chinone Vl!l. idus Septembris anno domini MCCC nndocimo. Similes . . -
Margarite Dei gracia Itoinaooruni regine, oonsangaittee sue. Ähnlieh m
Philipp d. Seh., Ludwig von Navarra, Karl ven Valoie und Kdnig Rohfri.
1^ Die Konxllsgraaudten au KShIk Jnjuie II.: ADKesenbflt dt»
Papstes nnd \\eln KardlnUe: die Knderii GeraadtaelianeH ttiltt
noch; Philipp d. Sfb. wird nleM vor dem 30. Xor. koninra. Er-
Ominnjrerede des Papste» am 18. Oktober. Audienz bei Cleueu T.
BegrtlGuugtirede der (■esandt«»; Lob der PersSnllefakelt drs
Kttnigs seltrnK des Papstes; wlue AbnelgOBf, die Erobenic
Granadns beim Knuzll Toranbringeii ; die franESsIsehea nad «;'
llsehen PrHIateu, ron denen eine KlrcbenproTlaz mehr Zekal
zahle hIn ganz Spanleu, trollten nnr einen Krenuag ins h.Iaai.
Er habe nie Juspert von Caxtelluon einen ZetanI aas dca ff
ulnchei) Kelchen Tür TaiilTa, <>lbraltai' asn, Engeaagt; er ge-
tfHbre nie einen Zehnten ohne Konsistoriam. Ain OdgMdta
Tage konnte xie der Papat wegen Unfroliltielas nieht anhErti:
fast lUgllch seien Konsistorien. Andlenz beim Kardinal tm
Beziers, der gar nicht an eloen Kreuzzng fUr die niebate Zd(
glaubt nnd mitteilt, warum die Kreuzzugsftwge in die £•■'*■
katiousbnlle gekoianieu sei ; seine Anffassnug Aber das Sfhieknl
der Templerguter. Kardinal Stephau de SuJsy will sie aasker-
c- militem »teht hinter Boyl, gehSrt aber wohl zn Queralto.
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ÜT. 126. 11311) OktoW 2&. 239
cbMu Die mftBgelMnden KardlaUe sUaben nieht «n eine Ver-
artcllun? deti Templerordemi, htEchHteiis, dafi «Inife Iwatrafl
nUrdni. Bis /.ar Anknnft de« fkranzStjlRchfii KOnlp« wUrde belue
wlchtife Entwheldiiiiir hierin Eetroffen. Mo'ldleii (ISH) Okto-
b«r3S.
AI molt alt e molt poderos senyor en lacme per )a graoiEt
de Deu rey Darago elc. En P. de Qiieralt, en P, Boyl e en
G. Olomar humüs servidors vostres besan vostres mans, senyor,
nos comanam en vostra ^racia. Sapia, senyor, la vostra altea,
que som en Viana. on es lo senyor papa ab molts cardenals
e altres prelats de sancta csgleya applegats aqui per raho
<)el concili. Esters no hie ha altres niissatges de null prmcep
del mon sino nos. Es enipero ver, que larehabisbe de Bra~
jjana '), qui ia hie havia a venir per si matex "... com pre-
tat, diu, que hie es atressi per lo rey de Portugal, qui hie
tramet un cavaller, loqual encara no es vengut. El bisbe de
Uai^ent -I diu, quel rey F>ederic hie tramet an cavaller, qui
ab eil ensems sera per lo rey Frederic en lo concili. Lo rey
de Franca deu esser en Viana a la festa de sent Andreu e
nu abans. Lo conciü comenca dissapte, que hom comptava XVIL
kalendas Nouembris. En lo quäl dia lo senyor papa parla de
les III rahons, per les quals vos, senyor, sabets, que era appel-
lat lo concili. E parla prinieratnent de! fet dets Templers e
recomta tot lo processi, quis es fet contra ells e tot lo fet dels,
axi co!n es passat, e domana de conseyl tots los prelats, en
quäl manera hi degues enantar; axi que ha ordenat, que
translat deles inquisicions sia donat als prelats e exaniinat lo
fet. que hi donen lur eonseil, Enapres parla del fet del pas-
satge; recfimtan, com seria uecessaria cosa e profitosa enantar
a impugnatio dels enamichs de la fe e daquesta raho di[x|
molt en paraules generals, no specifican en altra manera. De-
puys parla del estament de sancta esgleya de co quels era
mester a hon estament dels e a conservatio deles lihertats de
la esgleya e ordona, que, si negu prelat havia a dar pelicions
rt Hier fehlen ein pfutr Buchataben.
') Hutinua arobiep. BrachsrensiB (Braga).
-) RcriuldtiR oder NicolftUB ep. Agrigentitiui
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S40 tterictit« ns«'. vom Ronzil von Vienn«.
sobre algu cas, qui tocas a son bisbat, que les dooas a tres
cardenals a a<;o deputats. Als nos feu aquel dia ne d^Hiy«
nos hi ha als enantat.
Encara sapia, senyor, la vostra senyoria, que veem 1"
senyor papa e fota a eil reverencia e recomeadacio de pari
vostra demanamli, quens donas un dia, que poguessem l> ab eil
dels fels, per los quals yos, senyor, nos havets trameses. C
fom ab eil al dia aa^o assignat per el e volch, que abans
li parlassem del fet del passatge, sobrel quäl li dixem e ti
supplicam de part vostra segons la forma per vos, senyor, a iws
donada. e encara volch oyr la informacio, que vos nos livras söhn
aqo en scrit, e moltres -■ altres rahons dixem, axi com Deus nos
dona : per les quals demonstram la gran affeccio e bona volen-
tat, que vos, senyor, havets en aquests affers, e com molt hi
sots covinent esguardada la experientia de la vostra persona,
qui es en aytals fets provada per terra e per mar, mes que üv
negun princep, qui vuy viva, e esguardades encara les voslres
gens com son provades en avo e encara la vostra terra pw
raho dela gran maritima, que havets, e esguardada encara la
auctoritat dels ofßcis, que vos tenits de la sancta esgleya, c
moltes altres bones rahons hi aportam. Lcsquals son ab Veri-
tät e lesquals estaven mils a dir a nos, que si vos, senyor, le^
dixessets. Offirem de part vostra a aquests affers la vostia
persona, a laqual no perdonariets en res, eis vostres gens. e
tot (,-0 que vos hi poguessets metre, e demanans ' esser dtmat
a vos tal loch en aquests affers, quey poguessets servir D(Ktre
senyor e la sancta esgleya e el senyor papa honradament e
ppderosament, s^ons queus tany '■. Encara com vei^em «i
special al feyt de la conquesta de Granada per les rahon?
contengudes en la dita informatio, qne vos, seiiyor, nos dona>
poscritrf, venguem en noves dels paraules, quel noble en lacperl
de Casteil nou vos dix, que li havia dites lo senyor papa en
la forma, quel dit en la^pert les retrasch a vos, senyor, c nos
les portam en escrit.
Ales quales coses totes dites per nos respos lo senyor papa
molt complidament. E primerament loant vos molt e moslran
b Hwr fehlt wohl pftrlar oder Ähnliches, c So Or. rl Ob ptr *«""•'
izecDy Google
Kr. 1S6. IlSll) OktoW 3S. 341
Kran afTecÜo a vos e ales vostres coses, dix, que e] tenia en
Verität c sentia en si matex de tos e rieles vostres gens <;o
que nos naviem dit, e que, si Deus aportava lo feyt del paa-
sntge u bon acabament, que el tos hi daria tal loch, de que
vos deuriets tenir per ben pagat, e que en aquests affers e en
tots altres, que el pogues, se tenia per dit de ntetre enant vos,
senyor. axi com qualsevol altre de sa natio e de son pa-
rentiu, qui Tos en lo grau que vos sots; e que ago ha via
posat en son cor e metra en obra, si Deus lin dona l[o]ch.
E axi quanl al passatge dix, que esperassem los aflers, qui
ara comengaven, e segons que Deus ordinaria, si fara el, e
nos, qui y sabrem, ho poreoi veer, si a Deu plan. Quant al
fet de la conquesta de Granada dix, que noii era semblant.
que faes a metre en concili per una via ne per altra, per tal
com ta inaior aiuda, quis poria fer en algu passatge, seria
dels prelats dels regne[s] de Franga e de Anglaternt, on la
esgleya ha grans rendes, que mes leva la decima de sola una
pfovincia daquelles que de tota Espanya, e quels pretats e les
gents daquells regnes han concebuda tanta devocio en lo pas-
satge de la Terra Sancta, que non escoltarien negun altre,
entant que, con lo rey de Franca e el rey Karies passaren en
Tunig, dien eis, que per ago lus pres tamal <*, com no passaren
en la Terra Sancta, per on anar havien reebuda la creu. Per
ques temia, que no dixessen, quel rey Darago eis reys Des-
panya son vehins als moros de Granada e volen gitar la serp
de lur forat ab altruy ma, e que eren tant enffermats en la
Terra Sancta, que, con fossen gitats los moros de Granada e
de Marrochs e de Bugia e de Tunig, nois semblaria encara
res. Per qiie si nos movien lo fet de Granada e no venia a
acabament, no seria sens algun rubor de vos senyor . . .
E com nos sobre ago dixessem al senyor papa, que nos
dariem a entendre als prelats, que conquiren aquestes terres
deca de Moros, vendna hom leugerament a aquelles de la
e que aquest passatge seiia appareylament daquell per les
rahons, que vos, senyor, sabets, respos lo senyor papa, que
noIi era seinblant, quey pogues hom fer acordar los prelats
e les gents dels dits regnes per neguna via. Estes que aco
Finke, PkpiUdri nnd Untergiing tiea TemplerordaD*. II. 16
izecDy Google
S42 Berichte new. vom Konzil von Vienne.
deya eH conseylan; mas com aquests affers sien de nostre
senyor, eil, qui te los cors dels reys e dels prelats e daltres
^enls, hi poria dar bona endreca tost, e axi seria ho, quen
parlassem secretament ab los cardenals, qui son de) regne dp
Fran(;a e ab altres qiiens fos semblant e, senyor, que Ipobariem
ab ells, si farJen.
Quant a les paraules, que liaviem diles den lacperl de
Gastellnou '), respos lo senyor papa, que tants aEfers li eren
parlats tot die, que poria esser, que noli nienibras de tots,
mas que be era de tanta niemoria, quels fels, qui lant ni quanl
pesen, que hom li parle, li remembren be, e que noli membre,
que en la^pert null temps de sa vida li parlas de (,-0 que a vo?
havia retreyt, e si auch lin purla, la quäl cosa pogre esser be.
mas a el no membrava, almeyns es be cert lo senyor papa
que dix que etl auch noy promes res ni doua speranca n^uiKi
de darhi decima neguna, ni de Gastella, ni de Portugal ni
dela vostra terra, ni que tengues lo pas, ni aiudas a la guarda
de Tariffa ni del muni de lubaltari ui de decima ni daltn
cosa, e que totes aquestes paraules eren axi novelles a eil
com aquelles, que haue nulltemps no havia oydes, que eil no
atorgaria decima por si niatex, nin metria en speran^a negu
de atorgaria, que abans no ho agues mes en conststori dels
cardenals *) ; e a?o dix, que sab be en Vidal de Vilanoua, en
quäl manera li respos eil, com li demana la decima. Per ques
fermava fort e si torna moltes vegades, que no sabia ques era.
Deles altres coses, senyor, per vos a nos comanades Don
poguem parlar aquella Tegada, per tat com prou lo tenguem
lo senyor papa en les fets desus i-ecomptats, ni encara depuy>
nolin haveni pogut parlar per raho com quax tots dies esta
en consistori ab los cardenals. E laltre dia com fom devant eil.
dix, que nons podia oyr, que nos sentia be, ans dos dix, que eil nos
faria saber, com deguessem veniraell,epuys quens ho tramesadir
per son missatge, que no venguessem a eil entro eil nos ho feo sa-
ber, mas nos ho tenini e ho tendrem a prop ey farem ^o que pugam
de be, si a Deu plau, e, segons que farem, fer vos ho [h]em saber
e encara ^o quis hie traclava.
') Vgl. hierzu die Bemerkung in voriger Nr.
'} Dieee bestimmte Erklfirung verdient Beichtnng.
izecDy Google
Mr. 126. (1811) Oktober 2^. 240
Encara, senyor. baTem parlat ab los cardenals, qui hie
?^on, e specialment ab aquells que sentim, que son amichs
vostres, entrels quals trobam lo cardenal de Beses ^). E havemli
parlat de iots los fets lai^ament. Quant al fei del passatge
nos respos pus descuhert quel senyor papa, per quens en
d[eti]]ana secret e d[ix que] aytant coti el entenia, nos pensava,
que en fet de negun passatge se faes res en aquest conciti,
quels reys de Fran?a e Danglaterra no denen leer, que fora
la lur terra isques decima deles rendes ecclesiastiques de lur
terra. Eneara que aquelles esgleyes eren molt carregades e
esperaven esser carregades tost mes, la qual cosa, segons que
dix, no son pus de tres, quin sapien. Per que, pus que de la
decima daquells regnes nos pogues hom aiudar al passa^e, e
deles altres no inunten molt, nos pensa, que res se fa^a en
n^un passatge aades. E dix, que pergo era feta niencio del
subsidi de la Terra Sancta en les letres de la convocatio del
concili, com en lo temps, ques donaven, lo maestre del Espital
tractava lavors lo passatge ^). E axi ara lo papa eis cardenals
son se trobats enganais en ^o quel maestre parlava, quils deya,
que dins V ans lus daria les Claus de Iherusalem. Per que
dix lo dit cardenal, que no entenia, que si faes res. Mas por-
feris molt, que siu feya, queus tenguessets per dit, que eil hi
seria, senyor, a tota vostra honor e a tot vostre profit. E da-
questa semblant porflrenga havem trobats lo cardenal de Pela-
grua e en P. de la Golona e tots los altres leument.
Del fet dels bens del Temple nos respos lo cardenal de
Beses, que ja ha II ans, havia el dit en consistori del papa
e dels cardenals, segons que era estat informat, quels bens,
quel Temple havia en vostra senyoria, no eren donats a sut>-
sidi de la Terra Sancta, ans a defensio del vostre r^ne e
dela esgleja occidental de Espanya. E axi que devia romanir
salvu a vos lo dret, que haviets en aquells. Dix eneara,
que el havia dit lavors, que tals forges havia lo Temple en
vostra senyoria, que noli era semblant, que deguessen venir en
*) Eardin^biMhof Berangariiu Fredoli von ToBcnlum, froher ep. Biter-
renais (Beriers).
') Über das Kreazziigsgutachteii und das Verhalten dea Gcoßmeisters
der Hoapitaliter vgl. Daratellang.
16*
izecy Google
i44 Berichte nnw. vom ^ODiil von Vrennö.
ma daltra persona, mas que li era semblant, que vos deputas-
sets tantes de rendes en tochs plans, do ques faes lo 5«-Tiey.
nlqual eren deputades les dites Torces. E daque&ta materia
parlam molt ah eil. Es porferi fort a nos de conseylar nos
hi en tot ;o que el) p(^es. Encarans tian porTert los carde-
nals misser Landulfo e en P. de la Colons, que nos fara res
en aquest feyt del Temple. que nos nou sapiam tot per secrri
que sia. I>a qua) cosa sera a nos gran aventatge axi com
del tot.
E DOS, senyor, vetlam e vetlerem e fem e farem, sj a
Deu plau, en aquesls afTers e en cascuns dels lo mih que
puscam, a honor e a profit vostre , si a Deu plan. E
con sia ven|;nt lo rey de Franpa al concili, tractarem ab
eil dels feyts de la vayl Daran o de la penya del castell
de Pratanyo ') (?), que laltre dia nos fes saber per Jetra.
quens apocta lo portador daquesta. e, ques que fa^am, fer tos
ho hem saber. Tots dies »wm ensenis ab lo bisbc de Valencia
el demanam el demanarem de conseyl en aco que havem aller.
Encara, senyor. tantost con fom venguts, parlam ab lo vice-
canceller^ del papa, cnformanlo per la vostra part en lo teyt
del comte Dampuries; e blasma fort lo conseyl, que haviets
haut, e breument era informat de tot en tot que vos feyels
gran tort al comte Dampuries ") . - .
Encara sapiats, senyor, que del fei dels bens del Temple
avem trobat al^uns cardenals denleninient, que deven esser
assignats soltanient >* a la Terra Sancta; mas com nos lus ha-
vem raonada In vostra raho, atoiyaven nos, quels bens, quel
Temple havia en la vostra terra, eren daltra condlcio. E aii
dien be, que tort nous sera fet, e sera be vostra raho escol-
tada. Nos empero no havem encara descobert a n^u, qne
vos tenguessets per pagars si allre orde sestablia en la vostra
terra segons la forma per vos, senyor, a nos donada, cor si elis
sabten nostre enteniment, tota hora nosen cuydarien tolrre'.
') Pratayu mit AbkQrzungsBtricli. Ich kenne die Angelegenheit D)cbl,
*j AiTialdus Novalli, Kardin^priester. frflber Abt Ton Föns fngidns.
ord. CJBt.
') Dia Angelegenheit des tjrafen von An^nriae wird irtfarend det
Kon^ilszeit ftfter berührt. Vgl. den Schlafi dieMr Nr.
izecDy Google
Kr. 196. {I811I Oktober 28. '^46
E axi elb no ho poden sentir de iios, st que, con parlam ab
lo cardenal de Bniges, mosseyor *■ Nesleue '), e aguem aell
recoinptades les conditions, sots les (juals les bens aquests
foren donats per vostres predecessors, respos el a nos, que sem-
blava, que volguessem conctuyr u a^o, que algu orde se fees
en la vostra terra de homens vostres naturals, alqual aquells
liens fossen assignats e nos no li ho atoi-gam pas, per co
cor eil nos volia sostrer nostrc enteniment, mas dixem, que
vos ne voliels t;o que raho fos, e no als.
Sapiats, senyor, que en )o concili nos fa neguna cosa siuo
solament del fet dets Templers. E havera per paraula de car-
deoa) daquells, qui maior auctoritat tii han, que no enten per
res, quet orde del Temple se defifa^a, e dixeren nos II altres
cardenals, qui no eren de nienor auctoritat, que per arentura
alguos Serien condempnats e altres absolts segons los merits
deta tnquisitio. E rreem, que rnes ho dien per aquells Des-
panya, per (,-o com los altres los demes han confessat los crims
de que son encolpats. E axi en lo fet principal deles persones
ha niolt aßer, que dix nos, senyor, lo cardenal de Beses, que no
congoxassem encara, que, abans serien passats III meses, que
pocli ni molt li[i] parlas hom dels bens del Temple, per que
aell desplaya, nmiorment com veya, que nos ereni gran günt,
per que la messio seria gran. E be veem nos, senyor, que,
entro quel rey de Fran(;a sera vengut, alre nos hie fara, e som
certs, segons quens dix lo cardenal de Bruges, quin havia hauda
letra sua. que no sera a Viana daqui ala festa de sent An-
dreu . . . Scrita en lo pHorat de Modies en lo bisbat de Viana
decimo kalendas Nouembris.
BftTceloDB. Archiv. CRD Apend. gen. 34. ür. Pap. Sap. Die Aagt-
tegenhsit des Orafen von Ampariaa betriftl den gro&en Streit Clemeas' V.
mit Venedig. Der Papst hatte eine aehr acharfo Bulle gegen seine Gegner
erlassen und besonders zur Wcgaabme ihrer üJchitTe xiifgef ordert. Der (irat
von Ampurias hatte daranfliin ein Schilf der Venezianer weggenommen. Der
Dog« und die Etepnblik beklagten sich bei Jsymo II. Der König p;ing gegen
seinen Untertanen vor und kam so in Konflikt mit dem Papste.
') Stephan dp Suisy. cord Brogensi*, V.Ttrü.itiT Philipps d. Scb.
izecy Google
246 Berichte usw. vom Koiuul von Vieime.
12!. Die Komdlsfesandten hu KVuif Jafoie II. : KruBd, naruni 4er
Tom Papst so gelobte Blsekof too Valeodit Jetit nicht Kardlid
nerdeu kSuue. DBterhaltniig mit dem KardinKl ron Bnin^
Hlier dfe TemplcrRllter lu Spanien ; nach dessen Ansieht ertattn
sie ulcht der Papst i>der Katbedralkirehen, nicht die HmpflalHer
und der Köni^ rou I^nkrelch, sondern ein neuer Orden. Wt
Tempierfestnu^n mOsse Jayme fegen Entoohtdlgmng bebaltn.
Erst iu einem halben Jahre werde innn darllber rerhandeln kSi-
nen. RHekbernftinK eines Gesandten. Moldleu (1311) NoTenberG.
AI iiiolt all e molt poderos senyor en lacme ... rey
Darago en P. Boyl e en G. Olotnar . . . Nos atndos pariam
daquests II fets ab lo senyor papa ^). E quant al fet del bisbe
de Valencia res|)os lo senyor papa, que be li membre, que
vos lin partas a Muntpesler, con vos vis ab eil, e que eil vos
feu aytal resposta, com vos dixes a nos; e dix axi, que, si en
tota sancta esgleya havia un hom, qui fos digne de esser car-
denal et de tot be, que el o es; mas que la es^eya era tani
carregada ara de nombre de cardenais, que no podia ara Ter.
mas per aavant, con fos loch, eil ne sattisfaria ala vostra vo-
lentat ...*). Pergo con sabem e trobam verameut, quel car-
denal de Beser es vostre amich, e per ^o com nos penssam.
que pus secretament dlria a nos son entenimenl: nos amdos
tot sols volguem parlar ab etl sobrel fet del Temple per tal,
que mils dixes a nos amdos son enteniment, e recontamli tot
lo vostre dret largament, axi com lo sabem, e encara ells
perills, que hi porien venir per les for^, e especialment le
dixem, que vos en neguna manera no consintriets, quels bens
del Temple, qui son en vostra senyoria, venguessen en mans
dela e^leya, axi que fossen encorporat ala esgleya de Borna
ne a neguna altra e^leya, sino a orde de cavalleria, per tal
que en altra manera nous poria esser conservat vostre drei.
e que encara fossen vostres naturale; noU descubrem emperti
') Sie sprachen zanftcbat flb«r den Wonach des Königs bezOglich du
Bischofs von Valencia und dann Aber die Eroberung Sardiniens. Der Fspsl
aolle an die KOnige Kobett und Friedrich Gesandt« schicken.
*) Zur Würdigung dieser Ausrede maß man sich daran erinnern, ä*b
noch kein Jahr vorher 5 zum Teil dem Papste verwandte Kardiolle (ud
kein Jahr spBter 9 neue ernannt wurden. Wenige Wochen vor dem I«**t«n
Termin allerdings war der Bischof von Valencia gestorben.
izecy Google
«r. 127. (1811) November 6. 247
res del fei de Galati-aua. B^cara le dixem, que no consintriets,
que fossen donats al orde del Espital ne a nega princep del moti
e a^o Toliem, que sabes eil e quens hi conseylas ens hi ajudas
a conseguir ne vostre entinemenl. E com nos respos aa^o,
tb present lo bisbe de Valencia, e dix nos en secret: que
dago no duptassets poch ne molt, que dels bens del Temple
no hauria res lo papa ne neguna esgleya katedral ne altia,
per^o com no seria drei ne rabo, com no sien aa^^o do-
nats; Dous duptassets, quen hagues res lorde del Espital, e
retens hi aquella raho quant al orde del Espital. laqual, se-
nyor, nos djxes en parttda, que dis, que ara los diocesans no
podien viure ab ells, veials, que farien lavors. Atreasi dix, que
sol DO aguessets dupte, quels bens del Templer venguessen en
mans del rey de Fran^'a ne de negu princep seglar, que dix,
que no seria bona cosa, que hom meses la espaa en ma del
rey de Fran^a o daltre princep, la qua! cosa seria, si eil o
ells possehJen terra en los regnes daltres princeps per com-
batre lots los princeps Christians del mon. E axi de negu da-
quesles cases nous calia haver dupte, Estes dix be, que eil
entenia, que, si lorde del Temple se deifahia, tols los bens
del Temple Serien assignat a un orde, quis fara novellt* de ca-
valleria, s^ons la forma, senyor, que ja us fem saber en la
lelre, queus trametem ara en P. de Querall e nos, e que cn
los bens seria conservat a vos et als altres princeps del rnon
lo drei, que hi havets ne havels acostumal de haver. Encara,
senyor, nos dix lo dit cardenal de Beses, que quant es on^
eil per lo perill, ques poria seguir ala voslm terra, si les for-
res, quel Temple havia aqui, venien a altra ma, el tendria
en bo, que en qualque cas vuylas, quels Templers romasessen
o no, los dites forces romasessen a la vostra corona [e que]
als Templers, si romanen, o a allre orde faedor assignassets
vos, senyor, rendes en loehs plans equivalens ales dites fonjes.
Dix nos encara lo cardenal de Beses, ques pensava, quel
concili duraria moil e quel fei del oi-de del Temple era molt
enlpatxat e que nos pensäva, que dels bens del Temple se
traclas daquesls V« [o] VI meses. E sobre a(,o demanamli
n Loch im Pupier. Vielleicht IV. b Statt en. So Öfter.
izecy Google
24S Berichte avm. vom Koaiil von Vienno.
conseyl davant lo bisbe de Valencia, qui hi era [presjent
s^^ns que damunl es dit, que conseylava, que d^uessou
fer nos, si romandriem o si demanariem licencia, quens on''
anassem, pus tanl devia durar lo concilÜ e nos no bi baneni
res a fer.
E ei repos que nos altres Cathalaus erern de gran pompa.
quel rey de Fran(;a, qui havia bauts esgtina grans affers ab
la esgleya de Roma, havia fets aquells ab en G. de Plesis tot
sol ab un eapella e ab II scuders e que nos ereiii gran gent.
Per que conseylava, que en F. de Queralt sen tornas e que
romasessem nos amdos . . . Scrita en lo priorat de Modies dei
bisbat de Viana VIII. idus Novembris.
UarceloDO, Archiv, CßD, Apend. gen. 38. Or. Pap. Sap. infolge der
letzten Uilteilang schrieb der K5nig itm 14. November an seine Gesandten:
. . . BecepimiiB litteram, quam nobie Doviter tranemisiatis. . . . Reeponde-
mus, quod nos pensantes ac fiducialiter cipectantee, qnando vos tres in 1e-
gaoione ordinavirnea, in qua eatie, quod in generaJi coitsilio magna et ardoa
fierent et ordinarentur negocia ad divinum servicium et ad eialtaeioneai
fidel christinne, et quod nee in iiiis ob divinum servicium nd honoremque
noatram profectumque gentium et regnorntn noetrorum spontane! serviremnä
noatro domino IliesD Christo et videntes expedire proptere«, quod in es-
pediciane negociorum tantomm persona condicionis vestre, nobilis snpradicti.
proptei' pliirfi, que in negociie poaaent eontingere, necesearia existebat: idev
TOS ordintivimus in iegacione snpradiet«. Nunc vero revolotis inter nos et
in coasilio noatro significatis nobis per voa tres in littera snpradicta. in qaa
expresse inter alia continetur, quod doliberaremos, ai pars vestrum redintis
a Iegacione iam dicta ex causa in ipsa litters expressata, et qnia negodnn
generaüa concilÜ supradicti tractum bsbebit longinqum. preaumentes eeiam
ex prciniasia et quasi intemo iotuitu cont«mplantes, quod negotia ipMOa
generalis concilii, nt tenebsmus, sicnti supra describitar, noo pnicedent.
attento eeiam, quod vos, Petrus de Queralto prefatus, nobis serviie pateritis
in bÜB partibus pociue quam in tllia, diligentar consldemtis racionibos sopra-
dictis, propteres providinius sufficere nobis, ut remaneatis in curia et Iega-
cione prescripta vos, Petrus lioyl et Guillelmus Oulomarii snpradicti. et
quod vos, Petras de Queralto, ad noBf^ani preseaciam redeatia ■ . - Vit-
Daroce XVIII. kalendas Decembris anno domini miltesimo CCC" undeciii»'
(Reg. 336 f. 69.)
128. Die Kondlsfesandteii an KÜntg Jiij'mfl II.: St«lIiUig des PaprtK
inm Krenzzng8proJ«kt; für OntURdi seien die PrJU«t«n tüter*
hmlb SpnnienB nicht in haben; Tertranltehe XsBernnrn dt-
mens' T. über die Bohllmmen Verhältnisse und PersaDllchteim
KastUieiiB, die K6nlg Jayme Im Kampfe gegtn die SaraKiu
izecy Google
Nr. 128. (1311) November 6. 249
HtaderDlsH legen irllrdeB. In der TemplerfUterrniKe erklärt«
er, daß kein veltlleher FUrst die Guter rieb aiielgnen kSnoe ;
die Beehte der FllT«teii blieben ren-ahrt; zanleliRt handle e»
sieh noeb nm die Perunen. Stand der Templernntersncbang
«nt ivm Kunzll; der Orden vBrde Riebt Tenirlellt, da aber die
mektei Templer sebnldlg selea, wUrde der Orden angehoben.
Ent In 4-6 Muaaten ktmen die KQnl|:e von Frankreleh, Eng-
land, Naram; BemAing einf b Generalparlaments dnrch ersteren.
Geldnot Moldlen (1311) Xoveuiber 8.
AI molt all e molt poderos senyor en lacuie per la gra-
eia de Deu rey Darago etc. en P. de Queralt, en P. Boyl e
en (). Olomar . . . gracia . . . Depuys fom ab eil ') digous IUI.
dies a la enlrada de Noenibre . . . parlani ab lo senyor papa
dels fets, que romanien a dir a eil, ... <,-o es assaber del fet
dels bens del Temple e del fet de la vayl Daran e encara li
retomam a dir del fet de <j!ranada. V, Fo a aquestea paraules
present lo bisbe de Valencia . . . Ales qual[e]s coses nos respos
lo senyor papa; e priinerament al derrer fet, i;** '^^ a' fet ^^
Granada, e dix, que ja laltra vegada, com li haviem parlat
daquell fet niatex, nos havia eil dit son enteniment ^o es, que
no vehia, que al fet de Granada pogues hom aportar prelats
ni altres gens fora Espanya, per co con lots tenien la cara al
feyt Ooltramar. E aato havien entes lots temps ells e lur[s]
pares e lurs avis e lurs predecessors, per que seria dum cosa,
que hom los tragues daquest enteniment e aaco aporta alsguns
exemptia per semblant, tos quals no cal ara recomtar, com no
fan molt al fet. Dix encara, ((ue be vehia eil, que aa^;o que
per les gens de Espanya fos enantat contra los Moros de Gra-
oada, be conexia eil, que vo- qui si fsLiia de be, se auria a
fer per vos, senyor, e per les vostres gens, que quant als Ca-
stellans, jassia quel rey de Castella li havia, segons que eil ha
entes, gran volentat, estes los richshomens seus, los quals
nomena tots o la major partida, specialment lenfant Don lo-
ban^), son tan inalvats e tant de mala condicio, que per molt
de be, que vos, senyor, hi fassets, ells ho destrubirien tot e
per diners vendrien Deus e vos, senyor, e tota Christiandat.
') D. h. b«iin Paput«.
-| Über eaine Rolle und eein Ende werde ich in einer spütorn Publi-
katinn etwiis veröffentlichen.
izecy Google
201} Berichte uaw. voai Kouzit Ton Vianne.
De (äqual cosa nos comana sei-ret en verlul de obediencia, sal-
vanl que ho po^essem dir a vos, senjor, per que no se faria
res, »;o que eil nos cuydava pas en primer s^ons que dix.
que, com a eil fo demanada dispensatio sobrel matrimoni del
senyor Infant don iayiiie'l e de la senyora infanta 6)la del
rey de Castella, el nague gran piaer e gran goyg, axi que,
con se nssehia a raenjar es lavava les maus, li fo demanada
la dispensatio, e aquelt vespre en lex (?) fo la carta boltada
per la gran volentat, que eil In liavia; per \o com se pensava,
que quas per una temor de [vosVl, senyor, e per la unio, qui
era feta entre vos el rey de Castella los Castellans se reffrenasscn
de lur nialvestat, per quel fet de Granada, qui tots temps ses {'f)
perdul por ells es perdra, segons que dix, vengues a bon aca-
bament. E ha vist depuys, que, com vos fos en los feU,
aytam poch sen son lexats. E com lo bisbe de Valencia e
nos li eplicassein molt sobre ai^o e li dixessem les maneres,
per les quals lo fet podia venir a acabament en aquelles ma-
neres, . , . lo senyor papa atiira un poch enai,'0 e hac una coi-
latio ab nos dela manera, com se porla fer. E finalment dii.
que no veliia ni trobava en neguna manera, que tant de bo
vos, äenyor, noy fariets, que aquell diable linfant'dun lohaii
nou torbas. Per que nos veem, que eil noy havia volentat . . .
Apres *) respos al fet dels bens del Temple e dix, ... per
tots los doctors del mon, que negu princep s^lar pc^ues aiffo-
priar a si partida dels dits bens, per co com son de la es-
gleya. Estes si alcun drei hi han alscuns princeps ni alguna
obligacio o Servitut, aquella hi haurien cumplidament, e en
ayo no faria desplaer a negu ni poria, ans vol, quel drei sia
sah'u a cascu, cor aquelt nols poria tolre ni ho volria. Bstes
dix,' quels fets dels bens encara no havien loch, com abaoä
agues hom a tractar del orde e dels persons dels Templers,
') Die geplant« Verbindupg ewischeD dem Erben der Krone nod i»
kastilianuchen Infantin liatte einen tragiBchea Ausgang. Der Infimt striabi«
sieb 1819 zu heiratou, entsagte der Krone, wurde HSnch, beging allerlei
Bcblimme Dinge trotz Abmahnung des Vaters. Die Infantin wurde bwni-
gescbickt. Im Archiv der Krone liegt eine sehr umfangreiche Korre:qHHideiu
hierQber; einzelnes werde ich spfiter veröffentlichen.
1 Vorher gebt die Itnrze BerBhrung der Streitfrage dee Val de .4tvI'
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Nr. 128. (1811) November 6. Nr. 129. (ISU) November 9. 251
e com honi tractaria dels bens de! Teniple, dix, que hi seria
oyda loc vostra raho cumplidament e queiis hi seria tot vostre
»Jret conservat. AKres paraules no aguem ab lo senyor papa.
Sapiats, senyor, quel fet dels Templers esta en aquesta
conditio vuy, quels prelats examinen les inquisltions fetes con-
tra ells. E segoiis que nos gabem per Verität e per dit de
cardinals e de prelats lorde no pot esser dampnat, per (,o cor
iieguna cosa nosi troba, quj fa^a plenera prova contra lorde;
nias per i;o com la major partida deles persones singulares
del orde :?on colpables dels crims. quils son cari-egats, segons
ques troba, lo papa ab conseyl de tots los prelats provehira
per son poder, quel orde sia cassat e sera fet orde novell,
lo quäl aura son cap en Oltraniar, axi com liavia lorde del
Temple . . . Havem per boca de cardenals, seran passats IUI
o VI meses leugerament, quel rey de Fran^a el rey Dangla-
terra') el rey de Nauarra hi deven venir; e entro ells hi sien,
no si pot res atlnar; e el rey de Fran<;a ha manat parlament
general en la sua terra ala vuytava de sancta Maria de Febrer
qui ve; vejats. senyor, quant sera lo parlament acabat e quanl
sera eil vengul al concili . . . Trametets nos messio, a^i que la
haiam migant Decembre qui ve, que per mes aavant no hi<;
havem messio, e ta terra es tan malvada e tan deserta, que
no hie ha un hom, de qui hom pogues manlevar V. sol. . . .
Sabets be, senyor, que menys de messiu no hie poriem pus
aturar . . . Scrita en lo priorat de Modes del bisbat de Viana
VIH. idus Nouembris.
Barcelona, Archiv, CRD. Apend. gen. Nr. 32 Ur. Pftp. Ssp.
129. Bisehof Raimnnd roii TalencU an KOni^r Jajrme 11. ; Komtnistsare
nr die TemplerantersDchans. Laufe Dauer der Yerhaudlnn^n.
Berichte Ober Terhandlnngm mit dem Kardlnalblsehof Ton Tns-
enlnin; groSie Kttll«, froBe Xenschenmengre. VIeDne (1311) ?fo-
rember 9.
Excellentie vestre presentium tenore signißco , quod in
facto Templariorum sunt certi examinatores per santtssimum
in Christo patrem dominum nostrum summum pontificem de-
') Et kam nicht.
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S58 Berichte usw, voin Kgniil von Vi«iine.
putali et credo, quod liuiusmodi negotium propter sui iiiagni-
tudineiii et multos processus et diversos habitos exiiide longiuu
traetuni habebit, Aüa, que scribentia sint, nondum sunt in
concilio ordinata. Credo tarnen, quod Petrus Bouilis scribat
vobis latius et ad plenutn, quicquid hactenus est in conciliu
urdinatum. Super negotiis autem vestris Petrus Bouilis mi.'
presente habuit deliberationem et consiliiim cum reverendo patre
doininoBeretigariü episcopo Tusculano, amico nostro cariäsimo, qui
tamquam verus et fideüs amiciis vesler optulit sc prontum ad que-
q[uejvfstra beneplacita exequenda, favorem libcuteriiupendereet
operani efticacem. Et iioc credo vobis esse scriptum per dic-
tum Petrum Bouilis. Quid aliud ? Multum attedjor hie. quia
terra est ultra uiodum frigida et ideo inee nun congruit etati.
Locus est parvus, multitudo gentimn, et sie pressura. Quare
iDulta substineiitur iticomoda, set oportet cum patieutia to-
lerare . . . Dat. Vienne V. idus Nouembris anno domini M"CCC
undecinio.
Bsrcelona, Archiv, UHÜ. 48i'.3. Ur, Pap. Sap. Am 18. DewnibM
schmbt er: Aüts acripsi vobis de prorugfttioue coacilii. (Das Schreiben iai
nicht voriianden.) Et qaia credo, quod nuDcii veatri scriiiaorunt vobiionnii
nova roncilii, idcirco pnternitBti venire scribere non curavi. Dominns Ste-
phanttB de Bragis cardinalia diem cUuait extremum . . . Und am 27. De-
zember: Dor Papst habe den königlichen Gesandten gesagt: quod eipKU-
rent uaque ad XV diaa poat festivitatoa Iransactas, quia usque tone dant«
dominn esset totum concilium expeditum. Or. Pap. Ssp, Apend. geo. Hr.&i.
ISO. Die S Konzllsg««uudt«ii au KUni; Jnyme 11. : VerfaiuidliiiiRn P>
de Qaeralts in der Granada-AiiireleEenbeit mit Ananea de Lr-
bret, der FOrderunf Tcrspraeh ; Qneralte niid Olonars mtt iat
Vizekanzler, der einen Kreuzmg utteb PallUtln» sn Heer tlr
fast nnml^licb, dagegen einen Zug zu Lande nach EroberuF
GranadaH durch die Berberei tUr ausnihrtiar hielt and Ttr-
MhlHge machte, nin «Dch die Ka8tlllaaer za gewinnen. Anderer-
seits schlug der Vizekanzler die Erobernng Grieehenlands od
den Zug zn Lande dnrch Armenien Tor, den die Kataluei !■
Romania vorbereitet hlttt«n. Dann Verhandlungen bdder bR
Amald Felagma, dem elnBußrelchsten Kardinal der Kule, dtr
beide Wege Ar mSgllcb erklSrte, sieh nwh den Kwta de
Heerengenschutzes erkundigte und ersuchte, mit l^elneni Kaidl-
nal darüber in sprechen. Alle drei spreeben sodann nil dm
Blechof Ton Taleneta, der als Anrieht des KanDanb I
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Kr. 180. (1311) November 2^. ih»
de] e*r\-o mitteilt, daß der Pa|wt nlt KasUlkn TCrhaadle, wo-
hin dieser Kardinal frem frlll. Zam Sehlaß wdseB ole anf die
mK^roStKlIeheii AnHeliannuKen der KardiuMle roH Bexiem nad
Pelufma hin. Moldien (1811) XATenber 22.
. . . Fem .'iaber, senyor, a la vostra altea, que depuys,
queus trameseni les letres derrerament per nos trameses, peh-
sam et acordani, qiie per i;o cor haviem trobat lo senyor papa
denteniinent, que en lo Cet de Granada venia eli ttrant nies
per paor que H Tahia, quets Castellans e senyaladamenl linfant
don lolian embargassen tota hora aquell fet, parlassem ab
Nanianeu de Lebret '), per co cor es cavaller, e entendria mils
aquests fets quel senyor papa ni eis oardenals, et que trac-
tassem ab eil, en quäl manera se poria hom assegurar, quels
richshomens de Castella no embargassen aquest fet, e per lo
gran poder, que eil ba ab lo senyor papa, volguem ab eil träc-
lar daco, per tal que tractant dl poria lo fet venir a acabament.
E fo axi acordat entre nos, que jo en P. de Queralt partas
ab lo dit Namaneu et flu ho; mas per to cor eil no era sa,
nom pcfch respondre cumplidament, salvant ques porferi niolt
al fet, que el faria en ai,'0 tot quant pogue.^ a bonor de Den
et de vos, senyor, e quem sofTeris alsguns dies, que el fos gua-
rit, e puys respondria aaco pus compUdament e bi tractaria
et bi faria tot quant poria de be.
Apres, senyor, jo en P. de Qneralt ab en G. Olomar en-
sems parle ab lo vicemnceller del papa daquests afFers larga-
nient, recontanli tot vo q"» haviem dit al senyor papa, ne
que eil nos navia respost. E eil dix nos, que aytant con el
conexia be, tenia per inipossible et per sobre difficit passatgp,
quis faes en la Terra Sancta per mar. nias be vebia, que, si
Granada nera levada, que leu serin hom en la Barberia, e
puys per terra fernia sen poria boni anar dela; e que aqdesla
era la conquesta rahonabia et possible e quant aat^o de Gra-
nada, quels richs bomens de Castella nou embagassen, vehia
fi! aquesta via, que alguna persona sollempnial fos tramesa
'l Anutnea VII. d'Albret gehUrt noch Aussage Johanna XXII. der
Familie Ciemeas' V. bd. Er veraab eine ganze Reihe von Rektoraten im
Kirchenstaate. Vgl. Ehrle im Arch. f. Litt. u. Kireheogesch. V, 141.
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2M ä«rictite DBw. vom Konzil von Vtenne.
per lo senyor papa en Espanya, qui tracLas per pari, del senyor
pape ab vos, senyor, e ab lo rey de Castella et ab los richä-
homens vostres et de Castella, en quäl manera se faes la con-
questa e que ab conseyl voslre e dels presessen aquelles vie^
et aquelles segurtats de linfant don lohan et dels richshompn;
altres de Castella, que bastassen aaco, que ells tio ho poguef-
sen empetxar . . . ')
. . . Dix encara lo vicecanceller, quey vehia altra via
aa^:o, que chrislianisme vengues a son enteniment dels Sarrayn^
go es que passas hom en Grecia e subjugas los Greclis a la
esgleya catholicsi e puys per Ermenia per terra ferma poria
hom anar als Sarrayns, qui son della, et que aat^o poriets me>
fer vos, senyor, e el rey Frederich que negun altres per vostres
gens Calhalans et Aragoneses, qui son ja en Romania, qui hao
subjugades molfes terres, los quals Serien ab vos en toles eosft-
ab CO que han subjugat, et los quals han axi esglejals Ins
Grechs, que, segons que dix lo dit vicecanceller, ni Fra[n]sese^
ni altres gens del mon no temen, sino les vostres.
Encara, senyor, parlam nos en P. de Queralt et en C>.
Olomar ab lo cai-denal Namau de Pelagpua, qui es lo major
de la cort, el parlam li del fet de Granada en la forma quen
liaviem parlat al vicecanceller, e respos nos : que ara tnictava
lo papa dalgun passatge, ques fees contra Sarrayns et pens — "
ques faria per dues parts o per una et que noy seria pas obli-
dada Granada; e volcl) saber ab nos, quantes galees serien
niester a tenir lestret et que costarien. Et dixemli, [que ser]ia
mester XX galees [et que'Jus costaria la galea pagada a IUI
meses XXX milia sol. E el dix, que no era sobre. Dis nos
encara, que ells tractaven ara, don Iraurien ^o quey fan*
mester; per que eil nons conseylava, que nos encaran parlas-
sem, mas quens sofTerissem encara, que, con loch fos, eil nos
ho faria saber et parlamin ab nos ey faria a honor voslre
tot quaut el pogues '- , . . porferi molt be e dix nos, que non
parlassem ab negu cardenal altre.
n Fehlen ein paar Bnchetaben. h Loch fOr ein bis zwei WATtw.
') D«r Kardinal macht dann VorschlSge fllr eine vetberei(«ncle Aktim
durch R^hanptnng d«r Meerenge dnroh eine TrnppeDzahl.
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Kr. 180. (1311) November 2^. ä5S
Puys, senyor, fom nos tots tres ensemps ab lo bi^e de
Valencia et dixem li totes les rahons desusdites, e eil dix nos,
que lo cardenal en Bernart de! Garn, qui es nabot den Pelagrua,
et lo qua! fo present, com nos parlain ab lo papa ab lo bisbe
de Valencia ensems, daquests affers havia parlat ab eil e tenia
aquella carrera, quel vicecancelier nos havJa tocada, quel senyor
papa tranieses en Cspayna, per at;o s\ que, s^ons quel bisbe
de Valencia presumi, lo dit cardenal del Garn volria esser
aquel qui anas en Espanya, et assats loava ol bisbe de Va-
lencia aquesta carrera, que aquella de Grecia no la tenia a res,
que mes sc fahia, per quel princep ') cons^uis la terra, que
enten haver en Romania, que per altra raho. Per que con-
seyla lo bisbe, que parlasseni ab Namaneu daquesta raho,
s^ons que ja haviem comen^at, et quel enformassem de fer
la conquesta desta part per Espanya et que aa^o tenguessem
nos ab Namaneu e el bisbe ab quells que tengues per be, e
que pus en Pelagrua o conseylava, que non parlassem aade»
a negu cardenal, per tai que nol ne provocasseni, pus eil ho
havia axi conseylat . . . ^)
Äquestes vos vos fem nos ^aber, senyor, axi com son
passades, per i;o cor segons, ques conle en les altres letres,
que US havem trameses, lo cardenal de Beses nos havia def-
fiats de tot passatge et de tot enantament faedor contra Moros,
e ara lo cardenal en Pelagrua, lo quäl ha major favor en cort
que n^u dels altres, et loqual sab mes la volentat del papa,
nos ha dit lo contrari, segons que damunt es scrJt . . . Scrita
on lo priorat de Modies del bisbat de Viana undecimo kalendas
Decembris.
ßMceloua, Archi», CIU). Nr. 181&5. Or. Pap. Sap. Von dereelben
Uand wie die aodern Konzi lasch reiben. Am Schluß verlaugen sie noohmalE
dringend ihre .meaaii)', sie habeo nur bia „migaat Decembre'. Von keinem
kennen sie leihen. Darauf antworlet der König am II. Dezember (Reg. 331)
f. 71): Scitote noa providiase vobia de expenan veatra in quantitatfl aex
millinm Taronenaiam argenti. qaoa vobis mittimita per (idelem noatram laoo-
bam de Oltzeto.
') PrincepB TarentiDiia, Philipp, Sohn Karla 11. von Neapel.
') Der Biechof von Valencia spricht mit dem von Bayeux nberVal de
Aran. Der sagt, die Sache werde der Küoig bei aeinem Kommen erledigen.
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Ä6Ö Berichte luw. vooi Konzil von Vi«nne.
131. Antwort JmymeH U. an P. Boyl und 0. Oolomarll mT dl« BiMF
Nr. 12« nnd die beiden Nr. 137 und 13!S toid Klt^rlin Datwi.
VenranderaiiK über die infierun^n des Papste« In der KrtH-
zugwüche, die g»r nieht za seinen Instrnktlonen paflten. £>!•
weder seien sie Ton Ihnen «b^wiekev, oder bUten sie lirkt
blar geiiDir ausfenihrt «der der Papst habe niefat direkt danir
feaBtwort«t. Befiehlt beiden heim zukehren und sendet Abbe-
mfimirBBchreilKn. Alagon (1311) Dezerol>er 1.
Seiatis . . ., qnod nos tenores dictarum diiarum Ktteramm
diligenler audivjmus ac pleno colle^nius intellectu. Oehh's autcra,
que nobis in quadaiii littera dicti nobilis et vestra, quam Dobi;
ante has duas priinitns transniisisüs et de hüs, que in altera
dictarum duarum ütterarum super facto "... vidimus contiiieri (?),
admiracionem susceptmus vehemenleni^ .. . que enim istanim
duarum lilterani super Jiuiusmodi materia tenoris videnlur
innuere, quod per dictum nobileni et ros fuerit propositum
ex parte vesti-a domino summo pontifici, quod nostre iIltenciom:^
existeret, ut tottmi passagium converteretur et fierel in acqui-
sicionem rcgni Granate. Continetur enim sie in vestra pricpri
littera supradicta, quod, quantum ad factum acquisidonis Gra-
nate dixit dominus papa, quod non videbatur ei, quod esset
ponendum in concilio per unam viam nee per alian>, pro eo.
quod maius aujiilium, quod fieri posset in aiiquo passagio.
esset prelatorum regnonini Francie et Anglie, in quibus eccle-
sia plure!:! redditus habet, et quod prelati et gentes ipsonim
regnorum conceperuiit tanlam devocionem in passagio Tem-
Sancte, quod non scultarcnt ') aliquid aliud, et quedam aliacircü
ista. El cum vos etiam dixissetis dicto domino pape, quod darelrs
intelligere prelatis predjctis, quod acquirendo istas lerras cite-
riores Sarracenorum proveniretur facilius ad ulteriores et quori
istud passagium esset apparamentum alterius : quod dictum
dominus papa respondit, quod non videbatur ei, quod homo
posset ad lioc facere concordare prelatos et gentes dictoruri)
regnorum per aliquam viam. In altera etiam predictanim
<i Fehlt ein Wort, vielleicht Granate. h Fehlt atwM.
') escoltarien Ihorchen, hSren) steht in Nr. 126. Hi«r a
eierte Form.
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Nr. 131. (1311) Deieniber 1. ä5*J
duarum liUprarum noviter inissarum sie conlinetur inter cetera,
qtiod, cum alin vice futssetis loquti dictus nubilis et vos eideiii
dotiiino surnmn pontifici de nostris nefzociis presente venerabfli
palre episcopo Valentino et inter ah'a de facto Granate, ideni
dominus suinmus pontifex dixit, quod iam alia vice, qua sibi
alioquti ruistis de eodem facto, dixerat vobis inlentum suuin,
hoc est, quod non videbat. quod ad factum Granate posset
homo apportare prelatos nee alias genles extra Yspaniam, quia
nmnes tenent faciem ad factum ultra mare et quedam alia
circa islud. Et cum dictus episcopus Valentinus et vos repli-
cnvissctis sibi multum super hoc, finaliter dixit idem dominus
suinmus pontifex , quod non videbat nee inveniebat aliquo
modo, quod tantum t>onum nos non faceremus in negocio, quin
turbarelur per quendam in vestra littera nominatum. Ex qui-
bus vos videntes ipsum dominum papam non habentem volun-
tatem in hoc, quamvis dictus episcopus e( vos dixissetis, quic-
quid potuissetis, ipsum factum dimisistis.
Ex premissis igiiur nostra exoritur admiracio supradicin.
Scitis enim, quod dedimus vobis informacionem seu consüiuni
nostrum super facto generalis passagii in summa sie continens,
quod videbatur nohis, quod utiJius esset intendere ad destruc-
cionem infidelium per diversas partes quam per unam et sive
per duas sive per unam expediebat ante omnia et necessRriuni
existebat Sarracenos de Granata primitus extirpari. Nam dum
lieret paratus'' generalis negocii, in isto medio posset Granate
nt^ociom consumari. Et quod, si passagium habebat ßeri per
unam vel duas partes, per istam de Yspania ßeret semper
facilius et possibiUus, utilius et cicius quam per aliam partem
mundi ex causis in ipsa informacione contentis. In speciali
ctiam informacione nostra capitulorum legacionis vestre nos
non posuimus, quod decime r^norum Francie vel Anglie con-
ferrentur Vel assignarentur pro negocio Granate nee gentes
extraneorum regnorum vocarentur ad illud set alia posuimus,
ut in ipsis capitulis continentur. Sieque videlur nobis vos
recessisse ab informacionibus nostris seu non exposuisse iuxta
eas vel non significasse clare nobis in titteris supradictis aut
li So Eegiater.
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258 Bi-richte üb«, vom Konzil von Vienrio.
prefatutn dominum papaiii a<l easdeni directe non rospondissc.
Sane cum nos liabita delüjeratione. consideralis omnihiis. pro-
vidimus vos ambos atJ nos debere redire, volumus ac vobis
dicimiis et niandaDius, quateiius visis prescntilnis ad iioslraiit
presenciani redoatis. Ecce auteiii, quod vobis mittimiis aliaii;
Htteram iiostram, quam diriginms domino pape, cuius tenor \in-
sentibus est incluäu^. <Juam quideni )jttcram ipsi domino pc'.p<'
oferetis, si prefato episcopo Vaientino, ciiius consilium requiri-
tis, videbitiir oferenda. Alias presentetis ipsi domino sumnio
pontißci aliam Htlerani iiostram, quam vobis assimili mittitiiu-;.
piT quam vobis precipimus, ut ad noslram presenciam reiie-
atis . . . Dat. in villa Alagonis kalendis Decembris anno
quo supra.
Hitrcelona, Archiv, Reg. 330 f. 69 ■'. Es folffen die beiden Brii-fo
von) selben Dntum. Dann (fol. 71) am 11. Dezeinl>er nach Empfiing <lri
Schreibens vom 22. November (vgl Nr. 130) befiehlt <ler KSnig beiden, m
iSi. Die KoDzIlsKesandtcn an Kttnig Ja^in« II. : Vier Fragen des Faf-
tites BOH Konxll Ober die TemplerTerteldiguuif ; nur der En-
blacbof T«n Bouen, der Abt von Ciutif und drei UlsehSIr ><la'
fegen Jede Verteldignng'; gitißer Eirer In der fortrahrnnK dtr
Angelegenheit fehlt, well der alles besllmnieDde Kflnlg n>n Fnnic
reich sich noeh nielit geHnßert bnl ; verr-ebtedene Ansichten flbrr
die Gesebieke der lemplei-i^Utcr ; Anfraice naeh di^r !^tellnng tt^
KGntirs hierzn und In der GraRada-Angelegeahett. Hotdien (13)»
Dezember V2.
AI moll alt e molt poderos senyor en iacme . . . rcv
Darago etc. nos en P. Boyl e en G. Olomar ...graeia. Havem
reebuda, senyor, vostra letra ') per vos tramesa al iioblc en
P. de Queralt e a nos e entes co qm; en aquella se conlenia,
eneontinent lo dit noble se appareyla de loniarsen a vos, senyor.
segons io vostre mananient. E nos, senyor, abdos romanim cii
lo concili per espeegar (,o que ler pagam en los voslres lels.
Los alfers, senyor, del concili son en aquest eslamenl, quci
senyor papa, molts dies ha passats, Teu IUI questions al con-
cili*): La primera, si defensio devia esser donada als frare-
') Vgl. Nr. 127 vom 6. Nov. Anmerkung.
'l Der Zeitpunkt ist genou nicht lu bestimmen.
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Ur. 182. (1311) Dwemher 12. SSlI
del Temple, qui defendrc volguessen si o lorde, enans que mes
In fos enanlat. La sef^ona, si, posat que ia derensio defiues
csser donada , devien esser reebuts ala dita derensio tro a VI
o a VII Templers, quis ereti ofFerts a Ia dita defensio en lo
dit concili. La ter^era, si aquells frares no devien esser reebuts,
st tlevia hom donar leer atots los l'rares del Temple de di-
verses parts del mon, ques ajustassen en un loch per Ter sin-
tlicli o procurador a Ia dita defensio. La quarta , si aco
.sfinblava al dit concili diflictl cosa o qunx impo5;sibi), si el
papa per son oltici lurs dcria« defenedor,
E haut acorl sobre aquestes questions lo senyor papa
personalment oyi lenteniinent de cascuns sobre aco. E tots,
poirhs exceptats, tengren, que defensio devia esser dada al dit
orde, E a(,ü mes per satisrer a dret que per altre acabemenl
i\o 'protit, qui sen pogues seguir al dit orde. Per lal com
lant veen les presumptions forts contra lorde e tant es lo fet
aenant, que no veen, que sens scandal pogues romanir.
Larchabisbe de Roam ab labat de lunyech e tres bisbes
tent^ren, Ia dita defensio esser denegadora. Tots los altres
tengren lo contrari, segons que danmnt e.s dit, e que defenidor
devia esser deputat per lo senyor papa. Apres lo senyor papa
ordona, que cascu inetes sa resposla en scrit ab son segeil.
E han respost. E linalnient le^ resposles venen a atjo, que
damunt es dit. lassia que velam , sepons que par , que sens
altra defensio sera enantar en lo dit fet, csters lo fet se
aiianta fortj a espay '', e noi inenen axi com a tioniens, qui
enantar volen, mas donen aquesta color de enantanient per
tat cor un piint no grasen enantar, que nou sapia lo rey de
Franca, axi que finalment en toi e per tot sie fa, axi com el
vol ! E eis fets se tracten es nienegen mes que nies per aquflls
prelats, qui son de sa casa e de son conseyl.
Nos, 'senyor, tenim a prop los fels, axi com podem, e
«ntremetem nos de tot nostre poder de saber los ardits e les
opinions de cascuns e specialment sobrels bens, per co quens
puscam guarnir dels affers, com tractaran daquells, e segura-
nient veem e conexeni, senyor, que fort nous sera fet en a^o.
II So Or. b Or. hat eher espau.
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260 Berichte usw, vom Konzil von Vienne.
E a(0 "OS iia dit spocialnieiit lo cardcital de Besers, qne. äi
alren vollen fcr, etl cridarta tant, quel uyiria hoin en nllra
part, e daco diu, que sol no liaiain duple. Ära, senyor, noä
haveni pensat, que regoneguts los capitols e les informaiioni
vostres, quant als bens del Temple, la on se degues lordo
cassap, havem una enformacio general, qae irisistani a coiiser-
valio de! vostre dret, que devets liaver en los dits beus se^ons
les cartes deles donaltons fctes daqiiolls per vostres predects-
sors e que liavets acu^tumat haver ells e vos en aquells bens.
Puys baveni en special enformalio, que fossen assignats a lonle
de Calatraua en la Tornia per vos, senyor, a nos donada, I»
quäl, aytiiiit com nos eiiteneni, no vecni, ques puga fer. per
(,0 cor si lorde del Temple es cassat. veem, quels denies enle-
nen, que sien los bens de tot lorde assignals a altro.'onle
noveylament faedor, axi quel cap de lorde fos en Oltinmar.
segons que era en temps dels Templers, e que tots los altres
bens resposessen al cap, segons que era custumat ladonctis.
E axi segons a(,'0 no Itauria loch t-o que vos, senyor, nc voWs
del orde de Calatraua. Per co, senyor, deym, que la major
partida son daqtiest entenlment, per tal cor aiguns son de
opinio e ho demanen, que la adniinistratio dels dits bens fo:'
eomanada als dyocesans e que per aquells fo, quin esiria. fos
convertit on subsidi dela Terra Saucta o en aquells uses, als
quals foren deputats per los dona^ors daquells; mas 31,-0 no
[IJoon los prohomens diens, que son seguiiria inlamia a la es-
gleya, cor parria, que per avaricia de appropriar los bens a
si aguessen cassat lorde de Temple. Altres toquen, que fossen
assignals al orde del ICspital, mas aco no loen neguns, drens
que en lorde del Espital veen inolts nials et molts vicif per
sobrefluitat dels bens, que ja han, 0 que pocha cura hari de
despendrc los en (.o, a que son assignats, e que . . , fan belies
sales e bells pataus c no han cura de esvayr los enamielis
de la fe.
Per que, senyor, daquestes paraules concloym aaco, qui'
pus veets, que per neguna deles carreres, quis loquen, no sem-
bla, qucs degues seguir la vostra, go es del orde de Calatraua;
sia vostra nierce, senyor, que pensets ens enformets, si aqnella
no podiem acabar, ala quäl ferem tot noslre poder, ques seguescn.
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Nr. 132. (1311) Dezember 12. 2«
qual via volets vos, que tenguessem ralionabilia, per laqual
vostre dret fos conservat e la vostra ierra fos guardada de
perill; c specialment . . . quens dix lo cardenal de BesRs. La
qual vos havem feta saber, vo es, que les forves roman-
guessen a la voslra corona, donada per vos aytant a renda
en lochs plans.
Atre^i, senyor, sobrd fei de Grunada nos duuas general
enformatio e puys devalas a spf;cial via, niot^ut per les paraules,
({ueus dix lo noble en lacpert de Castell nou, e per (;o, senyor,
cor als res no es segons que jaus havetn fet saber, sia voslra
iiierce, senyor, quens cerlifiquets, qual via volels, queHingani
(laquelU fets, per vc> ca"> "^^i segons que jaus havem fet
saber per altra letia, havem tractat daquest fet, meritre en
P. de Queralt hie era, ab en Pelagnia e ab lo vicecanceller e
ab Namaneu de Lebret, e ara menys den P. de Queralt se-
guireni aquell matex traclament. E encaran parlarem ab
alsguns prelats de Fram,», qui sabem, que han bona volentat
al servey de Deu en aquests fets, donan lus a entendre, que
pus passatgc nos (u an la Terra Sancta, que haguessem lui-
cor al passatge )lci.-a del regne de Granada e de Marrochs e
dela Barberia; e nos aldemig, senyor, mentre laguiara la vostra
resposta de venir a nos, sobre acu induirem elis e enformarem
daquests fets en totes aquelles maneres, que vejam, quels
poguessen aportar a plau de Deu e a honor e de vos, senyor,
axi que, con aguessem la vostra resposta, qual es vostre ente-
niment sobre a^o, sabessem ja, quin poriem obtenir.
Per que, senyor, sia vostra merce, que axi del fet dels
bens del Temple com daquests fets nos vullats certificar en
special de vostra intencio . . . Seguramcnt, senyor, com esta
letra fo feta, no haviem messio a mes de V. dies . . . Scrita
en lo priorat de Modies dtl bisbat de Viana pridie Idus
Decembris *)■
BKrcelonn, Archiv. CKD. Apend. gen. Nr. 31. Ur, Pap. Ssp.
') In eiDem beigefQgteo kleinen, undatierten StDck eprecb«ti
der Angelegenheit des Grafen von Ainpiirias und welche Politik si
VeDexisner Sache einschlagen wollen.
izecy Google
362 Bericht« ubk. vom Konzil vou Vienoe.
133. Die KftuzilKfreBuudteti nu KÜnig Jajrmc IL: Der Pupst M nkkt
Kegren Ibre ItUckkelii', iW Jedoeli, bis znn bnldl^n Seblnß in
KoQxilti za iTHi-tfn, i-rkllirt sich aber ^^n die SVcbkebr in
TOB Ihm aniterord eilt lieh gelobteii Uisehub von Valenela; «ker
kenne er 20-30 l'itllsten nilsseu. lu IHiipercr AusfÜhniBS, ntl
Trüncn in den Angeu, schildert Clemens V. die Ton den Vnr*
xliinem der Kirche dureli den Angriff nur Kerrara aiiseUs*
HchiDHch niid beklngt bitter die ElnmlBehniig Jayines zu tian&tfD
derselben. Sehlnß des Konills H Tii^e nnch Kncbriuuas dei
Herrn. Ersuchen nn den KKuIg;, deu KardlaXIen PeUfni.
Beziers und I'. C'olona» ilankbriere zu senden. MUtellnnr, 1>6
der l'apst sieh ^eticlm gegen eine neue OrdensirrUndnni; and lir
f berlns^uiiff der Tcnipleri^lltei' nn die IlospItaMter iinsgeüprorkm
linhe. VIenne (1SI1) Dezember 27.
AI niolt alt e molt poileros senyor en lacine . . . rej
Darago etc. eti P. Boyl e en G, Olomar . . . Tantost reebudes
les dites letres ') anain nosen al dit bisbe de Valencia e dixeinli
(j'o, quen les letres veslres era conten^ut ; o hac gran piaer. si
(er se pogues, que eil sen tomas. E puys nos anam nosen a casa
del senyor papa per presentar li les letres e veeniJo e dii,
que, per tal cor nos sentia be, nons podia oyr, inas que li
donassern les letres . . . Apres a<;o esperam II dies e cntram
devant eil o eil ... respos !ia(;o, que eil nos dara lirentia de
tornar, si tornar nosen voliem, nias que nons podia infornuir
del dit temps, per tal com el creya certainent. que, abans que
nos fossem tornats a vos, senyor, lo concili seria deliurat.
Per que no poria haver loch la nostra tornada ni daltre^ llli^-
satgers vostres. E aquesta resposla feu mogudament
Apres, senyor, presentanili la letra vostra, per la quäl lo pre-
gavets, quen lexas tornar lo bisbe de Valencia, e respos nos aaco.
que eil conexia lo dit bisbe, depuis que era estat bisbe, e daban>
encara, nientre era mestre Banion *), e quel conexia per prahom e
qui havia gran saviea e gran experientia eque encara preavamolt
la sua santitat de lx)na vida e dix. que no haguessem cura dell
e quel 11 lexassets, que eil nentenia en als, que mes vos ser-
viria aci, que en vostra terra, e eil quil havia ops ati per la
publica uliiitat e de la universal esgleya. e vos trubariets. qui
'i Daß sie und der Biecbof vuii Valencia abreisen sollten,
'-'} Als solcher war er nn der Kurie in der ersten Zeit Bonifiti' ^l"-
tätig. Vielleicht hat ihn Bertrand del Oot dort gesehen.
oy Google
Nr. 133. (1311) Desember -27. 268
faria be los voslres affers, e que mes tos hi serviria ai;i, e
que eil no daria licencJa a n^u prelat, que sen tornas, mas
los leclis no retendiia; e que abans daria comiat a XX o
XXX prelats dels altres que al bisbe de Valencia tot sol. Per
que dix, que dai;ons calassem.
... Del fet del comte Dampurias no parlariem , si no
iitc liavia algu de la sua pari, quin parlas, per (;o com veyeoi,
c|ue tots neren contra vos . . . Nos presentam al senyor papa
In letra vosira . . . a escusar vos del dit fet e nos , . , dixem
a escusa de vos, ?enyor, tot quant poguem de be. E com lo
senyor papa nos liac escoitats, largament respos aa(.;o, que eil
voya , que en les Ictres , que li trametiets , vos appelats
GanITanon ') de la sancta esgleya e almirayt e capitaii general,
mas les obres no responien a les paraules! Que la major
onta, que la esgleya de Roma agues presa, XX ans ha ^), li
havien feta Venecians en lo fet de Ferrara, e quek altres
princeps dei inon, alsguns a requesta de la esgleya, altres per
31 maseys, havien be cumplit iur deute en aquest fet, de que
liavien fcta honor a la esgleya e a si meseys. E que vos,
senyor, qui sots capitani de la esf^leya, no haviets res fet,
rjue encara viiy al dia nols hiviets ncuydats, ans haviets
i'et retre al comte Dampuries i'u que tolt lus havia;
que eil tenia, que! comte Dampuries havia be fet, e que eil
presumia, que tot erestia, qui mal agues fet als Venecians en
aquest cas, ho agues (et a hon enteniment, e que no calia,
quo fossen dessafliats les Venecians per negu erestia, pus la
esgleya los havia desafllats, e que aaQO no podia valer usatge
ni ley de vosira terra ni custuma per la auctoritat de la es-
gleya. Per que dix, que non reebia vostra escusa, ans dlx,
que tots temps en (;o, que haviets volgut dell e dela esgleya,
havia eil fet a vostra volentat, aytant com havia pogut, e que
eil nulls temps, senyor, nous havia aemprat de res, si no da-
qnest fet, e del fet dels Templers, e que daquest fet nous
erets entranies. Per que dix, que, si a Deu plau, nulls temps
nous aempraria de negun fet! E a^o dix tarn mogudament,
que tots los ulls li vengueren en aygua!
■) Der Titel war ihm von Bonifaz VIII. gegeben.
*) Trotz Philipp d. Scb. und Anagnil
izecy Google
264 Berichte usw. vom Konzil von Vienoe.
E DOS, senyor, reppücaiii aa^-o e clamam li inerce, ijuc eil
110 fos axi ni(^ut, que vuy en parent ni en amich, que eil liara
el mon, no havia tant com eti ros e que n^uns deils nn
Imuria tantost a son servey com vos, e qiie, per amor de
Deu, no ha^^es aytal oppinio de vos, e sobre aco )i diguem
nioltes bones paraules , quel po^uessem pacificar. E puys
rahonam per aquetles rahons, que sabem o vos, senyor, nos
Jiavets fetes saber, per les quals eil hagues vos daquest fe(
per escusat. E non poguem haver als, que eil no tan sola-
nient es despagat de 1,0, que vos, seDjor, havets fet retre al
comte: mas encara com de fet no havets enantant contra Ins
Venecians. E dix, que eil amava la vostra persona e li erets
molt car, per quetis conseylava, que h^uessets be vosti-e con-
seyl, que per aquesl fet no encorreguessets les sentencies sobre
a^o donades.
. , . Finalment nos dix, com molt lin daniassen merce.
quo a elt playa roes lo nostre roraanir quei tornar e qiie nos
no podieni molt aturar, que eil se pensava, que dins XV. die^
apres Aparicio ') seria lo concili finJt e lavors quen sen porieiit
tinar . . . Dixem al senyor papa, que nos aturariem, pus aell
playa mes ... Fo pagat, axi que partim molt be dell. E de-
puys nos ha mils reebuts gue dabans . . . Nostra posaila.
que ara nos han donada, depuys quen P. de Queralt sen es
anat, en Viana es prop la posada del vicecanceller . , .
Encara, senyor, sia vostra nierce, quens certifiques, si lo
concilij^no era deliurat, com baurem vostra resposta, sins en
tomarem en tot cas o si romandriem . . . Encara, senyor, vos
clamam merce, que trametats lelres als cardenals de Pelagnia
e de Beses e an P. de la Colona, de quins podem molt loar.
en quels fa^ats gracies de nos. quins ]oam molt dells, qav
prenen be vostres fets e quels Irobani amiclis vostres ... E
sin enviarets altra al marches-), e el cavall, que en Virlal de
Vilanoua li promes, porians tenir bon loch, que ara par, que?
acosten los affers. Moltes v^ades, senyor, vos havein fet salwr,
') Also bis xnm 20. Januar 1312.
*) Ob der Neffe des Papstes Bertnuid, Solm des ii
atorbeneo Arnold (jarsias?
izecy Google
Nr 188. (1811) Dezember 27. Nr. 134. (läll) 12 Januar 2. 265
quc liavcm niester iiiessio e ara no ho podem nies lagiar, que
jaus es Tallida la messio, e no sera honor vostra, que hajain
a fnanlevar per la vila o que hie sofferissem fretura , . .
Dien, que) eiiiperador es eticara en (ii-noua: esters conilu
sich per eert, que la nmllier del emperador es morla '). Do-
puys, senyor, que aquestu letra fo feta sabem, senyor, secretamenl
ab lo cardenal de Beses, que en secrel lo papa sera rahonat
ab eil e ab los altres cardenals dels ber.s del Teuipte e que
havia dit, queb seniblava penll a fer orde novell, per que no
auria, quils inforinas en regia ni en iiltres coses, quis conve-
iiien a religio, mas qtic )i semblava, quels deguessen applicar
al Espital, e eil, que havia dit, que los princeps del mon per
lo gran poder, que Lespital havia, no si acoi'darien, ^i quey
hac parlat de Calatraua e Dudes e dels Alainanys'); e el
papa dix, que no eren ordens generals per tot lo mon axi
com Lespital . . . Scrita en Viana VI. kalendas lanuarii.
Bsrcelons, Archiv, CRD. Apend. gen. Nr. 80. Or. Tap. Sap. Am
3. Februar 1812 aiitwartete Jiiyme <len beiden KoniilsgesniMlten : Kecepimuii
pridie littei'tiin vcstrniii. per quam significastia nobia ea. que fecistiä com
ilomino papn super facto reililae vestri et venerabilis . . . episcopi Valeatini
... et qaomodo vis» voluatnte ipeiuit donÜDi pape et qnia dudcü comitis
Impuriamin veaerant, remansistia . . . Rescribimus. . . . qaod egiatia pru-
«lenter et caiite in remflnendo ... et extunc pro expcdito accipimus, ut ua-
qiie ad expedicionem flaslem seu decisionem connilii genernlia in ea debaatia
remanero. Lber die TeniplergQter und über die Äußerungen doa Kardinal»
von tieziera fafltten aie jetzt wohl den königlichen lirief. Die Briefe an die
drei Kardinttle sendet er mit dieMm. Calntajud (1811) 1318 tVbraar 3.
ReR. 336 f. 72.
131. KOnlK Jayne II. iin seine KoüiUsgesandteB: Antwort auf das
Sehntben von 12. De»mber 4Nr. I^. Fordert in Treit^rn Kon-
dlakeriehten snf. HiiulehtHeh 4er Templei^Bter verwelFit er
tat seine Information. Sollen flr einen Zirelg <tea Ordens von
CaUtmra wirken, der den Papste die AIvbIkd feben dürfe, die
der BrafoneslBehe Tenplermehiter dem GrofimelKter sab. Kommt
ein Bidcrer Orden* dann mtuea sie (Hr Eisatz der JetziKcn Ans-
Caben nad rSlllge OberelBBtlmman; seiner Beehte Aber diesen
wie bei den Templern wirken. Sie sollen aaf die Sonderst«! long
der Templer In Aragonlen ansdrflekllchst hinweisen. Die Zah-
') Die Knuigin Margarete war am 11. Dezember gestorben.
-) D. h. der Deotecbe Orden.
izecy Google
266 BericLte usw. vom Konzil von Vienne,
\uag iin dcu GroKmeMci' Ist nur xiigelni^eti, trell der KÖiif
und seine Vorfahren Rnr keinen Einblick in die Temitlerpriillf
glen, die Jelit In seine liande gerallen sind, Iwkoninien liontfi.
Die Urnunda- luge legen heil soile» sie g^emilO der IiistrulitiDii nr-
felgeii. Siiviigossii U-''1U 1- JaniiHT —
la. etc. Petro Boyi niagistro racionali et Guilelmo Oulo-
iiiai'ii iiidici curie riostre diluctis consiliarüs nostris. Recepinius
litluiTiiii vestrani, quam nobis iioviter Iransniisistis, causas qiui-
tiior in se specialiler continenlem : primain quidem super sign!-
ficacioiic qiiatuor queslionnm, quas dominus papa fecit conciJio
super lacto Teniplarioruin el super responsione subsecuta ail
eos; secundani, in qua intimastis nobis, quaJiler remisse proce-
ditur in diclo facto Teinplarioruni et que causa est reniissioDL-<
ipsius et quomodo vos intioniititis toto posse sciro oppiniones
sin^lorum et specialiler super bonis Tenipli el quod seciire
videtis el cognoscitis, quml nobis non inferelur iniuria super
eis ül quod per cardinalem de Bitenis vobis sie specialiler
fuisse" responsuni el quedain alia super eisdeni bonis facteneiii
in vcslra dicta tittera subsequntur; tercio super facto Granale,
qiiurta que scripta erat in quadain cedula interclusa in vestni
liHera nieinorala per niodum rcsponsioiiis directum nohiü super
Itiis, que vobis scripsimus de ne(;ocio comitis Impunanini.
Hiis igitur omnibus plene intellectls vobis ad singula taüter
respondemus. Et primo ad primum'', quod placuit nobis.
quod significaslis nobis de quatuor questionibus supradictis et
placebit eliam, quociens novos concilii illanim parciuin signi-
licandos rumores ullerius referetis. Ad secundum lauter respon-
demus veslram dili^enciam comendantes, quod nos, sieut bene
scitis, dedimus vobis informacionem completam super facto
dicioruni bonorum Tempil veluti super recuperandis per nos
missionibus <- et expensis factis in ca[pi]endis et occupandis ad
manum nostram tionis Tempil, veluti ut Iura nostra et regni
nostrl, quecumque ordinacio inde sequatur, minui vel preiudi-
carl non possint, que in informacione vestra clarius sunt con-
tenta ; et veluti super non consenciendo a vobis, quod Ips^i
bona conferrentur ordinl Hospilali neque Ucciensi ex causis in
dicta informacione contentis, set quod placeret voluntati nostn.'
ri So Heg. b primam Heg. c Statt mesGionibua,
oy Google
Nr. 134. (1811) 12 Januar 2. 367
curiscritire, ut crigeretur magistratus ordinis Cülatraue in vegno
no3tro secundum modum Ira^ius Jn nustra informacionc coii-
äcTiptnni, in quo inter aira continetur, quod bona Tempil posita
iti rogno nostro nssignarentur ma(tistrütui supradicto, in quo
constttuerentur fratres naturales nostri, n( fratres Tt-mplarii
existebant, in quibus nos haberemuä servicia regalia el uliu
iura, que in Templarüs et aliis boniü eoruni habcbamus. El
quod, si aliter obtineri non pusset, quod dominus papa liaberet
a magiülro dicti ordinis Calatraue cesponsionum, quam magister
Tcmpli regni nostri faciebat inagistro niaiori ordinis Templi . . .
Kt in hac inforniactone nostra persisliEiius et per vus pei-sisti
niandamus et speciatiter in obtinendo, si poteritis, ut dictum
magistratus Calalrauensis ordinis in legno nostro, prout vos
inrormavimus, ordinetur. Sane si boc obtineri non possct, set
ordinaretur, quod alius oido institui dcbebat, sicul plures tenent,
ut dicitis, et caput ipsius ordinis esset in partibus ültramari-
nis, prout erat Templariorum tempore, quodque omnia bona
responderent cupiti, ut erat Templariorum tempore usitatum,
infornaamus vos, per vos lalem viam esse tenendam, quod
instelis et solliciti existatis modis omnibus, quibus <liscrecioiii
vestre videbJtur, quod nos dictas misslones et expeiiäas recupo-
rare possimus, et quod sinl salve nobis et noslris rcgaiie et
universa iura nobis competencia et debencia compelere in per-
sonis iioviter ordinandis et in bonis, prout habebamus in
Templarüs et eorum bonis, et quod dicte persone, que noviter
ordinabuntur in ordine noviter erigendo sint de rej^no nostro
et naturales nostri, prout Templarii exislebant, ut nos in ipsis
confidere valeamus; et ex quo tales essent, de castris seu for-
titudinibus plurimum nun curamus. Dicatur eciani per vos
domino pape et alits, ul expedieril, prout iam plene existitis
informati, quod nos specialia iura et speciales condiciones
habebamus in Templarüs et eoruni bonis et habere debemus,
ut apparet plurimum per cartas donacionum eis factarum per
antecessores nostros, que fortassis non habent aliqui principes
orbis terre, que videlicet sunt: quod ipsa bona data fuerunt
ad dcfensioneni ecclesie occidcntalis et ad Sarmcenormn Vspanie
ofensionem et impugnacioneni et quod propterea nullalenns
pateremur, quod bona ipsa deputarentur aüts provinciis preter
oy Google
268 Berichte usw. vom Konzil von Vjenac.
illas«', quibus per dictos antecessores nostros collata et depu-
tata fuerunt. Et si per doriiinum papam vel aiios obicerefur
vobis, quo modo predecessores iiostri et nos toieravimus, iil
Teniplarii teire nostre certam responsioiiem niagistro maiori
in parlibus utlrantarinis anno quolibet fxhiberent .. verax et
iusla causa pronipta ost, quam dicetis, quia Templarii su«
privilegia seu cartas donacioniim predictarum in absconso et se-
creto tenebant nee avus, pater et fraler nostii reges AmgonuMi
meinorie recolende neque nos ipsus earlas vjdore poluinius.
tisque quo nos modo eas vidimus, in cttius manibus ex cauiüi
Processus facti contra Templarios provenerunl ; sicque ignoraii-
tes per quandani toleranciam passi fuinius responsionem ex-
hiberi predictam, quod ulterius, sicut prescribimiis, nullatenus
patcremur. Ad tercium vero de facto Granate vobis taiiter
respondenms, quod completam informacionom vobis dedimiis
super eo. Et ubj id, quod dixit nobis nobilis lacpertiis dt-
Castronouo, non procedat neque sit, ut retuüt, prout signi-
licaslts nobis iam alias et nunc, alia tarnen sunt in infoniiactonc
uoslra, iuxta i|uc tractare poteiitis et läcere secuiiduni eandeiii
inrormaciunem, prout altisstniuR pro suis serviciis dignabilur
ministrare. Nee aliam novam informacionem vobis cc^osci-
mus faciendam . , . >) Dat. Cesarauguste IIII, nonas lanuarii
anno domini MCCCXI.
Üsreetono, Archiv, He«. 33ß f. 70 " F 5 mit Bemerkang : B de Xikt-
sone luaDdalo regia et fuit ei lecta,
18Ö. 9le KonzilsKesandten an Kltnig: Jmyme IL; Der Papst btrkr
nach der Reibe die Pi'HlHten Dentschlnods, En^landa, ans dw
Arelat, der Prorence, aus gimz Spanien, Italien und Fnikrdtk
nnd befragt« sie über den Krenzzng. Die Dentseheo, Englloin
sowie die ans dem Arelat rieten znm Krenzzuf Ins h. I^nd bmI
gewahrten einen ßjährlgen Zehutra; die Italiener i
d illis Reg.
') Dann beiBt es noch : Ad quartam auteni et ultimam respondsmiia
apprabars, quod deliberastis cum venerabili episcopo Valentino, nee faure
verbgm de factiB predicti comitis impuriarnm, nisi per part«in ipaias conitie
primitae moveretor.
izecDy Google
Nr. 185. (1312) JAQuai 2S. ä6ö
Vahrt durch Boroania nuä khIku gleieben Zelmtcn, HChlDgen
aker zogloleh itm Kreuzzag natrh ClmnadH vor. Die spanlgehen
PrHlaten wU«Hcht«u, dxB die tipanlKchen Kitnl^, besonders
Jay ne, ^hSrt wUrden ; ein allg^ineiner Kreuzzng ohne Granada
f^nge kaum. Der Papxt Nprnch seine Bedenken nun, nollt«
aber die KardlaUe blerUber befragen. Die hIerfHr bemTene
Tenammlunf: konnte noeb nicbt atattflndeo. Die Franzosen
antTTortclen noeh iiielit Hau erwartet den KUnlg von Frank-
reieh, der, dureh den ZTrlsehenbll des Grafen Ton »fers ab-
^balt«n, bald entehelnen wird. VIenne (1312) Januar 32.
AI iiiolt alt e niolt poderos, sonyor, en lacme per la
tiracia de Deu rey Darago etc. en P. Boyl e en ü. CHoinar
humils servidors voslres, besan voatres mans e vostres peiis, senyor,
nos comanani eii vostra gracia. Sapia, senyor, la vostra altea, que
apres qiie Nauarrolto correu vostre se patii de nos, lo qual
vos porta una lelra, per la qual significaiii a vos. .■senyor, en-
Ire les altres coses ieü paraules, quel senyor papa re.spo5 a nots
sobrel fei del comle Dampuries . . . ')
Apres, senyor, sapiats, quel senyor papa ha appellaU
tots los prclals. F, prinierament aquells de Alamanya e de
Anglaterra per si. E apres aquells del regne Darlet, qui es
aquesta ierra del imperi, c tota Proensa, e puys aquells de
lola [^spanya, e puys tots aquells <le tota Italia, o puys
aquells del regne de Frama. E a cascuns per si parla
on la canibra sobrel fet del passatge, requirent clls , quel
conseylassen sobre ato, quina manera bi devien tenir:
o cncara quey fuesson (!) ajuda. E aquells Dalanianya e
Dangloterra ponseylaren lo passatge de la Terra Sancta e
iitorgareulii la dedma de VI ans. Aquells del regne Dar-
let feren seinblant concessio. Aquells de Italia conseylaren
lo passatge, ques faes per Boniania, e atorgarenlii la dectma
de VI ans ab niguncs condlcioiis, e per lal cor nos liaviem
parlat ab ells ensems ab lo bisb(< de Valencia del fet de Gia-
nada, conseylaren et supplicaren al senyor papa, que donas
loch al fet de Granada, que lau ievas hom al demig, mentre
'] Es folgt eine längere ErOrteiung ihres Verhallpna in dieser Snclio:
Lo vicecaneelter ah qui dnbaua feyen Iura Atfers Idio Gesandten des Grafen
VOD AmparitR) los ha de tot en t«t denegsds tota favor ... Es molt vo-
leiit«ros a ser/ir vos ena preha inolt eii diu grnn be.
izecy Google
070 Berichte usw. vom Koa/M von Vifnno.
lo pussatgt' major so appareylariü. e segori:* qiiens dre io
patrinrcli Dantiocya, al l'et du Granada ha via feta bona
re?posln )o senyor papa, per (juens conseyla, que pt^osegulsspiii
lo fei.
Apres, senyor, resposeren los prelals de Espanya. E quaut
al conseyl, quel senyor papa lus demanava, dixeren, que ai
aquesls afTers sabicn mes los princcps, per que conseyiaven.
que! st-nyor papa volfrnes liaver coiiseyl sobre a^'O dels prin-
ceps Despanya c senyaiadainent de vos, senyor, qui sabiets
Ines en aquests affers, cy erels pus exercitat, que ne},'u dels
allres. Quant ala ajnda iur alorgarcn hi la decima de VI nti:;
e exposaren al senyor papa la neces-*itat eel perill, qui \e a
tispanva per lo regne de Granada e que dels princeps ni deles
gens Despanya nos poria lioiii ajudar cn passalpe general.
menlro Granada romanfrues axi. La quäl ne poria esser levada
per los princeps Despanya, mentres faria lapareylament di-I
major passatge. E suppiicaren al senyor papa, que el hi vol-
giies ontendre e girarhi aquel siibsidi, que ells hi fayen. E el
senyor papa respos, quant al fei de Granada, ques temia, que
si concurria ab lo fei del passatge major, qui' non venfnies
ernbarcli al passatge. Esles que eil ajustaria los cardenals e
qne oyria los prelals Despanya davaiil ells e si trobava, que
per io fei de Granada no sembargas io passatge, que ü ptaliia
niolt e qucy daria obra.
Depuys, senyor, apres II dies lo senyor papa ajusla io=
cardenals e foren aqui los prelats Despania e nos ab ells ca-
sems per tnoslrar les ralions inducUvas al fet de Granada p
que per aquell no ve embarch al passatge general, ans hi vp
endrecament, inas per (.o com lo papa havia a entendre nii
allres affers, per que era ajuslal lo coll^i, noy poch entendre
lavors, inas un daquesls dies lii enlendra lo senyor papa, e havem
speranca en Den, quel fei tendra bona carrera. E nos, senyor,
segons la forma dels capitols quens Iiavels liurada sobre nqiie^t
arlicle, faremhi almils qne poreni.
Los prelals de Fran^a, senyor, encara no han fela in-
guna respnsta sobrel fei del passatge. Lo concili, senyor, e^
en aquest estainent quanl al espeegament, quel senyor papa
esperava lo rey de Fran(,a: Sine quo faclum est nicbil. K el
izecy Google
Nr. 135. (1312) JHnunr 22. 2H
dit rey era ja en cami assafs prop, mas eil tenia pres lo
comtc- de Nillers, tili primogenit del comle de Flandres '),
pe[\o cor li imposnvn, que eil havia Tetes algunes exactions c
pxtorsions pccuniarias a algunes fcens del seu comtat niatex,
de qne era encorregut. en (fran peiia e que encara havia sosten-
tfuts bandits del dit rey e altres nialfaytois en lo seu- comtat,
e quo encara eil havia promes en lo tractat de la pau feta
entrel dit rey eis Flamenchs, que faria e euraria, quels dits
Flamenchs tendrien la pau, so(rons la rorma, qne ern cmpresa.
La quäl cnsa no havi'en volguda fer, de que era danipnificat
lo dit rey en nies que no valia lo comtat de Nivers. Lo quäl
lii havia obligat lodit comte. E com sobre aqnests capitols
fos ritaf lo dit comte e vengues guiat per guiatpe de nion-
senyor en Karies, germa del rey de Fran^a, fo res nu menyy
arestat. E eil roinanent arestat en Paris, . , . io rey de Fran<;a
venia sen al ronciti e lexa ordonat, com parti de Paris, quels
maestres de la corl, qui romanien, mannssen de part del dil
rey al dit comte, qne tbs en carcer ferrnat, lo quäl ells
apcllen a differencia darrestar, com son guardats ab gnar-
(les e ab ferres en manera, que no sia en Inr nia de anar-
sen; nias areMar es, com hom Ins mana solnnie>it, que nu
isquen dun alberch, e si pjissen lo manament, encorren pena,
que son a nierce del rey. K roni lo dit comte hac oyt,
que en carcer fermat lo vollen mclre, disäiniula lo fei e dix,
que en lendema iria ah ells la, on se volt,'uesBen : e eils par-
tirense dell; e el dit comte es sen anal. Per que el rey de
Fran^a ha significat .iquest fet al senyor papa, dien, que hnvia
son acort e conseyl, si per aquest fet sen tornara en Franva,
{■ si atomar sen ha, no pora csser al concili, Mas si troba
dacort, que noi ne.cayla tornar, per a<,o veiidra lantost. K
axi, senyor, per una via o per altra pensam nos, qne, si a
Den plan, lo concili se delinrara tost. K nos, senyor, segoiis
lo manatnent quo haveni vostre en los cipitols e en les letres,
') Loais de Nevera floli in der Nacht nach EpjphRnJB 1812 aus pHri<i.
■ Nach den sonatigen Darstellungen muß man annehmen, daß Philipp d. Bch.
damale noch in raris war. Vgl. V. t'nnck-ltrentanu, Philippe le Bei en
Klandre 6IÄ-G18.
izecy Google
^72 gprichte uaw. vom Konzil von \'ieno^.
queiis havels Iramese-s spedalment en iiquestc!-, que ara a In
rierreria nos Ka aportades monge . ti-ebajlarem aliiiDs qur
porem ü l'arem en los affers, si a Deu plau, go que pugam
de he. Attres noves no hie ha. semor, que axi com sesdc-
venen Infi fels, los vos fem saber. Nostre senyor Dens vos do
vida honrada e longa al seu servey. Scrita en Viana undi'ciDio
kaletidas Fpbruaiii.
«iirctlono. Archiv. URD. Nr. 1W:.4. Ur. Pap. Ssp.
136. KSnfg; JnjDie II. an Papst Clemen« Y.: Emplleblt den isniKoi-
zil relBeoden BiMliof Ferdinand Ton ('«rdora, der ein greiuiaer
Kenner der benachbarten niohammedanlsehen Gebiet« sei, nr
AnHrottnnic der Feinde des Chrlstentoms mtt den Waffen nri
mit Geldmitteln ^nlrkt habe und die momenlan schllmttebce
doN inohammedaii fliehen Sndens dem Papste ausetnandeniftzeK
vrelle. Calatajnd (1311) 1SI2 Jnnnar 2S.
Magnifico principe Ferdinando rege Castelle. karissinio cmi-
sanguineo nostro, ac nol)is inviccrn in villa noslra CalatayubÜ
regni Aragonie personaliter existent ibus, vicissini ristss liaberi-
tibai, vencrabilis in Christo patcr Ferdinnndus episcopus Cor-
dubensis predicti regis el nostrani adivit presenciam eiponcn-
do, se e ve^^tigio fKcessnruin ante sacram vestrani presenciam
serioseque relaluruni eJdem condicioncw et statum abhomina-
bilium paganoruni parteni Yspanie in opprobrium cathoNci'
lidei, procb dolor, di-fTedanciuni et tiialedictum uonien .Malio-
meti invocanciuni '), exprimens illos esse tum ob niaxiniarn in-
digencian), tnm nl> plnres alias catamitates, quibus sunt positi.
in casu sup dcstruccionis facile constitutos. Sane quia veslra
benignitas laborantibus pro divinis obsequüs se consucvit
promptani et favorabüeni exhibere, beatitudrnl vestre humiles
supplicanius. quatenus episeopnni snpradictuni, quem viruni in-
gentis aflcccionis specialiter in erradicandis nacioiiibus fap-
noruin esse perpendinius, adeo quod in persona propria el rum
armis dictos Sarrarenos Yspanie est actenns multis vicibtis d
multipliciler insequtus, pcrirula corporis non nietuens nee in-
bores nee lionera refntans expensanim, et qui pagunorum htiiiis-
'I Es folgt dann : pro Dei servicüa nrdinHsBc.
izecDy Google
Nr. 1S6. (ISU) 1312 Jannar 26. Nr. 137. (1312) Januar 30. 273
inodi condiciones et statum cognoscit ad plenum, racionibus
suprndictis ob vicinitatem dicte sue diocesis terramque proxi-
mani paganonim, benigne digneiur recipere et more solito de-
menter audirc et in relalis ab eo sicuti apostolica providencia
pro nieliori c(^noverit, congnie providere . . . Dat. Calatayubii
V. kalendas Februarii anno domini M"CC(.;'*X1.
Barcelona, Archiv, Rag. 239 f. 210.
137. Die KonzilB^esandten su KSnl^ Jnjme II. : Am ü. Februar will
der KOnIg: von Frankreich In Clnn)', In der Oktav In Ljon sein.
Bis zu Heiner Ankunft In Vienne nird nichts in der Temiiler-
nnd in den ttbrii^n Angelegenheiten ^§ehehen. Nur die Refonn-
petitlooen hat der Papst mit den Kardinälen beraten. IHe tnn-
zJtBiBchen VTttlaten haben In der Zehntiwehe erklärt, duB sie
ohne Znstimmnng Philipps d. Seh. ulchta ^nehmtgvn wHiden.
Hetnrieh TU. ist noeh in Genua und KUnlfr Friedrieh sehickt dort-
hin eiae GeBaadtaehalt. Gesehlehte der xlmonlstlschen Erschlel-
ehnnf einer fBr den Inlanten Johann bestimmten Ptrttnde In
Valeneia. Terhandlnn^n mit einem sardinlschen Blxehofe. Tod
des Bkcbob von Gerona nnd Bemühungen, daß der Papst da»
Bistum nieht einem Fremden gebe. Der treuest« Frennd Ara-
gonlens sei Peter Colonua. Vtenne (1312) Jannnr SO.
AI niolt alt e molt poderos senyor en lacme per la gra-
cio de Den rey Darago etc. en P. Boyl e en G. Olomar . . .
Per les letres, senyor, queus tramesem laltre dia per monge
coireu vostre vos fem saber, en quäl estament era lo concili,
e la raho, per laquat lo rey de Franca laguiava de venir, entro
agues haut son acorl, si vendria al concili o si sen tornaria
en Fran<;a per lo fet del comte de Nivers queus feyeui saber.
Ära, senyor, havem entes per cerl, quel ley de Franva ve al
concili e deu esser en la feata dela purifieacio qui ve al ino-
nastir de Clunyech e en la octava dela dita festa deu esser en
la ciutat de Leo, que es a V legues pres de Viana. E entro
eil sia vengut, nos fara res en los fets del Teniple, ne de negu
passatge, ne dalties coses, qiii sien a reformatio de la esgleya.
lassia que sobre peticions '), quJs son dades diverses sobre la
') Vgl. Bber die neuesten VerSffentliehongen P-hrles und GöUara ilio
Darstellang.
Finke, rnyalinm uDil l/iiternBiiB .U.a TtmiOeronlon». 11. 18
izecy Google
ili berieht« dsw. vom Eoniil von V)«mie.
refonnatie de la esgleya, ha entes lo senyor papa ab loa cur-
denals, s^ons que haveiii entes, si que per a^o ses lagiat, que
encara no ha appellats )os prelats Despanyn sobre \es rahons
de] fet de Granada; les quals devia appeilar sobre ai;o, aegoas
que ja laltre dia tos fem saber. Mas segons quens ha dit eo
P. de Colona, de vuynies hauran deliurat lo fet deles dit^
petitions, qo que ades hi entenen a fer. E pujs deu appeilar
lo senyor papa los dits prelats e entenem nos, senyor, que
tots los fets se declararan tost de vuy mes. Los prelats dd
regne de Fran^a ban respost al senyor papa sobre lo fet dp
la decima, diens, que sens consentiment del dit rey nola ator-
garien e posen hi raho, ques tomen, quel rey de Fran^ no
volgues haver puys altra dells. Nos, senyor, som de enteni-
ment, que, con lo rey de Franpa sia en la ciutat de Leo, siam
davant eil la per lo fet dela vall Daran, per ^o que mik ht
pora entendre, abans que sia en Viana. E fermem« ab eil to
que poreni, e puys encara, com sia en Viana, ab lo papa r
ab eil, segons que entendrem ques fa^a a fer.
Ältres noves, senyor, no hie ha, sino que lemperador es
encara en lenoua e quel senyor rey Frederich li ha tratneses
missatgers soilempnials, i;o es en Corral de Castell Manart e
un altre, que appellen Gar^ia Xemene^ e II jutges sens ab
dues galeas e un leny '). La raho, per que soq anats, no
sabem.
Bdcu», senyoi', upiti 1b vostra lütea, que en lo mes de VsTtskn
prop paBMt vftga en eort de Koma nna canoogia de Valencia per reaaDciicio
den R. Dootinyena, nabot del biabe de Talencia. E timtost com ho aabw-
aiftniflcambo al dit bisbe A« Valencia, qai es curador del molt nobla tenyor
infFant don loban Sil vosti'e, lo qnal biabe accepta derotre ' tempa eantmf *
la dita canongia en nom deldit aenjor iaBkot. E fen feta coUatio daqnelb
per maeatre Bernart lUyart capellan del senyor papa e esequdoT a afo d«-
pntat, segons que ea lo procese sobre 0^0 fet, lo qoal ara voa trantttepi,
MD^ar, M contengut. Ka empera ver, aenyor, qne eo aqaeet fet ha etm-
gnda barataria, segona que par, per ietres, quel dit R. Daniinyana ba tn-
meaea aldit bisbe avoncle aeu. Per lea quals li fa aat)er, qua dl lion caiu
de procuratio an P. Scrina «anonge de Valencia, fill den G. Scriaa, qoe pa-
a Ot. bat fernem. b 80 Or,
') Darüber ward« ich in ejnar apltan PnbUltatiui m«kr brigfa«.
izecDy Google
Hr. IST. (1318) Jannar 80. 275
gaea rraiuieUr en nom hu a 1a dita canongia h b »lirea benifota; nii em-
pero, qDBldit P. Scriaa liuras la cnrta de la procuratio cn les nians dddit
bisbe de V'alencia avoDcle seit, per ^ cor eil eDtenia h r(>iiaiiciar per ente-
niment de fer pae eatreta vida h awtvej de Oeu, empero ab bona roluntat
(I pla«r deldit biabe e ao 6a altre roanwa. E etdit P. Scriun no hao cnra
dofo, roas renunfU en In cort e ab corniptio tracta e procura, que eil agnea
lo dret, qae havU lo dit R. Dantinyena en la pebordria de Valencia, qui
era primer esperant en la pebordria, a qnel Sil den PoDf de Materu aguee
la dita canougia, qni vagava, axi quel dit filt den Pont de Matero ha ini'
petrada aqnestii canongia ab simonia, eegone que dien. Estors la saa impe-
trmcio ea aubrepticia per moltos rabons, e per afo lo biabe de Valencia ba
accuptada la dita canongia al dit senyor inflant e ha urit ai oapit«! de Va-
lencia, qne meten en possessio daqnella lo dit sanyor inffant o eon procura-
dor. Per qne es bo, senyor, que trametrate an R. Gaste aqoeat procesa, e
qne vala a Valenoia pendre la poaaeaaio dessnadita, axi quey Ma prtmer
qne laltre, e nos ah raho e ab insticia contraatarem a aquest, qni ha inipe-
tr&t contra la 'gracia del aenyor inffant.
Encara, senyor, significam a la vostrs eenyoria, que en lo dia, qne
aquest« letra fo scrita, un biabe de Satdenya parla ab lo bisbe de Valencia
secr«tameDt de la roanera, qnel dit bisbe vos escrisch ia altra vegsda e el
bisbe de Valencia diz li, que en Viana eren vostree miasatgera, e qne era
bo, qae eabesMa en aqnost tractament. En azi qne havem empres, qne
siam ensemp« dena, qne hom cotnpUra pridie kalendas Febmarii. B aii,
senior, Tenretn, qne dira e fo qney farem, fer vos hu hem saber largkment.
Encara, senyor, vos fem saber, quel dia. que aquesta
letra fo scrita, lo bisbe de Gerona ') passa desta vida en Viana,
e nos temens, quel papa no donas lo bisbat a algun estranger,
qui no fos vostrc natural, ab conseyl del bisbe de Valencia
parlam daquesta raho ab frare Nicholau cardenal preuvers
tituli sancti Eusebii, qui es del ordre dels Preycadors, e a(;o
feem, cor daquells, qui ara eren presens en la cort naturals
vostres, tenim pus eovinens al dit bisbat a servey de Deu e
vostre e maestre Romen ca Brugera o frare R. de Masqueffa *),
qui son prohomens e grans clergues. E axi anam al dit car-
denal, per CO cor es Prejcador, e dixemli lo fet. E el dix, que
haviem be fet, per i;o cor era mester, que en aquell bisbat
agues persona avos devota c feel; mas dix, que si vos scri-
') Der Bischof tod Qerona st«rb am SO. Januar 1812.
*) Beide in den Registern Sfters genannte Uominikaner. Erstcrer
war ja der Korrespondent Jijmea in der Templerangelegenfaeit
18*
izecy Google
2li Berichte ubw. vom Konzil von Tiennä.
uriets per la iina äeh, on conmnavets a nos creenca ab tetra
vostra, ques pensava, quen acahariets vostre en[teni]ment, e
quey seriets a temps, per co cor io papa ha ordenat, que no
orden de neguna esgleya, que ura vach pn Io cnncili. Eaxi.
senyor, fem vos saber i.o, quey haveni pensat ey haveni fei.
E vos, senyor, ordonats hi co, que us placia-
Encara, senyor, sia menibrant la vostra senyoria de <o
que laltre dia vos fem saber, queyc trainesessets ietres al car-
denal de Pelagrua e al eardenal de Beses e en P. de CoIodb,
per les quals lus fa^aLs gracies do la bona voluritat, que han
mostrada e niostren tot dia en los affers vostres, per ^■o com
los trobain aniichs vostres, e aco pora valer als affers a deii-
urar. Mas senyaladament vos fem saber, senyor, que sobre
lots haveni trobat aiuich vostre ab veritat en P. de la Colona,
Io quäl no poria un punt nies fer en les vostres nfTers . . •
Scrita en Viana III. kalendas Februarii.
Barcelona, Archiv, CRD. Apend. gen. Nr. 27. Or. Pap. Sap. Der
König empfahl dem Papete für den IJiechafasitz von Gerona am 25. Febnir
(laßer dpn beiden üomioikanern nocli Johannes Bnrgandi, sacrista Kkiari-
ceneis et canonicua Valentinus, iam notua a j^anctitnt« vestra, quia fiiii in
Komana curia prociiratoris nostri officium exprcendo (Reg. 336 f. 61). Doch
wurde es keiner von den dreien. Aus einem andern Schreiben (f. 61 ''I er-
fahren wir, daß der sardinische Bischof Nikolaus ep. Bosanus war. Am
23. Februar erhielten die lieiden Konzil sgesandten in der aardtniachen Ange-
legenheit eine nuanihrliche Instruktion |fol. 12).
l»i. Die KottzilsgCMuidten un K»iil|r Jajme II.: 8e1t 12 T»fe» da'
die Ge§Andteii FhllippK d. Seh. tn Yienne uad verhasdell«! tn
tlcfotem GehplinniN mit dem Papst und :> KHrdlnUrn. Hnl
sind flle zum franzSRiiwheii König ffereist, der Jetzt ufi tr-
xlelter Ülwrelustlmmiing nach Vfenne kommt. Sie bcglen Kli-
Imneu wcgeo des ('ehelmiiisfies und sprnehen mit dem Kardlial
von Beztetv über die Tempi ei-gUter. \noh «einer Ansieht «Br-
den xle einem vorhandenen oder neuen Orden onler It'abniif
der kSoIgrlielien Reelite ttherirlesen : er htibe fflr einen oetfR
Unlen genlrkt und rnte dem KSnig, daS einer seiner Sthie
das RItteronlensliablt nehme und Meister nttrde. Die Petltl»
betr. die elerigueis eonjnfattt. Die steten Wandlnncen In irr
ft-nnK«slseheii Politik. VIenne (lSr2) Februar •29.
AI moll alt e niolt poderos senyor en lacmi^ ... rey
Darago etc. en P. Boyi e en G. Olomar . . . Depuys, senyor,
izecy Google
Nr. 138. (1312) Febniar 29. 277
queus traniesem la letra, laqual vos porta lohan Dalmudeuar,
son venguts al concili per part del rey de Francja missatgers
en Loys genna del dit rey e el comte de sent Paul (?) e el
comte de Bolunya e un cavaller Eiigerra '), lo quäl es uii dels
majors en lo conseyl del rey de Frain,a, e en G. de Nogeret
e en G. de Plasia, e ban estat en lo concili tro a XII dies e
Iian parlat e tractat ab lo papa molt secretament, aici que noy
han cabut sino V cardenalä sotaineiit, v" ßs assaber lo car-
denal de Beses et Narnau de Pelagrua e en Cantalops e el
vicecanceller e frare Nicholau, qui era confessor del rey de
Fran(,'a, ans que fos cardenal, e quax noha faüt negu dels dits
XII dies, quel papa eis dits cardenals e niisäatgers del dit rey
no sien estats enseins e han f [et ] tan secre[ta]nient lurs affers,
que nuyl hoin non ha pogut res sentir. E vuy, que hom
compta pridie kalendas Marcii, lus dits inissatgere son se par-
tit[s] de Viana e son sen anats al rey de Franga, qui es [a]
Masdi . . on^), . . .« sino dues jornades de Viana, e segons que
havem entes per alsguns, quiu lian oyt del dit Engerra, q[uij
es un dels dits missatgers, ells se son concordats ab lo papa,
eaxi que amenaran [lo] rey de Franca a|l] concili. E es ver,
senyor, que mentre to dit tractament ei-a entre ei papa e eis
missatgers desusd[its], com nos no poguessem entendre res de
la manera, que t[rac]tave[n] specialnient sobrel fei del Teniple,
a qiiels va hir cor e sobre que es lo major tractament lur,
sospitans per aio anam nosen al cardenal de Beses e pre-
rien[tam [li la lelra vostra, que vos, senyor, ara n[oJs trameses,
per la quäl li feyets gracies de la bona cura, que iia dels
vostres afferw e [qu]el pregavets, que ara senyaladament a la
fl dels fets o mostras per obra; k lest[a| Ki letra per aquelt
cardenal, niostra se be paga[tj daquella e dix, que la volentat
bi bavia eil gran e quo parria en tot, quant eil hi pogues.
« Hier fehlt ein Wort.
'] In diesem Falle wird, da es sieb doch um Engaerrand de Harigny
liandelt, diu en nicht als Herr za nehmen sein (en UcttbI, wie es im
Ür. steht.
*) Im Rec. des hist. des (jaules XXI p. 468 wird ob Aufenthaltsort
des KQniga zu Anfang iiitz öfter Mdtiscano (Mn^on) genannt. Von hier
AUS sandte er am 2. MSra das bekannte Schreiben an ClemenH V.
izecy Google
276 Beriofate uaw. Tom KodüI too Vienae.
E nos senyor sabens, que eil es aniich vostre e quc
ha gran poder en aquests affers e que [s]ab en tot par-
[lan)]li'' breument sobrel fet del Temple, en quai man^u.
si(F)ses devenia, quel orde del Temple fos dissoU, era necessari
a vos, senyor, c ala vostra terra, que tal ordinatb se fe . ..'
dels bens del dit orde, ques fee[s] sens preiudici del vostre
dret e que per aavant negun penll non po^es veau* ala vc»ttii
terra, per que era rahonabla eosa, que nos, qui som en lo
coDcUi per part vostra, senyor, fossem oyts . . , Senyalada-
inent li specificam, que en ueguna manera nos ... c quels dib
bens fossen applicats al orde del Espital . . . Poria honi be
dir dels Espitalers, quils sjustava aquests bens ^o que diu lo
psalmista : Incrassatus est dilectus et recalcitravit, iDCrassatus.
impinguatus et dilatatus etc. ') . . . Tots los reyes Despa-
nia . . . Serien uns aaco. Per ^o li ho votgueni dir axi fort,
com havem entes axi per conjectures deles parauli^, que ja
havieni oydes dell com per altres semblans, que eil es promo-
vedor per part del Espital, que baien tots los bens dei Temple
e axi volguem Ion una vegada desenganar.
Aa^o respos lo dit cardenal e dix, que una vegada en-
tenia eil, que, jassia que eil encara no fos cert, si lorde del
Temple seria desfet, esters la on ho fos, qua! que cosa se or-
donas dels bens, en tal mancras faria, que vos, senyor, hi
haiu-ets tot vostre dret salvu ; e dix, que ja lattre dta ne viu
eil denant lo papa una nota, quen havien alsguns notada per
aquestes paraules, <;o es que a aquell loch, on c-ren assignadors
los dits bens ,assignabantur cum honoribus atque oneribu»
universis". Eaxi da;o bey seria salisfet. Oix nos encara, qae
eil per simatex, mes havia de un mes o de II, havia niO(rut
al papa, que volguesse, que aquests bens fossen applicats a
orde ja stabüt f' o a orde faedor novellainent. Tenia per bo,
que un de vostres lills, senyor, prenent labit de religio de Ca-
valleria fos fet mestre e per collatio deldit papa e ordinatio
b So wahrscheinlich. c 3~i BochatabeD fahlen. il riab-
blit Or.
'J JeUt folgt eine lingare BegrOndnn;; in der beksDoten Wene.
Digitizecy Google
Nr. 188. (181S) Febnur 20. Nr. 1S9. (1812) Hin 17. 27«
hagues lo maestrat de tota sa vida, per (o quels (rares de)
orrie noy p(^essen res mudar e quel papa dix, quels altres
princeps per Ventura no ho tendrien per bo, e quel cardenal
li respos, que eil no ho entenia sino de la vostra terra sola-
raent, senyor, e de Espanya, e quel papa dix, que axi se po-
dia be fer e que, quant era en eil, ja volria, que fos fet. Per
que i1L\ lo dit cardenal, que eil entenia a^o a tractar, segoas
que havia mogut. E nos, seiiyor, da^o de pari, vostra 11 faem
moltes gracies . . .
Fioalment el dbc axi: E si el papa feya un orde novell,
al qiial applicas aquests bens e quey salvas a vos, senyor, tot
vostre drei, axi com li haviets en temps dels Templers, st y
coiisijitriets vos, senyor? E nos, senyor, dixem, quens pensa-
veni, que a a^o consiiilriets. E en aquest cas lo pregavem de
part Yostra, senyor, que tractas lo dit fet, que havia mogut
de un de vostres fllls ') • ■ ■
QuanI al fet de Granada o dalgun passatge no us podem
ara res fer saber, cor lo papa ha hauda concessio dels prelats
deles deciroes de VI ans. E com lo rey de Franga sia a?i,
ladonchs se ordonara ... El capitol, senyor, quens [m]anas
dels clerigues conjugats )i parlam e dix, que donassem la peti-
cio an P. de la Coloim, que la meses en concili e havemli fet,
e segoos quens ha dit en P. dela Colona ja . . . n provist con-
vinentment . . . Per (;o, senyor, cor dels afFers del rey de
Fran^a null hoin no pot esser cert, eells fan lurs afTers ab
gratis miitations, no som certs quant (P) hie serem deliures . . .
Scrita en Viana pridie kalendas Marcii.
BarceloDB, Archiv. CRD. Apend. gen. Nr. 26. Or. Pap. Ssp.
iS». l>lo KoMKilBKesaudteii ua KUulg Jainii- IL; Philipp d. ScIi. M Id
Lj'ou, Engnerrand Im geheimen beim Papst«. Vermutung, daB
xffltiohen Philipp lind Olemenx Y. noch nicht nlles geordnet sei.
') Dana giogen sie zu Peter Colonna und baten, nickt bo offen, wie
bsim Eardinnl von Beziera, dafi er dafür eintrlte, dafi aie gehSrt nUrden.
Er irar ganz fOr den Enoig ond sagte, daB ihn die portugiesischen Ge-
sandten tun ähnliches gelieten hätten. Der Papst hAtte es ihm auch zuge-
sagt, ähnlich sprach auch der Kardinal von Pelagron.
izecy Google
280 Uericht« usw. vom Koniil von Vianne.
Ihre UeRlrebtun^, daH plUtzIlch In der Tenplersaeke ein« PiMU
kHtlon erfolge, Teraittnßt sie, mit den pvrtnicteslscben eeaaAei
die spanlsehen BlscbSfe Im Hanse des Erzblsebofk Ton S. i*B*
%m tersatnraelD. AnT Ihre AasrahrBitfen ant^rorleB besttamt
unr die BiscbOre Ton Sarnfosaa and Valencia. Dann ^liei sk
sn dea Kardinalen und fuhren Ihnen die Anslebton der spul-
Mben Herrseher vor. Die KardlnMlv urteilten versebieden: die
finf Unterhlndler, die bei den Terhandlnngen Clemens' V, mit
den Franzosen «raren, sprachen gieh nir das freie Dispodtlon«-
recbt dex PopsteN aus, die Itallenitiehen Kardlnlle dag^en stu-
den auf selten der Uegandten. Konalstorlnm am 11. MXrz: Voi^
traf der araEonesIsehen uad portngieidsehen Gesandten and Ant-
wort des Papstes. 8le verlangen bei den endgültigen Terhaad-
langen zngegen zn sein. An den folgenden Taren bes-aeben sie
wieder alle KardlnHle: die Italiener billigen völlig Ihr Torgebea.
die Enei^e de» Ktfnigs und tadeln das Verhalten der Rite des
Jungen kastlllanlNulicn KKnlg«, der keine Gegaudten gesehiclil.
Peter Colonna berichtet Ihaen, dafi der Papst und Philipp d. Sek.
einmütig sn den GroBprIoren der Ilospltallter ron Fraafarrieb
aad der Anvergne gesandt, die sie Hoüon in Vieane sahea. &t
eilen nochmals zum Papst und lionnten Ibm am 17. noehmaL«
die Sache vortragen. Der Papst antirortet auswelehend ; er
wisse noch uleht bestimmt, ob der Templerorden anfhSre; weai
Ja, verhandle er vorher mit Ihnen; dann lobte er die Übergabe
an die Ilospltallter als die beate fJIsung und apracb viel vm
Überlassung der Tem pierfest nngen an den KValg. Bitten bb
weitere Instruktion. Das Ende des K^iils nahe, dein morg»
könne der französische Kflnls. Vleniie (131^ ^'ir/ IT.
A vos molt alt e molt poderos seiiyor en lacine . . ■ rey
Daragü etc. en P. Boyl e en G. Oloniar . . . Signilicam aia
vostra altea, senyor, que depuys, que en Loys frare det rey
de Fran^a fi eis altres niissatgers del dit rey Ibren partils dc
Viana per anar ai rey de Franvii, lo rey de Fran(;a se acosta
a Viana enlro aia ciutat de Leo. on es ara vuy en aqut-äl
dia '). E com tu rey de Fran^a fo vengut at Leo, trames ^il
papa Engorra aquell tavaller seu tan secret, qui ja cra vengul
a Viana eiiseins ab los altres missatgers. E itos enteaens e
veens, quel rey de Frania nn venia en Viana e qnel dil en
Gerra era tot dia a)) lo papa. agueni presumptio, quels fets
entrel papa el rey de Franca no eren de tot concordats. Aguem
') Im Uec. diu bist, XXI p. 4U9 erscheint Philipp d. Seh. tatnt a
16. Harz Lugduni. Nach obigem muS er schon Iftoger dort sein.
oy Google
Nr. 189. 11312) Mürz 17. 281
eiicara altra presuniptio, que, pus los cardenals iio eren appellats
ii aquest segon tractament, sino aquell V, quj ja eien estats
a laltre, e aquells encara iio tots: dubtavein nos, que etls tio
feessen entre si, e pnys que soptadament no verigues lo rey
de Fraii^a, qui tan prop es, e que enantassen a publicatio
dcls fets de lo que atirien ordonat en lo fet del Temple. La
qua) cosa temens, que fos molt prcjudicial a vos, senyor, puä
HOS no eren abans oyts de voslre dret, feein plegar tols los
prelats Despanya en casa del archabisbe de Sent laciiie e nos
eis missatgers del rey de Portugal, ab los quals liavieni parlat
daque^ta raho, que fosrieni tots ensems, proposam davant ells
lo dret. que vos, senyor, eis altres princeps Despanya liavels en
los bens del Temple, qui son cn Espanya, Per lo quäl dret
aquells bens no deven esser deputats a subsidi de la Terra
Sancia ne u negu altre us, sino a defensio dela esgleya occi-
dental Despanya, a invasio e destruccio dels Sairahins Despanya,
a servey e a defensio dels vostres regnes, cor ab aquesta co-
vinen^a passaren en lorde del Temple, ab aquesta causa foren
donats aldit orde per vostres predecessors. Per que requeriin
al dits prelats, per la naturalea per la quäl eren tenguts a lurs
princeps e per lo be, que eren tenguts de procurar ala lur
patria, que deguessen a nos conseylar, quel inanera lendriem
eil aquests fets a conservatio dels drets dels pnnreps Despanya,
si alguna ordinatio se fatiia contra lur volental e en preiudici
de lur dret e encara a enibargar en totes aquelles nianeres,
que poguessem, que nos tees. (lor nos ereni certs, quels prin-
ceps Despanya no consintrien que aquests bens tenguossen altra
tarrera, sino aqtiella a que son deputats, e la on en aio fos
consepvat vostre dret, e que roinanguessen en aquell us, a que
son deputats. Encara los princeps Despanya nu consintrien,
que fossen applicats a lorde del Espital per les ralions, que vos,
senyor, sabets e nos sabem. qui molt lit havem pensat. Aa^o
resposeren los prelats Despanya flacanient, axi que de lur con-
sell ni de lur ajuda, salvant del bisbe de Valencia e de1 bisbe
de (/aragova, en co que pot nons pi'ofitariem gayre.
Depuys anum per tots los cardenals a alguns per nos e
a altres ensems ab los dits missatgers del rey de Portugal e
parlamlus daqnef^ln maleria tan complidament o tan cnfortida-
izecy Google
388 B«riohU nsw. TOin Konsil tod Tienn»-
ment, com Deus nos dona, axi que ßnalmeiit lus condoim, que
en neguiia manera los princeps Despanya no sofferrien, qoeU
dits bens fossen appücats a altrc us que al desus dit e aytan
pocti al Espital, p. que, si el papa ne ordonava contra la vo
lentat dets princeps Despanya, que era appareylat a raoure sen
gran scandel e que eil poria be ordonar, mas la execucio serä
diificil, que pus tos dits princeps eren fundats en raho e en
iusticia ,et non querebant in Isonis, nist que &ua sunt, ut redde>
rentur, que sunt Cesaris Cesari et que sunt Dei, Deo' ^). So!
nons temiem, que tort lo sen pogues csser fet per hoio caraaL
cor ells eren tots a aquest enteniment en un cor e en una vo-
lentat.
Los cardenals trobam de diverses Intentions sobre avo.
axi que aquells V. *), qui son en aquest Iraciament ab lo papa,
nos eren contraris, quant a ai;o, que nos aguessem a contra'
dir De a coasentir en la dispositio daquests bons. La qua!
entenien, que fos soltament en k volentat det papa, ab que
salvas als princeps lo drei, que y han. Los altres cardenals
de Itatia loaren nostre proposanient e nostra diligentia e cwi-
Tortaren nos sobre a^o e promeseren nos ajuda en nostra iu-
sticia aquella que ells porien. E puys nos sovetn, o quaix toi
dia no cessavem de parlar e cridar eil cardenal de Pelagnia
e al cardenal de Beses mostranslus los perills eis scandels, qui
daquesl fet eren appareylats, demanans audiencia sobre a^.
axi que ßnalment lo papa trames adir per son missatge a nos
e aaquells de Portugal, qiiens volia oyr en consistori dels car-
denals.
E fom eD cunsistori dissapte prop passat ") , que hom
comptava V. idus Marcü, e proposam largaraent del drei deb
princeps Despanya sobre aquest fet, posans lo fet segons les
cartes e s^ons la usan(,a e allegans drels aa^o. E fo la nostm
' coaclusio, que. quäl que ordonament se fees dels dits bens, se
agues a fer de espress consentiment vostrea e no en albe
a Or. hat noBtm.
') Eine Unwandlatig der bekannten BibeUtelle.
') Vgl. den Anfang der vorigeD Nammer.
'] An 11. MSnc 1312.
izecy Google
Nr. 189. (1S12) Hin 17, 383
manera e requerim al scnyor papa, quens comunicas sobre avo
lo seu enteniment e )ft sua volentat, per que nos, qiii sabiem
mÜE la terra e )a condicio detes gens, tractassem e consen-
tissem, que dels bens st? ordonas en manera. que fos setvey
de Deu e confusio dels Sarrahins Despanya o coiiservatio del
dret, que y han los princeps Despanya a servey e defensio de
lurs regnes, e que les gens, qui aquests bens tendrien, fossen
naturals dels dits princeps, asi que salva feeltat dels princeps,
e a lur segurtat poguessen aquells bens esser regits per aquells,
uqui seran coinanats. E quant al fet del Kspital spedücarn
mes los missatgei's del rcy de Portugal que nos; cor dixeren,
que no era raho, quels bens aquests fossen applicats al Espital
e quel rey de Portugal no hi consintria per les rahons que
dessus son dites: nos daquest punt del Espital est^nJem en
paraules generales, per (O cor ptis demanavem, que ab nostre
consentiment se faes, be lii ereni a tenips. Es empero ver,
que tant ne diguem, que be pogren entendre, que noDS plahia.
Del orde Ducles nons en catia parlar, que ja sabiem, que nois
hi anave lur cor. Feta la nostra propositio lo papa dis, quel
lexassem eslal e haut consell, quens retria respost.
E apres feu nos entrar en lo consistori e respos. quel
havia entesa la peticio dels molt oars ßlls seus reys Dara^o e
de Portugal, los quals tenia eil per Specials Ulis e amats de la
eegleya e que en avo e en tot altre fet la «sgleya de Deu se
guardaria de agreviar ells, als quals devia ronservar iusticia e
crexer e enantar ells, e que fossein cerls, que eil encara dels
bens no havia res ordonat, jassia que en son cap tengues eil
ja, queliti era semblaat, que sen degues Ter. Mas primerament
havien a tractar deles persones e del orde e puys com tracta-
rien dels bens, que tota v^ada seria conservat lo dret dels
princeps e que en a<,'o no duptassem. Quant aa^o, que dema-
navem, que nos fosseni en aquest tractament, respos, quel bisbe
de Valencia era honi molt bo e molt savi e canceller vostre,
senyor, e de vostre consell, e qoe nos faria res en lo concili,
que eil no sabes en tot e que eil nos ho diria.
E nos resposen), que daro que eil deya, que tort no sera
fet als dits princeps: grahiem a la sua sanctitat e que no ha-
vien tan poch servit los princeps [>espanya a la esgleya de Deu,
izecy Google
264 Berichte nsw. vom Konzil von Tianne.
k qual havien taitt examplada e magnificada, quels degue^
scandelitzar ni dfnegar tan pocha peticio corn aquesta e que.
jaffos quel bisbc de Valencia los aquell, que eil tleya prolioni
0 ieyal e Verlader e alqual vos, seiiyor, comaiiavets e coniana-
riels e fiariets quaisque feLs haver poguessets, eslers per am
hie haviels Irameses lechs, qui dixesseii en aco ^*o que dir si
tanyes; per quo eslavein cn la nostra demanda primera e re-
querieni aquella esser atorgada a nos soltament, e iiiolles altres
paraules liagUE^m sobre ai;o e no hi lexum res a dir de lO qui
a dir hi fabia.
E puys partim nos del consiston.
E aquell dia inatex e tendeina que fo diemenge e ol di-
luns e ei dimarc;: e el dimecres entro ...'', que fo dijous XVII.
kalendas Äprilis visitam tots los cardenals e aquells de Ilalia
loaren niolt noslru propositio e nostra manera e loaren molL
senyor, vostra Providentia e vostra discretio, qui liaviels prp-
vist a tan graa fei en la manera, que previst hi haviets, e
blasmaren la joventut del rey de Castella e la minua de soii
consell, qui lia fnlüt de trainetre a aquest punt ses missatger?-
Apies, senyor, per lo cor entesom per lo cardenal en P. de la
Oolona, que lo dit Engerra sen era tornat al rey de Fran«;a i;
quel papa e eil havien concordal e que bavien trames per los
priors del Espital de Fran^-a o Daluernye, los quals nos vim
en Viana, agucni ja maiur sospita del fet e anam al papa.
qui entrava en consislori, e digucnili quens oys sobre aquest
fei, que vollem mes specificar voslre enteniment, senyor, e dir
mes sobre la raho, que ja haviein proposada altra vegada. E
el dix nos, quens oyria volenters e assi^^iians liora, que hi tor-
nassem aquell dia ensems ab lo bislie de Valencia. E fom de-
nant eil ab lo dit bisbe e fo Iii lo cardenal de Pelagrua e po-
sani sobre aquest fei e declaram e specificani tot lo vostre dret,
seynor, que vos havets en los dits bens e encara los peritU p1
preiiidici, que pendriets si eren applicats al Espital . . .
E finaiment lo papa respos nos moltes paraules, retraeii
la bona volenlat, queus havia, senyor, e co que per vos, senyor.
havia fet, en quant eil liavia pogiit e entenia a fer tots tempf-
b Ein Wort fehlt: gestern oder abnlicli,
Digitizecy Google
Nr. 139. (1312) Mure ll 286
t'inalment quaiil al fei dels Itens del Temple dix, que ci no
sabia encara, si lorde del Temple se niudai'iu o no, jaffos que
eil tengues que si, e la on sc mudas, quanl als bens, no faria
res, que abans no^ no lio sabe^sem, que be onlonia, quens hi
uppellai'ia eil tractaria ab iios e hi esquimria vostre preiudici,
senyor, e periü de vostra terra. K dix, que pensassem sobre
aio el de mig, que, coii eii iios appellaria, qufn sabessem dir
CO quen senlisseni. Es assaber, que e]l veya que applicar
aquests lions a orde novellament faedor, per vo cor los bens
del Temple soii ara mal mcnats, ne a la Terra Sancta, ne a
vos, senyor, ne a alira cosa daquesl gran tenips non seria fet
servey; aytambe applicar los a UcIok o a Calatraua, com no
son Ordens generals per lo mon, non porien acorrer a profitar
los bens en les altres parts, on no son poblats, mas que al
£spital si eren applicats, per ^o cor lian per tots lochs, on lo
Temple havia, serien mils procurats, E dix una paraula sobre
a^o, que en les altres parts del mon havia lo Temple sens
comparatio majors rendes que en la vostra terra, mas en la
vostra terra, senyor, havia niajors Forces, que en altra part.
ELsters ia e^leya no curava deles for^es, ne eil no hi feya fori,-a,
e sobre a<o dix molt, per {jue nos entenem ßnalment per totes
ses paraules, que al Espilal sen va e que als no sen pot fer,
e tot quant dix, diu per vo ques fees menys de contrast. Per
que, senyor, lo bisbe de Valencia e nos acordam, queus ho
feessem saber c que aeordets be e diligentnient, sius tendiels
al manament, quens havets fet de non consenlir al Espital,
que, quant nos entenem, atTei-s naurets e ab la esgleyan ven-
flrets en desgrat. E si per Ventura vos mudavets da<;o e que
nos tractassem, queus roinasessen les fori-es, fets nos ho saber
ab hora, quel bisbe de Valencia es denteuiinent, que, pus no
poguessem haver nostre enteninient de <^o quens havets manat,
seria meylor haver les fortes que esparar ne altre contrast e
desgrat dela esgleya . . . Scrita en Viana divenres XVI. ka-
lendas Apnlls . . .
SembJa que tost degam veer la fi [del fet del Temple |,
cor segons que haveiii entes pn) cert, lo rey de Fran^a sei-a
en Viana dema, que sera dissapte , . .
Barcslonn, Aicliiv, CRD. Apend. efi- Nr. 29, Ür. Pnp, Sap.
izecy Google
teC Beriehta n«w. rtaa ttonri) tmi Vienn».
IW. Die EonillsgCMDdteii an Kttnlf itjmt U. : AnkoKll dM tOMO-
filMtaen KSbI^ am 30. HKra. Beprttßnnf desMlben. Ärngt-
[e^nheft des Val de Aran. Am 22. MSrz hebt Clenens V. tfei
Templerorden aof dem Wegre der Prorlslon asf. >'nr die Kirekn-
prorinz Tarrafona Tersa^ auf VeranlaBSHiiK dett BIsekob tm
Talemola Ihre Zastlinmiinf , da man vorher irbsea nHsfie, welebr
Templer gut und welche fottlos selea, damit alebt die 6ita
mit diffamiert irUrden, fUr die der Orden bleibe. Sehrdbn-
Klauben, dafi alle ebrileh Venhenden damit ttbereiastlmMa.
Der Papst hat Ihnen resagt, daB Philipp d. Mi. das Erru
nehmen werde, Tleiue {1S12> Hin 37.
AI moU alt e inolt poderos senyor en lacme . . . rcy
Darago etc. en P. Boyl e en G. Olomar . , . Sapia, senyor, la
vostra altea, que apres de dissapte ans de! Ram, en lo quäl
dissapte parti de Viana lo correu vostre, senyor, per lo quäl
vos traniesem uncs letres, en queus signillcavem los fets, en
quäl estament eren: lo diluns segnen^), que fo lendema del
Rani, lo rey de Frani;a antra en Viana e ab eil en Karies e
en I<oys sos frares e el rey de Nauarra c Phelip e Karies fills
seus: e nos, senyor, esim aell de fora e reebens be. Puys
lendema, que fo dimarts, anam al dit rey e presentamli lu
vostra carta e dixemü la vnstra salutatio e altrps paraulc
bones. segons ques conrenia. K eSl reebens be e atressi de-
mana a nos dola vostra salut c de vostre estament. Äpre!=
dixemli que li vollem dir idgunes paraules de part vostra.
senyor, e dix nos, que, si eren breiis paraules, que les li dises-
sem tantost; si eren longues, que eil lavors nons podia oyr,
per ;o cor lesperaven de fora molts cardenals, mas que con
aell fos avinent, eil nos t'aria appellar ens oyria voleuter. E
nos dixemli que nostres paraules nos podiem dir axi tost, mas
clamamli merce, queus fes appellar, con aell fos avinent, e dix,
que sis faria.
Depuye Hnnm an Karies son frar« e presentamli In vostra letr«, »^
nyor, e reebens molt bc e malt amorosament Hemana de vos, senjor. e ^
voBtre eetanicnt e parlamli longament del fet dela vayl Dnrao '), sepn» t\w
') Am 20. Mftrz 1812.
') W&hreiid im frieden zwiacben Spaniea und Frankreich alle Enb^
rangen surUckgegeben waren, blieb dieeer Qrenzfleek »unfiebst in den Hlo-
den des rraniOaiechen Bundesgenossen, des K&nigs von Mallorea, uod dam
der FranioaeD.
izecy Google
Kr. 140. (IfilS) Htrz S7. 98?
no« Mm enfonnftt« del fet per les scriplareu. que haTpm nb nos, per l[es|
qfnals] se derooetm, com es paesat 1o fet- tro afi, e rmomtain aell t«t 1o
fet, en qn&l moner« voatres predereBMrea. senyor, havien handa la poaseaaio
de la dita vayl tant de tempa. que no era memoria encontrari, . . . eiitro
qau ta guerra fo tnognda entrel DeDyor rey en P. de bona memoria pare
voBtre e el rey de Franfa pare (Tel dit en Karies. Per qtie pregam de part
rostra lo dit en Kadea, que . . . pregas son frare lo rey de Fran^a o feea
ab acabatneot. que la dita rayl Tos avos senyor rctuda ... F. Mmblans
pncho li feem de la peyna del Cnatell de Pintaoo ... E eldit en Karies
reapoB nos, qne aqaeats II. capitols meseeaem en scril a memoria saa e eil
parlar nia al rey de Franfa e bi faria f« qne pognes de be . . .
Encara, senyor, üigniflcam a la vostra senyoria, quel di-
mecres ans de paseha, 11 dies apres quel rey de Fran^a fo
entrat en Viana, lo papa desfeu lorde del Temple M, axi que
daqui avant no sia nomenat orde del Temple ne labit del
Temple no port neguna persona; e retench a si la ordinatio
deles persones del Tempte e dels bens. E dix als prelats, ques
pensassen sobrels bens, en quäl manera sen poria fer meylor
ordinatio, e que, con eil lo sen demanas, quelin resposessen.
Esters encara non an parlat depuys, mas creem, que tost sc
fara e quen sentim nos, senyor, jaus ho havem fet saber per
laltra letra desusdita. V.o que ha fet lo papa de desfer lorde
liel Temple, ba fet no segons orde Ae dret, ne per via de iu-
sticia mas per provisio sua, com deya ,[quodJ non expediebat",
que roman^es lo dit orde en lo se<^le. E tots tos prelats,
qui dabans avien dat lur conseyl, exceptats pochs, que defen-
sio devia es.ser dada al orde, an mudat lur conseyli e han con-
sentit a a^o, exceptada la provincia de Terragona solament,
e a^o ha fet mes que mes lo bisbe de Valencia, qui deya e
ha dit, que abans devia saber, quals dels Templers eren bons
e quals eren malvats, per lO que no fossen punits e diflämats
los bona ab los mals contra raho e iusticia; mas quels mals
fossen punits e als bons fos conservada la lur bona fama. Gor
lorde encara romania en aqueüs, qui bons eren, que no era
peccat en lorde, qui era sant e just en la sua institutio, mas -
era peccat en lo lexament del orde. En aquest consell es la
provincia de Terragona sola e singuiar, e creem, que aquest
izecy Google
268 Bericht« DBW. vom Konzil von Vieone.
consell äia plaent a Deu e a homeiis, qui ahassen en aque^
fet ab eiiteniment Verlader.
Lo papa dix a nos lattra dia, senyor, ques pensava, quel
rey de Frania pendria la creu, e tuyl nos pensavem, que k
preses ara en la setmana santa. Esters encara noia Im presa
ne sabem quen fara, Altres noves no hie ha, senyor, queu?
ajani affer saber . . . Scrila en Viana VI. kalendas Aprilis.
Bdrcplona, Archiv, CRD. Apend. gen. Nr. 28. Or. Pap. Ssp. DifSMii
Briefe muß uodi ein Zettel beigelegen haben. Dona in der EmpfangMiiteige
dieaea Hriefes (und fini^s nndern: cuntineotem novitates qnasdnm, que novi-
ter in curia emprserunt, d li. wohl des Konaisloriuma in Snclien Hein-
riclis VII.) heißt es: In quHdam ceduln intei'Fluaa in hnc vt-stra littt-m in-
tinmi^tia nobis dictum fuisse vobis per . . . cardinalem de Bilerris, quixl
dominus papa dixerat ei et cardiaali de Pelngmn, qaod cugit«verat ip»*
dominus i'Bpn, ut in bonis, que Templuin lialiebat in regne Aragenum et in
lapania nichil ordinui'et, anlequim prius inde acripeisaet nobia et aliid regi-
bue Ispaoie. Der König geht auf den tiedauken ein : Vobis signiflcamtu.
quod pJHceret plurimum voluntati tioatre. si itomimis papa teneret medani
predictum. videliuet, quod acriberet nobia, aiitequam ordinärst aliquid de
bonis Tempil ... et quod nunciiä vel scriptis ipsiiis domini papc iode nobis-
ciim pevsonaliter haberetiir tractatus. Sollen in dem Sinne wirken. Sehen
aie den Papst aber sehr indigniert, sollen sie nncli der vorigen Instrafciion
handeln. Dat. Valentie XVIII. knleiidHS Madii anno domini M"CCC" duo-
decimo (Reg. 3.16 f. 77 v).
141. Die Kouxfiafcsniidteii uu Kitnig Jayme II.: Berichteu znnMst
über Heiidiiiig des Piiueeu Jobaun itnreli Bohert t«ii X<«pel
iiarh Hom, nngeblleh xn Ehren des KtÜNers, dCN PriiuoB Ver-
siiebo, durch SeiHmt Colonnn eine fesl^i-e Positfou zu bekoiaMei.
verrtt^rlselie Cbergabe des Kapltots «Inreli den StellTfrtreter
LiidnIgH T»n KHVOjren uii den Priuxcn, Uericbt au Uelarkk.
KIagebr!t>r desselben an den Pb|kI, geplantes ElDgivifeu deswi-
llen, ZusHmmeuknnn des Fltrslen von Tarent und des Statthalter-
der FroTenee lult Pbillpp il. Seli. in Lyon und KIngen gtfri
den rdmiKcben KSnIg: 1) daQ er kein Banner RoVrts im Heerr
vor Urescbi geduldet; 2) die Yertrllge Roberts mit At41 ler-
risücn: S) eine Mtutuc Karls I. aus Plaeenza beseitigt: 4) Trr-
IrSgc tieunas mit Karl 11. In dieiina VITentllch verbranat ; 5) »kk
mit ('rledrleh ni. von Kizilion verbUnilot: S) elaen ^Tttjer, Tod-
feind Roberto, zum Kenatvr in Rom ernannt haiw. Dann sekll-
dem sie das Kardinal skonsistorinm In Viennc in dieser Saeke
am '>. MHrz : ein ungenannter Kardinal vert«idlgt Helnrlefa TU.
in alten Punkten. Xaehmlttugs nuren Bruder and Stthae Pkt-
izecy Google
Nr. 141. (1312) Mftra 31. Hr. 142. (13l2) April 1, ä8S
Hyp« mit Ihivn YtMea heim F«pstf, der KVnifc fehlt« irefren
KrankbFit. <;. de BleiioM-h bittet Im Namen Fhllippii dn Papst
um Bat und Hflllt fllr xelnen Verwundten Robert, daß Johann
Hiebt Rom nnd dax Kapltol zd Terlawen braiiehe, HOnst sei Bo-
hertH Beleb rerloren: Philipp tnt dies trotz Heines BUndnIsMK
mit Helnrleb VII. Wenn tu aneb ftgea Jedermann resehloRHen
sei, so doeh airht ireireB einen Verwandten irle Robert. Zndem
habe Philipp die Urknnde Helniiebtt noeb nieht. Der Senetiefaal]
der Proreuee sehildert sodann die FlottenrllstnBir Friedrlehs III,
In HeHNlna. Die Autirort des PapstOH lantet, daß er Robert
treten AnfcrilTe sehBtzen werde, aber Helniieh habe bisher „per
aaetoritat" der KIrebe icebaiideit; die KonfUemtlonHnrknnden
der beMen KOnifre IS^n (gefeit znr AbsendHBr bereit; er
habe sebon sein Krhreiben bnllieren iamen, wonaeh Johann aus
Rom f^hen nnd man dns Kapilol dem Senator tlberjcehen solle :
er werde diews 8ehrllt«ttlei> aber Jetzt znrUeb behalten, Frle-
drleh 111. von dem BItndniR mit dem Kaiser »braten; ebenso
dem Kaiser nnd KSnifc Ja^me nebreiben. Die Gesandten raten
dem Kifniir znr ZnrHeiibaltnnr. Vlenne (1813) Hirz 31.
Barcelona, Archiv, CRD. Apend. gen. Nr. 24. Or. Pap. Ssp. Das
StDck werde ich In einer apfitem SammlaDg von GeHandtnchofteberirbten
ans der Zeit Ja^rmes N. verüffentlichen. Der Bischof von Valencia riet dem
König, sich in die Zwistigkeiten seines Bruders (Friedrichs IH.j, und Schwa-
gers (Robert) nicht einzomischen ; ihm winkten höhere Ziele. Der König dankt.
142. Antwort. KSnlir Jaymes IL anf das Sehrelben vom IT. März
(Xr. IS»): Wenn noeh keine ReHtimmnnir über die Gttter er-
Tolxt bt, Holien «ie den Papst drint^end nni rberlassunir der
tilter an eine Abzweliranir des Ordens von Calati-nT» bitten:
wlli der Papst absolnt Cberlawun^; an die Hospltaliter, soiien
sie nach den Papstes Worten die FesInniren der Templer fUr
den KOnifT beanspracben. Ist die PnbliluHon erfolft, sollen sie
eine Andlenz erbitten nnd naeb demfltiirer Anseiuanderselznnf;
der Bedenken des Kffnigs Tom PapMe die Fi^stanxen bean-
spruehen. Xatlra 41.912) April 1.
la. etc. dilectis suis Petro Royl magistro racionali et Ouil-
lelmo Oallomarii iudici curie nostro salutem et dilectionem.
Recepimus litteram veslram novissitne nobis niissam et seriöse
intelleximus omnia, que nobis äigniflcastis in ea. Unde conien-
dantes pluinmum diligentiani vestram vobis ad hec, ut con-
tinetur inferius, respondemus: Et primo in casu, si adhuc or.
dinata in concilio publicata non sunt, in quo videlicet c^su
Pinke, Popatlnm and Unlei^[an|| d«a Tempi eroril ans. II. 19
izecy Google
290 Herichte ubw. vom Konxil von Vienne.
volumus et vobis mandamiis, ut cum omni diligentia et Om-
nibus modis, quibiis vobis videbitur, ciiretis instare apud domi-
num sunirnum pontificpm et humiliter supplicare eideni. adierli-'
causis, de quibus plene existitis inrormati, quod placeat eideni
satisfaciendo condicioiiibus, sub quibus Ijona Templi posita in
dominacione nostra collata fuerunt, ac nobis et removendo
omnis suspicionis dubium, quod nos possemus de" ratione
recipere, si in alins personas bona transferrentur predicta, dig-
netur bona ipsa, quc in dominatlone nostra tantuin sunt, coii-
ferre ordini Oalatraue . . . Habet cnim ordo Calatraue bona
quamplurima, ut scitis, in doininatione nostra, ob quod cessal
öbieccio facta per dominum papara predictum, quod idem bona
predicta non conferebat oi-dini Calatraue, quia non habebal
ordo ipse bona generaliter, sicut ordo Hospitalis habet per
lotum mundum. IIa quidem quod erigatur novus magistratns
ipsius ordinis Calatraue in dominatione nostra et subsit ordini
Cisterciensi prout ipsi domino pape placuerit ... Si autetn
dominus summus pontifex hoc non admiserit et videtitis ipsuni
totaliter inlendere. quod bona predicta transferantur in ordinern
Hospitalis, supplicetis eidem ex parte nostra, ut pro vitando
dampno nostro et detrimento regni iiostri et pro tolienda omni
suspicione ■ nunc et in posterum dignetur providere nobis de
reniedio competenti. Cum autem item dominus papa respon»
derit: De quo remedio petitis provideri'r' dicatis eidem, quod
de illo rempdio, quod iam ipse obtulit, ut in Testra lilteni
continetur, videücet quod ecclesia non curabat de fortitudinibu-"^
nee ipse similiter. Kt sie quod placeat ei ordinäre, qnod foi-
titudines habeamus et teneainus nos et nostri et tenentihus
ipsas fortitudines pro nobis provideatur de bonis Tempil in
retinenciis competenter. Si vero publicacio facta est de hiis.
que ordinata sunt in concilio supradicto, arbitramur el cre-
djmus vos servasse informacionem, quam vobis deilimus, Tide-
[icel non con^iensisse, immo disensisse, si provisum est, quod
bona predicta transferantur in ordinern Hospitalis. In quo
casu volumus et vobis niandamus, ut curetis obtinere audien-
ciam a domino summo pontilice. Qua obtenta exponatis «
II So das Reg.
izecy Google
Nr. 142. (1312) April 1. Nr. 143. (1312) Mllrz 28. 291
humililer et devote ex parte nostra, qualiter iuxta inrormacionem,
quam liabebatis limitatnm a iiobis, hnbin<iti5 disentrre ordina-
cioni sue, ne dicta bona transferrentur in ordinem Hospitniis.
SpI nunc intellecto, quod vos nobis significastis veile omnino
ordinäre de dictis bonis in ordinem Hospitalis, ipse dominus
noster rex intimavit nobis, quod exponeremus sancUtati vestie,
qualiter ipse ul fiiius et devotus vester intendens ad omnia
beneplaoita vestra, in quaiitum posset absque lesione rcKni sui,
quam pro firnia seit vos non appetere, immo pro viribus evi-
tare: mandavit nobis, quod nos non contradicanius ordinationi
vestre, dummodo sint saiva eidein et suis omnia iura, que
lial)et in bonis Templi predicti, et quod vestra sanctitas pro-
vrdeat eidem super facto f[op]titudinum per modum, quem
exprimatis eidem sub forma superius cxpressa. Daf. Xatiuo
kalendi«; Aprilis anno domini M''CCC duoderimo.
IJnrcelonn, Archiv, Rtig. 886 f. 77.
143. Pero B»;l HB Ktfnlff Jayuo : Kine itebelni« Mitteilung rines hpr-
TorraRndrn Klrrikers besatrr, die boxtr Sitherunir dw köniir-
liehen BesitKM nnoli Anfbebniir de« Temiikrordenx xel der Wl-
demif aller Ton seinen Vorfahren an lieii Orden KemnehteR
Sehenkuntren, in er Ja anfirefaobeii sei. (1312) MHrx in.
Senyor. lo Pero de Boyl . . . fago saber ala vostra alla
i^enyoria, que un grand cler^o et qui querria vostro bion vino
a Uli et dixo me estas paraulas eii grand secreto, quo, des-
que el papa havia anullada et deffeyta la orden del Teraple,
que muyt Rraud conservacio et reflirmamiento scria de vostro
dreyto et de poder contrastar, quo Lespital no ovies aquosles
bienes, que fueron dei Temple, si vos revocavades todas li>s
donaciones feytas por vo.stros autecessoros ul Temple de qne
la orden era anullada. F^ssi dixo. que lo lenian otros grran,ds
clergeü . . . Scripta cn Viana XXVIil. dias de Mamo.
Barcelona, Archiv, CKD. TemplnrioB Nr. 22 und 23. Or. Pap. Ssp.
Die eine Nr. von der Hand KoyJH. Der KQnig antwortet ihm am 14. April:
Reeepimua diiHS consimiles litteras vestrns. p«r qnas significsatia nobia. iit
izecy Google
293 Bericbte usw. vom Konzil von Viennf.
fuceremae sevreto'l revocacionem, de qua dicebatar in litteris enpradictii.
Ad que Tobis t&liter respondeinua, quod noa servata forma dirUmm litt«»-
rum vestrnnim revocacionem focimus supmdictain. Dat. Volencie XVIH.
kalendns Mndii anno predicto. (Reg, 836 f. W.)
144. nie KonztlsKeMndleii iin KödIk i»jme II.: SItznns de« Vteaarr
Konzlln am 3. April, ErklKrunf dot> Papstes znr Anrbfkns
dn Templerord^m. Vorleaang d«r Bnlle. Nltt«llaRC dm Pap-
stes, daß Philipp d. Heh. einen Kreazüuir nnlernehnen w»llr
Innerhalb 6 Jahre». Dhh Krenz nehme er In Mlnein Lasde.
Wenn er NelhRt en nieht bVitne, würde Kein yaphfnlfrer dazn ver-
pfllehtet Min. Terlesnnfc eines ktinifllcbeu Schreibens blerlber,
norin dieser Seliinß aber Tehlt. In 4 Tafen KOlle eine near
Sewtlon betr. der OUter m-Iii. HolTon dringend Ankunft de>
köni^lleiien Sehreibens T«rher. TIenne (1$I2) ApHI :>.
AI molt alt e molt poderos senyor en facme . . , rey
Dai-ago P. Boyl e G. Olomar , . . gracia. Senyor ya pochs
dies ha, vos havem fet saber per nostra letra les pai^ules, q«e
foren davant lo papa sobre el Tet de! eniperador e del rej
Robert -). E creem, que daquesta raho vos scriu ara lo papa
per lo portador daquesta. Vos senyor sots be enfomiat del
fet per 1a nostra letra damuntdlta e farets y ?o que a la vostra
altea sera vist faedor. Encara senyor, signifllcani a la Tostra
alta senyorla, que diluns^) lendema dela dominica in Quasi
modo lo papa tench sessio publica en la esgleya mayor de
Viana, on foren lo rey de Franta e sos lills e sos frares e
molts barons e eis cardenals e eis prelats e embaxadors de
diverses princeps del mon. E lo papa parla e reconita tot lo
fet dels Templers, com era passat del dia qiiel havia entes tro
a aqueli dia, e dis que las fos acort e eonseyl de la maior
partida delä cardenals e dels prelats del concili, que deffensia
(levia esser donada ales perssones e al orden del Tempie e
qne, segons go ques trobave, lorde desus dit per dret no devie
esser dampnat, com no fos res provat contra lorde estiers. per
(.-0 com serie escandet, si atal orde axi diffainat ronianin en
'} Das stebt doch in dem Schreiben nicht Wahracheinlich liegt f
Versehen des Verfassers des Briefes vor.
'i Vgl. die Nnmmer 141.
'1 An» 8. April.
oy Google
Nr. 144. (18121 April 5. 293
lo inon, en lo qua) orde iiiiigun hon Iioiii daqui a avaiit no cii-
trarie, per i;o com moltes Singulars perssones dei dit orde
liiivien confcssat los erims, de que eren encolpats, e eiicani
per i;o com los bens del orde son en tals . . . que pensan hi
dilacio de la dita [deffensio] no sen faria lo servy que fer
sen devie; per aquestes rahons proveyu per provisio apostolical,
qiiel dit orde fos lolt e vedave sots pena de excommunicacio,
ta quäl fus encorr^^da ipso facto, que daqui avaiit nen^'iina
perssona no portas Jabit del Tt^nipte nil prcses, e reteiicli a la
:>uu ordinaeio les perssones e eis bens: la quäl ordinacio farie
en aquesl concili e veda, que eu aquest demig alguna inno-
vacio no Tos feta en los bens per ninguna perssona.
E pux feu leyr lu sentcncia, qui era bullada, ■ que con-
tenia en acabament i;o que damunt es dit. E agercm voä
ara trames, senyor, lo translat dela sentencia, nias null lioni
encara nol ha pogut haver. Apres, senyor, lanlost lo papa
pres altra inateria e dix, que apres tan dolores fcyt, com
havien oyt, los nunciava grand goyg. Es asaber quel rcy de
Franija, qui aqui era, prenia lo passatge de la Terra Santa
en si. E obligava si a aquell e aii lio pronietia c que farle
lo passalge ab sos fills e ab sos frares tots. E que apres dell,
si el fet no era acabat, prosseguiria lo fet son tili lo rey de
Nauarra, qui aqui era. o qualque altre rey de Frau^a per
temps, mas que la creu alai^ava de pendre a ades, per co
com la enlenia a pendre en sa terra, per que eis seus barons
ne prenguessen exemple.
E dava termen a la creu a pendre dintre un aiiy c a
comen^-ar lo camiii del passatge dava temps del nies de Man,-,
primer vinent a VI anys. E pux lo papa feu leyr una carta
patent ab s^ell pendent del rey de Fran^a, en la quäl se
contenia, quel dit rey penia lo passa^e en si e lo prometia
simplement E[sjters en la earta no era feta niencio dels (ilis
ni dels ß-ares del dit rey ni de proseguir lo fei, scgons quel
papa havia dit en sa narracion. Pux lesta la carta dix lo
papa, que tots los prelats li havien atorgadu la deciina a VI
anys a aquest fet. E tantost lo papa partis daqut e tornassen
a son palau e als nos feu en aquella sessio. Entes havem,
izecy Google
2^4 itericlite usw. vom Konzil von Vteuiie.
senyor, que daqui a Uli dias sera altra sessio '), en la quäl
iiidenam el papa dels bens liel Teinple. E aylaitt com podem
eiileiidre, vcern, que seran applicats al orde del Espital. V.
placia a Deu, seiiyor, que abans daquel dia ayani ahuda re-
spos(a vostra a la letra, quel altre dia vos tramesem cuyla-
danient aobre aquest fet. Cor si hauda no ia havem, nos
estarem, senyor, an lo manaineiit, que vos nos havets fet tot
bora de no consentir al Espital e estam en gran perplexitat,
si per Ventura, senyor, vos vos erets niudat de vostre erteiii-
ment per la dita letra, e el dia dela dita sessio nos no ereiu
certifficats daco. Estiers no serie romas en nos, que en la
dita letra, (jue nos vos trameseni, senyor, vos clamam mene.
que tantotit nos traniessessets resposta, que al correu nos iio
dunani ai no X dies de anar e X de tornar, qui seran coin-
plits dema, qui sera dijous, quo lioni comptara VllI idus
Aprilis e la sessio sera disapto VI idus AprJlis . . . Scrila en
Viana nonis Aprilis.
Barcelona, Archiv, CRD. Apend. gen. Nr. 21. Or. Pap -Sap.
14r>. Dk KoDzilNKCMBdten au KOuifr Jayme II. : Nach der Sitiu^ m
&. April befragte der Papst die PrHUtPU am Ihren Rat bdr.
die Templei^titor. Kr selbst, seine vertrauten KardinUe, drr
KKiiIk von Franlirekh und elultre von Keinem ߫t Hlod tarCbn^
lasNUMR! nn die Hospitallter, alle andern PriUaten ans I^aak-
reieli und den IHtrliren IJinderi) fltr Grindniiir eines neuen Or-
denii. Aueh die (neue) linNtllis«lie (•esaiidtsebaft, die ent ■■>
Liebedienerei uiit dem Papst fclug, und die Por4uf)e!«en. Kar-
dinal PelaKmu hat den Kastilianem ReNant, der Papst vrrdr
erst die spnnlseheii Könl^ helhi^n: Hhnlleh der von Bedrr^
IJuaiirhörlieli nerlwn Papst und KBnif^ ffir ihre AnfTaKSUBf;, bei
deu Franzosen mit eiiiltrem Erfolge. Aber bislang haltea lort
die Proiiuratoreu der KupHel, vor alieu die (Ibrlsen Eantlalle.
%« den GeMiidteu. Raten Kur Vorsieht, wenn Vorsehllp ir-
Papstes kommen. Sie ^vollen die (jiraiiada-Au^le^eBbelt mll
deu Kastlliaiiem wle<ler anrexeu. Saelie des Grafen von .taip«-
rias. Der Papst verlangt pitttzllcli, daß alle Kathedralklrttei
der Welt fUr immer zum Unterlialt der KardinUe das Ha-
koiniuen einer Pfründe geben. Die PrUaten sagen nein and der
Pn|»st vrlll Nie iiietat gehen lasseu. Vleune <1312) April 1^
') Ani 8. April. Sie liut nicht stuttgefundca.
DigmzecDy Google
Nr. U5. (1312) April 15. 295
AI niolt alt e molt poderos senyor en lacmc . . . rey
Darago etc. en P. Boyl e en G. Olomar , , . Senyor, per la
letra, que laltre dia vos tramesem per un correu de! papa,
podets aver entes ^o qiüs feu en la sessio, quc tench lo papa
diluns lendema de la dominica in Quasi modo geniti, en la
quäl sessio )o papa publica la ordinatio, per la quäl desfeu
lorde del Temple, retenguda a si la ordiaaiio deles persones
e dels bens, laqual entenia a Fer en lo concili; e encara lo
rey de Frant^a pres en si lo passatge de la Terra Sancta e dona
spay dintre un an de pendre la creu c del Marc; qui ve a VI ans
de comencar lo cami del passatge. t] aquestes coses promes
ab carta sua ab segeil p[endentj, segons que aquestes coses,-
senyor, en la dita letra nostra pus largament sou contengudes.
Apres, senyor, que aquella letra vos aguem tramesa, lo
papa domana de conseyl lots los prelats sobre la ordinatio,
quc entenia a fer deles persones e dels bens del Temple, en
quäl manera conseylaveii, que fes a fer. Axi que mentre los
prelatR acordaven sobre a^o, lo papa de una part per alguns
cardenals familiars seus e el rey de Frama per alsguns de son
fonseyl, e eil encara, qui personalment ne parla ab los prelats
de son regne, induien los prelats, que consentissen, quels bens
del Temple fossen adhunits al Espital. Eäters tots los prelats
tlel regne de Fran^a poclis exceptats, quel papa ha creats, o
qui son del conseyl del rey de Frama, tenen, que en neguna
manera no Fa a fer, quels dits bens sien applicats al Espilal
per moltes bones rahons, ans tenen, que deya esser Fet oide
novell e en aquesta matcxa oppinio son los prdats de Italia
et Danglalerra e Dalamanya e del regne Darlet, qui es tota
Proeni;a, e aquesta terra deca del eniperi, e eis prelats De-
spanya, senyaladament aqueils dela provincia de Terragona,
que eis altres Despanya nou dien tan dar. Esters be se Con-
corden tots, que non sien appUcats al orde del ICspital. Los mis-
satgers del rey de Ilastella specialment lalcalde de Toledol (!) en
primer axi con fo vengut, no tenia bona carrera e enienem nos,
queu feya cuydant piaer al papa, per que obtengues en los
altres fets, mas puys per alguna manera soni en concordia ab
ells, axi que ells e nos eis missatgers del rey de Portugal
som ara en un proposit e en una veu en aquest fet, axi que
izecy Google
296 Buriclit« uaw. vom Koiuil von Vienue.
I»u- res iil Gspital no consintrien, si que per aquesta conslantia
eil quens troben.
1.0 cardenal de Pelagrua ha parkt a)s missa^i's det rey
de Uastella, 1.0 qie ja !o cardenal de Bosers a nos havia parlal.
be ha un nies, segons queus havera fei saber, senyor: E?
assaber, quel papa no enantara ara en res en los bens, qud
Temple havia eii Espanya; e encara ara no ha passals III
dies nos ho ha referniat lo dit cardenal de Besers anos amdos,
dien, quel papa ho ha axi acordat. Esters, senyor, pus com-
plidanient ho ha parlat lo cardenal de Pelagrua als missatgeis
del rey de Castella, segons que ells recomten a nos, es assa-
ber, quel papa no enantaria en los bens, quel Temple hav-ig
en Espanya, sens consentinient dels reys Despanya '), e encara
quel papa nos en daria carta sua boHada. Mas lo card«iai
de Besers diu axi a nos, quel papa noy enantaria aadcs cntro
nagues scrit als reys Despanya, e ha molt da^o al consentiment
encara que diu, que noy cal carta, que publicameat se dira.
que ben haurem M guarenters, a que ells dien testimonis. Per
que, senyor, nos soin ara sobre aro tot dia tols los missatger-
dels reys Despanya, e encara que y pensam nos molt axi. que
no pugam esser preses en punl, si a Deu plau, c si nons hen
tenicni per pagats, que farem yo, qui es en nos, es assaber de
non consentir a la unio del Espital, sis fa, e de protestar aii
com si covenga.
Esters lo papa el rey de Fraii^'a no vaguen de girar lo?
preluts de lur entenimenl en han girats ja alguns del reffne
de Franca. Esters tots aquells son factura lur. Los pro-
curadoi-s dels capitols deles esgleyes del nion e breument tots
los altres del conciÜ e senyaladament tots los cardenals, es-
ceptats aquells, qui son ab lo papa e ab lo rey de Frama.
en aquests fets teneii la nostra oppinio. En aquest punt es
ara, senyor, lo fet dels hens del Temple. E axi vos. senyor.
sabets ho tot, axi com se fa, e aytan cuniplidament, con se fa,
0 asi ho havets sabut tota hora. Per que pugats esser pre?ist
aago, senyor, que vos hi ajats a fer,
Especialment, senyor, si per lo papa o per alguns dels
') VgL Anmerkung zur Nr. 140.
Digitizecy Google
Nr. U5, (181-2) April 15. 297
canicnals vos era äignilicada algiina via de tractiiinent subre
aquest fet, fos vostra nierce, senyor, que alai'gassets la res-
pütita iinal per i;o, senyor, cor gran cngan se poria pendre
ptT ifs mutacions, que aquest fet pren tot dia, e podets lio
coiiexer con tan varianient vos imveni scrit, st^ons quels fels
liau varial.
Lo fet senyor de Gmnada liavein acordat eusems ab los
inissatgers del rey de Caslclla, quel moguam al papa e eit
lacperl de Oastcll nou ') diu, quel moura al papa davant nos,
s^ons les paraules, que ja nach ab eil eii laltra missalgeria,
com hie fb per lo rey de Castella. Nos, senyor, hi sereiii ab
ells ensenips ey aindarern e hi farem tot aquell be, que pugam
de part vostra, senyor, sc^ona lo nianament, quen liaveni
de vos.
Senyor, lo bisbe de Valencia nos ha mostradu la letra,
que vos li harets tramesa sobrel fet del comte Dampuries e
havem entes be <,-o qui en aquella letra es cunten^t. Aru
es Verität, senyor, que laltra dia lo bisbe de Valencia e nos
erem ab lo papa en la sua cambra sobrel fet del Teniple e
era hi lo cardena) de Pelagrua e eiitre les altres rahous, que
dixeni, lo bisbe de Valencia dix sobre ro, quels bens del Temple
no fossen appücats al Espital, entre les altres coses, que seria
gran poder aquell, quel Espital hauria en lu vostra senyoria,
la quäl cosa seria perill del r^ne; e encara en les corts,
que vos, senyor, haviets a fer en la vostra terra, vos havets a
fer molts ordonamens dampnoses a vos, senyor, e a la vostra
Corona a peticio deles poderoses persones del vostre regne e
que seria tan gran cosa lo poder del Espital, que poria inolt
en CO que volgues. IC com lo papa respos lavors a a(,'ü, que
nos li havieni dit, respos puys entres les altres coses a aquesta
paraula, quel bisbü de Valencia havia dita, dix, que ja ho
havia entes axi, e que en aquesta manera se feyen los ordo-
namens per vos, senyor, la quäl cosa era gran minua vostra,
que vos aguessets a fer ügs per volentat de negu, sino per
sola raho e per vostre moviment; e que per ai.u haviets vos
'} Dieser war mit dem Alkalden vod Toledo kürzlich ah knatiliani-
ücher Geaandter ersvliieiien.
izecy Google
29S Berichte usw. vom Kuiuil von VieoDe.
enuiital contra lo cointe Dampuries per lo fet deU Veneciaiis.
cor axi lio haviets haut de conseyl en )a cort de Barchiaona . . .
Nons sabem lo concili, quant sera deliurat, que entre k-s
altres tardan^es Jo papii ara noveylanient ha deinanat atof£
los prelats, que totes les esgleyes katliedrals del mon fai-cQ
Lribut per tots ternps als cardenals de que viven, cascuoa i^
gleya daylant, con es la valor de una prebenda, e eis prelats
an lin dit de[no, e e]l (?) papa diu, [s^ons] que havem entes,
que nols ne lexara anar, entro que agen (et vo, que bons
luheus deveii fer. Noalre senyor Deus vos do, senyor, vida
longa e honrada [en] seu servey. Scrita en Viana XVII, ka-
lendas Mali.
Itarcelona, Archiv, URD. Apeod. gen. Nr. 22. Or. Pap. Sap. Hii
einigen Löchern.
14ß. nie KonzllHgreKHiidteii nn Ktliiii' Ju^iine If. : Aaf diu Andrila^n
de« rHiwtm nnd de« KQnlg« sind Toti 'lO rmnzlhlwhen PrIUtn
12 Hin«» zu Willen, ebenso ein paar llaliener, andere aMt.
Dann llefl der Pii|Mt die Italiener nnd FnuuoMB hoBmea, Rctile
Ihnen in Geseuwart PhllipiK d. S«h. die GrUnde fUr elae Tker-
netsnngr hu die Hospltallter auNeinauder, irle» nnf einn aea-
liehen Sieg der llmpltaliler hin und sagte znm Sehlnß : mmm-
ten Hie der CbcnrelNun^ an daH Ho«pttHl bei, so getklle es IhM,
auderHrMl)» Ute er e* ohne Nie* Die Italiener Uelben fest. Die
Gesandten fingen zum Kardinal von Besler«, der In dieser
Saehe alles weiß, nnd erinnerten Ihn daran, dafi der Papst T«r
der Eiit^heldang mit ^paniea verhandeln wolle. Nach H^aer
ErkUrunr haben Pn|wt nnd Kflnli; die spanlHehea TemplerTlter
weiterer Verhaudlnnir rorbehalten, die er genauer HiiglU. ffer-
vorhebnuf, daß uur Jajme dieses Terhitttnl«<mliUir gflastlge Be-
«iltat 7.a danken sei. Schenkung eines reichen Zehnten aad
der SUdt Lyon an Philipp d. Keil. Der Kaiser neltit das BBad-
nls mit Philipp d. ^Ii. nnnmebr »nrilek. Seine Erblttenag
gegen den Fa|wt. Cber Granada noch Blebt» Nenes. Tleaae
(1312) April ^i.
AI niolt all e molt poderos senyor en lacine . . . en P.
Boyl c en G. Olouiar . . . Senyor, sapia la voslra allea, qwe
dijous XII. kalendas May reebeni una vostra letra, per la quäl
nos certiticas de vostre enteniment, quäl nianera deguessem
tenir en lo fet dels bens del Temple en cas, que ja fos daquells
izecy Google
Nr. 146. (ISI2) April 2-2. 299
ordonat e en cas, qiie ordunat non fos ') . . . E es ver, sonyor,
quo eiicara im es pubikada alguna ordinacto sobre lus dits
bens, mas lo fet esta vuy en aco: que segons que pei' altra
letra vos havem fet saber, los prelats de totes les uations del
iiion, pochs cxceptats, qui no son de conipte, en la resposta.
«jue feren al senyor papa sobret conseyl, que daven en la or-
difiacio dels dits beits faedora, teiiKren coiicordablement, quels
dits bens no fossen applicats al orde del Espital en neguiia
niaiiera, itias que fos fet orde novel).
E apres at.o com lo papa e el rey de Frani^a preycassen
e parlassen als prelats singularmeiit e encara als cardenals,
que conseiitissen al Espital, giraren ne ulguuä alur enteniment,
nxi que daquclls del regne de FraHi,'a, qui eren mes de L,
consentiren a lur vulentat tro a XII. E daquells de Italia al-
giins. dels altres no negru. Per que lo papa veent, que encara
romania la niaiur partJda sens coinparatio, qui tenia contra la
sua volentat, feu venir davaiit si los prelats de B'rani,a e de
Italia e fo aqui present lo rey de Fran^a, e dix lus nioltes
rahons, ans mes desrahons, per que li era semblant, quels
bens se d^uessen aunir al Espital. E assigna per una gran
raho, que ara hie havia vengudes letres. quels Espitalers della
mar havien hauda batayla ab los Turclis e quen havia morts
mes de MD dels Turclis e dels Espitalers tro a LXXV.
Finalment dix lo papa als prelats, que, si ells coiiüeylaven,
ques faes la dita appiicatio al Espital, a eil plauria, que ho
pogues fer de conseyl dells. Si no que eil Iio faria e ho en-
tenia a fer, volgiiessen ells o no!
E sobre a(,'o volch que t^lis encara aguessen kir acort.
E haut acort, resposeren aquells de Italia, que ells estaven en
lo eonseyt, que dat havien. Mas quen faes io papa vo que
li plagues!
Si, senyor, que sabem pro cert en la manera dins scrita,
que la dita [appl]icatio se fa de tot en tot al Espital e qucs
Ca contra volentat e conseyl de tots los cardenals, exceptats
aquells pochs, qui lian nienats aquests fets- E contra conseyl
de tot lo conseyl del rey de Fraiica, exceptat Karies germa
■) Vgl. üben Nr, 142.
Digitizecy Google
SOO Berichte asw. vom Konzil von Tienna.
del rey ile Framra e EngeiTa, e contra conseyt de tots los
prelats. Nos, senyor, vista la vostra letra desusdita c regone-
};uls los l'ets, eii quin puitt estan, aiiani al cardenal de Besers,
qui, segons queus haveni fet saber, grau temps ha, nos havia
dil, que en los bens, quel Tcniple havia en E^panya, nos iariu
neguii ordonament, eiitro vos, senyor, e fls altres reyes De-
spanya ne fossets requests. E retraguemli, aqueates parauJcs.
quens havia dites. V, djsemli, que li planes dir a nos, äqual fi se
faria la requesta de vos, senyor e dels dils reys, per co com nos
hi trebaylariern volenter e tractarlem ab lo papa ab eil ensems
e puys iriem a vos, senyor, sobrel Iractanient, sabens certament
que en aquest fet e entot allre hauriets vos, seuyor, gran
desplaer, que de neguna cosa aguessets a venir a conlrast ab
lo papa e que consintriets a tola res, qui fos piaer del senyor
papa, ab que sens tan gran preiudici e perill, com aquest seria,
ho poguessets passar; o que eil, qui era gran amicli voslre,
senyor, devia en a<;o trebaylar e entendre, que trobas alguna
manera, per la qua! vos, senyor, poguessets passar aquest fet
ah bona volentat del senyor papa, e que vostre dret hi fos
salvu e el perill hi fos esquivat. E ai^'o dixem, senyor, per
sentir dell, quen entenia a fer lo papa. Cor eil sab tot lo cor
del papa en aquest fet.
E lo dit cardenal descubrins claramenl e amigablement
tot lo fet axi com esta. Es assaber, que avengut es entrel
papa e el rey de Frani,'a, que, en quäl que ordinatio se fai,«
ara en lo concili dels bens del Temple, no sentenen les bens.
quel Temple havia en Elspanya ; cor abans quel papa lii orden
res, ne vol saber vostra volentat, senyor, e dels altres revs
Despanyu o que ago se dira es fara publicament, per que dix.
que ab aco haurets vos, senyor, tot vostre enteniment, ne iii
venia ara algun Iractanient. (^or segons que eil dix, axis fara,
que nos irem avos, senyor, ab ai.;o. E puys los Espitalers e
altres, qui degen haver aquests bens; no que eU nos descu-
biis, que fossen los Espitalers, nias aytant se vayla, iran a tos,
senyor, e vos lavors ab ells tractarets, axi com vos planra.
demanan les fori;es, o en aquella manera, queus ptacia. E
puys segons lo tractament seguir sa. E axi nons conseyla,
que ara d^uessem entrar en altre tractament a?i. Esters be
izecy Google
Nr. 14fi. (1812) April 22, 801
lenia per bo, quens en vissfim ab lo papa e queu aguessen
«lell. E nos dixemü, que daco avriem nos ops una earta del
papa e el dix, que nos pensava, quc lan fes. Per co cor eli
no era pagat daco, que quax forcat o feya, msts que lo car-
denal no sen faria una letra a vos, senyor. Nos avem pensat
e acordat sobre aquest fet. E grahim prinicrament a Deu la
honor, que vos, senyor, liavets daquest fet, cor segons que es
Verität e axi es fama eu tot lo concili e sera per tot lo moii
apres del concili, si aquests fets if^e fossen menats daltra guisa,
ja pc^a ha, Tora feta la unio al Espital o que no sia feta nes
fat-a eiicara en los bens de la vostra terra ne en los altres de
Spanya, tols ne traben be vos, senyor; per go cor i;o qui sie
es contrastat, c dit he ssiben tuyt e han visL de quäl part ses
tlit, que menfre eis fets se fahien, no hie havia per lo rey de
<!astella negu, e quo ^o, qui sen baia a fer, nos faca am en
lo concili e ques haia a fer depuys ab vos, senyor, enteneii
tuyt, quen havets honor e axi ho enUneni nos e que no pot
csser sens profit. Esters, senyor, jassia quel papa vos atorch,
que fara en tos bens, quel Temple havia, en la vostra terra,
segons quel oardenai de Bescrs nos Iia ... ". si espressanient
no era empres, que iordonamenl, quis fara, se haia a fer de
consentiment vostre, protestarem que per la unio, quis fara ara
dols altres bens del Teniplc al Espital, no Tos fet preiudici a
la ordinatio, quis deu fer daquolls de la vostra terra. E en
aytant com per la ..,'' applicatio desusdita pogues esser fet
preiudici en alguna manera a la ordinatio particular faedora
en los bens del Temple de la vostra terra, nos no consentlni
a aquella, ans Iii contrastam espressament e aco, senyor, ente-
nem a fer a conservatio de vostre dret, sabens e entenens,
que no sera sens preiudici vostre tat o quäl, si daltra guisa
se feya . , .
. . . Lo rey de Franta, senyor, es exit de Viana e es sen
anat al Leo. E ha fet axi sos affers, quel papa li ha dada
ta decinia de la sua terra de un an per alguns serveys, que
tiavia fets entau'' en la cort del papa. Qui pujaven a C. mitia
florins e per altres messions, que havia fetes per aquests fets,
a Folgt ein auverBUndltohes Wort. b Ein Wort fehlt. r Statt
pntnny, antany: vor Jahreafriat.
izecy Google
302 Berichte usw. vom Konzil vor Vienne.
qiii pujaven a altres C. milia. E ha ]i donada la ciutat de
Leo '), la pus bella joya, que les^lej'a de Roma liavia. Gsler>
noy han consentit sino 111 cardenals. E el rey de FranvK l"a
donat al archabisbat de Leo II milia libres de renda eii
allra part.
Lo fet del emperador, senyor, esta en aquest piinl: quei
papa ha liiirat als missatgers dol emperador la carla de la
eonf'ederatio fela entre lemperador e el rey de Franca. E r-h
dits missatgers com preseren la carta en consistori diivant lo>
cardenals, (iixeren, que, pus lo rey de FVanca havia Tel dir eii
consistori, segons que jaus havem fei saber, senyor. que noy
entenia lo rey Robert, perco cor era de sa sanch. lemperador
aylanbe no entenia haver confederalio ab null bom, qui li ven-
gues contra. E aqui matex lo papa dona la carta de la con-
federalio al rey do Fran<,'a. E segons quens ha dit un cardc-
nnl, qui sab tots los fets del emperador, lemperador diu, qup
eil ba ab bona bovia del papa Iota la auctoritat del emperi
cumplidament, e que besara los peus a lots los revs del nion.
qui valer li pugiien daquesta sobreria.
Del fet de Granada, senyor, encara nous podem res IiT
saber, nias ara los missatgers del rey de Castella e nos lo
dcvem moure al papa . . . Scrita en Viana X. kalend.is Mri'lii.
Unrcelona, Ardiiv. CRU. Apend. gen. Nr. 28. Or. Pap. S^.
UT. ItiM-hor Itnlmuyd roit Yiileiiciit nit KSntr ilHjiiif; Cb^r das Km>
■/M verde ihm der Erzbtf>eli«r TOii T>irra)n»iii l>prlfbten. >>W
ohne NHhe «nd Oeüehrri erlaiiEtcn dio KonKlIsjtnwiidlra, dal) ii
Mncheii dor spaiilKofaen Tcinitlfr iiiid ihrer iiütor ulrhts br-
M-iiloHsea KTi. Yaleiii>i9 (13]'2| Mnl T.
De factis concilü, qualitcr aclenus processerunt. reladoni'
. . . Terraconensis archiepiscopi, qui recepta ticencia a doiiiino
nostro stimmo pontificc ad partes illas gressus suos dirijrit.
regia maieslas plenius poterit informari . . , Nuncü vestri iio«
sine ctamoribns et laboro oblinuerunt, quod in bonis et perso-
nis Templariorura in Vspania nichil ordinatum existit . . . I);il.
Valencie nonis Maii anno domini M"C(;nXIL
') Vgl. Darstclluiig.
izecy Google
(Vor Beginn dea Koiuils im Oktober ISU.)
Barcslooa. Archiv, CRD. Nr. 4606. Or. Pap. Ssp. Baininoil v
vor Schlnß des Vienner Konsils znrOokgereist
I4S. rrrHh-huIs drr Prülatni, die znm BlIüemciiieD KaaM vuii Vloiiw-
gemtfn wprdeu sollra. <Yi>r Br^nn <1ps Rntixll» im 0)itn>»«i'
1311 ->
In nomine (iomim Amen. Isti sunt vocaiidi ad conciliuin-
Honstantinopolitanus
lerosolimitanus , . ,
. ., patnnrdie.
Aquilegensi^ '^
Gradensis
Pftlriarcha Constantinopoiitanus rnm iluobu^ 5nlTt'ug:aneis,
„ lerosolimitanus , quos
pro se et aliis, qui remanent, duxerint oli^ieiidos.
De patriarchatu Aquile^ensi vooentur:
Ciimanus, Vicenlinns, Paduanuii, Polanus, TenilsinUK cpi^^copi
pro se et aliis. qui remanent.
De patriarchatu firadonsi vocetur Ca^tellamis pio sc et
aliis, qui remanent.
De regno Francie vocentur:
Arcliiepiscopus Lugdimensis. Eduensis ep.
, Senonen". Aurelianen. Autisidoren. episcopi.
, Remen. Siiessionen. Cathalaunen. „
„ Rothomaf^en. Baiocen. Conslancien. „
„ Turonen. Cenomanen. Andegauen. ,
^ Bituricen. Miniaten. lleni Anitien, qui est e\-
emptus, episcopi.
ßurd^alen. A^ennen. ep.
Auxttan. Lecloren. ep.
Narbonen. Tholosan. Magalonoii. episcopi.
In regno Maioricariim : ep. Maioricen.
, Nauarre , Pampilonen.
^ Aragonie arcliiep. Terraconen. Valentin, ep.
, Castellp , Toletan. Palpnttu ep. archiep. Clom-
postellan. Salainantin. ep.
, Vspalen. flartaginen. ep.
(I Ich habe den Strich Qber den n weggelassen.
izecy Google
5M Beriehte osw, Tom Eoniil ron Vieoiie.
In regno Portugalie archiep. Brachen. Portugalen. ep.
, Anglie , Csntuarien. Londonien. Vintonien.
Saresberien. episcopi.
In Ibernia: archiep, Armachan. Miden'». ep.
B Dublinen. Fornen. ep.
„ Casselen. Catanen <■. ep.
Tuamen. Arcaden ''. ep.
In regno Scotie: sancti Andree, Candide case episcopi.
, Datie: arciiiep. Lunden. Ollonien. ep.
, Norn^ie , Nidrosien.
, Suesie , Ubsalen. Angurien«'. ep.
In Ruscia archiep. Rigen. cum uno snin-aganeo.
In regno Sardinie: archiep. Calaritan. Turrilan. Arlmren,
In insula Cipri; archiep. Nicosien. Paphen. ep.
In imperio Romanie: arciiiep. Neupatren. Tliesalonicen. Tiiob-in.
In insula Creta: Arianen/", ep.
In Achaia: archiep, Patracen. Motonen. ep.
„ Athenien. Nigroponten. ep,
, Corinlhien.
In provincia Provincie: archiep. Ebredunen. Nicien. ep.
, Aquen. Foroiulien. ep.
, Arelaten. Massilion, ep.
, Viennen. Viuarien. ep.
In Burgundia : , Taraiitasieii. Hedunen, ep.
, Bisunlin. Basilien. ep.
In regno Alamnnie: „ Maguntin, Fragen. Morauienc
episcopi.
, Colonien, Leodien. Traiedi'n.
episcopi.
, Treueren. Meten, ep,
, Bremen. Lubicen. ep.
, Magdeburgen, Brandcbui^Mi.
ep.
, Salseburgen. Patauien. ep.
Iteni Bambergeii. ep.. qui
est exeintus.
b Minden. Abschr. e Wohl sUtt Corohftgeii. il Arwifii
Abaohr. e Wnhl statt Arcaien. f Doch wohl Agien. # <"'
statt Olomiifen oder vielmehr Wormacien.
izecy Google
(Vor Beging aes Konzils im Oktober Idll.) SOS
In Ungaria: archiep. Strigonien. Quinqueecciesien. ep.
. Colocen. Ultrasiluan A. ep.
In Polonia: , Gnesnen'. Lubicen. ep.
In Sciauonia: , Ragusin. Tribunien. ep.
, Antibaren. Polaten, ep.
In Istria supra mare; archiep. ladren. Signen^. ep.
, Spalaten. Tragurien.
In Lonit>ardia: „ Mediolanen. Pergamen. Brixien.
Cremonen. episcopi.
In exarchatu Rauenne: „ Rauennas. Pannen. Fauentin.
episcopi.
in Tuscia: , Pisan. Massan. ep.
« lanuen. Bobien '. ep.
In insula Sicili«: , Panormitanus >". Maczarien. ep.
, Montis Regalis.
, Messanien.
In Calabria: Cusentin. Rossan. s. Seuerine archiepiscopi.
In Apulia : Consan «. Acherontin. Tarentin. Brundusln. Idrdn-
tini'. Baren. Tranen. Sipontin. archiepiscopi.
In Terra Laboris: Beneuentan. Salernitan. Suirentin, Neapo-
litan. Capuan. archiepiscopi.
In Campagnia: Soran. ep.
In ApruÜo: Aquiien. ep.
In Patrimonio beati Petri: Sutrin. Baineoregen, episcopi.
In Ducatu: Perusin. Spoletan. episcopi.
In Thuscia: Florentin. Pistorieii. ^iscopi.
In Marcha Anconitana: Esculan. Camennen, Esin. episcopi.
Paris, Archivee Nationftlea, J. 418. Nr. 85. Pnpieirolle mit kurialer
Schrift. Auf der ROckseite: Nomina prelatoruin vocaudorum ad conaciliam
generale. J. 418. Nr. 86 steht diese Liste zusammen mit der Liste der In-
qnieitoren, die in die verschiedeneii Lltnder geschickt werden sollen ; dort
■nr der RDckaeite : Scripta secreta euper facto Templarionini Die List« hat
ihre Bedentnag zunftchet fllr die Feststellung der Zahl der Besucher des
h Statt TranssilvaD. i Nesnen Abschr. k Doch statt Veglen.
I Ich lese eher Solaen. Ob statt Nebien? m Parnomitanua Abscbr.
n Cosan Absohr. o Idronien Abschr.
Fiake. Papsttum nurt Untargang du TempleroTdeDb. II. 20
izecDy Google
S06 Berielite uaw. vom Eonci) von Vi«nne.
Konzile; da nur 168 PrSlaten geladen sind, so ist nnEweifelliaft di« ZiU
300, di« qnellenniBfiig belegt ist, auch wenn wir dia karislen PrSUlen duo
rechnen, zu hoch gegriffen; hihihstwahracheiDlicb werden die andetn Au*
gaben, die von wenig mehr als 100 Prllatsn sprechen, der Wahrheit nlher
koninien. Dann ist die Aufbewabning im Ptuiser Archiv von groSem Inln-
esse; die Liate ist also Philipp d. Seh. mitgeteilt worden. In der AntwaU
selbst kann kaum eine Tendenz gefunden werden, alle Enbiaehofe sind g^
laden mit meist einem, zuweilen ein paar Suffraganen.
itizecy Google
m. Templerprozesse.
149. G«sUndDls dex TempleryroBnebtfni vor der UulTerdtHt Paris.
(130T) Oktober 25.
In nomine domini Amen. Anno nativitatis eiusdem milier
simo Irecentesimo septimo, indicione sesta, mense Octobris, eius-
dem mensis die vicesima quinta, pontiücatus sanctissimi patris
domini Clementis divina providencia pape quinti anno secundo,
in religiosi viri Guiitelmi de Parisius ordinis Predicatorum, in-
quisitoris heretice pravitatis in regno Francie auctoritate aposto-
lica deputati, nostrum notariorum et testium infrascHptorum pre-
seocia personalif er constitutus frater lacobus de Molay "... or-
dinis milicie Tempti niagister pro se, fratribus Geraldo de GaQche,
Guidone Delphini, Gaufrido de CItamaj et Galthero^ de Lien-
ticuria, militibus dicti ordinis, presentibus ibidem, confessus est
et in lingua matema proposuit et asseruit, quod, licet ordo pre-
dictus milicie Tempil nobiliter abolim fundatus extiterit et auc-
toritate sedis apostolice fuerit confirmatus pro exaltacione no-
rainis Ihesu Christi et sancte fidei Christiane necnon pro re-
cuperatione et subsidio Terre Sancte et pro impngnando fidei
catholice inimicos; tarnen inimici humani generis versucia, que
semper querit, quem devoret, eos ad tantam perdicionis ceci-
tatem adduxerat, quod a longevis citra temporibus illi, qui in
dicto ordine fuerunt recepti, dominum Ihesum Christum re-
demptorem nostrum in sua receptione non sine aniraaruni sua-
rum miserabili dispendio abnegarunt et supra crucem, que osten-
debatur in receptione cuiuslibet cum effigie Ihesu Christi, in
ipsius contemptum spuerunt et in receptione predicta nonnulla
n Am Ende der Zeile folgt foet naleserlich tp, dann folgende Zeile us.
h Eigentlich Galchero.
izecy Google
808 TemplerproMMe.
alia enormia hactenus coinmiserunt, ad cuiusmodi dampnabilis
precipitationis extenninium actor scelerum per quendam ei-
ecrabiieni abusum recipiendi seereto fratres ordinis supradicti,
quem sub boni specie fallaciter in dicto ordine introduxit, opor-
tunitatem creditur liabuisse; adiciens insuper verbis lampntabi-
libus et corde contricto<^, ut ibidem astantibus videbatur, quod
prodicta facinora, que propter pene temporalis timorem, et ne
destrueretur ordo predictus, in quo casu amitterent honores
mundanos, Status et divicias, quos habebant, hactenus noiue-
rant revelare, mediante christianissimi principis domiai Philipp!
Dei gracia Franconim regis illustris ministerio iucis actor, cui
nichil est occultum, in lucem deduxit. Quare magister predictus
pro se et fratribus universis et singulis ordinis sepedicti confitens
et recognoscens devote dicia flagicia contra Deum et üdero catho-
hcam tarn diu comniissa Tuisse volebat ea omn . . . se nota^ sup-
plicans omnibus personis ecclesiasticis et secularibus ibidem exi-
stentibus, ut pro ipso magistro et omnibus fratribus vere paii-
t[itenbusj . . . « cum vera penitencia conflteri continget errores
in premissis et circa premissa per ipsos commissos, absolutio-
nem, gratiam, veniam et misericordiam sanc[tissimi patris Cle-
mentis pape V. pi?]f predicti domini regis veniam impetrare
dignarentur eisdem et ad hoc benigne interponere partes suas,
offerens se et fratres suos predictos de premissis penitent»
et reatum humiliter confitentes peniteneiam iudicio ecciesie re-
cipere et effectu complere et ipsius ecciesie stare mandatis.
Acta sunt hec Parislus in domo Tempil anno, inditione,
mense, die et pontificatu predictis, prcsentibus venerabilibus
et religiosis viris dominis Petro abbate raonasterii sancti Ger-
niani de Pratis Parisiensis, Gprardo archidiacono, Symone can-
cellario '), Petro succentore, Radulpho penitenciario et Hugone
de Bisontino utriusque iuris y professore, canonico* ecciesie Parl-
I' So Or. rl Loch fDr ein pa&r Wörter; TJelleicht otiiii[ia . . .
1 Wort ea]a8 Dota. .■ Loch für 4-5 Wärter. f Dirne Ergiiffling
fDr ein Loch fDr 4—5 WOrter. ff viria Ur. h So, Dicht tu
■) Die Konjektur Denifles im Chartnlarium 1). p. 180. Note 1 <lBrll«
richtig sein.
izecy Google
Nr. H9. (ISOT) Oktober 25. Nr. 150. (1307) Okiober 26. 309
sienäs, fratribus Guillelmo de sancto Enurcio'' priore Predica-
lonim, gardiano Minorum, Alexandro Lombardo Minorum,
Romeo '), Herueo Natatis Predicatorum, LaureDcio de Droco ')
Vallis Scolariuui, Henrico Theulonico sancti Augustini, Gerardo
de sancto Victore et Gerardo Carinelitarum ordinum, magistris
in theologia, magistris Alano de Lambalia et Raginaldo < do
Foresta Laudunensis, Raginaldo > de Albigniaco et Petro de
Pruneto Bituricensis eeclesiarum canooicis et pluHbus aliis reli-
giosis et secuiaribus magistris, bachalariis et scolaribus studü
Parisiensis lestibus ad hoc vocatis specialiter et rogatis.
Barcelona, Archiv, Pergaminoa Nr. 2481. Notariatsiastraraent (mit
einem großen Loch, MigefaDlt) der drei Notare, die unterzeichnen: Amieias
de AnroIiaitiB, lacobus de Virtato, Eaenns Phily. Alle drei fungieren beim
1. Pariser TemplerprozeA ; dort werden nuch die Namen der 3 letzteo Zeugen
genannt. Die Ordensgelriirten kommen bei Denifle Chnrtnl&riam II. Nr. 665
S. 127 vor. Dieses öffentliche Gteständnis dea Großmeisters vor der Universitltt
erfolgte am Tag« nach aeinein VeriiOr (Michelet, l'roc^ das T. 11, 305) und
war bisher unbekannt; von ihm spricht Bomeus de Bmgaria in Nr. 32. Aaf
Qruod dieaea GestAndDiasea ist dann der Brief dea Großmeiaters an alle
Templer abgefaßt, den wir nicht begitsen, der aber inhaltlich wohl gleich-
lautend gewesen ist. Im Cbartalariom K. Nr. 666 wird zum 25. Mai 1308
ein Stack abgedruckt, das im Vat. Arch. Keg. Bened XII. Bd. I. f. 437
eteht und dem die Verhöre von Chinon und Poitiera folgen. (Vgl. Nr. 154
und Nr. 165.) Denifle wfthlt das Datum unter Hinweis auf Johannes von
S. Viktor. Daß am 25. Msi 1308 die .copra litterarum magiatfi Tempil*
oder such das St&ck in der Form ,Iste sunt ruhrice facte* gemacht ist,
kann mQglich sein. Die .confessio lacobi de Mola;*, wie es im Ragest
heifit, itt aber um 25. Oktober 1307 gemacht und sein Brief ist eicher so-
fort daranf versandt worden; er hfltte ja im Mai 1808 wenig Zweck mehr
gehabt.
ISO. GeaamtreriiSr der meisten bis zam 26. Oktober 1307 Terhtirten
Templer vor der UniTersllAt Ptaia. (1307) Oktober 24.
In nomine domini Amen. Anno eiusdem domini M^CGC"
septimo, indiccione sexta, mense Octobris, eiusdem mensis die
h Der Name ist nur ao zu lesen : h. Bischof v. Orleans. i So Or.
*) Wohl Bemeus de Brugaria; vgl. Nr. 82.
*) Also wohl nicht identisch mit L, do PoUengio wie Denifle, Char-
tnlarium II. Nr. 664. p. 127. Anm. 3 meint.
izecy Google
310 Teioplerprotesse.
vicesima sexta, pontificatu sanctissimi patris doniint CleoiHitis
divina providencia pape quinti anno secundo, per presens publi-
cum instrumentum pateat universis, quod religiosus et honesta';
vir frater Guillelmus de Parisius ordinis Predicatorum, Inqui-
sitor heretice pravitatis in rc^no Francie a sede apostolica de-
putatus, presens in domo Tempil Parisiensis, ubi contra quas-
dam personas ordinis Templi eidem super diclo crimine delalis
in causa ftdei inquirebat, volens, nl dicebat, quod tarn sollemiHie
et arduum negocium soüempniter ageretur, et omni notare-
prehencionis et siispicionis careret, quasdam deposiciones, atesta-
cionesseuconfessiones infrascriplarum personarum, alias in ipsius,
nostrum notariorum publiconmi et plurium notabilium et insig-
nium personarum [preseneia] factas et fideliter scriptas, prout in
quibusdam super hoc confectis publicis instrumentis plenius cod-
tinetur, in ipsius inquisitoris, venerabilium t-eligiosonun ri dis-
cretoram vironint S(imonis) cancellarit, I(ohannis) de Gandauo,
canonici Parisiensis, fhitrum Alexandri ordinis Mlnorum, Heortci
Theutonici ordinis Heremitarum sancti Augustini, Girardi prioris
generalis ordinis Carmelitarum, Laurencii prioris Vallis Scola-
rium, Romei et Heruei Natalis ordinis Predicatorum, et Guilldmt
Alexandri '), magistrorum in theologia, Gerardi ») archidiaconi
Brie in ecciesia Parisiensi, R. de Rosaio oßicialis *), P. de Ma-
rigniaco*) succentoris, Hugonis de Bisuncio, canonicorum Pari*
siensium, gardiani Minomm, prioris Predicatorum, prioris Here-
mitarum saiicli Augustini Parisiensium, fratrum Nicolai ordinis
Minorum, lacobi Ctsterciensis, Guidonis ordinis Carraelitarum,
Bertrandi ordinis Minorum, Simonis de Cobria prioris sancti
Bemardi, Laurencii de Nannetis, et magistri Henrici Än^ici,
bachalariorum in theologia, fratrum Nicolai de Anessiaco *), Be
ginaldi de Credolio et Durandi de sancto Poreiano*), ordinis
Predicatorum, magistrorum Yuonis de Cordellis ^) rectoris« uni-
a reotora Or.
') canonicna Pftrisieneis.
^ Hiebt im Chartularinm Bd. 11. Ebeneo die folgenden.
') Chart. II, 216 Nr. 800.
'j Spatsr BiBchof von Anecy, Chart;. II 218 Nr. 760.
') U. a. geuannt bei dor VerOffentlicliviig des Oestlndnisaee too J- i*
Molay Chart. 11. Nr. 666.
izecy Google
Nr. 150. (1307) Oktob«r 26. 811
versitatis, Henrici de Bechim l>, SymoDis de Furnis, Radulphi de
Ameliaco, prioris ecclesie de Bras, Ruthinensis diocesis, Guillelmi
de Sanceyo, G. de Linnbrua (P), lacobi de Luceto, lacobi de Be-
thunia procuratoris nacionis Picardoruiii, Reginaidi de Bisuncio ')
procuratoris nacionis Kormanorum, Ade de Villanis ') procura-
toris Galücorum, lohannis de Noeriis procuratoris nacionis
Anglicoruni Parisiensis (?), magistri Re(;ina)di de Foresla domini
r^iris Franeie clerici et plurium aliorum magistrorum et bacha-
larioruDi studii Parisiensis ibidem presencium et ad requisicio-
nem inquisitoris predicti congregatorum singulis coram singulis,
videlicet in presencia cuiuslibet deposicionem, quam fecerat,
recepto primitus a quolibet iterum iuramento de veritate di-
ceoda super hiis, que peterentur ab ipso in lingua sua, seu in
vulgari suo, alta voce omnibus audientibus legi de verbo ad
verbum fecit et per modum et ordinem, qui sequntur, seriatim
et. intelligibiliter rccitari.
Et primo deposicionem fratris lohannis de Foulleyo pres-
biteri dicti ordinis, cuius tenor talis est:
In Chriiti nomine Amen. Patent nniversia per hoc preBens pablicum
inebumentum (wQrUich wie Michetet II, 277; die eine LUcke ist kd erg&n.
xea : qnia {alias eam non vide]rat] — rogatla. Dana folgt (nicht bei
Michelet) :
Quo facto idem Inquisitor in vim iuramenti nunc et alias
in dicta causa prestiti ab eodem petJvit ab eo, utrum omnia
et singuta in sua deposicione confessata essent vera, et utrum
perseveraret in ipsa; et precepit eidem in vim iuramenti pre-
dicti, quod, si aliquam falsitatem dixisset vel immiscutsset in
ipsa, eam faceret amoveri; et si aliquam veritatem tacuisset,
eam diceret. Qui testis predictus dixit in presencia omnium,
quod omnia in dicta deposicione contenta erant vera. Addito
quod, ubi dbterat in dicta deposicione, quod ,erunt tres anni",
quod fuit receptus in dicto online, erunt quatuor anni. Item
et quod confessus fuerat de predictis primo . . episcopo Mel-
densi *) et postea . . episcopo Parisiensi, qui nunc est, tunc
b im mit AbkOrzongaetricb.
') Beida im Chart. II. genatiDt, aber nidit als proouratoree der Naüoa
*} Dieser steht bei Hichelet nicht.
izecy Google
812 TemplerprosesM.
etecto confinnato, qui eidem, quatenus poterani et ad eos per-
tinebat, iniuncta sibi penJtencia salutari, beneßcium absoluctonis
tmpenderunt, ut dizit.
Prater Rsyneriaa de LarclieDt, der Mtchelet II, 276 folgt, fehlt.
Item deposicionem fratris Reginaldi de Trnmblajo presbiteri prioris
dicte domtis Tsmpli Parieiensis, caiaa tenor s^nitur in hec verba: Iten
frater Reginaldns (wörtlicb Michelet II, 279 f.) — rogatia. Dann wieder:
Qdo facto — Qui testis — eraot vem. (Vgl. oben.)
Itam depoaicion(>m fratria Guidonie Delpbini.
Wörtiicb mit denselben HinznfDgungea bis fol. 282 oben : mera. Dran :
Actom preeentibua dicÜa fratre Et. priore de Fissiac« sc venanibilibns et
diacretia viria magietro Reginaldo de Albigniaco Bituicenai canonic«. Qnil-
leime de Uangesto aeniore et G. de Choqoea cive Pariaienai.
Die Angaben der Notare Michelet II, 282 fehlen natQiIicfa.
Hicbelet II, 289 Qaillelmns de GKaco fehlt hier,
S. 296 oben nacb Zeile S; Quo fiicto idem ioqniBitor — qnod omnii
in dicta deposicione cententa erant vera, excepto, quod dixerat, qnod etant
XXXVIII anni, qaod receptoa fnerat in ordiue aupradioto ; et post«a fiwnt
certificatus per qnemdam militani de ordine, quod non eruit niai XXXVII annL
Die Michelet II, 802 ond SOS beiden Genannten fehlen, ebenso d*-
tarlicb Jakob de Molay |p. 805).
8a gebt ea weiter bis Micbelet II, 815, d b. Jobannes de Tomo and
sein VorgBoger, die beide am selben 26. Oktober verhört waren.
Dann folgen die Unterschriften der fllnf Notare mit NoturiataieicheD.
El DOS Gerardus archidiaconus, Symon canceliarius, Petrus
succentor, lohannes de Gandauo itiaglster in theologia, cano-
nicus Parisiensis ecciesie, et Guillelmus de Ghenaco canonicus
el ofßcialis Parisiensis, fratres Guillelmus de sancto Enurcio
prior Predicatorum, Petrus gardianus Minonim et Alexand«'
ordinis Minorum, Romeus et Herueus Natalis ordinis Predica-
torum, et Henricus ordinis Hereraitarum sancti Augustini, ma-
gister in thcotogia, predictis conressionibus et omnibus aliis,
prout superins sunt expressa, una cum suprascriptis testibits
presentes fuimus et presentibus cartis seu instrumentis publtcis
simul sutis et signis predictorum notariorum publicorum ägna-
tis sigilla nostra apposuimus in testimonium premissoram.
Barcelona, Archiv, Fergaminos Nr. 2482 mit Löchern; das Stflck, lon
dem Pmtz, S4.6, sagt, es sei leider nicht mehr voAanden. Von den 11
(nicht 12, wie Carboneil irrig behauptet. Tgl. die Stelle bei Pmti a. a. 0.'
angehängten Siegeln sind noch daa vierte nnd fOnfte cum Teil erhallen, nud,
in grQnem Wachs, also wohl die des Johannea de Gaudano and de« Onill«!-
izecDy Google
Nr. 150. (1S07) Oktober 26. Nr. 151. (1307) Oktober 27 und 28. SIS
niiB de Chenaco. Ereteres knieendu HOnohnfigar vor einem Heiligen (?),
das andere ein echSner Kopf. Von deeaen Unischrift noch zu lesen : S. curia
Pa . . . Bficksiegel Bischofsstab iwischen zwei Lilieo. Auf dem RQcken ;
Hagietro I. de Pranino.
Dieaee wichtige SUtck ist gaoi UDbekennt. Waram wohl eine Anzahl
früher Verhörter fehlen? Wegen der Folgen der Folter? Jakob von Holef
bildet natDrlieh eine Ausnahme. Die in voriger und dieser Nnmmer rer-
zeichDeton Ereignisse vor der Universität bilden wohl die Omodlage fQr die
Stella bei Johannes a sancto Victore (Recneil des bist, des Gaulea XXI
p. S4&): Postea congregstione generali omninm magietrorum et soholnrium
cnEasqne fscnltatie hcta apnd Teroplom magister transmarinus sddnctus et
qnidani alii coram ODinibns coufessi sant qaosdam articnlonim predietomm
et dixentnt aliqni eoram, quod credebant bnnc modam profesaionie enne
maledictae coepissc, iam oraut qnadraginta anni et amplios, et hactenus
faerat occultatam. Item in alis congregatione coram nniveraitate magiater
et alii plurea totnm eimpliciter sant confossi et magister pro toto ordine.
YSlIig stimmt das allerdings nicht.. Über ein anderes Auftreten des Groß-
meisters vgl. Sr. 75.
läl. Templerrerhflr Id Oieu. (1307) Oktober 37 nud 28.
Ezamination faite le Jour de samedi en la feste as sarns apoatree
S^mon et Jude l'an de grftce mil. CCC. et aept poar partie et le diemenebe
pronebaia enaniant ensement ponr psrtie des freres de la maison den Temple
de la boillie de Caen aor tea articles de lonr erreurs aeelees deu contreaeel
notra eeignor le roi, les qniex artiolea aont tex . . .
. , . Laqnelle ezamination fut faite par nona freres Robert aouprior,
Michel ChoDgnet lectour, Roger d'Argeucea et lohao de Margny deu cou-
vent des frerea preechooura de Caen aelonc la forme de la commisaiun sur
cen faite de relrgieua bomme frere Guillaame de Paris, chapetain notre pere
le pappe, confessoor notre sire le roi de France et inquiaitear depute d'iceli
notre pere le pappe en roiaame de Prance de la mauvestie de hereaie et
pKr nona: Hugoes de Chastel et Engerran de Vitiers. Chevalier notre sire
le roi, depntei d'icelai seignor qaant n ceu, ei comme i! appareasoit par
See lettrea, presenz a eeste examination lea tesmoingz, des quiex les nons
s'ensnient, C'est asssvoir : monaseignor Richard de Breteville Chevalier,
maistre Robert de Caudebeq clerg notre aire le roi, monaseignor luhan
chkpelain den dit monaseignor Hnguee, iohan den Cbastel clerg, RaoulÜloi,
Thomas den Toil clerq de la viacente de Caen, Henri Campion, Ricbsrt Ic
Tombeonr sergent notre sire le roi, et ploaeura antres. Et ponr ten qne
noDS ne poviona traire verit« des dtz Templiers aar les erreara oontenns es
diz artioles, ja soit ceu qne 11 avotent jnre par deux foia et est« exominez
le pina diligenment que nons povions, noua: aonppriour, lectonr, Roger et
loban deana diz en la preaenoe de nons, lea diz Huguea et Engerran ponr
ten qne iceas Templiers avoient tout mis en nie, lour monsatrsamex aingO'
liercment et a chaacun par soi pluseure roiaona et plnseura voiea, par qmii
izecy Google
3U TeaplerproieBae.
ens povolent avoir sanvement deu coTps et de l'äine, ee eoa vooloient Terite
recognoistre et Bei repentir dea erreurs ot retoraor a U fei et rnoite da
aainte egiise, et comme s&int« egiiee recevoit cens, qui avoient erre et too-
loient rstomer & la foi, et Iodt promeisinez a lea re^evoir a la miHricerde
de eaipte egiise, se einsi le vonloient hre; et qous HngoeB et EogerrtD
deans diz enaeaient lour proineismez a quitier tonte peioa temporel, dont
DotTB aeignor le roi lea porroit punir de teix erreura, et meesmament, pour
plus monvoir les, quant a traire verite deta, lour deismcz et monstraHmez,
comme il estoit chose notoire et manifest«, que la graignor partie dea
Templiera den rolaume ^e France avoieat cogneu et confease !ea eneora et
qne lea oviations et lea deffenseB propoeeea de lonr partie en contrsire nW
toit cbose, qui lour peu&t valoir, et qne, se ena ae parjnroieDt terebe foia,
blen ai gardaaaent. qne il lonr convendruit aonffrir tel peine, comme le caa
requiert. Et ceu fait nous alasmez STent a l'examination snr lee aiüelca
deana diz et oiamez lea diz Templiera aiagaliorenioDt t'un apres l'antra, et
deposerent Bnr las dji Hrtjclea en la maniere que il epparet par lonr depo-
aitioDS ci dedenz escriptea, et ftireat lea diz Templiera examinez eo la aale
den petit chastel de Caen le samedi et le diemenche deana diz en U pre-
sence des diz teamoingz, et a CDnfirmation de verita, nous aoupprioor, ler-
tonr, (reres Koger et lohan devant nommeK avona mis nos seanz ■ eeat
proces oveqnea les seanx des diz Huguea et Bogerran preaenz as choaea ci
dedenz escriptea.
Frere Oautier de Dnllens (!), chevalier nei de leveechie d'Amiena, <»m-
paignoD de la maiaon deu Temple de Vaymer, receu et veatn a Paris par
frere Rugues de Peraut chevalier, leqnel frere Üantier a este en l'ordte
l'eapace de XIII auz ou environ, ai comme il disoit, qoi avoit jure pai deoz
fois et eate examino diligemment nur les articiee deasus diz, lea qniei Q
aveit toni mis en nie, requis, demande et examine derrechef aar lei dil
articiea cognnt et confessa touz lea erreura, excepte l'jdole fait »Ikrwe
d'une teste d'omme, le qne) il disoit qne il n'avoit onques vea ne aoora n*
riena n'en savoit. Et deu sacrement de i'autel disoit, que il creoit que in
chapeUJns deu Temple sacroient le corpa notre seignonr snr I'aotel oomine
bona creations, ne ne savoit pas le contraire. Et est bien voir, qne il aveit autte
fois coufesse, que il avoit este ehaint, quant i! fnt vestn, d'nne cordele mt
aa chemise, en signe de ohast«e, et disoit, que il ne faisoit nnle maoTeati«.
ne que elte eust ete toucbie a l'jdole. Et des errears, que il confessoit, m
repentoit, si comme il disoit et retornoit a la foi et a l'unite de sainte-egliw
et requeroit a nous soupprior, lectour. Roger et lohan desua diz la nuMav
corde de l'eglise et a nous les diz Huguea et Engerran remissicH) de peioe
temporel, les quiex choses le furent de nons otreiees.
Frere Hatien Renant, commandeour de la maiaon deu Temple de
Breteville la Rabel, recbeu et vestu par frere Philippe, lors commandeoor
de Reneville, a preaent commandeonr Sainta Eoanboorg, a eate an Fordre
l'eapace de X anz oo environ, si comme i] disoit.
Frere Estienne deu Noef Csstel, coromandeour de la maiaon den Tem-
ple de Court Yai, receu et veatn a Saint-Eatienne de Beneville, par fnre
izecDy Google
Nt. 151. (1807) Oktober 27 and 28. 315
Girart de Tillera, lora niMtre de FrMCe, et a este en t'ordre piiviron aia
ans, si corame il dieoit
Frere Giefroi Herviett, compaignoD de la mAJBOD de Breteviüe, recea
et vesta a Breteville pnr le dit frere Philippe et a este en l'ordre III am
aura a la mi careame prochain, ai comme 11 disoit.
Frere lehan Challet, compaigoan de la maison de Breteville, receu et
veetu a Barbonne, par frere Robert, commandeour de Barbonne, ut a este
ea l'ordre XVII anz ou environ, si comme il disoit
Frere Oaillaume le Kaare, compaignon de Dangie, receu et veatu a
FonlAnoi jooate Sabliea par frere (injllaume de Tree*. commandeour de
Fontenoi et a este en l'ordre XXIIU ans ou XXT ou environ, si coiume
il disoit.
Frere Richard Dellengnel, compaignon de la maison de Court Val,
veatu et recen par frere Aimere, lora commandniar de UenevilJe, a este eu
l'ordre XVI am, si comme il disoit
Frere Guillain Tone, compaignon de Court Vat, vesta et receu par
le dit frere Philipe a Breteville, a este en l'ordre IUI anz, ai comme il disoit.
Frere Henri des Rochours, compaignon de Vafmer, receu et veatu
a ReneriUe, par le dit frere Philipe, et a este en l'ordre IX ans ou environ,
si comme il dieoit.
Frere Aabin Lenglois, commaudeour de Dangie, receu et vestu par
le dit frere Aimere, et a eate en l'ordre XXlIll ans ou environ. si comme
il disoit.
Frere Uhrietufle de Loviers, compaignon de Vaymer, receu et vestu a
Reneville par le dit frere Aimere, et a est« en l'ordre XXV ans ou en-
viron. ai c«mm« il disoit.
Frere RaonI de Perrousel, compaignon a Dangie. receu et veatu a
Dole par frere Richard de Bonteycourt, lor« commandeour de Bourgoigne,
et a este en l'ordre XXll anz, si comme il disoit. Les quiex avoient jure
par deux fois et este examinez diligemment nur iea articiea deeus dii silnl-
gulierement, Les quiex articiea eos avoient nie a ^iHin, requia, demaudez et
ezaminez cbawun par soi derrechief sur les diz articiee cognurent et con-
fesaerent les erreurs contenua es diz artirles en la forme et en la maniere
qoe 'le dit frere Gautier quant a vrsf entendement et a aentence, et des
errenra qne il confessoient se repontoient, si comme it disoient, et retor-
noient a la foi et a l'unite de aainte-egliae, requeranz a nous aonpprior,
lectonr, Roger et lohan deflus diz la misericorde de sainte-egliae el a noua
le« dii Hugues et Gngerran [remission] de peioe temporel, les quiex choaes
lonr fureot otriees.
Frere Quy Pesnt«, demorant a la maison den Terople de Lourigoy
tont sout recen et vestu par frere Richard de Viltera, lors commandeour
de France, et a eate en l'ordre environ V ans, si comme il disoit, le quel
avoit este jure par deux fois et este esamine diligenmeot sur les articies
deaua diz; les quiex articiea il avoit nie, mis en gehine le samedi desus
dit, en laquele gehine il ne vuut riens confeaaer, en l'endemaiD requis, de-
raande et ezamine sur les diz articies confessa tes erreurs en la maniere
izecy Google
816 Tempi erprozeaM.
que il avoient esb) confesse des autrea desus iix quant a anttenee et a nai
eDten dement mqnerant a noua aoupprioar, lectonr, Roger et lohan deflOS dit
miaericorde, et a dous les die Hugues et Engerran remiaaioD de peme tem-
porel, la quele choae lui fut otdee.
Paiis, Archive» Notionalea. J, 418. Nr. 20. Or. PergamcDt. Die seelu
Siegel sind abgefallen. Die Stelle der wiederholten Examinatioo aehon in
RayDouard, Hon. hiat. 240. Vgl. Prati S. 826 u. Einleitang.
152. Auszüge »na den Templerrerbtlreu in Calion. (1307) Obt«ber
tiNd NoTember.
In nomine domiui Amen. Anno eiosdem incarnacioDia MoCCCoVO"
penoltima die meneia Octobris ... in roei notarii et t«atiaia . . . prM^ieia
constituti fratres Petrua Donaderl, filiua qnondun P. Douaderi, dudnm bar-
genajs Caturci, iam defuucti, ut dixit, et ätephanns Ebrardi de Podia s. Ret-
berti, Lemouicenaia dioceaia, lilius qnundam Oeraldi Hebrardi deüuicti. atP.
do Senaael ", filiua ijuondam Ouillelmi de Senasel " defnncti, ordinis millda
Tempil, jurati ad 8. Dei evangelia cnratn religioso viro ^ fratre Bartholomeo
Olandiera, auppriore domus ord. Pred. CatorMasia. in cnnaa fidei da ee et
aliia dicere veritateni : reqniaiti reaponderunt, pront inferias seqQitur;
Primo reqnisituB . . . Petrus Donaderi, quando, nbi, et a qno receptoa
fnit in dicto ordine, dixit quod XXX anni vel circa aunt . . . apnd Catartam
in ecclesia domus Templi . . . ante altare et recepit euni dominus Hugo de
Sanhtes preceptor tunc damna Capelle et Caturci ... et de la Gard» de
Rosilho et dixit, quod habebat bene tempore ingreaaua sui XXX annos . . .
Hoc fact« dictuB frater P. ad partem exoit vestee seculares et Teeübns
ordinis ae vestivit et revereua ad dictum preceptorem, qui stabat airat ui-
mal quHdmpea'' supra genna et cubituB, et receptua flexia genibus; oscalitm
fnit primo eum dictus frater P. in fine spine dorai subtns bracale, secimdo
in umbijico ... Et postniodum fnit sibi crax cum effigie crncifixi prewD-
tata et ad mandatom ipaiue preceptoria saper dictam cmeem ter apoit et
tot vicibuB illum propbetam, cuiua effigiea ibi erat, abnegavit . . . Nee pe-
tenti alicni fratri dicti ordinis se vptaret. Dixit tarnen, qnod nnnqnam ili-
quem reqniaivit nee ab aliquo fnit de dicto flagicio reqnisitna . . . Püires
. . . vidit ... sie recipi . . ,
Stephanua Ebrardi de Podio . . . XXX anni vel circa sunt elipai,
. . . quod frater Francho de Born recepit enm ... in domo voeata de Podio
de Not; dyocesis LemouiceDsis . . . presentibns . . . Petro Laterelha preeep-
tore dicte domus et P. de Buxo, lohanne la Porta et Bernardo Vitslis iam
defunctjs . . . Nullum reqniaivit nee ab aliquo fnit requisitoa exeepto a
dicto Francoue, qni in die reeepcionis ane dictum Stephanum de illo flagicio
requisivit, cai noluit Bssentire . . .
a Durch I ein Abküranogsstricli. b religioaia viris Or. e qoa-
dmpedns Or.
izecDy Google
Nr. 151 (1307) Oktober und NoTember. $17
P. de Senftsel . . . XX oddi vel circ« sunt elapsi . . . reeeptus fuit
in domo Tempil de Montibue Lemouicensis dioc. . . . per dotniDum Bartholo-
meum de Alasaato preabiterum et precepterem dicto domus preg^ntibus . . .
Helia Vigerit, Martine Ribnldi, viventibas adhuc, Ueriildi Uultnui et ti.
Argenter inm defunctis . . . iConcordnt cum P. Donaderi . . . quantum ad
subetantiam facti.) Acta sunt hec ÜHtami in domo, qaft inhnbitant R. la Barda
baiulus de Caturco pro domino nuetro rege Francie . . . presentibus . . .
ijartboloineo Glanderii sapprinre predicto, nobili viro domino lobaone de
Areblajo milit« ... et niagistria lacobo de laasenis clerico, Hagone Hortelli
prior« Montia Faiconis et fratribus Bemardo de Haaaaut tectore, Gnisc«rdo
de Belayco et Bemardo de Rocamauro fratribas ordinie PredicMtomm domua
de Caturco, et dicto baiulo regio et magiatro Fobanne de Breelis notario
In nomine domini Amen. Anno eiuadein incurnationia MCCC aeptimo,
quai'ta die intrante mense Nouembri , . . fratrea domua milicie Templi iiirati
coram dicto anppriore . . . respondemnt, prout inferius coiitinetur:
Primo reqniaittia . . . Bertrandua de a, lohanne, filiua quondam R. de
s. lobanue defoncti da HoDore Montia Alsati . . . receptua ... in octava
feati h. lohannis BapLiate fuerunt IUI anni et tnnii babebat circa XXVlll
annoa et recepit eum fr. H, de Rupe magister Frouiocie in domo de Cnpella
in Camera dicti magistri . . . presentes fratrea Atho de Saluaoaco, Guillelmua
de Lemonicinio, militea, et dominus R. de In Coata, praabiter dicti ordinis
. . . Dioit, quod fuit facta crux, quani conspuit et pedibua calcavit bia in
pulvere terre . . . magiater erat nd modum quadrupedia et ipse fiexis geni-
buB . , . Qnando autem in aliis duobus locia, magiater stabat pedes et ipse
flesis genibna.
Fr. Atlio de SaluanacD mitea. preceptor domua de Cspella predictiia
requisitua . . . receptua . . . XXX anni vel circa aunt elnpsi . . . habebat . . .
circa XV annoa . . . Recepit eum . . . tnnc locum teneus magistri Pronincie
in quadam camera domua de Capeila, ubi est modo palacium dicte domua . . .
Oeculntus fuit cracem mantelli sui et spuit auper eam . . .
Fr. OnillelmuB de Lemouicinio lilius qnoodam domini Hngonia de
Lemonicinio defuncti . . . receptua . . . XXXVI anni erant elapai . . . Eum
recepit in domo militie Templi de Acone fr. Bertrandus de Foa, preceptor
tnnc Cipri, de mandato magistri maioris in quadam camera dicte domus.
et erat tunc temporia etatia XX nnnomm. . . . Oaculatua dictum precepto-
rem incurvatum ... Et post hoc . . . osculatus fuit crucem mantelli sui et
spait auper eam . . .
Fr. P. Moreti preabiter . . . dixit, quod IX anni vel circa erant elapai,
quod ... P. de Vilbiea tunc magiater Piotauis recepit eum in domo de
Audriuala, Pictaaenaia diocesis. Requisitua de modo recepcioDis sne dixit de
OBcnlis, nt alii predicti, et da conapuitione crucia mantelli aui in malum
domini noatri Iheau Chriati et cum intencione despectna einsdem. De pre-
cepto ant«m . . . commiacendi ae cum bominibua dixit, quod fuit ei factum
per domiunm nagiatrum, nulU espreasione facta, an cum fratribns dicti
ordiaia vel aliis. De cordnia portanda dicit, quod fuit ei tradita, set nnn-
oy Google
81 S templerprozeau.
quam eam portavit, RequiaituB, si ip«e in celebrutdo mtBaam teuebat mo-
dnm eccleBie Romane in coDÖciendo et consecrando corpas Christi, r«spondit.
qnod omnis faoiebat, eicnt fuerat secularia instructua, anteqaam ingredere-
tor ordinem prediotam, nicliil pretennittendo . . .
. . . AnDO . . . HCCCVII die VI. meuBia Novembris et«, infrascripti
fratrea reapondenint, at inferias oontinetar: Reqoisitas prima fr. Gnillelmos
de Cabania . . . XX uuri vel circa , . . qood . . . Pontiiw de Broet ma^stei
toDC Prouincie recepit eum in domo de Capella . . , et erat ipse . . . XX
Fr. P. de Manso, filins quondam Sastayrol de Haneo de Figiaco . . .
XXTIIl anni . . . elapai, qaod fratrea Onillelmaa de Belloioco tnnc maier
magiater dicti ordinia Ultramarin na recepit enm in domo de Cspellu, ta ci-
mera, in qua dictus magister iacebat, presentibus fratribns Hngone da
äanhteB, tuno preceptore dicte domua . . . Osculatna fuit flexis genibiis . . .
magistrum incurvatum primo in fine apine dorsi . . . Spuit bis auper cni-
cen; . , . Dictae niagister inbibuit dict4) loqaeuti, quod naaqaam Dlterioa
commiaceret ae carnaliter cum molieribaa nee eaa oacularetar, aet ai aliqnoa
carain stimulos sentiret, cum fratribiiH dictt ordiois coniongeret se . . .
Fr. Onillelmae de Teregol, fiÜua qQoodam domint Hectoria de Tregot
militie . . . XXV anni . . . requisitna da modo, coocordat cum predicto
P. Donaderi.
Stephanoa de magiatru fecobo . . . dno aDiii . . ., qaod fhiter Oeraldne
Iiauemba preceptor Petraftoricenwa recepit enm . . . etatia XXV ... De
modo . , . concordat cam . . . aopradictia . . . Propter predieta mala mol-
tam diapticebat sibi ordo predictns, in tantnm, qnod propter ipaa egTaaaui
fuerat aeroel a dict« ordine et habitnm dimiaerat, in quo nnnquam rererte-
retur, niai quia precibna matria ene fuit devictoa, nt reverteretur ia ipaom
. . . Acta fuerunt hec Oaturci . . .
. . . Anno . . . MGCCTU die VUI. m. Nonembria et cetera.
Primo teqnieitus aingulariter fr. Dominicna de Anellano, filiua qaon-
dam K. de Auellaaa, Tarbienaia d . qnando, ubi et cetera disit, qnod XXX
anni . . .. qnod fr. P. Gaufridi milea preceptor tone de Vaar Albienais d.
recepit enm . . . Coocordavit . . , Dixit etiam, quod cam qnodam fratn
dieti ordinis aeme) se commiacuit agendo carnaliter. Poatea tradita (nit sibi
qnedam cordnla et cetera.
Fr. Geraldua Laneraha preceptor domuum de Andriualya, Petragori-
censis, et Templi s. Michaelia, HnrdegaleDsia dyoceanm . . . dixit, quod quin-
quaginte anni vel ciica sunt elapsi, anno qaa beatua Lodoniona fuit captus
ultramare. Recepit enm Girbartiia Albin (?), tnoc precept«»' dict« donua de
Andriuajls etc. Requiaitna de modo reoepcionia sne: concordat cum pn-
dicta P, Donaderi. Dixitqae, quod inultos recepit et recipi vidit per modaB
predictum et credebat, nt dixit, qnod idem modoa in aliia aerraretur. Diiil
etiam, quod non fuit inductus per aliqnem, quod contra ordinem predietom
allquam diceret falailatem aet sponte, libere ac gratuita volnntate dixerat et
confeaana fuerat supradicta. De qnibna bamiliter flexia ganiboa manibosqae
izecDy Google
Nr. 1S2. (1807) Oktober und November. SL9
eomplMiH lacrimuido et cum dolore erideatiMimo indalgentäBin sepins re-
qaUiTit, ptuvtus, nt diiit, recipere et complere pro viribus ponam sibi
miper hiis inbngieiidBm. DIxit etinm, quod maltatn timebat sibi mortem
ioferri. quia utbi diclom fuernt. quod ipse &mitaret corpaa, qui& ipee erat
ille, per quem primo aecreta dioti ordinis fueraot revelata. Acta fueniDt
hec Catnrei et cetera.
Post ... XI die m. Nonembria et cetera Frater Helias Booha prea-
biter etr. canfeaaus est, qaod fr. P. de Hadit, tenena locon) laagiatri Pic-
taaenaia, recepit enm ... in eccleeia domna Tempil Burdegalentis dyoceaia
XllI anni annt ... et ipae erat etatia XXX ... in modo reoapciosia eon-
cordat cnm predieto P. Donaderi.
. . . XV. die m. Nonembria etc. CoDfessi fneruat fratrea R. Bocha
et GniUalinns de Trotio, lohannea Nach et Argentarins de Lochia . . . oon-
c^rdarerant cnm ... F. Douaderi in aubstancia facti. Et fr. Oeraldaa'' de
Trolio predictua addit, qaod fait aibi mandatum, ne eaaet in loco, nbi iace-
rent mnItereB ex pnerperio nee iDteresaet benedictionibna nnpciarnm Ben
matrimoniornm. Disit etiam, qaod aUDqQHm fait nee esae voloit receptiont
alicoiaa fntria dicti ordiaia propUr orribilia, que flubant ibidem. Fr. etiam
lo. Necb predictas addit, quod fuit per unum fratrem dicti ordinia Tocatam
Danpelin ' Brettonem de predicto nefario flagitio raquieitna. Acta fuemnt
Cahirci tite.
. . . TU..'' die m. Nonembria iacipiente noct« ante cenam in mei no-
tarii atc. Fr. Bertrandae Ebrardi in eua bona memoria, nt dixit, licet io-
finnua corpore appareaa confeasua fnit et coDcordavit cum . . . P. Donaderi.
Acts faemnt hec Caturci et cetera.
. . . XIX. die m. Noneinbria confesai fnernnt . . . fratrea Ouillelmua
Vigerii, fijius qaondam lobannea Vigerii, P. Natalis et R La Coata presbiter
et concordavemnt cum . . . P, Donaderi in aabatancia facti. Et predictas
R. la Coata dixit, qnod andirit dici a fratre Qaillelmo de CaBtroaeteri dicti
ordinia iam defancto, quod frater Poncins de Brohet predictus deportabat
sen deportari faciübat in cophinis suie quoddam capat cum tribua bciebns,
qnod idem fr. ti. dicebat ae vidisse. Dicit tarnen, qood neacit nee recor-
datnr, qnod idem fr. G. aibi diceret, ad quid portabatnr capnt prediotnni.
Actum at cateia.
. . . XXII die m. Nonembris et cetera confessi fuerunt fratrea Guil-
lelmna de Trabes milea, Stephanua de Toloaa, P. de Calmia (?) " et P. Naa-
conis fratres, ut dixemnt, domns militie Tempil ainguJariter quiübet per se
et coQcordat cum predicto P. Donaderi in enbstancia facti. Set fr. Gnitlel-
mua de Trebea predictas dixit, quod nunqnam vidit reoipi aliquem in fra-
trem dicti ordinis niai dnos, qui fuerunt recepti citia trea menaea publice
et videotibus omnibus, qni hoc videre volcbant, non tarnen eo modo, qno
ipse fuit receptaa . . .
d So hier. e Ober n ein AbkDixangsatrich. / So hier,
g Calma mit AblcQrznngastrich.
izecy Google
S80 TemplerpTOEesM.
. , . XXVn die m. Nouembris eto. fasniBt ooDfeasi «ngaUiiter fn.
tree R. Veaiani et P. Cniel fratre«, nt diienint, äomaa mititie TenpK
«t coDCordtnt com predicto P. Donaderi ... Pr. G de Trebes milea disit
etiam, qnod, si ipse Bciret tempore ingrsssns sni modnni dicti ordinia. ipw
non intrasaet dictum ordinem, ymo primo permieisset «e capnd ampnUri . .
P. Cntel . . . dixit, quod carnaliB comiitio semel aibi aecidit '}.
Anno *| domini MCCCVU . . . XIX die m. Noaembria in noatrom
notarii et teatiam aubscriptoram preaencin fr. lohannee de Canomoiit« mite«,
frater ordinia milicie Tempil confeaana fait . . . receptoa . . . per fr. P. i»
Broeto . . , etatis XXIIII, De modo recepcionia et aliamin eoneordat eata
. . , P. Donaderi.
It«in ') eodem ... die Gonlardua la Capela, fr. qaoadam milicie Tem^i.
confeaaus fuit et cetera et diiit, . . . receptoa . . . XX anni annt . . . etatii
IX vel X aDnorum, et feeit eum fratrem Tenipli fr. Geraldue Lsaemha . . ,
De modo receplionia ot aliorum concordat cum . . . P. Doaaderi.
In Domine domioi amen . . . XX die m. NoaeinbriB fratrea P. HataU (?)
presbiter, lacobus Textoria, Guiltelmua Hercat, Bemardua Marques, IdiinDes
Doma preabiter, lohaonea de la Guoraa, lohnaiiea de Cauomoute milca,
DuranduB de Prehiaaaco, Gnillelmus l^omaa coafasai fuernnL De modo r«-
cepcionia aue et aliorain concordat com . . . P. Donaderi . . .
') Hiervon ist des Protokoll noch in Nr. 2486 erbnlteD DamKb b»t
das Obige aber nicbt G. de Trebes, aondem Raymandna Veaiani geaa^ Dtr
Schlufi dieses Stückes lautet : Hec . . . carnalis comixtio aemel aibi aandK
tantum, aj^endo carnaliter com quodKra fratre dicti ordinis iam deSiineto . . .
Dixit eciam, quod vidit rucipi per eundem modum et per eandem nmgistnin
die recepcionia snn frntrem ttajmundum de Parisius et non alioB . . . Dixr-
mnt etiani dicti fratrns singulariter et quilibet per ae, quod non fueni^ iH'
ducti, moniti nee compulai. quod contra dictnin ordioem aen peraonaa ejn«-
dem aliqasm dicerent folsitatem et quod sponte dicebant, . . . suplicantM
ipsi fratree predictia douiiuo seneacallo et magistro iacobo, quod sibi imp«-
trarent et procursrent, quod cum ipais miaericorditer ageretur, tam in iii-
dulgencia et peuitencia aalutari quam in remiesiooe pene cuinalibet corpora-
lis. Acta filerunt hec Caturci in domo, quarii inbabitst Raymundus IjI
Bardo, baiulus regius de Caturci, preaentibus diacreto viro magistro HegoH
Hortelli priore Montia Fakonia, Petragoriceuaia dioeeaia, Petro de B^ia
Petro Balleue, Theobaldo casteJIsno de [.auserts et dicto baiolo de Catorra
et Petro La Barda necnon et magistro Geraldo de Prato clerico anetoritat«
apostolica publice notario. t«stibna ad premiasa adhibitia et vocatia. Peif.
Orig. Not. Inatr. des Notars Gersldus la Guarrigoa der. Catureenais dioc
PergnmiDoa Nr. 2466. Über den nichtigen Zeugen Hugo Hortelli |<>ilcr
Morcelli) prior von Montfauoon, vgl. Darstellung.
') Hier beginnt das 2. Blatt.
') Dieses noobmala folg. S. Ob wegen der: IX vel X annommi
oy Google
Nr. 152. (ISO?) Oktober and HovamW. Nr. 158. (1807) Nov«mW. &2I
Dat. Catnrci . . .
. . . XIIIl (!) die m, Noaeinbria nt cetera fr. Stephanns del Solier aliaa
vocatiu de Goordonio confessos üiit spontc et aioe aliqna violencia, al dicit,
coram etc. concordat . . . cnm . , . P. Donaderi. Tarnen qaantum ad oecnla
dkit, quod poet tradicionem manteDi fr. lohannes Lanernba precepitir, qni
recepit aaia, et alii fratrea ab eo auperiDB nominati dnxeniDt enm ad dor-
mitoriam dicti loci et ibi fecemot enm epoliari omnibaa vestibna et colcia-
mentifl et poal«a dictoa fr. Stephanua oacatataa fiiit dictum preceptorem
innarvatam retro in fine spine doni postea in ventre, tercio in ore. Denmm
dictoa preceptor et omnea frntres tunc preaentea osculati faernnt dictnm
fratrem Stephaoura in loeia predieljs; et poatea ipeemet vice versa oecala-
tus fnit aimili modo dictas fratraa tnoc present«» . . . Dat. Catnrci «t cetera.
Anno . . . VIII (!) die m. Nouembria Gnalhartliis la Capela fr. qnondam
militie Templi aaaeniit et apoDt4> confessaa fait . . . XX anni . . . etatis
XXIX . . . fecit eum fratrem Tempil fr. Geraldna Laueroha. De modo re-
cepcionia coDcordavit . , . cnm . . . P. Donaderi,
. . . XXVIl m. Nonembria fr. K. Bertrandi ... De modo recapoionis
concordat cum . . . P. Donaderi.
. . . XXVII die m. Nonembria et cetera fr. Gnillelmua de Vilara . . .
XX anni annt . . . etatia XXX annorum ... De modo recepeionia . . . con-
cordat com . . . P. Donaderi . . . Fuit osculatua ... fr. Poocinra de Broeto
dictnm magiatrum nndnm . . . Dat. Catnrci.
. . . XXTII die m. Nonembria et cetera fr. R. de Costa belha . . .
Quantum ad modum recepcionis sne et aliomm concordat cum . . . P. Dona-
deri. Dat.
Anno «ödem, die et menee predictia et cetera h. Onillelmna Alberti
coDfeaaos Aijt aponte et cetera. De modo recepcionia ane et aliorum con-
cordat cnm predicto P. Donaderi qnantnm ad aubstanciam facti. Dat. ut
snpra, dictia t«atibaa preaentibua.
Barcelona, Archiv, Pergaminos Nr. 2486. Zwei gleichzeitige, von der-
eelben Hand geacfariebeno Papierblatter. Dae eine zeigt Spuren eines Sie-
gels, aber keine Adresse. Ea sind AnsitDge aus Protokollen. Deshalb die
inkorrekten Angaben dea predictne n. ft., die aieb Öfter finden. Eine Tor-
lage ist in Anm. 1 S. 820.
likS. Templeirerbttre in CareiisHounp. ^307) XoTember.
Confessio fratris lobannis de Casaanhis.
Anno domini H"CCC<> septimo die mercnrü in octaba Omnium Sanc-
tornm frater lohannes Oassanhas exhibitns per dominum lobannem de
Alueto militem domini regis, aeneecallnm Carcassonensem et Biterrenaem
fratribos Geraldu de Blaraaco (?) et lohanni de Palgosio ordinis fratmm
Predicatomm, locnm tenentibos inqnisitoria heretice pravitatis in regno
Franoie anctoritate apostolioa depatati. Qui dictua fr. lohannes Csasan-
Finks. Papsttam and Untergnng de* Tempi erordeni. II. 21
izecy Google
832 TemplerprozMsa,
haa . . . preceptor domiu Templi de Nogared» iaxta Appamias «t de Hin-
pisce, monituB per dictum domiDam seDeacalluni vt iaratus auper sanrta
Dei eTangelia, qnod confiteretar errorem &ui ordioia id presencin et t«it]-
monio reDersbiltnm vjronim dominorum GuLllelmi de CaBtellioDe archidii-
coni maiaris et Pontii de Castallione oamerarii in eccleaia CarcaaMoeusi rl
religiosurum vironim fratrum Guillelmi Patri snpprioria conventoa ftatnuu
Predicatoram CarcaaaonenetB et P. Berengarii ipaina ordinia et conrentiu ft
veDerabilia vjri domini P. Pictanini legom doctoria, iadicia inaioris dicti
doniini seneacalli Carcaamoe et Bittcrria:
Diiit et coufesans fuit, <|uod XVIII anoi annt vel circa, qaod ipn,
qui toqujtur, de Monteregali, nbi doniicilinm auum fuTsbat, venit Tfaolosun
et ibi invenit dominum Poatinm de Broet«, preceptorem mllicie Tempil
generalem in tota Prouincia, quem requiaivit nna rata qaodain alio socio,
de cuiua nomine non recordutur, ut in aocinm et fratrem domus milicie
Tempil leuni] reciperet ') . . .
Poahjue dictus preceptor proatravit se eupra unam bancani, ubi eeJe-
bat", et dictuB frater lobannea unu cum socio sno osculati fberaot sd» Ii
RDO, veatibna tarnen, quaa deferebat dictua preceptor, medlantibuB. Poatqw
incepit sedere et dicti fratres oaculati fuerunt aum iu umbelieo", Teatibm
mediantibuB at aupra. Interrogataa, quis dociiit eum lata facar«, et qnare
faclebat, dixit, quod fuit factum aibi signam, quod faceret predicta, pe(
fratres ibi preeentee.
Tandem diotue preceptor de quod am cofino, qui ibi erat, recepil
qaoddam ydolum de auricalco in figura faominia, indutum quaai dalmatjca.
quam» poeuit auppro" unam arcam, que ibi erat, dicans eis; . . . Etct
UQom amicum Dei, qui loquitnr cum Deo, quando valt, cai refferatia graciu,
quin voa ad atatum iatum duxit, quem multum desideravistis et vestnun
deaiderium complerit. Quem" jrdolom fratres predicti adorarerant et fltiis
geDtbns coram Ipao se posuerant per trea vioes, et in quiUibet vice, quaniti
dictum ydoliim adarabaat. ostendebat eia crucifixum in aignum. at ipiun
penituB abnegarent, et qualibet vice spuebaot contra eum " Signum . . . ')
Interrogatns diligenter de j'dolo, . . . quo nomine vocabatur. diiit
qnod aibi videtur, quod demon, aliter nescit . . . Quem representabat, dixil
se nescire . . ,
In anno CCC'' plane indolgencia ivit Romam et fuit pleaarie de
predictia confesaus et penltenciam eibi pro premieeis iniunetam complevit
et perfecit, nt dixit Et quod predictum itcr fecerit et quod Rom« rtai-
denciam fecerit per summum pontificem ordinatam, nominavit in teatN
nobilein vinim dominum Predolum de Lobenchia et dominum FietaBiniui
') Folgt breite Scbildemng der Aufnahme ohne Neues.
*) Dann folgt die lona de filo, von der sie glanben, dafi n
n aignom professionia. Dann Sodomie; nicbts Neuea.
izecDy Google
Nr. 163. (1807) November. 328
militem aaciom snom et dominnni R. de Hooteleiiro et dominara Amal-
dum (?) ') de FelgRrio oepellanam Ben rectorem »eeleaie de Honteaqnivo et
Galhardam Limosi de MonteregRÜ et dominain Berengsrium Reg. (?) *).
Interrogstae, qua de cauaa dictua frater lobaunea couaenciit, . . . dixit prop-
ter fatnitatem et aimplicitatem et iaventutem snam. Intarrogatufi, in qua
inventate erat dixit; XXH anDomm ').
iDterrogatos ai metu, timore, indaccione . . . Taerit coDfessus predict»,
dixit. quod noD, aed quia veritaa sie ae haiiet.
SeqQDtar*) eonreasioiiea quorundam ex fratribus milicie Tempil de
civitate Careasaonenei detentis, quorum Domina aubaequiitur.
Anno domini MoCCCo septimo die lane proxitna post festura b. Martini
ybemalis, intitalata idus Noaenibris.
liVater Oaacersndoa de Hontepeaato de ordine milicie Templi exiatena
peraonaliter in caatro civitatis CsrcasBooe domini refia coram preaeucia
nobilinm virorom dominorum lohannia de Abeto, aeueeoalli Carcaasone et
Biterria, et Lamberti de Tiireyo dicti de LimoBo, doiDioi Saxiaci, miiitum
domini regia auper negocio Templariorum in senescallia Carea&aDnenni et Bi-
terreasi auctoritate regia deputntorain, ab omni vinculo carceria totalitär
liberatuB, super modo ingreasna ■ ■ . rec. per domiDam Quidonem Adhemarii . , .
Tunc idem magieter hoatendit eidem . . . quaudam ymaginem eive
ydolam deauratam, habentem formam hominis barbatam. Et eclam hoHten-
dit sibi ex alia parte cmcifixum . . . Vom Idol: esse factam in flgurom
bftffameti . . .
ZonatD, qntun extraxit [magister] de cnxia, ubi erat dicta ymogo . . .
(pse fait confeaans cuidam penitenciario domini pape de ordine Predica-
tomm, qnando ultimo doniinaa papa fectt tranaitum per Montapeesulanum . . .
Hec omnia confesaus est anno domini MCCC aeptimo, II idiu Nonembria.
Fr. Kaymundoa Rubei de ordine milicie Templi ab omni vincnlo car-
ceria totalitär liberatoa iuratna . . . über daa Idol: figara baffomeli . . .
obaculando aibi pedes, dicens Yalla, verbnm Sarracenorum . ■ .
IX die Nonembria. Frater OniUelmus ßoe alias vocatus de Nabiano
Qber daa aignum . . ., qnod adeo erat stopefacbiB de hiis, qne faciebant
sibi fieri, quod vix videbat nee potuit bene perpendere. caiaa figure erat
dictum Bignnro, aet videtnr sibi, quod eaaeC albom et nigrum et adoravit
illum signnm.
Frater Amaldus Sabbaterii domus Templi . . . receptua . . . apnd
Mananm Dei in Boaailione per fratrem Raymundum . . . precep-
torem dtcte doraos . , . obaculatoa dictum preoeptorem primo in höre,
') Ardnm mit AbkOrznngsstricb Über r.
*) Reg mit AbkOrzimgaatrich Ober g. Ob Regia?
'l War bei einigen Anfiuüimen dea P. CarboDelli in Harseille; des
Job. Berongarii in s. Egidii und einea andern in Arlea zugegen, nach
seiner römischen Buße nicht mehr.
*) Auf den Ideinen BlBttont.
21»
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884 TeDiplerproieBse,
•ecnodo in ano nndo ot postea slios fnitrea ibidem aasiatentM. Cber du
Zeichen: qDoddam lineum habentem" jmsginem hominis, qnod adoravit t«
pedes obaculando et qnallbet vice spnebat Bopar cruciffixnm " reoeKUido
«nodem . . .
Frater Petrue de Hosaio frater domns ... de Petroeio . - - ree. per
IV. KoaaellDuin de Foa, tanc niagistroD) ... in Prouincia . . . Kofi: in
ano nudo . . . Zeichen : lignenni babene faciem booiinis . . .
Paris, Ärcbives Nationales, J. 413 Nr. 26. jetzt Mu8«e des Ardiitr««
Nr. 811, Or. BU. Papier, besiegelt. Anf dem RDcken: Confeasiones qnonit-
dam Templarioruni in civitate Carcassone detentornm- Tradsntur doiaiM
noBtro regi. Inhalt bei Bafnonard. Mon. biet p. 241 f.
lU. VerkOr der TeniplenrBrdratriliTr In Chlioi. (ISm Aifast.
. . . Postmodum ') vero coratn reverendis patribus domi-
nis Berengario tituli sanctoruiti Nerei et Achiltei et Stephano
tituli sancti Cyriaci in Termin presbiteris ac Landulpho» sancti
Angeli dyaconis cardinalibus, domini pape conimissariis super
hoc deputatis in Castro de Gayiiono dyocesis Turonensis.
II. ') Frater Raynibaldus de Garon miies, preceptor Terre
Ultramarine ordinis milicie Templi, iuravit ad sancta Dei
euuangelia corporaliter tacto libro dieere tneram et plenam ve-
ritatem tarn de se quam de aliis personis et Tnitribus eiusdem
ordinis et de ipso ordine super hiis, que tangunt ßdem caüio-
licain et statum dicti ordinis, et interrogatus a predictis dorn-
nis cardinalibus de tempore et modo sue recepcionis in ordine
dixit, quod bene sunt XLIII anni vel circa, quod ipse limc
XVII annorum elatis vel circa existens if futt factus miles et
receptus in ordine Templi per fratrem Roncelinum de Fors,
tunc preceptorem provincie Proulncie, in capella domus TempB
de Richarenchis et in continenti post dictam recepttonetn qui-
dam frater serviens, qui mortuus est, Irazlt eum ad parlm
et post recessum aliorum fratrum, dum ipsi duo soli essent,
dictus serviens ostendit sibi quandam crucem, in qua credit,
quod esset ymago cruci&xi, set non recordatur, vel picla vel
n Lanidalpho Reg. b Tano— existeoa am Rande nachgetngn.
') Am Rands: Hie incipit eecnoda littera facta eoram eardinalibo.
■} Der Brief Holays (vgl. Schlnfi dieaes Stflckea) sfthlt als I.
izecy Google
Nr 154. (1808) Augtiet. 825
sculpla et dixit ei idem &. >* serviens: Oportet te negare istum.
Et tunc tpse tesUs noti credens peccare dixit: Et ego ab-
nego istum. Hoc tarnen fecit, ut dicit, non corde set ore. Item
dizit sibi idem frater serriens, quod servaret continentiam et
castitatem; si tarnen non possset servare, nreltus erat facere
secrete quam publice. De hoc autem confessus fuit episcopo
Carpentoratensi, qui stbi penitentiam iniunxit, quam perfecit.
Intern^tiis super vicio sodomitico dixit, quod numquam eo
usus fuit nee agendo oec patiendo nee umquam audivit dici,
quod Templarii uterentur, nisi de solis tribus, qut pro illo
fuenint in carcerem perpetuum condempnati in Castro Pere-
grini. Requisitus, si fratres recipiuntur per eundem moduni,
per quem ipse fuit receptus, dixit se nescire, quia numquam
recepit aliquem nee vidit recipi nisi duos vel tres, de quibus
neseit, si abnegaverunt Christum yel non. Requisitus de
spuitione supra crucem et caplte ydolatico dixit se nichil scire,
et numquam audiyerat ßeri mencionem de dicto capite, donec
audivit a domino nostro papa. Requisitus de osculo dixit,
quod recipiens oseulatus fuit eum in ore in recepcione. De
aliis osculis dixit (^ se nichil scire.
in. Frater GhaufVidus de Charneyo miles, preceptor do-
morum ordinis Tempil in Normannia iuratus et interrogatus
ut supra proxime dicit, quod ipse, XL ■) anni sunt vel cirea,
XVI Tel XVII annorum existens vel circa '', fuit receptus in or-
dinem per fratrem Amalricum de Rupe pteceptorem Francis
in capella domus Tempil de Stampis, Senonensis dyocesis,
presentibus fratre lohanne Francisei preceptore Pietauie et
IX vel X ft'atribus vel circa, qui mortui sunt, ut credit. Et
eo recepto et . mantello ad eollum posito sibi ipse recipiens
traxit eum ad partem et ostendit sibi crucem, in qua erat
ymago Christi, et<^ dixit ei, quod non crederet in cnicißxum,
ymmo negaret eum, et ipse negavit eum ore non corde. Et
ipse receptus oseulatus fiiit reeeptorem in ore et in pectore
supra vestes ob reverenciam *). Dixit idem frater se nescire,
e DarObergeschrieben. d XL— circa darObergeschriaben.
') Im Procte d«s Tenipliws II, 295 Ugt er beim srsteE Verhör, At&
w 56 Jabre alt sei und vor 87 oder 88 Jahreo aofgeDommeii.
*) Prooia dea Tamplürs II, 295 hei£t ea plump : in umbilioo.
izecy Google
■838 Templerprozeaae.
•utniin frates recipiantm- in ordine per itlum inodutn, per
quem ipse fiiit receptus, set ipse recepit unutn secundum itlam
formam et plures alios recepit postea sine abnegacione pre-
dicta et bono modo, et quod de abnegacione, quam feceral
et fieri per alium fecerat, fuit confessus patriarche Iherosoli-
mitano et absolutus ab eo. De spuitione super crucem, de
osculo, de Ticio sodomitico, de capite ydolaüco diiit se nidiü
scire et credit, quod alii fratres recipiuntur per raodum, pa
quem ipse fult receptus, sed hoc nescit pro certo, quia, quando
talia fiunt, trahunlur ad partem recepti, ita quod alii fratres,
qui sunt in eadem domo, non vident nee audiunt, quod« tanc
agatur cum ipsis^.
IV. Frater Gaufridus de Goneuilla miles, preceptor do*
morum Tempil in Pictauia et in Aquitania, iuratus et interro-
gatus ut proxime dixit, quod, cum ipse fuit receptus, XXVUI
anni sunt vel circa, Londonis in capella domus Tempil p^
fratrem Robertum de Toruilla militem, preceptorem Tempil in
Anglia, et tunc s idem recipiens ostensa eidem recepto quadam
cruce depicta in quodam libro dixit sibi, quod oportebal eum
negare illum, cuius ymago erat depicta in illa cruce. Et ctun
Ipse receptus nullo modo vellet hoc facere, idem recipiens dixit
sibi: Vis tu michi iurare, quod, si fuerls requisitus a fratribus,
tu dices te fecisse abnegacionem istam, si cgo parco tibi, ae
ßicias? Et idem receptus respondit, quod sie. Et ita promisil
se dicturum nee aliter abnegavit, ut dixit. Dixit eciam ideni
recipiens sibi, quod oportebat eum spuere super dictam cra-
cem. Quod cum nollet facere, posuit idem recipiens manum
suam supra crucem et dixit sibi: Spuas modo supra maiiuni
meam! Et tunc idem receptus timens, ne recipiens amoveret
manum et aliquid de sputo caderet supra crucem, noluil
spuere supra manum set iuxta crucem ^). Super vicio sodo-
mitico et capite ydolatico et osculis et aliis, de quibus fratres
sunt dlffamati, dixit se nichil aliud if scire. Requisitus, sl alii
fratres predicti ordinis recipiuntur per modum, per quem ipse
e Auf Raaor. f tunc— ipsiaam Rande nachgetragen. ff DiMtr-
gtsohriebeo.
') Dieser Zug fehlt Procto U, 399.
DigmzecDy Google
Nr. 154. (1S08) Angiut. 827
fuit receptos, respondit, quod credit, quod sie ßat aliis, sicut
fuit sibi factum tempore recepcionis.
V, Frater Hugo de Paraudo miles, preceptor Tempil in
Fraocia, ioratus et interrogatus ut proxime, disit, quod ipse
fuil receptus in capella domus Tetnpli Lugduni XLVI annis
elapsis vel circa per fratrem Imberlum de Paraudo militeni,
visitatorem dicti ordinis in Francia et Piclauia, patruum suuni,
et imposlto sibi manleDo quidam frater nomine lohannis, qui
postea fuit preceptor de la Musa, traxit eum ad partem et ostensa
sibi quadam cruce, in qua erat ymago crucifixi, precepit
sibi, quod n^aret illum, cuius ymago ibi^ representaba-
tur, qui, quantum potuit, contradixit, ut dicit, set fioaltter
minis et terroribus itlius fratris devictus abnegavit illum, cuius
ymago erat ibi depicta semel. Supra crucem noluit spuere,
licet idem frater pluries hoc sibi mandaret Retiipientem fuit
osculatus in ore solum modo. De vicio sodomitico dixit, quod
numquam fuit sibi iniunctum nee umquam commisit. Et in-
terr<^tu8, utrum aliquos receperit in dicto ordine, dixit, quod
sie, pluries et pluries quam aliquis, qui vivat in ordine. Et
interrogatus, per quem modum recepit eos, dixit, quod man-
tellis traditis precipiebat, ut abnegarent crucifisum et quod
ascularentur eum in fine spine dorsi et in umbilico et post-
modum in ore. Et iniungebat eis, quod at)stinerent a con-
sorcio mulieram, et st non possent a tibidine continere, iunge-
rent se fratribus dicti ordinis. Dixit tarnen, quod abnega-
cionem, quam fecit, quando fuit receptus et precepta, que
fecit receptis per eum, faciebat ore non corde. Requisitus, ex
quo dolebat nee faciebat corde, quare faciebat, respondit, quod
talia erant statuta sive puncta ordinis et sperabat semper^
quod error Ute amoveretur de ordine. Interrogatus, ulrum
aliqui de receptis per eum contradixerint faeere predieta per
eum superius nominata, dixit, quod pauci, set tinaliter omnes
faciebant. Dixit eciam , quod , licet preciperet receptis per
eum, quod unus commisceret se cum aliis confratribus, ipse
tarnen numquam fecit nee audivit diei, quod aliquis illud
peccatum eommiserit nisi de duobus vel tribus ultra mare,
qui propter hoc fuerunt in carcere positi apud castrum Pere-
h DuDbergMchrieben.
izecy Google
828 TemplerproieRse.
^rini. Requisitus, utrum sciret, quod fratres dicti ordinis reei-
piantur per modum, per quem ipse recepit alios, dixit, se
nescire pro certo, nisi de se et illis, quos recepit, qula ita
secrete recipiunttir, quod oon potest aliquid sciri nisi per lUos,
qui intersunt. Credit tarnen, quod idem modus servetur in
aliis, qui Riit servatus tn ipso et> quem servavit ipse in alits,
quos recepit. Requisitus de capite ydolatico, quod per Teni-
plarios dicitur adorari, quod vidit illud sibi ostensum in Honte-
pesullano per fratrem P. Alamandini preceptorem dicti loci
et ibi remansit ipsum capud. Et dinit, quod erat etatis XVIII
annorum, quando fuit receptus, ut audivit a matre sua. Dixit
eciant, quod alias fiierat coofessus Parisius predicta coram
inquisitore herettce pravitatis Tel comissariis suis.
Et fuit scripta eins confes&io per magistrum Amizium
notarium et quosdam alios et in illa et in ista confessiooe
stat et vult perseverare. Et si plus sit in illa quam in isla illud
ratißcat et approbat^.
VI. Frater lacobus de Molay iniles, magister ordinis militie
Templi, interrogatus etc. dixit, quod transacti sunt XLII anni
Tel circa, quod ipse fuit receptus apud Beluam, dyocesis Eduen-
sis, in fratrem dicti ordinis per fratrem Imbertum de Paraudo.
tunc visitatorem Francie et Pictauie, et quod post traditum sibi
claniidem dictus recipiens ostendit sibi quandam crucem et
dixit sibi, quod abnegaret Deum, cuius ymago erat depicta in
ipsa, et spueret supra crucem, et ipse abnegavit ore i, non corde,
et spuit non supra crucem set iuxta. De vitio sodomitico et
capite ydolatico et osculis illiciiis dixit se nichil scire.
Et inten-ogati dicti testes, si prece, precio, vi tonDeDtonim
etc. fecerunt predicta, dixerunt, quod " non, et vulgariter eis
expositis depositionibus eonindem dixerunt se velle perseroare
in eis. Quilibet vero predictorum fratrum fuit per predicto;
Cardinales recoociliatus et ecciesie unitati reincorporatus, abiuraU
omni heresi etc., ut in instrumento plenius continetur.
Vatikan. Archiv R«g. Anea Nr. 48 Beii«dicti XXl. tom. I. fo). tSl I.
Das GaDie beginot mit dem von Denifle im Chartnlar. nnivare. Paria. H.
Q-approbat an
Bandenacb-
getragen. l et— abnegsvit auf Raaur.
m qucd-
eia an Band«
nachgetragen.
D, Google
Nr. 666 abgedruckten Stück, das daa erste SchaldgestAadnis Jakoba von
HoUy eothalt. Am Rande der Inhalt durch zahlreiche Schlagwörter ange-
deutet, über die richtige Datterang vgl. Nr, 149. Die frUberen Verhöre
der WOrdentrAger des Ordens im Oktober IS07 stehen in der hier gegebenen
Reihenfolge im Frocie des Tempiiere II, 374, 2»5, 398, 381, 805. Im all-
gemeinen stimmt der Inhalt bei beiden flberein, nur ist das VerhOr von
Chinon viel trockener und kUraer; hie und da gibt es iotereseante Abwei-
chungen. Über Chinon vgl- Daratellang.
läö. Templerrerbfin In PolHen. (I30S> Ende Jul.
. . . XL. Fraler') lohannes de Villaribus iuratus et inter-
n^atus ut proximus*) dixil, quod fuit receplus in domo de
Canarpuis per fratrem lohannem Domas" militem dicti ordinis,
preceptorem de Roes, qui decessit hoc anno, circa VIII anni
sunt, presentibus diclo ") Vincart et lolianne de Villaribus fra-
tribus dicti ordinis et a diclo preceptore peciit panera, aquam
et societatem dicti ordinis. Quo facto'' Gonterius et Ymbncus
fratres dicti ordinis i*, de quorum cognofninibus non recordatur,
duxerunl eum ad partem camere, ubi fuit* receptus et fecerunt
eum spoliari et ambo unus post alium osculati sunt ipsum
in ore, in umbilico et in fine spine dorsi et duxerunl ipsuni
ad preceptorem, qui induit sibi mantellum et ostensa cruce,
in qua erat depicla ymago cnicifixi, recipiens precepit ei-
dem, quod abnegaret tlluni, cuiiis ymago ibi representabatur,
et spueret supra aucem in despectu eius, quod ipse fecit ter;
iniunzit eciam sibi abstinere a mulicribus, et si calor libidinis
moveret eum, commisceret cum fratribus ordinis. Dixit eciam,
quod exivit ordinem, VII anni sunt, sei tardavit dicere pre-
dicta propter metum et potenciam eorum et propter verecun-
diam, quam habebat ex facto suo. Ilti eciam, qui remanent
in ordine, non audent confiteri nisi fratribus dicti ordinis,
quia hoc est preceptnm in ordine, set utrum fratres habeant
devocionem ad ccciesiam et ecciesiastica sacramenta, et
maxime ad sacramentum altaris, dixit, quod nescit; set vidit
a Dermaaf b AufRaanr. c fratrea— ordinisdarObergeachrieben.
') Am Rande: Hie iucipit quarta peoia. Vgl. Anm. am Schlufi.
*} Dei Vodiergebende iat Qnill. de Lemonicinio. Vgl. u. S. 341.
*) Dieser wird aber vorher nicht genannt. Er folgt Nr. XLI.
izecy Google
830 TemplerproEeBOe.
aliguos fralres accedere ad altare et recipiebant osUam;
nescit, si esset consecrata vel non, nee ipse recepit sacranieii-
tum altaris anno, quo fuit in ordine, nee fuit confessus et
exivit ordinem non propter austeritatem, set propter pancla
de abnegatione Christi, et qiiod non commiscerent se cum
mulieribus set cum fratribus. Et ipse erat iuvenis et a muüe-
ribus vix abslinuisset et fratres aborrebat et peccatum cuin
mulieribus puniebant ad carcerem perpetuum. De capite diiit,
quod nichil seit, nee vidit recipt aliquem in ordine ntsi fratrera
Lambertum de lomihi^, qui fuit receptus cum eo et eodem
modo et omnia fecit et sibi facta fuerunt, que ipse ter fecit et
ipsi tunc facta fuerunt. De peccato sodomitico non fuit per
aliquem requlsitus set preceptum ei fiiit, quod, si requirerettir,
non se negaret fratribus.
XLI. Frater lacobus de Castilhione iuratus et interro
gatus ut proximus dixit, quod fuit receptus apud No*am-
uillam prope Cathalanam per fratrcm P. Ck>rbon niilitem
magistrum baylie Cathalanensis ', circa XIIII anni sunt
presentibus fratribus Vincart et lohanne de Vilers, et venit
ante magistrum ter et pecnt panem, aquam et societatem
fratrum; et m^lster recepit eum et posuit mantelium ad
Collum et multis de statutis ordinis sibi dictis et ostensa süh
cnice, in qua erat ymago Christi crucifixi, precepit ei, quod
spueret supra crucem, qui, licet contradiceret, tamen eoin-
pulsus per ipsum et alios spuit supra; postquam dixit ei re-
ceptor, quod negaret Christum, cuius figura representabatur.
Qui multum ier[r]ltus contradixit, quantum potuit, finaliter per
compulsionem et timore[ni] abnegavit semel, deinde recipiens
dixit ei, quod de cetero non haberet consorcium mulieniin,
set si calor naturalis eura moveret, commisceret se ciun fra-
tribus ordinis. Et dixit , quod aliqui fratres requiaveniiil
eum super hoc, set numquam voluit consentire, et quia se
denegavit super lioc cuidam fratri vocato lohanni de Lotorin-
gia, fuit missus in Älamaniam propter hoc, nt credit, non alia
de causa f. De corda dixit, quod miunctum fuit sibi, quod eam
cingeret; de capite nichil seit Dixit insuper, quod aliquodeoe
fiiit confessus fratribus, qui dicebant: Bene scimus, quid vis
d loDulii! e So Bag. f Etos.
izecDy Google
Nr. 155. (1308) Ende Juni. 381
et potes dicere, et postquam semel dixit uni, iniunxit ei, quod
de cetero non loqueretur et nullam penitentiam iniungebant
ei. Fuit eciam confessus cuidam fratri Minori, qui iniunxil
sibi, quod portaret cilicium per annum secrete, quod fratres
nescirent, quod fecit; et dixit, quod non remansisset in ordine,
nisi fuisset quidam avunculus snus, qui consolabatur eum et
dicebat ei, quod, quicquid fecisset, adhuc poterat vivere siae
peccato et<7 maxime si abstineret a viris. Et dixit, quod est
carcer in ordine apud Mellanc ') ad mortem, a quo nullus
esit, postquam intrat, et si preeeptores liabeant fratres odiosos,
quia non ot>ediunt eis in preceptis eciam inhonestis et con-
queruntur maioribus ordinis, statim mittontur ad illum caree-
rem et nunquam exeunt, ut audivit dici. De sacrameiitis dixit
se nichil scire. De osculis dixit, quod recipiens osculatus fuit
eum in fine spine dorsi, secundo in umbilico, tercio in ore.
XLII. FYater Hugo de Guamaches iuratus et interrogatus
ut supra dixit, quod fuit receptus, XX anni sunt, in domo de
Monflores, Ambianensis dyocesis, per fratreiu Erueum de Villa
Petrosa*) militem et magistnim baylivie Pontini presentibus
fratribus Enrico de Guamaches presbitero, Nicoiao de Reval et
petitis pane et aqua et societate fratrum ordinis fuit sibi
concessum et fecerunt ipsum iurare tenere bonos usus ordinis
et vorit castitatem , paupertatem et obedientiam et ieiunia
quedam et fuit positus mantellus ad collum et ostensa sibi
cruce, iß qua erat picta ymago Christi crucißxi, precepit ei,
quod negaret illum , cuius figura ibi representabatur , quod
fecit semel lantum et semel spuit iuxta crucem*. licet requi-
reretur, quod ter negaret et spueret et ftiil osculatus recipien-
tem et omnes fratres ibi astantes in ore solum. Et inhibuit
sibi recipiens, ne de cetero hat>eret consorcium mulieruni, set
si calor naturalis ui^eret ' eum, commisceret cum fratribus, set
ipse dixit, quod non faceret nee unquam fecit nee fuit requi-
situs, nee audivit, quod fratres abuterentur se ip.sis. Dixit etiam,
g adhuc— et darübargeach rieben. h et — crncein darQbergesch rie-
ben. I Auf Kafiur.
'} Verbessert mm Merlane. Eins domua de Hellana wird genannt im
Procte de Templiera I, 407.
■) Vitxka des Templiera I, S58; II, 811.
izecy Google
$82 TunplerproEesse.
quod vidit recipi unum fralrem vocatum Philippum per fra-
treni lohannem de Ceruoy ') proceptorem de Pontino, qui Cuit
receptus per modum, per quem dixit se fuisse receptuin.
Et hoc seit, quia vidJt propriis occuHs et requisitus, atnim
predicta dixerit timore aliquo, dixit, quod non et quod, st oon
esset veritas, prius fuisset passus mortem et decapitati(»iein,
quam dixisset tale mendacium contra ordinem, qui euni dh-
triverat. Et de isto peccato abnegationis et spuitionis nim-
quam fuit confessus alicui capellano dicti ordinis, quia omnes
hoc sciebant, set cuidam fralri Minori. De capite dixit nicbil
scire. Semper cinxit unam cordulam, que dicebatur s^^nificare
castitatem; requisitus unde procedunt ista turpia, dixit se
nescire, set seit, quod fratres credunt saeramenta ecciesie;
multa ieiunia faciunt, obseryancias el orationes ex iniunitiooe (?).
XLIII. Frater Ymbertus de Corbonio *) miles, prec^tor
domus de Poutac et de Cruce, dixit, quod sponte et ane tor-
mentis apud Lasinhiacum Pictauensis dyocesis ductus per gen-
tes regis eonfessus fuit coram duobus fratribus Predicatoribus.
senescallo Pictauensi et lohanne de Genuilla') presentibus,
quod ipse elatis XU vel XIII annorum apud Osom ') diele
dyocesis receptus fuit per lohannem Fraocisci ^) preceptorein
seu magistruni Pictauie et facta professione ostensa sibi cmce
cum yraagine crucifixi coactus fuit per ipsum magistrum ab-
negare Ihesum et spuere supra crucem. Et non spuit sei
finxit spuere et spuit ad ten-am. Postmodum vero revocarit
istam confessionem, et post fuit questionatus vi tormeiitomni,
rediit ad eandem primo sponte emissam et in ipsa stat et
vult Stare. Set fuit inductus ad revocandum seripto cuiusdam
et consilio, quod non auderet nominare propter secretuoi.
') Proces des TemplierB I, 868, 530 n. 5. Vgl. Register. Genujo U,
829, 851.
'] Im Procöa des Templieni I and 11 kommen Corbon, Corboli« toi
fr. Humbertns de Corbonio miles 11, 179 vor; frater Ymbertus de Combonoe
milea, precept«r domus de PaalliRco, Lemouicensis diocesie li, 127. B«ile-
mnl sIs 1810 gestorben bezeichnet. Doch derselbe ?
') Der oftgensnnte TempIerwSchter Johannes de Jamvilla.
*) Domna Tempil de Ouso, PicUvensie d. im Procte des Teapüacs
II, 90 und 98.
') Lo Frsacejs, Francisci oft genannt im Procte des Templiere II.
izecy Google
Nr. 1&5. (1308) Ende Jani. SSS
quod turpiter ageret, si proderet sacramenlum amicorum, set
in prima confessione stat, que est vera. El dixit, quod sem-
per cinxil cordam, et quod beatus Bernardus dedit eara ipsis.
De capite, de sodomia et aliis dixit se nichil scire. Dixit
insuper. quod data fuit sibi potestas recipiendi atiquos IVatres.
Nullos tarnen recipere voluit, set faciebat fleri per ttlios et
cansam finaliter dixit, quod, si reciperet eos, oporteret ipsum
eo3 inducere ad facieudum hoc, ad quod fuit inductus scilicet
ad abnegationem Ihesus, quam orrebat. Et dixit, quod comitte-
bat receptionem atitiquis hominibus, qui melius debebant scire
puncta ordinis. De osculis dixit se nichil scire et de hiis fuit
confessus duobus fratribus Minoribus successive, et penitenciam
sibi iniunctam perfecit.
XLIV. Frater Guido Bruiars '} Lemouicensis dyocesis
interrogatus ut proximus dixit, quod fuit receptus apud domum
de Poulac ') dicte dyocesis, XV anoi sunt vel circa, per fratrem
loliannem La Chausada *) preceptorem dicte doinus et primo
peciit panem et aquam et postea fiiit sibi positus mantetlus
ad Collum et quidam frater vocatus lohannes Mestinners (?)
duxit eam in quadam camera oscura et dixit sibi, quod opor-
tebat, quod negaret Ihesum ter et ter spueret in despectuni
eius. Et ipse renegavit ter Ihesum et spuit ter ad terram
nulla cruce sibi ostensa. V.l si expressisset eidem, quod rene-
garet Ihesum Christum, qui fuit crucifixus, hoc non fecisset,
et credit, quod, si non fecisset abnegationem [hesus, fecissent sibi
vilaniam. Et dixit, quod osculatus fuit recipientem in ore et
omnes fratrcs presentes et postea recipientem in humero supra
vestes. De abn^atione vero predicta non fuit confessus, quod
non faciebat conscientiam, quod non eredebat abnegasse Ilie-
sum Christum filium vii^inis Marie. De vicio sodomitico nichil
seit nee unquam fuit sibi dictum. Fratrem aliquem non recepit,
nee vidit recipi nisi unum vocatum Hugonem Laven militem, sed
nescit, si fuit receptus per illum moduni, per quem ipse fuit recep-
') Vielleicht auch Brinara oder BriDara, Er wird 1810 Guido Bnirartz
genuint (froher gegenwärtig bei einer Anhahme in der domns Tttmpli de
Paalhsco, LemoniceDMB dioceeis).
*} Procöa de Templiars 11, 221, 239 Johannes Im Chaaaandaa; I,
izecy Google
SM TemplerptoXesM,
tus, quia eo recepto ipse et quidam alii exiverunt de capella, in qua
fuit reeeptus, et ille solus remansif cum quibusdam aliis, sei
credit, quod reeeptus fuit per eundem nioduni, quod noD cre-
dit, quod Beret sibi maior curialitas quam aliis. De cordula
dixit, quod semper cinxit se cordula, quam ipse fecit vel enie-
bat, et dixit, quod omnia sacramenta ecciesie credit; de capite
et aiüs se nichil scire.
XLV. Frater^ Stephanus de civitate Trecensi fraler ser-
viens ordinis iuratus et interrogatus ut supra dixit, quod ipee
fuit reeeptus, fere X[ anni sunt, apud Lasalbloneriam *) circa dyo-
cesim vel in dyocesi Meldensi per fratrem Hugooem de Pe-
raudo visitatorem Francie , qui precepit ei , quod abn^ard
pareutes, consanguineos et aniicos et in perpetuum non esset
eis beneficus, et aportato missali tmunctum Fuit el a dicto re-
eipiente, quod luraret se debere teuere omnia puncta ordinis
et seereta et ilta non revelare. Et si contrarium faceret.
condenipnaretur ad perpetuum carcerem, quod iuravit. Quo
facto iniunxit ei recipiens, quod abn^aret omnes apostolos el
sanctos Dei, quod cum reiiitentia et minis et terroribus (?) com-
pulsus fecit. Deinde ostensa sibi cruce cum ymagine Iheso
Clirisü dixit ei i-ecipiens: Tu vides ymaginem prophete, qui
dicitur cruciflxus. Et ipse dixit: Ymmo videa ymaginem do-
niini nostri lliesu Christi, qui passus^' est pro nobis. Et red-
piens dixit: Oportet te illum negare, qui representatur per
istam ymaginem. Quod ipse renuit, quantum potuit, set unus
de fratribus traxit gladlum et posuit sibi ad latus dieens,
quod, nisi n^aret Christum, de illo gladio percuteret, quod
statim moreretur. Et omnes ei ininabantur ad mortem el
demum abnegavit Christum semel. Et iniunxerunt ei, quod
spueret super crucem ter, quod necessarie habuit faeere, sei
non spult super crucem set iuxta ad terram. Postque ad
mandatum reeipientis denudavit se et dixit sibi recipiens: Ad
maiorem tuum honorem et magnam gratiam et maiorem (ra-
k Aaf Rasnr.
') Am Rande: Bic incipit qoiiita pecia.
') Domus de Sabloneiiis wird Procäs des Teropliera 1, 520 geninot
izecy Google
rUt. 155. (1308) Ende Joni. SS6
temiUtem osculor te. Et osculatus est eum subtus spinam
dorsi, post in unibilico, tercio in ore, et induit sibi novam
camisiam et ciiixit eum cordula, que, ul dicebat, fuerat invo-
Itita ia capile quodam, quod habent pro salvatore et factore
oi-dinis, et erat multum sancta, et conlinue portaret eain ciac-
tarn subtus camisiam. Et in hiis omnibus presentes fuerunt,
viderunt et consenserunl Raduipbus de Gesi ') receptor reddi-
tuum domini r^is Francie in Campania, Radulphus de Compen-
dio, Rogerius presbiter, fratres dicti ordinis. Posthac in-
duerunt eum novis vestimentis ordinis. De capite respondit,
quod moris est in ordine, quod singulis annis in festo aposto-
lorum Petri et Pauli faciunt capitulum generale, quod tenueruiit
Parisiis infra annum receptionis ipsius; et ipse fuit in capitulo
per Ires dies, quibus duravit, et inceperunt teuere prima
vigilia noctis et continuavenint usque ad primam, et in prima
Docte capituli aportaverunt unum capud presbitero ipsum de-
ferente precedentibus duobus fratribus cum duobus grossis
torciciis cereis supra candeiabra argentea, et posuii ipsum
iuxta altare super duo pulvinaria in guodam tapeto de cerico
ac «st, ut sibi videbatur, capud carneum a sumpnitate capitis
usque ad nodum colli cum capülis canis sine aliquo auri vel
argenti t^umento, facies vero carnea et sibi videbatur multum
livida et decolorata cum barba immixta cum albis et nigris
pilis similis aliis Templariorum barbis. Et tunc surrexit visi-
tator dicens omnibus: Eamus, adoremus illum et faciamus ei
honiagiuni, qui nos fecit et non destituit, et tunc omnes yverunt
cum magna reverencia et Fecerunt sibi homagium et adora-
verunt capud illud. Et audivit dici jpse testis, quod erat
capud primi magistri ordinis scilicet frutris Hugonts de Pajnes.
Et a nodo colli usque ad humeros erat inclusive incrostatum
de auro et argento cum lapidibus preciosis. Et in illo capi-
tulo ordinaverunt de treeentis fratribus mittendis ultra mare,
de quibus ipse testis fuit unus et ivit et stetit ibi per duos
annos et dimidium et reversus stetit in ordine per duos annos,
et tunc' coactus et inductus per quendam fratrem suum
I DarflWgeocbrieben.
) R. de Gisi, Öfter in deo Prosefiakten genaont.
izecy Google
886 TflmplerprozeaM.
secularem exivit ordinem el sletit in seculo per sex annos enin
comite Britannie usque ad mortem ipsius. Tarnen cum qua-
dam vice visitaret matrem suam, ceperutit et teDuenint eum
captum per V septinianas, donec mater sua redemit eum de
ducentis libris, pacto, quod secure deinceps remaneret cum
matre et ex toto stetit secure ab ordine. Et dixit, quod ad-
duntus ad dominum regem Francie ante capcionem Templa-
riorum, cum non auderet revelare illud secretum, videus tamoi,
quod rex assamebat istud negotium prossequendo fortiter,
coram ipso rege et confessore suo et dominis P. de Cbambili
et Guillelmo de Marliniaco supradictum fuit conTessus et postea
eadem repetiit coram >" Baiocensi et Constanciensi episcopis, que
per animam suam vera sunt ^). De sodomia dixit, quod fhiter
P[aulus] de Valleceli quadam die ipsum arripuit et Toluit cor-
rumpere et polluere illo vicio neEando, et ipse viriliter renuit
aborrendo peccatum et ille percussit eum " in maxilla et fr^it
sibi tres dentes et apparet deformitas et fractura in ore eius.
Et dixit sibi dictus l^ter: Tu ignoras puncta oniinis. I$te
est unus de punctis, quod frater non debet se n^are frath.
Et de hac iniuria ipse testis deposuit querelam diclo visitatori,
qui respondit, quod bene fecerat ille frater, quia non debebat
se negare ^atribus in tali opere. Item audivit dici, quod isla
puncta de abnegatione Christi et alia sunt in r^ula, quam
visitatores tenent, et possunt recipere fratres vel illi, quibus
committunt, set non committunt receptionem fratruni ni» aü-
tiquis scientibus regulam et puncta ordinis. Et magnio viri de
ordine tenent et cuslodiunt regulam illam et iuv^iibus non
tradunt eam, ut audivit dici communiter. De sacramentis re-
spondit, quod credit firmlter, quod sacramentis ecclesie maxime
altaris non comunicant, set ad decipiendum mundum in mag-
nis festis " recipiunt ostiam non sacratam nee benedictam, quia
ipse testis non recepit nee communicavit, et audivit de alüs
dici uitramare et citrap et credit idera. Dixit eciam, quod,
quandiu fuit in ordine, non fuit confessus et idem credit de
tu fnit— corem darOlwrgMchrieben. n DurilbergeKhrirbei.
0 tnagmi Reg. p ultramAre— citra darabergMchrieben.
'] Vgl. DarsCelluDg.
izecDy Google
Hr. 165. (1808) Sude Jtuii. 887
alüs, tarnen de duobus delictis est eis specialis cura, de for-
nicatione cum mulieribus et furtis . et rapina rerum Tempil.
Dixit insuper, qtiod ordinem exivit propter mala et lurpitu-
dines, que ibi lieri yidebat, et ad inductionem cuiusdam fralris
sui carnaÜs.
XLVI. Frater lohannes de civitate Cathalanensi Templa-
rius commorans in domo de Nemoris dyocesis Trecensis ser-
viens iuratiis et inlern^atus ut supra dixit per iuramentum
suuiD, quod, circa VH anni sunt, fuit receptus apud Bo. ') in
baylivia de Marlenes ^) Bemensts (?) diocesis in ecciesia dicti
loci et in ecciesia ? presidente fratre Guiiberto r preceptore dicti
loci assistentibus V fratribus. Peciit panem et aquam et
necessaria ad societatem ordinis et ipso tribus vicibus ad
mandatum preceptoris trahente se extra capellam et precep-
tore et alüs fratribus deliberanlibus, ipsoque persistente in
sua petitione, respondit dictus preceptor: Pili, considera, magna
petis, quia non omnes, qui vident nos exterius, cognoscunt,
quid gerimus interius. Et multa et ardua oportebit te susti-
nere et iacere. Cui finaliter» respondit, quod domino conce-
dente bene portaret omnia, et tunc dixit preceptor: Nos ha-
bemus consiüum te redpere, et posuit mantellum ad coIlum
et aperto missali fecerunt eutn iurare obedientiam in omnibus,
castitatem et abdicationem proprii, et ostensa ymagine cruci-
fixi in eodem missali interrogaverunt eum, si crederet in cru-
cifixum, qui representabatur per illam ymaginem, qui respon-
dit: Vere credo. Cui dixit preceptor: Oportet te negare ter
illum Christum, qui representatur per hanc ymagineni et
spuere super ymaginem eius et crucem, cui respondenti, quod
nuUo modo Eaceret, preceptor comminatus est artiter dicens: Ad
preceptum factum ostendis te inobedientem ? Et comminatus
est, quod, nisi negaret, faceret eum poni infra paucos dies in
fovea apud Merlenes. Et dixit, quod ista fovea sive carcer^)
q et— «ccleaia darDbergeechr. r Guibberto Hs. « AoBchei-
nend UDterpnnktiert.
') Ein» (toroos de Boie gab ee io der d. RemensiB.
*f Docb wohl dtwselbe Wort wie Mellana S. 8S1.
*) Vgl. 8. 381.
Finks, PAi»ttnai nnd UntMKADK dea TsrnplDTordena. 11. SS
izecy Google
888 TemplerprozeMe.
est ita austenis, quod nemo potest ibi diu vivere et vidit posl
unum ibi intrudi, qui non vixit nisi per V dies, et ipse fuil
aliquando custos illius carceris, et tempore suo ex duricia
carceris fuerunt ibi mortui bene novera fratres. Tandem
minis et terroribus concussus abnegavit Christum ter ore iion
corde magnis lacrimis et dolore cordis. De osculis diKit seinel
fecisse, quia, dum esset in actu reeeptionis, intravit comes de
Magno Prato domum ad prandium et dictus preceptor dimisit
et dixit: Eamus, concinamus comiti, dimittamus cetera, quia
alias perficiemus. Set nnniquani eum dictus preceptor postea
requlsivit. Nescit, utrum oblivione ve) occupatione diutus pre-
ceptor dimisit cetera puncta receptionis. Et ipse testis liberalis-
sime exivisset ordinem, si fuisset ausus et potuisset. Et fiiit
in ordine per sex annos et plus nee fuit sibi aliquid de talibus
plus preceptum. Item dixit, quod quidam presbiter de ordine.
Reginaldus nomine, induxit plus quam LX Templarios per
scripturas clandestinas ad revocandum confessiones suas. Et
ipse etiam multas habuit persuasiones ab amicis, de quibus
nescit, qui sunt, quod revocaret. Dixit eciam, quod de hoc
fuit confessus cuidam capellano ordinis, qui eum absolvit, asse-
rens, quod bene poterat facerc virtute priTilegiorum ordinis.
Dixit etiam, quod tanta crudelitas est in ordine illo, quod, si
aliquis preceptor habet odio aliquem fratrem et velit eum
morti tradere, veniebat ad visitatorem et specisliter ad fratrem
Gerardum preceptorem Prancie dicens, quod talis fhiter erat
inobediens. Fit dum tarnen daret bonam summam peccunie.
permittebatur, quod caperetur et poneretur in dicta fovea, in
qua cito moriebatur. Et ipse vidit ibi multos mori, qui dice-
bant, quod nulla causa erat mortis sue nisi munera, et aiidi-
vit a fratribus ordinis, quod ita consucvit fieri. Et dixit, quod
nullus recipitur in ordine, nisi det magnam peccuniam, et ipse
solvit pro receptione sua quingentas libras et frater Rot)ertus
de Malen (?) socius eins dedit tantumdem. Presentes autem fue-
runt in sua receptione Guiberlos preceptor, lohanncs de Valle-
cutone, Reginaldus de Cormesi, Petrus de Brigeriis, Terricus
luuenis, et in presencia eorum et eum ad hoc inducentium
abnegavit Christum et credit, quod ad multa coegissent euiru
nisi tunc venisset dictus comes. Dixit eciam, quod paucai
izecDy Google
Nr. 165. (1808) Ende Jodi. 83d
faciunt elemosinets, multa tarnen relicta pro elemosinis in usus
proprios convertunt. Nunquam vidJt fieri correctionem in ca-
pitulo, quanidiu fuit in ordine. Litteris apostoUcis abutebantur
indistincte et habcnt clericos in quaübet preceptoria , qui
vexabant plures ad mandatum eorum. Item dixit, quod po-
tentes ordinis prescientes istatn confusionem fu(;iiint et ipse
obviaTit fratri Girardo de Villariis ducenti quinquaginta equos,
et audivit diel, quod intravit mare cum XVIIl galeis, et frater
Hugo de Cabilone fugiit'' cum toto thesauro fratris Hügonis de
Peraudo. Interrogatus, quomodo potuit tandiu istud (actum
teneri secretura, respondit, quod nullus pro aliqua re erat
ausus revelare, nisi papa et rex aperuissent viam, quia, si
sciretur in ordine, quod aliquis loqueretur, statim fuisset mor-
tuus. Et dixit, quod erat preceptor de Nemorts tempore cap-
cionis et ante fuit preceptor de Marmot. Interrogatus, quo-
modo sciebat, qjiod frater Reginaldus induxerit Tempiarios ad
revocandum confessionem, dixit , quia sibi et aliis fratribus
scripsit scriptura de plumbo in pei^meno, quod, si ipsi con-
sisterent in confessionibus, destructus erat ordo. Unde invita-
bat eos ad revocandum eas et ipse testis et alii fratres dice-
bant: Quomodo revocabimus veritateni ? Quod confessi sumus,
non possumus conlradicere , quia non staretur confessioni
nostre. Alü dicebant: Confusi sumus perpetuo, nisi revoce-
nius, et ipse testis: Malo esse sine honore perpetuo quam
dampnare animam meam revocando confessionem veram, et
dixit, quod dictus frater R^inaldus hoc habuerat de revo-
canda confessione a fratre magni m^stri, decano Lingunensi.
(XLVIl) Frater Robertus de Yma'), (XLVni) Frater
lohannes de Valbman iuratl ut alü deponunt in publico in-
strumento satis breviter.
Videtur*) nobis deputatis rubrtcas predictas concordare
originaii.
item sciendum, quod in receptione diclorum testium
preter receptos per inquisitorem Parisius et per tres cardinales
') Dieser Abuts wird un Schluß wiederhoit. Nur heifit es noch instni-
mento : ultimo tr»dito satis breviter, sin qnad opus non est nibrica vel con-
cordaDtia anper illis.
*) Von anderer Hand.
22«
izecy Google
MO Tempterprazeafie.
Riissos per dominum nostrum papam ita processum. Nam
coram domino nostro papa iuraverant quilibet tactis ewangelüs
dicere veritatem etc., ut supra in principio dictum est, et
coram eodeni domiao nostro papa dixerunt, prout In eonim
depositionibus continetur. Et depositiones corum per publicos
notarios presentes ibidem redacte sunt' in scriptis, et sie in
scriptis redacte lecte et vulgarizate fuerunt, et petitur ab eis,
utrum vellent aliquid in suis depositionibus corrigere, addere,
detrahere vel mutare, qui responderunt, quod nichi], ymmo in
eis perseverare et persistere volebant tanquam veris, quia
nichil omiserant veritatfs nee immiscuerant Talsitatis nee preoe.
nee precio, nee gratia, nee amore, odio vel timore lonnen-
torum vel alio premissa dixerant set pro veritate dicenda t-l
pecierunt humüiter sibi per eundem dominum veniam et
misericordiam exhiberi, paiicis exceptis. Et nichilominiis in
publice consislorio presentibus dicto domino nostro papa ac
dominis cardinatibus et aliis magnis viris predietis deposilio-
nibus lectis et vulgarizatis, prout conveniebat lingue cuiuslibet
eorundem, eadem recognoverunt et in suis confessionibus per-
stiterunt et se velte persistere affirmaverutit.
Vat. Ärch. Reg. kaeo. Nr. 48. Beoedicti XII. tom. I. M 448-451
Die (Ulf den Templerprozeß beEltglJchen Teile beginnen fol. 437 mit: iMf
sunt rabrice: Zunichnt uns VerhOr von Chtnon. (Die einzelnen VeiiiSrt mit
ZifTernbeEeichnetl-VI.) Vgl.Nr.104. Dann f.438das Verfa5r von Poitiera nil
dieser Einleitung : Seqnntur rubricationee testium nominatorum per dominum
nostrum papftm . . . Assiatentibus eibi reverendts patribns duminiB Petru
epiacopo Feneatrinu, Thoma tituli sRnct« Sabine, Stephano aaneti Ciriaci in
Termis preBbiteris, Landulpho sMicti Angel) et Petro de Columpn* su^
Romane ecclesie cardinalibns.
Dum folgen die VerbOre in di«aer Reihenfolge (vgl. S«hottniOll«r B.
S. 18 ff.}.
TU. frater lohaDDea de Mente alto milee de Aatnraco (ob ABtaneo?).-
VI 11. fniter P. de CUnstro, LemnuicenciH diocesis, qnondui T«mpli-
IX. frater Goilelinns de Reeeii milea olim Templarius . . .
X. frater Clemens de Pomer, dyoceais Eduenais, Tempicniu oün
XI. frater Quilelmna de sancto Sapplento, Heldensie diocesix, Tempti-
riue serviens . . . (Der Nachfolger steht vorher, abti nil
vacat.)
izecDy Google
Nr. 155. (1808) Eade Jtmi. 341
Xll. fr&lAr lobaonM de Crenator (Sohnttm, CnuiAco) preceptor domue
Grandis bi'Ivb . . .
XIII. frateT Robbertos de Gej, Ämbiao. d,, Templftrins aerviens . . .
XIV. tnXtt GaillelmaB ÄTmerici, Lemonic. d., T. servians . . .
XV. frater Quillehnae HbIdiod milee T. . . .
XVI. frat«r Raymuodns Narbooee, dyoc. NarboneiutB, T. servleaa . . .
XVII. frater Stepbanoa Trabati de Oradyaco, dyoc. Biterrensis, T. eer-
XVIII. fral«r Adzemaiiis du Spsrres milea T.
XIX. frater lobannea (Scbottm. Jajmea) de Blana aerviens ord. Templi . . .
XX. frater Qaltbema de Liaancort miles . . .
XXI. frater P. de Honao, d. Pariaiena , fr. aerviene Tempi! . . .
XXli. frater P. de Broaia BarvieiiB ord. Templi . . .
XXlIi. frater GaillermnB de Aynoes {Scbottm. Haynues oder Hajrniee)
XXIV. frater Qeraldae de aancto Marciali miles . .
XXV. frater Qeraudua Beraudi miles . . .
XXVI. frater Deodatus lafet (Schottin. lefet) aerviens . .
XXV11. frater Ato de Salninbaco . . . miles . . .
XXVlll. frater RaymoDdns Maael, dyoc. Aquensia in Provincia, a
XXJX. magiater lobannea de Folhiaco, doctor iuris civilis, presbiter
Templarias . . .
XXX. frater Sjraon Chriatianns de Pruino aerviens . . .
XXXI. frater lobannea de Casi magiater molendinornni et tnberae sancti
Gemasii Pariaiensia . . .
XXXU. frater lobannea de louinhiaco aerviens . . .
XXXIII. frater Aymericna Camberlanua aerviens . . .
XXXIV. frater lacobna de Regecnria [Schottm. ricbtlger Uregecuria) aer-
XXXV. frater Iterias de RupefortI miles . . .
XXXVi, frater P. de Condora miles . . .
XXXVII. frater Rajmnndna Stephani grangerios ...
XXXVIII. frater Onitlelmua de Trebis miles . . .
XXXIX. frater Gnlllelmns de Lemonicinio miles . . .
Di« Reihenfolge iet also nicht ganz so nie bei Scbottmfiller II, 13 —71
(proceaens Pictaviensia). Sie folgen hier {nach SchottmQller zitiert) codex a,
codex y, codex ß: Die letzten U sind nach den ersten U etnznschieben.
Auch die Texte stimmen nicht ganz wörtlich Qberein. Der vorliegende
kQrzt etwas, lodert hier nnd da ein Wort und nimmt UmsteUnngeu vor.
Man vgl, den Anfang des Verhöra des Johannes de Folliaco bei Sr.bottmUllor
H, 35 mit folgendem : Magister lohannes de Folhiaco doctor iuris civilis
presbiter Templariaa, iaratns et interrogatna de loco, modo et tempore sue
reeeptionia dixit, quod fuit receptua in domo Tempil Parislns per fratrem
lohwinem tnnc tbeaaurarium Templi, in qnadragesima preterita fnerwit qna.
tuor tinni, hoc modo. Nam in qaadam capella iunetls manibua et flexis
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S42 Tempi«
genibns petiit dbw. Der Text der sehr zerstörten H.-ü., die Bchattmttllfr
gebranchte, kOnnte dadurch etwas verbessert werden, z. Ü. das kastllrhe
Eecarialis S. 36 aUtt eetir&lis.
Dann folgt in der von mir gebraacbten VatikanJscbeo Handsckiift
der oben abgedrackle Teil von 9 bisher unbekannten VerhQren. der «v
Schloß den Eindruck des Volletindigen maebt Rs sind aber statt der ge-
forderten 72 nnr 42. Vgl. die Einleitung.
!.>«. BrnetistUck eines Tempi enrerhVres. (1306 1 ISIO t) April Us Jut.
(LXini) . . . qai fuerat a ludeis pro suis sceleribus craciflxns nee
habere debebat spein salvationis habende per ipeum nee in euni credere.
Precepit etiam sibi, quod spneret super crucem ibt in terra positaia in qua
erat scnlpta jrmago Ibeau Christi et eam pedibns conculcaret ac per terram
traheret in Titnperiam Ihesu Christi. Cum anteni ipse hoc facere reenaaret,
dizeroot sibi tarn preceptor quam alii fratres preseotes, qnod oport«bat ipenm
predicta facere, et niai ea faceret, ipsnm in t«li loco ponerent, nnde onii-
quam exiret. Et tnnc hiie perterritns abnegavit Denm Ibesom ChiiBtniD
et beatam virginem et ipsamm opera, deinde apnit anper emcem ipsam, tt
eam pedibns concnleavit, diceua, qnod hoc faoiebat in Tituperinm Ihesu
Christi, Et postmodani de loco, in qua erat, traxit eam per terram p«r
duos vel tres passoB et eam retrazit et ad locum, ubi fiaerat posita,
r«ddnxit.
Interrogatos. ai dietue preceptor et a)ii fratres presentss ibidem cni-
cem eandem traxerunt per terram vel apnerunt supor eam aut pedibos con-
cnicavenint, dixit, quod non; de aliia antem fratribua, qni recipiebantor in
ordine ipso, dixit reram esse, qnod recipiebantuT eo modo, qno ipse fnit re-
ceptos, et ea faciebaut, qne ipse coDfessus est se feciese. Ipseqn« Tidit
doos vel trea fratres in dicto ordine recipi modo predicto, qoi sinulia, qnc
ipse fecit, fecemnt.
Subseqnenter petiit beneficium abaolntionis etc.
Snper eiadem XI articnlia.
Die XXIIII Aprilis.
LXV. Frater Gnillelmus CoUerii de Boysono, diocesis VaaioDeuk
dicti ordinia aerviena inratus ut proximua eoqae, cum fere omnes artieidas
antea negasset, qaestionibus supposito et habito poat illas congruo interraUo,
interrogatuB super eisdem XI articulis dixit, quod ipse fult recepbn per
quondam fratrem Ademarinm de Peyroaaa ') domns Tempil Sidonienaia ;re-
ceptorem in ec«leaia domne eiusdem, XIX anni sunt vel circa, presBütibni
fratribua Hngone de Rochafolio, Ronsolino de Agonco militibus et plnrihiis
aliis Qsque ad nuroenim XL, de quorum nominibua dixit se non recoidvi,
et tunc postquam fuit sibi traditna mantellas per preceptorem predislain.
dixit eidem idem preceptor, quod, cnm ipse promiaieset et inrasaet «ibi ust
') Procte dea Templiera II, 368.
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Nr. 166. (1308? I3I0?) April bis Jani. 84S
obedieiiB et servare secrata eapitnli oec revelBre BÜcai eti&m anis eonfeasO'
ribna ea, qne videret fieri ia eodem, osteusa sibi cruce et io terra posita,
nbi erat crncifixua depiotue, opart«bat, qaod ipae abDegaretlhesumChriatnm,
qoi, nt dicebat Don erat nee fnerat venis Deoa, nee roatrem habaerat vir-
ginem, aed faerat qaidam falaus propheta, qni pro eo, quod se Deum facie-
bat, cum oon esset, fnerat crucifiiue, nee debebat habere epem. qaod per
eum poaset saWari, cum ipae nee se ipsom salvare nee adiurare potuisset,
nee etiam cradere in eondem. Ipae etenim ai fuisset verae Dens, nun per-
niiwMet ae sie villt«r a vilibus peraonia tractitri. Cum autem ipae hec fa-
cere recasaret, clamavenint omnes contra ipsum, et diiernnt, quod predicta
ipanm faeere opertebat, quia ita erat in ipso ordine fieri conauetnm, et tunc
ipee hiis perterritas, ad mandatnni dicti preceptoris abnegavit dominnm
nastmin Ihesnin Christum, beatam vjrginein eins matrem, amnes saoctos et
aanetaa Del et opera eorundem. Poatmodum quidam frater capellanna dicti
ordinia, qni dictsm cmcem de altari receperat et ipaam in tarram poauerat,
eam cum qnadam corda ligatam per terram traxit in vituperinm Ihesu
Christi et deinde ipssm in altari in loco bdo reposuit.
Interrogatua si ipae frater Quillelmua cmcem ipaam per terram traxit
ant apuit sut miniit super eam aut ipsam pedibns conculcavit, dizit quod
DOD, nee, qnod hoc fnceret, fait tnne temporis aibi dictum.
Deinde diotna preceptor feeit aperiri quandam feuestrom, que erat in
pariete ecclesie, in qua erat qnoddam capnt deargentstnm, quod, ut sibi
videtnr, trea faciea habebat, et fait dictnm eidem, quod illud Caput erat
cainedam amici dicti ordinis, qui eia obtiuebat, quicquid volebant in celo.
Et iocootinenti inxta illud capnt appamit quidam catns ruiüis. Ridem aut«m
capiti atatim aperta dicta feneatra dictus preceptor et alii fratrea ibi prä-
sentes ao etiam idem frater Ouillelmua amotia birretis se inclinavemot et
revereutiani exbibuerunt Interrngatus, quomodo frstres ipsi vocabant illud
capnt, dixit, quod vocabant ipaum, ut sibi videtnr, Magometnm.
Iluterrogatua], si unquain de premissis [eic] coofesaie confeaaus fuerit
alicui sBcerdoti, diiit quod non, aemper tarnen doluit, quia [ita] fecernt, aed
ea revelare aufaua] non erat.
De aliis antem fratribus, qni reeipiebantnr in ordine ipso, dixit verum
es««, quod reeipiebautar eo modo, quo ipse fuit reeeptua, et ea faclebant,
qne ipae confeaana eat ae feciase. Ipaeque vidit IUI predicto modo recipl
in ordine predicto, qui aimilia, que ipae fecit. fecemnt.
Subseqnenter petiit beneficium absolntionis etc-
Super eisdem XI articulis.
Die XXIIIl Aprilis.
LXVI testia. Krater Pontius de Alundo ordinis mititie Tempil ser-
viena de Montilio Ademarii, dioceaia Valentine, iaratus ut proximua, inter-
rogatua super eisdem XI articulia dixit aua apontAnea voluntate, nolla coao.
tione preeedente, quod ipse foit receptus per quondam fratrem Cuignonem
Ademarii '|, magnnm provincie preceptorem, VII vel VIII anoi sunt vel circa,
■) Prooö« des Templiera I, 184, S79; II sehr oft.
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844 Templeq>TOiesse.
in ecclwia domus Tenipli de RkharenchiB ') presentibna trstribiu Poiilio d*
Aleiiano tnnc prM«ptore dicte domus Bichsrenchonini, GoiUeImo Augerii.
RaTmnndo H&lisangniiiis, Borralo de (Irainhuio preceptore Aniciengi nili^
bna et plaribuB sliid, et tunc ad mtudatain dicd magai preceptoria, coi «o
fuit BUBDB reaiBtere, cum esset frat«r domioi Giraudi Aodemarii douini ni
earnalis, et quia sibi dixent et eomminatni) fuerat, ' quod ea, qne nderat
fieri in oapitnlis, et ea, qae mandarentur sibi fieri, non revelaret alieni, rt
ai faoeret, poneretor in tali loco. qnod niinquani Diagin videret «olan Tal
Innaio, abnegavit domionm Ihesum Chriatom, beatam virgiDem matrsm räu.
omnea aanctos et aanctaa Dei et eoniin opera, eo qnod dizerat sibi magaoi
preceptor prcdictoH, qaod Ihesna Chriatua non fuerat Tema Dena neo enci-
fixoB fnerat pro aalute bamani generis. aed fuerat qaidam fatsns propbeU
pro Bois Bceleribna eracifizna, qaodqae non debebat babere apem salTatioDiB
per ipoam habende, qaia eum aalrare oon poterat, uec etiam credere dab«-
bat in ipsam aed in qnoddom ydolam aive capnt, qnod erat ibi preaens. it
qnod ut aibi videtnr dnaa faeies et dno cornoa parva habebat, qnod ydolan
aive cspat ad mandatuin dicti magni preeeptoria adoraTit et flexia geoibw
reverentiam sibi fecit. et aubtos faciem oscDlatng fuit illud petena ab eo, nt
ipanm salvaret et quod bonnm sibi faceret, ita qnod poaaet in hoc monda
vivere cum houore, et dictum jrdolnm aive capnt respendit eidein, qnod nki
bonum faceret. Deinde ad eiuadem magni preeeptoria mandatnni qinil aoper
erucem ibi poeitam, in qua erat ymago Ihesn Christi fonnata et anper mdi
minxit ae ipeam pedibae conculoavit et eam per terram eom qnadara «ot'
dnia, com qua erat ligata, per tres paasns traxit in vitnperinm Ibesn Christi.
luteiTogatua, si tempore dicte aae receptienia aliquie oatna ibidem
appamit, dizit, qnod sie, qnidun eatna bmnna, cui i'pse revereotiain flaiia
l):eDibna ezbibnit et ipauin adoravit, et ab eo petiit, qnod ipanm iararet •<
valeret eidem, et niehilominuB ipanm catum osculatna fuit in ano ad mu-
datnm nia^i preceptoris predicti. De aliis antem fratribns, qui recipieban-
tiir in ordine ipso, dixit, qnod credit, quod communiter et nbiqne reeipercB-
tar eo modo, qno ipse fuit reoeptue, et ea facereat, qoe ipae fedt.
De biis antem postmodum doluit et penitnit et fait confeaaua cnidav
fratri capellano dicti ordinis, qui ipsum de hiia non abeolvjt nee penitentiani
«liqnam aibi dedit Postea vero non Aiit de premiaaia alicai confeaana, qnii
hoc facere non fuit ansna.
Subsequenter petiit beneflcinn absolntionis etc.
Snper eiadem XI articnlia.
Die X2y Aprilis.
LXVU tostis. Frater lordanus de Faloono de Valriaco, V'aaion»ni*
diocesis, aerviens dicti ordinia, iuratnii ut proximna. interrogatns super i»
dem XI articülia soa spontaaea voluntate. nnlla coactiane precedente dixil,
qnod, cum ipee fuit receptus per qaondsm fratrem RiperUun de Podio tnac
niagDum precept«rem Prorincie, locum tenentem in eeclesia domus Tani|>li
de LuDB Diensia dioceaia, XVIII anni sunt vel circa, pToeentiboa fratriboa
■| Pro4^ des T. LI, 374 in cemitatu de Venioio.
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Nr. 1S6, (1308? 1810?) April bis Juni. 345
circa nmnenim VI, qaorani nomiDa dixit se ignorar«, kd mBodatam dicti
preceptoris dicentia aibi, qaod Iheaua CbriBtoa Don fuerit vemB Deiu B«e
pro Balnte hmnsni generis cnicifixn«, aed faurst qnidam faUas propbeta, qui
cmcifixoa faerat pro auia Keleribus. qaodque non debebst habere spem aal-
vationis habende per eum oec in ipaum credera, abnegavit Dsnm Iheauin
Chrietmu, beatam Tic^inem eins matrem, omDeaeimctoaetaauctaaDeieteoruin
Opera. Deinde epuit et minxit aaper cnicem, que erat ibi ante altare in
terra pomta, in qna erat ymago Ihesn Chrieti depicta, et eam pedibna coa-
calcavit et p«r temun cnm qnadam cordnia ligatam per llt vel lll[ poaaus
traxit, et aoper eain naUe poaait aedendo super eam in Titnperiam Iheaa
Christi. Dixit etiam, qnod alii Iratres ibidem preaentea aupar ipram erucem
apneniiit et minxeront, ut sibi osteoderent, qualiter ipee hoc facere habebat.
Intam^atna, ai, ex quo Ifaeaum Christam abnegavit, aibi dictam fait,
in qnem credere debebat, dixit, qood sie, videlicet in qnoddam ydolam ai've
Caput, qnod erat ibi in qaadam feaeatra quodqae hahrbat doss facies, qood
ipanm aalvare poterat, et tnno ad maDdatum dicti preceptoris eidein ydolo
aive capiti ae inclinavit et flexie genibaa re*»reittiain aibi focit ac ipaum
adorsrit.
Interrogatns, ei aliqnia catus in dicta saa receptione apparait, dixit,
quod aic, quidsm catns oiger, qni ee posuit iuxta ydolum predictam, cai
revereotiam fecit, et ipaum flexia genibue adoravit et nicbilominaB ad mau-
datam dicti preeeptorta predicts äeri facientis ipaum catum osculatua fuit
De aliie anlera fratribue, qni recipiebantur in ordine ipao, dixit, quod
credit, qnod commnniter et obique reciperentur eo modo, quo ipee fuit re-
ceptna, et faceront ea, que ipae fecit, et aic vidit fratreni Olivarium, qui
est csptus hie in Castro, recipi apud Basyaiiun per fratiem Bamurdam de
Rocca ') magnum preceptorem nunc Previncie.
äubaeqnenter petiit beneBcium absotutienis etc.
Saper eiadem XI articulia.
Die XXV Aprilia.
LXVUI teatis. Frator Oliuariua de Viraoo, dioceais Vivarienais, aer-
ri«iM dicti ordinia inratoa nt proxirnns, interrogatua super eisdem XI arti-
culia sna spontanea volontat«, nuUa coactiene precedente, dixit, quod ipae
fuit receptna per fratrem Bemardum de Rocha nunc magnum Provincie
preceptorem in eecleaia domua Templi de Roajrsio, V anni erunt in feste
aaacti Michaelis pruzime ventnro vel circa, preeentibna fratribns Quillelmo
de Bocha milite, lauaersndo de Pluiaolie et pluribua sliis, de quorum nomi-
niboB dixit se non recordari, et tunc tradito aibi mantello dictua preceptor
preeepit eidem, qood ipae abnegaret Ihesnm Christum et bentiun virginem
eina matrem et omnes sanctos et sanctas Dei et eomm facta et opera, et
quod spueret ao mingeret super erucem ibi in terra poaitam, in qua erat
ymago Ibean Cfariati, et qnod eam pedibus concalcaret, ac per terram tra-
beret, et alias vitnperaret eandem, dicene idem preceptor, qnod Ibeaus Chri-
') Procee dea T. U, 159.
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S46 Templarprozesse.
atns non fuerat veras Deue, nee ille, qni etiam dic«b«tar cnidfixns pro n
denptioDe hnmsni generis, nee in eum debebnt credere sed in qnoddtin
ydoinm aive i-&pat, qaod erat ibi preaencioliter in qnadBin feneBtra et ba-
bebat tantom unam faciem, ut aibi videtnr, et per illnd ydolmn deMut
saivsri, ut idem preceptor aibi dicebat. Cnm antein idera frator OliouiBi
esset de liiis multoiD perterritua ut stupefactua tandeni, quia aibi dieton
fnit, quod ipBuni predicta faiere oportebat, abnegavit Iheanm Christnm, bei
t«ni virginem nius metrem et omnea sanctoa et sanctas Dei et eorum bcU
et upern. Deinde apuit et niiaxit saper craceoi et eam cam pede impcfnt
et postmodiim eam per terram trazit aliqaantuluni et aÜam ae assctant
super eam.
Interrogatna, si predicto ydolo sive capiti reverentiam ezhiboit nl
ipeam adoravit diiit qaod eidem se inclinavit et Bertis geoibn« raverMtiim
exhibnit nd maadatnm preceptoria predictj, aed ipsum alias non adorafiL
Interrogatus si aliquis catna diete sna receptionia tempore appaniit,
djxit, qnod sie, onna, qni stabat inita predictum ydolam sive cspat et Uli
cato nnllam reverentiam exhibnit nee eum adoravit, eed tantnm snndeiii
oacnlatoB fait in ano ad mandatum preceptoris predicti.
De aliis antem fratribua, qni recipiabantnr in dicto ordino, credit, qnod
reciperentur commaniter et ubiqae eo modo, quo ipse fuit reoeptoa, et ipu
UDum ridit recipi per eundem niodum, quem anpra expreasit. Credit jwnper,
qnod atiam deteriua Caceient fieri maiores ordioia, qni frstros reeipiebul.
ab aliqnibua fratribua in receptionibua eornndem, et non omaiboa omnia ce-
velabant.
Suleequenter petiit benaflcium abaolutionia etc.
Super eisdem XI articalis.
Die XXVn Aprilia.
LXIX teatia. Frater Roatagnus Carini de Bojsano, diocMis Tuia-
nensta. dicti ordinis serviens, inratus ut prosimue, interrogatna aaper dictis
51 articulie eua spontanea voluntate, naila coactione precedente, dixit qaid
ipse fait reoeptus per qDondam fratrem Ripertam du Podie prec«pfaH«ni do-
nius Templi de sanoto Egidio, tnnc magni preceptoria Proviade loemn te-
nentem, in ecotesia domns Templi de Roafs. XTH anni sunt vel circa, pe-
aentibuB fratribas Petm Duilla ') capellano, Raymonde Haliaangnuis milit«.
lacobo UoDifHcii et plaribua aliia, et tnnc ipse ad oiandatum dieti precep-
toris dicentia aibi, quod lliesus Christna non fnorat verua Dens nee croci-
üxus pro redemptione humani geneiis, eed fuerat qaidam faisns propbeU.
qni ultra mare pro auja aceleribus fuerat crucifixus, qaodque non debehat
habere epem salvationis habende per ipaum nee in eum credere, abnegaTÜ
ore noD corde. ul dixit, Daum Iheanm Christum, beatam virginem eiu
matrem, omnaa laanctos et] asnctaa Dei et opera eoram, ac epnit saper cm-
cem ibi in terra positam, in qua erat ymag[o] Iheeu Christi depicta, et fie-
xit ae mingere super eam, quod non fecit eed tust» et cum pede esm im-
'} Vielleicht eher Drulla. Vgl. Mänard, Bist, de Niames, preoree ^:
Stepbanns de Dmlla cleriona.
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Nr. 156. (1808? 1810?) April bis Juni. 347
pegit et cum maaa par terram aliqaantulum tr&xit in vituperinm Ihesu
Christi et ipsioa emcis nd predicti precsptoris mandaturn, licet invitus,
ijnia, cnni esaet clausa ecclesia et ipse esset cum dicto pt«CBptore et alüe
fratribos ibi prsdentibos et diceutibus, quod ipaum predicta neceseario facere
aportebet, timena hec fecit, et inde multum doluit et etiam in ecciesia ipsa
flevit, et in crastinnm de premisais fuit confessus predicta fratri Petro de
DroQa, qni interfaerat in predictis, qui dixit eident, quod itA erat in ordine
ipao fiari consoetuiu, et ipsnm de illis poterat abnolvi auctoritate apoatolica
per privilegia eiusdem ordinis, ut dicebat, jpenniqne absotvit el peoitentiam
aibi dedit, et eam peregit, nt dixit, eiqne dixit, quod de cetero de premissin
nee dolore nee triatari debebat, qnia ab otnnibus virtua confessionis pnrga-
rerat ipaom. Deinde oateusUDi fuit elduni quaddam jdalain aive caput, quod
erat ibi in qnadam fenestra, et babebat nnam faciem tantum, ut sibi vjdc-
tur, iozta qood ydolum aive caput erat quidem eatus uifcer, cni qnidem
jdolo sive cspitj remoto caputio, mandante dicto preceptore reverentiam
fecit, et nicfailomiDus dictam catum osculatus tuit in anu, et dictae precep-
tor aimili modo oaculatua fuerat dictum catnm, antoquain ipae frater Rostag-
nns oscutatns fniaset eundem, ut aibi oeteuderet, qualiter ipse hoc facere
deberet. De aliift vero Irstribus, qui recipiehantur in ordine ipso dixit, quod
credit, qnod commmtiter et ubique reciperentur eo modo, quo ipse fuit re-
ceptna, et quod facfirent ea, que ipse in aua receptione fecit
SnbaaquenteT petiit absolutionia beneficiuro etc.
Super eisdeoi XI articulia.
Die XXVIII Aprilia.
LXX testis. Frater Raymundus Uelisiarii miles, preceptor domus
Tempil de Roayeio, iuratas ut prosimns, iuterrogatus auper eiadem XI ar-
ticnÜB sua apontanea voluntate, nulla coaetione precedpnte, dixit, quod ipse
fuit receptuB per quondam fratrem Ronsolinnm de Fossis ') megnum Pro-
vincie preceptorem in quadam domo Tempil eancti Egidii, in qua oapitulnm
tenebatnr, XLIT anni sunt vel circa, preeentibuB fratre Alberto Blacatii ')
nunc preceptore domorum Tempil eancti Usuricii et de Aquie et pturibus
fratribos aliis, qui snnt mortui, et tunc ad mandatnm dicti magni precep-
toria diceatie. qnod Ihesus Christus neu fuerat Tems Deus nee pro salute
hnmani generia crucifixus, aed fuerat quidam falsus prophetu, qui pro auis
sceleribus fuerat craoifixua, quodqne apeni salvationis hallende per enm non
dsbebat habere, cum ipanm salvare non posaet, nee in eum credere sed in
qnoddam ydolum aive capnt, quod erat ibi in quadam fencetra, unam faciem
habens, quod ipsum salvare poterat, et illud adorare debebat, abnegavit ore,
non corde, ut dicit, dominum Iheenm Christum, beatam virginem eins ma-
trem, aaoctoa et aanctas Bei et opera eonindem. Et preterea minxit iuxta
crucem ibi in terra positam, in qua erat ^mago Ihesg Chriati formata. Non
cnim voluit spoere super eam, qnamquam hoc sibi preceptnm fuisset, et
') Vgl. Hänard, Hiat. de Nismes. preuvea 192 u. 5.
*) Albertus Blacas, locnm tenena magistri in Prouineia. Scbott-
mftller U, 31.
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S46 TemplarproMBae.
poatmoilum trazit eam per terram fere per dnos psssDB ac enm retraxit et
ad lucani, in quo erat prime, trahsndo rednsit et finxit, qaod sederet saper
eua cum buk roabs, sed oon feoit. Et b«c feoit in vituperium Iheau Chriati
et cnicis,
InteiTogatas de predicto ydolo aive capite, quotnodo vocabatar, dixit,
quod nescit, nee hoc fiiit aibi dictam.
InteiTDgatus, ei eo tempore, cam ipee fuit reeeptus, aliquis catos ibi-
dem «pparuit, diijt, quod sie. qaidam niger etans m:itA ydolum sive c*pnt
predictum. qutbue capiti aive ydolo atque cato nd tnandatum magui pre-
ceptorja predicti revereDtiem ezhibiiit st ei aupplicavit. Deinde ipenin r«'
tain oacuUtos fuit in sno.
Interrogatns, si vidit, unde catus predictns Tenit, dixit, qnod doo, sed
credit, qaad ei parte diaboli venerit et quod diabolus mset. Predictittqne
pemetis dieparuit nee ullo tempere postraodum eum vidit De alija antem
fratribne, qni recipiebantur in ordioe ipee dixit, quod recipiebantnr conuntt-
oiter et nbiqne eo modo, quo ipse ftiit receptua, et facerent ea, qne i{iae
fecit, et ipee vidit hoc de plnribue, quoa diversia temporibaa vidit recipi in
ordine eupradicto. De hüs antem, que fecerst dolens et penitens, nt asse-
ruit, fuit iitfra bidnum vel triduum cnidam fratri capellano dicti ordinis con-
fesaae et penitentiam inde recepit. Fuit etiam pluribuB vicibna capellanis
dicti ordinis de predictis cenfeesus. 'Nunqnam tainen boe volnit confiteii
alicni capellano, qni nen eseet de ordine ipso.
Sabaequenter petiit beneficium absolutionis etc.
Super eiadem XI articulia.
Die XXVHn ApriUa.
LXXl testis. Frster Gnillelmaa Hngnoloni miles, preceptor donius
Tempil de Richarenchis. inriitus ut proximus, interrogatua super eisdem XI
articulia ana spontanen volontate, nulia cosctione precedente dixit, quod ipse
fuit receptus per quondam frstrem Ronsolianm de t'ossia magnum Proviiicie
preceptorem in quadam camera domus Templi de Auinione, XXXTH nm
Bunt vel circa, presentibos fratribus GnÜlelmo de TbolosA cspellaii« et Petn
Girandi milite et Uli fratribne aliia, qni omaea Bunt mortui, nt dieit, et
tnnc, qaaedo fuit receptaa, supervenit incoDtieenti dux Brabantie ad do-
mum. ubi erat dictns preceptor, cui idem magnue preceptor exiens obriun
non mendavit aliud fieri per predictum fratrem Gaillelmam Hngnoloni eed
ipaum in crastienm mieit cum aoia litteria ad preceptorem domus Templi
Ricfaarencorum et mandavit eidem, quod, cum idem frster Guillelmiu non
feciaset es, qne debebat faeere, quoil ipse fsceret enm üeri, et tnnc dictns
preceptor Ricbareocorom iuxta mandatam a dicto magna preceptore siIm
factum, eundem fratrem Gnillelronm et alios fratres, qni erant in dicts
domo, ad ecclesiam eiusdem domas Tocavit et ibidem ipsi fratri Guilleraio
precepiti quod abnegaret Ihesum Christnm, eins matrem et opera eorandem,
et spueret super crucem ibi in terra poaitani ao tnheret per terram eMt-
dem, dicena idem preceptor, quod Ibesos Chiistns, cnins jmago erat in
dieta cnoe depiots, non foerat verUB Dens, sed fnerat qnidam fabns pro^eta,
qui non pro redemptione bumani generia, aed pro anis sceleribna fnetat
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Nr. 156. (IS08? 1810?) April bis Jodi. 349
cracifixtM, quodque non debebat babere Bpem ulvationia habende per ipsam
n#c in eum credere. Cnm antem idem fratsr Gnilislmus Hngoloni predicta
fac«re recnuret, dictos preeeptor Riebareocorum dixit eidem, qaod necesiario
predicta ipsuni facere oportebat, quod niai faceret, infortuniam veniiet
eidem. et baue ipae biis peiterritna abnegavit invitiia et dolens et ore. non
rorde, nt dicit, Ibesnm Cbristnm et beatam virginem eine matrem, ae ipao-
rum opeta et spuit super ipsam orucem et traxit earo aliquantulum per
t«rr>in] et poBtmodnm ad locum auum trahendo reduxit. Et hec tiebant in
vituperinm Ihesu Cbristi et ipsins craeis. Interrogatas, si tunc dictam fnit
eidem, in qoem crederet et per qnem aalvari deberet, dixit, qnod sie, in
quoddam jdolum sive capud. quod prat in «cclesia predicta in quadam
frnastrn. Cui qnidem ydolo sivt) capiti ad mandiitum dicti preceptoria
»Hpplieavit el »e incünavit eidem, Ipae tarnen, ut dizit, nanquam fidem
liabnit in ipsum ydolarn sive eapat nee cre<lidit in ipsuin. Interrogstiis.
»i aliqnis catus appamit tunc, quando ipee fecit predicta, dixit, quod sie,
qnidam bmnoe, qui erat ibi aubtns ydolnm, quem non adoravit, ut dicit, nee
rcverentiam aliquam aibi fecit nee ipsiim extitit osrulatua. De sliia autem
rratribns. qni recipiebantur in ordine ipso, dixit, quüd credit, quod cominu-
nit^r et ubique reciperentur .eo.mod». quo ipae fuit receptus, et fecerunt ea,
que ipse fecit, et ipse vidit duos recipi per quondam Fratrem Guignonem
Ademarii, qui similia fecerunt, dnpbas etiam, quoa ipae recepit, endem
tieri fecit.
Sabseqnenter petiit b«neficiuin absolatioDis etc.
Snper eiadem XI articulis,
Die ultimo Aprilis.
LXXII t«sti8. Frater Petrus Scgron de Valriaco. Vaaionenaia dioceaia.
nerriens dicti ordiniü, turatus ut proximus, interrogatus auper dictis XI arti-
culis Bua apontanea voluntate, nnlla caactiene precedente dixit, quod ipae
fuit receptus per quondam fratrem Ouignonem Ademarii magnam Provincie
preceptorem in encleaia doinua Tsmpli de Koaysia. VIII anni aunt vel circa,
preoentibna frab'ibua Guillelmo Uuguoloni preceptore Richarenchorum, lor-
ditno de Falcone et sliquibus aliis, de qnibns non recordatur, et tone ad
mAudatum dicti preceptoria dicentis, qnod Ihesue Christus non fuerat venia
Dens nee Dei filiua nee pro aalute humani generia crucifiins, aed fiierat
quidam falaua pnipheta, qui fuerat nltra mare pro suis sceleribus cmcifixus,
quodque non debebat habere spera salvationis habende per ipsum nee in
[ipsum] credere s«d in patrem omnipotentem et in quoddam ydolum aive
cAput, quod, nt sibi vldetnr, diias vel trea faciea habebat, et ipsum adorare
debebat, abnegavit Dennt Ihesam Christum et beatani virginem ejus ma-
trem, deinde spait inxta rrucem ibi in terra positam, in qua erat ymsgo
IhesD Christi depicta. Non enim voluit apuere super eam, quamquam hoc
per dictum magnum preceptorem preceptum fniaset eidein. Postmodum au-
tem manu eam accipiena traxit eam per terram per duos vel tres paasus,
aed noD miiixit aaper eam neo ipsam pedibas conculcavit. Et predicta fecit
ad mandatum dicti preceptoria in vituperium Ihaau Christi. Dixit etiam,
quod tunc dictus preeeptor anper eandem crucem spuit, ut sibi ostenderet,
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850 TemplerprozesM.
quttliter hoc fscere baberet. Interrogstua si dict« roceptioais siie tompon
aliqais catus ibidem apparuit, dixit, quod sie, quidam niger, qai erat iaiti
dictum ydalum, et circnibat illud. Inteirogatas, ei jdolum vel capnt pn-
dictam vel dictum catam adoravit vel reverentiam eisdom exhtbuerit. dixü
quod predicto ydolo aive capjti remoto birreto Be jnclinavit et ei grau
flexit. C&tain vero noD adoravit nee reverentiam eibi fecit. Interragafa»
de predicto cato. quid erat val unde venerat, dixit, quod nescit, ate nin-
qnan postmodam ipeain vidit. Interrogatua de illo fdolo. si postes ipsnm
vidit. dixit, quod DUnquam poatea ipsam vidit nee seit, qais ipenn OuUi-
diebftt vel quid fnctam fuerit de eodem. De alÜB vero fratribtu. qni n-
cipibbflntar in eodem ordine, dixit, qnod credit, quod coramonit^r et abiqi»
reciperentUT eo modo, quo ipsp fnit receptua, et facereot ea, qne ipse Wit.
Snbseqaenter petiit, beneöcium abgolutioDis et«.
Super eisdem SI arb'cuÜB.
Die primo mensie Maii Miiii predioti.
LXXIII tastie. I'nter Huguo Gajaennoa de Cresto, Vaeioaensis dio-
cesis, scrvienB dicti ordinis, iuratUB ut proximas eoqun, cum ttosden >rti-
ca)os pro mniori parte negasset. questionibus eappoeito et babito post iUas
congruo intervallo, interrogatns snper eisdem XI artieulis, dixit, qnod ipsr
fuit rer«ptus per quODdam fratiem Hn^onem de Hont«n>tundo tnne pre-
ceptorem dnmiis Tempil de Borleta in ecciesia dicte domus. XVI anni sunt
vel circ&g preaentibus fratribua Petro Hnrteysut, Est«rto de Cftpella et pln-
ribus aliis, et tunc mantello aibi tradit« per preceptorem predichim Idem
preceptor precepit eidem, quod ipse tbnegaret dominam Ihesum Chriebim, eiuB
matrem et sanctos et aaactas Doi et opera eorundem, diceiie dictns pre-
ceptor, quod Iheaua Chriatua non faerat vems Deus nee Dei filins d«c
passuB aea cmcifixna pro redemptioae humani generie. sed faerat qnidsRt
faUua proplieta, qui fuerat cmcifixna pro aula sceleriboa ultra mare, qnod-
que non debebat habere ^em ealvntiunie per ipanm habeads, com eun
anivare non poaeet, nee etiam in ernn credere Hed in qaoddam ydolom sivc
capnt, qnod erat ibidem et IIU facies habebat, et illnd adorare deb?b*L
Precepit etiam sibi, quod spueret et miageret soper erucem ibi in lam
poaitam et eam per terram traheret ac super eam ae asaetaret ia vitnperiaix
Ihesu Chriati et ipsiua crncis. Cum aat«m idem frater Huguo omnino pre-
dicta Tacere resncaret, tunc fuit n fratribua ibi preaentibuB crudelit«r verbr-
ratuB, its quod de ipsia verberibns per XV diea et ampÜDS sibi senait. Tnoc
vero hÜH perterritus coactna et invitua, ore non corde abnegavit Deoin
Iheanm Chriatum, heatani virginem eine matrem, sanctoa et sanctaB Dei et
opera eorundem, et auper dictam crucem apnit et minxit et eüam aliquin-
tulum per terram trazit et auper eam com tota ranba aaa ae aaaetavit in
vituperium JlieBu Cbriati et ipsiuB crucia, dictoque jdolo birreto amoto m
inclinavit et flexis genibus reverentiam aibi fecit et ab eo petiit, ot bona
aibi faceret. Interrogatos, si nliquem catam vidit ibidem, dixit, qnod
flic, unum, qui erat ioxta y dolum predictnm, cui ad mandatnm dicti pi»-
ceptoria reverentiam exhibuit et ipsum fnit oaculatus in ano. Intenop-
tns ai BCit, unde dictna catue venerat, vel quo ivit aut quid erat, diiit.
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Nr. 156. (1808? 1810T) April bis Jnni. 351
qaod neacit, node vene»t, ttat qao ivit. credit tarnen, qaod esset dikbolus
in speeie cnti.
InteiTogatas, si sue receptionis tempore npparuerunt ibi alique mu-
licres, dixit, qaod sie. Interrogatus, »\ ipse vel aliqui ex fratribna pec«n-
vemnt eam illis, dixit, quod non, qaod ipse viderit.
Int^Togatus, si credit, quod iilo niuiieres essenl vere mulipres. dixit,
quod Don, sed credit, qnod esaunt dinboli in npecie eamm, cum, si easent
vere malieres, mii putuisMot intrare loeum, in quo ipae et alii fratres arant,
cnm isnne eaaent niDltam bene firm»te. De alijs autem fratribus, qni re-
cipiebantur in ordine ipao credit, qaod reciperentnr ee modo, quo ipae fuit
receptua, et qnod fncerent en, qne ipae fecit, et Ipse vidit V rccipi almili
modo et ea per eos fierl. qde ipse fecit.
SiibsequflDter petiit beneficium abaolationis etc.
Super eiadem XI srlicnlis.
Die ultima Aprilia. ■)
LXXIlll testis. Prnter Huguo FjauBeril de Montesecaro. dioceaia
Trienatrenais. aerviens dicti ordinia iuratua nt proximus. interrugatus super
XI articulis sua aponte, nulTn coactione preredente, dixjt, quod ipse fuit re-
ceptua per quondam fratrem Raymnndum Chambarati tnnc preceptorem
domna Tempil RicharencUonim in eccleaia domus eiusdem XXXVI anni sunt
vel circa presentibna fratribns plaribus qui omoes aant mortui, et tnnc
dictae preceptor precepit eidem, quod abnegaret Denm Ibesum Christum
et eiuB matrem, et aanctos et snnctas Dei et opern eorundem. dicens idem
preceptor, qnod Iheaus Christus non fuerat venu Deus nee Dei filius nee
pro Saint« humani generis cnicilixus, sed fuernt quldam falaua propheta. qai
eracifixus faerat pro suis sceleribus ultra mare, quodquc non debebat habere
spem salvBtionii4 habende per ipaum nee in cum credere, sed In quoddam
ydoluin slve Caput, trea, ut elbi vldetur, vel qaatuor faclea hahens, quod
erat ibI pres^ns. Precepit etiam aibi, qood spaerct auper cmcem aibi ibi a
dicto preceptore oatensam et miogeret super eam et per terram traheret ac
pedibus conculcaret in vituperium Ibesu Christi et ipsius cmcis. Cum aut«m
idem frater HagDo hec fpcere recnaaret. fratree Ibi presentes Ipaum trahe-
baut ad pnrtem et eum inducebant modls omnibua, qnlbns poterant, nt pre-
dieta faceret, minaaqoe intnlerunt pidem, quod nisi predicta faceret. Ipsum
verberarent et In carcarem ponerent. Rt tunc idem frater Huguo hila per-
territua, et quin dicti fratres dicebant sibi, quod ipsum predicta facere
opcrtebat, abnegavit dominum Iheaum Christum et beatam virginem eins
matrem omnesqiie aanctos et sanctas Dei. sc eonim opera. Deinde spult
ac mlnxit super cruceui ipaam sc postmodnm per mnuabrium ipsins lllam
accIpienM eam aliquantulum per teiram traxit et etiam cum pede impegit
et percaesit eandem ac cum totu sua rauba se aaaetavit super eam in vitu-
perinm Iheau Christi et crucis.
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S62 Templ«rproiMM.
InteiTogataa si predioto ydolo uv» capiti revenDtiitm fecjt vri ipnmi
adoravit, dixit quod amoto birreta se iDcliDSvit et aopplieavit eidem. Aliw
ipiam »an sdomvit.
lutorrogatus, si dicte ene receptionie tempore nliquis catm appiniit.
dixit, quod aic, qnidam albus, cni uulUm aliam reverentiani exbibait, wd
ipaum ad maudatna) dicti preceptoris osculataa fuH in aao, et neaeit inler-
rogatua, uade venarjt vel quo iverit, nee die ipaa postnodDin vidit eam, aed
alias b«ne vidit et . . . ai fratres present«» epnernut auper crncaB val alia
fecflrnnt ipsi cruri, . . . qne ipse fecit, [dijxit, quod non, sed [idj)qui aoraie
bene oateudebaut aibi, qualiter predicta facere deberet. De aliia vero fn-
triboB. qui reoipiebantur in ordine ipao, dixit. quod credit, quod TKipereDlor
eo modo, quo ipae fuit receptua, et facerent, qne ipse fecit, et vidit, quod
hü, qai in eiua preaeutia reoepti faerunt, modo predicto fuerant reeepti, quo
ipse Tuit receptua et feceniut, que ipse fecit.
Siibsequenter petiit beneficinm abBolutionia etc.
Snper eiadem XI articulia.
Die IUI Hau.
fiXXV teatis. Frater Qaufridns de Patraviridi milea dicti ordiaii.
preceptor dorons Tempil de ßna, Foroinliensia dioceaie, iuratns nt proiinns
et interrogatua auper dictia XI arti cutis dixit sua apoutauea voluatate, nalla
coactione precedeute, quod ipae fuit receptua per quondnm fratrem Ferra]!'
dum AKoDcii preceptorani domua Tempti de Caatroalbo, Colimbrienaia dio-
cesia, in qnadani camera dicte domua in Portngalia, XXXIIII anni soat <rel
circa, presentibus V vel TI fratrihua eiusdem ordinia, et tunc ad maodatom
dicti preceptoris diceatis aibi, quod Ibeaus Cliristas non fnerat venu Deus
nee Dei filina nee pro rederapttoue humaui generia craciftxua, aed quoJ
fuerat qnidam falsna propheta, qui pro suis aoeleribas crucifiius fuerat oltn
mare, per quam aperare qod debebat salvationem habere nee in eam credeir
aed in quoddam jdolum, qnod erat iu domo maiori dieta preceptorie. qiK
vocatar Tomar, quod qnidem ydolnm paterat eam aalvare, a[b]itegavit dk
non corde Deum Iheaum Christum, beatam virginem eine matrem, aanctos
et aanctaa Dei, et opera eorundem, dainde spuit^iuxtii orncem ibi in tem
poaitam, in qua erat ymago Iheau Christi depicta, et Bliquantnlnn per
terram traxit in vituperium Ihsau Christi, non miniit snper eam uec ipMin
pedibuB conculcavit. Non vidit dictnm jidolum poetmodum nee aliqnod in
aua receptione, quod recolit, aed disit interrogatus, quod in an« receptionr
vidit catnm apparere, cui nullam reverentiam fecit, qnia aibi dietnn non
fuit, aed ipaum oacnlatua fiiit in dorao, nee ipaum voluit Mculari in Uh.
quamqnam hoc aibi dictnm fniaeet
I nlerrogatoB, si vidit umquam aliquem fratrem fieri in dicto ordiM,
dixit, quod aic, unnm in Acon per qnondam fratrem Guillelmnm de BsUmoco
tone magnum mogiatnim dicti ordinia, et fuerunt in diota receptiooe C fn-
trea militea et alii, ut aibi videtur, präsentes vel circa, et tnnc ille. qni fuit
receptua ad mandatum dicti magistri fecit abnegationea prsdictas et alii.
que ipae in sua receptione nsaeruit ae feciase. Tnnc etiam erat ibi prewas
quoddam ydolnm sive capnt, cni ipae et alii frabvs reverentiam fcctebaat,
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Nr. ir.fl. ;130SV 13Kt?) April l>is .liini SöÜ
rl ae inrliiiiilutitt. Dixit otiHiii. quinl tuou appuriiit ihi qiiidani ciitus .st^n»
l'rupc jtlalum prpJk'tiim, quem utrutn illü. qiii tiino fuit n'0(>|>ti]!<. (»riilntuK
fiicrit. DOn vidit, 4|uin ipse stabnt a remotiH.
InterruRatua si lemporr sue roroptioniR htiI lumpiiru rcceptioiii» illiii»,
ijiii>ni vidil recipi in Acon, npparuerunt atique iiiiilii>re8. ilixil. (iiinil iioii in
receptiooe soa. »eä in receptiune Hlterins de Acnn viilit apparrrc iisque ml
VIII mnlieree. qiie portiibant niKr»^ inantHlDs iu rnpitllms iuKln morem
malierum illarum partinin. Unde antem vel per qiiPiti ImMiin vetiissent.
igtiorat, Dtc vidit. quod aliquis pncavcrit lum Hndcm. Üe tilün Hiit«-ni
fratrihiis. qui rfcipit'bantur in orditi» ipso, dixit, qiii>d i-r»ilit. c|iiiiil comiiin-
iiiter et abiqae rei'iperentiir co modo, qiiu i|iHO fuit rcrcpliis, vt tiiocreiit,
i|Ue ipse fecit.
Snhseqnenter petüt absnlutinnis bt-iietirium ptr.
Siippr eiadem XI aitifiilia.
Die VI Mali.
IiXXVI testia. F'rrtter (.ialterus de Nunngerlo diitli urdinie milcR, pri>'
replor domun Tpmpli de (Ihamhaiellu, LriiiovicenMia diocesin, iiiratu« ut
pmniniua, eoque, cnni fero iimni'a articulox anten nefinsMet, qriesl.ionibiiH
Mippotiita taniquam »uapeclu. ^t hnbilii podt illns ciingriio intervnllo. jtitPr-
i'igatus aitper ilirti» XI nrliniilU dixit, qiKxl ipsc fuit i-eceplus per qumi-
Ham fratrem Fraaconeni de IWo tiini; prM'eptorfni dnmiiK IViiipli di- Palatio,
iliftp Lenioviceneiit dioceai«. in quiidaiii cnineni dietf domus. XXVIll anni -
'^iint et plus, presentibnn VI frntribus. Kl tiine nd mandatum dieti precep-
toris direnfjs, qiiod Ihesim Chrl«tUB nun fuerat venia Denn nee Del filiiis
ri«c pro aalotf human! generifi enicilixiis aud fuerat qiiidani ThImi» proplictii,
'|ui pro suis iceleribus rrurifl^tua fiiemt ultra niiire. nee di'lioIiHl. apeiii
haWrc aalvationlK p«r ipsum hnbeodf nee in cum eredere sed in qimdduiti
ydolam aive capnl. quod eritt in qnndnin banea ibjdi-ui. nliru'Kavir i>n- nun
vurde DeDm Ihesain Chrislnni. Ii<'iitani virKineni eins iiiatrom, »HlI':tll^ et
Haoclus Dei et opera eoruni. dictoque _vdolo reverentiam rccit supplicandii
i'idem. spuit )n:itn crueem ibi iuxta qiiandani linnram in terra pii«itHMi. in
•|un erat ymnKO Iheati fbrinti depicla. et onm cum qnudnn) lilo, cum [pin
>-r»t ligalfl. per lerrniu traxit pei' diuiH vel tros paasu'* t't Iraliendo i'aui nrl
liieum. ubi erat, i-eduxit, siukt r-i\ni vero iion minxit nee eam pedibus cou-
ruicavit nei; alias vitupenivil eiiudi'n>. Kt hoe sibi prceeplri fnemnl fi«ri in
vituperium Uieaii l'hriati. IntiTruaHhi«, si dicte receptionis nue tempore
iiliquis ratiiH ibi nppnruit. dixil. quod sio, nnu.i »Uns prope dirtuin ydoluiu.
quem in nntibus i-xtitil oaculatiiR. ncaeit tarnen, unde venissct. aut quo ille
ivissel. et credit, qnnd e^set. atiqirn mala rea. Do alÜ!« verii frutribns. qui
rpcipiebartiir in ordine ip^n, dixit. quod credit, qund communiti-r et iibiqii..
reciperentur e') modo, qno ij^e Fnit rereptiio, et fnceveiit. qiu- ip-^c ti-cit, ct.
ip'<c nnum simiti modo i-ecipi vidit.
•*'iibse<juei)t.er jictiit nb!^oliit innig beiieticiuni et€.
iLCD, Google
854 Tempi erpr<fflcssi>.
Siippr eifidem XI urticillis
Die VI Maü.
LXXVN testis. l'VRter Gnillelinns Raybaudi dicti ardiuit: Mrviciri^
]irecoptj>r domiia Ti>inpli d<> Liinacifl, Aquenats diocpais. iuratas ut proiimDv
soque. cum fere umDes nrtmiilos anten negans^t, queationibns soppoiii"
tamquani suspecto, et hahito posi iltas eougnio intervallo. ioUnt^itns
snper dictis XI artinilis. dixit, quod ips«' fuit iw^eptas per qaondiin fntnin
Ärt«ldiiTii do Bcllomonte miliUm ejusdum nrdinis ultra mi>re in damu Tempil
Gnstinn. Nicufiienstis dioceeie, XX Mini sunt vel circn, preüpntibns V fraiH
biw vel circB, et tunc eo recepto ft mantello sibi tradjto per predidara
fratrem A. idem fratcr A. mandatnr nd regem Cipri. Acceasit. iiil aliud na--
teniporifl facieoa Seri fratri (i. predictii. Poatmodum aiit^rn [II wplinani^
vei circa elapsie Trater JanbertiiB preceptor. ut credit, domaa Templi hVn
aiensis ad mandatum predicii fratria Ariaudi precepit eidem fratri i!. prr-
aentibus ibidem V fratribas, ut Deam, beatum MariHin eius inatrem, onDit-
nanctva et sanctas Dei abnegnret. spuurel auper crurnni ihj positam, in qni
erat ymago Ihesu Christi depicta, et eam per terram traheret, dic^ns. qoo-l
ille, qai cnicifixua fiierat. non erat Dcus. a^d fnerat qnidam fnisos propbfti.
qiii pro suia aceleribiis ultra mare fiierat cnicifixua. quodqne apem silis-
tionis habende per ipanm habere noii delipbat sed in qu^ddam j-dnlum *\i'
Caput nigmm, quod erst ibi in qundam bauen, credero et ei reverenliim
fncere debehat et ipsuni honorare, qula iiiulta liona habere poterat ab eodf».
(^um niilem ab initio ipite frater (i. predicta farere reeusaret. finaliter ^1'
dictum fnit, quod ipsum neccBsario facere oporteliat predicta. Et lunc rp-
abnegflvit nre non corde Ueuni. bentum virginem eiu»i uiatrem, omnra Hnct'<-
et sanctns Dei, et ileiude tinxit ae spnere versus cniceni, aed nnn spoil. «
postmodum eruceni ipaani manu accepit et de loco, ubi erat ad locn«
alium reportavit, aliter auteni per terram non ttaxit eam. Diclo iosopf.
ydolo anioto bin'eto reverentiam fertt et quendam cflt«m il>i appareoteni t'
stantem iunta dictum ydolum oaculatus fuit in dorso. non enim ipRum ■'
nun voluit nsculari, quaniquam hoc sibi dictum Tutaset,
De a1iis autem fratribna, qut recipiobautur in ordine ipsn. dixii ^
oredere. quod communiW et uhique reciperenfur eo modo, »jnn ipse fnir
reeeptus, et facerenl, que ipse feril.
Suhaeqiienter petiit beneficium nbsolutionia etc.
Super eiadem XI articulia.
Die Villi Maü.
LXXVIM teatis. Krater Bemardus C'ameli dicli ordiois serviHB
iuiatua ut prosimua, inteirogatns auper dictis Xt articulia dixit soa ^p»»-
tnnea vninntnto nulln coactiune precedente, quod ipae fnit receptu» p^i
quondain fratrem Pontium de Broseto ') magnum Provincie pt*ceptiffe»i '"
eccieaia domna Templi aancte Eulalie Ruthenensia dioceaia. XX anni '"''
vel circa, preaentibua fratribiw Bei'nardo de Roeha nune maxno Prorinf"-
preceptore. Gnilleimo Hugnoleni pi-eeeptore nnnt- Ricliarenchornm et qailM'-
') Oft genannt bei Schottmüller II, 14, 15 usw, iBrocheto, Broet"
izecDy Google
Nr. im. (1308? 1810V) April bis Jmii. 35fi
äaro »Ina circa XX. Et tiinc ad niandatain dilti frutris Puntii dicvutJH. qiuxl
IhesDS Christus non fuerat verns Deas nee fuerat pro salnte humnni generis
cracifixDS, sed fuerat guidam falsua propheta, qui crurifixns fiierat pro suis
so^leribns ultra marf, qnodque non debebat habere spem anlvstionis per
ipsom habende nee creder» in eum »ed in quoddam j'dolum, quod erat, ut
sibi dietam extitit, ultra inare, et in qaoddam aliud ydolum. quod erat ibi
preaens in qnadam baura copertum de »indato ruhen, abaegavit Deum
Ihesiiin Chrietam, beatam virginom oius matreni. omoes aanctos et sanctas
Dei et opera «onindeni. Deinde ad eiusd^m preccptoris mandntuin spnit
rersns cnicem ibi in terra ponitam, in qua erat ymago Ihenii ('hristi de-
picta, et finxit ae mingere snper cam, sed non fecit. licet hoc sibi dictum
fuisset, et etiam oiiiti pede concnicavit et Iraxit aliquantuluiii per lerrnm,
et faec liebant in vitaperinm Diesu Christi. Interro^atns. ai dicte sue recep-
tionis tempore vidit ihi catnm aliquem apparere. dixit, qitad nnum stanteni
ivxt« ^doliini predictum. tui qnidom ydolo iuxtn eicisdein precepturia man^
datnm gennllexo reverentiam fecit et snpplicavit eidem ac dictum CRtnm
oscnlatas foit in ano. Interrogatus. ai tunc. cum fuit receptua apparueriint
ibidem nliqn« mulieres. dixit, qnod sie. tres vel quatuor, Interrogatos. si
aliqni ox dictis fratrlbua peccavenint cnm dictis mulierihua camaliter. dixit,
quod non, qnod viderit.
tnterrogatns, si »ciebat, unde dictus cntns aut dict« rauUerefl veii«-
rant, ant quo iverant, vel quid esaent. dixit. quod nesrit. sed credit, quod
easent mali epiritne sive male res.
InterrogatuB. ai statin) cDDi predicta aibi mandata faenint, va fecit
volnntarius, dixit, quod non, donec oi dictum fuit, quod hec eum facerp
oportebat, et nisi faceret, in carcere poneretur. et tnnc ipse hiis pertcrritiiH
ferit predicta.
PoHtjnodum vero de hiis dolens et penitens confessus fuit primo cui-
dam fratri capellano dicti ordinis et poabnodnm cnidam fratrl ordini» Vre-
dicAtorum et ah ipaia penitentiam inde recepit et eam peregit.
De alÜB Tero fratribus, qui recipiebnntur in ordine ipso, ilixiC. qiioil
credit, quod reeiperentur eo raodo, qiiu ipse fnit receptus. et quod facerent
e*. que ip«e fecit. Et illi, quos ipae ridil reeipi, simili modo renepti fuemnl.
et illa, que ipae fecit. ipai feceraiit,
Rnbsequenter petiit beneficium absolutionie etc.
Super oiadem XI articalis.
Die XV Maii.
LXXIX teatis. Frater Vitalis de Chardacio de Äniti». frnter preR-
byter dicti ordioia. iorntns ut proximus, eoque, cum fere omnes articulos
ante« negasset, qnestionibus »iipposito tamquam suspecto. et babit« post
Ulas congruo intervallo. intcrrogatns super XI srticnliM. dixit, quod ipse
fuit receptus per fratrem Huguonem de Peyraudo visitatorem domiiü Tempil
Francie in ecclesia domus Templi de Chamhono ') ClaromontenBia diocesis^
VI vel TU anni erunt die dominica ante featnm proximum pentecostea.
'I Procte dee Templlers II. 43: d. Tempil de Chambo Claramoutensis d.
23*
izecDy Google
HitÜ 1Viii|>lfr|>rij/.i-tsc.
{iresentu frulri- UfitiHiiil» •\k ^artißJH 't militc, i't X hIüm frHtrihuE, et tnnr
diettiM viititntor [trerepit üideni. quod uljneKaret duniiiiiim Ib^snni ('brntin
ilirpFis, quod IhcHus Christus mm fnprnt verue lleuH nfv prn re<leiDptkur
liumnni k^k'*''''* crucjlixus. scd fiienit quidnin falsiis propheta, qai ultrj
inftrt! (-riic)fixua fuernt pm »i;eleribu^ auix. quodqut- non ilebebut hibwr
Hpem »nlvatiüniH linbeiidu ptT IheHnm Oii'JBtuiii n^c in euin rredere «ed in
iiooddnni yilolum hIvc i-Hput. ijood emt ibidem, UDam fitriPTii tantiim liab«i!>
Precepit etiam silii. iiuwl ahne^iirct liealinii virginpm, omn^a Mnctos '•■
sanclns Dpi et spuerpt ar minderet Mii|ier cnicom ibi in terra poailam. in
qiiH erat ymago llicsu l'bristi. et quod fHix püdibaa conculcartt w ptr
terram trabert-t. Cum aubtm h<H' facere recoaarvt. dictum fiiit cidrin. ^aon
ipanm predicta farere necesaario oportebat. et tunc ore non rnrde ti inritir
itbnegRvit Deuni Ihesuni Christum, beatam veru vjrginem et sancto^ •
sanctaa Dei. quamquaiii huc sibi dirtnin fiiissi't., nuluit abnegar?. l>pindp i[wr
apait et mioxil inxtit cnictm ipHain non huprn ipSBtn, rnvit pnim aibi, qwd
noD spueret vel minderet super tarn. ipsHni quoque pedibus non ronrnlrairit
ner per terram trnxit. quamquam hoc prcceptnni sibi fiiJasi-t. InterrofiUUN
si predirto ydolu reverentiam nliquam exhibnit vol ip<tum adoravil. dixi'
vfram ensv, qnnd cidein ydnio ud niRndatum dirti visilatoris st' ineÜMvit
<il Huppliravit, genun tarnen >iia curiim eo nnn flexit ne<' ipsam »doratit
qutimqnem hoc sibi dictum fiiisset. Nuuqoani tarnen in ipsam credidit w^'
tidem in ipaiim habuit. ut dixit. De bIüb vero fratrihus, qai recipie'^ntm
in ordinn ipao. dixit, quod rrwlit, quod commnniter vi ubiqae recipenntnr
PO modo, quo ipse fuit receplus, et qnod oinnin e« facerent, que ipw f«ii
De premisais vero. quo feceral valde ilnlons i-l peniteo« confessna fuit intti
triduam quondam domimi lobnnni episropo Anicienxi ') et penitentinm inil'
rmepit et eam peregit.
Snbsequentev petiit beneficinm absoliitiaDJM etc.
Suppr eisdem XI t<rticuli»<.
Di« XV Maii.
LXXX testis. t'rater Martinns de BureKelln sprviene dicii nrdiai«-
preccptur domuH eiii^deni Tempil d<> Vnlentia, inratiis ut proximufi. i"iqu>-.
cum fere omnett iirticalne tnnc negasset, questionibus uup]>oBit« tamquatu
auspectu. et habilo pont illas cnngruo intcrvitllo. interi-ogatue auper dicii-
XI articiitis, dixit. qnod ipse fuit recpptuM por quondnm frntrem KonsoMoDm
de FoHstN, magnnm Provincte preceptorem. in rapella duinns Templi dp Va-
lenfia Xfi anni autit et plus, presentibos fnitribuH Hugiione Fiejrra. Kostapv'
ile ]>uno)li< et quibusdam aliis. Kt tunc ad mandalnm dicti pre«eptorid dirtnlt'
sibi, quod IhesuB l'hrtstns non fuerat verus D*uk nee pro salnte fannwii
jcenerie cnicifixuH, ued fiiernt quidam fniuts propheta. qui rruei6xDfi fnmi
pro nah sreleribns ultrii mnre. quodqne non debeliat in ean' credere »ei in
ipiodam ydolo, qnod i'rat ibidem, alinegivvit dominum Ihe^um (liriBtnni.
') Im Pmci^s 1 !»phr oft aennnnt.
-. Ihn '^odeHtH^ kiinn ioli nirbl finden. Im .luli I8<i>' wir-l '^m
NHebfiiltter rnrnnut.
oy Google
Nr löK. (IHOfi? l3Hr?| April bis -liini, ;Hö7
bestam virgJDen) eius niittreiii et deiiide ud ipa'wa prPi:e|itoriit niaiidntum
npnit et ininxit super iruceni ibi in torrii poKitam. in qua erat ymago Ihesii
Christi depjcte. Ipsaiii vero non conculcavit pedibus iiPt (i'Axit pei' terrani
(lec aÜRS vituperavit eaudeni. quud ipculiit Predictii qnoque yddio reve-
i-eniiam feoit i-t f^ennn eue tlexit c-id>>in lulfTrügatiie. ei toni' nliciuia catiiH
ilii apparuit, clixit. qund sie. quidam tii^er Hians iiixU ydulum predictuiti.
quem de niandato preceptoris predii^ti fuit oärulatuM ii> htmi.
De aliis veru fratribus qui retipieliantur in ordine ipsii. dixit, ({uuil
crüdit. quod «omnoiiiter et iiliique rediwreotui' pt Kerent eu inudo, qiiu ipsc
rnit recepliiH et facereot, que ipae fncit, ut illi, quo« ijise vidil. recipi. sjmili
inodn recepti fuernnt et illu. qui' i|l^te feuit, rvccrunt, Dixit iiiau[iei'. quod,
licc-t ipse nuiiqiiHni crcdidiäset in dictum ydoium et predii'tiia »linegatiuitfH
vcl uHh, qua HUpL'riiui sunt prtiniBaa. dolcn» ft invilu-j reciauet et vere in
doRiiDUBi Ibeanm Ulimtum et i)eatum virgiiieiii credidiaaet. nnuquam tarnen
de premiasia n se commiMia fuit auuu^i nlieiii conliteri, quia sibi preceptuin
Taerot per obedientiam. qunni proiniaevat vt iurnverat, ijuod nou vevelaret
predicta. ited de alüa fait pluriits confcssus fratribuH Minoribus et Pr>>ili-
uittoribue.
üJubsequenttr petiit abaulutiuiiis et«.'.
Kuper eiadem Xl artii-nli^.
Üie XVIll.
LXXXI teatis. Krater Harralus de Caioliano inijex dicti urdiiiis. pre-
cepUir donius ADicieiisis einndem Tonipli, inrntu^ ut proxinnm. int«rrogatu.-i
aup«r eiaik'iTi XI articulia dixit sua apontanea voluntatp. nulla ronutioni'
proucdente, cum lacrimanini ofTuHionc üt rurdia vontrllinni'. iit per i-^itcriüra
putelwt, quod ipse existent tuiiu Kalis XIH anuiirum ftiit rei-eptii» pur
'[unndam rratreiii Pontium do Brorctn inagiium PiDvini'if prc('<qiti>rein in
ecclesta domua Tcmpii de Matwilia. XVII :inni »unt vel «.-imi. presentibus
fmtTibaa iTuilk'Imo de locune nunc prciciitore duinus Tempil lajlesii 'I diüreait
L'ticenaia. qunudam Petro llaiifridi et pluribtis aliia Ti-atribun. pt tunc dtctuH
iiiagnus prereptor prsL'cpit eidem, ut abnt-garet duniinum liiesuni Ubriatum,
in quem predete nun debcbat, vt spaeret super cnu-em et minderet super
fam. que ibidem erat in terra posita, (.'um aiitem ipsc prcdictn Faucrc
recaearet, dictus preceptiir precepil eidem. quod iata eom laceri.- opurlohat,
i't. niai hec faccret, in cnrcerem poneretur, et tnnc hiis perterritus ipsu pupi-
pxistene are noii rorde, nt dixit, abnegavit üeura Iheänm Christum, super
cracem vero nec apuere nee mingere vo]uit. quainquam Iiol- sibi prei;eptum
fuisaet, dicens. quod anteqnaro bot Taceret, clamaret, ut exaudirent hoc sui
amici. qni erant extra, et ita fuit diniiasux.
[nterrogatua, si abnegavit beatam vivginBin vel sanitus et sauctas
l>ei. dixit. quod non, nec hoc extitit sibi dii'tum, Dixit etiam, quod nun
erat ibi aliqnod ydolam ibi presens vel aliqui^ entn». De nliis vero fratri-
bna, qni recipiebnntnr in ordine ipsi>, dixit inlerrogatua, quud credit, quod
') Aufnaliin«- eiiies Templera apud Ihallesium in Menard. Hist. de
Ni«mea, ptviives p. L9ü,
izecy Google
3l>& Tempi erprozeiwc,
rvuipuruiilur eü inudo, quo ipse fuit receptud. Dixit etiuD. t|aod illis fnbi-
hue. quus ipse recepit. qui faerunt V vel V], ut credit, ea, que jpse fecil
tu aua Tfceptioiic, expnaee per eos fieri noa maod&vit, quia sibi plurimani
tlisplicrbant, und uiai>dubat antiquiunbu« ibi presentibnS: qaod hcerent 31*
tieri ipsis. Dixit piet^reii, qund illi. quoe ipse vidit recipi per alios, Deun
Ibt'euni Chvistuiii, beatain virginein, unines sanctos et sanclaB Dei «t eorom
iiperu »d luaiid.itQin re<:ipii'ntiuiii Hbuegabant, et aliqui eorum snper cnKMn
spacbant et uliqui iion. De premissis suteui, que TocerMt, dulens et peniteift
cujifesaus fuit quondAin domJDU lohRnni epiecopo AniiiieDsi, in cuius ciritale
idein frnter Darralus precHptDi-iam babebat. a qao penitADtiam r»ce]Ht Cl
oam peregit.
Subsequent«!' petiit absolutioDis etc.
Super eiadem XI articulis.
Die XX Maii.
liXXXII tfstis. t'rator «juillelmua Bartholomei ',< ot^inis militie Tempi i
tttTviens de Uranihano, iurutua ut proximus, ooque. cuin fere omoea artiealos
iiDtta negasbul. queatiouibua äuppoaito tnmqaani suspecto, et habho ptwl
illae congroo intervallo, interrogatus niiper eiedeni XI articuÜB, dixit, qnod
ips<' fuit reci;ptU9 per fruirein iJernardum ie Rooha nunc magooni Proviscie
preceptureni iu quadam uomers doDius Tompli de latcsio diocesis Utieensk
Vtl luini sunt vel cirvu, presentibus VI vel VI! fratribus, qnoTum noninR
dixit se igooran.'. El tune dictua proceptor precepit eidem, quod nbiwgaTet
Denm et eins opera. direna aibi idem preceptor. quod per enm saltui bw
poterat iioc in eum credere debebat. aed in quoddam ydolam, quod ubi
oateuderctur in Montepeaeulano. Preccpil etiain sibi ideni precef^or, qnod
npaei'et i^t iniDgeri't aupur cruccm ibi in tetrii positam. Cum antem ipw
preditta Tacere rctusarct. dictum fuit aibi, quod ipanm predicta necessariu
facere oporttibat, cum ita esset in diclo urdiue liuri hactenns conenetum. ft
tuuc ipse abnegavit Deuin et ouinia eiua opera. ore tarnen non corde. ii'
dicit. et spuit inxt« crupeiii predictani. Non auteni ininxit snpar eim.
qnunquain liuc- sibi dictam fuisset, nee eam conculcavit pedibus aat alias
vituporftvit. iDlenugatna, a\ silii tunc dictum fiierit, quod Ihesus Cbristue
[1011 fnei'Kt verus Deus, äed fuerat qnidain falauH propheta. qui non pro
rederaptione liumnni generis aed pro sais sceleribus fueral cnjciKxus. dixit
quod non vecolat.
De hIÜs Nuteni fratribu». qui recipiebantur in ordin« ipso, dixit. qnod
crodit, quod communiter et nbique reciperentnr eo modo, quo ipse fuit reoef-
tns et quod facerent en, que ipse fecit.
Subsequenter petiit heoeficium alxHilatiouis etc.
Super aisdem XI articulis.
Die XXVIIJl Maii,
f.XXXNI testia H'rater Guilletrous Haleti miles dicti ordini«. ionnia
ut proximus. interrogatus aiiper ciHdem XI articulis dixit soa spontaM«
Toluntatc nulla («oHctione prccedi'nt«, quod ipae Fuit receptue per qnoiidain
') So wahrscheinlicli, stnrk abgekdrit.
Digitizecy Google
Nr. 156. (1308V lälÜVl April bi» Junt. 359
rratmm IlDgaonem de Miroliu de mandatü fratria HnguniB de Peyraudo
risit«toris t''rkDrie in ccclesia domas Tempil du Vallibus diocesia Vieonensit»,
XVI atmi annt vel oirca, preaentibiis frntrtbus Hugaone de Ohalo '1 roilit«,
'iaidone Birobi, Humberlo Burruello, Rndnlpbo de Cbambnrinco et ituibusdam
uliis usque ud anmeruin XX i^t tanc dictutj Trster Hugo de .Mirolio precepit
i-idem, quod ipse abaegaret dominum Ihesum Cliristnm dicens, quod Ihesas
Christas Don poterat eum aalvare net eum iavare, quia nee ipse ae ipHum
potnerat adiuvare, qnodqae in eum ciederu non debebat. sed debebat credere
illud. quod aibi oatenderetur. Precepit otiain sibi, quod spueret super cruceui
ibi in t«rra positam. iti qua erat ymago Iheau Christi depicta, et quod eam
pedibus coDCulcaret et trabewt per terram. Cum autem idem frater Onil-
lelmns predictn facere recusaret dicens, quod ipso urodebat in domioam
Ihesnm Christum, qui pro redemptioae humani generis fu<<rat cniciÜxus, et
ideo ipsum uullatenna abnegaroi, Kualitei' tainen, quia aibi dictum fait, quod
nucesaariü predicta ipaam faceie oportebat, et quin ita erat in ipsu urdiuc
lieri coDSuetam et aniaes rratreg aic rstiebHiit. abnegavit ure non corde et
invitns dominnm Ifaesnm Ühtistum, Icatam vcro viigineni aut saiictos aut
WDctaa Dei non abnegavit. nee hoc, ut dixit, extitit aibi dictum, Super
irucem autem non epuit nee eam pedibus coneutcavit nee per terram traxit
''andern, quia hoc facere uolnit aliqua rstione.
Inteirogatna. si tunc fnit aibi dictum, iti quem credere debebat. dixit,
Interrogatus, ai diet« sue receptiunii« tempore erat ibi aliquod ydulum
live Caput preseos, ant ai nliqnis catua ibidem apparuit. diiit, quod non.
De aliis vero fratribue, qui recipiehantur in ordine ipeo, dixit, quod
iTedit, quod communiter et ubique reci])eri;ntur eo modo, (juo ipse fuit
recaptus et facerent ca, qua Ipae fecit. Hü etiam, quo^ ipae vidit recipi in
eodam 'urdine. qni fuerunt VI nuniero, .simili modo tecopti fnurunt. et ea
Tecemat, qne ipae feeit. De premieaja autem, que ipbe fncerut, valde dolens
Tait confeBSDB infrn VIJI vel XV dies ctiidam presbytero <licti ordinia, qni
qnidem preabyter aibi diiit, quod malo focerat, quia non feeerat omni«, que
tibi, ut dictum est supra, precepta fuurunt. Postmodum veru fuit coufesauH
cnidani alii capellano aeculari. qui de hiis, que focerat, rtprehendit eundem,
i't ipanm abeolvit et penitentiam aibi iniunxit, quam peregit.
Subsequenter petiit beneäciuni absolutiouia etc.
Super eiadem XI articulia
Die pennltimo Maü.
LXXXiill testis. l^'rater lohannes de lirissiaro serviens dicti ordinis.
ioratue ut proximus, interrugatus super dictia XI aiticulis dixit eua gpon-
tanea volnntate nuUa coactione precedente, quod ipse fuit receptus per
fratrem Hnmbertnm de Crimiaco ') dictum Barrnel. preueplorem domoruni
Tempil Vianuesii, In eccleala domus Tempil de Valleaurea dioceais VieunensiR.
VII anni sunt vel circn, presentibus fnitre (iuillelmo MnletI milite. lohaone
') Neffe dea Viejtaturs.
-) Procea des T. II, 366 fr. Ymbertua de Climen Kon^nnt.
izecy Google
:tti'l 'l\-iiipli'i'|ir..:£,.!W
KHyiiMi'dJ. lotiiiiiiic UhiihM ciipultoDO, el quitiuodani uliis. Et taue diciii->
)ii'L-(-i-|iliir |it'ti'tpit i'iüi'iii, qiiocl uliiiegnrrt üoiiiinuin llieanni L'liristuui <i
Cuiic.ulcai'i't pfdilius crurciii iU iii terra piisituni. direiia \dem pre«-e|itiH-.
«liiiid lliGMis ChHsliiH nunquiiiii fucmt criictKxuH pru aalutc huinimi ^tuens
neA pro suis welvribiis. quodquo nun debebiit. hHU-rc speni snlvatiuiiis ba-
Iwiidc [ler iiwum n■^c rrt>ik>re iii funileni. Cum aiilem 'ipan fnter lohuini::-
prcdicta fitrere mniaart-t. diclum fuit oideiii. i]uod ipauni hic fiicere nccijssanii
ti|iu:-ti-liHt, quiit iln pnit iti i|i»ti) ordiiii- tivri coiisuetuiii, et timc ipsi; ttiiim-
iiliiii-Kitvit duniimmi lliosurn ('liiistiiiit orc nun corde. ut ilkit, crucom flDtt'm
t|iitiim null coiiculcnvit pi-dibu^ nev eiim lutigit, ut dic^it.
Iiitcvrufjiitiifi, fi dit'tuiii fiitt nihl. qnud alinpgarft hriitam rirj^mrn'.
HHnttiiK jiut sunutiiH Dei. vpI ijaud bpucrel vi^l niingeret 8up«r rnK-cm kui
qiiud i-nni |H'r tcrrHin IrHherct. clixit. quoil nun. qnod recolit. nt>c ipsv lio« fiTt!
latt-rrugntuH. si diuti^ aiw rcci^ptiunis tempore erat iiii aljquod jdolnin
sivf i-ii)iiit (iruacn», vo\ nliquis ttttus ibidem uppHruit, dixit. quod non.
Df hIük vuro fralriliua. qui lecipiebMntur in ordinn ipsu. diicH. qnud
uredil, quod recipereiitnr eii niudo, quu ipae fuit receptuä. vt quod heerenl
cn, que ipite fecit.
D(- prtimissis uutufli, que ipse fücerat. fuit vnide doleuit et tristie. in
quin) (-xietena in ili<^u o^dint^ pui-tandu dictum mMntellum nuniiuaro htbnii
iii»m bonnm dient et iibenti»tiniu oHineni sxivisset. nisi dv fnitribuii ipiuu.-
iirdiniH liihiiixsct. quud incHrccrari-nt rimdpm, Uixil ctiHm. quud ipse ii-.
premiatiis fuit tunfeiBH-" ciiidum i-npeÜHno dicii uidinis t-t inde p«nilMitiaiit
tili (Hl n'UKpit <'t i'itni |>er(igit.
Siilwqni'nter p^tiit iilisolutiunis benetloiuni i:tr.
Super i-isdem Xi Hrticulis.
l)io prinm lunii.
lAXXV teatis. tVntpr (itn-neriaa de Lugleto, Ijinguiiiüisis dtocniü
M-rvi(>us dicti urdlnis, iurotus nt proximuti. iiif«rrci),'Htua super XI a^ift■ll^
dixil Miii HpmitHiK'n vulnntato nullx coHctione precedcnti'. quod ipse fiiit n^
i'optiiH per frutruiii Liiurontinni di- Ueunii in cci-leijiii duniua Templi de Nor
tnuu , V Hiiui i'runt in l'csto naiiuti lohunnis Hapttetp proziiiir vcotm»,
[iroKtiitibuB t'ratribiis lulianu cnpellano. Vitali wrvient« et quibu^dain aüi'
umiuc »d numiTam X. et tuni' dicto» frater Laurentiue precepit eidem. qar*!
ipni.' nbti('f.'iii'i't duininuin lliL'suin Cbriätuin. beatum Mariain virginum. saiMliK-
et »iiii'tii'i Upi et openi emuiideni, et apuereC et mingeret super i'nie«iii ihi
in ti^i'i'H pui'itjiiii. in qnii erat ynnigo Iheeu (ilirUti deptrt«, et eam ftT
terrum triiiieret et rtiiim pedibus conculcni-vl, direna, [quod] Ihesue Cbrislo?
non fuerut veru» L)i-ub nee pro s>(lut(^ humani i^eneris cra(;ilixuit aed fnenit qni-
dam fnl»n» prophetu, qui pru Huix sceleributi ultra niare fuer«! crucilixiis
quodqui* nun deliobiit in euin credcre iiec itpem habere üalvatianiü per ipsinn
lialiende Ktnl in quoddain vdniuni xivu capat. quod erat ibi in romu allaii?.
lUiNm fuciein tantuni i.iileiiH. L'um uiiteni ipse luediclu fncere ivcDsarft,
tinaliter cum «Ibi niin^ fierent, quud ipiie mitieretur ad part«a reiBotais H
iiunquani iimKis videret »liquem de buie ainicitt. ipee hiia p^rterritos kbnt-
i;iivil iliiiiiiiuiin llii'>iim (.'bri^lnm. Wiilain Mariiini virgini-m. omnea samtiri
izecy Google
Ni-. i;>(i {V'ft'y \»l>i'ft A|iril hia .Iniii. :lfil
i'l !>tiiii-lB>> Dci ot npcrii i'oriin'lcni. {irotit TeiierHnt IUI iilii, i)ui riiu: e« t'iii'
nint rLTejiti. et spiiir niiper crui-etn prcdictunj et Kiixit af iiiiiTgeri' auper
■■iiiii, nvd hon f(>i'il. i't pam peililius cuncuIcHvit iic ptT tcrrHin traxjt uli-
iinantiihirn et nd lui-um. tibi priniu enil. tnilipn<lu rediixit et lioi; uuileiti
receront alti fratres ilii prcaenU'A UHtciideiidii Hibi, quiiliti-r prpdictM fiiccro
dfhf-ntt. bcinJi- ml munilaliim illiuH. <|ui i'iim n-ci-pit. iiiifmtiiiii ratum
rti)^i'ain, (jui btiilint inxtn prt'dic-tiini j'dulitni, fuit uBirulaüiR in iiiio. -Hit'Ul t-t
alii fmin-a i)ii presuiitcH fecfnint,
liit^mißiitud. n\ prpdJcto ydulo rcvi-rrnliiiin aliquiiiii fecit vcl ipsiiiii
iidoriivit. 'lixit. quuil sie. Biciit alü Tnilres ilil pi'L'!<i>nl(>H recormit, incliinuidu
»e caraiii eu et k^hu" Kfcloixln. lfiti'rru){utui>. si Mi'il, antiv catuH prcilictiiM
vi'iierat. dixit. iiiiod i'redit, <|iioil vx parte itinliiili veiiHat-t, iiei; ipsum viilit
]u>stnii>diini. quiu dJMpnruit.
Uixit in&upfr. quud tutir quedam mulii-ri-a Hpparueruiit Ibidem. I'iidx
aut«tn veiiissifnt vel quo iveriiit poHtmodnin. iiencit. C'uii) cisdpm lNnii>ii
tum ipu quam iilii rratri'» lurpit*^r e^i-ruiil. et hoc rni-tu di^ipanieruiit. ucc
t-rpdit. quoü, si ei^Mnt vere mnlieres, uiim iaiiuc fs^eiit lifiie flnniite, potuiü-
Hunt tul voH intriire. Du ntii.s auleiii fratribiis. ijui recipieh»[itur In urdini>
ipso, dixit, quod credit, quod cominaniter et iiluqui- rtciperentar ?o modu.
quo ipsc fnit reotptaH, et ea facpi'eiit, que ipse Tepit. Rt ilü quntuur, qui
fuerunt rr<:«pti eo tempoi'«, quo ipse fuit receptus «tmiti modo reoepti ftie-
ruDt, st que ipse tunc fct-it. ipar fecerunt. Dixit preterea, quud de pro-
miasis omoibus. que fecenil. valde dolenn et peniteiin confessiia Tiiit. ut
dicit, cnidani cnpellniio spcuUri. qui imilttim de hiis. que ft^cent. reprphnndit
fundem. et posimodum dedit ei pt-iitli'iitiHm. et [p.-'f i'am peretiit. CiitLleMSiiM
Fait etiaiu cuidam Triitri Minuri de Heilem <'t iKnitentiiim iiidc »li ru reri'pit.
Sulisequentcf pctiit beiieficium absoliitioniü etc.
^uper i'ixdem XI articulis.
Di« 111 mtiimis luntt.
LNXXVI testiM Krater Hupm llelleti »i-rvieiis ilieti ordiiii». iuralus
Dt proximiitt, iiiterrogatus super dictU XI Hrtinulis dixit sua spoiitnTien
votnntnlK uulU i-iinutiunc- precfdeule. quod ipse Tuit rec<^|jtuii per <|iiondaiii
rratTHin lohanneni CasteliHtii preeepturem tuii'^ PiissHgii in ecclesia douius
TeiDpli de Alboiie, XXX auoi sunt >i-l! pluK, presoutilins fnttribuH plaribuH.
qni oniiiea »unt mortui, ut tredit. et tuuu dk-tus prireptor prvctipit oideni.
quud nbne^aret dominum IheHum t'hriKtuiii, bentiiii virgitiem. »iiuctoa et
sanctHH Dci et op^iH eorunitem, et quud »pueret et ium,i{cret HUper rrucem
ibi in terra positjim, in quu erat ymn^o Ihesii (.'iiristi depielti. et quud eam
per lerram traheret ac pedibun runtulcnret dii^eiH. quud Ihesiis Ulirislus
noii fnerat venis Deus. si'd ruemt qniiluni falsuN proplietii. qui iiuti pm
redemptioTie hnmnni uonerin hed pru sni^ M'eleribuii Tueriit i'rucitixua. in
quem apfin, quod eum salvtive posset. nun didicliat liflbere nvc i-redert< iti
MiDdem. sed in qnuddnm jrdolum hivl- i-aput. quod i>rat rlii posituni supra
ultare duMs fnuien haben", >>t erat de arKeiitu. iit aihi videtur. Cujn autem
idem t'rnter Hn^-uu preiiii'tii faeiTP lecusuM't. ut dieit. dictuui fuit eidem,
qliiid en tji^iim ticici-iirin fiii'iTr iqH.rleliiit, qnia itii enil in oiilirie ip-.n fi.TJ
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3ß2 TvinplerprozeMp.
roiiauetuin, el tutic ipiu' abuegnvit duminuni Iheauui Clirialuiii otv noD tonlc,
ut dicit, ouintK Daucto» et attuctus Ucl et upera eorundcDi, hentaiii vem vir-
fjinem uon jibiiegMvit; dtindv spuit et ininxit iuxta cniiwtii prüdiclam. Kon
cnim voluit »puere vol miagure siip«r ipsiini. I'ostea jpaani coiiuolcavit cum
pi'ric «t cum manu aliquantuluin traxit eandem per terräDi, Predicto qooqne
ydolo lul initndatiini dicti prcci'ptoria revtTentiam fci:tt se iDclintiDtlo »idaHi.
Interi'Ogalus, »i tunc temporie nliquls catus ibiil<.-iii apparuil. diiit.
ijtiud ÜK, quida»: nfger »tan» iiixU dictum ydohim, qu<>ni ad msiidabini
(jinadeni preri^pturis fuit osculatua iti aoo,
Interrvsitug, aJ acit. unde ille ratus vc-iiit. vel quo {luatniudam ivit.
dizjt, quod nescit, undf veiiit, sed venit ad niodum cuiuadani uabis »1 post-
niuduni äTBDuit, et credit, quod eseet uliqua ninia res in ronna cjiti.
Interrogatus, si dicte aue receptionis tempore apparuerunl ibidem
uliqua uiolierea, dixit, quod sie, toi quot eraut ibi fratres, et ipae ar ajiqui
ex aljis fratribuB cum oiBdem mulieribna carn8lit«!>r peccavemnt. Aliqui
vero ex dictis fratribua uon peccavenint r.iun ipsis.
IntetTUgatus, si seit, uode venenint mulierea predict«, aat st esscol
veri' iDulierea, dixit. quod neacit. ande venerant. sed fonnam mulienuii
habebant. De alüs aotcm fratribna, qui recipiebautur in urdine ipso, diiii,
qnod credit, qand commnniter recipereiitur eo modo, quo ipae fuit receptas
ut ea facerent, qua ipsa fecit. Hü etiam, quos iptw credit recipi in ordine
ipso, qui fuerunt V numero, aimili modo quu ipse recepti fuernnt, et et,
focernot, quo ipse fuL'it. De predictis aatom, qne fecorat, valde dolena eon-
fesauB fuit infra annuui cuidani aacerdoli dioti ordinis, a quo penitetitiani
roc^it, ut uam pe^egi^
8nbaeqa6iit«r pstiit beueficium absolatioDi» etc.
Super eisdem XI artionlis.
Die XII luDÜ.
LXJCXVJI tebtiH. h'rater Ainardua Crocii de Vienua frater uervien^
'licti ' ordinis, iuratua ut pruximu«, interrogatus super dictie XI artkalis
dixit suH apontanea voluntate nulla ooactiotie precedente, quod ipse fiiit
rpceptua ppr quondsm fratrem Herlionem de YUino tnnc prcceptorem domo."
Templi OtithalonenBLS in eccleeia domua Tempil de NoDvilla, X anni sunt
vel circa, prosentibus VI fratribus, tt tuuc dictus preceptor precepit ei.
quod ubnegaret dominum Ihesum Christum et ejus opera et spueret super
orucem ibi in terra poeitaiu, in qua erat yniago Iheau Ubriati depicta, el
eam etiaui cunculcaret, dicena dtctua preceptor. quod ipse non debebat
credere in Ibesum Chriatuin nee spem habere salvationia habende per eom.
Cum autem ipse predieta facere reousalreti . . . etiani fleret amare, quii
Htbi l^aliti dicebantur, . . . dictum fnit. quod itu ipBum facere oportebat pre-
dicta . . . conauecuni et quod, nisi faceret, ipeum in Alaoianniam . . . aon
inteltigeret aliquem, Hiis perterritus dominum nostram . . . opera ore doo
corde abnegnvit .Vmi autom beabini v[r[ginem] . . aaoctos aut moeta»
Dei, quia alias fuit sibi dictum, ijuper cru[cem) |non vojluit spuerc oec
uam etiam cooculcare vel per terram trahere, [licetj per dictum proceptarem
fuisset aibi preceptum.
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Nr. Ififi. ISOHV laiOV. A|iHI Ms -luui. ftfiS
ln(crrog»tati. ai Uatma dicti ordiiiis arr commuiiittt' rucipielwntur in
i)Riii. dixj't, quixl ipx« credit, quod sin oinnes recipemitui', arcut ipae fail.
receptuB, ut facerent vn. qui- ipeo lecit. et ipse vidit unum recipi in Fmncia.
tjai aimili modo fnit rcci'ptiiH. et (eeiK que i|ntO fcvit.
InterrufCHtu», äi dictum Tuil vi tiinc ttmporis, quixl IIiusub UliiiatUH
null faerat vcrue Di-ne n«v Dei ftliiU' nev pro redeniptlone buniiinj geuerJH
oriirifiwus, nvd fuerat quidmii rslans prophetn pru itnts sculeribua utucilixuv.
dixit. qnod dud. Ijuse eoini fuit receptus t«rilH hurA et cum fnatjuHtionc et
niulti magiii vjH »raot ibi, qui debehant ilii commederc itlo dk, prupter
quod panciuta Tuerunt sibi dictx in receptiunc suit prvdiutA. Nüti vidit
etiam, quod fratre» ibi presentea conculcarcnl ipaani cruceni vel apuertnt
9uper eani.
Snbaequenter p«liit beneüciuni nbsulutionia etc.
Super eisdein XI articiilia.
Üie ultima mensis lunü.
IiXXXVItl testis. Erster Fetriis de flrajliuu servicns dioti urdiuis'
iu.nituB et] interrogatne auper dictis XI nrticulis dixit cum luvrimRCUiii
i-ffusioDci . . . |f|Bcir apparebat 911a spoittanea voinntate nolla coai:ti(ino \pf-
cedente], . . . fuit reeeptus per quoiidnm fratrcm lialteruni Kef^ia. alian
dictoni . . , lprecep]torem doinuH Templi de Vanneaio in eccleaia domua
[Templi] . . . XVU1 uudi guot vel circa. presanliboB Vit fratribu» . . . [inorl-
tni sunt, at credit, preler unuiii. dp quo [nebcitl. utruni vivat vel niortuUH
Kit. et tuDc diutus preceptor . . , Iheeus übristus non fiierut verus [DensJ
nee UDqnam de virfiine natu» nee pro [redenipiloiie] huniani geueriü rruci-
lixnit, sed foerst qaidaoi falau» propbeta. qui fuerdt Icruoifijxus pru -suik
BceleribuB ultra mare, in qoem credere non deliehat [nei'i apiim habere, quod
ipsum poaaet salvare. cum euni non |K>Haet in iiliquo udinvare Hirquaterius
vel salvare: precepit eideni, quod abnogarct dominum Ihesum Cbiiatum, beii-
tatn virginem et oinaea sanctu» et SHUctns Dei ac facta et opera eornodeni uc
etiam baptismum, et Hpueret nc iniDgeret Huper crucem ibi in terra positani,
in qua er»t ymego Iheau Cbristi depicta, uc enm pedibua conculcaret et per
terram traberet. Cum autem predictn fiiceri' recuaaret. «ranes fratn-s ibi
presentes posueront sc in circuitu ipsius dicentpa. quod ipaum. vellet nollet.
predicts t'acere oportebat. et üic t^tiam omneä Tratrcs, qui recipiebantur In
ordine ipso faciebant, alias puneretur in carcereni, unde nunquam eiiret,
Kt tuuo ipse hiis perteiritus ore non corde, cum magna displicentia abne-
gavit dominum Ihesnm Christum, heatam Muriam virginem, (imiieä aanctoa et
sntictas Dei ac facta et upera eoruudem et haptismum nc deiude spuit auper
crucem , . . cum pede. aliquautalum . . . impegit uandem, iion auteln iniu-
xit . . . eam per terram traxit, quamqunm Iiuc sibi preceptum fuieaet , . .
f'ratrea preaeotee ibidem tunc temporis super ipeani crucem . . . minxnruDt
EUit Bam coneulcavernnt pedibus, vei pvr terrani . . , quod sie, dante« sibi
expmplum, qualifer predicta facerc . , . Heberet . ,
Vatik. Arcbiv, Reg. Auen. Nr. 30;. fol. .j43 und 5ö8- &71, Bruch-
stück; eingeheftet in einen ßegisterband Benedikts Xlll. Schrift aus der Zeit
Clemens' V. Die Ortabestimmung iat nicht möglich. Bei Zeuge <iT heißt
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364 'IVmplerprnieitn'.
<'K {jsgen bdiluß: qui eist cnptiia hiv in caatni. Die iiieuten Namt^n v««»«!!
iiur die tiegeod <lcr Pruveiicp, Vieune, Anoecy usw. hin. Aas dem Ver-
hör iat. ea achwer KU liHütimineu, ob ob iaa Juhr iJtOH oder 1310 fftllt. Xar
wiviet iat zu aiti^ii: 1809 kommt nicht in EMrauht, da ea twi Zeugen 7!>
fiiiri 15. Mai heißt: die dominii')! nute febtiim proximum pentvcosti». im
.Pnhre l!t09 war aber PHngätoii schun um 1''. Mai. der letzte Sonntag vor
lier witr nm 15. sohun vorüber. Der Tod de« Biscbofs JubaDne? von Ann««
iat leider uicht itenan tu liestiiunien : wenn er in das Ende de» Hai udrr
Allfang Jiiai UOl* fiele, so wBre das Jahr 131U »ieher. Vgl. Reg. Clemeiitis k .
Nr. 2893 Die Form der II Artikel kommt U- b. «iich vor in den tlraudf-
chroniiiucs ile France V. iHi* Doeli klinnen die daselbst genanntcti hier
nicht Grundlage sein. Da auch IHIU vgl. ,Kn!;h>nd) ooi-li andeie t'n-<siinit>'n
der Artikel nla die päpstlichen vorkommen, ao ziehe ich 13111 vnr.
l'>~. Xnu^oHvviathe Ternftlf merhVn' In Lvi-Mm. (I3I0( Febnwr IB— Ä
Uie ') luiie XIll. kaleodas Mai^ii aniiu a nativitute il<>-
üiini niillesirao <;CO"X" Ylerde.
Krater Saluatoi- ile Ani^uiaria Tralcr servieiis nrdmii
inilifie Templi, qiii tempore cuplioniü sue erat in Muntesonu
iuravit sub forma pieiiiissii -). EL interrugatuf: fuit piT iiira-
meiituiii super otunibiis et sin^ruilä iiifrascriptis.
Rl pi'inio Sliper receptione sua, videlicet a quo fuil re-
tieptup ad dicluin ordineni. <.^ui per iuramerituni responrlil.
quod fuit recej)tu-s ad dictnm ordincm in Miraueto per frütaTn
Pctnini de Villalba tum: roiiitiidatoreni dicti loci. Kt .-unt
XVI anni vel «rirca, quod ipstr c-st in ordine. Et erat turii-
etatis XXII amioruiii vel circa. Fueraiit auteni presenl«
receptioni sue t'rafer Petrus Guaiiiir. tunc trater (.■appellaniis
de monle Mirauuto, et plures atii, qui onines mortui sunt.
Modus auleiri receptionis sue füif iate: \fi, qui euni recepit.
expositis prinio durioii^ et asperitatibun urdinis fecit eiim in-
rare et per ipsium iurauieiitutu interro(wvit cum. si auniin vel
»i^entuni dedei"al alicui seculari prti receptione sua. si votuoi
fecerat alteri leligioiif, si debilis oblitratus. si sanus earpore,
si uxoreni tialiebat fvei| si in &iicris oi-dintbus constitutus i>l
.si excomunicatus. IV-^t liec per ipsuni iuramentutii fecjt emn
pronuttere ob))edienciam. castitatem, vivere sine pniprio, b«no>
nsus et bonas coiLSuetudines ordinis, qui nunc erant. vel qu'>>
'l Also kfine spauiui-hi^ Uatronmi-.
■| Val. Otiten Amnerktiii)!.
izecDy Google
Nr. 1-^7 (I310I feliruar IC, -ifi. «66
ina^isler luin convetitii prt» [empöre ii|ipoiier(^iit, observare,
san[c]tuni retrimm [erusalem pro viribus acquirere et qiiod ac-
i|uisituni eal dcl'endere. ciiristianum vd christianam non
fxhei-ptare et ordinem non exire pro fortiori vol «lebiliori
sine conjier'io et seeretnni capitnii teuere. Post heo ipse reci-
piens apposnit sibi niaulel)uni in rollo, ijicens, quod recipiebat
euni atl ordinem et recolli(tebat cum nd uninia berietkia or-
dinis et quod i|>äe rcciperet alios liMtres ad omnia bona, cjue
ipse faceret. Postea ipse reripiens et aliqui de a stantibus
uGculat) fnerunt eum in oif, Deinde iptie n^cipiens instrnxit
(.'um super observantiis ordinis. Disit etiam interrogatun se
credere, quod omnes frati-es dicti ordinis nbiqne reeipiebantnr
modo pi-e<iicto et quod ritiis et observantie ordinis erant »bi-
que iideni.
Post hec fuit iiiterrui^atus sin;j;ulariter et distincte super
Omnibus et sin^nilis articulis suprascriptis sibi in ydiomate suu
vulg«ri?.ati^. Et prinium super primo et aliis seqiientibu.s ar-
ticulis distincte et divisini usque ad XXDl inclusive. Nf^avit,
quicquid in dictis articulis rontinetur de uhnegatione Christi,
de spuitione. eonculcatione et miiietione .siuper fnicem, de dO(f-
maticatione. quod Christus non erat venis Deus, de adoratione
eati. de ommissioiie verboruni, per que ennfidtur corpus Christi,
i'l breviter oinnia et singula in dictis articulis contenta neKavil
die.ens se nescire nee audivis.se dici nee t-redere, quod predicta
vel ahqua de eisdem essent in aliquo fratre dicti ordinis uut
(|uod per fralrem aliquem dicti ordinis herenl, dicerentur,
servarentur aut niandarentur.
InterrogalUK ^uper XXillt et aliis sequentibus articulis
distinete et divisim usque ad XXIX inclusive dixit, quod ma-
xister, vifisitator seu preceptor aliquis dicli ordinis non po-
terant absi)lvere fratres a [«reatis vi^l quod de factn hec fa-
cerent predicti vel aliqiü predictorum. Hixit tarnen, quod, si
aliquis Trater dicli ordinis comniisi^set aüquam faltam, .'iicut
est non surpere ad niattutinuni vel ntm dicere lioras suas et
similia: tunc fniter delinquens petebal ruisericordiain in capituio
coram illo, qui preerat c^pitnlo et iile H|e|mpei' remittebal
euuk absolvenduni ad tratrem cappellanuni. (Cetera in dictis
articulis nepiavit.
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iM IVinplerpruzeseo.
iDtrrrogattis super XXX, XXX), XXXH, XXXIII articulis
fiistincte et divisini dixit Sf nescire ncc aiidivisse dici iifc cre-
flerc, qnod uiiqiiam fierfiit aliqiia oscula de hiis, que in dicti:-
artirulis continontur, iiitcr aliquos (ratres dii-ti ordinis iii>i
ißiitutn in ore.
Inlerrogatiis siipor XXXIIII et aliis seqiieiitibui; articuli.*
distincte et divisim usqm- ad XXXIX inriiisive dixit , qund
fralres dicti ordinis iiintbant ordineni rion ''sire sine eonfferiu.
Lit predixit; dixit ftiHKi, qund stntiiii [Ktst receptionem suarii
habelwntui' pro professi.« nee nliani profes.«ionem fadebaiil.
Dixit preterea, quod loceplioiies fratnitn fiebani niillis preseii-
tibiB nisi rnilibiiit dii-ti ordiniii in aliqna domo. Ita quod non pos-
senl videri nee audiri. Dixit eliani sc iion oivdere. qiiod frentis
suspicarentur nialum de .sctreta l'ralum dicti ordinit> recepfione.
tnterrogatns super XL et alils seqnentibus artioiilis di-
stincte et divisitn nsquo ad LXVIII inclusive negravit, quii;qniil
in dictis artirulis continetur de carnali inier Trati^ep dicti or-
dinis eommistione, de ydoliH et eonim adoratione, de cinp-nd«
aut tanpendn ydoltiin cordnlis, quibuä se ipRos continue fiii-
gebaut, et breviter omnia et singula in dictis artiodis conlenla
nt^vit, dicens se nesrire ne«' andivisse diei nee credere ea
esse Vera vel aliqua de eisdem.
Interrogatiis super LXIX. I.XX, l.XXI, hXXIL aXIll
arlieulis distinele et divisim dixit. ijuod fratribus dicti ordial^
inandabatnr, ne vevelarenl rapitulum et per eonsequens nei-
inodmn receptionis fratriini, cum s[ejmper lieret in capitnln:
fieiia autem revetantis erat ad valunlalem eapituli el Jllius.
qui tenebat capitubini. Dixit etiam, quod fratres. qui inter-
Inerant rereptioni aticntus, loqiii poterant inter se de inodu
receptrnnts illiu^, non antetn euni idiis etiam fratribn^ dioti
ordints, qui ipsi receptioni non interfuissent. Cetera in dictis
artioulis contenta negavif.
[nterrogatus super LXXIIII artienlo dixit. quod fraLnbii?
dicti ordinis inandabatur, ne conliterentur alteri quam cappelliiiio
dicti ordinis, dum illuni habere possent. In defectu laiiieii
frabis cappellani poleranl coniiteri de licentia wui superioris
rralrilins Miiionbus, Predicatonbus et aliis religiosis et in eonim
defectu jiaeerdotibus secularibns.
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Nr. 1Ö7. aSlU) Vthrunr ]ß^2ß. 367
InterrogatuR super LXX\\ LXXVi, LXXVU articiilis di-
stincte et diviäini dixit, quod dicti errores, quos supra n^avit,
nunqimm fUerunt in ordinc. FA sie negavit oninia, que in
dictii; articulis conlinontiir. [nterro^^atus super LXXVIII,
LXXIX articuli« distinetc cl divisiiii dixil, quml fatribus dicti
nrdinis inandabatnr sed non per iuramentum, quod procura-
r^nt aiigmentum et utriitatein nrdinis. non tanicn per nephas,
quia peccatüm essel. et pwcatiim inter l'ratres dicti oivünis
reputabatur aliquid per nephas ptocurare.
Interrogatus super LXXX, LXXXl articulis dixit se non
credere, quod predicta sint nutaviu vel manifesta nee credit,
quod aliqnis oppinetur ea esse vera. Potest esse tarnen,
quod aliqui locuntiir. Celera in dictis articulis n^avit.
Interrogatus super LXXXII. LXXXril. LXXXIV, LXXXV
articulis distincle et divisim dixit se non credere, quod aliquis
t'rater dicti ordinis confessus fecerat predietos errores vel ali-
quem de eisdeui. Et ostensa ]itter,i papali el in eins vulgari
exposita, in qua ßt nientio de confessionibus magni m^^isti
et quorundam aliorum fratrum dixil se credere. quicquid do-
minus papa dicil in suis litteris. Di^it tarnen, jquDdj illi
fiierunt confessi ma^nam Talsitateni.
Inter'ogatus si seit vel audivit, ijuando et a q<iitius cepe-
runt dicti errores et a quo habuerunt ortum, interrogatus etiam
^i seit vel aiidivit. uti sint dicta ydola sen capita. dixit. quod
dicti errores nunquam luerunt in ordine ner ydola supradicUi.
Interrogatns si fuil instructiis vel snbomatus, dixit quod
non, nisi quod fratres ;id inviceni dicebant, (|Uod | nnusriuisqiieV |
diceret veritateni.
Et fuit sibi ininiictum, qmid feueret secretiis interroKn-
ttones sibi factas et resjHinsiones per euui sequntas, donec
sit inquisitio publicata.
Eadem die lune. Frater liuilelnius de Albione frater
serviens ... receptus pei- fr. fiuilleliuum de AlieJIariis" quon-
dam comendatoreni Mansi Üei in dielo loco Manso Dei . . .
XIIII anni . . . etalis XXV . . . i)
'( mit AlikrirunnsreMJphen niiw q.
') In dfewr nbgt'ktl raten Komi grW' icli «iic Zi-it ili-s AufeiiUinllpH im
Oiilen unil ilnR Alter hei der Aiifuahnie. Di>' Aiis.'tnKen »unnt stimmen fast
wörtlicli. .ledanfaiU findet »ich nirftends eine l)emerkenBvrert« .^aderuiig.
izecy Google
äfiS 'remplprpL-oüPsM'.
Pi-es«iit«Ä Ir, Hayinuiidus de saiieto lusto frater iiiili-s . . .
r*t fr, Bernardus Guerrerius fr. capellaniis . . . TallaMt --'fl i'-f
iiiterfict^r*? sairacenuui captivuiu v;'l equuiii.
Fmter Bernardus Mnthei de Orulo (i-. servieiis , . , ivr
ceptiis in Manso Dei per fr, Onillplinum de Abellariis . . .
Xn ... iiniii . . . etatis XXIIil . . . Prpsrnics Bernardus .i.-
Villa lonjra fr. iiiileK et fr. Inrdamis coinendentor de Onik) . .
confeR-si -I ftierunl ina^iiuin falsitatern i-l interro^titiis pliirii's
Sliper eisdem articidis noiuit precise aliud respondeif , . .
Die iiiai-tis XUI. kalcndas Marrü, Fr. Petrus Lanen
fr. sf'rviens . . . rec, iti (iardeyno pei- fr, Arnaldum de Tiir-
riella'') luiir coitin)endatorcin ... X anni , . . XXX annoruoi.
Pre.senti's fr. Hvinuii de Blandis fr. miles, fr. Oiiillelinus df
Albent nunr oanterarius dicli Iiici , . ,
Fr. Beniardiis ßelliseii fr. ser\'ieiis, coinftiidnlor de Aiiei-a ...
fpc. per Fr. (iuillelinum de Ambellerii.'i liiiic eomeiidatorem de Bar-
barano . , . XX , , , XM . , . pri'Si'iis fr, Petrus de Luparia turir
com, de <:etma , . . faltii '). si<iit est dare de bonis Templi
alicui iillra quam debeanl ex slaliilo ordiuis vel perctitere
aUqiii>m Iroccariiim . , ,
Fr. <iiiillelmus de s, Martino ( camerarius) de GardeTiio,
Ir, serviens . , , rec. per fratrem Rayninndum de Faldbiis tunc
raslollanimi de Montesono , . , XVII . . . XVIII , , , presetites
fr, Anialdiis de Bauytils fr, miles et fr. Berenjrarius de Belni*"
fr. miles castellanus de Montesniio . . .
Kr, Petrus Sancii fr. serviens . . . rec. per fr. Helniin He
Coua tunc mmendatorem de Miraiielo . , , XXVIII , , . XXX ...
presentes Petrus de Montepalatio fr. miles et fr. Petras lit-
tinaniiola tum- cnmerariiis de Mirauelo , . .
l)i(t mercurii XII. kaleiidas Marcii. Fr. (iuillelnius ili'
Bardolyo Ir. serviens . . , ree. fr, liuillelinus lU- Mtraiielo tum
iromendator de Orla in ()rta. XXIll ,.. XXX ... presen-
fr. Petrus de Mitiorisa fr. cappellauiis . , , Interrot^atus . . •
de carnali intnr fratres dicti ordinis comuiistioiie, excepto quoil
iiudivil, cjuod quidaiii Iratrr dicti ordinis diffamatus de dirto
erimine Sodomie füll positiis in carceribus et ibi mnrtuns est . . .
ti's VMhilr Punkt XXIIIl.
.t.-s V.rliUr Arlik.-! I.X.VXH I.XXXV.
izecy Google
Nr. 157. (1310) Febniar l$-26. 960
Eadem die mercurii. Fr. Petrus (?) qa Ricira fr. serviens . . .
rec. in Barbarano per fr. Dalmatiiim de Timor comendatorem
ilicti loci ... V . . . XXX . . . presentes fr, Berengarius de
Palatio, fr. Berlrandus de Ceraria, fratres milites . , .
Kr. Petrus Sunyerii fr. serviens . . . rec. per fr. Petniiu
ca Retorta fr, mil'ttcm comendatorem de CastellJone Impuriarum
in domo de Aquaviva . . . XXII . . , XXII . , . pres. fr. Petrus
de Ganodis tune comendator de Aquaviva . . .
Fr. Bcrnardus de Podiolo fr. cappellanus . . . rec. per
fr. Dalmatium de Timor comendatorem de Barbenmo . , ,
V . . , XXXV . . . presentes fr. Arnaldus de Banjuls et fr. Ber-
tnindus de Villa lonfra, (ratres milile.s . .
Die iüvis XI. kalendas Marcii. Fr. Berlrandus de Villa
longa fr. miles . . , rec, per fr. Berengarium de Cardoiia qtion-
dani niagislrum Aragonie in domo Tempil Barch inonensis . . .
Xn . , . XV . . . presentes fr. Berengarins de Pulcrouisu anno
castellanus de Montesono et fr, Petrus de Villalba, fratres
milites . . . Recolligcbal euni et patrem et nialrem eius ad
onmia benelicia ordinis ... fr, Arnaldus '} de Beluisu et fr, la-
cobus de Villaba, qui modo delinentur captt ])er soldanum, et
fV. Berengarius de Biuosicco, qui est in Cipro-), oinnes fratres
'milites et quidam frater capellanus, qui est Maioricis ... Si
vero faita illa non continebat peccatum anime, sicul si frater
aliquis bibissot sine mantello, qnod sit contra statuta ordinis,
tunc non opportebat eum confiteri fratri cappellano . . ,
Fr. Petrus de Villa tiranada fr. miles . . . rec. per fr.
Petruni de Monte Calano in (Jardeyno, tunc magislmni Ara-
gonie . . . bene XXXJI . . . XVIll . . . pres. fr. Raymundus
('aguardia ") . . .
Fr. Raymundus de Ontynocna fr. miles . . . rec. per fr.
Berengarium de (lardona, ... niagistruni Aragonie, in Monte-
sono ■ . . XVIU . . . XIII . . . presentes fr. Petrus de Villalba
nunc comendator de Cantauetula et fr. Eximi[n]us de Lenda,
nunc niagister Aragonie . . .
'I Mit ihm Aurgenommene,
*) DeaBen Deposit ionen im proceaaus Cypricus atelien ScIiottniDlIcr
II, 194 f und 884 fr. Dort ist S. 195 das Bernsrdinus de C- zn andern in
Berengariuai dcis Ton Seh. Dicht »HchweisbHre Bur«olinR ist Barcplonii.
') Der in obigen Briefen so oft geDannte Templer.
Finha, Pnpsttum and ITntercaDK dea Tamplarordeim. II. 24
izecy Google
S70 TeniplerprozüMe.
Die veneris X kalendas Marcii fr. Berengarius de PoHio
fr, miles . . . rec. per fr. Berengarium de Cardona Urne magi-
stnim AragoDie in domo Tempil Barchinone . . . V . . . L . . .
prcsetites fr. Dalniatius de Timor et fr. Bcrtrandus ?a (j'irwa,
fratres mililes . . . Quod si aliquis Iratcr dicti ordinis conii-
sisset aliquam faltam contra statuta ordinis, tunc magister Tel
alius superior imponebat ei penaiii pro falta illa de consilio
fratrum, qui erant in capilulo, et de talibus faltis, postquani
putiite erant per superiorem, non videtur sibi, quod opporteret
postea confiteri fratri cappellano, de aliis vero peccatis anime
confitebantur . . . fratri capellaiio vel alteri sacerdoti . . .
Fr. Bernardus de Podio viridi fr. mües . . . rec per
fr. Bereiigarium de Cardona , magistrum Aragonie, in Gar-
deyno . . . VII . . . XX . . . presentes fr. Bernardus de Fontibus,
comendator de Corbinis, fr. Dalmatius de Timor, fr. Beren-
garius de Pulcrouisu castellanus de Muntesono, fratres mililes . , .
Die sabbati [VIII], kalendas Marlii fr. Berlrandus ^atireni
fr. miles . . . rec. per fr, Berengarium de Cardona quondam
magistrum Aragonie in Gardeyno , . . V , . . XV , . . presentes
fr. Arnaldus de Banyuls, comendal»r de Gardeyno, fr. Pelms
de Villalba, comendator de Cantauetula, fratres niitites...
recepli cum eo VII fratres niiiites, vidilicet fr. Cuilelnius ilc
Monte Tornesio, fr. Romeus de Tugunis . . .
Fr. Bernardus de Furcis fr. miles , . . rec, per fr. Beren-
garium de Cardona ... in Mirauelo . . . IUI . . . XIS . - .
presentes fr. Arnaldus de Banyuls, comendator de Gardeyne el
fr. Bertrandus de Villa longa, fratres miütes . . . recepti simul
cum eo III fr. miütes, fr, Guilelmus de Meaylla, fr. Bcrnanlus
de s. Literio et fr. Petrus Eximini . , , et numquam fuit aliquis
eorum separatus ad partem . . .
Die Uine VII, kalendas Marcii fr. Petrus Guancrii' fr-
cappellanus . . . rec. per fr. Amaldum de Castronouo, tunc
magistrum Aragonie, in loco de Gard(;yno . . . XXXIIII . . .
XXX . , . presentes fr. Arnaldus de Timor et fr, AmaM'is
de Turricella, fratres miliies . . .
fr, lohannes de Rosis fr. cappellanus . . . reo. per fr. Giii-
lelmum de Benagiis tunc comendatorem Mansi Dei, . . . XXI! .--
c Qanni mit AbkOrzungszeicben.
DigmzecDy Google
Nr. 157. (1310) Februar 16-26. 371
XVII , . . presentes fr. Bertraiidus de Ripisaltis fr. miles et
fr. Petrus de Casteilione fr. serviens . . . Dixit etiam se vidisse
plures fVatres milJtes, servientes et cappellaiios recipi ad dictum
ordinem, qui omnes fuerunt recepli modo predicto , . . Interro-
gatus signanter, que sunt verba, per que conficilur corpus
Clirisli, respondit, quod ista: Hoc est enim corpus meum;
siiniliter de san^iiine . . .
Fr. Michael de Noucltis fr. serviens . . . rec. in Auerino
per fr. Petruin de Relorta, ttinc comendatorem . . . XVIII . . .
XXX . . . presentes fr. lohannes de Vistabclla et fr. Petrus de
Maraudi fratres servientes . . ,
Fr, Amaldus de Cabestars (?) fr. serviens rec. (r. Bernar-
dum de Monleoliuo comendatorem luiic de Barbarana . , .
XVII . . . XXXV . . . pres. fr. Bartholomeus Taulat . . .
Fr. lohannes de Vista bella fr. serviens . . . rec. p. fr.
Hertrandtim Anglicum comendatorem domus Templi Tripoll-
tane ') in civitate Tripolitana . . . XXV , . , XX . . . presentes
fr. HerricHS Anglicus comendator domus Tempü Tripolitane -)
et fr. Thomas de Panpilona, cammerarius Tripoülanus.
Fr. Martinus de Benauarra fr serviens rec. per fr. Ray-
mundum de Faicibus lunc castellanum Montissoni . . , VMI
XXIX ve) XXX . . . presentes fr. Raymundus de Ontyniena et
fr. Bertrandus de Villa longa, fratres milites . . .
Die veneria III kalendas Martii. Fr. Petrus de Brenis
fr. serviens . . . rec. per fr. Arnaldum de Timor quondam ca-
stellanum Montis soni . . . XXII , . . XXXV . , . pres. fr. Guil-
lelmus de Castro veteri . . .
Fr. Bertrandus de Ripisaltis fr. miles . . . rec. per fr.
Guillelmum de Bonagiis, comendatorem Mansi Dei . . . XXHII . , .
XVI . . . pres, fr. lordanns comandator de Orulo . , ,
Fr. Petrus de Tamarito fr. serviens , . , rec. per fr. Go-
lardiim comendatorem de Tortosa ultramare . . . XXI! . . .
XX . , . pres. fr. Dalmatius de Timor comendator de Barbarano
et fr. Guillelmus de Villalba nunc comendator de Castellot . . .
') Durchstrichen: fr. Guillelinua de Belioch quondHm magister msior
totius ordJDJs.
') Dieser Name durchstricheo.
24*
izecy Google
Xn Templerprozesse. '
Fr. DoniJnicus Martini de Monte sono fr. cappellanus ...
rec. per fr. Raycnundum Oliuerii, comendatorom domus
Templi Cesaraugustani ... VI . . . XXIIII , . , pres. fr, Gau-
bertus de Durbando et fr. Petras de Monteciinio, fratres niililes.
Fr. Garsias de Abbasasino fr. serviens . . . rec. p<?r fr.
Berengarium de HoDte Oliuo coniendalorem donius de Osca . . .
pres. fr. Petrus Sancii canierarius Osce . . .
Dominicus lohannis de Tiragona fr. serviens , , . rec. per
{r. Arnaldum de Tuiella comendatoretn domus de Ambello ...
XXII . , ■ XXX . . . pres. fr. Bereiigarius Guanii'/ came-
rarius donius Templi Barchinonensis et fr. Raymundus de s.
Anioio fr. mJles.
Die niercurii V kalendas Marcü fr. Bernardus de Fonlibus
fr. itiiles . . . rec. per fr, Berengarium de s. luslo tunc mag\-
strum Aragonie, nunc comendatorem de Miraueto ... XX ...
XX . . . presentes fr. Petrus de Villalba comendator nunc de
Cantauetula, fr. Kaymundus de Betio loco comendator domus
TempH Valentie, fratres milites . . ,
Die iovis IUI kalendas Maren fr. Garsias de Curtibii^
fr. serviens . . . rec. per fr. Lupum San<;-ii de Vergua comen-
datorem de Ciuert «... XX ... XL . . . presentes fi". Ray-
mundus de Belloloco comendator domus Templi Valentie el
fr. Gaubertus Durbandi (?) , . ,
Die mercurii V idus Martii Herde in domo Predicatorum.
Fr. Petrus Oliuonis, prior conventus Herde, ordinis Pre-
dicatorum, iuravit dicere veritatem et interrogatus per iura-
rtientum dixit, quod audivit a Ferrario de Bilgleto, vicario pro
domino rege Terracone eo tempore, quo capti fuerunt Templarii
in partibus istis, et diceretur f, quod adorarent capila, quod
ipse Ferrarius, cum nutriretur cum fratre Ferrario de Lileto.
archipresbitero de Vallobar fratre cappeilano ordinis milicie
Templi, patruo suo, vidil muUotiens, quod dictus patniui
suus portabat supra camisiani quoddam cingulum, in cuiui=
capite erat appensum quoddam capud ai^enteum barbalum,
et ex hoc dicebat se presumere, quod esset verum, quod
Templarii capila adorarent. Dixit preterea interrogatus sf
credere, quod gentes comuniter locuntur de criminibus impo-
d So hier. « So Or. f So Or.
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Nr. 1B7. (1810) Febniar 16-26. 878
sitis et credit, quod aliqui credant ea coiitenta in ein et aliqui
noD; alia dixit nescire de (ratribus dictl ordinis Templi.
Eadem die.
Frater Bernardus de Ripullo, ordinis Predicatorum iura-
vit dicerc veritatem et inlerrogatus per iuramentuin dixit, quod
quadam die, cum ipse et quidam alius frater esset in Mon-
tesono, ascenderant castrum ad videndum rratreiii Raymun-
dum de Orchau fratrem militeni ordinis Tempil et petierunt
ab eo, qualiter erat et, qui respondens dixit, quod male. Et
dictus fr. Bernardus et socius eius volentes eum consolari
(Hxerunt sibi: Non dicalis, quia in bono ordine estis et salva-
bitis Deo dante animam et corpus; et dictus frater Rayniun-
dus de Orchau dixit: A, quam malum ordinem teneo, quia
corpus et animam perdo!
Frater Guillelmus de Ermenteria, ordinis Predicatorum,
leclor in conventa Ylerdensi, iuravit dicere veritalem et per
iuramentum interrogatus Hixit, quod audivit a quodam notario,
quod, cum peteret sibi revelari secretum Templi per quendam
fratrem dicti ordinis Templi, dictus frater Templi fere voluit
cum interficere. Ex hoc? ab illo tempore cilra dictus frater
Guillelmus suspicatus est malum de secreto Templi. ^
Die iovis IUI idus Marcii in domo Minonim.
Frater Petrus de Podio, guai-dianus conventus fratrum
Minoruni Herde, iuravit dicere veritatem. Et interrogatus fuit
per iuramentum, si seit aut credit, quod fratres ordinis Tenipji
abnegarent Christum in recepclone sua et spuerent super cru-
cem, si non crederent sacramentum allaris et alia sacramenta
ecciesie, si turpia oscula inter se facerent, si peccatum Sodomie
conimitterent, si ydola adorarent: dixit se nescire nee credere,
quod facerent predicta ' vel aliqua de eisdem. Dixit tarnen,
quod quadam vice dicti fratres Templi tenuerunt eapitulum in
Monte albo in domo Minorum, in quo receperunt quendam
fratrem. El dictus frater Petrus supervenit ad locum iltum
pauIo post separationem capituli dictorum Templariorum et
audivit tunc a fratribus Minoribus, qui erant ibi, quod dicti
Temptarii posuerant quendam custodem supra tectum domus,
ff ex e hoc Or. h Eb folgt durchstrichen et credit quod. i Folgt
faceret noch etnnial.
izecy Google
374 Templorproiesse.
jn qua lenebant capitulum, et quod posuerant quendam pan-
ntim ad hostium ipsius domus, ne aliquis posset per ßssuras
hostii respicere. Et hoc non tunc, sed adveniente isto negolio
non placuit sibi. Üixit tarnen se audivisse mullotiens con-
fessiones muUoruin Templariorum et videbanlur sibi boni
Christian!.
Eadem die.
Frater Petrus Mir, ordlnis Minorum, frater conventualis
Ylerde, Juravit dicere veritatem et interrn^atus per iuramen-
tum, si seit aliquid, quod sJt contra fidem catholicam in'' fra-
tribus ordinis Tempil et potissime de abnegatione Christi, de
spuitione, conculcatione et minctione super crucem, dixit, quod
non, nisi quod audivit predicta, poätquam istud negocium iu-
cepit contra Templarios. Audivit etiam dici a fratribus Mi-
noribus, quod quadam vice, qui erant fratres TempH, tenuerunl
quoddam capitulum in Monte albo, in quo recepenint qnen-
dam fratrem valde occulte, scilicet ponendo custodem snpra
tectum domus, in qua tenebant capitulum, et ianuis et fene-
stris donius ilhus clausis, ut nullus posset videre nee audire,
quid facerent. Et ex illa secreta receptione audivit , qaod
multi inurmurabant et presumebant inde nialuni. Audivit'
etiam, quod post separationem illius capituli super quodani
capitali <", quod teuuerant dicti Templarii in capitulo, fuit
invenla madefactio aquatica. Ex qua presumpserunt fratres,
qui itlud invenerunt, quod aliquod malum fuisset factum in
receptione illius. Dixit ptelerea, quod quadam vice ftiit vocalus,
ut faceret sermonem fratribus Tempil, dum tenerent quoddam
capitulum in Gardeyno, In quo capitulo i'eceperunt fratrem
Raymundum de Orchau '). Qm frater Raymundus, dum in-
travit capitulum, erat boni coloris, et dum exivit capitalum
post receptioneni suam, erat totus pallidus et stupefactus. Gl
quo multi presumpserunt, quod aliquod malum fuisset (actum"
in receptione ipsius. Credit etiam, quod fratres Templi sint
diffamati de omnibus eis impositis, etiam apiid bonos et graves.
k Zweimal i mit AbkDrxnngastrich. l andi Or. m Durch,
strichen tappeto. n fstam Or.
) Vgl «las oben S. 873 aber ihn Gesagte.
DigmzecDy Google
Nr. 157. (1810) Febrnu 16-26. 876
Eadem die iovis.
Trater Guilietmus de Xesa, ordinis Minomui, lector in
convenlu Ylerdensi, iuravit dicere veritatem, et per iuramentum
interrogatus dixit se nescire nee credere, quod in fratribus
Tempil sit aliqiiid nisi bonum: Dixit etiam se audivisse con-
fessiones mullorum frati-uni de ordine Templi et invenit eos
bonos Christianos et fideJiter et devote, confilentes sicut veri
catholici. Et statum eorum reputal in generali lionum. Potest
esse tarnen, quod inter eos sint aiiqui peceatores sicut et in
quolibet alio statu.
Die mai-tis XVI kalendas Aprilis in domo episcopi VIerde.
Raymundus de Carcasona, rector ecdesie de Aytona,
iuravit sub forma premissa et interrogatus per iuramentum
dixit, quod ante ista tempora audivit, quod gentes suspica-
bantur malum de secreta fratrum dicli ordinis militie Templi
receptione et dicebant, quod non poterat •> esse, quin facerent
ibi aliquod malum, non descendendo tarnen ad aliquod speciale
malum homines digni ftde. Dixit tarnen, quod aüque persone
leves dicebant, suspicando aliquotiens et aliquotiens truffando,
quod osculabantur se in ano et peccatum sobdomiticum com-
mittebant et alia ombilia faciebant. Dixit eliam interrogahis
se credere, quod sit generalis infamia contra eos de predictis,
et credit, quod aliqui oppinentur ea esse Vera et aliqui non.
Credit tarnen, quod phires sunt oppinantes ea esse vera, quam
non oppinantes. Et ipse idem oppinatur, quod sint vera. Cre-
dit etiam, quod ilti, qui confessi fuerunt coram papa, confessi
fuerint veritatem de se ipsis, et credit, quod aliqui ex fratri-
bus Templi, qui sunt in partibus istis, sint culpabtles in dictis
errotibus et aliqui non: ex eo quia dicunt gentes, quod aliqui
iiolebant consentire illis erroribus et tales non honorabantur
jn ordine, alii vero consentiebant et tales habebant com-
mendatorias in ordine et honores.
Eadcm die martis.
Magister lobannes de Bipullo, rector ecciesie sancte Li-
cinee, diocesis Ylerdensts, iuravit sub forma premissa et interro-
gatus per iuramentum dixit, quod gentes etiam ante captionem
Templariorum suspicabantur malum de secreta fratrum dicti
0 potonuit Or.
Digitizecy Google
3Tft TetDplerprozeeae.
ordinis TempH receptione in genere, non dcscendendo ad ali-
quod speciale. El ipse idem, qui cum eis longo tempore coii-
versafus est, similtler in genere suspicabatur et suspicalur ma-
lum: et maximo quia in Monte sono tenebant capitulum in
qiiad;in) cammera valde secreta. Et nicliitominus ponebant
custodem ad quandani ianuam exterioreni, quando tenebant
capitnium, ne quis accederet ad eos. Et etiam post iüain
camerani, in qua capitulum tenebatur, erat quedam alia cam-
mera magis secreta, in qua dicebatiir, quod faciebant aüqua
inhonesta. Dixit etiam interrogatus se credere, quod sit com-
munis infamia contra eos de erroribus, qui de eis dicuntur,
et credit, quod maior pars populi consentiat, quod sinl vern,
que de eis dicuntur. Credit etiam, quod illi, qui confessi sunt
coram papa, confessi fuerunt verilatem.
Eadem die martis.
Dominicus ("alena sacrista ecciesie sancte Marre de Mon-
lesono, canonicus inonasterii Rotensis, iuravit sub forma jffe-
missa et interrogatus per iuraraentum dixit se nicliil scire in
Iratribus ordinis niilitie Templi, quod sit contra fidem eatho-
iicam. Dixit tarnen , quod gentes suspicabanlur malum in
gffliere, etiam ante captionem eorum de secreta eonim recep-
tione. Et ipsemet suspicabatur malum et etiam suspicatur/'jnon
declinando nee descendendo ad aliquod speciale. Dixit tarnen in-
terrogatus super LXXVIII" et LXXVIIII articulis se tantum
scire, quod, cum quadam vice frater Amaldus de Turricella
ordinis militie Templi rogaret fratrem Berengarium de Cai^
dona, tunc magistrum dicii ordinis in Aragonia, quod resli-
tueret quasdam döcimas seu primitias recthori ecciesie de
Ascono eidem reclori per familiam ipsius magistri ablaUs
iniuste, tunc dictus magister, ipso teste presenfe, respondil
diclo fralri Arnaldo de Turricella: Frater Arnalde, nos non
possumus sibi restituere, quia tos scitis bene, quod, qualitercnn-
que iuste vel iniuste aliqua bona ordini Templi fuerint acquisita,
nos non debemus nee possumus ea restituere, itumo debemuä
in eo statu, in quo invenimus, consei-vare. Dixit etiam, se
credere, quod sit generalis infamia contra eos. ?
)i sDspicilbatur wiederholt. q Dann folgt durcfaGtrichen : Etoeilit,
quod illi, qui coofeasi fueiunt corftm papa, confessi fiierint vvritKteni.
izecDy Google
Nr. 157. (1310) Februar 16-26. 377
Barcelona, Biach5flieheB Archiv. Foliobeft-Papier von 44 unnuninie-
rierten Blättern, 38 beachrieben. 6 unbeschrieben, in Pergamentum schlag.
Anf dem FergAmcDtumBcblag eteht von den 4 Inquisitoren eigenhändig ge-
schrwbea: Nos Ponciaa Dei gracia episcopua Uerdenais infra Bcriptis omnibus
presentea fniinna et in ipsoriim testimonium noatra propria mann Bchbimus
et Bigillljum DostruR) aponi mandamus. Ego Petrua de sancto Georgio prior
de Arin(uiiac>a) dioceais NemauaenBiB . . . Ego labannea Barguodi aacrista
MaioriMnsis eccieeie in testimoDiDm . . . Ego Berardus de Podio Baatonia
cftnonicua Reatinaa, domini pape cappellanna . . . Dann folgt Inhaltsangabe
8. XVII; ÄrticBÜ contra fratrea inilitie Tempil 22. Febniarii aani 1310 . . .
Der Umschlag selbst iet eine Urkunde des Berardus de Podio Bastonia an
Bischof TOD Barcelona, worin er Brief Clemena' V. mitteilt an alle: .Cum
dilectam Atium iDagiatnim Berardum de Podio Bastonia' . . . Eriifilt 4 Florin
t&glich. Dat« Tbolose lli. kalendna lannarii p. o. a. IV. Berardus verlangt
auf Grund dieaes Schreiben» Einsendong dea Geldes an seinen Boten Guilel-
muB Amaldi de Podio. Herde in cappella donius domini . . . episcopi Iler-
densis, die veneria, que fuit pidie nonas Martii a. d, Millesimo trecentesimo
decimo. Ähnlicher Auftrag per Berardum de Coccoiono nanctiam iuratum
episcopD Oscenai gesandt. Bl. 1: Isti sunt articuli, snper quibus inquiretur
contra fratres ordinis militie Tempil. Primo quod in recepci&ne . . . Folgen
68 Artikel (gedr. in der Fassung fdr die einzelnen iu Collection de doc,
in^d. Mcl, bist. II, 441 uaw.'. nach der Bulle Clemens' V. Dann folgt die
ZitatioR der Templer (f. 3) : Poncius episcopus llerdensis et venerahiles et
discreti viri . . . intendentea procedura ad inquisiclonem faciendam contra
eingnlarea peraonaa et fratrea ordinis militie Tempil vocant et publice citant
fratres dicti ordinis illos, qui forsltsn aunt in civitate vel diocesi Yltrdcnsi
et non detinentur in domo Tempil de Gardeyno vei in Castro de Belueder,
quod ipai . . . compBreant Ylerde in domo enim episcopi coram ipsis ad
respoudendum de fide super articulis eis missis per dominum papam infia
XY dies . . . Ratione dicte citaciooia non intendunt cesanre inquirere in
continenti . . . contra . . . fratrfs dicti ordinis Tempil, qui In dicta domo
tiardevni vel caetro de Beluev aupradictis detinentur . . . Actum ... die
domiaica . . . XV. knlendoa Martii anno domini mill. CCC decimo . . .
Die tnnc . , . XIIIl kallendaa Martü . . . Poncius . . . opiacopus Yler-
denaia et venerabiles viri . . . super inquisicinne facienda contra Templarloa
. . . inceperuut . . .
Hao est forma iuramenti . . .
Ego frater . . . inro ad sancta quntuor Del evnngelin, manibus meis
corporallter tacta, quod tani de me. quam de omnibus et singulls personis et
fratrihas dicti ordinis, qui nunc sunt in Terraconensi provincia, excepta per-
sona magistri Aragonie et Cathalonie, dicsm de blia, qua acio vel audivi dici
aut Credo, verttatem puram, Ita quod nicbil falsltatia adiungam, et plenain,
ita quod de veritate aliquid non omittam, aupsr omnibua et aingulia, de qui-
bus me interrogabitis luxta commisslonem de inquirendo contra singulares
personas at fratres dicti ordinis a sede apostolica vobIs factam. Et si forte
in me vel in allquo fratre pcedictorum aliqua esse ecio Tel audivi dici aut
izecy Google
378 Templerprozessa.
eredo, q,ue sinl contra fidem calholicam. etism non ioterrogstns illa diMin
nulljque fr&tri dicti ordinia ebd elii caicnnque eine liccDtia vesti» dictim
Mu deposicionem metLm revelaba, äonee- ipsa sit inquiBitia pnblicitt. Sit
nie Deus adjuvet et hec iancta qufituor eius evaDgelis.
Dernn Bchliefit sich das Verhör der Ten)pler. Darunter am Scfahi£:
Lapun Bati de Monte moctftDO Spoletane diocesis, notariua, der aaf EraBclira
des ßisehofs und der Inquieitoren diefieB anfgenoinmen , bekundet, di£
er das alles geschrieben, aicnt anperius conÜDetur in preseuti übro, <|Di
>contJnet in universo quadrsginta et qnatuor cartas, quarom VI sunt non
Scripte, sed csncellate. Dann Bearkundung der 4 anderen. Am Scblofi:
Ego Petms Daflor cotarins . . . Poncii Ilerdensis . . , predictis inquisicioiii
et sJiis interfui. Die Siegel fehlen.
Die Aussagen der Zangen stimmen so wßrtlich Dberein, dah hier nsr
ein Schema vorgelegen haben kann. Die paar kleinen Abneicliunges ainJ
oben verzeichnet. Auch daa VerhOr in Pamplona stimmt mit dem eral«ii
aberein: letzteres hat dort als Unterlsge gedient Beide sind für sidi roll-
stindig. Ob andere Verhöre atattgefunden haben?
]:>8. TrmplerTerhUre ans NsTHtra. (1310) Mal.
• Die veneris kalendis Madii anno domtni millesimo C<X'. \
üpud Olotuin Pampilonensis diocesis.
Fr. Domiiiicus de Xea fr, servicns . . . XVI . . . XXV . . .
Super primo et aliis sequentibus . . , Interrogatus super XXIIII
... ad XXIX inclusive dixit se eredere et credit, quod alii
frati'Ds dicti ordinis crederent. Non tarnen dicebatur eis, qaod
m.-ignus mtigister, visitatores et alii superiores ordinis poteraiit
absolvere fialros a pcccalis suis, et credit, quod hanc poleslalem
haberet magniis niagister a domino papa et atii vissilatores,
preceptorcs et priniatcs ordinis a niagistro. Non vidit tarnen,
quod hec facerent de facto predicti vel aliquorum predictoruin.
Dixit preterea se nescire, si magnus magister hec de se con-
fessus fuerat, credit tarnen, quod hanc potestatem absolvendi
fratres a peccatis suis haberet a domino papa.
. . . rec. per fr. Eximinum de Lenda nunc magistrum Ara-
goiiie, tunc comendatoreni de Cantauetula . . . pres, fr. Guillel-
tnus de luneda fr. miles . . .
Die sabbatt VI nonas Madü fr, Petrus de Arcubus fr. se^
viens . . . XII . . . XXX . . . Interrogatus super XXIIII . . ■
usque ad XXIX inclusive dixit se non eredere nee credit, quod
alii fratres dicti ordinis crederent aut quod eis diceretur, quod
magnus magister, vissitator seu preceptor aliquis dicti ordinis
izecy Google
Nr. 158. (1310) Mai. 379
posset absolvere fratres a peccatis suis, vel quod de facto hoc
facerent predicti vel aliqui ox eis ... Nescit tarnen, si pote-
rant loqiii cum alüs fralribus dicti ordinis, qui non inlerfuissent
de modo recepcionis illius, Si ipse tarnen revelasset eis, non
crederct errasse . . . Dixit, se nullo modo credere, quod ali-
quis frater Tempil confessus fuerit predictos errores . . . Rec.
per fr. Petrum de Retorta fr. mrlilem, comendalorem quondam
de Auerino . . . presentes fr. Pascasius de Alfaru et fr. Johannes'
de Vista bella, fratres servientes . . .
Die lune IUI nonas Madii apud Stellam Pampiloncnsis
diocesis.
Fr. Petrus de Albyo fr. serviens . . . qnod sunt LX anni
vel circa, quod ipse est in ordine et erat tunc etatis XL ')
annorum vel circa . . . rec. per fr. Guilelmuni de Alcatano fr.
militem, olim comendatorem de Ripa foradii et alii, sed omnes
mortui sunt! ....
BarceloDH, BischOflichea Archiv. Foliolioft-Papier von 8 Blattern in
in FergsraentuTnBcbl&g. Auf letzterem die drei e i gen h And igen Anfscbriften:
Ego Petrue Rogerii de Riaollia, lioentifttua in decretis, vicRrius generalis . . .
epia«opi Pampilonensje io remotia agentis infrascriptia omnibus interfui et
in ipBarum teatimoninm propria mann scriba et sigillam meum appoi>i feci.
Ego Petrua de a. Qeorgio . . . Ego lobannes Burgundi . . .
Dem Bt. 1 )eti snot srticuli . , . Prinio quod in receptione ... et
cetera, proat in proceeau habito in dioceai Ylerdenai continetur. Dann folgt
Uitteilnng einer ZitatioD der Templer: Requirimus fratres militie Templi,
si qni lBtit«nt vel detinesntur clandestine in civitate vel dionesi Pampilo-
nensi, quod hiac ad diem dominicam Bequeatem . . , conipareant coram nobia
Oleti in domo s. Antonü, parati snbire inqnisitioaem faciendam . . . Dat
ParopiloDB V. (?) ksleodaa Madii a. d. milleaimo CCO decimo. Dann Eid uhw.
Am Scblusae der TerbOre: Et ego Lapus Buti de Monte mortano ... in
preseote libro . , . ; qni . . . continet octo cart^B, ijoanim due ultlme aunt
noD Scripte ... Et ego Quilelmus de Pardelhanis pobliciis notarius . . .
'} Durchstrichen XXX. Hiernach wSre er alao bandert Jabre alt!
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Namensverzeichnis zu Band IL
Die IfaDien larobiiA rex ArBgonum (Jayme 11.), Templtirii, Tctuplns,
Teniple, die fast geile für Soilc b^egnen, wurden nichl aufgenommen.
Die Abkürzungen d. T,, a., m., eap., prec, d., com. (comni.), fr., jnq. be-
deuten: (lumuB Tempil, aerviens, miles, capellauus preceplor, dioeests,
cumendator (commandeur), frater, Inquisitor.
Alaesato, Barth, de, presb. cl prec.
de Hontlbus 317.
Alatri civitBS et coniitatue 11
Albayda, vayl de 78.
Albent, fr. G. de, cam. deOsrdey&o US,
Alberti, fr. Quiilelmus 3S1.
Albertls, StephanuB de 41.
Alberto, Laurencfus de saocto 11.
Albertus AlamRDDUs, fr. Hoep. Theu-
tonjcus, mag. icafor citra mare
.4bbacia BemarduB de 66.
Abbaaasino, fr. Oarsias de, s. 372.
Abduzalera 3.
Abellariia, fr. Guillelniua de, com.
Mausi Dei 367, 368.
Abeniacob rex (Haroccu) 235.
Ablusiis, Qaufridus de, ord. Fred.
inq. In partibus Carcassonc 90, 91.
Acliaia, Acaya 34, 304.
Acherontinus areblep. 306.
Accon 2, 3G2, 363. Tempii domua in
317.
Adarroni, Ma rebus fr., ecrv. 164.
Adeuiarij, Adb. fr. Cuigno, Quido
prec. Provincie 323, 343, 349.
Adria, Matheua de 41.
Adroverii, G. mag. ingeniorum de
Barchinona 131.
Agenncnsis ep. 303.
Agonco, fr. Bonsoltnus de 342.
AgrigentinuEep.Nicolaus, Garge nt 23 Q.
AJabunt, caslel de 1S7.
Aycelini, Egidlug archiep. Narbonn.
147.
Aygues-MorCes 118.
Aimerc, fr. com. de RennevÜle 315.
Aymeriei, fr. Guilelmue, s. 341.
Ajnoes, fr. Guil. 341.
Aylona, eecl. 376.
Alagon 208, 268.
Alaniandiui, fr. P. prec. Moutis pcssu-
lani 328.
Alaniania, AU. 28, 60, 200, 304, 330,
362, rex 30, 48, 63, 86, 134, 136.
pretati 196, 200, 269, 296. v. AI-
AI atuany 3, orde dela 265.
219, 220.
Albien
, ep. 166,
officium Inq. de 90.
Albigniaeo, mag. Reginaldus de, Bitu-
riceusis can 309 312
Albin (?), (r. Girbertu«, prec i. de
AndrivayU 318.
Albio, Albione, fr. Guilelmus de, s.
163, 367, fr. Petrus de, s. 379.
Albone, 4. T. de 361.
Albrecht I., d. König 48.
Aloalano, fr. Guilelmus de, com. i'
Ripa forada 379.
Alcaldus pro rege Castellc 211, il!.
Alcolefa 74.
Alcorras 167.
Dalemaigne 74, la marche de 74.
Ales, G. de, G. Dalea, cap.'del Temple,
Valencia 182.
Alexander LombarduB, fr. ord. Mio.
309, 310, 312.
Alexandri, Gulüelmus, cau. Paria. 310.
Alexandria 8, 147.
Alexiano, fr. Pontius de, m. pnt.
Ricbarenchorum 344.
Alfambra, Alhambra, Alfumbra, d. T.
13, 14, 66, 1G9, 163.
izecDy Google
NamtDSVerzeichniH zu Band II.
AUaru, fr. Paecasiua de, a. 379.
Altoncii, fr. Ferrandus, prec. Templi
de Castroalbo, ColimbrlenaiB dioc.
3G9.
AlfonsuB <de la Cerda), til. Ferrandi
et Blanche de Caslella 3S, 34.
Alge^iraa (Aicira) 73, 163.
Alharo, fr. PaMhasius de, cnni. de
Buqulnyenich 6B. v. AUaru.
Aiiut^ria 180, 237.
AltisiodoreDsis, Antiaiod. eccl. IS, ep.
303.
Alneto (nicht Alveto), lohaunes de,
niites seil. Carcassonensis et Blter-
renais 321, 323,
Alundo, Fr. Pontius de, s. 343.
Ambelleriis, tr. G. de, com. de Bar-
baranu 368.
Ameliaco, Radulphus de, prior eocl.
de Bras 311.
AmpuriHB, Ampuries, cointe de 244,
245, 261, 263, 2G!), 297, 298.
Andegavensia, ep. 303.
Aadrce, ep. s. 304.
AndrivalB, d. T. de, Piciaven.iis d. 317.
Aoe^a 368.
Andrivalis, d. T. 318, 320, 321,
Anessiaco, fr. Nicolaus de, ord. Pred.
310.
Anglia, AnfjUterra 16, 27, 29, 35, S6,
40, 60. regnuni, tcx, regini 3G, rex
13, 16, 21, 30, 36, 48, 197, 200,
287, 304, (Eduard II.) 13, 80, 183,
243, 261. regis filius 36, 3tt, 40.
prelaU 241, 256, 269, 295. Anglici
16. Anglicoruni nacio 311.
Anglerola, Ramon de 159.
Anglfcus, mag. Henricus 310.
Angllcus, fr, Bertrandui, com. d. Tri-
politane 371, fr. Herricus 371,
Anguisria, Galcerandua de 159, tr.
R. 161, fr. Salvator, 9. 163, 364.
Anguriensia (ob Aroaiensia ?), ep. 304.
Aaibaldia, Nicholai de filii 41, Nicho-
laus til. Petri Traamundi 41. Ricar-
du9 de Hiliciie et nepote« 41. Til.
Nicholai dorn. Theobaldi 41.
AniciCDsiB, Annecy 357, 358, 364,
eccl. 156. ep. 303. luhannes 358,
364. prec. 344.
Ariolo, fr. RaymunduR de s., m. 372.
Antibarensia arebiep. 305,
Antiocya, palr. 270.
Appamie 321 — 323. Appi
156.
Aquaviva, d. T. 368.
Aquenaia archiep, 304.
AquilegcDsis patr. 303.
Aquilensis cp. 305.
AquiUiue, Oeraldus de 161.
Aqulianie prec. 171,
Arago, maeslrc de U, 50, S2, 63,
V. Cardona, Leoda. com. 14, 37, 57,
bailia 14, 43, 72,
Arag«, Aragonien, Arag<inese8 5, 16,
103, 213, 264, 268, 288, 303. reges
12, 268. regina II, 18. inquis.
206,
Aran, Arauno, Daran, val de 6, 8,
12, 31, 232, 244, 249, 250, 2GB,
274, 288.
Aranyonis, Guillelmua ord, Pred., regia
coufeaBor 66.
Arborenaia archiep. 304.
ArcadCDxis ep. 304.
ArohirmiB, lohannes 42,
Arcubus, fr. Petrua de 13, 378,
Ardcloti, lohannea Andreaa41, ctsui.
Ardeloti, lohannes Andreas 41.
Arebiayo, iDhanaes de, ai. 317.
Arelaien«i3, Arie» 323, archiep, 9,
304, preiats de Artet 269, 295.
Ares, eastrum 64.
Argeuce«, Roger de ord. Pred, de
Caen 313 — 316,
Argenler, G. 317.
ArianenBJB (üb Agien.f) ep. 304.
AriiiBcbanus archiep. 304.
Arriua 147.
Anuaniaci comen 36, B. Fuxensia
et Ruthenensia coniea 188, Gaslu
de 2B.
Amianicia (Armaniacis), prior de 202,
203, 377, 379.
Annenia, Ermenia 258, rex 4, 157.
Amaldi, Quilelmua, de Podio 377.
Aspello, RaimunduB AtlioDJs de, R.
At Daapeit 184.
AmalduB de Pelagrua, Narnau de,
nepos, card, 19, 21, 209, 210, 221,
225, 243, 2G4, 2BG, 261, 264, 265,
276, 277, 279, 282, 284, 288, 296,
297.
AmaldUH de Cantalupo (Cantalopa),
card. camerartua pape 19, 21, 28,
277,
Abu 288.
Astruch, lacmc (?) de 63.
Asturacum (Astaracum?) 340.
Athen iensJB arcliiep. 304.
Attrebatensis com. neptis 33, 166,
filia Petri (?).
izecy Google
NBrnensTerzeichnis zu Band IT.
Aucx, mag. Amaldus de 21.
Audeniarli, fr. Oiraudue 344.
Augerii, fr. Guillelmue, niil. 314.
AureÜHnenflis ep. 303, AntUtus de
Aurelianis noL 309.
Auxitanus arcliiep. 303.
Avelaoes 167.
AvelUno, (r. Dumintcus, fit. R. 31S.
Averinuni, d, T. 371, 379.
Aversonc B. de, Bemat de Avcrso,
scriva 5E, 78, 82, 88, 17B, 224.
Aviolo, Avinyo, Avignon 156, 167,
183— 1B8, 190, 201, 210—212, 217,
219, 220, 22B, 236, d. T. 348.
Aviolone, fr. GalceranduB de 162.
Aviniune, cardio alie de (lacobus,
poBtea loh. XXII.) 221, 225.
Azcho, A^quo, Asco, ABchon, homeai
de 65, 66, 78, 85, 66, 67, 316,
com. 68, 60, 112.
Babilonie eoldanus 236.
BaioeeDsiB ep. 303, 336.
Balleve P. 320.
Balneolls, abbas do, Oerundens dio-
Balneoregensis ep. 30B.
BanibergeDHiB ep. 304.
Banjula, BnyulB, fr. Amaldus, Ar-
naut, de, m. 3, 1?2, 133, 160, 368
—370, com. de Peniscola 3, de
Gardeyn 110, 1 12, 124. Beraat
camarer de Cornela 110.
Baraue, tr. com. du Pfly 74.
Barboranuin, Barbarana, d. T. 3C9,
371.
Barberano, locus de 99, 100. Galce-
randuB de, cun. BarchlnonenBls 227.
Barberia 253, 261.
Barbonne, d. T. 316.
Barchinona, Bargalona, Barceluoa,
ecclesia, civitas, homines 2, 3, 72,
86, 98, 118, 132, 160-164, 167,
176, 180, 167, 207, 224, 226, 227,
238, 298. ep. 377. comes 164, 177.
com. 63, 66. prior dels Preycadors
61. convent 49, 61. d. T. 369, 370.
Templarii 207. com. B3, 65.
Barda, Raymundus 1a, baiulue de
Calurco 317, 320. Petrus 320.
Bardoyll, Bardolyo, fr. O., b.
36B.
Barcnsis arcliiep. 305.
Bartliolomei , fr. Guillelmus, 3.,
Qranihano 368.
BasilienBis ep. 304.
Becliiin, mag. Ilenrlcus de 311.
Belayco, fr. QuiRcardua de, ord. Pred.
317.
teil Vifl, BelTia, Bell reer, fr, Af-
naldus 369. fr. Beringer de 131,
133, castellanuB de Konlesono 3C3.
V. Pulcro visu.
BeDeU, Huguo fr,, a. 361.
Beilicadri Beneac. 144, 210.
Bcltiifent, Bellifen, fr. Bemart de 133.
3, com. de Ane^a 368.
Bclliioco, Belliaco, Belioch, tr. Guil-
lelmue de, mag. Tempil 318, 352,
371.
Belloloco, Beiloch, fr. Raimundus de
S, com. Valentio 207, 372. Stmna
, vic. GeruDdensIa 66.
Bellomonte, fr. Artaldus de, m. 351.
Belna, dioc. Eduenais 328. fr. Lau-
ntius de 360.
ecr, Beiver, castrum 377.
Benavarra, fr. Hartinus do, & 3'1.
Benediclus papa XI. 38.
BeneventanuB archlep. 305.
Beraudi, fr. Geraudue, m. 341.
Berbegal (?), fr. P. de, s. 163.
Bcrengarii, lohannes S23. P, ord,
Pred. 322.
Berengariua Fredoli, liL as. Nerei el
Achlllei prcsb. card.. poetea ep.
TuBculanuB, card. BilerrensU, de
Besers, Beers 19, 2G, 27, 116, 12S,
152, 155, 15B, 190, 191, 193, 910
—212, 217—219, 221—228, 243,
216—247, 362, 256, 260, 2B1, 264
—268, 278—279, 282, 288, 2%,
300, 301, 324, 328.
Bemardus, b. 333.
Bemardus de Garvo, Garn, card. 209,
266.
Bemardua ord. Pred, inq. Tholosanu-^
90—92.
Bernart, F., a Uslorquea 114, lU,
119.
Bero, fr. Franco de, pree. de Paiili",
Lemovicenals dioc. 363.
Bertrandi, fr. R. 321.
Bertrandua, ord. Hin. Paris. 310.
Betbuoia, lac. de, proc. nee Fim-
dorum 311.
Beziers, eard. de, v. Berengarin?.
Bigleti), FerrariuB de, vic, regis 3iS,
Bisuncio, Blauntino, Hugo de, caix.
Paris. 308, 310. Reglnaldu; dp,
proc. nac. Iformanorum 311.
BisuQtinuB archiep. 304.
Biterris B. de, prior Caciaui 14, H-
T. Cassiano.
izecy Google
Namens verzeicbDiB m Band II.
Bituricensis, fr. Egidius archiep. 303,
can. 309.
Blacatii, fr. Albertus, pr«c. g. Hau-
Hcii el de Aquis 347.
Blana, fr. loh. de, s. 341.
Blanc, Ymben, !r. 74.
Bianca, regina Dara|(o 43, G9, Ti>chlei'
laymes II. 32, 34, 74.
Bland», fr. Symon de, in. 36B.
Blenoecli, O. de 289 (Plaisians?).
Blora, para Hiraveli, villa 87, 169.
Blumaco (?), fr, Geraldu» de, ord.
Pred. inq. 321.
Bi>, dumuE in baylivia de Merleoes,
Betneiuiis (V|, d. 337.
Bubiensis ep. 30&.
Bocezellü, fr. Harlinua de, prec. Va-
lencie 366.
Bocha, fr. Hdias 319. fr. R. 319.
Bofs, d. T. de 337. Buytiano, de 346.
BnloDfa, Bolunya (Boulogne) B4, 85.
comte de 60, 277.
Bonagiis, Benagii?, fr. QuilelmuB de,
com. Mansi Dei 370, 371.
BouavcnturJs, Bonaventura, Alexius
Bomanue de et sui 41.
Bonenatus, abbas s. Crucuni 11, 13,
15, 16.
Bonlfacil, fr. lacobuB 346.
Bunitacius, Bonifaci, Boni/assi, Buni-
t»z papa VIII. 7, 0, 11, 36, 38,
39, 43, 60, 119, 123, 126, 128, 1B7,
201, 262, 263.
Bnnonia, Bunonienses 16, 26.
Bonteycourt, fr. Ricliard de, com. de
Bourgoigne 3 IS,
Borde u v. Burdegalla.
Bordia, Bertrandua de, pape «raniera-
riua 166.
Borleta {Barleta), d. T. 360.
Born, fr. FranchuB de 316.
Boa, fr. O. vocBlus de Nebiano 323,
Bosanus, Nicolaus ep, 276, 276.
Bouch, fr. Pierre de 74.
Bovllig, Boyl, Boil, Petrus, niagisl^r
racionaüB 181, 182, 237—239, 246
b. 249, 262, 266, 268, 262, 266, 266,
269, 273, 276, 280, 286, 288, 289,
291, 292, 295, 298, 302.
BoxadoB, fr, Bcrnardua de, ord. Pred,
91, 92,
BrabanÜe dux 348.
Brachenaia, Bragana arcliicp. 239, 304.
Brandeburgensis ep. 304.
Bras, ecci. Rutheneua. d. 311.
Brcelia, loh. de, mag, not 317.
Bremensis arciiiep. 304.
Brenia, fr, Pelrua de, b. 371.
Breteville, d. T. 31G, Richard de, 313.
Brigeriia, Petrua de 338.
Briaaiaco, fr. lohannes de, s. 369.
Britannie coraes 336.
Brixia, Brescia 288, Brixiensia ep,
306.
Broeto, Brulieto, Brohet, BroBCt«, fr,
Pontius de, prec. Prouincie 318
—322, 364, 366, 367.
Broaia, fr. P. de, aerv. 341.
Brugaria, Brugera, Romeus de, ord.
Pred. mag. Fariaius 48, 61, 66, 67,
69, 276, 276, 309, 310, 312,
Brulare, fr. Guido Leniovlcenaia d.
333.
Bmnduainus archiep. 306.
Buceamattia, Nieholaua de et sui 41.
Bugia, inoroa de 241.
Biiyra, fr. Michael de, 6B.
Bullene (Dullens), fr, Oautier, de la
maiaon de Vaynier 314, 316.
ßurdegala, Burdcgale, Bordeu, 1 1,
13, 14, 17—20, 26, 27—33. archiep.
29, 303. provincia 192, ISS, 199.
dorn, fr Hin. 21, 30. d. Tempil
319.
ßurguDdi lohannesi, in Romana curia
procura tor, aacriala Maioricensia,
can. ValentinwB 7, 9, 10, 11, 13,
16, 17-22, 25, 27, 31—33, 38, 40,
130, 134, 136, 162, 154, 168, 202,
203, 208, 216, 276, 377, 379.
Burgundia, Luurgogne, Burgund, 304,
dux, filius, filia 13, 33, 34. Robert
Herzog 7. com. de 315.
Burriana, bona Tempil 64.
Burruellua, fr. Ilumbertus 350.
Butt, LapuH, de Monte mortano, Spo-
letane d. 378, 379.
Buxo, Petrus de, 316.
Cabanis, fr, I, de 318.
Cabazole, metuier lohanneo 184,
Cabeslars (?), fr. Amaldus de, s, 371.
Cflbilone, Chalo, fr. Hugo de, m.
nepoH visitaloris 7, 74, 76, 339, 369.
Caqa V. Caäiiani,
Caen 313, 314, Temple do, 313—316.
Cainhano, fr, Barraliia de, in., prcr.
AniciensiB 357, 358.
Caynono, <Chinon), caetrum de 155,
171, 324, 329, 340.
Calabria 40, 306, dux 9, 10, 40, 184.
{^alema, Dominicua, sacrista eccI. a.
Harie de Montesono, can. Botcnsia
876.
izecy Google
NamenBverzeichnis zu Band ([.
CalmU (t), fr. P. de 318.
Calaff, bona <1ep B5.
CalarilBDus srchiep. 394.
Calatayubii, Calqtayud, viUa 60, 164,
26B, 272, 273.
Calatrava, orde, casa de 214, 21S, 21S,
294, 247, 260, 265, 2S0. mag. 216,
267.
Calbet, 0. 180, 181.
Calmont, Guilelinus do 36.
CamberlanuB, fr. Ayiiipricus, a. 341.
Caoieli, Tr. Bemai-dus, s. 364.
CatucrineneJB op. 306,
CampsnJB 305.
Campion, Henri 313.
Campo nitundo, fr. P. tle, s. 163.
Campserch, O, do 04.
Canali, fr. lohannes, capellanu» 3G0.
CenarpulB, domus de 329.
Cnnalibus, fr. Domiuicus de, s. 1G4.
Candide caao ep, 304.
Canct, R. de 86, 151, 162, 166, 177
-179.
Canini ciimilatus 42.
Cauoniontp, fr. Icilianiien de, in. 320.
Cantauotula, Cantaviella, Cantavieja,
castrum E3, 67, 63, 66, 78, 12U,
121, 169, 161, 179, 182, 369, 372,
378 cimi. 63, 67, 63, 120, 179.
Canluaricnnix arcliiep. 304.
Capelia, Capela, Eslortus fr. 360.
fr. GalbardiiB la 330, 321. domuB
de 316, 317, 318.
Capliviirum ordo 16.
Capuanus arcliicp. 305.
Caragofa v. CraarauKusta.
Carb<melll, P. 323.
Carcassesium, inq. iifficium de inq.
76, 90,
Carcassfina civ. 92, 118, 138, 321,
323, 324. Inquiiiilores 44. Templarli
328. dioc. 19. officialos ep. 19, 20.
convenlue Pred. 322.
CarcasRona, RayniunduB de, recUir
ocol. de Aytona 376.
Cardinales, cardenals, collegium 10,
14, 10, 17, 21, 22, 23, 26, 29, 30,
31, 32, 38, 69, 60, 74, 111, 112,
114, 116, 117, 123, 129, 134, 138,
141, 149, 171, 183, 184, 201, 202,
21], 218, 221, 224, 228, 238, 240,
242, 243, 244, 246, 246, 261, 266,
270, 281, 282, 284, los cardenals
de Ilaila 282, 284, 286, 288, 292,
294, 297, 298, 299, 302, 339, 340,
Carduna, Berengar de, niaesire del
Templc en Arago 3, 43, 74, 369,
370, 376. P. de C. batle de C«-
vara 161. Ramon Fol« de 28, ä6,
68, 69, 121, 124, 126. Petras in
Gran Jena.
Gart Di, fr. Riietagnus de BoTnnii,
di»e. Vasiunensis s. 34«.
Caro, locus de, easlrum 209, 210,
212.
Karolus, rex Ungarie, tiUue 324.
Carolus (de Valoi»), fr. regis Fninpi^
18, 27, 30, 31, 34, 36, 118, Ui,
238, 271, 286—288, 292, 299. uiM
34. filie 27, 31, 34, 36.
Caron, fr. Raymbaldtis de, pree. Tmtv
Ultramarine 324.
Carpenloraliim 209, 211, 218. «p,
326.
Cartaglnensis cp. 303.
Cartusicnsis priur, ciiDr. 82.
Casanu« 4, 6.
CasaanliBs, fr. loliannee, prec de K'^-
garcda iuxta Appamias et de Uiri-
pi5
s 321,
Canselensis arcliicp. 304.
Casslani), Caciani, Ca<;a, Bertrandu«
prior de 180, 186, 187. v. Bilerris.
Caetell nou v. Caalrci amn.
CaRleli Manart (Castm Haynanl"!.
Corral de 274.
Gasten lamphilaz 186.
Caetella, Castellani, Caslellaos, rirb-
liomen» de 24, 37, 120, 183, 211.
223, 242, 260, 263, 303, (Ferdinan-
dus) rex 9, 23, 24, 36, 62, 181.
208—212, 220, 231, 236, 249, 2W,
253, 254, 284, 296, 296, 297, SOI,
302, filius 212, luaier 96, »ororil,
36, 260. rex quondam Saniiual^
Ferdlnandua, Alfimsus (delaCerdi)
38, 211. Kanffoa 69.
Casleliana civitas 42.
Castellani, fr. lohannes, prec, FaiSi^i
361.
Castellani, lobannis eonsanguinci (R"-
manS) 42.
Castelianus ep. de patriarchatu (ira-
densi 303.
CaElclIio, Impuriarutu, d. T. 369-
Castcllione, Guillelnius de, arehidiM-
CarcBM. 322, Poocius de, «un. Cif
cass. 322. fr. Petrus de, s. 3TI,
Gaslelloto, castrum de 66, 78, 12t, 171,
Gasteiuj, fr. Amalt de, com. en )l>-
lorcha 67, 68.
izecy Google
N*inensverHiehni8 z
i Petrus de,
Casieyllo, fr. P. de
Castilione, Gullelm
99, 164.
CaBÜIhiooe, fr. lacobuB de 330.
Castroalbo, domuB T. de, in Purtu-
gslis 362.
Castronoro, fr. Amaldus de, mag.
Aragonle 370. fr. Quiltelmua de 65.
Caatninovo, Castell nou, Jai;pertuB de
226, 231, 240, 242, 261, 268, 297.
Castruiii novum 225.
Castro veteri, fr. Ouilcinius de 819,
371.
CatalODia, Catalunja 20, 163, 167,
Catbalans 248, 264. enqueridorei.
CataaensU ep. 304.
CalhBlanneDsls clv. 337. ep. 303.
Caturcum, Cahors 316—321, dorn.
Prad. 317. domus Tempil 316, 317.
baiuluB de 317.
Caudebeq, Robert de, clerge 313.
Kelaviio, Sultan 1, 4.
Celeetlnus papa V., Horro, Petrus fr.
de 17, 35. V. Morro.
Qeliua, castellania de 6. com. 3S, 65,
368.
QelRa 169.
Cenomanensis ep. 303.
Centumcellis,
Ceperani civ.
Ceraria, fr. Bertrandua de, in, 369.
Cereto, Cerel, Qulletn de 66, 66, 76,
87, 162, 173, beiulue DertuseniiiB
121.
Cervara, batle de 161.
Ceruof, fr. lohannea de, prec. de
PoDtluo 332.
Cesaraugusta, QaragiBHa 66, 161, 164,
176, 268. bUbe 66, 112, 281. C(ini.
121, dorn. T. 317.
Cespujadea v. Pujadea.
Qescret, fr. Q., s. 163.
Cbalaniera, castrum de 66, 78, 133,
1S6.
Chalo V. Cabiloue.
Cliallet, fr. lehSD in Breteville 315.
Chambariaco, fr. Radulphus de 369.
Chambaruti, fr. Raymundua prec.
Tempil Richarenchorum 361.
Ohambili, P. de 336.
CbamboDo, domus de, Charomonlen-
sia dioc. 366.
Cbardaeio, fr. Vitalls de, de Anitio,
pre«b. 366.
Chamay, fr. Qaulridus de, m. prec.
Itt Nonnannla 307, 325,
Chutel, lohan deu, clerg 313,
Fink*, Papittam anil UnUisiiiig d.
Cbastel, Hugues de, cbevalier 313 b.
316.
Chaliaunuef, fr. Geraudon (iuz Qe-
raut de, monseigneur 74.
Chausada, fr. lobannea 1a, prec. de
Foulac 333.
Chenac», G, de, cau. el oH, Paris.
312, 313.
ChinoD V, de Caynono,
Chongnet, Uichel, lectour, fr. pre-
echoour de Caeu 313, 314, 316, 316.
Choques, G. de, civie Parlsieii3is312.
Cipri, Cypri insula, Chipre 4, 6, 14,
304, rex 4, 5, 354, preceptores 171.
Clrera, fr. Bertrandus <;a 162, 370.
Cisterciensis, Cii<tell, ordo 81, 234,
290.
^ Xivret.
d. Leinuricensis
340.
Claramonte, fr. G. de 164.
Clarano, Ouillelmus de, cursor 216.
Clemens V. papa 7—26, 28-32,
34—36, 38—40, 43, 4S, 46, 48—61,
57-60, 62, 65, 73, 75, 77, 82, 84,
86, 87. 88, 88, 90, 93, 98, 100,
107, 110, 111, 114, 115-119, 123
— 12S, 127—130, 132, 134, 135,
136, 137, 139—143, 145, 148 — 152,
165, 156, 167, 158, 160, 166, 173,
174, 175, 178, 180, 181, 183, 184,
166, 187, 189, 198, 201, 202, 206,
208—228, 230, 231, 232, 234, 236
— 247, 249-262 270, 272—280,
282, 283, 284, 286, 288—302, 307,
308, 323, 324, 325, 339, 340, 363.
Climeotz, Nlcholau, de senl, s. 167.
Clunye<gi m»n. 173. abat de 185,269.
Cübria, Symon de, prJcir b. Bernardi
Paris. 310.
Coceoiono, Berardua de 377.
ColoceoBis arcliicp. 306.
CuUerii, fr. Guillelmua de B<iyanni),
d. Vaeionensis, s. 342, 343.
Colonna, fr. Egidius arcliiep. Biluri-
147.
BiL
Coloniensia arcliiep. 304.
Columpna, Columpnenais 42, Bartho-
lomeus de el fratrea 41, lobaones
de, dorn. Genazani tl, Petrus et
fr. dorn, de Qallicano 41, Sciarra
288, Petrus et Stephanus dum. Oti-
barii 41, v. lacobus, Petrus.
ComflaDZ, Cbarembaul de, Borgoig-
noii 74,
Coraite, Slephanus de, el
sui 41.
Compendii), Ir, Radulphu
a de 335
B. TamplBrordei.i. 11.
25
iLCD, Google
388 Nami
Compostellanus archiep. 303.
Coadore, fr. de, m. S41.
Cunfleut, fr. lacobua de, b. 163.
Consanus, archiep. S06.
Constanciensis ep. 303, 33B.
ContantinopolltaiEus patriarcha cum 2
Euf. tr. 303.
ConstaDtlnua imperator 220.
Convenaruin eoines 38,
CopoDB, fr. Oeraldua de 161. laco-
a de n
161.
Corbella, fr. Bereagariiu de, s. 163.
Corblns, castrum Terapli 66, 370.
Corbon, fr. P., m. 330.
Corbonio (Corbon, Oorbolio?) Yin-
bertua, fr. de, m. prec. de Poulac
et de Cruce 332.
Cordellis, Yvu de, rector. univ.
Paria. !J0.
Cordubensis ep. Ferdinandua 272.
Corinthienaia archiep. 304.
Cormesi, fr. Reginaldus de 338.
Cornela, Conieylla, cam. de 112, 113.
Cometi comitatua 42.
Corsica II, 232 v. Sardinien.
CoHJetla, BerengariuB de, noL Der-
tuseosls 76.
Costa, fr. R. 1a, presb. 317, 319, 321.
Court Val., d. T. 31B.
CouB, fr, P. de, m. d. Miraveto 368.
Coves 64.
Crachii Ouidonis, Paadulphus et
Credolio, Re^oaldua de, ord. Pred.
310.
Cremonensis ep. 305.
Crenator, fr. lohannes de , prec.
Orandla silve 341.
Cresto, de .350.
Greta insula, regnum 33, 34, 304.
Criutiaco (Crimen), fr. Humbertua de,
d. Barruei, prec. domorum Vian-
uesil 359, 360.
Crocii, fr. ÄJuardua de Vienna, a. 362.
Cruel, fr. P. 330.
Crucuni, mon. a., 81—83. abbaB Pe-
trua 31, 81, 82. v. Boncnatua.
Cufla, CBBtra et ioca 64.
Cunianus ep. 303.
CumbJB, Arnaldua de, can. Barch in.
227.
Curco, dorn, de, Uaytlion 1G8.
curla (Romana) 9, 10, 14, 15, 22, 76,
114, 138, 141, 143, 166, 311, 212,
219, 222, 228, 248.
Curlibua, fr. Garaia de, s. 372.
Cuscntinus archiep. 305.
Cuai, fr. lohannes de, mag. moleii-
dinorum et tsberne i. Gemaai
Pariuenaia 341.
Dablora v. Blora.
Darago v, Arago,
Balmudevar, lohan 277.
Daroca G2, 54, 161, 248.
Da;lor, Petrua, not. ep. Herd. 378.
Dalvemya, prior de 2S4.
Dangie, com, 316.
Daray, fr. Hugue 314.
Datie regnum 304.
BfiupeÜQ, fr. Bretto, 319,
Debre, laygua 87.
Dellengnel, tr. Richard, de Coatt
Val 315.
Delphinl, fr. Guido, m. 307. 312.
Dertuaa, Tortosa, castrum, civ. BS, ^6,
86, 87, 121, 126, 126, 159, IGJ,
176, 177. bisbe 112. A. can. 125.
vicariuB 83, 87, 172. baiulus 6S,
170. prior 229.
DertusensiB inaula 6 v. Tortoei.
Detecha (Atheca), HarÜnua de, nrd.
Pred. 88.
Dionieius, mag. uunciusr.Franciel}-
Dole, d. T. 316.
Domaa (Dermas?), fr. lobaDoe«, m.
prec. de Roes 329.
DominicuB curaor 27.
Doaaderi <ob Douadeif), fr. Petrw
ni. P. Douaderi burgeoais Ca-
turcl 316^321.
doniells de la camera del papa 18S-
Doma, fr. lohannea, prenb. 320.
Druco, Laurenciua de, ord. Tallk!
Scolari um 309.
Dmlla, StephaDUB de, der. 346.
Dublinenaia archiep. 304.
DuboiB, Pierre 94.
Duilla (Drulla?), Pelms, cap. »16.
Dullcns V. Bullens.
Dulsinua, fr. hereticus 22.
Durbando, fr. Gaubertus, m. 371,371
Ebrardi, fr. Bertrandus 313, Slepha-
nQB de Podio s. Ratberti, d. Le-
movicenBis, fil. Oeraldi Hebrtrdi
316, 318.
Ebredunenais archiep. 304.
EduCDEis ep. 303.
Egidil, Rodericue 36.
Egidil, lacobus campsor in Fimpe-
loua 131.
Eicidii, domuB b., 823, 346, 347.
Eliacnde, Königin t. Aragonien, id.
izecDy Google
NsmenaverzeichniB zu Band II.
S87
ElnenelB ep. 110. abbates et priores
19, 20.
EnibreduDcneie, prov. 3t.
emperador i23, 124, 265, 274, 292,
30a. V. Henricus VII.
EiuposlH, caatell de 183.
Empurio (Ainpurias), fr. Mugo de 1, 2.
Engcrra (wohl de Uttrigny) 277, 280,
284, 300.
EntenQB, Berengaria, Berengerona de
120, uxor nob. Q. 85. Bernardua
Guilleliui de. ord. Huspitalia 4—0.
Gonibaldns de, procurator Valencie
63, B4, 65.
EnLinyena, lc»3a de v. ODlinyena 74.
Ermenteria,Guillelmtia, c)rd.Pred.373.
Esculanus ep. 305.
EsinuB ep. 306.
Espanya 60, 232, 241, 243, 249, 264,
2BB, 279. reya de 241, 270, 278,
2B1 -283, 296, 300. prelats de 269,
270, 274, 281. v. lapama.
Esp«it V. Aspello.
Eaplugues, B. de, balle de Valentia
160.
Estienne, s., de Renneville, d. T. 314.
l eomilatua
Eulalie.
, 364.
EuBtachio, Theobaldua de a,, et sui 41.
Eranbourg, d. T. 314, 316.
Evurcio (Enurcio), tr. Quilleliiius de
s., prior Pred. Paris. 309, 312.
Exee 100.
Eximini, fr. Petrus 370,
Falcibua, fr. RayaiuDdua de, caatell.
de Montewino 368, 371.
Falcono (Falcuiie), Ir. lordanuB de,
de Valriacu, Vasionensla diocesis,
B. 344, 349.
Falgosio, lohannes de, ord. Pred. inq.
Francle 321.
FaventinuB ep. 305.
Fargis, Bemardua de, nep. Cie-
inentis V., Erzb. v. Rouen 15.
Patiuia 3.
Ferrara 216, 263.
Ferrari i, Bemardua, prior Pred.
GerundenBia 76,
FerdinaDdiia rex Caslelle 272 v, Ca-
Felgario , Amaldus (V) de, reetor
eccl. de Hontesqulvn 323.
Fieyra, fr. Huguo de 356.
Figiaciim 318.
FlamencliBfFlandrenaca 30, 271. üumtc
de 271, 273.
Flurec, Guillelmus de 229.
Florencia 26, 211. civ. e
42. FlorentinuB ep. 306.
Ployrano, Eaquivus (nicht Esquinus)
de, varietus regia Francie83, 86, 142.
Fcilliiaco, Foulleyu, fr. lohannea de,
Diag. presb. 311, 341.
Pollie, tr. Renaut de la, Boi^oignon 74.
Fonoyllario, Fonuliar, Bemat dez 6,
7, 77 (proc. in Catalonla) 87, 182,
184, 186, 188, 237.
FanB,frigidu8,mon.Funtfreda 214,234.
Fontenoi, d. T. joustc Sablles 316.
Fontibua, fr. Bemardus de, condam
com. de Corbcris, lucuiu tenens
alcaydi in Tuniclu 131, 226, 227,
370, 372.
Foresta, mag. RaginalduR de, Irfudu-
Fomensis ep. 304,
. 304.
Forquea, fr. Bemardus de 162.
Pos, Fossls, (Fora), fr. Roeeelinus de,
prec. ProvlDcie 324, 347, 348, 356.
Fos, fr, BertrandUB de, prec. Cipri 317.
Prancic regnuni, Fransa, Franga,
Frankreicb 12, 16, 18, 22, 24, 27,
28, 34, 44, 46, 60, 61, 68, 76, 84,
86, 107, 109, 113, 114, 137, 140,
147, 162, 183, 191, 194, 197, 300, 229,
242, 267, 271, 273, 303. rex (Phl-
Hppus) 8, 9, 12, 13, 17, 24, 27, 31,
52, 54, 143, 146, 183, 209, 280.
regina (lohanna) 12, 33, 118. pri-
mogenitus (Ludovicua) 12, 33. »e-
cundugenitus (Pliillppus) 33, 143.
tertiogenitua 27, 31, 33. filia 36.
UD aeu fill 183, nuncii 12, 13, 17,
24, 209. conaeyli del rey 116, 117,
270—273, 296, 299. preiali et de-,
ruB 16, 194, 241, 256, 261, 269,
270, 274, 296, 299. abbales 20. in-
quisitorea 61, 90, 146, 189. viaita-
tor Tempii (H. de Feraudo) 13,68,
171. mag. et prec. maiurea 198.
frares 62, 113. v. Pliilippua, Lodo-
Fransesea 264.
Francisci, fr. luhannea, prec. Pictavie
326, 332.
Fredericua, Frederich rey de Sicilia
18, 22, 27, 31, 33,^36, 40, 232,
239, 246, 264, 274, 288, 289. filius
27, 31, 34, 36, filia 27, 31, 33.
Fr<)sinonis civitas et comitatus 42.
Furcis, fr. Bernardua de, ni. 370.
Furnis, Symun de 311,
FuxenBis ci>mes 28, 33, 36, 188.
25"
izecy Google
SB& NRineiMVerzeichnia zu Band It.
Gaetanf, Oayeteni, 41, 42, Fran- j Oirardus, prior gon. ord. Carmel. Slfl.
cisciu 42. I OUndiera, Glanderii, fr. Barlholo-
Qalllart, en 115, 117. i meus, supprior arid. Pred. Citur-
Gaysennoii, tr. Huguo, de Creslo, ' seniis 316, 317.
Vaslonen. d. 350. | Olol, Raoul 313.
Oülardus, fr. pape 10 r. Oot l Qnesnensis archiep. 30S.
Galiaer^ Oalüneriis, fr. Bauion de, i Goardia, casUyl 79.
com. Cantavetule 120, 121, 15». Oodor, Petrus Hartini de II, IS, 15,
Gallesii coiuitatua 42. ' 16, 31.
Gallicl 24. I Golardue, tr. com. de Tnrtoaa 371.
Gandavo, mag. lohannes, can, Paris GkinevUla, fr. GaufrldUe, prec. in
310, 312. Pictauia et Aquitania 326.
Gandesa, Gandesla, batlla 6E. IGl. | Qontcrius, fr. 329.
Garcia, Ferraadez 67, Xemenes 274. , Got, Amaldus Garsie del, fraler pape
Gardeuium, Garden;, Gardcyn, casa 10, 364. Berlrandus del, nepos
de 72, 169, 170, 208, 368, 370, | pape 10, 22, 24, 264. V. Baymunduä,
374, 377. , GradensiB patriercha 303.
Gardia, R., fr. ^a, v. Quardia. Qrayfleu, fr. P. de serv. 363.
Gargent v. Agrigentinua. | Grainhano, fr. Borralua de, vo. prec.
Garidelli, Garldeyll, Masciiarosius, j Anlciensis 344.
civis Dertueenais, adminiEtr. bono- i Granata, Grenada, regnuni, cItjus,
rum Tempil 99, 169, 163, 177. ! Moroa 71, 183, 209, 216, 217,231,
Garric, come« de 13, 16. 232, 234-237, 240, 241, 249. SSO,
GarriganB, Gairigans, fr. laclime com. | 263, 264, 256, 257, 261, 269, 270,
Dajabunt86,127,106, 168,170,175. I 274, 279, 297, 302. rcx 71, ISB.
Garsia, Arnald 264. | Granselva, Grandimllva, monaslir rtc
Gars»[e, GondiKsalvus 7, 9. | 234, 341.
Gascunya 62, Granyenacastrum99,161.com.de128.
GBStina,d.Templi,Nici«iensiBdioc.354. | Granilianuin 368.
Gasto, R. 276. I Qrausello, prioratus de, prupe Hl-
Gatx, castrnm de 40. laut<enani 209.
Gauche, fr. Geraldua de, in. 307. 1 Grecia 254, 255. Orechs 266.
Gaulridi, fr. PetruB m. pree. de Vaur i Grogorius X. 106.
Albiensis d. 318, 357. ' Griaignau 74.
GautriduH puraor 164, 1 Guamaches, tr. Euricus de, pmb.
GBy,fr.RobbertuBde,Ambiau.de341. I 331. fr. Hugo 331.
GenesiuH,B.,l()euBquidamProvincielO. i Guarair, fr. Petrus, cap. de moole
Genua v. lanua. | Hiraueto 364.
Genvilla, lotiannes de 332 v. lamvitla. Guanerii (Ouanli), fr. Petrus, cani.
Georgio, Petrus de s. prior de Ar- ' Barcbinon. 370, 372.
uianicis, NeinauBeusis d. 202, 203, ' Quardia, Berengar, de, biiibe de
877, 379. ] Violi 62.
Geraldi, mag. Hugo, arcliid. Petra- ; Guardia, Ramon ^a, RaimunduE itf
goricensis 199, 194. ■ Gardia, com. del Mag Den et li-
Geraudon, fr. 74. nent loc del maeatre del Temple
GerarduB, fr, prec. Francie 3.S8. I en Arago et en Catalunya 66, SS,
Gerardus archld. in Brie, eoci. Paris. I 69, 70, 73, 79,86—87,121,126,
ean. 308, 310, 312. 126, 128, 161, 162, 165, 167^170,
Gerardus ord, Cannel. mag. 309. I 174, 176, 178, 323.
Gennani, ition. s. de Pratifl, Petrus i Guardiola, tr. P. de, cam. de Min-
abbas 308. Veto 368.
Ges! (Gisi), Raduiplius de, recepior ' Guarrigua, Geraldus la, der. Calur-
regia in Canipania 336. 1 cenBie d. 320.
Gliambarello, d. T, -163. | Guaylat, en 49.
Giaco, G. de 312. , Gubaltari, niunt de lubaltari, striMv»
Gilida, Petrus de 229. 231, 236, 242.
Giraudl, fr. Petrus m. 348. Guerrerius, fr. Bemardua cap. 363.
izecDy Google
Nain eosverze ich n i:
Guido, ord. Carmel. 310.
GuilbertuB, fr. prec. de Bo. 337, 338.
OuilelmuB (de Bergamo), card. 41.
OuillelniUB Ruffatl, ss. Cosme et Da-
lulani diac. card., refercndariuB
20, 21.
Guorsa, fr. lobannes de la 9S0.
Harteysut, fr. Petrus 360.
Hangestti, Guillelmus de, senior 312.
Hellsiarii, Rajmunduü, tr. miln, pre-
cpptor domus Tempil de Roaysiu
Hcnricus VII. Romi
238, 288, 289 v. eiuperador.
Kereimtarum s. Aug. Paria, prior 310.
llervieu, fr. Oiefrol, niaisou de Brete-
vlUe 315.
Hiapania v. lepania.
Ilispanus card. v. Petrus.
Honore Hontis Alsaii, tr. lotiannes
de 317.
Ilospitalarii ordo' Hotipilalis, Lcspital
6, 61, 62, 73, 118, 168, 183, 184,
■ 213-215, 219—221, 224, 227, 228,
233, 247, 2G0, 266, 2CG, 278, 281,
282, 283, 286, 290, 291, 294- 301.
HoepitalBrioruui inagiater 6,
167, 213, 243. priora 284, coiiiend.
222, 223.
Hosliensis card. v. Nicolaus.
Hucsca V. Osca.
Huguoleui, Fr. Guillelmus Rlcharen-
chorum 348, 349, 364.
lacme, archabisbc de s. 281.
lacnbuB (1) rex Aragnnum 20.
lacobus PCX Sicilic I, 2.
lacobu» Petri, fr. layme II. 66, 121.
lacobuii I. rex Maioricarum, cumes
Roseilionia et Ceritanie et dorn.
HontJB pessulanl 177, 179,
lacobuB Colonna, card. 41, 43,
lacobus, ord. Cistcrc. Paris, 310.
ladrensis archiep. 305.
lafet, fr. Deodatua, s. 341.
laynic, fntaDl G, 250.
Yalla, V erb um Sarracenorum 323.
lalcaii, d. T. Uticenais d. 368.
lanua, Genova, Genua, lanueiiEiis 22,
40, 51, 266, 274, 289. archiep. 305.
Iaqulntu% Ric. Petrus 41.
lassenis, mag. lacobus de 317, 318,
lerosolimltanus patriarclia cum suffr.
303.
lenisalcm rex de IIS, 1B3, 366. claus
de 243.
llerda, Lerida, Leyda 7, 83— 8G, 100,
101, 114, 131, 164, 181, 176, 182,
206—208, 225, 364, 379. eccl. 6, cp.
Petrus 6, 7, 101, 113, 163. PoDCius
160, 182, 185, 206-208, 226, 236.
237, 377, 378. ambax. 188. vic. et
curia 163. domus ep. 376. capella
ep. 377. dom. Hinorum 373, 374,
375. doiu. Pred. 372, 373.
Yllino, (r. Berlio de, prec. Catlialo-
neuais 362.
Yma, fr. Roberlus de 330.
Ynibricus, tr. Tempil 329.
Impuriarum (Anipurias) comes 66,
285—268.
locoDC, fr. G. de, prec. lallesii, d.
Uticensis 367.
lotfre, fr. Andreas, s. 163.
lohannea, Infant IS, 19, 202, 249,
I 250, 254, 274, 28S, 289.
'' lohannes, fr, laymcs JI. 66.
' lohannes (de Tumo), fr, ttiesaurarius
' I Tempil Paris, 341.
:' I Iiihauncs, fr, de civ, Callialaunensi, in
,' ' d. de Ncmurls d, Trecensis 337, anle
prec. de Marmot 339.
loliannes Boccamaxza card. ep. Tua-
320.
1 210.
;u1bi
lohannes Monacbus, lohan Monge,
card. 20, 37, 41, 123, 166, 168,
lohannes de Murro, ep. PortueDsIa41.
lohan, chapelain 313.
lohan, B. 49.
lohanne, fr, Bcrtrandua de s., fil.
R. de s. lofaanne de llonore Hon-
tis AlsatI 317.
lohannes, fr. prec. de la Musa 327.
lohannis, fr. Dominlcus, s. 372.
lomihi (Ii)Quhi!), fr. Lambertus 330.
lordanuB, fr. 37], com. de Orulo
368,
lovinhlaco, fr. lohannes de, s. 341.
Ysemla, Andreas de, cousll, r. Si-
Ispanla, regna, 140, 145, 214, 236,
236, 267, 272, 282,
lapalenais archiep. 303.
Istria, supra marc 306.
Italla IG, 22. prelats 269, 206, 200.
lubalUri V, Gubaltarl.
ludei 188, 342.
lull an US, fr. cap. 360.
luneda, fr. Guillelmus de, m. 378.
izecy Google
Nam«nsverzeichnie zq Btuid II.
luet, fr. Berengar de «., mag. Ära-
Ronle 72, 169, 160, 177, 372. com.
de Miravet 62, 100, e de Tores 72,
172, 372. Pelrus de, com. Altam-
bra 6, 13, 14, 37, de Peniscola
56, 62. fr. RaymuDduB de, m. 368.
Laniaiaa (?), com. de 58.
Lambalia, mag. Alanua de 309.
Lanera, fr. PetruH, s. 368.
Langonum 28.
Lagarda de ßoEÜhu, d. T. 316.
Landulfus BrancaccI, s. Angeli diac,
Card., Card. Neapolilanus 17, 2S,
41, 76, 152, 156, 244, 324, 32», 310.
Larclient, fr. RayneriuB de 312.
La-ialbloDCria Id d. HcldeDsi 334.
LaslDhlaciiin, d. PictavenoiB 332.
Lateranum T.
Lalcrelha, fr. Petrus, prec. de Podio
de Nol{ 316.
Lavcra, fr. P., e. 163.
Lavemha, fr. Geraldua de, prec. Ad-
drivalys, d. Petragoricensis, et
Tempil 8. Micliaclis, d. Burd^a-
lensU 318, 320, 321.
Laugerii, tr. Huguo de Hootesecuru,
d. Tricairtrensia 361,
Laurenclua prior Valiig Scolarium 310.
Laven, fr. Hugo, m. 333.
I^breto, AmaricuR (recto: Amancrua)
29, Namancu 263, 25G, 261.
LetrtoreDsig ep. 22, 303.
Leget F. 116.
Legusiacum 165.
Lemovicinio, fr. QullleljuuR de, in.
til. IIugiiniB de Lcmnvicinio 317,
329, 341.
LenKloiB, fr. Aubin, c<mi. Dangle 316.
Lcnda, fr. Exeniou, ExlminuR de,
mcstre fn Aragonia 43, 60, 62, 65,
09, 100, 162, 176, 202, 203, 369,
377, 378. fr. Rodericiis, s. 163.
Leo T. Lugduuum.
Lecidium, Leodiensia, Lütlieh ep. 304,
Theobald 48.
Lerida v. Tlerda.
Llbiann, Libia, Bernat de, m. 63, 64,
86, 173, 176, 238.
Licinoe, cod. a. 375.
Lienticuria, fr. Gallerus de, m. 307.
Ligiisiacum, Lug. 167, 15B.
Lileto, fr. FerrariuB arcbipresb. de
Vallobar 372.
Linio(ii,Galhardus,de H[inlcregali323.
LiDguoensis decanus, fr. magni ma-
gistri (I. de Molay) 339,
Ijnnbrua (V), G. de 311.
Lins (T), Guillame de 74.
LiCerio, fr Beniardus de s. 370.
Loben e bis, Fredolus de 322.
Lobera, fr. P. de 182.
Locliis, fr. Argcnterius de 319.
Lodovieua (IX) rex Fraocie 146, bea-
tuB L. 318, Loya gemia, frare del
rc; de Franga 41, 277, 280, 286,
292.
Logee, Lotxes, Lotges 36, 68.
Lomauya, rlcomitatus de 10.
Lombardia 22, 305, com. de 69.
LondonlB 326. l^ndoniensla ep. 304.
Longus PoDB, prope Hontem Lcthe-
rici 172.
l/irmant, locus 29.
Loigerio JobaiiDce de, urd. Pred, ing.
63-68, 76, 77, 91, 92, 206, 207,
208.
Lotoringia, Lotbringen, fr. lohanne«
de 330, Herzog 48.
Loviers, fr. Christofle de, de Vaymer
315.
Lourignj, d, T. 315.
Lublcenals ep. 304, 305.
Luceto, lacobuB de 311.
Luche couiunitatiB nuncii 26.
Ludovlcua V. Lodovicua.
LugduDum, Leo, Lyon 9, 10, 11, 45,
106, (concll,) 142, 149, 258, 273,
274, 280, ecci. 156. provinlia 16,
34, 192, 199. arcbiep.303. v. Villars,
domUB T. 327.
Lugleto, fr, Gameriue de, d. Lingo-
ueusi!!, a. 160.
Luna, Artaldua de, procur. in An-
gnnia 64, 132, 133, 159. Lop. San-
cliez de 130. P. Lupi de 18, 19,
21, 25, 29.
Lunarla, d. T. 354.
Lunelio, fr. RoatagDus de 356.
LuDdenais arclnep. 304.
Luparia, fr, P. de, com. de Celma
Lupi, Luppi, lobannes, archidiac. de
Guai^a, procur. 208, 209, 210, 212,
226, 227.
Lupi, Petrus 26.
Lütlicb V. Leodium.
Hataneyl 176.
MaciarieuBis ep, 306.
Madit, fr. P. de 31».
Madrit archidiac. de 9,
MagalonensiB ep. 303, arcbidiac. 192.
Magdcburgenels arcbfep, 304.
izecy Google
Namens Verzeichnis zu Band II.
391
HagTio Prato, oomes de 338.
Ha^ntinuB archiep. 304.
Hahometi nomen 272, 343, necU 23B.
HaioricHrum n^num, civitas Malorca,
Halnrche B6, 111, 122, 166, 176,
266. ep. 303. V. lacobua 203, 237,
303, 3B9. rex 3fi, 38.
Maioris, Bemardux, scriptor 161.
Malausana 209, 210, 225.
Malek el Aschraft 1, 4.
Malen (?), fr. Robertus de 33B.
Haleti, fr. G., in. 368, 369.
Maltsanguinis, fr. Raymundue, m.
344, 346.
Malco, castrum de 35.
Malmon, fr. Guillelmus, m. 341.
Manager«, cn 62.
Manats, fr. ß, 12S.
Manfrcdua Urbia prefeclun et sui 42.
Manso, fr. P. de, [11. Sestayrol de H.,
de Figiacn 318.
MsDSus Dei, Mas Dcu 72, 111, 161,
178, 367, 368, 370, 371. v. Guardla.
Maraudi, fr. Petrus, s. 371.
Harcha Anconltana 305.
Harci, March, Petrus tliesaurarius
64, 131.
Marciali, de b., sent Marcal. fr. Ar-
naldus 66. Berengar com. Dascho
66, 12S, 128, 160, 164. fr. Geraldus
m. 341.
Marf^rita, ßomanoruui reKina 23B.
Marigny, lohan, ord. Pred. de Caen
313, 314, 316, 316.
Marigniacu, P. de sucoentor Pari«. 310.
Marmont, d. T. 339.
Marques, fr. Bemardus 320.
Marrochium, Harrochitauum regnum
235, 237, 261. rex 236. Moros 241.
Marsta (T), fr. P. presb. 320.
Martini, Ir. Duminicus, capell, 372,
Hartiniaco, Ouillelmus de 336.
Martini; P. 166, 169, 170.
Martino, fr. Gulllelinua de a., de
Gardeyno 163, 368.
Martorello, P. de, in CanUvieja 100.
Maa Den v. Hanaus Del.
Mas, P. dei 131.
Maeel, fr. Baymundus, d. Aquenais,
H. 341.
MassBut, B. de, lector ord. Pred. 317.
Maseanua cp. 306.
Hauilia OB, 323. ep. 304. dnnius T.
367.
MasticonensiB d. 144, 277. ep. 138,
MaaqueUa, R. de, ord. Pred. 276, 276.
Matoro, Ponp de, fil 275.
Mathei, fr. Bemardus, de Orulo, b. 368.
Matleo Roeso (Oralnl) card. 7.
Meay IIa, fr. QüillelmuB de 370.
Hedtolanensis archlep. 305.
Meldensis ep. 311.
Menaguerra, Bemart 179.
Mercaderii, Mercalor, mag. Petrus
cirurgicuB r. Francie 69, 83, 8S.
Mercat, fr. Guillelmus 320.
Mereymo, Satraudua de, cam. r.
Francie 166.
Merlane, Mellanc, Herlenes, dointia T.
331, 337.
Hesaina 289, Messaniensis archlep.
306.
Mestinners f?), fr. lohennes 333.
Metensis ep. 304.
Hidensie ep. 304.
Hilars, fr. Bemardua de, ni, 163.
Milieus Rlcardua de, de Anlbaldia
et nepotes 41.
HiniatensiB ep. 303.
Minores, fr. ord. Minorum, quid am
fr. 46, 331, 332, 361, fratres 144,
366, duo fr. 333, fr. Menors 118.
Hinorlcenala Insula 237.
UJnurisa, tr. P. de, cap. 368.
Mir, fr. Petrus ord. Min. 374,
MirapiBce 321—333.
Miraveto, (r. G. de, com. de Orta 368.
Miravetum, Miravet, caale], vita 14,
37, 51, 66, 70, 72, 73, 78, 81,
86—87, 111, 126—130, 133, 151,
162, 165, 168, 170, 172, 173, 176,
176 — 179, 364, 370, 372. com. 60,
128. honiens, vassalli 66, 87.
baiulie redditus 86, 87.
Mirolia, tr. Huguo de 359.
Modies, priural de 246, 248, 251, 256,
261.
Molay, lacobiis de, magisler ord.
Tempil, maestre raayor, m. Ultra-
marinus, m. mJHcie Tempil 3, 5, 14,
36, 37, 43, 44, 47—49. 52—65,
67—80, 61, 69, 71, 86, 100, 102,
107, 109, 114, 116, 116, 143, 144,
156, 171, 182, 198, 206, 207, 267,
268, 307—309, 312, 313, 324, 328,
329.
Molina, Simon de 131.
MouachuB V. luhaanes.
MoDbellart, )a conle de 74.
Monchada, Not de 166.
Monflores domua de, d. AmbianenslB
331.
Monlor, Gombau de 167.
izecy Google
(ffunenaveraeichiiis zu Band K.
HoDQo, MonxDD V. Hontiaeoiium.
M.mao, tr. P. de, Paria, serv. Sil.
UonapefiaulBDUB, Montpellier, Hont-
posler 35, 119, 20B, 211, 232, 246,
323, 328, 358.
MunsregallK 322.
Honsregalis (Honrcale) archiep. 30B.
Mnntcler, fr, Ricimrt fr. de, Borgoig-
non 7*.
Honlealbo, locus de 99, 100. dorn.
Minor, in 373, fr. Hin. 373, capit.
Tempil 374.
Honte alln, fr. lolianneg de, iii. de
Aaturaco (AsUracof) 340.
Honte CaUno, fr. Petrus, mag. Ara-
gonie 369.
HoDtecalenu Quillelina de 28. Otto
de 162, V. Honchada.
Honte cathino, turrls de, boua
TempU 64.
HnntecluBO, Poncius de ord. Fred.
inq. 76, 206—208.
Monleclaro, fr. Girardus de, m. 76.
Montecurvo, tr. Petrus de, m. 373.
Moutelauro, R. de 323.
Monte mortano, L BuU de 378, 379.
Montenigro, lohannes de cancellarius
Urbis 42.
Honte olivD, fr. Berengarius com.
Oscc 372. Bernardus com. de Bar-
barana 371.
Honiepalatiu, fr. P. de, m. 323.
HoDtepesBto, fr. Oaucerandue de 323.
Honte rolundo, fr, Huguo de, proc.
de Borleta 360.
Honte securo, d. T. de 361.
Hontesquivo, eccl. de 323.
Honte Tomeaio, fr. Gullelmus de 370.
HontibuB, dorn. T. de, d. Lemovicenefa
317.
HonCilium Ademarli, Valentine d. 343.
Honlis Aragonum nion. IS, 20, 26.
26, 29. abbas 31, 32, 158.
Montisalti coniiutua 42.
Hontia Falconis prior v. Hortelli.
Montiegaudii (s. Salvatoris) ordo 214.
Hontissonum, castrum, Huntco, Monpo,
Uonzon 64, 66, 64, 66, 72, 78,
87, 101, 112, 126, 129, 130, 131,
132, 133, 153, 154, 160, 170, 182,
196, 1B7, 364, 369, 371—373, 376.
reddiluB 164.
Mont reyal, aldea de 62.
Mor, fr. Barlliol. de, s. 164.
Horauiensis ep. 304. (Ol(
Horeila 66, 99.
Sorel), fr. P. presb. 317.
Moriella, hombrea de 120.
Morro, P. de (CeiesUnus V.) 31, 22G.
Mnn« 231, 241, 249, 265. v. Grenada.
Marroohiiim.
Hortelli, mag. Hugo, prior Honli«
Falcunia, PctragoriceDsis d. 31 7, 130.
Hosiacenslg abbas 22, 24.
Ho«3in, tr. Petrus de, domus de Pe-
trosio 324.
Holonensis ep. 304.
Huncada, fr, P. de, meatre Darago 72.
Huntesa castrum de 214.
Muntoliu, fr. Bn. de, coni. Dosca 71.
HuBtumes, G. de 169.
Mur, Pero de 60,
Musa, d. T. 327.
Nannetis, Laurentius de 310,
Nanfos rey (Alfouao II.) 17!.
Nanteuil, Itheriua de, prior Fran«»
ord. B. loh. leros. 13,
Narbona, vicecomes Narbonends S6.
archiep. 165, 303, prov. 20, 1S2, 199.
Narbones, Ir. Raymundui, d. Xarbo-
nciuis, serv. 341,
Hamieosis eiv. 42,
Haseonis, (r, P. 319.
Nataliü, Herreus, ord. Fred. 309, 310,
312.
Navarre, regnum 12, 303. rej, rej
i (LudOTicufl) 60, 143, 251, 286, 293.
I fraree en N. 51, 62, 67.
Navarello, correu 269.
I Navarro, Pidrolo 67.
' Neapoleo Orsini, (s. Adriani dtar.)
I Card. 9, 16, 26 (legatus) 41.
I Neapoli, Hatbeus de, mag. noL pip«
192.
Ncapolitanus archiep. 305.
Nech, fr. lohannes 319,
iNemoris, d, T. 337, 33S.
Neopatrensis archiep. 304.
I Nestoriarii 105.
I Hicienaia ep. 304.
NicolauB IV., papa 2.
I Nicolaus <de Prato, Albertt) card. ep.
I HcwtlensiB 26, 41,
' Nicolaua, tiL s, Eusebii preeb. card.
I 26, 206, 208, 276, 277.
I Nicotaus, ord. Hin. Paris. 310,
. Nicosiensis archiep. 304.
I Nidrosiensis archiep, S04,
! Nigropontensis ep. 304. NymociutD <■
I Nivera, coniUt 271, oomto de, ffll
del comtc de Flamdres 271, äJ3.
I Noef caslel, fr, Estienne deu, com. de
I Court Val 314.
izecDy Google
Namens Verzeichnis zu Buid II,
Moeriis, lohannes proc. nac. Angll-
corum 311.
Nogareda, d. T. 321—323.
Nogareto, Quilelmus de 38, 101, 202,
277.
Nonagnio, fr. Qaltenu de, m. prec.
de Ghambarello, d. Lemovicen-
Bis 353.
Nonvtila, doroua T. de 362,
Norman, dorn. T. d. 360.
Normaimie, ducatus 171, prec. 198,
Nurmanaonini naciu in studio
Paris. 311.
Norregie regnuni 304.
Novelles H.
NovaTilla, prope Cathalanaui 330.
Novelli, Amaldus, abbas Fontis fri-
gidi 29, vioecBDcell. 2H.
Novellis, fr. Michael de, s. 371.
Nürnberg 48.
Occitana lingua 34, 14S.
Olelum, d. Pampilonensia 378, 379,
dorn. B. Anton tl 370.
OlirariuB, fr. 34G.
Oliver, fr. R. 177. Oliverii, fr. Ray-
mundus com. Ceaaraug 372.
Olivonls, Petrus, ord. Pred. prior
Herde 372.
Oloniar, Oulomarii O. civig Barchin.,
iudex curie 163, 164, 237—239,
246, 248, 249, 2B3, 264, 266, 25g,
2G2, 26B, 266, 269, 273, 276, 2B0,
288, 288, 289, 292, 29b, 298, 302.
Oltramar, teyt de 249, 261, 260.
Oluga, fr. lachme de 177.
Ontinyena, B. de, nabot del bisbe de
Valencia 274, 276. fr. Raymundue
m. 161, 163, 389, 371.
Orchau, fr. RaymuDdus de, m. 373,374.
Orsinl v. Neapoleo.
Orta, caaa de 67, 65, 163.
Ortsnensia clv. 42.
Orulum, d. T. 368, 371.
Oscensis civ. 26, 163. ecci, bomlnes
131. ep. 317. HartinuB 131. dom.
T. 6B, 372.
Osera, H..eracli, de 164.
Osom, Ouso, domua T., d. Piclauien-
sis 332.
Ottonlensis ep. 304.
Paduanue ep. 303.
Palatio, fr. Berengarius de, m. 369.
PaleutinuB ep. 303, FetruB 21.
PallareDsis comes 178, vicarlna et
ouria 163.
Pampilonensis civ. 60, 131, 378. ep.
303, 37B. — Paoipilona, fr. Tlio-
mas de cam. TripulitanuB 371.
Paniscola, Paninchola, Penigcola E2—
65, 62—64, 121, 126, 228, 229.
com. 64. V. Banyuls.
Panis, lohannes 42.
PanomitaDus arebiep. 305.
Paphensis ep. 304.
Papia, librea de 177.
Paraudo Peyraudo, Peraudo, Paredo,
Prato, Hugo tr. de, m. prec. et vi-
sitator In Francia 7, 102, 314, 327,
334, 339, 366, 366, 359.
Paraudo, Ynibertua fr. de, m. vlsltn-
lor in Francis et Piotaui» 327, 328.
Pardelhanis, Guilelmus, not 379.
Pari'!, PariBÜB, ParisiuB 29, 36, 47 —
49,
, 138,
44, 191, 192, 194, 271, 308, 314,
328, 336, 339. cass del Temple 61,
310, 312, 341. pobol de 116. civis
147. ep. 311. decanus Petrus 16.
canonici 308—310. universitaE, Stu-
dium, maestres, prclats 49, 61,
102, 107, 110, 123, 138, 309, 311.
Pred. prior. 310.
PariaÜB, Parisius, fr. Guilelmus ord.
Pred. capell, pape, confessor r.
Franeie, inq. 44-46, 307,310, 313.
Psriflius, RaymundUB de 320.
ParmcnaU ep. 305.
PaschasiuB, inq. Tholosanus 92, 130.
PaBsagii, d. T. 361.
Patracenais archiep, 304.
FatavieuBis ep. 304.
Fatriwoniuu b. Petrl 305.
Pauli, comes b. 155, comle de b.
Paul 277.
Faynes, fr. Hugo de, I. mag. Tempil
336.
Payteus, Peyteua v. Pietave.
Pedro HL rey, Pere, Petrus 72, 154,
172, 287.
Peyrofisa, fr, Ademarius de, prec.
SidonieoBlB 342.
Pelagrua, Amsldus de, card. 209,
V. AmalduB.
penlteDciarius quidam papo de ord.
Pred, 323.
Penna, Oliveriua de, cubicularius
mayorpape,Lon;ibardua59, 114, 165,
Peregrlni csstrum 326, 327.
PertusB, fr. D. de 76.
izecy Google
NameoB Verzeichnis zn Band II.
Pergamensis ep. 305.
Perit, fr. Ojl, abat Dalcoleja ISS.
Pcr)>eniaiiuin, Perpsyna, Perpeya
111, 12B, 176.
Pcrrousel, Raoul, Fr. de, cuiupaignon
Dangie 3 IB.
PeruMnua ep. 305.
Pcssaeum, Pisaacum, Pessac 21, 23,
26, 26, 31.
Pesnel, fr. Guy, la maL-ron de Lou-
rigny 315.
Pelraviridi, fr. Gaufridua <lo, ni. prec.
domus de Rua, d. ForoluHensiB 3G2.
Petri, Andrea«, caD. Oscensis 15B.
Petri, Guillolmus supprior Pred. Car-
cassonensium 322.
Petnwio, d. T. 324,
Petrus ep. Preneetinus (card. de To-
l«sa) 36, 59, 152, 1»3, 216, 217,
221, 225, 340.
Petrus llispanus cp. Sablnensis 27, 2ti.
Petrus Amaldi, s. Priaoe ppesb. card.,
vicecancell. 18, 19, 21, 23.
Petrus Colonna, card. 26, 36, 40—43,
190, 199, 209, 243, 244, 264, 265,
274, 276, 279, 2S4, 340.
Petrus, succentor ParU. 308, 312,
guardian. fr. Minor. Paris. 309, 310,
312.
Fliilippus III. rex Francle 14S.
PliilippusIV., reKFranciE,Francoruui,
rey de Fransa, Fran^a, Fran^ha:
7—10, 12—16, 17, 21 — 27, 29—33,
36, 36, 38, 39, 41, 45 48, 51, 62,
64, 56, 58—61, 63, 66, 67, 69, 71,
74, 80, 83, 84, 89, 91, 92, 93, 94,
96, 104, 107, 110, 111, lU— 119,
123, 126, 126, 130, 131, 134—137,
139,
-144, 156-158, 171,
174,
, 222, 238,
239, 241, 243, 244, 246, 247, 248,
251, 256, 259, 270, 271, 273, 274,
277, 279, 280, 281, 284-289, 292,
293, 296, 296 299, 300, 301, 302,
306, 308, 336, 339.
Pliilippus, Phelipp, f[ll dcl rey (Ph.
IV.) de Franta 286, 288, 292.
Philippus, princeps Tftrentinus 34,
41, 266, 268.
Philippe, fr. com in. de Reneville,
a preaent couimandeur e. Evao-
bourg 314, 316.
Pliilippus, fr. 332.
Phily, EvenuB, not. 309.
PiacenzB 288,
Picanioni;o, castrum de 169.
Picardoruui nacio in Btudio ParU. 311
Pictavia, Pictauc, Peyteus, Poitiersi,
21, 27, 31 -33, 36—38, 40, 43, 45,
46, 59, 91, 92, 107, 110, 117, 124,
136, 149, 160, 162, 158, 165, 171,
174, 169, 100, 195, 198, 329, 340.
ecclesia maior 167. seni?scallus 33!.
Plctavini P., leguoi ductor, iudei
maior aeneacalli Garcaasone et
B!t«rris 322.
Piciavinua, dorn., m. 322.
Piniano, castell de 287.
Pipinus, Johannes cuosil. Caruli I!. 41.
PisaDus archiep. 306.
Pissacum v. Pessacum,
Pissiaco, fr. B. pi-ior in 312.
Piatorlensls ep. 306.
Plaisiano Guülelmus de, Pleeia, Plai-
sians, m. 38, 39, 107, 135, 136,
141—143, 117, 160, 156, 188, 202,
248, 277.
Plexiaco, mag. Joffredus de U9.
Plugues, Bemat des 162.
PluiaoUs, fr. lauscrandus de 346.
Podiatis, Bemardus de 66, 66.
Podio Baslonis, Bemardus, de, caa.
Reatisus 202, 203, 377.
Podio, fr. Berengarius de, m. i6S,
370. lacobus de 156. Petrus ord.
Min. Herde ^ard. 373. Riperlus
de, prce. Provincio locum tenena
prcc. de s. Egidio 344, 346.
Pudin, CBstruDi de 121.
Podinio, fr. Bemardus eapell. 369.
Podioderfila, Petrus de, eleot Palen-
tinus, vicecanc. 2, 23, 30, v. Pslen-
Podio viridi, fr. Berengarius de 1G2.
fr. Bemardus de, m. 370.
Podium de Koti^ d. T. 369.
Polauus ep. 303.
Polatensis ep. 305.
Polonia 306.
Pomar 74.
Pomer, fr. Clemens de, d. Edueiüis,
serv. 340.
Poucius Roderici (!), cam. Carcaiso-
s 226.
, Pons, lacme, de Paniscola 3.
Ponte, ßernardus de, m. 212, 21?,
j 219, 221, 223, 224.
' Pontino, prec. de 332.
jPontisara 46, 137.
, Pontoaibus, Dalmacius de, vicecan-
' eellarius 212, 217, 219, 221,223.231-
I Poreiano, Durandus de, s., ord. Fred.
I 310.
Porta, loliannes la 316.
izecy Google
Nnmensverzeichiiis zu Band II.
portere (iel papa 186. !
Portogall, Portugal 37, 223, 342, 304. ;
rey de 28, e2, 231, 239, 27«, 281 1
—233, 296. cumauador 13. i
PortugateneiB ep. 304. i
Portus Fangcis 122.
Poutar, dituiii» do, d. LciiiuviccnsiB 333.
Pragenäis ep. 304.
Pratanya, castell de 24i.
Pratii, mag. G«raldus de 320.
PredicBtores, fratros 4, 6, 118, 832,.
36e. quidam 355.
Prehissaco, (r. Durandua de 320.
Provincia, Provence, Proema, Pniensa
10, 34, 304, 364. prelata 2G0, 295.
mag. et preeeplores 198. com. 14.
Pruvino, mag. I. de 313.
Pniino, Ir. Symon ChriBlianua de,
a. 341.
Pueulluyll, fr. A., b. 164.
Pujades, Bemat, ^en, veguer de
Ttirlosa et de la ribera Debre 66, !
76, 85, 87, 126, lß2, lOß.
Pujol, tr. BemarduB capcll. 162.
Pulcrovisu, fr. BerengariuH de, ca- 1
stellanus MonÜssoni GS, 132, 160, i
161, 369, 370. !
<lueralt, P. de 44, 87, 128. 132, 133,
162, 175, 237 -239, 247—249, 263,
254, 258, 261, 264.
QuinqucccclesicngiB cp. 305.
Radulphua, penitenctariu» Paris. 308,
RagusinuB archiep. 306.
Rainerii, Natalis 6.
Rayniundus de Fai^is card. 200.
Raymundug del Gut, s. Marie nove
diac. card. 16, 17. 18, 19, 21, 26,
2B, 28, 20, 30, 186, 186. 193.
Ramon, meatre 262,
Ravennaienais arcliiep. 305, exarclia-
tus 306.
Raure, tr. Ouillaumele, de Dangie315,
Raybaudl, tr. G. s., prcc. de Lunacia,
d, Aquengiii 354.
Raynardi, tr. lohaniiPB 360.
Reatina, cir. 42. can. v. Podio.
Reg (f|, Berengarius 323.
RegecurEa, fr. lacobus de, s. 341.
Regio, mag. lulianncs de, noi. 28.
BeginaldiL9, tr. presb. 338, 339.
Regis, fr. Galterus pree. de, Van-
nesio 363.
Renaut, fr. Hatieu comm. de Brete-
vllle la Rabel 314.
Rennevllto, d. T. 314, 315.
Reaeg, tr. Quilleluus de, in. 340.
Retorta. tr. Petrus ija, com. de Ca-
Btellione Impuriarum 369, 37 1 —379,
ReiiB, lohann 111,
Rcyart. Bemal, cap. del papa 274.
Reval, tr. Xiculau» de 331.
Ribaldi, Martinus 317.
RIbCfl altes, RiplBaLlin, fr. Bertrandus
de, m. 161, 371.
Rlcharenchis, duiiius de, capclla de
324, 344, 348. 349. 354.
Ricira, fr. Petrus (a, s. 369. .
Rigcnsis archiep. cum sutfr. 304.
Rigni. Fuque de, Borgolgnon 74.
Ripa forada, d. T. 379.
Hl pull o, Bemardus de, ord. Pred.
. 373. mag. loliaones de, i'eclor eccl.
s. Licinee 376.
RivoBJcco, fr. Bercngarlus de 369.
Ruam V. RothomagensiB.
Roaysiü, domus T. de 346, 346, 349.
RobertuB. Rotbertiis, rex Sicilio 202.
216, 232, 238, 246, 288, 289, 292,
302. nuucü siilennes 210,
Robertus, 8. Potenliane presb, card. 7.
Robert, fr. comm. de Barbonae 316,
Robert ord. Pred. do Caen 313, 314,
316, 31G.
Roeaberti Guilelmus de. Elect. v. Tar-
ragoua 186.
Rocca, RiMiha, tr. Bernardiis de, pree.
Provineic 345, 364, 358.
Rochafollo, fr. liug» de, m. 342.
Rncaniaure, eastrum de, ultra Roda-
num 209, 210.
Rocamauro, fr. B. de, ord, Pred. 317.
Rocba, tr. Guiletmus de, m. 345.
Rochabertinii, fr. DalmaciuB de 66.
Rocliafurt, lohan de, in. 17, 36,
RocliourB, tr. Henri de, de Vaymer
315.
Roda. SieplianuR de, baiulus gen. r,
Aragonie 99.
Rodanuiii 212.
Rodera, B,, ncriptor porcionis 131,
Roes, pree, de 329,
Rogerii, Pcln)e, de Rivullls, vic. gen,
ep, Paitipilon, 379.
Rogerius, tr. presb, 336.
Roma 7, 134, 288, 289, 322. Senator
289. eort de 13, 44, 90, 91, 274, 302.
izecy Google
NsmeDaverzeicfania zu Bund lt.
Roiuanus, populus i2.
Rosaio, R. de, oCt. cau. Pari». 310.
Rosia, fr. loliannes de, capell. 3T0.
RoBsanns, archiep. 305.
Rosailio, Roselo, Rozello Ol, 63, 110,
111, 179, 323.
Röwo V. Matleo.
Rotense mon. 376.
RuIliomagcDsifl, Roaiii, archiep. 250, !
303. eecl. 15, v. Fargls. I
Rovira, (r. Bn. de, serv. 163. 1
Ruh, d. T. 3b2. \
Rubei, tr. Raymundus 333. '
Rupe, fr. Auialricue de, prec. Fraocie
325. I
Bupe, fr. II. de, mag. Provincie ID i
domo de Capella 317.
Rupcforti, fr. Iterius de, m. 341.
Ruppa rubea, castrum de 6E. 1
RuMia 304. I
Nabaudia, Savoyen, Ludovicus, sena- [
tor KomauuB 288. Pelnis de, nepos '
comilla de Sabaudla 156. |
Sabbateiii, fr. Araaldus 323. |
Sabellences 41, Petrus de 8abello41. ,
Sablies 31B.
Saguarriia, R. bisbe de Vio!i 62, t. '
Guardis. l
Satamanlinus ep. 303.
Salernitaaus archiep. 306.
Salseburgeusls arcbiep. 304. !
Salvanauo, fr. Alho de, lu., prec. de '
Capella 317, 341. |
aam, fr. P., gerv. 163. ,
Sanceyo, Ouilleliuus de 311. ;
Saucii, fr. Petrus, s. 368, cain. Osce
372. '
San^ii de Vergua, fr. Lupus, com. de I
Civert 372. i
Sancius, palruus J. II. 29, i
Saneho rex Haiuricaruai 179.
Sanhtes, fr. Hugo de, prec. Capelle '
et Caturci et de la Garda de Ro- |
»ilbo 316, 318. I
Sardinie insula, et CorGico reguum :
11, 28, 31, 38, 232, 237, 304. bisbe
de, NicolauB Bosanus 275, 276.
Sarisberiensis ep, 301, I
Sarrsceui, sarrshinB, de Grausta, Hi- i
spania 4, 50, 71, 72, 85, 86, 121,
140, 145, 188, 230, 233—236, 254,
266, 267, 267, 272, 281, 283.
Sarria, locus 212.
Sarttgis, fr. Berlrandus de, id. 366,
Savina, R. 111, 166,
Saxiaci, dominus 323,
Schlavonia 305.
Scoli, Bcotja, rcgnuni IG, 304. comes
quidam 13, rci 10.
3erlva, P., can. de Valencia, fill dea
G, Scriva 274, 275.
Sedunensi» ep, 304.
Segron, fr. Petrus de Valrisco, d.
Vasionenaia 349.
Senaael, fr. P. de, 0. de Seuasel 316,
317, 318.
Sene civitaa et comitatiu 25, 43.
SenoQensis provintia 192, 193. ar-
chiep. 138, 303.
Sestrec P, Orden sproctirator 51.
Seta, Stephanus de 67, 84, 86.
Severine, archiep., s. 306.
aeiena, mon. 74.
Sicilia insula 41, 237, 305. pertula-
DatuB officium 22. rex (Carola')
23, 33, 40, et (ilii 41, r. Carolas.
Sldoniensis, d. T. 342.
Signensie ep. 305.
Simon cancellarlus uoiv, Paris. 308,
310, 312.
Simon, fr., inq. Francie 90, 91.
Sipontinua archiep. 305.
Sims, 8. (s. Ciricus), locus 10.
giscar, fr. A. de 162.
Solanis, O. de, civis DeKu^nsi^ 100.
Soldanua, Sordanus 1, 4, 139.
Solerio, A. de, ulr. iur, prot. 227. B.
de 100.
Soiier, fr. Stephanus del, alias de
Guordonio 321.
Soranus ep. 306.
Sorriano, B. de, adiulral 131.
Spalalensis archiep. 305.
Spallargiis, P. de, expensor domas
regle 100.
Sparres, fr. Adzcmarus de, ui. 341.
Spelluncis, Bemardus de, baiuluf
gen. Valencie 99, 160, 163, 288.
Petrus de, procura tor in curia
Rom. 185, 187.
SpiDola, Christian 51.
Spoletanus ep. 306.
Stampla, donius de, Scnonen^is d.Sli.
Stephan!, fr. Raymundua, grangerin»
341.
Stephanus de Sulzy, Üt. s. Cyriici
presb. Card. Brugensis, de Bnig^
quODdem r. Prancie cancell. 13,
17, 27, 33, 34, 36, 152, ISS, 190.
191, 193, 199, 246, 252, 324, 32i,
izecy Google
MmnRns Verzeichnis xa Band II.
Steve et Bartoloineu, eecudere 182.
Strigonjensis archiep. 371.
Sueeie regnum 304.
SueaBionensis ep. 303.
Sunyery, fr. F., a. 163, 369.
Supplenio, fr. Gulllelmus de b., d.
Heldensis 340.
SurrentinuB «rchiep. 30B.
Sulrina civitas 42, S. ep. 305.
Tamariti), Tamarit, fr. Bereiigarius
de, m. 163. Quilleiu de 111. fr.
Petru» de, e. 371.
TarantasiensiR arcliiep. 304.
TaraDlInuB princeps v. Philippus.
Tarentinus archiep. 305.
Tariffs 23t, 242.
Tarlni, Bartholomeus, supraiunclariuB
CesarauguBtanuB 66, 121.
Tarracona, Tetracona, Tarrachoncn-
gis ocel., eiv. prov. 77, 88, 98, 99,
163, 202, 203, 208, 287, 296, 377.
archiep. 78, 112, 158, 1B7, 204,
205, 206, 207, 212, (suffr.) 302, 303.
Rudericua 88. Guillelmus 98 -100,
162, 205. Gasbin 227, 228. [H.neilia
88, 98— 100, 112, 205.
Tarlari 4, nuncii T. 38.
Terra laboria 30S.
Templarii, ad Ickoiii Sarracenoruiii
Tempi arioruiii magister v. Holay.
Teregol, fr. G. de, fil. HccturiB de
Tregul, m. 318.
Terol V. Tunillui».
Terra sancta 1, 2, 4, 47, 109, IIS,
118, 119, 134, 139, 142, 143, 145,
160, 171, 237, 241, 243, 244, 263,
266, 260, 261, 269, 281, 285, 293,
296, 307.
TerrieuB, luvenis 338.
Textoris, (r. lacobus 320.
ThebanuB archiep, 304.
Theobaldua casteilanus de Lauserta
320.
TheodericuB ep. civ. Papalis, card. 30.
Theaeloniceneia archiep. 301.
Theuionicus, mag. Henricua nrd. s.
Augustini 309, 310.
Tliolosa, Thulosan U, 31, 91, 92, 191,
322. ep. 303. iDq. 44, 76. fr. Pascha-
BJUB ord. Pred. 92, 130. civis pni
Tholocia et HoDtepesB. 147.
TbolüSB, (r, Quilielnius de eapell.
348. fr. Stephanua de 319.
Thnlosa card. de v. Petrus.
Thomas, til. b. Sabine pi'Csb. card. 340.
1 Thomas, fr. Ouillelmus 320.
I Timor, Teinor, fr. Amaldus 370, 371.
I fr. Dalmaciua de, com. in Barbe-
rano 112, 131—133, 1G3, 160, 161,
369—371.
I Tira^na 372.
Tirensis douUnua, (r, regis Clpri, 6,
1B8 (Amaurieus).
I Tirim^e, Tlemcsen, civitaa de 23S.
' Tiiil, Tiioniaa deu, clerq de ia viaconte
I de Caen 313.
Tuletanus archiep. 303. Toledol (1)
alcalde de 29S, 297.
Tomar, domus de 352.
Tone, fr. Guillain de Court Val 316.
Torena, Tieecuniea de. Hl. com. Con-
Torras, G. dei 159.
Torvilla, fr. Roberlus de, m. prec. in
Anglia 326.
Tors, B. Marlin de 123, 127.
TiirtiiBC insuia 4, 371, v. Dertusensis.
Tovia (stalt Covla), Bcrcngariua de
66, 120, 169.
Traguriensis ep. 306.
Traicctensis ep. 304.
Tramplayo, fr. Reginaldus, presb. de
312.
Tranensis ai-cliicp. 306.
Trebes, Trebia, fr. G. de, miles 319,
320, 341.
Trecen <T), Troyes 17.
Trees, tr. Ouillaume de, cninin. de
Funtenui 316.
Treverensis archiep. 304.
Trevieinus ep. 303.
Tria, quidam 121, 122.
TribuniensiB ep. 306.
Tridentine ecct. archidiac. 192.
TripoÜB I, 2, d. T. 371.
Trobati, (r. Stephanu» de Gradyaco,
d. Biterrensis 341.
Trolio, fr. Geraldus (Guillelmus) de
319.
Tuamenxis archiep. 304.
Tudela 60.
Tuderlinensis clvilas 42,
Tugunis, fr. Romeus de 370.
Tumbeour Ricliard le 313.
Tunieium, Tunii; 241. rex 226, mo-
ros de 241.
TureliB 299.
Tureyo, Lamhertus de, dict. deLimoso,
dom. Saxiaci 323.
Tureila, fr. Araaldus de, com. da
Anibeili) 371.
Tumo, Johannes de 312.
izecy Google
NameDSTeTzetchnia zu Bund U.
Turulium, Terol, Teruel 62—64, 66,
63, 66.
TuronensiB arcUlep. 303, prov. 192,
Turricetla, fr. Amaldus, cum. de
Gardeyno 368, 370, 376. lacubuB
de, BcuUfer, 99, 164.
Turrttanua srcliiep. 304.
Tusria 16, 305.
TuBcSDieasis civitae 42.
■.'bsalenaifl archiep. 301.
UcIcnsiB ordo 234, 2S6, 266, 283, 28E.
Ulmis, fr. Berengariua de 162.
Uliraailuaniig (Trauullvant) ep. 306.
Ulugia, fr. lacobus de, 161.
UngarJB 306, Vnijari 34, v. Kanilus.
Urlis (Roma) 12. Crbe, Dobiles de 11.
UrKellensIs, Cornea EriiienKaudus 65.
Uaecia, ille de 138.
Uiramarine partes 2G7, 268 mag. v.
Utrecbt, Biacbot Guido v, 18.
VaylUirba, tr. Dalniau de 169, 170.
Vayllobar, Vallobar 71, 372.
Vaymer, d. T. 316, 316.
. Valbruan, fr. lohanncs de 339.
Valencia, Valen?, ragnum, civitaa 18,
64, 56, 62—60, 71, 76—79, 82, 85,
86, 88, 101, 121, 122, 130, 169, 160.
162, 163, 165, 167, 178, 203, 206,
215, 228, 229, S75, 288, 291, 302.
diMDuM fr. Pred. 68. domua Templi
356, 372. Neues Kloater 226. ep.
(biabe) RaimunduB 61, 66, 77, 88,
1B8, 202, 203, 206—207, 232, 244,
24H -260, 261, 255, 267, 268, 262,
I Vanoeaio, domus de 363,
'Va6alum28, VaEab>iiaisciv. ll,diM.2!.
Vasconia 228.
[vaur (Valriacum Vf, d. T. 318.
I Veneci (Venaissin), ia oonte de 71.
Veneti, Venecinns, Venedig 34, 183,
21t, 245, 261, 263, 261, 298. Dil«
251.
Veaiani, fr. Rarmundus 320.
Viana, Vienne, 239, 215, 248, 252,
264, 286, 273-280, 286-289, 291,
294, 298,301, 302, 303, 364. archiep.
301. biabat 215, 248, proriutia 34.
concilium generale 156, 220—30«.
esgleya luayor 292.
vicecancellarius pape 186, 209, 21!,
263—266, 261, 261, 269, 277.
Vioensis, Vic, Vieh, biabc de, eji.
112, 166, 296.
Vicentinus ep. 303.
Viclore, Gerardus de b., ord. Car-
niel. 309.
Vigerii, fr. Q. fil. toli. Vigerii 319.
Hellas 317.
Vilalba, Villalba, tr. Guillelmu» de
1 es, 371. fr. lacobus de 369. fr. Pe-
trus com. Miraveti 163, 361, 369,
I 370. com. de CanUvetula 372.
Vilandrau 28, 32.
Vilianifi, Ada de, procurator naciiintj
Gallicorum 311.
Vilars, tr. Guillelmus de 321.
Vilello csatrum de 66, 66, 121. com.
ist.
263, 266,
269, 271, 27e
283- 285, 287, 289, 297, 302, 303.
leg. in Sardincs 38. canongia 271,
276. com. 63. pmeurador 55.
ValfagciEs, fr. O. de, cambreriua in
BurriauB 64.
Wallaincourt, fr. Adam de 71.
Valle, Bertrandus de, Generaiadml-
nistrator der Tempi crgütcr 99,
205—208.
Vallcaurea, cloniue de, d. Viennenaia
369.
Vallcceli, fr. P. de 336.
Vallccutone, lolianuca de 338.
Vallibua, dumus de, d. VienncnalK 359.
Wallie, princeps, primugcii. r. Ang-
lie 36.
Vallis digne convcntua 82, 83. abban
loj
s 82.
Valriacum, d. T. 341, 319.
! Vilera, tr. lotaannes de 330.
I V'illiiea, fr. P. de, mag. Pietavia 317.
I Villafrancha, fr. Bartliolomeus d»,
I com. de Vilello 66, 66, 121, 16S. '
Vila Franca, aldea de Daroca 63.
I Villagranada, tr. Petrus de, m. 163,
163, 369.
Villalonga, tr. Berengarius, m. 368,
I fr. Bertrandus de 162, 369-371.
Villanova, caalnim 66.
I Villanova, Amaldua de, mag. 83,83.
; 92, 94, 98, 172, 173.
Villanova, Vidal de 9, 54, 201, 211,
' 217, 219, 221—228, 237, 242, 26J.
Villa Petrosa, fr. Er\-eus de, m. nia-
gieter baylivie Pontini 331.
VillBrct, Guilelmus de, uiag. ord. &
lohannis 6.
VJIIars, Luduvicus de, an^liiep. Lufc-
dunenais 16,
Villaribus, fr. luhannes de 329.
Villariia, Villera, fr. Girardua de Tl.
339, mestr« de Frauce 315.
izecy Google
NamoDsveneicbDis m Band II. 89d
Villaross, P. de S5. 1 Vllerfaiensis civitaa «2.
Villers, Engcrran de Chevalier n. I Vivariensis ep. 304,
Btre roi 313—316. Vives, Doniinleus habitator in Aschone
Villen, fr. Richard de, coniiu. de, 100.
France 316. Volo, en 110.
Vincart, tr. 329, 330. Vultunl, fr. Oeraldu« 317.
VintonieiiBiB ep. 301. |
Vinico, fr. OltvaHiia de, d. Vivaricn- Xaliva 92, 291.
Bis, s. 346, 346. i Xex, fr. DiiiniuicuB de, i. 378.
Virtuto, lacobus de, nol. 309. | Xesa, Guilelmua de, urd. Hin. 3T6.
VIstabella, fr. lohannes de, 8. 371, : Xivret, Xivert, Civert^ d. T. 63, 64,
372.
I Zeret, G. de v. Cerelo.
izecy Google
D, Google
iLCD, Google
iLCD, Google
iLCD, Google
iLCD, Google
iLCD, Google
iLCD, Google
I
„Google
iLCD, Google